„Brainwash“ von Harald Eia („The Gender Equality Paradox“)

Gerade stark durch die Blogs gehen die Videos von Harald Eia, einem norwegischen Komiker und Soziologe, der in einer ernsten Reportage einiges zur menschlichen Natur darstellt und dabei insbesondere die Vertreter gesellschaftlicher Begründungen und die Vertreter biologischer Begründungen gegenüberstellt.

Es handelt sich um eine Beitragsreihe bestehend aus 7 Videos, die inzwischen auch bei Youtube zu finden sind:

1. Brainwash – The Gender Equality Paradox

2. Brainwash – The Parental Effect

3. Brainwash – Gay/Straight

4. Brainwash – Violence

5. Brainwash – Sex

6. Brainwash – Race

7. Brainwash – Nature or Nurture

Gerade das erste Video hat aus naheliegenden Gründen in den feminismuskritischen Kreisen einiges an Beachtung bekommen. Ich empfehle die anderen ebenso.

Zunächst einmal: Ich liebe den Klang des norwegischen. Es hat eine ganz eigene Melodie, eine Schwingung in dem Gesprochenen, die sich für mich sehr schön anhört.

Aber das nur nebenher: Interessant an dem ersten Video ist gerade, dass man merkt, dass die Forscher des Genderinstituts klassisch feministisch nur die eigenen Theorien für maßgeblich halten und sie nicht mit dem übrigen Forschungsstand abgeglichen haben. Sie sind erkennbar nicht auf Gegenargumente vorbereitet („TotalRej“ lässt grüßen) und kommen deswegen ins Stottern. Man merkt bei ihren Erwiderungen, dass sie bereits die Fragen für ein Verbrechen, für unwesentlich, für falsch halten, weil sie eben auf den falschen Weg führen, weg von der reinen Lehre und sie sich daher gar nicht erst mit ihnen beschäftigen wollen. Die Ideologie, dass alles gesellschaftlich begründet ist, ist aus ihrer Sicht unangreifbar wahr, und das lässt sie sehr schlecht aussehen, zumal mal eben mehrmals dabei erwischt werden, dass sie keine Ahnung haben, etwa wenn sie angeben, dass es keine Studien gibt, die eine biologische Sicht stützen oder ihre Antworten erkennen lassen, dass sie unabhängig von jeder Studie an ihrer Meinung festhalten werden und an die Sache nicht mehr objektiv herangehen können. Die übrigen Forscher wirken hingegen sachlich und abgeklärt.

Genial finde ich Eias Art, die Forscher zu befragen. Er nickt, er gibt Bestätigung, animiert sie zum weiterreden, schafft es, sie am reden zu halten. Andere wären vielleicht zu früh zu konfrontativ geworden und dann hätte man vielleicht die Antworten nicht so umfangreich bekommen.

Natürlich bleibt die Serie an der Oberfläche und ist in einigen Fällen sehr ungenau, etwa wenn er den Ausführungen der Genderwissenschaftler zum Umgang mit Kindern die Schilderungen seiner Mutter gegenüberstellt, die ja eher einen Einzelfallcharakter haben und bei denen man ein unterbewusstes geschlechtsbezogenes Behandeln nicht ausschließen kann. Die Qualität des Beitrages liegt aber darin, dass man einen subjektiven Eindruck erhält, wer die besseren Argumente hat, einfach, weil man die Reaktion der Genderforscher sieht, die keine Ahnung vom Thema haben und unsicher werden, obwohl eigentlich genau dies ihr Spezialgebiet ist, auf dem sie die entsprechenden weithin bekannten Studien gelesen haben sollten.

Der erste Beitrag soll in Norwegen zu starken Debatten geführt haben. Eine Folge soll die Streichung von Fördergeldern, wohl 56 Millionen Kronen, für das Gender Institut gewesen sein, was zu dessen Auflösung führte (hat jemand da eine Quelle zu?).

  1. Wie findet ihr die Beiträge?
  2. wenn ihr sie gut findet: Wie bekommt man sie ins deutsche Fernsehen?

123 Gedanken zu “„Brainwash“ von Harald Eia („The Gender Equality Paradox“)

    • Es ist schon irgendwie komisch, dass
      man in den deutschsprachigen Medien
      bis jetzt nichts davon gesehen hat.
      Sonst vernimmt man ja sofort wenn
      in China ein Reissack umfällt.
      Interessant ist auch der Rundumschlag
      gegen den ganzen PC Schwachsinn.
      Nicht schön für die Facherde-Menschen.
      Zudem finde ich die Videos insgesamt
      sehr gut gemacht und unterhaltsam.
      Also unbedingt die hiesigen Medien
      nerven.

    • Ich denke, es wird schwierig, die deutschen Medien dafür zu interessieren. Denn letztlich ist die Genderperspektive den meisten Journalisten fremd. In den Medien präsentiert sich, wenn, dann ein ganz einfach gestrickter Feminismus, aber keinesfalls die Idee der sozialen Konstruktion von Geschlechtern. Das hat zu wenig Anschluss an den Common sense und deshalb dürfte es auch keinen Nachrichtenwert haben, was Eia da in Norwegen gemacht hat.

      Mal am Rande ein Blog-Tipp zum Thema Gender und Judith Butler, die in diesem Beitrag kritisiert wird:
      http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/09/08/adorno-preis-fur-die-feministische-gender-ikone-judith-butler-ein-skandal/

      • @Michaellohmann

        Ich denke auch in Norwegen haben die wenigsten „normalen Leute“ wirklich etwas mit den Gendertheorien zu tun. Die meisten Menschen interessieren sich aber für das Thema „Mann und Frau“ und die Bücher, gerade auch die popuklärwissenschaftlicheren dazu scheinen sich ja auch gut zu verkaufen. Ich denke das könnte auch in Deutschland eine Debatte auslösen.

        Jetzt muss man nur noch einen Sender finden, der diese auch haben und lostreten möchte. Wenn das in Skandinavien gelingt, dann müßte das doch in Deutschland auch möglich sein.

  1. Das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen. Damit ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie)

  2. Die Streichung der „Genderwissenschaft“ ist ein geniales Argument, das sich anbringen lässt wenn mal wieder von den ach so „fortschrittlichen“ Skandinaviern die Rede ist – hier sind sie es mal wirklich!

    Wo du die Bloggersphäre erwähnst: kannst du ein paar feministische Artikel / Reaktionen zu Eia und die Streichung der Mittel posten, auch deutschsprachige?

  3. @Christian

    Wie stellst du dir die Mailingaktionen vor?
    Ich würde gern mitmachen, einen Versuch wär’s wert, auch wenn’s nicht klappt.

    Es wäre gut, wenn man bekannte Leute für die Idee gewinnen könnte.

      • Es wäre vielleicht sinnvoll, ein wenig zu recherchieren, was in den Öffentlich-rechtlichen bisher so gelaufen ist. Als Argumentationshilfe. Ich wüsste aus dem Stegreif aber nicht, wie man das recherchiert. Man kann natürlich auch auf die Resonanz der Brainwashing-Reihe im Netz hinweisen.

    • @Christian

      Ich wäre auch dabei. Ich bin schon lange der Meinung, dass die Gendermainstreaming-Agenda endlich etwas breiter diskutiert werden sollte und das Vorzeigebeispiel Norwegen ist interessant.

  4. Ich finde es interessant wie die Vertreter der „Alles sozial“-Position recht schnell von der Argumentativen Seite weg hin zur persönlichen („Warum machen die solche Studien?“ „Warum wollen die biologische Unterschiede finden?“) überwechseln. Als sei bereits das Interesse dafür verwerflich oder ein Zeichen, dass man böses im Sinn hat.

    • “Warum machen die solche Studien?” “Warum wollen die biologische Unterschiede finden?”

      Dieses Argumentationsmuster finde ich auch absolut bemerkenswert. Ich meine, ich habe das schon häufiger gehört. „Was treibt diese Leute bloß, ständig biologische Studien durchzufüren?“ – Aus so einem einzelnem Satz sprechen echt Bände. Da ist es schon fast egal, dass die Interviews verkürzt wurden. So ein Satz bingt wirklich alles auf den Punkt – die ganze Wissenschaftsfeindlichkeit, das völlige Unverständnis darüber, dass auch die Biologen sich für menschliches Verhalten interessieren. Die Angst der Soziologen davor, dass man ihnen ihre Spielwiese nimmt.

      • Ich hatte auch das Gefühl, dass eine Angst dahintersteckt, dass wenn man wirklich zugibt dass es biologische Unterschiede gibt, der nächste Schritt gleich wieder „Frauen an den Herd!“ sein könnte – dabei sind es doch nur Tendenzen. Wenn ein Mann ein guter Krankenpfleger ist oder eine Frau eine gute Ingeneurin wird denen doch keiner die Kompetenz absprechen nur weil im Schnitt die Interessanslagen anders sind.

        • “Frauen an den Herd!”

          Ja, ich denke auch, dass das als logische Konsequenz wahrgenommen wird. Offenbar hilft auch das Gegenargumentieren nicht, da bleibt immer ein großes Misstrauen.

          Ich finde die Angst übrigens nicht in jeder Hinsicht unberechtigt. Es gibt bestimmt so einige Prolls, die jeder Blondine „Boah!“ hinterherrufen und die dann auch die obengenannte Floskel raushauen. Und da mögen auch einige biologische Erkenntnisse dankbar aufgegriffen werden. Vielleicht sollte man auch mal diskutieren, wie man dem entgegenwirken kann. Aber es ist auch beleidigend, wenn einem grundsätzlich ein solches primitives Denken unterstellt wird. Ausgerechnet bei solchen Leuten, die tagtäglich über Studien brüten, ist das abwegig.

          • Es hilft halt nix, wenn man Fakten einfach wegleugnet… was wäre die umgekehrte (Extrem)Konsequenz? Dass nun Frauen aus „Solidarität“ in Berufe sollen, die sie weniger interessieren? Oder jede Frau mindestens ein „typisch männliches“ Hobby ausüben muss? Oder dass Hausfrauen in Zukunft als Verräterinnen geächtet werden? Das ist doch auch keine Freiheit :/

        • Zumindest sollten sich die Feministinnen nicht so verbarrikadieren. Auch die biologischen Fakten können ja nur Impulse für die Diskussion geben und keine fertigen Antworten. Ich glaube schon, dass es auch Gründe für die Auflösung bestimmter Ausprägungen der heutigen Geschlechterrollen gibt. Ich persönlich hab immer etwas gelitten unter der ständigen Anforderung, selbstsicher und männlich aufzutreten. Aber ich kann meine eigene Persönlichkeit nicht zum Maßstab machen. Es läuft also auf einen gesellschaftlichen Aushandelungsprozess hinaus. Deshalb ist die Wagenburgmentalität der Feminist(in)en auch so schädlich. Im Grunde geben sie ihren Kampf damit verloren.

          Die gesellschaftlichen Möglichkeiten dürfen auch nicht überschätzt werden. Wir leben heute in einer von Naturwissenschaften und Technik dominierten Welt, aber die Disziplin für naturwissenschaftliches Arbeiten bringen nach wie vor nur wenige auf. Auch das Auflösen der Geschlechterrollen würde eben nicht nur Freiheiten bringen, sondern auch viel Disziplin und Entsagung erfordern. Wann das gewünscht ist und wann nicht, ist eine schwierige Frage, da müssen alle gleichermaßen gehört werden.

          Ich habe es als kleines Kind schon gemocht und genossen, wenn Mädchen in Kleidchen rumliefen. Für Transsexuelle wäre es vielleicht besser, wenn alle Kinder Unisex-Klamotten trügen. Aber wir verzichten ja auch nicht auf die Farben Rot und Grün wegen der Rot-Grün-Blinden. Man könnte viel ändern und vieles lassen, die Entscheidungen werden letzlich von der Gesellschaft insgesamt getroffen.

          • Letztlich macht unser Geschlecht doch ziemlich wenig von unserer Persönlichkeit aus. Ich bin nicht nur so wie ich bin weil ich eine Frau bin… ich bin auch so weil ich aussehe wie ich aussehe, Einzel- oder Geschwisterkind bin, einen hohen IQ oder einen weniger hohen IQ habe, in der Zeit geboren wurde in der ich geboren wurde, Vorbilder hatte, Freunde, etc.
            Wie viele Leute wählen ihren Beruf aus weil sie ein Vorbild haben, das den gleichen Beruf ausübt? Oder weils Tradition in der Familie ist? Oder weil eben grade dafür ein Ausbildungsplatz frei war? Das Geschlechterthema ist im Vergleich zu allem was uns beeinflusst so verschwindend gering…..

        • @erzählmirnix

          Du schreibst:

          Letztlich macht unser Geschlecht doch ziemlich wenig von unserer Persönlichkeit aus

          Kommentar:

          Kommt immer auch darauf an, wie viel Bedeutung Du ihm selbst auch zumisst.
          Aber ich denke schon, dass Geschlecht eine wichtige Kategorie ist. Also in der Regel sind in der Soziologie die folgende Strukturkategorien meist sehr bedeutungsvoll, wenn geschaut wird, weshalb gewisse Populationen ähnliche Verhaltensweisen entwickeln oder ähnlichen Struktureigentümichkeiten unterworfen sind, das sind meist folgende Kategorien:

          – soziale Schicht/Klasse/soziale Milieus
          – Stadt/Land; Zentrum/Peripherie im Weltmassstab
          – Ethnie/Kultur/Nationalität/Konfession
          – Geschlecht
          – Krankheit/Gesundheit
          – Alter/Altersgruppen/Kohorten

          • Klar, aber wie viel sagen sie tatsächlich aus? Wenn über 1000 Personen die Unterschiede signifikant wurden bedeutet das nicht, dass die Unterschiede auch GROSS sind. Und persönliche Biographien, die letztlich viel mehr aussagen, kannst du nicht so einfach messen.

        • Letztlich macht unser Geschlecht doch ziemlich wenig von unserer Persönlichkeit aus.

          Sehe ich persönlich anders. Obwohl ich nicht gerade ein Schürzenjäger bin, beobachte ich mich ständig dabei, Frauen „abzuchecken“, mehr oder weniger vertohlen. Auch die Neigung, bei technischen Fragen eher den Verkäufer als die Verkäuferin anzusprechen – solche Strereotypien spielen in meinem Alltag schon eine Rolle. Aber es ist nur natürlich ein Teil der Persönlichkeit, der durch viele andere Dinge überspielt wird.

        • @ Chomsky

          *Der Mensch ist veränderlich durch Sozialisation und genau deshalb, weil er veränderlich ist, ist es gerechtfertigt, dass wir ihn gegen seinen Willen umerziehen.M.E. wäre eine solche Ideologie nicht besonders erfolgreich.*

          Ist das Dein Ernst?

          Nie etwas von Stalinismus/Maoismus gehört?

          Umerziehung durch Arbeit?

          Wobei Millionen und Abermillionen „Umschüler“ umkamen?

        • @Roslin

          Bring mir Stellen im Stalinismus, Leninismus, Trotzkismus, Maoismus wo folgende Legitimationsgrundlage postuliert wurde:

          „Der Mensch ist veränderlich und deshalb haben wir das Recht, ihn gegen seinen Willen umzuerziehen.“

          Die Legitimationsgrundlage für eine repressive Gesellschaftspolitik war doch wie folgt: Die Güter und die gesellschaftlichen Partizipationmöglichkeiten sind durch Repression/Machtverhältnisse von einer ausbeuterischen Klasse monopolisiert worden (insbesondere bedingt durch eine gewisse politische Ökonomie [Basis] und die dadurch hervorgebrachte Ideologien [soziale, politische Ordnung]), deshaslb ist quasi eine Diktatur des Proletariats oder eine Kulturrevolution gerechtfertigt.

          • @Chomsky

            Du meinst doch nicht ernsthaft, dass es im Stalinismus, Leninismus, Trotzkismus, Maoismus keine Pläne und Umsetzungen einer Umerziehung hin zum „besseren, im System verwurzelten , dieses unterstützenden Menschen“ bei Versuch der Austreibung entgegenstehender Tendenzen gegeben hat?

        • @erählmirnix

          Du schreibst:

          Klar, aber wie viel sagen sie tatsächlich aus? Wenn über 1000 Personen die Unterschiede signifikant wurden bedeutet das nicht, dass die Unterschiede auch GROSS sind. Und persönliche Biographien, die letztlich viel mehr aussagen, kannst du nicht so einfach messen.

          Kommentar:

          Ich bin kein Freund, der Qualitatives und Quantitatives, Struktur- und Ereignisgeschichte oder Individuum und Gesellschaft als Dichotomie sieht. Ich halte also auch nicht viel davon, die einzelne Biografie eines Individuums oder die Struktureigentümlichkeiten, denen ein einzelnes Indivduum unterliegt, gegeneinander auszuspielen.

          Du kannst das z.B. bei der Lebenserwartung gut studieren: Es ist Fakt, dass Menschen aus unteren Schichten eine deutlich kürzere Lebenserwartung haben. Natürlich gibt es einzelne Individuen aus der unteren Schicht, die 90 Jahre und älter werden, aber die Struktureigentümlichkeiten beeinflussen im Durchschnitt die Lebenserwartung der Menschen. Wenn Dein Vater mit 55 Jahren stirbt und nicht erst mit 90 Jahren, dann hat dies eben ev. doch einen grossen Einfluss auf Deine Biografie.

        • @ Christian

          „Du meinst doch nicht ernsthaft, dass es im Stalinismus, Leninismus, Trotzkismus, Maoismus keine Pläne und Umsetzungen einer Umerziehung hin zum “besseren, im System verwurzelten , dieses unterstützenden Menschen” bei Versuch der Austreibung entgegenstehender Tendenzen gegeben hat?“

          Wenn damit eine Umerziehung zur Gleichheit gemeint sein soll, dann bestreite ich das sogar ganz entschieden.

          Das ist die übliche neoliberal/konservative Diskursstrategie Umerziehungsmaßnahmen totalitärer Systeme, die nichts anderem als der Stabilisierung der Herrschaft der jeweiligen Machteliten (also der Stabilisierung von Ungleichheit) dienen, auch noch ernsthaft als „Versuche der Herstellung von Gleichheit“ verkaufen zu wollen, um dann gegen die Gleichheit als einen zentralen Wert politischen Denkens lospoltern zu können.

          Eine diktatorische Regierung gibt ihre Macht niemals freiwillig ab. Egal ob man zu diesem Thema eine rein soziologische Perspektive einnimmt (das Sein bestimmt das Bewusstsein) oder eine evolutionär-psychologische (hohe Statuspositionen aktivieren evolutionär-psychologische Mechanismen zum Erhalt dieser Positionen) – die Annahme, Umerziehungsmaßnahmen im Realsozialismus/Staatskapitalismus hätten die menschliche Gleichheit, ein sozialistisches Gleichheitsideal, die Ermöglichung des „Absterbens des Staates“ etc. zum Ziel gehabt, sind komplettter Unsinn.

          Eine Umerziehung hin zur Gleichheit hat es im Realsozialismus/Staatskapitalismus nie gegeben! Eine Erziehung und Umerziehung zum Gehorsam, die gab es natürlich – wie es sie in jeder Diktatur in der einen oder anderen Weise gibt.

        • @ Leszek
          „Eine Umerziehung hin zur Gleichheit hat es im Realsozialismus/Staatskapitalismus nie gegeben!“

          Hast Du im Realsozialismus gelebt?

          Im Übrigen verstehe ich nicht, was an Gleichheit so erstrebenswert ist.

          „ein sozialistisches Gleichheitsideal“

          Was immer das sein soll.

        • @Adrian

          Du schreibst:

          Im Übrigen verstehe ich nicht, was an Gleichheit so erstrebenswert ist.

          Kommentar:

          Also, wenn mich meine Wahrnehmung nicht täuscht, dann sind auch quasi auch die Liberalen jeglicher Couleur im Durchschnitt dafür, dass Chancen g l e i c h h e i t ein erstrebenswertes Ziel oder eine erstrebenswerte Norm ist.

        • @Adrian

          Du schreibst:

          Aber der durchschnittliche Linke meint ja immer mehr als nur Chancengleichheit.

          Kommentar:

          Ja, kann sein, dass der durchschnittliche Linke Ergebnisgleichheit meint. Ergebnisgleichheit halte ich übrigens auch für problematisch, aber das wäre eine andere Diskussion.

          Aber: Das Prinzip der Chancengleichheit (oder Rechtsprinzip) kann eben vom Machtprinzip konterkariert werden durch die vielberühmten und berüchtigten „strukturellen“ Faktoren. Soll heissen: Das was z.B unter Seilschaften, Netzwerke, Männerfreundschaften (in Zukunft ev. auch Frauenfreundschaften) subsumiert wird, kann eben das Prinzip der Chancengleichheit (Rechtsprinzip) unterminieren; selbstverständlich kann es auch noch ganz andere Mechanismen geben.

      • @stefle

        Du schrebst:

        Die Angst der Soziologen davor, dass man ihnen ihre Spielwiese nimmt.

        Kommentar:

        Ev. solltest Du Soziologie nicht mit Genderwissenschaft gleichsetzen, falls Du das machen solltest.
        Das heutige dominante Paradigma in der Genderwissenschaft besteht vor allem aus Sozialpsychologie, der interaktionistischen/interpretativen Soziologie und Poststrukturalismus, was m.E. eher eine philosophisch-linguistische Disziplin ist. Nur widerspiegelt die interpretative/interaktionistische Soziologie längst nicht das gesamte Spektrum der Sozioiologie.

        Abgesehen davon gibt es u.a. einen einflussreichen Zweig in der Soziologie, die Kritische Theorie, welche nicht nur Soziogenese, sondern eben auch Psychogenese miteinbezieht und mit der Trieblehre doch ganz stark auf Onto- und Phylogenese rekurriert. Abgesehen davon, dass gewisse Spielarten der Sozialisationforschung sehr wohl ein multidisziplinäres Modell gebrauchen, wo eben gleichermassen endogene wie exogene Faktoren berücksichtigt werden.

        Und zu guter Letzt: Die Soziologie ist ja nun nicht die einzige Sozalwissenschaft, sondern daneben gibt es noch einige andere Disziplinen wie Politikwissenschaft, Ethnologie, Psychologie, Ökonomie etc.

        Aber ich glaube kaum, dass die Sozialwissenschaft Angst davor hat, dass die Biologie ihr gewisse Themen streitig macht, sondern es ist viel eher der Abwehrreflex vorhanden, dass eben Biologie immer wieder dazu gebraucht wurde, um gewisse soziale Ordnungen zu legitimieren und damit Machtverhältnisse zu kaschieren/eskamotieren.
        Deshalb: „Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste“! 🙂

        • Ich hatte schon überlegt, den Satz zu ergänzen: „Zum Glück gibt es auch ernünftige Soziologen“.

          Ich halte die soziologische Forschung übrigens für extrem wichtig, da sie ja die naturwissenschaftliche ergänzt. (Ich nehme z.B. an, dass sich die früher auch bei uns übliche Zwangsverheiratung sich nicht gut evolutionsbiologisch erklären lässt, denn die Evolutionsbiologie geht ja davon aus, dass Frauen durch ihre selbständige Partnerwahl einen Selektionsdruck ausüben. Nur mal grob dahergesagt, ich hab da jetzt nicht lange drüber nachgedacht. Ich will nur sagen: Ohne Soziologie geht’s nicht.)

          sondern es ist viel eher der Abwehrreflex vorhanden, dass eben Biologie immer wieder dazu gebraucht wurde, um gewisse soziale Ordnungen zu legitimieren und damit Machtverhältnisse zu kaschieren/eskamotieren.
          Deshalb: “Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste”!

          Diese Argumentation finde ich ganz furchtbar, dann man hat nicht die geringste Chance, dagegen anzukommen.

        • @Chomsky
          dass eben Biologie immer wieder dazu gebraucht wurde, um gewisse soziale Ordnungen zu legitimieren

          Nur die Biologie? Du meinst, die Sozialwissenschaften sind vor solchen Fehlentwicklungen gefeit? Und darum ist es deren vornehme Pflicht, über die Biologen (die ja immer gern mit dem Feuer spielen) zu wachen und sie gegebenenfalls in die Schranken zu weisen?

        • @Stephan Fleischhauer

          Du kannst aber schon unterscheiden zwischen „wachsam sein“ und „in Schranken zu weisen“ – oder? Nun: Prinzipiell lässt sich wohl jegliche Wissenschaft für ideologische Zwecke einspannen: Der Mensch ist erfinderisch. 🙂

          Nur kenne ich bis jetzt noch keinen Rassismus, der quasi die Veränderlichkeit des Menschen als Legitimationsgrundlage für Diskriminierung und Rassimus heranzieht. Also ich kenne den biologischen Rassismus und den Neo-Rassismus, der zwar auch Kulturalismus genannt wird, aber das entscheidende ist eigentlich beim Neorassismus/Kulturalismus, dass die Unveränderlichkeit des Menschen, wie beim biologischen Rassismus, postuliert wird. Das ist die Legitimationsgrundlage für Diskriminierung. Natur wurde einfach durch Kultur ausgetauscht, weil Natur eben zu fest diskreditiert war.

          Wenn der Mensch veränderlich ist, welcher Rassismus könnte sich denn hier daraus entwickeln. Oder welche Legitimationsgrundlage wäre erfolgreich, wenn postuliert wird, dass der Mensch veränderlich ist durch Sozialisation?

          Nur kenne ich eben keine Ideologie, die postuliert hat: Der Mensch ist veränderlich durch Sozialisation und genau deshalb, weil er veränderlich ist, ist es gerechtfertigt, dass wir ihn gegen seinen Willen umerziehen.M.E. wäre eine solche Ideologie nicht besonders erfolgreich. Wer lässt sich schon gerne gegen seinen eigenen Willen umerziehen? Ich würde also behaupten: Eine solche Legitimationsstrategie ist m.E. sind sonderlich als Ideologie geeignet.

          Die Frage stellt sich also: Was eignet sich gut, um eine soziale Ordnung, die in ihren Grundzügen repressiv ist, am besten legitimieren zu können und offenbar hat sich die Legitimationsstrategie der Biologisierung oder Unveränderlichkeit des Menschen als besonder gut dafür herausgestellt in der Geschichte.

        • Und? Was hat deine Wachsamkeit so zutage gefördert? Ist der „Abwehrreflex“ (wie du es nennst) gegenüber evolutionspsychologischen Sichtweisen gerechtfertigt? Ist das immer noch Legitimationsgrundlage für Diskriminierung? Und wenn ja, ist diese Diskriminierung so weitverbreitet, dass man hier „reflexartig“ reagieren muss?

        • @ S. Fleischhauer

          Es ist die Frage, ob und inwieweit Zwangsverheiratung das Selektionsvermögen der Frau außer Kraft setzt.

          Erstens wurde nur ein kleiner Teil der Frauen/Männer zwangsverheiratet – nur in den Familien, wo viel zu vererben war, wo es nur wenige adäquate Ehepartner gab, regierende Häuser, sehr reiche Bauernfamilien in einem Dorf, reiche Handesldynastien.

          Schon die kleine Gräfin, für die sich relativ viele gleichrangige, ähnlich reiche, ähnlich mächtige Bewerber finden ließen, hatte Auswahl, schließlich waren auch die Eltern daran interessiert, dass die Kinder keine Partner auf’s Auge gedrückt bekommen, die sie völlig verabscheuen.

          Das hätte zu wenig Nachkommen oder dem vollständigen Scheitern der Ehe führen können.

          Familien, die nichts zu vererben hatten – die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung – hatten gar keinen sonderlichen Anreiz, Kinder zwangszuverheiraten – je weiter man nach unten kommt, desto größer die Auswahl gleichrangiger oder höherrangiger potentieller Partner.

          Außerdem kommt über die Eltern auch bei Auswahl der Partner allein durch die Eltern der Geschmack beider Geschlechter zum Tragen (der Bräutigam muss dann eben der Mutter gefallen, z.B.).

          Wenn man bedenkt, dass wesentliche Persönlichkeitszüge (Big Five) zwischen 40-50 % erblich bestimmt sind, ist vorstellbar, dass der Geschmack der Eltern gar nicht so sehr von dem der KInder abweichen muss, diese also häufig Partner wählen, die die Kinder durchaus auch attraktiv finden.

          Und zum Letzten: Selbst wenn wir uns hypotheitisch ein vollständiges Vergewaltigungsregime ausmalen, ist der Effekt der weiblichen „Zuchtwahl“ nicht ausschaltbar, er braucht nur länger, um sich durchzusetzen.

          Stellen wir uns einen Pascha vor, der in seinem Harem 10 Frauen hat – allesamt ihm als Sexsklavinnen zugeeignet, keine hat sich ihn freiwillig ausgesucht.

          Dann wird es doch wahrscheinlich unter den 10 Frauen eine oder zwei geben, die den Typ Mann, den der Pascha gerade repräsentiert (auch Paschas sind mal jung), attraktiver finden als die anderen 8.

          Für die ist es weniger schrecklich/unangenehm, mit ihm zu schlafen, vielleicht ist sogar eine darunter, die das gerne tut, weil der Typ Mann genau dem entspricht, was sie sich auch freiwillig ausgesucht hätte.

          Auch der Pascha wird spüren, dass einige Frauen weniger widerwillig-genervt sind, wenn er mit ihnen schläft, weniger brettartig, sondern mitmachen.

          Mit denen wird er häufiger/lieber schlafen – die werden häufiger schwanger.

          Weil ihnen der Vater nicht so zuwider ist, werden sie weniger Fehlgeburten erleben (Psychosomatik), wird ihnen das Entdecken väterlicher Züge an dem Kind nicht so schrecklich sein, werden sie das Kind besser versorgen – die Kinder der Frauen, die den Pascha nicht gar so schrecklich finden, sind nicht nur an sich zahlreicher, sondern überleben auch noch häufiger und schon ist die Wahlmacht der Frauen auch in diesem System mit im Spiel.

        • @Stephan Fleischhauer

          Weisst Du, wie es mit den Abwehrreflexen von anderen Leuten bestellt ist, weiss ich nicht. Meine Abwehrreflexe werden insbesondere dann aktiviert, wenn eine Subdisziplin, wie z.B. die Evolutionspsychologie, den Anspruch haben sollte, quasi sämtliches menschliches Verhalten zu erklären.
          Von welcher Diskriminierung sprichst Du? Fühlst Du Dich diskriminiert, weil gewisse GenderforscherInnen die Evolutionspsychologie nicht kennen oder für null und nichtig erklären? 🙂 Tia, das ist doch die vielbeschworene Wissenschaftsfreiheit. Du musst ja den radikalkonstruktivistischen Schrott, dort wo er Schrott ist, auch nicht zur Kenntnis nehmen, bist also nicht gezwungen, diese Bücher zu lesen.

        • Die Frage stellt sich also: Was eignet sich gut, um eine soziale Ordnung, die in ihren Grundzügen repressiv ist, am besten legitimieren zu können und offenbar hat sich die Legitimationsstrategie der Biologisierung oder Unveränderlichkeit des Menschen als besonder gut dafür herausgestellt in der Geschichte.

          Der Adel hat also seine Macht mittels Biologisierung legitimiert, ist ja interessant 😀

        • @Nick

          Du schreibst:

          Der Adel hat also seine Macht mittels Biologisierung legitimiert, ist ja interessant

          Kommentar:

          Habe ich wieder einmal nirgends behauptet, dass der Adel seine Macht durch Biologisierung legitimiert hat. 😀

          Aber: Ich würde ad hoc behaupten: Das Aufkommen von Intelligenztests steht in einem engen Zusammenhang mit dem Aufkommen des Bürgertums und der Delegitimierung von ständischen Pfründen des Adels (sogenannte Ad-hoc-Hypothese von mir), die selbstverständlich einer genaueren Prüfung unterzogen werden müsste.
          Aber: was würdest Du sagen, wie hat der Adel seine Macht legitimiert?

          • @Chomsky

            „was würdest Du sagen, wie hat der Adel seine Macht legitimiert?“

            Teilweise durch den Hinweis auf göttliche Bestimmung meine ich, teilweise natürlich auch schlicht durch Macht und gesellschaftliche Absprache untereinander. So gesehen ist Adel erst einmal eine künstlich errichtete soziale Klasse, in die man durch besondere Personen aus dieser Klasse eingebracht werden konnte und die eine soziale Statuszuweisung bewirkt

        • @Chomsky
          wenn eine Subdisziplin, wie z.B. die Evolutionspsychologie, den Anspruch haben sollte, quasi sämtliches menschliches Verhalten zu erklären.

          Glaub ich dir nicht. Beweis!

        • @Chomsky:

          Habe ich wieder einmal nirgends behauptet, dass der Adel seine Macht durch Biologisierung legitimiert hat.

          Nun ja, du schreibst:
          offenbar hat sich die Legitimationsstrategie der Biologisierung oder Unveränderlichkeit des Menschen als besonder gut dafür herausgestellt in der Geschichte.

          Da die Geschichte der Ständegesellschaft ohne weiteres in Jahrtausenden bemessen werden kann, wohingegen die hier in Frage kommende Biologie vor Darwin praktisch nicht existent war, halte ich „als besonders gut dafür herausgestellt in der Geschichte“ für ein wenig unterkomplex.

          Das Aufkommen von Intelligenztests steht in einem engen Zusammenhang mit dem Aufkommen des Bürgertums und der Delegitimierung von ständischen Pfründen des Adels

          Da vertust du dich imho um mindestens ein Jahrhundert. Was ziemlich viel ist, in Anbetracht der recht kurzen Geschichte des Bürgertums. Die bürgerliche Gesellschaft lief längst auf Hochtouren, als Darwin in Erscheinung trat, und Intelligenztests kamen wiederum erst auf, als Darwin bereits ca. 30 Jahre tot war.

          Die bürgerliche Gesellschaft legitimierte ihre Macht imho eher mit der protestantischen Gottgefälligkeitslehre. Gott belohnt den Tüchtigen mit Erfolg. Lamarck passt besser dazu als Darwin.

          Interessant der folgende Absatz aus dem von dir unten verlinkten Wiki-Artikel:

          In Europa standen die Personen, die sich um 1920 für Intelligenztests einsetzten, in dem Machtkampf zwischen der intellektuellen Meritokratie, die aus allen Volksschichten stammte, und der ursprünglichen feudalen Ständegesellschaft auf der Seite derer, die die bewährten Bildungseinrichtungen für fähige Menschen aus allen Gesellschaftsschichten öffnen wollten. Die sich ausbreitende Anwendung von IQ-Tests war Teil einer machtvollen liberalen Bewegung, die talentierte Menschen an die Spitze bringen wollte, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.

          Das ist imho irreführend, weil der Adel längst recht weitgehend entmachtet war. Zugang zu höherer Bildung hatten bei weitem nicht nur Adlige, das im 18. Jhd. entstandene Bildungsbürgertum hatte ja erst die entsprechenden Institutionen geschaffen.

          Es wird sich also eher um ein Bestreben gehandelt haben, auch Begabten aus der Unterschicht höhere Bildung zu ermöglichen (was sich erst nach dem Sputnik-Schock 1957 allgemein durchsetzen konnte)

          Aber: was würdest Du sagen, wie hat der Adel seine Macht legitimiert?

          Selbstverständlich mit göttlicher Vorsehung und mit miltärischem Stellenwert (wer konnte eine Armee ausrüsten?)

        • @Alexander

          Den letzten Teil deiner Argumentation (Pascha mit Sexsklavinnen) kann ich weniger gut nachvollziehen, denn eine Frau kann ja auch relativ selten Sex haben und trotzdem regelmäßig schwanger werden. Und wenn sie gut aussieht und der Pascha ein Vergewaltiger vor dem Herrn ist …

          Danke aber für deine Klarstellungen zur Zwangsheirat. Da kenne ich mich schlecht aus, insofern war das kein gutes Beispiel.

          Ich wollte eigentlich nur sagen, dass kulturelle Einflüsse in allem, was wir tun, gegenwärtig sind, und kein Sozialwissenschaftler Angst um seine Spielwiese haben muss. Bis Naturwissenschaftler jede Handlung des Menschen vorausgesagen können, sollte noch einige Zeit vergehen.

        • Von welcher Diskriminierung sprichst Du?

          Du hattest das aufgebracht – angeblich neigen viele Leute aus der biologischen Ecke dazu, mit biologischen Sachverhalten Diskriminierung zu legitimieren. Wenn du „erklären“ statt „legitimieren“ geschrieben hättest, würde ich dir ja noch teilweise recht geben. Aber du schreibst nicht nur „legitimieren“, sondern wirfst noch ein bisschen braunen Schmuddel (Rassismus) hinterher.

          In der Tat, schrecklich, wenn es das noch gibt! Kannst du mal Ross und Reiter nennen? Einen Link vielleicht?

        • @ Stefan Fleischhauer

          *denn eine Frau kann ja auch relativ selten Sex haben und trotzdem regelmäßig schwanger werden. Und wenn sie gut aussieht und der Pascha ein Vergewaltiger vor dem Herrn ist …*

          Das gilt sicher für Einzelfälle, ist aber, aufgrund der geringen Zahl, populationsgenetisch ohne Belang (individuell schon bedeutsam – Menschenrecht, Menschenwürde pipapo).

          *Ich wollte eigentlich nur sagen, dass kulturelle Einflüsse in allem, was wir tun, gegenwärtig sind, und kein Sozialwissenschaftler Angst um seine Spielwiese haben muss. *

          Soziologen, die tatsächlich zu eruieren versuchen, was ist, nach bestem Wissen und Gewissen, ohne Primat einer POLITISCHEN Agenda, sine ira et studio, hätten sicher eine Menge sinnvoller Arbeit vor sich.

          Soziolog.I.nnen/Sozialwissenschfter.I.nnen, wie sie sich in Eias Film äußern, sollten allen Grund haben, um ihren Job zu bangen,

          „Wissenschaftler“, die Wissenschaftsfreiheit so versehen, dass sie, frei von aller Wissenschaftlichkeit, ihrer Idologie dienen können („Ich will das gar nicht wissen! Wozu soll das gut sein?! Ist doch überhaupt nicht wichtig! ICH WILL, DASS SICH DIE GESCHLECHTER; DIE MENSCHEN; DIE GESELLSCHAFT ÄNDERN und zwar genau so, wie ich das will – Menschen haben das zu schlucken, denn es ist WISSENSCHAFT, was ich betreibe/verkünde!“), die zum Paradigma machen und in diesem Sinne Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit Marke Volksaufklärung und Propaganda betreiben.

        • „Kannst du mal Ross und Reiter nennen?“

          Hier ein Zitat des im rechten Flügel der Intelligenzforschung hoch angesehenen Psychologen J. Philippe Rushton aus seinem Hauptwerk, in welchem er angebliche Daten über durchschnittliche Unterschiede zwischen Menschengruppen, die er in signifikanter Weise für biologisch disponiert hält, recht unverhohlen im Sinne einer Rassenhierarchie konzeptualisiert.

          Die Hervorhebungen in dem Zitat sind von mir.

          „Eine Art, den niedrigen afrikanischen IQ zu interpretieren, ist der Bezug auf den Begriff des geistigen Alters. BEZOGEN AUF IHR BENEHMEN UND GESAMTES VERHALTEN sind die Afrikaner nicht „retardiert“ in dem Sinne, in dem der Begriff in der Klinischen Psychologie verwendet wird, SONDERN SIE SIND EHER KINDERN GLEICH („child-like“).“

          Fällt jemandem auf, warum dieses Zitat von Rushton rassistisch ist, es ein klassisches gegen Schwarze gerichtetes rassistisches Stereotyp reproduziert?

          Dieses Zitat wäre auch dann rassistisch, wenn es die genetisch disponierten Intelligenzunterschiede zwischen Ethnien, an die Rushton glaubt, tatsächlich gäbe (zu meiner Position zu dieser Streitfrage in der Intelligenzforschung, siehe mein Zitat weiter unten).

        • @ Nick

          *Da die Geschichte der Ständegesellschaft ohne weiteres in Jahrtausenden bemessen werden kann, wohingegen die hier in Frage kommende Biologie vor Darwin praktisch nicht existent war, halte ich “als besonders gut dafür herausgestellt in der Geschichte” für ein wenig unterkomplex.*

          Der Adel begann seine Karriere als sinnvolle Einrichtung und war funktional, dadurch legitimiert.

          Mit dem Aufkommen der Panzerreiterei war der normal bewaffnete Bauer nicht mehr konkurrenzfähig – kriegstechnisch.

          Eine Rüstung, ein Streitross – sie kosten das Jahreseinkommen manchmal von mehreren Bauernhöfen.

          So teure Waffen konnte man auch keinem Untrainierten in die Hand drücken, der sie beim ersten Einsatz verplemperte und an den Feind verlor.

          Man musste also einen Mann von der landwirtschaftlichen Produktion frei stellen, ihm Zeit geben, sich im Waffenhandwerk zu üben, ihm Ross und Rüstung durch Zusammenlegen finanzieren.

          Dafür sollte der nun Schutz gewähren.

          Leider konnten die, die die Waffen hatten, der Versuchung nicht widerstehen, eben weill sie die Waffen hatten, immer mehr Leistung von denen abzupressen, die sie schützen sollten bei immer weniger Gegenleistung.

          Dieses immer offensichtlicher ungerechte System wurde dann mit Legitimationsdeko behängt, weil es sich funktional nicht mehr rechtfertigen ließ.

          Damit es nicht so obszön aussah.

          Ist ja heute auch nicht anders.

          Der immer rabiatere Egoismus unserer Feminist.I.nnen wird auch mit Legitiamtionsdeko behängt, nur ist das keine religiöse mehr, sondern geschlechtersozialistische.

        • @Leszek
          (Rushton zitierend) “Eine Art, den niedrigen afrikanischen IQ zu interpretieren, ist der Bezug auf den Begriff des geistigen Alters. BEZOGEN AUF IHR BENEHMEN UND GESAMTES VERHALTEN sind die Afrikaner nicht “retardiert” in dem Sinne, in dem der Begriff in der Klinischen Psychologie verwendet wird, SONDERN SIE SIND EHER KINDERN GLEICH (“child-like”).”

          Ich kenne Rushtons Thesen nicht, aber meint er wirklich, dass Afrikaner in ihrem Verhalten Kindern gleichen? (Kinder welcher anderen Ethnie?)

          Hab mir mal die dazugehörigen Wikipedia-Artikel angesehen:
          http://de.wikipedia.org/wiki/John_Philippe_Rushton
          http://en.wikipedia.org/wiki/J._Philippe_Rushton
          http://en.wikipedia.org/wiki/Race,_Evolution,_and_Behavior

          Zumindest die „child-like“-These wird da nicht aufgeführt. Allerdings scheint Rushton eher eine Einzelmeinung zu vertreten:

          The book was generally received negatively, its methodology and conclusions being criticized by many experts. The aggressive marketing strategy also received a lot of criticism. The book received positive reviews by some researchers, many of whom were personally associated with Rushton and with the Pioneer Fund which funded much of Rushton’s research.(http://en.wikipedia.org/wiki/Race,_Evolution,_and_Behavior)

          Bleibt die Frage, ob man gegenüber biologischer Verhaltensforschung grundsätzlich misstrauischer sein soll als gegenüber soziologischer.

        • @ Stephan Fleischhauer

          *The book received positive reviews by some researchers, many of whom were personally associated with Rushton and with the Pioneer Fund which funded much of Rushton’s research.*

          Eine Haltet-den-Dieb-Kritik.

          Wie der eine Psychologe (der mit Pferdeschwanz) bemerkte, wird soziobiologische Forschung in Norwegen von der „Sozialistenlobby“ blockiert, bekommt keine Gelder.

          In den USA ist es ähnlich.

          Soziobiologen wie Rushton bekommen ihre Forschungsarbeiten oft nur finanziert, indem sie den Pioneerfund anpumpen.

        • PS

          Der Psychologe mit Pferdeschwanz taucht in der Eia-Folge auf, in der dargestellt wird, wie wenig Einfluss Eltern auf ihre Kinder via Erziehung nehmen (können).

          Weil hier der Pinoeer Fund einspringt, bin ich froh, dass es ihn gibt, auch wenn er politisch nicht koscher ist.

          Die regierungsamtlich finanzierte Genderistapropaganda ist das auch nicht.

          Im Sinne des Verhinderns einer Monokultur muss es auch Pionieer Funds geben, die „rechte“ Wissenschaft finanzieren, also Wissenschaft, von der Linke fürchten, ihre Ergebnisse können ihre ideologischen Prämissen in’s Reich der Fabel verweisen.

        • @ Roslin

          „Soziobiologen wie Rushton bekommen ihre Forschungsarbeiten oft nur finanziert, indem sie den Pioneerfund anpumpen.“

          Das mag sein, aber nicht jeder wird wie Rushton gleich auch zum Präsidenten des „Pioneer Fund“.

          @ Stephan Fleischhauer

          „Ich kenne Rushtons Thesen nicht, aber meint er wirklich, dass Afrikaner in ihrem Verhalten Kindern gleichen? (Kinder welcher anderen Ethnie?)“

          Also es fällt sehr schwer diesen Satz von Rushton anders zu interpretieren, als dass eben dies gemeint ist, zumal es sich hier auch um eine wichtige Stelle in seinem Buch handelt.

          Das Zitat von Rushton bezieht sich auf in Afrika lebende Schwarze und es scheint sich um einen Vergleich mit weißen Kindern zu handeln.

          „Zumindest die “child-like”-These wird da nicht aufgeführt. Allerdings scheint Rushton eher eine Einzelmeinung zu vertreten.“

          Rushton ist im „rechten Flügel“ der Intelligenzforschung alles andere als ein Außenseiter. Es gibt haufenweise positive Bezugnahmen auf ihn von Seiten anderer Intelligenzforscher. Die „child-Like“-These wird dabei meist stillschweigend übergangen.

          „Bleibt die Frage, ob man gegenüber biologischer Verhaltensforschung grundsätzlich misstrauischer sein soll als gegenüber soziologischer.“

          Darauf wollte ich gar nicht hinaus. Das kommt ja immer auf den Einzelfall an.

          Auch ich freue mich, dass Harald Eia den Genderismus in Norwegen zerlegt hat.

        • @ Leszek

          *Das mag sein, aber nicht jeder wird wie Rushton gleich auch zum Präsidenten des “Pioneer Fund”*

          Dann hat der Pioneer Fund ja jetzt einen hochkompetenten Präsidenten.

          Das lässt hoffen.

          Arthur Jensen war wohl zu alt.

          Im übrigen war Rushton auch Guggenheim Fellow.

          *Das Zitat von Rushton bezieht sich auf in Afrika lebende Schwarze und es scheint sich um einen Vergleich mit weißen Kindern zu handeln.*

          Ich habe Rushton so gelesen, dass er sich gerade dagegen wendet, den niedrigeren Durchschnitts-IQ der Schwarzen mit dem Begriff Retardation zu belegen, genausowenig wie wir den niedrigeren IQ eines 16jährigen im Vergleich zu einem Erwachsenen als Retardation bezeichnen können.

          Daher dieses „childlike“. Er wollte sich damit dagegen wenden, dass dieser niedrigere Durchschnitts-IQ dazu verwendet werden könnte, Schwarzen die gleiche Menschenwürde abzussprechen, genau so wenig wie wir auf die Idee verfallen, 16jährigen die gleiche Menschenwürde abzusprechen.

        • @Alexander
          Wenn Rushton der Ansicht sind, die gemessenen IQ-Unterschiede seinen genetisch bedingt, macht der Vergleich mit einem Kind, das sich ja noch entwickelt, wenig Sinn.

        • @ Roslin

          „Ich habe Rushton so gelesen, dass er sich gerade dagegen wendet…“

          Da Dir, Roslin, jede rassistische Intention fremd ist, neigst Du vielleicht etwas dazu Rushtons Äußerungen in Deinem Sinne zu interpretieren.

          Der Sinngehalt dieser Aussage von Rushton gibt das aber m.E. so nicht her.

          Auch Afrikaner mit relativ niedrigerem IQ (ganz gleich, was die Ursachen dafür sein mögen) machen emotionale, moralische und andere entwicklungspsychologische Reifungsprozesse durch, so dass die Aussage, dass Afrikaner „bezogen auf ihr Benehmen und gesamtes Verhalten eher Kindern gleich sind (child-like) sind“, nur als völlig absurder Unsinn zu werten ist.

          Die Menschenwürde von Schwarzen lässt sich mit solchen Aussagen wohl kaum verteidigen. Durch eine vollständige entwicklungspsychologische Gleichsetzung von erwachsenen Schwarzen in Afrika mit weißen Kindern, wird eben gerade eines jener rassistischen Stereotype reproduziert, mit denen Sklaverei und Kolonialismus gerechtfertigt wurden: Was sollen die kindlichen Schwarzen denn nur ohne ihre weißen Herren machen?

          Erwachsene Menschen sind als erwachsene Menschen zu betrachten und zu behandeln!
          Das hätte Rushton zum Ausdruck bringen müssen, hätte er die Menschenwürde von schwarzen Afrikanern verteidigen wollen.

          (Dass die tatsächliche Höhe des durchschnittlichen IQ´s in Afrika in der Intelligenzforschung zudem auch umstritten ist, sei nur am Rande erwähnt, andere Intelligenzforscher schätzen den afrikanischen Durchschnitts-IQ als höher ein als Rushton dies tut.)

        • @ Leszek

          Ich vermute umgekehrt, dass jedem, der es wagt, über rassische Unterschiede zu sprechen, übelster Rassismus unterstellt wird, ist für viele politisch Korrekte allein das Feststellen von Unterschieden (im Schnitt, im Schnitt, im Schnitt) zwischen Rassen/Geschlechtern/Klassen schon Rassismus, Sexismus, Klassismus, an sich böse, besser gar nicht danach fragen.

          So kann einer wie Rushton eigentlich sagen, was er will, er wird immer als Rassist diffamiert werden.

          Das seine Wortwahl nicht glücklich war, gebe ich gerne zu.

          Dass er da unbesorgter ist als Jensen, auch.

          Jensen ist aber ebensowenig der Diffamierung als Rassist entgangen, obwohl er einer der nobelsten Menschen ist, die ich (indirekt) kenne.

          Eigentlich eine Leuchte „rot-grünen“ Humanismus‘, buddhistisch affiziert, wirklich von dem tiefen Wunsch getrieben, die Bildungsergebnisse von Schwarzen zu verbessern.

          Doch leider, leider in absolut unbestechlicher Wissenschaftler.

        • @ Roslin
          Wenn es solche Forscher schon gibt, dann haben sie eben auch eine besondere Verantwortung darauf zu achten, dass sie den Kampf gegen Rassismus nicht zusätzlich erschweren bzw. dass kein neuer Rassismus aus solchen Forschungen entsteht.
          Und speziell bei Rushton habe ich da meine großen Bedenken, ob er sich dieser Verantwortung in ausreichendem Maße bewusst ist. So wie ich aus der obigen Formulierung sehr schwer etwas anderes herauslesen kann als ein rassistisches Stereotyp, so fällt es mir auch sehr schwer aus seiner Gesamtkonzeption etwas anderes herauszulesen als den Versuch der Konstruktion einer Rassenhierarchie – mit den Ostasiaten an der Spitze, den Weißen dazwischen und den Schwarzen darunter. Dass jeder, der über eventuelle genetisch disponierte Unterschiede zwischen Menschengruppen forscht, Gefahr läuft sich einen Rassismusvorwurf von Politisch Korrekten zuzuziehen, mag ja sein, aber das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass tatsächlich rassistische oder zumindest sehr problematische Formulierungen und Konstruktionen nicht kritisiert werden sollten.
          M.E. kann sich Rushtons Art und Weise angebliche Unterschiede zwischen Menschengruppen zu konzeptualisieren nur schädlich auswirken – egal, ob es nun irgendwelche kleinen Unterschiede zwischen Menschengruppen geben sollte (wie Du glaubst) oder ob es sie nicht gibt (wie ich glaube).
          Für Interessierte verweise ich noch einmal auf die kurze interessante Diskussion, die Roslin und ich einmal zu diesem Thema hatten und in der wir beide unsere Sichtweisen dazu, wo wir die jeweiligen Gefahren bei diesem Thema sehen, m.E. recht prägnant zum Ausdruck brachten:

          https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/24/frohe-weihnachten-2011/

        • @ Leszek

          „Wenn es solche Forscher schon gibt, dann haben sie eben auch eine besondere Verantwortung darauf zu achten, dass sie den Kampf gegen Rassismus nicht zusätzlich erschweren bzw. dass kein neuer Rassismus aus solchen Forschungen entsteht“

          Sobald Befunde den engeren Kreis
          der Forscher verlassen wird es
          sehr problematisch. Spätestens
          wenn Journalisten darüber berichten.
          Die brauchen eine süffige Überschrift.
          Da kann der Forscher noch so
          sorgfältig formulieren und schon
          steht in der Zeitung: Wissenschaftler
          haben herausgefunden: Schwarze sind..
          Neben der Intelligenz Forschung die
          es ja schon lange gibt, sind mit
          dem Bereich Verhaltensgenetik weitere
          Minenfelder vorprogrammiert.

        • @ Leszek

          Ich kann nicht erkennen, dass Rushton eine Rassenhierarchie „KONSTRUIERT“.

          Er stellt fest, dass bei IQ-Tests Nordostasiaten am besten abschneiden, Weiße an 2. Stelle liegen, Farbige auf dem 4. Platz (knapp hinter den Hispanics), IM SCHNITT.

          Das entspricht exakt der durchschnittlichen Einkommensverteilung.zwischen diesen Ethnien.

          Da muss nichts konstruiert werden.

          Nun tobt der Streit darüber, ob Wohlstand intelligent = gebildet macht oder Intelligenz zu Bildung und Wohlstand führt.

          Zwillingsadoptionsstudien sprechen eindeutig dafür, dass letzteres der Fall ist.

          Nähmen wir die aschkenazischen Juden hinzu als eigene genetisch distinkte Gruppe, lägen sie mit weitem Abstand an der Spitze, sowohl beim Durchschnitts -IQ als auch beim Einkommen.

          Das lässt sich nicht mit deren Lernkultur erklären, denn sephardische Juden haben die gleiche Lernkultur, aber einen IQ auf dem Level der weißen europäischen Durchschnittsbevölkerung, auch in Israel (und orientalische Juden haben den IQ ihrer orientalischen Herkunftsländer – ähnlich die Einkommensstratifizierung in Israel: Aschkenazim an der Spitze, dann die Sepharden, dann die Orientalen.

          Vielleicht weil Sepharden und Orientalen nicht in gleicher Weise streng ghettoisiert wurden und daum nicht in dieser Weiese einem unfreiwilligen Zuchtexperiment ausgesetzt waren wie die Aschkenazim?

          Ein Zuchtexperiment, das gnadenloser auf Intelligenz hin selektierte als es den anderen jüdischen Volksgruppen widerfuhr, die in toleranteren Umwelten mehr Teil der allgemeinen Bevölkerung sein durften.

          Das Problem ist hier, dass die Grundwerte einer jeden menschenrechtlich orientierten Gesellschaft (Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit) sei sie nun bürgerlich liberal, christlich oder sozialdemokratisch/demokratisch sozialistisch fundiert, nicht einfach einander positiv rückkoppelnd bestärken.

          Wenn Menschen im Schnitt ungleichartig sind (dass sie es als Individuen sind, wird wohl ohnhin niemand bestreiten), auch als Gruppen – und dafür spricht empirisch eine Menge – dann führt Freiheit zu Ungleichheit, muss ich Freiheit mit Ungleichheit bezahlen oder ich muss bereit sein, für mehr Gleichheit mit einer Einschränkung der Freiheit zu bezahlen, etwa der Freiheit der Leistungsstarken uneingeschränkt über die Früchte ihrer Arbeit selbstbestimmt verfügen zu können..

          Zusammenbindbar ist das nur durch Brüderlichkeit.

          So dass jede freiheitliche, menschenrechtsorientierte Gesellschaft die Frage beantworten muss, wie viel Brüderlichkeit ich von Menschen in Freiheit erwarten kann, wie viel ich erzwingen muss, um Spannungen durch Ungleichheit abzubauen.

          Dieses Geschäft wird unendlich erschwert, wenn natürliche Unterschiede negiert werden und darum jede Ungleichverteilung als Folge von Böswilligkeit interpretiert wird, für die die Erfolgreicheren verantwortlich gemaht werden und darum bestraft werden sollen. durch Hinnahme negativer Diskriminierung zwecks Gleichstellung.

          Das geht ja hin bis zum Massenmord (Rassenmord an Juden, Armeniern, Klassenmord an Bourgeois, um nur diese Beispiele zu nennen).

          Männern z.B. wird permanent unterstellt, es sei ihr böswilliges Diskriminierungshandeln, dass Frauen in bestimmten Bereichen in geringerem Maße vertreten sein lässt als es ihrem Anteil in der Bevölkerung entspricht.

          Ich habe es satt bis obenhin, mir als Mann permanent unterstellen zu lassen, ich diskriminerte Frauen, nur weil Frauen nicht so wollen/können, wie sie nach feministischer Überzeugung können/wollen sollen, es aber aus eigenem Antrieb verdammt noch mal nicht tun.

          Weil ich schuld daran sein soll, weil Männer schuld daran sein sollen, glaubt man berechtigt zu sein, Männer aktiv zu benachteiligen und sie diffamieren zu dürfen.

          Gleichzeitig erwartet diese Gesellschaft, dass Männer weiterhin den Löwenanteil der Finanzierung, des Schutzes und der Abschirmung dieser Gesellschft tragen.

          Ich bemerke aber, dass das Gefühl, schuldig gesprochen zu werden für etwas, was ich nicht getan habe, verantwortlich gemacht zu werden für etwas, wofür ich nicht verantwortlich bin, mich so wütend macht, dass ich mittlerweile nicht einmal mehr bereit bin, das Ausmaß an Brüderlichkeit zu zeigen, das ich vielleicht zu zeigen bereit wäre in einer weniger vergiftet-misandrischen Atmosphäre.

          Weil ich dazu keine Lust mehr habe.

          Ich denke, ich bin da keine Ausnahme.

          So führt die Verkennung der Ursachen von Ungleichverteilungen, die Suche nach falschen Schuldigen, die Bestrafung von Unschuldigen, zur Zerstörung der Brüderlichkeit, der Solidarität, ohne die moderne, menschenrechtlich orientierte, freiheitliche Wohlfahrtsstaaten nicht überlebensfähig sind.

        • @Alexander

          Du schreibst:

          Zwillingsadoptionsstudien sprechen eindeutig dafür, dass letzteres der Fall ist.

          Kommentar:

          Dann zeig doch mal diese Zwillingsstudien. Ich würde mal ad hoc behaupten, dass die Untersuchungsgruppe bei diesen Zwillingsstudien zu klein ist, um individuelle Besonderheiten, die es eben bei einer relativ kleinen Untersuchungsgruppe gibt, zu kontrollieren.

          Vor allem würde es in etwa dem widersprechen, was sonst über den Zusammenhang von endogenen und exogenen Faktoren in der Intelligenzforschung postuliert wird.

        • Er stellt fest, dass bei IQ-Tests Nordostasiaten am besten abschneiden, Weiße an 2. Stelle liegen, Farbige auf dem 4. Platz (knapp hinter den Hispanics), IM SCHNITT.

          Wer ist mit „Nordostasiaten“ gemeint? Dort lebt ja niemand 🙂

          Also echt, der Reichtum, so wie er global verteilt ist, ist erstens, historisch betrachtet, eine Momentaufnahme. Armut war in Europa noch vor kurzer Zeit ein Massenphänomen (und könnte es schon bald wieder werden). Zweitens hat Reichtum, d.h allgemeiner Wohlstand zuallererst mit der industriellen Entwicklung zu tun, und braucht keine steilen Thesen, die sich auf die Beobachtung von drei Zwillingspaaren stützt.
          Ein eindrückliches Beispiel ist China oder Indien, die im Zuge der industriellen Entwicklung rasant an Wohlstand zulegen. Diese IQ-Schubladisierung überzeugt einfach nicht, nicht mal ansatzweise.
          Vor einigen Jahrhunderten noch, historisch betrachtet eine kurze Zeitspanne, war der arabische Raum entwickelter und wohlhabender als Europa. Sind die jetzt dümmer geworden, oder hat der technisch-wissenschaftliche Vorsprung des Westens etwas mit den spezifischen Entwicklungen der Gesellschaften im Maghreb und in Europa zu tun?

          Diese IQ-Junkscience geht mir aber sowas auf den Wecker!

        • @Alexander

          Vergleich mal das Bruttoinlandprodukt pro Kopf im Ländervergleich zwischen der Schweiz und Deutschland und der ermittelte IQ zwischen Deutschland und der Schweiz.

          Gestern habe ich gesehen:

          Deutschland ein IQ von 109
          Schweiz ein IQ von 101

          Und nun schau mal das Bruttoinlandprodukt pro Kopf zwischen der Schweiz und Deutschland an:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf

          Die Schweiz (81’000) hat fast das doppelte Bruttoinlandprodukt pro Kopf im Vergleich zu Deutschland (43’000). Gemeint sind US-Dollar.

          Wenn Deine Rechnung aufgehen würde, müsste ja die Schweiz ein beträchtlich tieferes Bruttoinlandprodukt pro Kopf haben als Deutschland. 🙂 Irgendwie scheint da irgend etwas nicht zu stimmen.

        • @ Peter

          *Wer ist mit “Nordostasiaten” gemeint? Dort lebt ja niemand *

          Hanchinesen, Japaner, Koreaner – im Unterschied zu Südasiaten.

          Natürlich ist Reichtum nur eine Momentaufnahme, der IQ nur ein Faktor, aber je freier und wohlhabender eine Gesellschaft, desto stärker ist die Stratifizierung innerhalb dieser Gesellschaft eine, die auf inhärenten Faktoren beruht, desto störker ist sie IQ-basiert.

          Hätten wir mit den Germanen des Jahres Null IQ-Tests machen können, hätten sie gegenüber den Römern ähnlich schlecht abgeschnitten wie heute Schwarzafrikaner gegenüber Weißen.

          Es hat 1200 -1500 Jahre gedauert, bis Germanen das zivilisatorische Niveau Roms erreichten.

          In 1200 bis 1500 Jahren kann Afrika aufgeholt haben.

        • @Alexander

          Nach Oerter/Montada (letzte Ausgabe) ist der endogene Anteil bei der Intelligenz bei mindestens 50% und der exogene Anteil um ca. 10% niedriger, also z.B. bei 40%.
          Aber: Diese Zahlen gelten nur für Populationen und vor allem interagieren Anlage und Umwelt, sodass eben die unterschiedlichsten Resultate herauskommen können, je nachdem wie die Anlage oder die Umwelt beschaffen ist.

          Aber: Die Studie sagt nix darüber aus, dass Reichtum auf genetische Faktoren bei der Intelligenz rückführbar ist, das würde ich nun mal als reine Erfindung von Alexander verbuchen! 😀

          Natürlich kann es hoch signifikante Korrelationen zwischen Intelligenz und Reichtum geben, nur kann eben Intelligenz plus Intelligenztest auch als Legitimationsgrundlage für Ausbeutung und Herrschaft herhalten. Man kann sich fragen, weshalb zum Beispiel Juristen, falls dem so wäre, ein viel höheres Einkommen als andere Berufe haben sollen etc. Haben wir es mit einer reinen Marktlogik zu tun? Und gibt es überhaupt das reine Marktprinzip oder wird das reine Marktprinzip nicht wiederum durch das Stände-, Klassen- und Machtprinzip konterkariert? Solche Fragen kannst Du eben nicht mit einer Intelligenzzwillingsstudie beantworten.

        • Aber: Die Studie sagt nix darüber aus, dass Reichtum auf genetische Faktoren bei der Intelligenz rückführbar ist, das würde ich nun mal als reine Erfindung von Alexander verbuchen!

          Es ist Alexander Roslins moderne Adaption der calvinistischen Prädestinationslehre 🙂 Ich bemühe mich seit Jahr und Tag ihm diesen Irrglauben auszutreiben – leider ohne Erfolg. 🙂

        • @ Chomsky

          *…,das würde ich nun mal als reine Erfindung von Alexander verbuchen! *

          Keineswegs meine.

          Sondern vor allem die z.B. des Charles Murray. Seit der Bell Curve. Fast 20 Jahre ist das jetzt her. Die ihn bestätigt haben.

          Damals, 1992, dachte ich noch so wie Du und Peter.

          @ Peter

          *Es ist Alexander Roslins moderne Adaption der calvinistischen Prädestinationslehre Ich bemühe mich seit Jahr und Tag ihm diesen Irrglauben auszutreiben – leider ohne Erfolg. *

          Das ertrage ich ja auch mit katholischer Langmut und Gelassenheit.

          Wie sagte Charles Murray in Eias Film über Rasse, sinngemäß zitiert: „Sie sind noch jung genug, um innerhalb der nächsten 20 Jahre desillusioniert zu werden.“

          Es ist absehbar, wohin der Hase läuft.

          Warten wir’s ab.

          Ich muss da gar nicht missionieren.

          Was mir ohnehin zuwider ist.

          Sonst wäre ich Kapuziner geworden.

          Stand nie zur Debatte.

          Nur die Benediktiner haben mich ernsthaft gereizt.

        • @ Roslin

          „Ich kann nicht erkennen, dass Rushton eine Rassenhierarchie “KONSTRUIERT”.

          Doch, tut er. Er beschränkt sich ja nicht auf Beiträge zu den Diskussionen zwischen dem „rechten Flügel“ und dem „linken Flügel“ der Intelligenzforschung über die Ursachen durchschnittlicher IQ-Unterschiede zwischen Ethnien.

          Rushton postuliert vielmehr eine allgemeine durchschnittliche Unterlegenheit von Schwarzen gegenüber Weißen und Ostasiaten und eine allgemeine Überlegenheit der Ostasiaten in den meisten Bereichen. Lediglich einige Vorteile von Schwarzen in körperlicher Hinsicht werden von ihm kurz erwähnt, ansonsten ist die Struktur seiner Konzeption nicht einmal darum bemüht zu verschleiern, dass hier Ethnien nach biologischen Kriterien hierarchisch kategorisiert werden.

          Alle Daten, die Rushton aufnimmt, werden in dieses hierarchische dreigliedrige Raster hineingequetscht.

          Was soll eine solche Art und Weise vermeintliche Unterschiede zwischen Menschengruppen zu konzeptualisieren – ein solches rigides Raster als Ordnungsrahmen – anderes sein, als der Versuch eine Rassenhierarchie zu entwerfen?

          Und wie reagiert Rushton, wenn er mit fundierter wissenschaftlicher Kritik an diesem Konstrukt konfrontiert wird? Hören wir Rushton selbst über seine Kritiker:

          „Der Wahrheit näher kommen, könnte ein Vorwurf von M. Lynn:

          „Viele der von Rushton und Bogaert berichteten rassischen Unterschiede haben sich nicht einheitlich gezeigt. Die Autoren geben selbst zu, dass manche Untersuchungen nicht die berichteten Rassenunterschiede (…) replizieren konnten. Andere vergebliche Versuche, die berichteten Rassendifferenzen zu replizieren, wurden nicht zur Kenntnis genommen.“

          „Meine Antwort ist, dass es den Kritikern nicht gelungen ist, das Gegenteil zu der vorausgesagten Ordnung (…) nachzuweisen. (…) Obwohl die Kritiker über die Verlässlichkeit der Datenquellen diskutiert haben, die Variabilität innerhalb der Rassen, die Überlappung der Verteilungen, die Größe der Stichproben, das Ausmaß der Differenzen und die Veränderung der Testergebnisse über die Zeit hinweg, haben sie keine widersprechenden Daten vorgelegt.“

          (S. 300 f.)

          Selbst wenn es tatsächlich so wäre, dass Kritiker keine widersprechenden Daten vorgelegt hätten – und viele von Rushtons Kritikern würden hier wohl widersprechen, dass sie dies nicht getan hätten – was ist denn das für ein Wissenschaftsverständnis, dass wissenschaftliche Kritik an den eigenen Quellen, Methoden und Auswertungen nicht berücksichtigt werden müsse, solange keine widersprechenden Daten vorgelegt wurden?

          Da könnten dann also unzuverlässige Datenquellen, unangemessene empirische und statistische Methoden und unzulängliche Auswertungen und Interpretationen der Daten gegeben sein, aber das ist ja alles egal, solange keine widersprechenden Daten vorgelegt wurden.
          Hauptsache, es lässt sich weiterhin alles irgendwie in das hierarchische dreigliedrige Konstrukt hineinpressen.

          Ich bezweifle stark, dass Rushton so über Schwarze schreiben würde, wie er es tut, wenn ihm ein Schwarzer zufällig das Leben gerettet hätte, er schwarze Freunde hätte, er eine schwarze Frau lieben würde oder er Fan irgendeines Aspektes der Kulturen von Schwarzen wäre. Rushton bringt es nicht fertig in seinen Schriften (von der kurzen Erwähnung einiger angeblicher körperlicher Vorteile abgesehen), ein einziges positives oder wertschätzendes Wort über Schwarze oder die Kulturen von Schwarzen zu sagen. Dagegen findet sich bei ihm kein kritisches Wort über ostasiatische Kulturen. (Wäre mir jedenfalls nicht bekannt.)

          Wenn jemand Jahrzehnte seines Lebens damit verbringt, zu versuchen eine genetische Unterlegenheit von Schwarzen nachzuweisen, unmissverständlich zum Ausdruck bringt, dass er schwarze Afrikaner für „kindlich“ hält, zum Präsidenten des „Pioneer Fund“ wird, den kulturellen Kollektivismus ostasiatischer Ethnien (mit dem diese selbst laut Ergebnissen der Glücksforschung ziemlich unzufrieden sind) als vermeintlich höhere Evolutionsstufe darstellt, vermeintliche Daten über Unterschiede zwischen Ethnien unverhohlen im Kontext einer Rassenhierarchie konzeptualisiert, auf wissenschaftliche Kritiken nicht reagieren möchte, wenn die Kritiker keine widersprechenden Daten vorlegen – dann gewinne ich doch irgendwie den Eindruck, dass hier etwas anderes als reine wissenschaftliche Motive dahinter steckt.
          Eher scheint es sich hier um jemanden mit einer starken Abneigung gegen Schwarze zu handeln, der zudem stark angetan von den konservativen Tendenzen im kulturellen Wertesystem ostasiatischer Ethnien bemüht ist, dieses Wertesystem als besonders vorbildlich hinzustellen.

          Das jedenfalls ist der Eindruck, den Rushtons Schriften bei mir hinterlassen und es gibt auch noch eine Reihe weiterer in meinen Augen problematischer Formulierungen von Rushton, die mich in diesem Eindruck bestätigen. Vor allem ist es aber das fast vollständige Fehlen positiver bzw. wertschätzender Aussagen über Schwarze, der Mangel an Empathie gegenüber den spezifischen sozialen Problemlagen von Schwarzen, der einem bei Rushton entgegenschlägt sowie die Unfähigkeit die potentiellen negativen Folgen für Schwarze, die mit solchen Theorien, wie er sie entwirft, einhergehen, abzuschätzen oder auch nur zu versuchen diesen entgegenzuwirken, die für mich seine Schriften äußerst unsympathisch machen.

          Dass Rushtons Theorien irgendetwas anderes bewirken können als negative Haltungen gegenüber Schwarzen zu verstärken, bezweifle ich. M.E. ist Rushton ein gutes Beispiel dafür, wie man gerade nicht vorgehen darf, wenn man Forschungen zu solchen Themen betreibt.

        • @ Leszek

          Doch, tut er. Er beschränkt sich ja nicht auf
          Beiträge zu den Diskussionen zwischen dem
          “rechten Flügel” und dem “linken Flügel” der
          Intelligenzforschung über die Ursachen
          durchschnittlicher IQ-Unterschiede zwischen
          Ethnien.

          Finde das herumreiten auf einem
          rechts/links Schema nicht sehr
          hilfreich, um einer Sache auf den
          Grund zu gehen.
          Was machen die linken Forscher
          anders? Kommen sie auf ganz
          andere Resultate? Stellen sie
          die Resultate nur anders dar?
          Geben sie Gründe für die Unterschiede
          an, die Hoffnung auf Veränderung
          offen lassen?

        • @ Red Pill

          Ja, das Schema hat seine Schwächen, aber mir ist jetzt gerade auch kein besserer Begriff eingefallen, um die beiden Diskussionslager zu bezeichnen.

          Roslin selbst hatte sich kürzlich zu dem Thema geäußert und sogar ein Positionspapier des „linken Flügels“ der Intelligenzforschung dazu verlinkt. Nachzulesen hier:

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/07/29/geschlechterstereotyp-vorurteile-und-der-umgang-damit/

          (4. Kommentar von Roslin auf dieser Seite.)

          Das verlinkte Positionspapier findet sich hier:

          Klicke, um auf intelligencefindingsnisbett.pdf zuzugreifen

        • Aber: Diese Zahlen gelten nur für Populationen und vor allem interagieren Anlage und Umwelt, sodass eben die unterschiedlichsten Resultate herauskommen können, je nachdem wie die Anlage oder die Umwelt beschaffen ist.

          „Der schimärenhafte Charakter von g ist der faule Kern in […] der ganzen erbtheoretischen Schule“. Mathematisch formuliert: Spearmans g, die Hauptkomponente der Korrelationsmatrix von Tests geistiger Fähigkeiten „löst [nur] bis 60 % der Gesamtinformation in der Matrix auf
          (Gould: 1999)

          Dass Rushtons Theorien irgendetwas anderes bewirken können als negative Haltungen gegenüber Schwarzen zu verstärken, bezweifle ich. M.E. ist Rushton ein gutes Beispiel dafür, wie man gerade nicht vorgehen darf, wenn man Forschungen zu solchen Themen betreibt.

          In der Tat. Wer „Reife“ und „Intelligenz“ in einen Topf wirft glänzt entweder durch eine sehr tief ausgeprägte Inkompetenz, oder er Appelliert gezielt an niedere Gruppeninstinkte. Oder beides.

          Intelligenz mag zwar mit Reife korrellieren, aber deshalb ist Intelligenz noch lange kein Maß für Reife. Das ist so dämlich, dass es wohl eher auf die geistige Reife desjenigen schließen lässt, der so was von sich gibt.

        • Zum Theme Rushton/IQ/Rasse.
          Wenn ich so vor mich hinreflektiere, wer was dazu sagt, dann drängt sich mir der Gedanke auf, daß die „Linken“ deswegen ein Problem mit dem IQ-Zeugs haben, weil diese „linken“ gern einen neuen Menschen erziehen würden und die genetische Determiniertheit des Menschen diesse politische Agenda delegitimiert.

          Die Gegenposition ist die „rassistische Eugenik“ de den neuen Menschen züchten will.

          Allerdings macht beiden Ideologien die Eigenständigkeit und Individualiät des Menschen auf die Dauer einen Strich durch die Rechnung. Dafür sollte man dankbar sein.

          Und der schönste Satz ist eigentlich als der rechtsaußen-Ami sagt: „Und macht es Obama weniger klug weil er schwarz ist?“

          Und das ist genau der Punkt: Alle die die sich über diese Ergebnisse aufregen und diese abstreiten, ignorieren und bekämpfen scheinen dies genau deswegen zu tun, eben weil sie nicht den Menschen wahrnehmen wollen, nein, sie wollen Vorurteilen frönen. Dann muß man nämlich nicht denken.

        • @Dummerjan

          Ich bin hier gleicher Meinung, ausser das ich diese IQ-Test auch nicht für äusserst Relevant halte. Hier ist der Inhalt dermassen ausschlaggebend und auch im Beitrag, finde ich, ist die Relevanz dieser Tests etwas offen gelassen. Da spielt eben die Umgebung eine Rolle oder der Werdegang. Wenn ich jetzt ein hochbegabter Pianist bin, habe ich vermutlich weniger in Chemie-Wissen investiert und mich schon früh auf Musik konzentriert – trotzdem kann ich ein sehr hohes IQ haben. Also müsste der Test diese fachgebunden auch richtig Gewichten können.

      • @ S. Fleischhauer

        *Dieses Argumentationsmuster finde ich auch absolut bemerkenswert. Ich meine, ich habe das schon häufiger gehört. “Was treibt diese Leute bloß, ständig biologische Studien durchzufüren?” *

        Habe jetzt zum ersten Male alle Folgen gesehen. Für mich atemberaubend, wie hier der Bankrott einer Wissenschaft sichtbar wird: „Wir wollen nicht sehen! Wir wollen nicht wissen! WIR WOLLEN GLAUBEN!!“

        Wenn das kennzeichnend für weite Teile der Soziologie ist, dann Gute Nacht.

        Wunschdenken und Ignoranz als Tugenden, sie sind stolz darauf.

        Das nennt sich wohl eine Haltung haben.

        Nicht die möglichst weitgehende Annäherung an Wahrheit, das Ringen um Wahrheit, um die Feststellung dessen, was ist, dominiert, sondern die poliitische Agenda dieser Mandarinkaste, die Gesellschaft formen will, ohne überhaupt nur die Frage zu stellen, ob sie legitimiert ist, ohne Abstimmung, ohne öffentliche Diskussion, ob auch nur eine kleine Mehrheit will, was sie wollen – die Neuformatierung der Geschlechter, geschweige denn zu bedenken, ob das überhaupt in ihrer Macht liegt.

        Da treibt arrogante Dummheit Inzucht mit Anmaßung und Selbstherrlichkeit.

    • Warum? Projektion!

      Es offenbart deren Motivation hinter ihren „wissenschaftlichen Forschungen“. Denn deren Resultate folgen weniger einer ergebnisoffenen Forschung als dem persönlichen Motiv – ja meist sogar Zwang – ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.

      Und genau das unterstellen sie dann dem „Gegner“, Projektion halt.

  5. „Frauen an den Herd“ ist doch mit einer evolutionär-psychologischen Perspektive gar nicht vereinbar. Frauen sind in Jäger- und Sammlergesellschaften bereits „erwerbstätig“ und beschaffen durch Sammeln einen wichtigen Teil der Nahrung für den Stamm. Von evolutionär-psychologischen Mechanismen bei Frauen, die sie auf nichts anderes als Hausarbeit und Kinderbetreuung disponieren würden, kann daher überhaupt nicht ausgegangen werden.

    Die „Frauen an den Herd“-Phrase findet daher KEINE Stütze in der Biologie!

  6. Teil 1, 3 und 6 der Doku habe ich mir inzwischen angeguckt. Die Filme sind schon interessant und unterhaltsam gemacht.
    Beim 6. Teil (Race) hat mir bei der Darstellung der kontroversen Diskussionen zu durchschnittlichen IQ-Gruppenunterschieden von Ethnien allerdings ein Verweis auf die Parasiten-Stress-Hypothese als wichtige Alternativhypothese zu den genetischen Erklärungen sehr gefehlt.

    Auch auf unterschiedliche Ernährungsweisen, auf Umweltgifte und prä- und perinatale Einflüsse als potentiell wesentliche Einflussfaktoren auf IQ-Gruppenunterschiede hätte ruhig ausführlich eingegangen werden können.

    Die Darstellung der Ansichten des „linken Flügels“ der Intelligenzforschung (mit dem ich sympathisiere) zu diesem Thema kamen in der Doku (trotz einer Einblendung von Richard Nisbett) eindeutig zu kurz.

    Im Folgenden verlinke ich noch mal die Texte zur Parasiten-Stress-Hypothese, auf die ich in früheren Beiträgen schon einmal hingewiesen habe. Ich bin gespannt, wie sich dieser Forschungsansatz weiter entwickeln wird.

    http://www.zeit.de/wissen/2010-06/flynn-intelligenz-infektion

    http://bazonline.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Warum-Afrikaner-in-IQTests-schlechter-abschneiden/story/13177168

    http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/erreger-senken-intelligenz-1.6859308

    Klicke, um auf rspb.2010.0973.full.pdf zuzugreifen

    http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160289611000286

    http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=why-is-average-iq-higher-in-some-places

    • moin Leszek

      es kann ja gut sein das mit der zeit neue erkenntnisse dazu kommen.

      auf der anderen seite halte ich einfache erklärungen für wahrscheinlicher und damit stehe in diesem fall halt pro vererbung.

      auch ist der begriff iq zu abstrakt und leitet zu falschen annahmen.
      setze anstelle ‚iq‘ ‚cognitive leistung‘ dann wird es verständlicher. wenn ich dann sehe das inzucht mit zeit erhebliche schäden am genpool anrichtet und erbkrankheiten zunehmen liegt doch der gedanke nahe das auch die cognitive leistung davon beeinflusst wird.

      um ein bild zu benutzen ist das gehirn am ende ja nichts anderes als eine cpu wo subfunktionen durch fehlerhaftes kopieren nicht mehr richtig funktionieren. z.b. die sprungvorhersage schlechter wird und damit alles langsamer.

      davon auszugehen das in einem selektiven prozess die bessere cpu keinen vorteil hat finde ich mit verlaub schon sehr irritierend und wenn wie im film dann angesprochen jagd methoden mehr selektive wirkung haben als die denkleistung ist die derzeitige spannbreite beim iq leicht zu erklären.

      • auf der anderen seite halte ich einfache erklärungen für wahrscheinlicher und damit stehe in diesem fall halt pro vererbung.

        Mit der Haltung muss man die Gender-Studies wohl kaum wg. Unwissenschaftlichkeit kritisieren 😀

        auch ist der begriff iq zu abstrakt und leitet zu falschen annahmen.
        setze anstelle ‘iq’ ‘cognitive leistung’ dann wird es verständlicher.

        Und was soll „kongnitive Leistung“ sein? Die Fähigkeit, die Relativitätstheorie zu begreifen oder die Fähigkeit, das Verhalten von Tieren zu erfassen, und in einem Team mitzuwirken, das sie erfolgreich jagt? (Nein, das kann der „Wilde“ idR weitaus besser als jeder studierte Biologe)

        wenn ich dann sehe das inzucht mit zeit erhebliche schäden am genpool anrichtet und erbkrankheiten zunehmen liegt doch der gedanke nahe das auch die cognitive leistung davon beeinflusst wird.

        Jetzt wirds Eugenistisch.

        Ganz falsche Annahme, wie dir jeder Hundezüchter bestätigen wird: Bei Rassehunden nehmen die Erbkrankheiten dramatisch zu, wohingegen sich Straßenköter im allgemeinen einer wesentlich robusteren Gesundheit erfreuen.

        Züchtete man Menschen auf „cognitive Leistung“, dürfte sich ein ähnlicher Effekt zeigen. Weiterhin hätte man recht bald nur noch lebensfremde, und vor allem: Lebensunfähige „Nerds“.

        Und woher meinst du nur zu wissen, dass Erbkrankheiten zunehmen? Erbkrankheiten nehmen nicht zu, sie werden nur öfter diagnostiziert.

        um ein bild zu benutzen ist das gehirn am ende ja nichts anderes als eine cpu wo subfunktionen durch fehlerhaftes kopieren nicht mehr richtig funktionieren. z.b. die sprungvorhersage schlechter wird und damit alles langsamer.

        Sehr schlechte Analogie: Eine CPU, die falsche Sprünge berechnet funktioniert schicht und ergreifend gar nicht. Es ist sehr selten, dass kleinste Fehler eine CPU nicht komplett unbrauchbar machen, wohingegen beim Gehirn Fehler die Regel sind. Fehlertoleranz ist eine der herausragendsten Leistungen der Evolution.

        davon auszugehen das in einem selektiven prozess die bessere cpu keinen vorteil hat finde ich mit verlaub schon sehr irritierend und wenn wie im film dann angesprochen jagd methoden mehr selektive wirkung haben als die denkleistung ist die derzeitige spannbreite beim iq leicht zu erklären.

        Du widersprichst dir komplett. Wenn Jagdmethoden mehr selektive Wirkung haben als „denkleistung“, dann hast du genau die von dir wie ein Teufel an die Wand gemalte „degenerierung des Genpools“. Und zwar genau in der Natur.

        Sozialdarwinistischer Fehlschluss: Die „beste CPU“ ist die Anpassungsfähigste, und nicht die „Leistungsfähigste“.

        Da das Gehirn ca. 25% der Energie verbraucht, wäre wohl diejenige „CPU“ die über die flexibelsten Energiesparfunktionen verfügt die fitteste.

        • @Nick

          „Da das Gehirn ca. 25% der Energie verbraucht, wäre wohl diejenige “CPU” die über die flexibelsten Energiesparfunktionen verfügt die fitteste.“

          Das ist nur teilweise richtig. Den eine gesteigerte Rechenleistung kann den Energiehunger ja wert sein. Bestes Beispiel: Moderne Smartphones verbrauchen sehr viel Energie im vergleich zu den alten Telefonen ohne Display und mit wenig Rechenleistung, haben aber ihre deutlichen Vorteile in anderen Bereichen
          Der zusatzliche Energieaufwand muss eben durch den Nutzen aufgewogen werden

        • @Christian:

          Das ist nur teilweise richtig. Den eine gesteigerte Rechenleistung kann den Energiehunger ja wert sein.

          Kann, ebend.

          Mit „flexiblen Energiesparfunktionen“ meine ich diejenige „CPU“, die den von dir skizzierten Trade-off Leistung vs. Energieverbrauch am flexibelsten an konkrete Anforderungen aus der Umwelt anpassen kann.

          Moderne Smartphones verbrauchen sehr viel Energie im vergleich zu den alten Telefonen ohne Display und mit wenig Rechenleistung, haben aber ihre deutlichen Vorteile in anderen Bereichen

          Moderne Smartphones wären ohne ausgeklügeltes Energiemanagement überhaupt nicht möglich. Dazu gehört, dass die CPU(s) so oft wie möglich in der Leistung begrenzt bzw. „abgeschaltet“ werden.

          Beim Gehirn ist das eines Wissens leider nicht so ohne weiteres möglich, weil eine Unterbrechung der Energieversorgung schnell zum Zellentod führt.

          Von daher ist es imho plausibel, dass jedes Individuum mit einem Anpassungsmechanismus ausgestattet ist, der naturgemäß nur langfristig wirken kann.

          Es scheint mir auch klar zu sein, dass der Körper Prioritäten setzt. Bei Mangelernährung wird ja auch weniger Muskelmasse gebildet, obwohl Muskelmasse gleichfalls (evolutionär) die Option auf bessere Nahrungsbeschaffung bietet.

          Wenn Gehirnstrukturen überwiegend im Kleinkindalter gebildet werden, dann scheint es mir wahrscheinlich dass eine schlechte Ernährung im Kleinkindalter zu einer lebenslang schlechteren Leistungsfähigkeit führt. (Wenn das Immunsystem sehr viel Energie braucht, dann kann evtl. gar nicht genug Nahrung aufgenommen werden, um den „Luxus“ Gehirn stark auzubilden)

          Aus evolutionärer Sicht ist imho „zuviel“ Gehirn imho eine Investition, die mit einem gewissen Risiko verbunden ist: Nicht in jeder Umweltsituation „nützt es was“, „besonders schlau zu sein“

          Es wäre imho ein Fitnessvorteil, wenn es einen Mechanismus gibt der den „Gehirnbedarf“ im Kleinkindalter möglichst gut „vorhersagt“, und entsprechend in Gehirnstruktur „Investiert“

  7. Chomsky hatte weiter oben „die Kritische Theorie“ erwähnt.

    hier ein querverweis zu dem thema
    „…Quite simply a superb, eloquent and profoundly important document on the history of ‘Critical Theory’ and the Frankfurt school, with it’s weapon of ‘Political Correctness’ …“

    http://bankoran.com/?p=83

    ich denke das ‘Political Correctness’ also das verbot themen zu diskutieren heute elementarer bestandteil unserer probleme ist. die freie diskusion ist grundlage unsere demokratieen, quasi eine eingbaute fehlerkorrektur….

    • Passend zum ersten Video der Reihe hier noch ein Hinweis auf einen neuen Artikel von Joachim, mit der er seine These “Nurture als Nullhypothese” weiter ausführt…

      Nurture als Annahme halte ich nur dann für problematisch, wenn dadurch jede festgestellte geschlechtsspezifische Differenz – beispielsweise die Berufswahl – als zu behebender Defekt wahrgenommen und die Ursache als Effekt diskriminatorischer sozialer Praxis behauptet wird. Genau das tun Feministen und Genderisten.

      Von dieser Prämisse ausgehend lässt sich dann mühelos ein umfassender Machtanspruch ableiten in dem Sinne, dass bis zur vollständigen Angleichung der Biografien von Männern und Frauen okkult wirkmächtige diskriminatorische Praxen bestehen, die es zu korrigieren gelte. Damit hat sich der Genderismus der Pflicht entledigt, Diskriminierung im Einzelfall konkret nachzuweisen, was wiederum der rechtlichen Willkür Tür und Tor öffnet.

      Ob Männer im Durchschnitt ein wenig begabter in Mathematik sind und Frauen etwas begabter in sprachlicher Hinsicht, oder ob das alles nicht zutrifft, ist für mich von geringem Interesse, da es für die Beurteilung des Individuums nichts leistet.

  8. Hab grad Nr.6 geschaut.
    Das in Deutschland zu zeigen hätte schon was.

    Schade, dass die Videos so abrupt abbrechen.

    Auf Christians ursprüngliche Frage gibt’s bislang wenig Reaktion, warum?

  9. Ich schau mir gerade Teil 1 an und habe gestoppt beim Interview mit Simon Baron-Cohen.

    Was man von seinem Experiment mit 1-Tage-alten Säuglingen halten soll, weiß ich nicht./Blaffer-Hrdy hat da auch sowas, wo es darum ging, dass Neugeborene den Duft der Stilleinlage ihrer Mutter lieber riechen würden als den einer fremden Stillenden… kann alles sein…

    Dann aber sagt er, dass Jungs doppelt so viel Testosteron produzierten wie Mädchen (ist das auch der Wert, den Du annimmst, Christian?), und das ein höherer Testosteronwert mit Sprachentwicklungsverzögerungen korreliert.

    Er sagt bei „children“, meines Wissens nach gilt das aber nur für Jungs. Und bei Mädchen soll es sogar umgekehrt sein (blöderweise find ich die Quelle gerad nicht, wer Ahnung hat, darf mir also ruhig laut widersprechen und fände sich in einer Reihe mit dem Autismus-Forscher:

    „Mit diesem Modell wollen Sie unter anderem erklären, warum es viel mehr autistische Jungen gibt als Mädchen. Heute liegt das Verhältnis bei 4:1. Letztlich sagen diese Zahlen aber nur, dass deutlich mehr Buben die Diagnose Autismus erhalten. Sie belegen nicht, dass es tatsächlich mehr autistische Buben gibt als Mädchen.

    Das stimmt. Die Statistiken reflektieren in erster Linie unsere Diagnosemethoden. Gut möglich, dass es leichter ist, Autismus bei Buben zu erkennen

    Funktioniert Ihre Theorie vom extremen männlichen Gehirn denn auch bei Mädchen?

    Mädchen haben auch Testosteron. Unsere Annahme ist folgende: Wenn das vorgeburtliche Testosteron einen gewissen Wert übersteigt, dann besteht ein grösseres Risiko, autistische Züge zu entwickeln. Und zwar unabhängig, ob Knabe oder Mädchen.

    Und können Sie das schon belegen?

    Wir sind noch nicht so weit, aber wir arbeiten daran. Dazu benötigen wir Tausende von Fruchtwasserproben, um genug Beispiele für Autismus zu finden, die wir dann mit nicht autistischen Menschen vergleichen können. Wir machen die Untersuchungen gemeinsam mit Dänemark, denn dort verfügt man über grosse Mengen von Fruchtwasserproben. Derzeit sind wir also noch nicht in der Lage, einen direkten Zusammenhang zwischen Testosteron und Autismus zu erbringen.“

    Und wenn es den gibt, worüber wird dann womöglich nachgedacht werden?

    „Gibt es noch andere Wege, einen zu hohen pränatalen Testosteronspiegel nachträglich zu korrigieren – zum Beispiel mit Medikamenten?

    Die gibt es. Aber ich wäre sehr beunruhigt, wenn man Kindern zum Beispiel Testosteronblocker verabreichen würde, um ihren Hormonspiegel zu senken. Erstens haben wir den Beweis noch nicht erbracht, dass hohe Mengen an Testosteron tatsächlich Autismus verursachen, und zweitens haben diese Medikamente schwere Nebenwirkungen. Aus ethischen wie aus medizinischen Gründen würde ich deshalb klar davon abraten.“

    http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/wissen/medizin/817558.html

    Wer würde darauf wetten wollen, dass die Pharmaindustrie dann auf ihn hören wird?

    • Das hier:“Das stimmt. Die Statistiken reflektieren in erster Linie unsere Diagnosemethoden. “ ist schierer Unsinn.

      Begründung:

      1. Statistiken sind Zählmethoden. Daher sind es nicht die Statistiken die die Vorurteile reflektieren, sondern die Diagnostik – d.h. welche Fragen experimentell gestellt werden.
      2. Aber: Um eine Aussage zu widerlegen muß man genau diese Frage experimentell stellen. Das heißt also, dass die Chance ein Vorurteil zu widerlegen nur darin bestehen kann, dieses an der Wirklichkeit zu testen. Daher muß man dieses Vorurteil so präzise wie möglich reproduzierbar machen.
      3. Es ist ein verbreiteter Irrtum, daß aus dem erfolgreichen Bestehen des Tests die Aussage wahr sei. Die Statistiker habe ja hier die feinsinnige Sprachregelung, daß die Nullhypothes nicht widerlegt sei. Was ja inhaltlich etwas völlig anderes ist, als zu sagen, daß die Nullhypothese wahr ist. Nr weil viiele Leute sich irren, heiß das noch lange ncht, daß es richtig ist, noch nicht eimal wenn es 100% -1 Person snd.

  10. Warum Männer häufig stottern und Frauen 3-4mal schneller sprechen können

    Für die erstaunlichen weiblichen Leistungen beim Sprechen ist eine neuere physiologische Erklärung durch die relativ stärkere Ausbildung des sogenannten Gehirnbalkens gegeben. Dieses dichte Bündel von Nervenfasern (Corpus callosum) verbindet die beiden Hirnhälften (Hemisphären) miteinander.
    Bei Frauen ist dieser Nervenstrang um 23 % dicker als bei Männern. Deshalb ist zu vermuten, dass bei Frauen die beiden Hirnhälften durch eine größere Anzahl von Nervenfasern stärker miteinander kommunizieren.
    Man konnte darüber hinaus zeigen, dass, wenn Männer reden, nur ihre linke Hirnhälfte aktiv ist. Demgegenüber teilt bei der Mehrzahl der Frauen das Gehirn fast symmetrisch das Sprachvermögen auf: Das ganze Gehirn redet mit.
    In der Tat verfügen Frauen über eine höhere verbale Gewandtheit (Wortflüssigkeit) als Männer.
    Auch sind gewisse Sprachfelder des Gehirns bei Frauen größer als bei Männern.
    Gewöhnlich können Frauen im Durchschnitt vielmehr reden und zuhören als Männer. So spricht im Mittel ein Mädchen pro Tag etwa dreimal soviel Wörter wie ein Junge. Kleine Mädchen beginnen im Allgemeinen früher zu sprechen, im Alter von 20 Monaten besteht ihr Wortschatz bereits aus zwei- bis dreimal so vielen Wörtern wie derjenige von Jungen.

    • „In der Tat verfügen Frauen über eine höhere verbale In der Tat verfügen Frauen über eine höhere verbale Gewandtheit (Wortflüssigkeit) als Männer.(Wortflüssigkeit) als Männer.“

      Das stimmt. Judith Butler kann bspw. mit beeindruckender verbaler Gewandtheit erzählen. Nur, wem nützt das was 😀

    • @ Christian

      Interessantes Interview. Dass er sagt:
      „Ich bin nicht gegen Feminismus.
      Ich bin gegen schlechte Forschung“,
      ist verständlich in seiner Situation.

      Seine Begründung für das fehlende
      Interesse der Frauen an technischen
      Berufen: „Sie finden es einfach
      langweilig“ ist halt doch wieder
      typisch für jemand der keine
      Ahnung davon hat was in diesen
      Bereichen abgeht.

      • @Red Pill

        „“Ich bin nicht gegen Feminismus.
        Ich bin gegen schlechte Forschung”,
        ist verständlich in seiner Situation.“

        Das würde ich auch so unterschreiben. Für einen Gleichberechtigungsfeminismus bin ich ja auch.

        „Seine Begründung für das fehlende Interesse der Frauen an technischen Berufen: “Sie finden es einfach langweilig” ist halt doch wieder typisch für jemand der keine Ahnung davon hat was in diesen Bereichen abgeht.“

        Ich denke er stellt auf Hakim und andere ab, nach denen eben gerade die Interessen sehr abweichend sind.
        Was geht denn in diesem Bereich ab?

        P.S.:

        Du schreibst immer mit manuellen sehr kurzen Zeilenumbrüchen, wenn ich das richtig sehe. Hat das einen besonderen Grund?

  11. Jetzt ist er auch schon im „Emma“-Forum angekommen.

    Mich würde interessieren ob es irgendwo eine gute wissenschaftlich fundierte feministische Replik auf den Film gibt? Die meisten „Wissenschaftler“ die darin vorkommen, sind recht fragwürdige Gestalten und ich nehme an es gibt bereits sehr gute Gegenargumente/Studien zu den „Erkenntnissen“ die in dem Film präsentiert werden.

    Du hast Dich ja viel mit Biologie-Kritik beschäftigt, Christian. Vielleicht kannst Du ihm/ihr ja helfen? 😉

  12. Mich würde interessieren ob es irgendwo eine gute wissenschaftlich fundierte feministische Replik auf den Film gibt?

    Kemper und Gesterkamp arbeiten daran. Sie haben herausgefunden, dass Herr Eia ein grosser Fan von Breivik ist und in seier Kindheit mal den Schokoosterhasen seiner Schwester zertrümmerte, was wiederum auf eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hindeutet, die sich in exzessivem Frauenhass manifestiert.

  13. Hoffentlich wird bald in Deutschland eine ähnliche Aufklärung erfolgen, um das von den Gender-Ideologen propagierte „social engineering“ in Richtung Übersexualisierung im Erziehungsbereich schon der Kleinsten und Jüngsten (Krippe, Kita, Schule) zu stoppen.
    Es kann nicht ernst genug genommen werden, was die Vernichtung des Selbstverständnisses von Mann und Frau für Buben und Mädchen bedeutet, die sich gemäß ihren genetischen Vorgaben an Vorbildern entwickeln müssen (siehe Buch „Vergewaltigung der menschlichen Identität, über die Irrtümer der Gender-Ideologie“)

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