Unverbindlicher Sex

Ich bin zu Besuch in meiner derzeitigen Lieblingsstudenten-WG. Gleich an der Tür begrüßt #Freundin mich mit „Wir sind alle bei #Mitbewohnerin1 im Zimmer, komm auch dazu“.

Die Mitbewohnerin sitzt gerade an ihrem PC und sucht auf ihrer Festplatte nach etwas. Sie ist schick zurechtgemacht, die Haare frisch geglättet, ein schönes Top und eine der gerade modernen kurzen Hosen. Die im Raum versammelte WG grinst breit.

„Was ist denn los, dass ihr euch alle hier versammelt?“ frage ich.

„Sie hat ein Date“ verrät mir #Freundin grinsen. „Zum Filmschauen“. Das Grinsen wird noch weiter bei allen.

Da eine Verabredung zum Filme schauen in Kombination mit dem allgemeine Grinsen nur bedeuten kann, dass sie ein Sex Date hat, grinse ich nunmehr auch.

„Ja, ein Filmdate!“ Betont sie. „Aber ich finde keinen guten Film“.

„Beim letzten Filmdate haben sie immerhin die ersten 5 Minuten gesehen“ wirft #Mitbewohnerin2 frech grinsend ein.

#Mitbewohnerin1 wirft ihr einen bösen Blick zu.

Ich werfe ein „Nun lass sie doch, sie kann ihn ja auch danach zu Ende gucken“

#Freundin meint „Oder sie sucht einen Film aus, der gut zu Sex passt, vielleicht irgendwas mit viel Musik“

Wir witzeln etwas rum, welche Filme wohl Sex kompatibel sind, wenn man sie nebenher laufen lässt, von passender Musik, Filmen, die eh einen erotischen Inhalt haben oder Filmen, die im Hintergrund nicht stören.

Sie hat schließlich einen Film gefunden, der ihr zusagt, während sie ihn kopiert, lackiert sie sich die Nägel. Stolz präsentiert sie ihr Werk und die anderen Mädels nicken bestätigend. Ihr Blick fällt auf den Fortschrittbalken des Kopiervorganges:

„Was noch 20 Minuten? Warum ist das Mistding denn so langsam? Ich muss ja in 5 Minuten zum Bus“

Sie denkt nach.

„Dann geh ich eben ohne. Er wird den Film schon nicht vermissen.“ Sie grinst schelmisch.

„Brecht ihr den Kopiervorgang ab und macht den Rechner aus?“

Sie greift ihre Tasche und verabschiedet sich aus der Runde.

48 Gedanken zu “Unverbindlicher Sex

  1. Hier haben wir wieder einen deutlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Zwei Männer würden sich die Mühe nicht machen, ein Sex-Date mit einem Film zu kaschieren, weder praktisch noch verbal 🙂

    Bye the Way. Du hast erstaunlich viele Freundinnen.

    • Mein Filmvorschlag zur Vorbereitung eines Sex Dates:

      Natürlich wird man vorher noch ausführlich die patriarchal-perfiden Propagandamuster analysieren müssen, mit denen hier die Rape Culture und Vergewaltigungsmythen propagiert werden.

      Danach kann man den beidseitig zu unterzeichnenden Vertrag aufsetzen, der Punkt für Punkt auflistet, bei welchen Aktionen Enthusiastic Consent besteht.

      Diesen Vertrag dann konsensuell unterzeichnen und bei der Gleichstellungsbeauftragten des zuständigen Landratsamtes am Wohnort der Frau (!) zur Genehmigung einreichen.

      Nach ca. 14 Tagen bis 3 Wochen wird, die gewohnte Effizienz unserer Work-Life-Bilanz freundlichen Verwaltung vorausgesetzt, die Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten einlangen.

      Falls sie nicht gerade im Urlaub ist oder bei Rolf Pohl ein Seminar belegt hat: “ Kastration leicht gemacht – Tiefenpsychologie als emannzipatorisches Tool für Pauer-Wummen“, Teilnahmegebühr 150 € inclusive Verpflegung (streng veganisch, ohne Möhren, Salatgurken – Rettich nur in geraspelter Form!), die Veranstaltung wird vom BMFSFJ und aus dem Gleichstellungsfond der EU mit 3, 8 Mio. € unterstützt.

      Wenn man Glück hat, werden alle Aktionen als die Gleichstellung der Frau nicht bedrohend und somit als legal genehmigt.

      Hat man Pech, werden einige Punkte als gleichstellungsgefährden abgelehnt (erfahrungsgemäß besonders häufig SM-Praxen, Missionarsstellung – festigt patriarchal-religiöse Vorstellungen, Doggy Style – fördert die Objektififizierung der Frau und bedoroht ihre Fähigkeit, als rationales Wesen autonome Entscheidungen zu treffen – meine Güte, manche Frauen gehen ja dabei ab, das ist ja wirklich zum Fürchten, davor muss die Menschheit unbedingt bewahrt werden!).

      In solchen Fällen ist der Antrag zu überarbeiten, erneut (konsensuell!) zu unterschreiben und wieder einzureichen.

      So wird man, wenn jede Stellung genehmigt ist, nach ca. 6 Wochen bis 2 Monaten ganz spontan den Vertrag abarbeiten können.

      Natürlich nicht ohne vorher der Frau zu versichern, dass man sich des Male Privilege zutiefst bewusst ist, 9000 Jahre patriarchale Unterdrückung zutiefst bedauert, sich dessen unendlich schämt und darum leider keinen hoch bekommt.

      Das ist die Variante bei sexpositiven FeministInnen.

    • „Die bahnbrechendste Erkenntnis dieses Jahr:
      Auch Frauen wollen Sex :-)“

      Noch viel schlimmer ist die Tatsache,
      dass es Frauen gibt die das auch noch
      offen aussprechen. 🙂

      • Sie haben es ja nicht offen ausgesprochen. Sie geht ja bloß Film gucken grins…kicher.

        Ich denke die meisten Männer wären froh, wenn Frauen das mal endlich aussprechen würden: „Ja ich will jetzt mit Dir ficken. Brauchst mich nicht zu umgarnen, mich nicht becircen, mir keine Handtasche kaufen – ich will einfach nur ficken.“

        • Muttersheera,

          was meinst du mit „Kalibrierung“? Die Situation, in der man es sagt? Oder die Worte, mit denen man es sagt.

          Adrian,

          andere Theorie: Es verunsichert Männer zutiefst, wenn das vermeintlich dominante Verhalten plötzlich von einer Frau ausgelebt wird. Da fühlen sich einige ihrer Männlichkeit beraubt 😉

        • @Adrian

          Ich würde es mal so sagen: Wenn es auf Gegenseitigkeit beruht, dann fühlt Mann sich sicherlich auch geehrt und sonst könnte es tatsächlich verunsichern.

          Aber wie sagte doch schon Foucault soo schön: Sex ist laaangweilig! 😀

        • Ich habe auch gestaunt: Er hat schliesslich 4 Bücher über Sexualität (Sexualität und Wahrheit) geschrieben (1 Buch nicht veröffentlicht).
          Neee, ich denke, Foucault hatte ein reges Sexualleben: BDSM-Praktizierender und offene Partnerschaft; also würde sagen, er hatte ein ausgefülltes Sexualleben; er starb ja dann auch an Aids.

        • ich glaub, viele Frauen sprechen es nicht aus, weil sie nicht genau so plump wirken wollen wie manche Männer, die direkt mal die „Tschuldigung, ficken?“-Schiene fahren.

          Naja….und der altbekannte Madonna-Whore-Complex

        • andere Theorie: Es verunsichert Männer zutiefst, wenn das vermeintlich dominante Verhalten plötzlich von einer Frau ausgelebt wird. Da fühlen sich einige ihrer Männlichkeit beraubt

          Weitere Theorie: Viele Frauen rationalisieren ihren tiefen Unwillen / ihre Unsicherheit (offensichtlich zu sein) mit der so schön universell verwendbaren, egobalsamierenden Generalprojektion „verunsicherte Männlichkeit“ 😀

          ich glaub, viele Frauen sprechen es nicht aus, weil sie nicht genau so plump wirken wollen wie manche Männer, die direkt mal die “Tschuldigung, ficken?”-Schiene fahren.

          Erotische Spannung lebt eben von Mehrdeutigkeit. (Kann, muss natürlich nicht) Weshalb lila gefärbte Sexvorstellungen oft so dröge und eindimensional wirken wie ein angestrengt klischeevermeidender, „anspruchsvoller“ Autorenfilm aus den 1970ern.

        • na, ob die „Tschuldigung, ficken?“-Männer lila gefärbt sind ist auch so eine Frage. 🙂

          Das mit der Mehrdeutigkeit mag stimmen, andererseits kommt es auf die Art der Mehrdeutigkeit an.
          („Film gucken“ mit „Ficken“ gleichzusetzen ist ja kaum mehrdeutig, das ist ja fast schon ein eindeutiger Code heutzutage)

          Zum anderen gibt es Menschen die sich bei zu viel Mehrdeutigkeit nicht fallen lassen können, ergo würd ich sagen: die einen brauchen möglichst viel „Freiraum“ (für Interpretationen, was auch immer) und die anderen ein Mindestmaß an „Sicherheit“ (Verbindlichkeit, Eindeutigkeit, was auch immer).

          Die größten zwischenmenschlichen Probleme zwischen Männlein und Weiblein entstehen doch, wenn sich zwei finden die in diesen Belangen unterschiedlich ticken.

          (Wer durch Mehrdeutigkeit stärker angezogen wird, der wird Pick-up sicher auch eher positiv betrachten. )

        • @ Julia

          „was meinst du mit “Kalibrierung”? Die Situation, in der man es sagt? Oder die Worte, mit denen man es sagt.“

          Nicht „entweder/oder“, sondern „sowohl/als auch/&meer“ …

          Nun allerdings verabschiede ich mich ins Experiment, ob heuer ein simples „Tschuldigung, ficken?“ tatsächlich die richtigen Körperstellen reizt. (Ich berichte falls nicht :D)

          Guts Nächtle

        • @ muttersheera

          *Nun allerdings verabschiede ich mich ins Experiment, ob heuer ein simples “Tschuldigung, ficken?” tatsächlich die richtigen Körperstellen reizt. (Ich berichte falls nicht )*

          Tut es.

          Wenn Du Dein Fragen so

          körpersprachlich unterstreichst.

          Ich habe dieses Filmchen vorhin nicht ohne Hintergedanken gepostet, jenseits des offensichtlichen Vordergedankens, dass so ein prächtig geratenes, zeigefreudiges Menschenweibchen für einen heterosexuellen Mann immer ein Hingucker ist.

          Nein, sie zeigt auch sehr schön, dass sie ein Säugetierweibchen ist.

          Fast reflexhaft, ohne zu überlegen, signalisiert sie Paarungsbereitschaft: leichtes Öffnen der Schenkel, Anheben und Vorstrecken der Brüste. Filmte man sie von der Seite, erkennte man die Verstärkung der Lendenlordose (Durchbiegung der Lendenwirbelsäule nach vorne wird verstärkt) mit Anheben des Pos.

          Wie bei einem Rattenweibchen, das dem Böckchen seine Paarungsbereitschaft mitteilt.

          Hätte sie einen Schwanz, wäre der jetzt steil aufgerichtet.

          Wie sicher der des Männchens, dem sie all das signalisiert.

          Nur sitzt der vorne.

          Also, nur Mut.

          Das Menschenmännchen antwortet sicher wunschgemäß, so es gesund (und hetero) ist, auf die Signale des Menschenweibchens.

          Paarungslordose muss frau nicht lernen, gelingt automatisch, auch ohne High Heels.

          Gute Nacht.

        • @unkraut:

          na, ob die “Tschuldigung, ficken?”-Männer lila gefärbt sind ist auch so eine Frage.

          Die Farbe Lila scheint eben recht beliebig zu sein: Das ist zwar eigentlich – sehr geradeaus und ehrlich – ein Consent-Request auf Augenhöhe, dürfte aber sofort als „objektifizierender Ausdruck der rape-culture“ geframt werden. („Ich bin doch nicht so Eine!“ :D)

          (“Film gucken” mit “Ficken” gleichzusetzen ist ja kaum mehrdeutig, das ist ja fast schon ein eindeutiger Code heutzutage)

          Wenn schon: Eindeutig Zweideutig 🙂

          Zum anderen gibt es Menschen die sich bei zu viel Mehrdeutigkeit nicht fallen lassen können, ergo würd ich sagen: die einen brauchen möglichst viel “Freiraum” (für Interpretationen, was auch immer) und die anderen ein Mindestmaß an “Sicherheit” (Verbindlichkeit, Eindeutigkeit, was auch immer).

          Die Mehrdeutigkeit löst sich ja meistens zunehmend auf. Aber imho nie vollständig, weil Menschen nunmal nicht eindimensional ticken: Ambivalenz führt eben zu Ambiguität.

          Es ist natürlich Aufgabe des Mannes, immer weiter in Richtung Eindeutigkeit zu gehen, damit die Frau was zum Festnageln hat 😀

          Die größten zwischenmenschlichen Probleme zwischen Männlein und Weiblein entstehen doch, wenn sich zwei finden die in diesen Belangen unterschiedlich ticken.

          Meistes ist es das Weib, das Eindeutigkeit erwartet, und Mehrdeutigkeit/Ambiguität an den Tag legt. Es hat keinen Sinn das zu beklagen, für das Weib hat Sex eben potenziell andere Folgen.

          Natürlich gibt es dabei starke individuelle Ausprägungen, aber die Grundtendenz bleibt.

          Ein paar Jahrzehnte Verhütungskultur können da nur wenig ausrichten, und auch die Tatsache dass die Staatsgewalt seit Jahrtausenden das Männchen zur Brutpflege verhaftet scheint auch wenig Wirkung zu entfalten.

          Kultur kann das eben nur entweder abschwächen oder verstärken.

          Schrottig wird es dann, wenn dem pösen Männchen=DasPatriarchat die Verantwortung dafür zugeschrieben wird. Als ob DasPatriarchat der Weiblichkeit die Gebärmutti aufgezwungen hätte. Das wirkt wohl ganz klar verstärkend, weshalb ich „Sex-Positive Feminismus“ eher für eine Legende halte.

          @Julia:

          Die Sex-Positive-Strömung kam historisch vorwiegend von Lesben, die keine Lust mehr hatten als „male identified“ diffamiert zu werden, nur weil sie eben mehr wollten als Blümchensex. Das, was sich als Heterosexuell und „Sex-Positive“ identifiziert hat imho meistens den ganzen Dworkin-Rotz unreflektiert verinnerlicht, und damit eben dessen viktorianische Wurzeln, die implizieren dass DerMann ein Dämon ist, der das sakralisierte Weibchen ins Verderben führt.

          Auch bei der hochegolbten Erika Lust scheint das imho recht deutlich durch:

          ..but also some of the most male-driven fantasies and sexual stereotypes!

          OMG!! Male Identified !!11!! Iiiih!!!

          http://www.erikalust.com/fifty-shades-of-fairy-tale/

          Wie man „Sex-Positive“ sein will, wenn „fantasies“ allein deshalb eines Ausrufezeichens wert sein sollen, weil sie eben „male-driven“ sind, ist mir ein Rätsel.

          Dworkin Parade.

        • @ Nick

          *Meistes ist es das Weib, das Eindeutigkeit erwartet, und Mehrdeutigkeit/Ambiguität an den Tag legt. Es hat keinen Sinn das zu beklagen, für das Weib hat Sex eben potenziell andere Folgen.*

          Wobei mann froh sein kann, wenn man nur Ambivalenz vorfindet (in sich selbst und im Weib). Multivalenz trifft es eher.

          Frauen erwarten häufig von Männern, Eindeutigkeit herzustellen und helfen dabei wenig bis gar nicht.

          Das erlaubt es Frauen, vor sich selbst und der Gesellschaft keine Verantwortung übernehmen zu müssen, denn sie haben ja nicht gehandelt.

          Sie lassen handeln.

          Das entlastet von Schuld und ist im Zeitalter der Opferhierarchien und des Wettbewerbes um einen möglichst hohen Platz in der Opferhierarchie (man will das geopfertste Opfer von allen sein, das dann vorrangig Hilfe und Kompensation/Reparation beanspruchen kann) buchtstäblich Gold wert.

        • Wobei mann froh sein kann, wenn man nur Ambivalenz vorfindet (in sich selbst und im Weib). Multivalenz trifft es eher.

          Ja, es ist sicher mehr als nur zweidimensional.

          Eine zweidimensionale Betrachtung wäre allerdings manchmal schon ein Fortschritt: Es soll blogbekannte Physiker geben, die sich zwar mit 11-dimensionalen Stringtheorien beschäftigen, dafür aber den Homo Sapiens auf eine einzige Dimension herunterrechnen möchten, wenn es um „Gender“ geht 😀

          Das erlaubt es Frauen, vor sich selbst und der Gesellschaft keine Verantwortung übernehmen zu müssen, denn sie haben ja nicht gehandelt.

          Das hat imho eben eine biologische Wurzel, scheint praktisch kaum veränderbar zu sein. Wenn sich etwas so gut wie null verändert hat, dann die Tatsache, dass der Mann sexuell Eindeutigkeit herzustellen hat, die aktive Rolle zu spielen hat, und damit die Verantwortung zu übenehmen hat.

          Das macht biologisch Sinn, weil die Schwangere/die Mutter eines Kleinkindes eben z.T. „gehandicapt“ ist, darauf angewiesen ist, beschützt/versorgt zu werden. Mag sein, dass das im Matriarchat anders ist, aber das funktioniert nur dann, wenn die gebratenen Tauben vom Himmel fallen, und sich niemand um irgendwas streiten muss. Folgt man diesen Matriarchatstheorien, dann ist es genau die Leistung des Patriarchates, Väter in die Brutpflege einzubinden.

          Der Viktorianismus hat das Ganze imho bis zum Erbrechen aufgekitscht. Die landwirtschaftliche und häusliche Wirtschaft (Handwerk/Manufakturen), in der Frauen sich noch gut einbringen konnten, trat zurück zugunsten einer Schwerindustrie, die alles andere als „vereinbar“ war. Man musste eine Kompensation schaffen, da das Weib nun – jenseits des Kindergebärens – praktisch „nutzlos“ war. Man entdeckte die Mutterliebe, die Erziehung, das traute Heim und das emotionale Wohl, und für all das war die – man verlieh ihr nun deshalb diesen Adelstitel – Frau zuständig.

          Allerdings hatte der Mann dabei ein seiner Verantwortung adäquates Ansehen, aber nur, wenn er dieser Verantwortung gerecht wurde. Was nicht selten einen frühen Tod bedeutete. Der Mann war der kraftvolle Dämon, der, auch von der Frau gezähmt, viel Gutes, aber auch viel Böses anstellen konnte.

          Die Pille und der Strukturwandel mischten die Karten neu. Frauen waren nicht mehr praktisch dauerschwanger, und es taten sich neue berufliche Perspektiven auf.

          Der real existierende Feminismus sorgt seitdem dafür, dass der kompensatorische Weibchenkitsch erhalten bleibt. Bei gleichzeitiger Beseitigung aller Nachteile, die sich zwangsläufig daraus ergeben.

          Dazu wurde das potenziell Gute im Manne komplett dekonstruiert, und das Böse zu seinem Wesen deklariert. Die ersten Nachkriegsfeministinnen hatten noch das Ziel, sich männliche Stärken anzueignen. Man merkte aber recht bald wie anstrengend das ist, und konstruierte eine Welt, in der allein die pösen Männer dafür verantwortlich sind, dass keine gebratenen Tauben vom Himmel fallen, und in der die pösen Männer selbst Ursache dafür sind, dass Frauen beschützt werden müssen. Nur so lässt sich Opferstatus monetarisieren.

          Das „schöne“ dabei ist, dass es Feminismus teilweise gelingt, die von ihm selbst betriebene Dämonisierung von Männlichkeit dem „Patriarchat“ in die Schuhe zu schieben. Freilich wird das langsam immer durchschaubarer, weil kaum jemand ausser Feministinnen die „allgegenwärtige rape-culture“ wahrnehmen möchte.

          Wenn das wegbricht, hat Feminismus fertig, denn das ist sein zentrales Verblendungsinstrument.

        • @ Nick

          *Der Viktorianismus hat das Ganze imho bis zum Erbrechen aufgekitscht. Die landwirtschaftliche und häusliche Wirtschaft (Handwerk/Manufakturen), in der Frauen sich noch gut einbringen konnten, trat zurück zugunsten einer Schwerindustrie, die alles andere als “vereinbar” war. Usw….*

          Hervorragende Analyse, Nick, der ich voll und ganz zustimme.

          Weshalb ich sie ja auch für hervorragend halte 🙂

          Man sollte sie ausdrucken und an die Tür eines jeden „Gleichstellungs“büros nageln, in dem daran gearbeitet wird, die patriarchalen Privilegien der Frauen (Verantwortungslosigkeit gegenüber zu von ihnen eigentlich zu verantwortenden Handlungsfolgen, Anspruch auf Schutz und Versorgung durch Männer) zu erhalten und auszuweiten unter Ausbeutung der positiven Vorurteile, die Du Weibchenkitsch nennst (Muddikulti).

          Gleichzeitig entzieht man Männern unter dem Label „Gleichberechtigung“ die patriarchalen Privilegien, die mit ihrer größeren Verantwortung/Benutzbarkeit verbunden waren, OHNE sie aus ihrer Verantwortlichkeit und größeren Benutzbarkeit zu entlassen, denn diese Gesellschaft baut darauf und funktioniert nur genau so lange, insoweit und so lange Männer noch bereit sind, die weibliche Luxuria zu subventionieren und abzuschirmen, indem sie genau das tun, was sie immer schon getan haben: Frauen und Kinder zu versorgen und zu schützen, nur eben jetzt über den Sozialstaat als Umverteiler, der vor allem von männlichen Steuerzahlener lebt und das alles bei immer weniger Gegenleistung weiblicherseits.

          Wenn man Häme und Verachtung nicht als Gegenleistung akzeptieren will.

  2. Die einzigen die ich kenne, die „Filmgucken“ mit „Ficken“ übersetzt haben waren Männer.

    Schlussfolgerung meiner Erfahrung nach: Wenn Männer „Film gucken“ wollen meinen sie „ficken“. Das Internet sagt mir: Frauen deuten es so.
    (wär ja nicht das erste mal, dass ich das les).

    Die Frage wär jetzt: wie schafft man es einem Mann klarzumachen, dass man wirklich einen Film gucken will (und alles andere offen bleibt), ohne dass er zu 99% davon ausgeht, dass es um Sex geht?

    Es gibt auch Männer die beim Stichwort „Kuscheln“ zu 90% von Sex ausgehen.

    Also falls das mein naiv-prüder Gedankenfehler ist, möchte ich wenigstens wissen wie ich das korrigieren kann. (Und zwar ohne dass er sofort glaubt, dass er in irgend ner Friendzone landet, nur weil ich keine Lust hab 24/7 von Sex zu schwafeln.)

    • „Die Frage wär jetzt: wie schafft man es einem Mann klarzumachen, dass man wirklich einen Film gucken will (und alles andere offen bleibt), ohne dass er zu 99% davon ausgeht, dass es um Sex geht?“

      Simpel. Indem man den Mund aufmacht und es sagt.

        • @ muttersheera

          *Blödsinn Adrian.
          Wenn eine Frau sowas sagt, gilt das als Shit-test.*

          Nicht, wenn sie zusätzlich ihre Mutter mitbringt.

          Oder ihre lesbische Freundin, den Lisbeth-Salander-Verschnitt, die mit der Rauhhaardackelfrisur und dem S.C.U.M.-Manifest unter der unrasierten Achselhöhle.

          Sie könnte auch ein Holzfällerhemd anziehen und die Kautabakbrühe in hohem Bogen vor seine Füße speien vor Betreten des Kinos/Hausflurs.
          Meinethalben auch im Hausflur, das wirkt dann noch nachdrücklicher.

          Oder ihn bitten, ihr doch den Beipackzettel ihrer Vaginalzäpfchenpackung vorzulesen, weil sie ihre Lesebrille vergessen hat. (Man will schließlich einen Film gucken).

          Herrgott, es gibt tausend Wege, einem Mann klar zu machen, dass man keinen Sex haben will.

          Auch Furzen und Rülpsen wie ein Nilpferd auf der Weide hilft.

          Allerdings nur bei Sensibelchen wie mir.

        • „Herrgott, es gibt tausend Wege, einem Mann klar zu machen, dass man keinen Sex haben will.“

          Schon richtig, aber es ist auch hier besser das arme weibliche Opfer zu spielen, das einem Mann nicht einmal klar machen kann, dass es bitte bitte jetzt keinen Sex will 😀

        • @ Adrian

          *Schon richtig, aber es ist auch hier besser das arme weibliche Opfer zu spielen, das einem Mann nicht einmal klar machen kann, dass es bitte bitte jetzt keinen Sex will *

          Noch einfacher ist es natürlich für eine Frau, zu signalisieren, dass sie Sex will:

          Aber ich fürchte, selbst dazu braucht die moderne, emanzipierte Frau („Ich bin emanzipiert! Helft mir!!“) erstmal 3 Ratgeberbücher und 5 Jahre Studium der Brigitte-Kolumne „Beziehung im Alltag“.

        • „Auch Furzen und Rülpsen wie ein Nilpferd auf der Weide hilft.“

          Oder, dann werd ich das mal ausprobieren 😀

          (neee….dann bin ich für manche sicher die eklige Emanzensau die versucht männlicher als jeder Mann zu sein 😉 )

      • Ich glaub das ist eher das gleiche Paradoxon wie der Ausruf: „Sei spontan“.

        Geplanter Sex wär nicht spontan.
        Wenn beide Involvierte gleichermaßen Planen: gut, kein Paradoxon.

        Aber wenn einer Sex plant und der andere „spontan“ entscheiden will (und dann keinen Sex will), dann ist man sicher wieder die fiese prüde Emanze, oder so.
        Wer hat jetzt das Problem? Der, der mit Sex rechnete und dann enttäuscht ist, oder der, der alles offen lassen wollte und dabei nicht klar genug kommuniziert hat?

        Bringt klare Kommunikation da überhaupt was?
        Wer primär Sex will/plant, der hat dann keine Lust mehr mit einem „kann sein, kann nicht sein“ seine Zeit zu verschwenden. Unter’m Strich gehen dann beide leer aus.

        (Naja, könnte man auch abhaken mit „die Chemie stimmt nicht“)

        • @ unkraut

          „Wer hat jetzt das Problem? Der, der mit Sex rechnete und dann enttäuscht ist, oder der, der alles offen lassen wollte und dabei nicht klar genug kommuniziert hat?“

          Der, der mit Sex rechnete und dann enttäuscht ist hat das Problem.
          Ich halte es aber für ein eher kleines…

      • Also ohne qualifizierte Genderbeauftragte als Aufsichtsperson mit umfassender Querschnittaufgabe sollten sich Maennlein und Weiblein nicht daten. Man stelle sich vor, was da alles passieren kann! Mann bedenke, dass 99 Prozent aller Maenner mehrmals am Tag Penetrationsgelueste haben!

        • solange diese Penetrationsgelüste nicht mit einem „alles muss, nix kann“ verbunden werden, ist das mir sehr egal, was in Männerköpfen diesbezüglich vorgeht.

          Nur es macht keinen Spaß Männer kennenzulernen, bei denen die Chemie nicht stimmt, weil die tatsächlich der Meinung sind, dass man mit Frauen ausser mit Sex nicht auf einen Nenner kommen kann.
          Zum Glück sind das nicht 99% der Männer. Aber die, die so denken, die schrecken mich ab.
          Fragt sich, ob das blos eine Art Schauspiel ist für das eigene Selbstbild ist bzw um andere Männer zu übertrumpfen mit den „Attributen eines bestimmten Männerstereotyps“.

    • Die Frage wär jetzt: wie schafft man es einem Mann klarzumachen, dass man wirklich einen Film gucken will (und alles andere offen bleibt), ohne dass er zu 99% davon ausgeht, dass es um Sex geht?

      Indem man sich nicht erst 5min vor dem Bus darum schert, welcher Film überhaupt gesehen wird 🙂

  3. „Sie greift ihre Tasche und verabschiedet sich aus der Runde.“
    Aber Christian, cocky-funny banter, boyfriend routine, comfort, seduction, LMR überwinden und der lay gehört dir.

    • @Haselnuss

      Auch wenn ich vielleicht unter Anwendung diverser Techniken Sex mit ihr hätte haben können, verpflichtet mich das ja nicht ihn auch zu haben oder jede Frau per se mit Sexinteresse zu gamen oder? Game ist insoweit nur ein Mittel. Man kann es einsetzen, wie man will. Deine Auffassung, dass Pickup einen verpflichtet, immer (aus deiner Sicht alberne) Techniken einzusetzen, ist insoweit unzutreffend.
      Hinzu kommt, dass sie schlicht nicht das „Target“ war. Hier reichte mir die Darstellung, dass ich niemanden wegen unverbindlichen Sex verurteile, vollkommen aus.

      (derjenige, der mit ihr schläft, hat meines Wissens nach nichts im Bereich Pickup gelesen, die Grundsätze, die dort vertreten werden, wendet er (im Pickup würde man sagen als „Natural“) allerdings ebenfalls an, er ist ein vergleichsweise dominanter Alpha mit natürlicher Cocky Comedy,Negs und einer Scheißegalhaltung, was Frauen angeht)

  4. Pingback: Der Test: Bin ich ein Feminist? « Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.