Wie spielen Biologie und Gesellschaft bei den Unterschieden zwischen Mann und Frau zusammen?

Eigentlich ja eine der Hauptfragen dieses Blogs: Wie spielen Biologie und Gesellschaft bei den Unterschieden zwischen Mann und Frau zusammen?
Meiner Meinung nach bildet häufig die Biologie die Grundlage und wird dann von der Kultur/ den gesellschaftlichen Normen ausgestaltet.
Nehmen wir Körperkraft. Aufgrund der anabolen Wirkung von Testosteron bauen Männer wesentlich schneller Muskeln auf und sind in der Regel stärker als Frauen. Dies kann dazu führen, dass gerade sehr kraftmuskelintensive Arbeit auf Männer verlagert wird. Wieviel dieser Arbeit auf Männer verlagert wird ist aber natürlich auch eine Frage der Gesellschaft. In der heutigen Zeit haben wir sehr viele Bürojobs, die keinerlei Körperkraft erfordern und mit denen man sein Brot verdienen kann. Eine Übernahme von Jobs, die reine Körperkraft erfordern, durch Frauen wird daher seltener erfolgen. Dies mag in einer Zeit, in der eine Familie irgendwie ein Pfeld pflügen muss oder in der Wassermassen für die Hausarbeit transportiert werden müssen, wieder ganz anders sein. Um so mehr Freiheit hier für die Frauen besteht Arbeiten, die eine höhere Körperkraft erfordern, nicht auszuüben, um so eher werden sie diese wahrnehmen.
Ein anderes Beispiel wäre Kleidung. Geht man davon aus, dass es biologisch abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale gibt und eines davon ist, dass Frauen Männer mit einem hohen sozialen Status attraktiv finden, dann bietet es sich an über die Kleidung diesen hohen Status wiederzugeben. Welche Kleidungsform dabei Status wiedergibt ist natürlich in einem überaus hohen Maße kulturabhängig und es hängt um so komplexer die Gesellschaft wird um so eher von den jeweiligen Vorlieben der betreffenden Frau ab. Man kann mit einem recht schlichten schwarzen Anzug heute Status wiedergeben, wo man zu anderen Zeiten Spitzenschuhe, große Kragen, Seidenkleidung und lange Perücken brauchte. Was genau den Status transportiert kann insofern lediglich als abstrakte Regel formuliert sein, die dann ausgefüllt wird, etwa indem die Darstellung von Kleidung, die Ressourcen erfordert ein gemeinsamer Nenner ist. Ob die Umsetzung über teure Seide oder den Markenanzug verbunden mit einer teuren Markenuhr erfolgt ist dann für die jeweilige Zeit höchst relevant, hat aber dennoch die gleiche Grundlage.
Ein anderes Beispiel wäre intrasexuelle Konkurrenz unter Männern. In gewissen Zeiten mag dies erfordert haben, dass man sich mit schweren Waffen die Köpfe einschlägt. Heute trägt man solche Kämpfe im Sport oder über berufliche Erfolge und damit verbunden mehr Geld aus.
Zudem können gesellschaftliche Entwicklungen natürlich auch die Biologie beeinflussen, hierzu braucht es allerdings üblicherweise sehr lange Zeiträume. Weil wir gelernt haben, Feuer zu machen, konnten wir mehr Nährstoffe aus dem Essen erhalten und zudem auf ein weniger komplexes Verdauungssystem umstellen. Oder auf Geschlechter bezogen: Weil immer mehr Arbeitsteilung erfolgte, konnten sich Männer und Frauen auf bestimmte Tätigkeiten spezialisieren, was wieder mehr Arbeitsteilung ermöglichte, was wieder mehr biologische Spezialisierung ermöglichte.
Ein schönes Bild ist die Landschaft, auf der eine Stadt gebaut wird. Man kann viele verschiedene Städte auf einer Landschaft bauen, aber die Häuser werden sich eben an den Bergen und den Landschaftsverläufen orientieren müssen.
Biologie erzeugt viele von unseren Wünschen. Wie wir diese dann ausleben können und dürfen ist wieder Kultur. Männer beispielsweise wollen im Schnitt aufgrund der Wirkung von Testosteron und wohl auch entsprechender Gehirnveränderungen mehr Sex mit mehr verschiedenen Partnern als Frauen. Man kann dennoch ein System errichten, welches außerehelichen Sex ächtet oder man kann Prostituition erlauben oder verbieten. Den Sexualtrieb an sich wird man hierdurch nicht wesentlich ändern. Männer (und natürlich auch Frauen) werden versuchen solche Normen nach Möglichkeit zu umgehen, es wird dann eben heimlichen außerehelichen Sex und Untergrundsprostituition geben.
Diese Flexibilität macht es notwendig, die Prinzipien hinter der jeweiligen kulturellen Umsetzung zu verstehen. Wer diese nicht kennt, der mag annehmen, dass Spitzenkragen und schwarze Anzüge nichts miteinander gemein haben oder das die verschiedenen Umsetzungsformen intrasexueller Konkurrenz keinen Zusammenhang haben. Im wird der kulturelle Spielraum größer erscheinen als er ist.
Ein Beispiel dafür sind auch Kinderspielzeugsachen. Hier herrscht ja einiges an Streit, ob es so etwas wie Spielzeug für Jungs/Mädchen gibt. Auch da wird beispielsweise angeführt, dass Jungs und Mädchen gerne mit einem Ball spielen. Interessanter ist aber die Frage, wie sie mit diesem Ball spielen. Wenn die Mädchen ihn sich locker hin und herwerfen, die Jungen aber ein Spiel um gewinnen oder verlieren spielen, dann ist „mit einem Ball spielen“ nicht die relavante Kategorie, diese wird dann eher dadurch bestimmt, dass Jungs hier intrasexuellen Wettbewerb einüben, Mädchen nicht. Ähnliches gilt für Puppen vs. Aktionfiguren. Was gerade als Spielzeug gewählt und vorhanden ist, mag Kultur sein. Die Spielvarianten bei Jungs und Mädchen können sich dennoch unterscheiden, sie werden sich für das Spielzeug und die Art mit ihm zu spielen entscheiden, mit dem man die jeweiligen Vorlieben besser umsetzen kann.

33 Gedanken zu “Wie spielen Biologie und Gesellschaft bei den Unterschieden zwischen Mann und Frau zusammen?

  1. Vielleicht noch einmal etwas kürzer:
    1. Biologische Grundlagen können je nach Kultur anders ausgestaltet werden
    2. zugrundeliegende Regeln sind nicht immer einfach zu erkennen
    3. gerade wenn biologische Grundlagen unser Wollen betreffen, dann kann ein gesellschaftlicher Gegendruck aus anderen Gründen aufgebaut werden, der dann häufig zu verdeckteren Umsetzungen führt

    Soweit so simpel. Ich hoffe es ist deutlich geworden, was ich meine.

    • @ Christian

      Ja, Kostüm, Makse und Bühnenbild wechseln mit den Zeiten und Kulturen, gaukeln eine Vielfalt vor, die im Kern so nicht besteht.

      Weil das Textbuch, das vorgetragen wird, das Stück, das gespielt wird, in zentralen Bereichen unverändert bleibt.

      Shakespeare bleibt Shakespeare, egal ob im 17. oder 19. Jhdt. aufgeführt, egal, ob in Tokio oder New York.

      Auch wenn die Interpretation in ihrer Gewichtung verschiedener Aspekte variieren mag – der Kern bleibt.

    • Sicherlich Christian, sicherlich, aber das hast Du doch nun bereits 1000 Mal hier im Blog verzapft. 🙂

      Klar, Sprache hat biologische Grundlagen.
      Aber Japanisch und Chinesisch ist eben nicht Deutsch.
      Und wie schwer es ist, die „Muttersprache“ durch eine andere Sprache zu verdrängen, sieht man doch gut, dass meist ein Akzent übrig bleibt und es extrem viel Aufwand bräuchte, diese Kulturalisierung wieder zu durchbrechen. Nur schon hier in der Schweiz: Einen Dialekt bringt man kaum mehr weg. Kultur geht also in die Motorik ein und wird so zur 2. Natur: Deshalb spricht Pierre Bourdieu ja auch nicht von Internalisierung, sondern von Inkorporierung, es geht in Fleisch und Blut, in die Physiologie des Menschen mit entsprechenden biologischen Reaktionen.

      „Inkorporierung
      In der Wirtschaftssoziologie:

      meint in der Sozialtheorie P. Bourdieus die subtile, körperliche Einschreibung oder auch Einverleibung gesellschaftlicher Machtverhältnisse und damit deren ‚Verfeinerung‘. Die zunehmende Vergesellschaftung der menschlichen ‚Natur‘ in modernen Gesellschaften wird habituell vermittelt. In dieser relativen Unbe-wusstheit liegt nach Bourdieu die Verklärung gesellschaftlicher Unterschiede als ’natürliche‘ begründet. Verinnerlichung“
      http://www.wirtschaftslexikon24.net/e/inkorporierung/inkorporierung.htm

      • @ Chomsky

        Wie erkennt denn Bourdieu, dass die habitualisierten, „eingeschriebenen“ Unterschiede nicht tatsächlich natürlich sind?

        Das ist doch bloße Behauptung, hier von „Einschreibung“ zu reden.

        Dann müsste es doch möglich sein, diese Einschreibungen grundlegend zu ändern.

        Dieses Experiment wurde mehr als einmal gemacht (Kibbuz, Sowjetunion, China, Kambodscha z.B.).

        Mit aller Wucht, mit aller zur Verfügung stehenden soziokulturellen Feuerkraft ging man die Umerziehung, die Änderung der „Einschreibungen“ an – Ergebnis: Die Experimente sind gescheitert, der alte Adam, die alte Eva, sie blieben.

        Wenn sie’s überleben konnten.

        • @Alexander

          Nun, Bourdieu hat vielfach empirisch gearbeitet, für seine Behauptung müsstest Du nun sein Buch „Die Feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“ lesen.

          Bourdieu meint, dass gewisse Einschreibungen quasi wie ein klassisches Konditionierungsprogramm wirken. Du kannst ja mal bei Tierversuchen schauen, wo die klassische (ev. auch andere Konditionierungsarten) erfolgreich sind und wo nicht. Und dann müsste geschaut werden, wo solche Konditionierungen beim Menschen in welchen Bereichen und in welchem Ausmass erfolgreich sind. Ich denke, je nach Bereich sind sie unterschiedlich erfolgreich: nicht jedes Segment lässt sich wohl beim Menschen gleich gut durch Konditionierung beeinflussen.

          Zur Einschreibung: Dass Sprache in die Motorik eingeschrieben ist, kannst Du doch gut studieren: Kennst Du viele Franzosen, die als Muttersprache französisch haben und nicht zweisprachich aufgewachsen sind, die ohne Akzent sprechen, wenn sie auf Deutsch kommunizieren? Ich würde mal behaupten, dass ist eine Minderheit. Somit: Die Sprache hat sich bis in die linguistische Motorik reingefressen und kann höchstens noch durch ein regelrechtes Konditionierungs- und Lernprogramm völlig ausgelöscht werden und ev. überhaupt nicht.

          Also ich denke, die Durchdringung der Motorik durch die Kultur scheint mir nicht schwierig zu sein, dies empirisch nachzuweisen, aber sie bestimmt sicherlich nicht die gesamte Motorik und wohl in gewissen Bereichen mehr und in gewissen Bereichen weniger.

          Zudem: Wenn wir schon einmal zu Russland gehen: Wie gross ist denn der Unterschied zwischen der Sowjetunion und dem heutigen Russland? Man sollte sich nicht täuschen lassen und genau hinschauen, wo die Strukturen, Mentalitäten etc. noch genau gleich sind und wo nicht; wie viel also noch von der Sowjetunion und auch von noch früheren sozialen Ordnungen noch in den gegenwärtigen sozialen und mentalen Strukturen steckt.

          Ich würde jedoch weiter behaupten: Es spielt beim Menschen einen Unterschied, ob ein Konditionierungsprogramm quasi ohne aktive Lernprozess verläuft (wie eben z.B. eine Kulturrevolution) oder ob sie sich quasi stillschweigend einschreibt: Deshalb unterscheidet ja Bourdieu z.B. auch zwischen inkorporiertem kulturellem Kapital (ohne aktiven Lernprozess) und aktiven Lernprozessen. Weshalb begehren heutzutage die Frauen auf und wollen auch genau gleich viel bei der Macht partizipieren wie die Mànner? Weshalb gibt es dieses Phänomen erst seit gut 150 Jahren. Und vorher gab es dieses Phänomen viel weniger als heute? Ev. u.a. weil die sozio-kulturelle Ordnung als „natürlich“ erschien und überhaupt nicht daran gedacht wurde, dass diese „natürliche“ Ordnung eine durch Menschen gemachte Ordnung ist. 🙂 Das Gleiche gilt selbstverständlich für das Zeitalter der Aufklärung.

          Die Frage würde also lauten: Wie erfolgreich sind gewisse Konditionierungsprogramme, wenn sie gegen den Willen der Menschen eingesetzt werden und wie erfolgreich sind sie, wenn sie auf Zustimmung der Menschen stossen, sei die Zustimmung bewusst und aktiv oder quasi nur präreflexiv oder
          einfach mehr oder weniger präreflexiv geduldet etc.
          Aber ich denke: Gerade Konditionierungsprogramme haben dort eine sehr gute Wirkung, wo sie quasi unbewusst ablaufen und in die Motorik des Menschen eingreifen: Also in Prozesse, die durch den Verstand nicht sehr gut gesteuert werden können oder wo der Verstand die Motorik nicht einfach so aushebeln kann. Sieht man m.E. auch sehr gut bei therapeutischen Desensibilisierungsprozessen: Bewusstheit und Reflexion hilft bei einer Phobie nicht viel weiter, deshalb ist hier die psychoanalytische Therapie auch nicht wahnsinnig erfolgreich, weil durch Bewusstmachung die physiologischen Automatismen nicht ausgehebelt werden können.

  2. Wie spielen Biologie und Gesellschaft bei den Unterschieden zwischen Mann und Frau zusammen?

    Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich überall, so auch bei der Auswahl der Filme, die man sich im Kino anschaut.

    Jeder kennt sie doch, die typischen Chick-Movies, wo endlos über Beziehungen gequatscht wird, mit gaaanz viel Gefüüüüühl und Herzschmerz. Für mich als Mann sind solche Filme eine Qual. Da frag ich mich immer: Passiert jetzt auch mal was, oder wird bloss gelabert? Vielleicht mal ein paar explodierende Trucks, eine anständige Schiesserei mit anschliessender Verfolgungsjagd? Fehlanzeige! Der Action-Höhepunkt ist, wenn bei ihr die Mens nicht einsetzt, gerade jetzt, wo sie sich mit Karl-Heinz zerstritten hat! Besteht noch Hoffnung, das alles wieder ins Lot kommt?

    Gäääääääääääääähn!

    • „Vielleicht mal ein paar explodierende Trucks, eine anständige Schiesserei mit anschliessender Verfolgungsjagd?“

      Das ist allerdings auch nicht viel spannender. Wieso stehen Männer auf Schießerei und Explosionen?

  3. Interessant finde ich die Frage nach den Grenzen. Wo fängt soziales Verhalten an, wo ist es nicht mehr von Biologie bestimmt? Entscheidend ist da wohl die Entwicklung der Sprache, aber auch die grünen Meerkatzen warnen sich untereinander durch Rufe vor Feinden, und für Adler haben sie ein anderes Signal als für Leoparden. ist das schon eine Sprache?

  4. Mag sein, daß es durch die Geschichte hindurch immer unterschiedliche Ausprägungen derselben biologischen Grundmuster gab.

    Für mich interessant ist es jedoch heute. Wenn ich so kurz darüber nachdenke scheint es mir das erste Mal überhaupt zu sein, daß – gesellschaftlich konstruiert – zwei essentielle Triebe im Mann miteinander ringen.

    Selbsterhaltungstrieb vs. Fortplanzungstrieb

    Zum ersten Mal in der Geschichte ist es objektiv betrachtet von Nachteil eine Frau zu haben, Kinder mit ihr zu zeugen. War früher eine hübsche Frau zuweilen gar ein Statussymbol, wird heute ein Mann der schwanzgesteuerterweise hinter einem attraktiven Diktator herhechelt zusehends belächelt. Paul McCartney, Mel Gibson e.t.c. sie alle tun einem nur noch Leid, Tamagotichi ihrer Triebe.

    Wird spannend sein zu beobachten, welcher Trieb in the long run obsiegt.

    • @ Clochard

      *Selbsterhaltungstrieb vs. Fortplanzungstrieb*

      Dieser Zwiespalt betrifft aber nicht die Menschheit, sondern nur die sich in Dekadenz auflösenden Gesellschaften des Westens, die ihre Luxuria nicht verkraften und sich wie bekifft einem hedonistisch-nihilistischen Konsumismus ergeben, um den Schmerz der Leere, die Angst vor dem Nichts, zu betäuben, den der Verlust metaphyischer Hoffnungen hinterlässt.

      Das richtet sich selbst.

      Das stirbt aus.

      Ob die Kraft besteht, das noch aus eigenem Vermögen, eigener Einsicht zu korrigieren?

      Es sieht nicht danach aus.

      • „sondern nur die sich in Dekadenz auflösenden Gesellschaften des Westens, die ihre Luxuria nicht verkraften und sich wie bekifft einem hedonistisch-nihilistischen Konsumismus ergeben“

        Kulturkonservativismus ist etwas schreckliches. Es gibt keinen Nihilismus. Menschen behandeln einander im heutigen Westen besser, als in allen Epochen der Weltgeschichte.

        „Ob die Kraft besteht, das noch aus eigenem Vermögen, eigener Einsicht zu korrigieren?“

        Was sollte man denn korrigieren?

        • hallo adrian

          was ich sehe läßt mich zu einem anderen schluss kommen als du.
          hier ein bsp von heute.
          „British women explain what it is like to have muslims prepare their daughters for future rape“

          http://vladtepesblog.com/?p=53225

          wie kaputt unsere gesellschaft ist ist einfach daran abzulesen wie mit dem thema das der film anspricht umgegangen wird.

          heinz bischkowsky mit seinem buch ’neuköln ist überall‘ beschreibt auch sehr interessante aspekte.

          wie kaputt muß eine gesellschaft sein soetwas als bereicherrung zu bezeichnen?

        • @ Adrian

          Die Korrektur läuft doch längst, Adrian.

          Vor allem junge Frauen konvertieren.

          Zunächst.

          Sie suchen Sicherheit in einer prinzipienfesten Religion, die das Leben ordnet, gerade auch das Sexualleben.

          Sehr typisch.

          Das ist erst der Anfang, der Beginn einer Lawine.

          Erst rieselt nur ein wenig Schnee.

          Wenn die Zahl der Moslems eine kritische Masse überschreitet, die es erlaubt, großflächiegere Parallelgesellschaften auszubilden, wenn einheimische junge Männer (Ethnodeutsche) auf der Suche nach männlichem Stolz, den zu entwickeln ihnen eine femizentrisch-feministische Gesellschaft erschwert, den Islam als Quelle dieses Stolzes entdecken, der männlich-kämpferisch Sinn stiftet, dann geht die Lawine ab, dann konvertieren auch Männer in immer größerer Zahl und die Entwicklung gewinnt eine „männliche“ Wucht und Dynamik.

        • @ Roslin
          Und Du findest das gut? Offensichtlich freust Du Dich darauf, dass wir hier bald eine Theokratie haben.

          „wenn einheimische junge Männer (Ethnodeutsche) auf der Suche nach männlichem Stolz“

          Wenn einheimische Männer tatsächlich so etwas wie männlichen Stolz brauchen, weil sie sonst Fundi-Moslems werden, ist ihnen eh nicht mehr zu helfen. Dann ist das gesellschaftliche Problem tatsächlich der Mann.

          Es ist hochgradig albern, dem Feminismus die gesamte Schuld in die Schuhe zu schieben. So einflussreich ist er auch nicht, und seien wir mal ehrlich: auch mit einer Frauenquote könnte man leben.

        • @ Adrian

          Ich finde es nicht gut, halte aber die Entwicklung für unausweichlich.

          Eine Gesellschaft ohne religiösen Mörtel fällt auseinander.

          Oder sie muss mit Gewalt zusammengezwungen werden.

          Vernunft allein reicht nicht aus, um das notwendige Maß an Solidaritätsbereitschaft innerhalb einer so großen „Großfamilie“ wie sie eine moderne Gesellschaft darstellt, zu organisieren.

          Davon bin ich überzeugt, halte es nicht für Zufall, dass die Menschheitsgeschichte keine areligiösen Gesellschaften kennt.

          Wir wären das erste Beispiel, erleben jedoch nur, dass wenn eine Religion verschwindet, eine andere ihr Erbe antritt.

        • „Eine Gesellschaft ohne religiösen Mörtel fällt auseinander.“

          Du meinst also, es ist zwingend notwendig, dass jeder an Jesus als Erlöser glaubt? Oder an Mohammed? Oder an das Fliegende Spaghettimonster?

          „Vernunft allein reicht nicht aus, um das notwendige Maß an Solidaritätsbereitschaft…“

          Keine Ahnung wo Du lebst, aber ich empfinde unsere Gesellschaft als sehr solidarisch.

          „halte es nicht für Zufall, dass die Menschheitsgeschichte keine areligiösen Gesellschaften kennt.“

          Das halte ich auch für keinen Zufall, wenn man bedenkt wie unwissend die Menschheit im größten Teil ihrer Geschichte war.

          „erleben jedoch nur, dass wenn eine Religion verschwindet, eine andere ihr Erbe antritt.“

          Fuck Islam! Dieser Meinung ist eh die Mehrheit. Sie trauen es sich nur noch nicht zu artikulieren. Noch!

      • Dieser Zwiespalt betrifft aber nicht die Menschheit, sondern nur die sich in Dekadenz auflösenden Gesellschaften des Westens, die ihre Luxuria nicht verkraften und sich wie bekifft einem hedonistisch-nihilistischen Konsumismus ergeben …

        Des Meisters apokalyptische Visionen erinnern mich stets an Spenglers „Untergang des Abendlandes“. Oder Huxleys „schöne neue Welt“. Oder eine Mischung aus beidem.

        Ich kann Dich aber insofern beruhigen: Es gibt eine Menge Leute in Europa, die nicht in Saus und Braus leben. Allerdings gibt es eine beträchtliche Zahl von Schmarotzern, die ausschliesslich von Kapitalerträgen leben, die nur den von anderen erwirtschafteten Mehrwert abschöpfen und sonst gar nichts leisten (so von wegen Meritokratie). Einen Protagonisten, oder besser gesagt Lakaien dieser Schmarotzerklasse erleben wir momentan im amerikanischen Wahlkampf – Mitt Romney.

        • „Allerdings gibt es eine beträchtliche Zahl von Schmarotzern, die ausschliesslich von Kapitalerträgen leben, die nur den von anderen erwirtschafteten Mehrwert abschöpfen“

          Sämtliche Politiker, Beamte und Studenten.

        • @ Peter

          *Des Meisters apokalyptische Visionen erinnern mich stets an Spenglers “Untergang des Abendlandes”. Oder Huxleys “schöne neue Welt”. Oder eine Mischung aus beidem.*

          Korrekt.

          Eine Mischung aus beidem.

          Es sind übrigens keine apokalyptischen Visionen.

          Der Untergang einer dekadenten Zivilisation ist dramatisch-tragisch für ihre Teilnehmer, nicht aber für den großen, ganzen Rest der Menschheit.

          In 100 Jahren ist Europa so marginalisiert im Vergleich zu China, dass dort kein Sack Reis umfällt, wenn Europa implodiert.

          *ch kann Dich aber insofern beruhigen: Es gibt eine Menge Leute in Europa, die nicht in Saus und Braus leben. Allerdings gibt es eine beträchtliche Zahl von Schmarotzern, die ausschliesslich von Kapitalerträgen leben, die nur den von anderen erwirtschafteten Mehrwert abschöpfen und sonst gar nichts leisten (so von wegen Meritokratie).*

          Wieder korrekt.

          Eine Zivilisation verfault von oben.

          Es sind die Eliten, die jeglichen Sinn verloren haben jenseits eines materialistischen Leistungsbegriffes und dessen Belohnung durch „sinnstiftenden“ Konsum („Haste was, dann biste was!“. Leistungssport als neue „Religion“, der man Pilgerstätten baut).

          Es sind die Eliten (Wirtschaft, „Kultur“, „Geisteswissenschaft“, die den konsumistischen, nihilistischen Materialismus des Westens promovieren und propagieren, wo immer sie können, als Befreiung zum Nichts feiern.

        • Was ist so schlimm am „konsumistischen, nihilistischen Materialismus des Westens“?

          Was wäre Dein Gegenentwurf? Was wäre zu verbessern?

          Oder bist Du einfach nur sauer darüber, dass niemand mehr den Papst oder die Katholische Kirche als oberste Autorität anerkennt und verwechselst das mit Nihilismus?

        • @ Adrian

          *Was ist so schlimm am “konsumistischen, nihilistischen Materialismus des Westens”?

          Was wäre Dein Gegenentwurf? Was wäre zu verbessern?

          Oder bist Du einfach nur sauer darüber, dass niemand mehr den Papst oder die Katholische Kirche als oberste Autorität anerkennt und verwechselst das mit Nihilismus?*

          Um die Katholische Kirche mache ich mir keine Sorgen. Sie mag in Europa schwinden, weltweit wächst sie.

          Europa muss sich Sorgen machen.

          Mein Gegenentwurf ist die soziale Marktwrtschaft, die jedoch ohne eine Mindestanzahl religiöser Menschen, die jenseits materieller Anreize ihrem Leben Sinn zu verleihen verstehen, nicht überlebensfähig ist.

          Warum soll ich Opfer für andere bringen?

          Warum soll ich gut sein?

          Warum hat mein Leben Sinn?

          Fragen, die sich ohne religiöse Überzeugungen nur schwer positiv beantworten lassen.

          Der areligiöse Mensch ist vom Nihilismus bedroht, vom Sog des Nichts.

          Der Angst vor dem Nichts versucht er zu entgehen durch betäubenden, rauschhaften, sinnlosen Konsum, mittels ständiger, lärmender Bespaßung, die das Nachdenken über Sinnfragen abriegelt und so schützt vor der Wahrnehmung des schwarzen Loches, in dem jeder Areligöse verschwinden wird, für den es keine Dauer gibt, kein ewiges Leben, nur dieses Leben, das alle Hoffnungen erfüllen muss und doch mit einer letzten, totalen Niederlage enden wird, die Auslöschung bedeutet.

          Die Kosten dieses Dauerrausches sind allein schon aus ökologischen Gründen nicht verallgemeinerungsfähig.

          Unser Lebensstil, auf alle Menschen ausgeweitet, bedeutete den Ruin dieses Planeten binnen kurzer Zeit.

          Dem können nur Menschen entsagen, die fähig sind, ein Leben mit dramatisch reduziertem Konsum als sinnvoll zu erleben, die keine Angst davor haben, aus der Konsumnarkose aufzuwachen, weil sie den Tod nicht fürchten, die Sinnfrage sinnvoll beantworten können, sie nicht verdrängen müssen, weil sie keine Antwort haben.

          Wie das ohne Religion möglich sein soll, sehe ich nicht.

          Darum halte ich areligiöse Gesellschaften für dem Untergang geweiht.

          Sie verzehren sich selbst.

          • @roslin

            „Warum hat mein Leben Sinn?“

            hat es nicht.
            https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/31/der-sinn-des-lebens/

            „Wie das ohne Religion möglich sein soll, sehe ich nicht. Darum halte ich areligiöse Gesellschaften für dem Untergang geweiht. Sie verzehren sich selbst.“

            Das siehst du bei den meisten Leuten in zB Deutschland eigentlich heute schon. Die Anzahl der tatsächlich religiösen ist hier ja relativ gering und bei den jungen Menschen noch geringer. Wenn jemand eine Entscheidung mit „Weil Gott es so will“ begründet, dann wird er denke ich heute eher komisch angeschaut, es gilt nicht mehr als der Maßstab der Dinge.Auch religiöse Wertungen brauchen eine Abstützung außerhalb der Religion um als gerecht zu gelten. Homosexualität ist da ein gutes Beispiel: Wir lehnen die religiösen Regeln der Bibel zum Umgang mit Homosexuellen ab, weil sie unmoralisch sind. Ebenso wie wir die in der Bibel erlaubte Sklaverei ablehnen oder den dort veranstalteten Massenmord im Namen Gottes.
            Himmel und Hölle sind glaube ich für die meisten Menschen sehr abstrakte Konstrukte, die vielleicht etwas die Angst vor dem Tod nehmen, aber nicht unbedingt ihr Leben bestimmen.

            Der Leviathan hat übernommen und gesellschaftliche Regeln und moralische Vorgaben können auch außerhalb der Religion bestehen. Einfach, weil sie als Regelung des Zusammenlebens erforderlich sind und wir als soziale Tiere auch bestrebt sind, ein soziales Zusammenleben zu erreichen.

        • Meiner Meinung nach sind Sinnfragen nur für die Menschen wichtig, die selbst keinen Sinn im Leben sehen. Gibt Religion denn Antworten auf Sinnfragen? Habe ich noch nicht bemerkt. Im Allgemeien diktiert Religion ja immer nur, was man zu tun udn zu lassen hat.

          „Wie das ohne Religion möglich sein soll, sehe ich nicht.“

          Ich kann das ganz gut.

          „Warum soll ich Opfer für andere bringen?“

          Gute Frage. Für wen? Welches Opfer? Und warum eigentlich überhaupt?

          „Warum soll ich gut sein?“

          Damit andere gut zu mir sind.

          „Warum hat mein Leben Sinn?“

          Überflüssige Frage. Du lebst, also mach das Beste draus.

      • @ Roslin
        Mal sehen. Feminismus ist einer der größten „Exportschlager“ des Westens, obwohl der Vergleich hinkt, da Exporte auf der Seite des importierenden Landes freiwillig erfolgen, wohingegen Feminismus über die UNO aufgezwungen wird (so etwa über die Androhung der Streichung von Entwicklungshilfe).

        Aber, und das ist im Moment noch das Positive, kann Mann sich (derzeit) ein schönes Leben machen ohne Repressalien wegen Frauen-Abstinenz und Kinderlosigkeit befürchten zu müssen, von der unerwünschten Zwangs-quersubventionierung einmal abgesehen.

        Im Zeitverlauf schwindet (nicht zuletzt auch bei mir selbst) die Bereitschaft mit seiner Arbeitskraft ein System zu finanzieren, welches die bereitgestellten Mittel – nebst anderen Unerträglichkeiten – dazu benutzt, den (Mit-)Financier unterzubuttern.

        • @ Clochard

          *Im Zeitverlauf schwindet (nicht zuletzt auch bei mir selbst) die Bereitschaft mit seiner Arbeitskraft ein System zu finanzieren, welches die bereitgestellten Mittel – nebst anderen Unerträglichkeiten – dazu benutzt, den (Mit-)Financier unterzubuttern.*

          Das geht nicht nur Dir so.

          Auch vielen Männern, die zu Unterhaltsleibeigenen ihrer Exen geworden sind, wird die Leistungsmotivation fehlen.

          Desgleichen immer mehr Männern in den Bereichen, die quotiert werden und die feststellen, dass sie dem falschen, nicht zu fördernden, dem zu behindernden Geschlecht angehören.

          Warum da noch mit Volldampf arbeiten?

          Man setzt sich doch nur dem Vorwurf aus, nach hegemonialer, Frauen/Minderheiten/Fauna und Flora ausbeutender Männlichkeit zu streben – wenig motivierend all das, damit Teil des Niederganges des Westens, der nur noch durch Verschuldung und immer noch mehr Schulden kaschiert wird.

        • @ Peter : Bei mir sind das eher Heinisch-Hosek, Eva Glawischnig oder Barbara Prammer, aber die Namen sind da ohnehin austauschbar. Gehirntote Ideologen bleiben gehirntote Ideologen bleiben gehirntote Ideologen……………………….

        • @ Clochard

          Aber die Namen sind viel schöner, absolut pauerwummenmäßig: Heinisch-Hosek, noch besser Prammer, das ist fast so gut wie Trömmel-Plötz.

        • @ Roslin :
          Zitat :
          Desgleichen immer mehr Männern in den Bereichen, die quotiert werden und die feststellen, dass sie dem falschen, nicht zu fördernden, dem zu behindernden Geschlecht angehören.
          Zitatende

          Das ist wahr. Ich arbeite gerade an einer Liste von österreichischen Privatunternehmen die offensiv mit Frauenförderung werben und gedenke diese dann aktiv zu verbreiten. Männliche High-Potentials sollen frühzeitig erkennen können, in welchen Unternehmen sie faire Chancen erhalten und in welchen nicht. Sollen die Arisierer sich doch dann mit den Pauwerwummen glücklich schätzen. DIe anderen werden sich über die High -Potentials freuen. Die Zeit wird zeigen, wie es ausgeht. 😉

  5. „Ein anderes Beispiel wäre Kleidung. Geht man davon aus, dass es biologisch abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale gibt und eines davon ist, dass Frauen Männer mit einem hohen sozialen Status attraktiv finden, dann bietet es sich an über die Kleidung diesen hohen Status wiederzugeben.“

    Ich bin mit diesem Statusbegriff immer noch nicht glücklich. Stimmst du mir zu, dass in einer Gesellschaft gleichzeitig ein Anzugträger Status wiedergeben kann, gleichzeitig aber auch ein Typ mit ungewaschenen Haaren und zerrissener Jeans?

    • @Robin

      „Stimmst du mir zu, dass in einer Gesellschaft gleichzeitig ein Anzugträger Status wiedergeben kann, gleichzeitig aber auch ein Typ mit ungewaschenen Haaren und zerrissener Jeans?“

      Ja, Status hat mehrere Komponenten. Einmal eine gesellschaftliche Betrachtung, bei der wir wissen, was gesellschaftlich als Statuskleidung angesehn wird: Da gilt der Anzug als ein gewisses Zeichen für einen „höheren Bürojob“ (es ist ein relatives Zeichen, es tragen ja auch bankauszubildende Anzüge, aber ich denke es ist klar, was gemeint ist), ähnlich wie die Adeligenkleidung ein Zeichen für ihren Adelsstand war.

      Natürlich kann ein Punk Anzüge ablehnen und für elendige Spießer halten und ihnen abweichend von der Gesellschaft einen geringen Status zubilligen. Er kennt dann aber dennoch den gesellschaftlich zugewiesenen Status erkennen.

      Ich hatte etwas zu Subjektivität von Status in Bezug auf eigene Wertvorstellungen hier ausgeführt:
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/01/04/sozialer-status-und-evolution/
      (allerdings eher in Bezug auf Attraktivität, aber es wäre dem Grunde nach auf intrasexuelle Konkurrenz übertragbar, wobei da die gesellschaftliche Zuweisung vielleicht eine höhere Gewichtung hat)

      Der Typ mit ungewaschenen Haaren und zerrissener Jeans kann Status haben, die sich entweder nicht in seiner Kleidung ausdrückt oder die Kleidung kann sogar als „costly Signal“ stehen: Ich bin so cool, ich kann auch in zerissenen Jeans und mit ungewaschenen Haaren toll sein (daraus kann sich dann wieder ein gesellschaftlicher Stil entwickeln etc)

  6. Pingback: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl | Alles Evolution

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