„Warum sind die tollen Männer alle schon weg?“

Malte Welding zitiert einen Text aus der Berliner Zeitung, in dem eine Frau sich darüber aufregt, dass es keine tollen Männer mehr gibt:

Ich bin spontan, verrückt, chaotisch, humorvoll – und einsam. Es kommt mir so vor, als ob es einen Knall gab, und alle tollen Männer sind weg. Denn es gibt nur noch Weicheier, Luschen, Memmen und Waschlappen. Jetzt weiß ich, warum Frauen lesbisch werden: Männer haben einfach keinen Arsch mehr in der Hose! Warum spricht ein Mann eine Frau nicht einfach an, wenn sie ihm gefällt? Mary, 25

Malte Welding bespricht den Artikel unter dem Gesichtspunkt „wer sich so beschwert, der sollte lieber mal an sich selbst arbeiten, die Männer werden eher einen Bogen um sie machen“.

Ich finde natürlich eher den Wunsch von ihr interessant. Es ist eben der klassische „männliche Mann“ gefragt. Kein Weichei, jemand der nicht wartet, ob Frauen ihn ansprechen, sondern sie selbst anspricht. 

 

89 Gedanken zu “„Warum sind die tollen Männer alle schon weg?“

  1. @Christian
    Das sehe ich bei dieser Selbstbeschreibung der guten „Mary, 25“ aber eher wie Malte.
    Das Problem dürfte in diesem speziellen Fall weniger in dem „Arsch in der Hose“ liegen – sondern eher in dem Konditional bei „spricht ein Mann eine Frau nicht einfach an, WENN sie ihm gefällt?“

    Das „Mary, 25“ einfach keinem Mann gefällt, auf die Idee kommt die Dame nicht. Das die Welt voll ist von Mädels, die „verrückt und chaotisch“ sind und dies dann auch noch für ein Qualitätsmerkmal halten, auf die Idee kommt die Dame nicht. Das der durchschnittliche Mann eben nicht danach lechzt, seine Lebenszeit mit „verrückten und chaotischen“ – sprich: unerwachsenen und vollneurotischen – Mädels zu verplempern, auf die Idee kommt die Dame nicht.

    Was solls? *schulterzuck*

    (Ich würde jemanden, der sich so beschreibt, nicht mal mit der Kneifzange anfassen. Geschweige denn, in mein Leben lassen.)

    • @Virtual-cd
      Ja, ich verstehe auch nicht so recht, warum Frauen meinen damit eine positive selbstbeschreibung abzugeben. ich vermute, das es eine Übertragung aus den eigenen Vorlieben ist, eben was sie an sich toll finden würden. es steht da vielleicht für Abwechslung und Aufregung, Drama und Gefühle. gerade Drama kommt aber bei Männern eher schlecht an, während es bei einigen Frauen ab und an sehr positiv aufgenommen wird

      dennoch sind ihre Erklärungen und Wahrnehmungen ja interessant, selbst wenn man annimmt, dass sie nur nachträglich Männer, die sich nicht für sie interessiert haben in unattraktive Männer umrationalisiert. der weg, den sie dazu nutzt, macht eben deutlich, was sie als unattraktiv wahrnimmt

    • @ virtual-cd

      *Was solls? *schulterzuck* *

      Genau so.

      Männer sollten aufhören zu fragen, was Frauen wollen, was Frauen guttut, was man noch tun kann, um Frauen die Welt angenehm zu machen.

      Das haben FeministInnen auch nicht getan mit Bezug auf Männer.

      Auf die Frage: „Aber was ist mit den Männern?“, erntet man bestenfalls Desinteresse („Nicht unser Bier!“), oft sogar Hohn und Spott.

      Also sollten Männer sich vor allem fragen:“Was tut mir gut? Was macht micht glücklich? Was erwarte ich vom Leben?“

      Und das realisieren, ohne Rücksicht auf Frauen,, einfach ihr Ding durchziehen, sich nicht verbiegen, um einer Frau zu gefallen.

      Tun sie das, passiert oft etwas ganz Erstaunliches: Der Mann, der so handelt, Frauen eher mit Missachtung straft, gerade der wird interessant für Frauen.

      Gerade bei ihm finden sich oft Frauen ein, die sich im anschließen wollen, die das sehr deutlich signalisieren, die signalisieren, wie erwünscht es ihnen wäre, wenn er sie umwürbe.

      Dann kann Mann sich immer noch überlegen, ob es diese Frau wert ist, um sie zu werben und wieviele Kompromisse er eingehen möchte, um mit ihr „handelseinig“ zu werden, wie hoch der Preis ist, den er für sie zahlen möchte – eine ganz andere Position als die des Bittstellers, der von Frauen eine Gunst erhofft, indem er sich ihnen anpasst.

      Zudem muss heute keine Frau mehr einsam sein: Es gibt Callboys, Ken, Vibratoren, Samenbanken und die feministische Freude, endlich fei zu sein von männllicher Unterdrückung.

      Genießt es. Die Wüste ist schön.

      • „Männer sollten aufhören zu fragen, was Frauen
        wollen, was Frauen gut tut, was man noch tun kann,
        um Frauen die Welt angenehm zu machen.“

        Erstens wissen Frauen gar nicht was
        sie Wollen. Hat ja schon der Freud
        verzweifelt festgestellt.

        Je mehr man ihnen entgegenkommt
        um so absurder werden die Forderungen
        und um so unzufriedener werden sie.
        Gleichzeitig steigt die Verachtung
        für die Manginas die meinen, ihnen
        etwas Gutes zu tun.
        Also seine eigenen Projekte und
        Vorlieben nachgehen.
        Im Umfeld von fast allen männlichen
        Hobbys gibt es Groupies.

    • Dieser Typus ist auch derjenige, der ihren Stecher zu Beginn der Beziehung in den Himmel lobt.
      Da hört Mann dann, wie total gleichberechtigt und so ganz auf Augenhöhe und weiss der Kuckuck was noch alles ihr Stecher und sie doch die Beziehung führe. Das gilt uneingeschränkt, bis ER eine andere nagelt. Von diesem Moment an ist er das grösste Schwein, das je auf Erden gewandelt ist.

      Die Jubelarien auf den Stecher hört Mann ja auch hier ab und zu, wenn die Mädels darlegen, was für ein Schwein der Mann im Allgemeinen sei, und welch ein Glück sie doch mit ihrem Freund habe, der so gaaaaanz anders sei. Gääääähn!

      • „Da hört Mann dann, wie total gleichberechtigt
        und so ganz auf Augenhöhe und weiss der
        Kuckuck was noch alles ihr Stecher und sie
        doch die Beziehung führe. Das gilt
        uneingeschränkt, bis ER eine andere
        nagelt. Von diesem Moment an ist er
        das grösste Schwein, das je auf Erden
        gewandelt ist.“

        Solange er lieb zu ihr ist,
        kann er daneben zu allen
        Anderen so unfair und brutal
        sein wie er will und sie
        hebt ihn in den Himmel.
        Unfähigkeit das Verhalten
        des Partners in einem
        globalen Zusammenhang zu
        sehen. Alles was jenseits
        ihrer persönlichen Gefühle
        liegt, ist schlicht
        inexistent.

        • Was du sagst, ist Unsinn. Jedenfalls trifft es nicht auf Frauen in Beziehungen zu, die die erste Verliebtheitsphase schon überstanden haben und beginnen, ihren Partner richtig kennenzulernen (dazu kommt noch, dass Männer in der Verliebtheitsphase den neuen Partnerinnen sicher auch grobe Persönlichkeitsfehler eher vergeben). Ich würde behaupten, dass Frauen ein Mann, der sich danebenbenimmt (= sich grundlos anderen gegenüber wie der letzte A**** verhält) peinlich ist.
          Wenn du auf die Badboy-Fantasien in den Liebesromanen ansprichst, dann verstehst du offensichtlich den Unterschied zwischen feuchten Fantasieträumen und tatsächlichen Wünschen nicht.

        • @ Szygy

          * Ich würde behaupten, dass Frauen ein Mann, der sich danebenbenimmt (= sich grundlos anderen gegenüber wie der letzte A**** verhält) peinlich ist.*

          Sicher, Eva Braun war ihr Adolf so was von peinlich, dass sie nur deshalb vom Obersalzberg kaum herunterkam. ganz schrecklich.

          Oder Frau Assad. Wenn ihr ihr Bashar nicht so peinlich wäre,…

        • Mhm, genau. In allen, oder zumindest den meisten Frauen steckt eine Eva Braun. Ebenso wie in allen, oder zumindest den meisten Männern ein Hitler steckt 3:)

          Abgesehen davon glaube ich nicht, dass Red Pill mit dem schlechten Benehmen Männer wie Hitler, die sich in den Kreisen, in denen sie verkehren, sicher durchaus als große Wohltäter aufspielen, meinte.

        • @ Syzygy

          „Was du sagst, ist Unsinn. Jedenfalls trifft es nicht auf Frauen in Beziehungen zu, die die erste Verliebtheitsphase schon überstanden haben und beginnen, ihren Partner richtig kennenzulernen (dazu kommt noch, dass Männer in der Verliebtheitsphase den neuen Partnerinnen sicher auch grobe Persönlichkeitsfehler eher vergeben).“

          Eigenschaften und Verhaltenstendenzen
          von Mann und Frau sind je über breite
          Spektren verteilt.
          Das wichtige Wörtchen in diesem Satz
          ist „je“.
          Wenn du sagst trifft nicht auf alle
          Frauen zu bin ich voll einverstanden.
          Die Zeit am Ende der Verliebtheitsphase
          ist besonders kritisch. Wenn Männer da
          zu wenig Alpha Verhalten zeigen, ist
          vielfach fertig lustig.

          „Ich würde behaupten, dass Frauen ein Mann, der sich
          daneben benimmt (= sich grundlos anderen gegenüber wie der
          letzte A**** verhält) peinlich ist.“

          Solange er mit seinem Verhalten Erfolg hat,
          also Status und Ressourcen dazu gewinnt,
          hat das eben nichts mit peinlich zu tun.

          „Wenn du auf die Badboy-Fantasien in den Liebesromanen
          ansprichst, dann verstehst du offensichtlich den
          Unterschied zwischen feuchten Fantasieträumen und
          tatsächlichen Wünschen nicht.“

          Auch auf diesem Gebiet ist eine
          scharfe Trennung halt teilweise
          auch Illusion. Es gibt eine breite
          Grauzone.
          Soll keine Anspielung auf „50 shades
          of gray“ sein. 🙂

  2. Sehr schön dieser Kommentar:

    „Meine Theorie dazu ist, dass die Männer, die Mary (25) leider alle nicht ansprechen, wahrscheinlich fleißige m*dien*lite-Leser sind und wissen, dass das Ansprechen von Frauen aus Attraktivitäts- oder beliebigen anderen Gründen in der Regel als sexualisierte Gewalterfahrung erlebt wird.“

  3. Leute, die sich selbst als „verrückt“ etc. bezeichnen, sind meist die langweiligsten Schnarchnasen überhaupt. Für die ist es meistens schon crazy, morgens mal KEINE Pastellfarben anzuziehen und sich Buko aufs Brot zu schmieren, obwohl sie normalerweise immer Philadelphia nehmen.

    Ich kenne solche Leute zur Genüge. Das sind auch genau die selben, die in eisiges Schweigen verfallen, wenn sie mal etwas oder jemanden ausgesetzt sind, das oder der wirklich ein bisschen nonkonformistisch ist. Tausendfach miterlebt.

    Und wegen solcher Idiotinnen wie Mary (mit dem Namen kann man ja nur voll crazy sein) setzt sich das blöde Klischee fest, dass Frauen auf Machos stehen, nur weil SIE keinen Arsch in der Hose hat, einen Mann anzusprechen, der IHR gefällt. Das wär doch mal total verrückt, ne.

    • @Robin

      Ja, das wäre echt verrückt. wobei mir die Einstellung “er muss mich ansprechen“ eher typisch für Frauen zu sein scheint. ich habe die auch schon von genug Freundinnen gehört.

      spricht du Männer an? Und wenn ja, dann wie? (damit wir hier auch mal ein paar Tipps für Frauen haben)

      • Hi Christian,

        nein, ich spreche Männer nicht an (bzw. muss ich das ja auch nicht mehr, aber auch bevor ich meinen Freund kennenlernte, hab ich das fast nie gemacht), dazu bin (bzw. war) ich zu schüchtern. Allerdings beschimpfe ich Männer, die im Gegenzug mich nicht ansprechen, nicht als Waschlappen und Luschen. Ich neige da eher zu virtual-cds Einschätzung, dass die mich schlicht und ergreifend nicht ansprechen wollen.
        Bestimmt gibts aber tatsächlich viele Männer, die sich einfach nicht trauen, Frauen anzusprechen. Sowas ist dann eher zu bedauern, kein Grund, jemanden zu beschimpfen. „Oh, du bist unsicher und hast kein Selbstvertrauen? Du MEMME!!“

        Seltsam auch der logische Fehlschluss von der guten Mary, dass nur die tollen Männer Frauen ansprechen. Aus meiner Erfahrung heraus scheints eher umgekehrt zu sein.

    • @Robin

      Ich finde nix langweiliger und ätzender als Frauen, die darauf warten, von einem Typen angesprochen zu werden. Ich finde Frauen toll, die selbst Typen ansprechen und davon gibt es glücklicherweise nicht wenige! 🙂

    • Leute, die sich selbst als “verrückt” etc. bezeichnen, sind meist die langweiligsten Schnarchnasen überhaupt

      Volle Zustimmung. Ich denke ja, man beobachtet hier einen ähnlichen Effekt wie bei Schildern oder anderen öffentlichen Regeln: ein Schild „hier keinen Müll hinwerfen“ deutet nicht darauf hin, dass es eine saubere Gegend ist, sondern eine Gegend mit dem Müllproblemen.

      Jemand, der es für nötig hält, sich als „verrückt“ zu bezeichnen, hat vmtl ein „normalitätsproblem“ mit sich selbst 🙂

      • Das ist eine schöne Theorie, die vermutlich stimmt 😀

        Dasselbe übrigens bei Leuten, die es für nötig halten, bei Facebook etc. zur Charakterisierung ihrer Person abgedroschene Leitsprüche wie „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter“ oder „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ zu posten. Das sind die unkreativsten, langweilligsten und spießigsten Leute überhaupt. Immer.

        • Dasselbe übrigens bei Leuten, die es für nötig halten, bei Facebook etc. zur Charakterisierung ihrer Person abgedroschene Leitsprüche wie “Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter” oder “Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum” zu posten. Das sind die unkreativsten, langweilligsten und spießigsten Leute überhaupt. Immer.

          Klingt vor allem total abgedroschen, klar. Und wenn die sich um eine Stelle bewerben, dann suchen sie „eine neue Herausforderung„, eine „spannende Aufgabe„, wo sie etwas „bewegen und sich einbringen können„. Werden sie nach (persönlichen) Schwächen gefragt, dann antworten sie, dass sie manchmal „ungeduldig“ seien.

          Selbstverständlich deuten diese hier beispielhaft angeführten Allgemeinplätze, die weit verbreitet sind, auf Konformismus hin und nicht etwa auf eine etwas leicht verrückte, nonkonformistische und kreative Persönlichkeit.

        • Leitsprüche wie “Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzteroder “Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum” zu posten

          Ich frage mich dabei eigentlich immer, wie das gehen soll. Ich meine, wie soll das gehen, jeden Tag eine Party á la Joker in „the dark knight“ würde spätestens nach dem 2 Tag die Aufmerksamkeit diverser SEKs auf sich ziehen, und ich könnte mir vorstellen, dass das Koks nach einer Woche auch gesundheitliche Spuren hinterlässt… Ganz zu schweigen davon, dass die Hotels mich nach dem ersten Abend nicht mehr die Zimmer verwüsten lassen, und die Partygäste so nach und nach auch mal wieder ihren spiessigen Jobs nachgehen müssen, damit irgendwer die Rinder, die für die Filetsteaks, die ich mir als „Henkersmalzeit“ reinhaue, hütet, schlachtet, transportiert und zubereitet…

          Ok, das Beispiel ist etwas stark auf das materielle fokussiert, aber ich denke der Punkt ist klar: der Tip ist eine beschissene Idee 😉

          Und das die Umsetzung von „Lebe deinen Traum“ erstmal einen sehr, sehr schweren Erkenntnisprozess fordert, was der Traum ist, war eigentlich auch schon klar als das Motto noch unpopulärer „Tue was du willst sei dein einziges Gesetz“ hies…

        • Werden sie nach (persönlichen) Schwächen gefragt, dann antworten sie, dass sie manchmal “ungeduldig” seien.

          Oh, ist das mittlerweile die politisch korrekte Antwort? Ich war noch auf dem Stand, dass man „einfach nicht mit der Arbeit aufhöhren kann“, oder direkt „ich bin workalohic“ sagt.

          Bin mal gespannt, ob meine Antwort „ich finde Menschen nervig und strukturiere meine Arbeit so, dass möglichst wenig Interaktion notwendig ist“ irgendwann mal die richtige wird…

        • @keppla: Ich bin zwar kein Personaler, aber deine Antwort würde ich als gefährlich einschätzen. Die meisten Einsteiger scheitern, nicht an mangelnder fachlicher Qualifikation, sondern an fehlenden Sozialkompetenzen. Deine Antwort lässt bei den Personalverantwortlichen, doch sofort die Alarmglocken läuten.

        • @Robert Michael: mir ist klar, dass der Satz nicht sonderlich populär ist.

          Eigentlich ist er auch übertrieben, ich arbeite durchaus im Team, und hab mir angewohnt, stark auf soziale Dynamiken zu achten, allein schon, weil die ein großes Problempotential haben.

          Der Satz ist mehr oder weniger ein Protestakt gegen die Bürokultur.

          Mich nervt die ja auch von dir beobachtete Fokussierung auf „Teamwork“ und „Softskills“. Was nützt mir jemand, der total toll im Team, aber eben nicht arbeiten kann? Was nützt mir, wenn wir „alle in die gleiche Richtung rudern“, wenn wir in der summe immer noch langsamer sind als ein einzelner halbwegs kräftiger Ruderer?

          Softskills sind ohne Frage was tolles, aber eben nur, wenn die Hardskills da sind.

          Da die Personaler allerdings typischerweise nicht ansatzweise in der Lage sind, hardskills zu bewerten, beschränken sie sich auf die Softskills, und betonen ihre ach-so-große wichtigkeit, um so die Abwesenheit der eigenen Hardskills zu überspielen.

          Und, ironischerweise Kommuniziere ich sogar noch besser als die meisten, die das als Softskill angeben, weil die Kommunikation als „möglichst viele Worte“ messen, während ich es als „möglichst viel Information an den richtigen orten mit möglichst wenig Aufwand“ messe.

  4. Ich denke, Statements wie diese haben als einziges Problem die zeitliche Formulierung „nicht mehr“, die Implikation, dass es mal anders war.

    Wie Warren Farrell (glaube ich) in einem Essay sehr schön gezeigt hat, ändert sich das Verständnis davon, was ein „echter Mann“ ist recht schnell. Demonstriert hatte er das anhand eines „Blue Collar Workers“ mit einer Stoischen Arbeitsmoral: früher hat man ihn dafür bewundert, dass er seinen blöden Chef aushält und hart arbeitet, heute verachtet man ihn dafür, dass er sich gegen den Chef nicht durchsetzt und keine Zeit hat.

    Was sich geändert hat, ist, dass das, was er produziert, nicht mehr so knapp ist, nämlich Grundversorgung und Konstanz.

    Männlichkeit wird aber offensichtlich nicht als eine körperliche Eigenschaft wahrgenommen (die Beschwerdeführerin beklagt sicher nicht den Mangel an Penisen), sondern als das Gewinnen der Knappen Güter, anders gesagt: als die Konkurrenz, und ist somit immer relativ zum Rest der „Kandidaten“ definiert, und somit ist auch klar, dass es in der Gesellschaft immer nur <25% "echte Männer" geben kann (die Gewinnerhälfte der Y-Chromosomenträger).

    Wenn sich also eine Frau darüber beklagt, dass es keine echten Männer mehr gibt, kann man nur sagen: "das war schon immer per Definition so".

  5. „Ich bin spontan, verrückt, chaotisch, humorvoll – und einsam. Es kommt mir so vor, als ob es einen Knall gab, und alle tollen Männer sind weg. Denn es gibt nur noch Weicheier, Luschen, Memmen und Waschlappen. Jetzt weiß ich, warum Frauen lesbisch werden: Männer haben einfach keinen Arsch mehr in der Hose! Warum spricht ein Mann eine Frau nicht einfach an, wenn sie ihm gefällt? Mary, 25“

    Wenn Sie schon so über Männer spricht, sollte sie sich nicht wundern, wenn Männer einen großen Bogen um sie machen. Denn Männer, die ihr nicht gefallen, sollte man nicht beleidigen („Weicheier, Luschen, Memmen und Waschlappen, keinen Arsch mehr in der Hose“). Die Eigenschaften, die moderne junge Frauen von heute so haben, und die sich oft in Respektlosigkeit, fehlenden Umgangsformen, Egoismus und eklatantem Mangel an Beziehungsfähigkeit, Untreue, gepart mit feministischer Indoktrinierung, schrecken Männer auch oft ab – und trotzdem nehmen Männer wesentlich seltener so „Nettigkeiten“ wie „verzogenes kleines Prinzesschen“ oder „Schlampe“ in den Mund, wie Frauen die oben genannten Begriffe, ist jedenfalls meine Erfahrung. Ebenso die Gewissheit, gegen eine Frau immer dann, wenn es Ernst wird (Scheidung, Sorgerecht, Unterhalt, Bezichtigungen aller Art), so haushoch zu verlieren, dass u. U. das ganze Leben zerstört wird.

    Das Bitch shield vieler Frauen schreckt Männer auch ab. Je mehr Frauen ein Bitch shield haben, und je brutaler es Männern „ins Gesicht geknallt“ wird, desto seltener sprechen sie Frauen an – eigentlich nur logisch.

    Wenn Männer in Beziehungen oft schlechte Erfahrungen mit Frauen gemacht haben, sprechen sie sie irgenwann auch nicht mehr an.

    Wenn man dann noch im Internet auf Feministinnen stößt, die vor Rufmord und Manipulation, so auch der Wikipedia nicht zurückschrecken, oder die einem in Internetforen das Wort im Munde herumdrehen, einen falsch wiedergeben, den eigenen Standpunkt uminterpretieren, und dabei immer die Interpretationsmöglichkeit wählen, die am meisten gegen einen spricht, einem den Respekt chronisch verweigern usw. – dann hat man(n) irgendwann auch echt keine Lust mehr auf Frauen. Es gibt heute wirklich viele Frauen, die nur noch FEINDINNEN DES MANNES sind. Nicht Gegnerinnen, die einfach nur eine andere Meinung haben, sondern Feindinnen, die einen zerstören würden, wenn sie könnten. Und solche Charaktäre lässt man(n) auch besser nicht zu nah an sich heran.

    Ich bin mittlerweile sogar der Überzeugung, dass es für manch einen Mann besser ist, es bei Frauen erst gar nicht zu versuchen. Keine Beziehung, keine Ehe, keine Familie. Stattdessen ein Lebensabend mit Überlänge – wenn einen die Frau nicht finanziell und seelisch ruiniert, kann man wenigstens noch in Urlaub fahren, die Welt erkunden, Hobbys nachgehen, hat mehr Freizeit, weil der Arbeitszwang ohne Frau und Kinder deutlich kleiner ist, usw. – und der Feminismus bricht schneller zusammen, je mehr sich verweigern. Auf der anderen Seite eine unmögliche Strategie, weil es dann plötzliche demographische Einbrüche gibt…

    „Malte Welding bespricht den Artikel unter dem Gesichtspunkt “wer sich so beschwert, der sollte lieber mal an sich selbst arbeiten, die Männer werden eher einen Bogen um sie machen”.“

    Das hat er Recht.

    „Ich finde natürlich eher den Wunsch von ihr interessant. Es ist eben der klassische “männliche Mann” gefragt. Kein Weichei, jemand der nicht wartet, ob Frauen ihn ansprechen, sondern sie selbst anspricht.“

    Sie „will“ unterbewusst natürlich sexy Söhne haben, das wäre meine hauptsächliche Erklärung dafür. Die sind „sexier“, wenn sie auch bei solchen Weibchen – bei den meisten Arten, auch beim Menschen, die Mehrheit aller Weibchen – landen können, die auf passive und nicht auf aktive Weibchenwahl setzen.

    Über die Regeln, wie man(n) Frauen anspricht und erobert, müsste man viel früher im Leben und viel ausführlicher Informiert werden. Dann liefe auch mehr. Aber auch wieder mit der Gefahr, dass man durch die hohe Pick Up-Kunst nur den Grundstein für einen Scheidungs- und Sorgerechtskrieg legt, der einen restlos ruiniert, in den Knast bringt oder in den Selbstmord treibt.

    • Sorry, es soll natürlich heißen:

      „Die Eigenschaften, die moderne junge Frauen von heute so haben, und die sich oft in Respektlosigkeit, fehlenden Umgangsformen, Egoismus und eklatantem Mangel an Beziehungsfähigkeit, Untreue, gepart mit feministischer Indoktrinierung ZEIGEN, schrecken Männer auch oft ab…“

    • „Die Eigenschaften, die moderne junge Frauen von heute so haben, und die sich oft in Respektlosigkeit, fehlenden Umgangsformen, Egoismus und eklatantem Mangel an Beziehungsfähigkeit, Untreue, gepart mit feministischer Indoktrinierung“

      Japs gute alte Zeit…da wurde es ihnen eingeprügelt..nicht schön, aber wirksam…heute denken sich die Tussen sie könnten sich alles erlauben…es fehlt die strenge Hand…

    • “ Wenn man dann noch im Internet auf Feministinnen stößt, die vor Rufmord und Manipulation, so auch der Wikipedia nicht zurückschrecken, oder die einem in Internetforen das Wort im Munde herumdrehen, einen falsch wiedergeben, den eigenen Standpunkt uminterpretieren, und dabei immer die Interpretationsmöglichkeit wählen, die am meisten gegen einen spricht, einem den Respekt chronisch verweigern usw. – dann hat man(n) irgendwann auch echt keine Lust mehr auf Frauen“

      Du sprichts mir aus der Seele…ich jedoch habe beschlossen mir das nicht mehr länger gefallen zu lassen…erst mit Worten…wenn die nicht mehr helfen muss es (leider) wieder die strenge Hand sein. Es geht leider nicht anders…Männer müssen wieder führen lernen…

      • @ Tino

        „Du sprichts mir aus der Seele…ich jedoch habe beschlossen mir das nicht mehr länger gefallen zu lassen…erst mit Worten…wenn die nicht mehr helfen muss es (leider) wieder die strenge Hand sein. Es geht leider nicht anders…Männer müssen wieder führen lernen…“

        Da bin ich ganz bei dir. Nicht jammern,
        nicht diskutieren, handeln. Das Motto
        muss heissen Null Toleranz für
        Scheisse.

        Bevor man aber zu spanabhebenden
        Methoden greift, alle anderen
        Möglichkeiten ausschöpfen.
        Gerade in den etwas raueren
        Gefilden des Games findet man
        gutes Material, wie man übertunte
        Tussen wieder auf ein homöopathisches
        Mass redimensionieren kann.

      • @ Tino

        *wenn die nicht mehr helfen muss es (leider) wieder die strenge Hand sein. Es geht leider nicht anders…Männer müssen wieder führen lernen…*

        Dann hast Du auch kein Recht, Dich zu beklagen, wenn Frauen zu handfesten Mitteln greifen, um Männer feinzutunen.

        Männliche Führung, die zu hadgreiflichen Mitteln greift, hat versagt.

        Männliche Führung besteht ja nicht darin, den Willen einer Frau zu brechen, sondern in sanfter Dominanz der dynamischere Teil eines Paares zu sein und voran´zugehen und die Frau dazu zu verführen, zu folgen.

        Das gelingt nur, wenn der Mann und die Frau entsprechend konfiguriert sind, wird vorab entschieden, beim Sich-Verlieben.

        Wenn also ein dynamisch-dominanter Mann sich in eine eher passiv-zurückhaltende Frau verliebt und sie sich in ihn.

        Dann ergibt sich die Führung des Mannes auf natürliche Weise, muss und darf nicht erzwungen werden.

        Umgekehrt will ich auch nicht, dass eine Frau ihre Führung in der Paarbeziehung erzwingt, was ja auch möglich wäre, wenn ein sanft-zurückhaltender Mann sich in eine dynamisch – dominante Frau verliebt und umgekehrt.

        Dann ergibt sich ebenso natürlich eine Führung der Frau in dieser Paarung,d ie aber auch kein Recht hat, diese zu erzwingen.

        Sondern sie hat gefälligst den Mann dazu zu verführen, ihr folgen zu WOLLEN.

        Der Fall, dass beide Partner gleich „stark“ sind, gleich dynamisch-extrovertiert, gleich dem Machen/Tun zugeneigt, gleich initiativ, der wird nur sehr selten eintreten.
        Dafür sorgen schon unsere Gefallenskritierien, die dazu führen, dass Männer sich häufiger in sanfte, feminine Frauen verlieben und Frauen häufiger in nicht ganz so sanfte, dominantere, maskuline Männer.

        Aber da muss man nichts erzwingen.

        Niemand hat das Recht, den Willen eines Menschen durch Zwang zu brechen. Er hat das Recht, sich zu trennen, wenn der Partner so dysfunktional ist, dass mit ihm nicht zu reden ist.

  6. Hmm. (Auf die Gefahr hin, dass ich jemanden wiederhole: ich habe mir nicht alle Beiträge durchgelesen) „Mary“ ist offensichtlich der Typ Mensch, der immer alle anderen für ihr Scheitern verantwortlich macht. Wenn sie nicht mit den Kollegen zurechtkommt, haben die die Schuld, wenn eine Beziehung scheitert, zu 100% der Partner, etc. Statt entweder selbst einen Mann anzusprechen, oder sich durch ein etwas „erwachseneres“ Selbstbild für einen zukünftigen Partner schmackhafter zu machen, beschimpft sie alle Männer als Weicheier (wobei das an sich ja schon mal eine Sauerei ist).

    Dass solche (saudämlichen) Äußerungen häufig vorkommen, liegt meiner Meinung nach daran, dass es ein häufiger menschlicher Fehler ist, für seine eigenen Unzulänglichkeiten nicht geradestehen zu wollen/können. Man hört es doch umgekehrt genauso häufig von Männern: „Weiber wollen alle nur einen Mann mit Geld“ (darauf, dass der Herr z.B. seine eigenen Ansprüche zurückschrauben könnte, kommt er nicht).

    • @syzygy

      wenn es in ihren Augen ein verhalten ist, welches Status abbaut, dann ist das sicherlich richtig. es gibt allerdings viele Verhaltensweisen, die nicht nett sind, aber zumindest aus Sicht der entsprechenden Gruppe oder auch nur der Frau Status aufbauen. Schwächere verkloppen ist nicht nett, kann aber auf andere stark wirken. arrogant seinen Reichtum zu schau stellen und andere als weniger wert behandeln ist nicht nett, kann ihr aber das Gefühl geben, auch einer höheren Gruppe anzugehören. und in einem push-pull Konzept kann ein gewisses arschlochsein auch effektiv sein.

  7. „lesbisch werden“…. Danke, liebe „Mary“, für diesen Einblick. Meinst Du, man kann sie heilen?

    Mir scheint es auch, dass wenigstens minimaler Mut beim Kennenlernen von vielen Männern honoriert wird. Wenn man sich nicht traut, selber Männer anzusprechen, kann man sich ja durchaus als Anzusprechende anbieten und Brücken bauen: Hingucken, lächeln, zwinkern, Bereitschaft zum Small Talk statt sich auch nur das „Hi“ schon auf dem Goldtablett abholen zu lassen… wer nicht einmal das hinbekommt, wird wohl auch nur von besonders „harten Fällen“ angesprochen.

    Das hilft auch den Damen, die sich selbst als zweite Wahl einstufen (und die das ernst meinen, wenn sie sich als „fett und hässlich“ bezeichnen – wobei da sicherlich und vorrangig dran gearbeitet werden sollte – Selbstbewusstsein und so). Erstaunlicherweise gibt es auch Männer, die nicht nur an der Tauglichkeit für Matratzensport interessiert sind. Gute Optik hilft, ist aber nicht alles.

    Ich bezweifle aber, dass letztere sich für „spontan, verrückt, chaotisch“ in dieser Kombination erwärmen – etwas ja, Charakter gerne – aber eben auch wenigstens etwas Verbindlichkeit und Verlässlichkeit – besonders dann, wenn das von den Männern offensichtlich erwartet wird. Wer aber Null Attraktivität ausstrahlt, wer in jedem Detail „Zicke“ aussendet – tja, Pech gehabt, bleiben mehr Männer für die anderen.

  8. Vielleicht ist ja auch der Genderismus ein Faktor, der die Zahl „guter“, „richtiger“ Männer, die Frauen wie Mary so ersehnen, ausdünnt.

    Zitat von Bettina Röhl aus ihrem Artikel, den sie in der Wirtschaftswoche über die Adorno-Preis-Verleihung an Judith Butler verfasste:

    *Die Gender-Ideologie kommt nicht als männermordender Feminismus daher.

    Es ist in Wahrheit viel schlimmer. Butlers permanenter Selbsteinschätzung besonderer Friedfertigkeit, passt zu einer Ideologie, die mit Systemgewalt den Mann aus dem Mann austreiben will. Gender kämpft nicht gegen den Mann, sondern „nur“ gegen dessen Männlichkeit. Gender kämpft nicht gegen den Mann, sondern gegen das Testosteron im Mann, so dass vom Mann nichts übrig bleibt.

    Weshalb bis in die Kindergärten hinunter, je nachdem wie indoktriniert die Kindergärtner schon sind, die Entmännlichung der Gesellschaft insgesamt und die der Männer und Jungen im Besonderen das erklärte strategische Gender-Ziel ist.

    Da die Gender-Ideologie das geltende Recht fatalerweise schon beherrscht, aber noch nicht in der Rechtswirklichkeit sprich in den Köpfen der Menschen angekommen ist, geschweige denn von der Mehrheit durchschaut und als Scharlatanerie entlarvt ist, wäre Aufklärung über Gender und zwar Massenaufklärung das Gebot der Stunde, statt Gender-Apologeten wie Judith Butler derart mit Preisen zu ehren, dass deren Gender-Mission immer weiter und immer hemmungsloser unterstützt wird.*

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-gegen-testosteron/7090556-4.html

    Das ist die Leitidologie der heutigen, den Kultur-/Erziehungsbereich beherrschenden Post-68’er-Linken, des Zeitgeist dominierenden Establishments, der geschwätzführenden Al-Dente-Schickeria,

    Die Idologie einer sterbenden, überlebensuntüchtigen/-unwilligen Zivilisation, die enden will, die entkernt ist bis zur Selbstbehauptungsunfähigkeit.

    Der implizite Wunsch ihrer kulturprägenden Eliten wird vielleicht in Erfüllung gehen.

    • besondere aufmerksamkeit verdient auch folgender teil:

      „…In Norwegen ist die staatlich mit fast 60 Millionen Euro jährlich subventionierte Gender-Forschung gerade Knall auf Fall quasi wegen erwiesener Scharlatanerie gestrichen worden. …“

      im grunde mit den argumenten die hier im blog zur sprache kommen.
      wens interessiert hier das video zum dem anlass:

      noch einmal zu frau Judith Butler, da ja derzeit öfters über sie zu lesen ist.

      Judith Butler: “Hamas, Hezbollah are part of a global Left”
      http://contested-terrain.net/jbutler-hamas-hezbollah-global-left/
      (es gibt auch ein video in dem sie diese aussage macht)

      ich bezweifle das hier ziele deckungsgleich sind aber das zu erkennen scheint eben das problem zu sein.

      Nachfolgend Auszüge aus der HAMAS-Charta:
      (http://www.hagalil.com/archiv/2003/08/hamas.htm)
      „Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat.“ (Präambel)
      oder

      „Friedensinitiativen und so genannte Friedensideen oder internationale Konferenzen widersprechen dem Grundsatz….“
      (Artikel 13)

      vor dem hintergrund von einer 2 staatenlösung zu reden (was ja butler tut) ist schon recht gewagt. vorallem wenn dann immer auf israel eingedroschen wird als schuldigen.

    • @ Roslin

      Ja, die Schwächung männlicher Selbstbehauptungsfähigkeit, um Männer leichter regierbar zu machen und Aufständen und Revolten bei zunehmend verschärftem Klassenkampf von oben vorzubeugen, ist das Ziel der herrschenden Kapitalistenklasse – und Genderisten sind die nützlichen Idioten, die im ehrlichen Glauben an ihre bekloppte Umerziehungsideologie – hier das Werk der herrschenden Klasse ausführen, ohne es zu bemerken.

      Aber, was ich eigentlich fragen wollte:

      Ich bin kürzlich auf ein Buch zum Thema „Evolutionäre Pädagogik“ gestoßen:

      http://www.amazon.de/Evolution%C3%A4re-P%C3%A4dagogik-Einf%C3%BChrung-Alfred-Treml/dp/317017276X/ref=sr_1_27?s=books&ie=UTF8&qid=1346782361&sr=1-27

      Kennst Du es zufällig und kannst beurteilen, wie es ist?

      • @ Leszek

        Nein, ich kenne das Buch leider nicht.

        Das Alt-68’er, Genderistas und FeministInnen von Kapitalisten als nützliche Idioten betrachtet und als solche gefördert werden, denke ich auch.

        Allerdings sollte man nicht übersehen, dass auch diese Salonlinken (zu denen ich auch Zizek zähle) ihrerseits die sie fördernden Finanzkapitalisten/Konsumkapitalisten als nützliche idioten betrachten.

        So einfachhin naiv-gutmenschlich sind diese Linken nicht.

        Ganz allgemein denke ich, dass es der Linken nicht hilft, die Schuldigen für ihre Irrtümer und Verbrechen immer nur bei der Kapitalistenklasse zu suchen.

        Die wird gar nicht gebraucht.

        Die Linke bietet von ganz allein genügend Gier, Kurzsichtigkeit und Egoismus auf, um verbrecherisch-dämlich zu agieren, nicht anders als die Rechte, nicht anders als die liberale Mitte, nicht anders als die Frommen.

        Der Mensch ist das Problem.

        Und der linke Mensch ist im Schnitt nicht besser, nicht edler, nicht reflektierter, nicht uneigennütziger als der rechte, der liberale oder der fromme oder der kapitalistische.

        Dass er sich oft genug genau dafür hält, für besser nämlich, macht das Problem nicht besser, nur deutlicher.

        Aber selbst diesen Irrtum teilt der linke Mensch mit dem rechten, dem liberalen, dem frommen.

        Der Mensch ist das Problem.

        Für je besser er sich hält, desto schlimmer.

        Im Übrigen glaube ich, dass es Linke UND Rechte UND Liberale geben MUSS, um als miteinander rivalisierende Gruppen den Egoismus der Mitglieder der je anderen Parteiungen in Schach zu halten und das Entstehen von totalitären Monokulturen zu verhindern.

        Ja, selbst FeministInnen muss es wohl geben (bevorzugt in Büros unter’m Dach mit exzellentem Kakteenzuchtklima oder im 1. Tiefgeschoss, direkt neben dem laut brummenden Stickstoffkühlaggregat – ich will mich ja von meiner Menschenfreundlichkeit nicht überwältigen lassen).

        „Die wahrhaft großen Verbrechen werden REINEN GEWISSENS begangen.“ (Voltaire).

        Weshalb ich „Endsiegideologien“ verabscheue, die damit rechnen, ihre jeweiligen ideologischen Gegner würden in irgendeinem seligen Augenblick eines Endes der Geschichte vom Erdboden verschwinden.

        Das wird erst am Ende aller Tage geschehen, wenn die Menschheit selbst verschwindet, wenn Gott wiederkehrt.

        Gott kommt aus der Wüste.

        Hier ein wenig OT: Warum immer mehr Männer beim Thema „Gleichstellung“ mittels Abschaffung der Gleichberechtigung wütend werden – Beispiel Österreich.

        Das schildert Robert Boder in seinem Artikel auf cuncti: „Schreib nicht von Deiner Nachbarin ab!“

        Zitat:

        *Kritisiert man diese unterschiedlichen Leistungsanforderungen an Frauen in Bildung und Beruf öffentlich, passiert es oft, dass gerade Männer der „alten Schule“ vermeinen, für die gesetzliche Frauenbevorzugung die Lanze brechen zu müssen. Das geht soweit, dass abseits jeder inhaltlichen Klarheit um die Setzung von Punkt und Komma gestritten wird, um dem Thema zu entkommen und das eigene Weltbild über die Distanz zu retten. Das Ausnutzen dieser „Küss‘ die Hand“–Mentalität durch die einschlägigen Frauenorganisationen hat es erst ermöglicht, dass so auch der gröbste Unfug durchgewunken wird und wurde. Ein klares „das geht nicht, weil“, wie man es Männern zumuten würde, hört man kaum.

        Welcher Schlag Frauen hinter dieser Gender-Ideologie steht, beschreibt Doris Lessing im Guardian nach einem Schulbesuch passend: „It is time we began to ask who are these women who continually rubbish men. The most stupid, ill-educated and nasty woman can rubbish the nicest, kindest and most intelligent man and no one protests.” *

        http://cuncti.net/streitbar/261-schreib-nicht-von-deiner-nachbarin-ab

        • @ Roslin

          Zizek zähle ich eindeutig nicht zu jenen nützlichen Idioten, die Du als „Salonlinke“ bezeichnest. Er ist ein bekannter linker Kritiker der Political Correctness und des Multikulturalismus. Ich finde Teile seines Werkes sehr inspirierend. Dass ich nicht mit allem übereinstimme, ist klar.

          Und zumindest müsste Dir ja eigentlich gefallen, dass Zizek, wiewohl Marxist und Atheist, ein vehementer philosophischer Verteidiger der Errungenschaften des Christentums ist.

          Ganz sicher ein nonkonformistischer linker Denker, der zum Hinausdenken über tradierte linke Dogmen anregt.

        • @Leszek

          Die Botschaft von Zizek ist doch klar: Der Kapitalismus ist das ganz, ganz Böse in der Welt (Hauptwiderspruch) und der Rest sind quasi nur Nebenwidersprüche und wer das nicht einsieht, der ist quasi der Sozialfaschist, wie es die Sozialdemokraten früher waren. Tia, ich halte Zizek für einen grossen Schwafler, den man besser nicht ernst nehmen sollte. Wenn man was von Zizek liest, hat man das Gefühl, als wäre man immer noch in der Soziologie stecken geblieben, die vor Max Weber lag.

        • @ Chomsky

          Auch ich lehne Haupt- und Nebenwiderspruchstheorien ab. Zizeks radikale Kapitalismuskritik teile ich aber.
          Und für die Ausarbeitung einer linken Kritik an der Political Correctness (und darum geht es mir hier) bietet Zizek interessante Ansätze.

          Außerdem rezipiere ich jeden bedeutenden Denker unter der Perspektive der Suche nach den Teilwahrheiten und Errungenschaften in seinem Werk. Bei mir wird nichts weggeworfen. 🙂

  9. @ Leszek

    Was mich an Zizek vor allem stört, ist sein verkitschtes Verhältnis zu revolutionärer Gewalt – typisch für einen Salonrevoluzzer, der keinen blassen Schimmer davon hat, was Gewaltausbrücke realiter bedeuten, was es bedeutet, wenn man buchstäblich über herausgeissene Eingeweide stiefelt und sich das Gedärm um die Knöchel ringelt.

    *Was waren die gewaltsamen und zerstörerischen Ausbrüche
    eines Rotgardisten im Zuge der Kulturrevolution schon, verglichen mit
    der wahren Kulturrevolution, also der permanenten Auflösung aller Lebensformen,
    wie sie von der kapitalistischen Reproduktion diktiert wird?*

    Aus dem Epilog:

    https://linksunten.indymedia.org/de/system/files/data/2011/05/1940828445.pdf

    Der Mann hat keine Ahnung, wie Gewalt in Maos China konkret aussah, etwa während des Großen Sprungs gegenüber den Bauern Chinas.

    Es ist dieses fahrlässige Geschwätz über Gewalt, diese Erlösungshoffnung, die auf Gewalt setzt, als würde aus Gewaltanwendung irgendeine Besserung hervorgehen, als sei das jemals passiert.

    Wie revolutionäre/konerrevolutionäre Gewalt konkret aussieht, kann man gegenwärtig in Syrien studieren, dazu braucht ´man nicht mal hin.

    Wir haben ja Fortschritt.

    „Fortschritt bedeutet, die immer gleichen Massaker in immer besserer Bildqualität immer zeitnäher mitansehen zu können.“ (Michael Klonovsky).

    Da sitzt einer im Ohrensessel, den Rotweinschwenker in der Hand und faselt über Gewalt, badet genießerisch in der eigenen schwelgerischen Rhetorik – so stellt sich mir Zizek dar.

    Oder John Gray: The violent vision of Slavoj Zizek

    *What he (Zizek) describes as the premise of the book is simple only because it passes over historical facts. Reading it, no one would suspect that, putting aside the killings of many millions for ideological reasons, some of the last century’s worst ecological disasters—the destruction of nature in the former Soviet Union and the devastation of the countryside during Mao’s Cultural Revolution, for example—occurred in centrally planned economies. Ecological devastation is not a result only of the economic system that exists in much of the world at the present time; while it may be true that the prevailing version of capitalism is unsustainable in environmental terms, there is nothing in the history of the past century that suggests the environment will be better protected if a socialist system is installed.

    There is a problem at this point, however: Why should anyone adopt Žižek’s ideas rather than any others? The answer cannot be that Žižek’s are true in any traditional sense. “The truth we are dealing with here is not ‘objective’ truth,” Žižek writes, “but the self-relating truth about one’s own subjective position; as such, it is an engaged truth, measured not by its factual accuracy but by the way it affects the subjective position of
    enunciation.”*

    Für mich gehört Zizek damit zu den empiriefreien, postmodernen Schwätzern der wunschdenkenden Art.

    Weiter geht’s:

    *If this means anything, it is that truth is determined by reference to how an idea accords with the projects to which the speaker is committed—in Žižek’s case, a project of revolution. But this only poses the problem at another level: Why should anyone adopt Žižek’s project? The question cannot be answered in any simple way, since it is far from clear what Žižek’s revolutionary project consists in. He shows no signs of doubting that a society in which communism was realized would be better than any that has ever existed. On the other hand, he is unable to envision any circumstances in which communism might be realized: “Capitalism is not just a historical epoch among others…. Francis Fukuyama was right: global capitalism is ‘the end of history.’”1 Communism is not for Žižek—as it was for Marx—a realizable condition, but what Badiou describes as a “hypothesis,” a conception with little positive content but that enables radical resistance against prevailing institutions. Žižek is insistent that such resistance must include the use of terror (Zitat Zizek):

    Badiou’s provocative idea that one should reinvent emancipatory terror today is one of his most profound insights…. Recall Badiou’s exalted defense of Terror in the French Revolution, in which he quotes the justification of the guillotine for Lavoisier: “The Republic has no need for scientists.”2*

    Was für ein grauenhaftes Geschwätz.
    Weiter geht’s

    *Along with Badiou, Žižek celebrates Mao’s Cultural Revolution as “the last truly great revolutionary explosion of the twentieth century.” But he also regards the Cultural Revolution as a failure, citing Badiou’s conclusion that “the Cultural Revolution, even in its very impasse, bears witness to the impossibility truly and globally to free politics from the framework of the party-State.”3 Mao in encouraging the Cultural Revolution evidently should have found a way to break the power of the party-state. Again, Žižek praises the Khmer Rouge for attempting a total break with the past. The attempt involved mass killing and torture on a colossal scale; but in his view that is not why it failed: “The Khmer Rouge were, in a way, not radical enough: while they took the abstract negation of the past to the limit, they did not invent any new form of collectivity.” (Here and elsewhere the italics are Žižek’s.) A genuine revolution may be impossible in present circumstances, or any that can be currently imagined. Even so, revolutionary violence should be celebrated as “redemptive,” even “divine.”*

    Revolutionäre Gewalt sollte als erlösen, göttlich gar gefieiert werden.

    Noch mal: Was für ein grauenhaftes Geschwätz, mit dem Rotweinglas in der Hand, verschwitzt-begeistert über Massengräber hinweg.

    *While Žižek has described himself as a Leninist,4 there can be no doubt that this position would be anathema to the Bolshevik leader. Lenin had no qualms in using terror in order to promote the cause of communism (for him, a practically attainable objective). Always deployed as part of a political strategy, violence was instrumental in nature. In contrast, though Žižek accepts that violence has failed to achieve its communist goals and has no prospect of doing so, he insists that revolutionary violence has intrinsic value as a symbolic expression of rebellion—a position that has no parallel in either Marx or Lenin. A precedent may be seen in the work of the French psychiatrist Frantz Fanon, who defended the use of violence against colonialism as an assertion of the identity of subjects of colonial power; but Fanon viewed this violence as part of a struggle for national independence, an objective that was in fact achieved.*

    Gewalt als l’art pour l’art, für Zizek wohl ein ganz spezieller Weg der Selbstverwirklichung.

    *Describing mass murder in this way as an exercise in hermeneutics is repugnant and grotesque; it is also characteristic of Žižek’s work. He criticizes Stalin’s policy of collectivization, but not on account of the millions of human lives that were violently truncated or broken in its course. What Žižek criticizes is Stalin’s lingering attachment (however inconsistent or hypocritical) to “‘scientific’ Marxist terms.” Relying on “objective social analysis” for guidance in revolutionary situations is an error: “at some point, the process has to be cut short with a massive and brutal intervention of subjectivity: class belonging is never a purely objective social fact, but is always also the result of struggle and social engagement.” Rather than Stalin’s relentless use of torture and lethal force, it is the fact that he tried to justify the systematic use of violence by reference to Marxian theory that Žižek condemns.*

    Stalin hat also das Verbrechen begangen, die Reinheit, die reine Schönheit der Gewalt durch ihre Verzweckung zu beschmutzen.

    *Žižek’s rejection of anything that might be described as social fact comes together with his admiration of violence in his interpretation of Nazism. Commenting on the German philosopher Martin Heidegger’s much-discussed involvement with the Nazi regime, Žižek writes: “His involvement with the Nazis was not a simple mistake, but rather a ‘right step in the wrong direction.’” Contrary to many interpretations, Heidegger was not a radical reactionary. “Reading Heidegger against the grain, one discovers a thinker who was, at some points, strangely close to communism”—indeed, during the mid-Thirties, Heidegger might be described as “a future communist.”*

    Natürlich, der verquaste katholische Messdiener Heidegger, der, um nicht von Gott reden zu müssen, sich in ähnliche Exstasen wie Zizek schwurbelt, darf da nicht fehlen – Bruder im Geiste.

    Wieder Zizek wörtlich:

    *The problem with Hitler was that he was “not violent enough,” his violence was not “essential” enough. Hitler did not really act, all his actions were fundamentally reactions, for he acted so that nothing would really change, staging a gigantic spectacle of pseudo-Revolution so that the capitalist order would survive…. The true problem of Nazism is not that it “went too far” in its subjectivist-nihilist hubris of exercising total power, but that it did not go far enough, that its violence was an impotent acting-out which, ultimately, remained in the service of the very order it despised.*

    *Interpreting Žižek on this or any issue is not without difficulties. There is his inordinate prolixity, the stream of texts that no one could read in their entirety, if only because the torrent never ceases flowing. There is his use of a type of academic jargon featuring allusive references to other thinkers, which has the effect of enabling him to use language in an artful, hermetic way. As he acknowledges, Žižek borrows the term “divine violence” from Walter Benjamin’s “Critique of Violence” (1921). It is doubtful whether Benjamin—a thinker who had important affinities with the Frankfurt School of humanistic Marxism—would have described the destructive frenzy of Mao’s Cultural Revolution or the Khmer Rouge as divine.*

    Den Eindruck habe ich. Hier haben wir es mit einem manischen Schwätzer zu tun und das meine ich in klinischem Sinn, ein manischer Schwätzer der Postmoderne, der im Bombast seines Wortschwulstes seine Gewaltlust verbirgt.

    *Žižek’s formless radicalism is ideally suited to a culture transfixed by the spectacle of its own fragility. That there should be this isomorphism between Žižek’s thinking and contemporary capitalism is not surprising. After all, it is only an economy of the kind that exists today that could produce a thinker such as Žižek. The role of global public intellectual Žižek performs has emerged along with a media apparatus and a culture of celebrity that are integral to the current model of capitalist expansion.*

    Zizeks Geschwätz passt zum nihilistischen Hedonismus, der unsere Kultur prägt, die den Schmerz des Sinnverlustes betäubt durch Konsum, in der auch Gewalt zu wohligen Grusel verkommt, der schwelgerisch genossen werden kann, nur um die dröhnende Leere mit Krawall zu übertönen, wenn’s einem im Ohrensessel, den Rotweinschwenker in der Hand, zu dröge wird, natürlich nur verbalerotisch genossen, theoretisch halt.

    Gott bewahre uns davor, dass das je einer ernst nimmt und daraus Taten folgen lässt.

    John Grays Resumée:

    *In a stupendous feat of intellectual overproduction Žižek has created a fantasmatic critique of the present order, a critique that claims to repudiate practically everything that currently exists and in some sense actually does, but that at the same time reproduces the compulsive, purposeless dynamism that he perceives in the operations of capitalism. Achieving a deceptive substance by endlessly reiterating an essentially empty vision, Žižek’s work—nicely illustrating the principles of paraconsistent logic—amounts in the end to less than nothing.*

    http://www.nybooks.com/articles/archives/2012/jul/12/violent-visions-slavoj-zizek/?page=2

    Das ist John Gray

    http://de.wikipedia.org/wiki/John_N._Gray

    • @Alexander

      John Gray sagt ja m.E. viel Sinnvolles, aber bei ihm habe ich dann doch auch ein bisschen den Eindruck, dass er schon fast quasi einem Fatalismus verhaftet bleibt: Es geht doch nicht nur darum, die Welt richtig zu sehen, sondern schon auch darauf, sie zu verändern, aber eben: Der Zweck/das Ziel heiligt nicht die Mittel und dass eben Aufklärung und Humanismus auch das Potenzial haben, wiederum in Barbarei umzuschlagen, sollte immer wieder vor Augen geführt werden.

      Abgesehen davon: Zizek sagt sicherlich auch viele vernünftige Dinge, aber eben: ab und an durchsetzt mit grossem Bullshit. 🙂

  10. @ Roslin

    Zu revolutionärer Gewalt:

    Der von mir geschätzte (keineswegs gewaltfreie) Anarchist Errico Malatesta hat dümmliche revolutionäre Gewaltphrasen stets treffend kritisiert:

    http://www.anarchismus.at/anarchistische-klassiker/errico-malatesta/171-errico-malatesta-revolutionaerer-terror

    Zu Zizek:

    Zizek redet manchmal verantwortungsloses dummes Zeug.
    Aber, wenn ich mich an die rechten Denker von Rang erinnere, die Du kürzlich erwähnt hattest – und dabei handelte es sich ja tatsächlich um rechte Denker von Rang – muss ich sagen: Auch in deren Werken findet sich so einiges dumme verantwortungslose Zeug.

    Dann bitte kein Messen mit zweierlei Maß. Entweder wir werfen jeden bedeutenden Denker, in dessen Werk sich auch verantwortungsloses Geschwätz findet weg, egal ob links, liberal, Mitte oder rechts – dann bleibt nur leider kaum noch jemand übrig – oder wir erkennen an, dass auch große Denker manchmal großen Unsinn reden und fokussieren (ohne ihre problematischen Seiten zu verdrängen) trotzdem primär auf ihre Teilwahrheiten und Errungenschaften.

    Im Sinne der Bewahrung der Errungenschaffungten der westlichen Kultur plädiere ich für letzteres.

    • Welche Errungenschaften hat Zizek denn vorzuweisen?

      Er ist immerhin Philosoph und damit einem Berufsstand anhängig, das mit viel Geschwätz von der Tatsache abzulenken versucht, das man keine Ahnung hat.

      EIn guter Denker fokussiert auf wichtige Punkte und strukturiert sie ohne viel Geschwätz.

      Und übrigens: Kapitalismuskritik ist langweilig. Es lebe der i-Pod! Mahlzeit!

      • @ Meister Peter

        *Rechte Denker? Rechte denken nicht!*

        Ich sammele schon mal Holz für Ihren Scheiterhaufen – die katholische Guillotine.

        • @ Leszek

          Wenn ich zu sehr differenziere, entgehen mir die großen Muster. Am Ende habe ich bei 3000 Probanden 3000 verschiedene Strömungen und kann nichts Sinnvolles mehr erkennen.

          Ich habe schon einmal das Teppichbeispiel gebracht.

          Ich kann bei einem naturgefärbten Teppich feststellen, dass kaum eine Faser der anderen gleicht, weil jede en wenig unterschiedlich die Farbe aufgenommen hat.

          Wenn ich jede Faser einzeln unter’s Mikroskop lege.

          Erst wenn ich ein wenig zurücktrete, erkenne ich die großen Muster des Teppichs.

          Es genügt also, als konservativ jene anzusehen, die sich selbst so einschätzen und dann über diese Gruppe zu mitteln.

        • @ Roslin

          Zu viel Differenzierung kann schlecht sein, zu wenig aber auch.

          Ein plattes „Konservative und/oder Religiöse sind im Schnitt weniger intelligent“ ist mir zu wenig.

          Ich nehme das schon fast als Beleidigung für meine konservativen/religiösen Freunde/Bekannten wahr, von denen viele alles andere als wenig intelligent sind.

          Meine linken Freunde/Bekannten sind übrigens in der Regel nicht politisch korrekt, meine maskulistischen Freunde/Bekannten sind weder Machos, noch mangelt es ihnen an Erfolg bei Frauen und meine feministischen Freundinnen/Bekannten sind weder hässlich, noch männerhassend.

          Ich scheine da Glück mit meinem Freundes/Bekanntenkreis zu haben. 🙂

        • @ Leszek

          *Ich nehme das schon fast als Beleidigung für meine konservativen/religiösen Freunde/Bekannten wahr, von denen viele alles andere als wenig intelligent sind.*

          Da unterscheiden wir uns offenbar, Leszek.

          Für mich ist es keine Beleidigung, zu einer Gruppe zu gehören, die im Schnitt weniger intelligent ist als eine andere Gruppe.

          Das ist ja keine Aussage über mich als Individuum.

          Selbst wenn es eine wäre, wäre es nicht beleidigend, festzustellen, dass ich als Inddividuum nicht so intelligent bin wie viele andere Individuen, was im Übrigen unzweifelhaft wahr ist.

          Ich bin gut dabei, aber bei weitem kein Genie.

          Für mich hängt der Wert und die Würde eines Menschen auch nicht von seiner intellektuellen Leistungsfähigkeit ab, die ja, egal ob sozial oder biologisch oder soswohl als auch vererbt, dann ja kein Verdienst ist, auf die sich der Kluge etwas einbilden könnte, keine Leistung, die er erbracht hat, sondern ein Geschenk oder ein Erbe, das er von Gott/der Natur/seinen Eltern zu verdanken hat, nicht sich selbst.

          IQ ist zudem nur ein Leistungsmerkmal wie die Zeit, die jemand braucht, um 100 m zu sprinten oder die Höhe in Metern, die jemand überspringen kann.

          Davon hängt der ökonomische Wert eines Menschen ab, seine Verwertbarkeit, die zu bestimmen sinnvoll ist um des Funktionierens einer Gesellschaft/einer Ökonomie willen.

          Aber nicht sein Wert als Mensch an sich.

          Einer der wichtigsten und wertvollsten Menschen in meinem Leben war meine Nennoma, eine ausgesprochen dumme Frau, aber eine herzensgute, absolut arglose Frau, ein Mensch ohne jede Hinterlist.

          Ich habe sie geliebt wie wenige andere Menschen, geliebt und geachtet.

          Dass sie nicht sehr klug war, hat mich als Kind manchmal traurig gemacht, weil ich bestimmte Fragen mit ihr einfach nicht besprechen konnte, aber es war nicht zu ändern, war nicht ihre Schuld.

          Statt dessen hat sie mich bedingungslos geliebt, hat immer wieder heimlich für mich gekocht (Bohnensuppe, Schneebällchen etc.) und ich habe mich zu ihr geschlichen, weil meine Mutter das nicht gerne sah.

          Diese Liebe von ihr war wichtiger als alles andere.

          Sie ist schon lange tot und vor Gott und für Gott ein wichtigerer und wertvollerer Mensch als ich es bin, der ich sicher sehr viel klüger bin als sie.

          Der Mensch bekommt in meinem Glauben seinen Wert von Gott und der ist unabhängig von seinen Leistungsdaten.

          Vor Gott zählen andere Leistungen mehr.

        • @ Roslin

          „Für mich hängt der Wert und die Würde eines Menschen auch nicht von seiner intellektuellen Leistungsfähigkeit ab, die ja, egal ob sozial oder biologisch oder soswohl als auch vererbt, dann ja kein Verdienst ist, auf die sich der Kluge etwas einbilden könnte, keine Leistung, die er erbracht hat, sondern ein Geschenk oder ein Erbe, das er von Gott/der Natur/seinen Eltern zu verdanken hat, nicht sich selbst.“

          Da sind wir beide natürlich ganz einer Meinung.

          Trotzdem werde ich wohl nie ein großer Fan dieser
          IQ-Gruppenunterschiedstheorien sein.

        • Ich kann bei einem naturgefärbten Teppich feststellen, dass kaum eine Faser der anderen gleicht, weil jede en wenig unterschiedlich die Farbe aufgenommen hat.

          Macht nix: Genderistas und -tos bilden einfach einen Durchschnittswert aus allen gemessenen Dimensionen im Farbraum, und stellen so fest, dass die Unterschiede doch eigentlich recht klein sind. (Das von Ferne erkennbare Bild muss somit eine soziale Konstruktion sein)

          Man könnte das auch als (primitiven) Schwarzweißfilter bezeichnen, und Joachim erklärt uns dann, dass Farbsehen ausschließlich dazu dient, möglichst große Unterschiede zu produzieren. 😀

          Und weil Haselnuss ein Hühnchen mit Christian rupfen möchte, erzählt er was von zwei (undefinierten) Punkten in einem 23-dimensionalen Meterraum, und dass das „Zusammenhangsmaß D“(??) gaanz schlecht ist, weil: Je mehr (unkorrelierte) Dimensionen des Farbraumes erfasst werden, desto größer wird die Mahalanobis-Distanz D.

          Und wer keine Ahnung von multivariater Statistik hat solle sich doch bitte nicht erlauben, über Farben zu reden 😀

        • Für mich ist es keine Beleidigung, zu einer Gruppe zu gehören, die im Schnitt weniger intelligent ist als eine andere Gruppe.
          Das ist ja keine Aussage über mich als Individuum.

          Mit etwas Phantasie liesse sich aber auch eine Kategorie von Individuen erstellen, von der Du ein Teil bist und die in IQ-Tests überdurchschnittlich abschneidet.
          Die Aussagekraft ist und bleibt eben gering, wenn die Korrelationen keinen ursächlichen Zusammenhang aufzeigen.

          Die Bildung von Kategorien nach willkürlich gewählten Merkmalen ist eben beliebig möglich. In den Boulevardmedien wird man ja fast täglich mit idiotischen Artikeln der Art „Forscher haben herausgefunden, dass“ … und dann wird auf eine hirnrissige Korrelation hingewiesen und der Eindruck erweckt, es handle sich hier um einen ursächlichen Zusammenhang und nicht bloss um ein statistisches Artefakt.

          Kleines Beispiel gefällig?

          Kleine Männer werden schneller eifersüchtig. Das berichten niederländische Wissenschaftler von der Universität Groningen…

          Dieser Mist würde gut in die von Dir favorisierte Theorie passen, dass Frauen in der Tendenz grössere Männer bei der Partnerwahl bevorzugen. Diese Suche nach irgendwelchen Korrelationen ist doch grösstenteils Junk Science.

        • @ Peter

          „Kleine Männer werden schneller eifersüchtig.
          Das berichten niederländische Wissenschaftler
          von der Universität Groningen…“

          So hirnrissig ist diese Fragestellung
          aus evolutionärer Sicht eben nicht.
          Kleinere Männer müssen im Allgemeinen
          mehr Status und Ressourcen akkumulieren
          um sich ein jüngeres Hotie zu angeln.
          Es ist aber trotzdem normal, dass sich
          seine Partnerin von stattlichen Männern
          angezogen fühlt.
          Eifersucht spielt bei der Untersuchung des
          sogenannten Mate-Guardings eine wichtige
          Rolle.

      • „Rechte Denker? Rechte denken nicht!“

        Angeblich soll es da ja Befunde in der IQ-Forschung geben, die diese Annahme tendenziell bestätigen:

        http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/intelligenz-und-evolution-konservative-haben-geringeren-iq-a-680956.html

        http://www.sueddeutsche.de/wissen/iq-und-politische-einstellung-konservative-sind-weniger-intelligent-1.13440

        Allerdings haben Peter und ich kein so großes Vertrauen in die IQ-Forschung, wie so manche andere hier. 🙂

        • „Angeblich soll es da ja Befunde in der
          IQ-Forschung geben, die diese Annahme
          tendenziell bestätigen:“

          Die Tatsache, dass man in den
          unproduktiven und parasitären
          Sektoren eher Leute mit linker
          Einstellung findet, könnte man
          auch in diese Richtung
          interpretieren.

        • Die Tatsache, dass man in den unproduktiven und parasitären Sektoren eher Leute mit linker Einstellung findet, könnte man auch in diese Richtung interpretieren.

          Meinst du die Powerpoint-Affen, die dann unter Mutti Merkels Rock kriechen wenn heiße Luft zu heißer Luft wird?

        • Das ist doch Unsinn, diese Einordnung von Denkern nach rechts und links. Wenn ich einen bestimmten Text lese interessiert mich die politische Einstellung des Autors zuallerletzt.
          Allerdings signalisieren manche ihre politische Einstellung und Absicht plakativ, das muss man dann natürlich berücksichtigen.

          Generell herrscht hier aber Verwirrung, s. etwa hier:
          http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article108924976/BBC-sagt-George-Orwell-den-Kampf-an.html

          Orwell ist nun seinerseits ein großer Kritiker des linken Totalitarismus gewesen, da liegt die BBC schon ziemlich daneben.

          Andererseits halte ich Foucault z.B. nicht für einen linken Denker, dazu sind seine Positionen viel zu relativistisch.

        • @ Leszek

          Ich glaube schon, dass konservative Menschen im Schnitt weniger intelligent sind als progressive.

          Wer in seiner kognitiven Leistungsfähigkeit begrenzt ist, wer schwer lernt, lernt nicht gerne Neues, fühlt isch im Altvertrauten wohl.

          Das gibt Sicherheit und Geborgenheit. Das Befolgen alterprobter Regeln spart Rechenkapazität.

          Man muss nicht immer wieder neu nachdenken und entscheiden.

          Wenn das Rechenvolumen eh begrenzt ist, bietet sich eine konservative Haltung als Entlastung des Oberstübchens an.

          Sind halt nur Durchschnittswerte, die keine Aussage über das Individuum zulassen 🙂

        • @ El Mocho

          Links-Rechts-Dichotomien sind ohnehin weithin wertlos geworden.

          Ich rede lieber von konservativ-progressiv.

          Der Faschismus/Nationalsozialismus war alles andere als konservativ, ist er deshalb links?

          Jedenfalls fiel es vielen extrem Linken recht leicht, faschistisch zu werden und umgekehrt (angefangen mit Mussolini oder Hitler).

          Fischer hält sich sicher noch für irgendwie links und ist befreundet mit dem neuen Vorstandschef der Deutschen Bank.

          Schröder schmaucht Cohiba mit de Gazprom-Chef usw.

          Links-Rechts-Unterscheidungen taugen in dieser hedonistisch-nihilistischen Konsumgesellschaft nicht mehr.

          Foucault immerhin hat immer brav für die Mitterandsozialisten Wahlkampf gemacht, allerdings ohne sonderliche Begeisterung.

          Jedoch, war Mitterand links?

        • „Meinst du die Powerpoint-Affen, die dann unter
          Mutti Merkels Rock kriechen wenn heiße Luft
          zu heißer Luft wird?“

          Du sprichst von Mutti. Ich würde
          da eher von IM Merkel sprechen.

        • @ Roslin

          „Ich glaube schon, dass konservative Menschen im Schnitt weniger intelligent sind als progressive.“

          Das wesentliche Problem, dass ich bei solchen Studien sehe, ist die mangelnde Strömungsdifferenzierung. Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten konservativ und/oder religiös zu sein. Das wird in den in den Texten angegebenen Formulierungen alles pauschal in einen Topf gehauen.

          So geht das aber nicht. Man müsste eine solche Untersuchung von vornherein mit voller Berücksichtigung verschiedener Strömungen innerhalb des Konservatismus und innerhalb religiöser Richtungen durchführen.

          Man müsste hier m.E. zuerstmal sinnhafte Hauptströmungen differenzieren, begründete Kriterien für die Zugehörigkeit zu einer solchen feststellen und dann erst sollte man IQ-Tests durchführen. Dann würde man vermutlich zu anderen Ergebnissen kommen als bei dem Untersuchungsaufbau der oben angegebenen Studien. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es auch bei konservativen und religiösen Richtungen signifikante Unterschiede hinsichtlich der Intelligenz gibt.

          Ich halte die simple Aussage: Der Konservative und/oder Religiöse ist im Schnitt weniger intelligent daher, in dieser vagen Allgemeinheit formuliert, für pseudowissenschaftlichen Quatsch.
          Mag sein, dass dies für manche konservative oder religiöse Strömungen im Schnitt gilt – für andere aber wahrscheinlich nicht!

          Ohne Berücksichtigung von Strömungsdifferenzierungen in der Forschung taugen solche Aussagen m.E. nichts.

  11. Ich kann Mary im Übrigen dahingehend beruhigen, dass die tollen Männer nicht weg sind. Wenn man sich allerdings wie eine verwöhnte, egozentrische Zicke aufführt, sollte man sich nicht wundern, wenn man alleine ist.

    „Ich bin spontan, verrückt, chaotisch, humorvoll“ – Abgesehen von humorvoll würde ich so jemanden nicht wollen. Ich mag weder Spontanität, noch Verrücktheit, noch Chaos.

    Im Falle einer Frau sind diese Selbstbeschreibungen zudem deutliche Warnsignale. Bedeuten sie doch nichts anderes, als dasd man es hier mit einer Frau zu tun hat, die keinerlei Verantwortungsgefühl kennt und die erwartet, dass der Mann an ihrer Seite alles für sie regelt und für ihre Albernheiten und Wünsche geradesteht.

  12. Malte Welding hat wohl schon alles gesagt.

    – die Männerschaft als Weicheier zu titulieren zeugt wohl eher von der eigenen Schüchternheit / Unselbständigkeit / Angst,….
    In meinem Bekanntenkreis betonen die Damen auch immer wieder, wie wichtig es ist, dass der Mann den ersten Schritt macht. Auf die Nachfrage, warum dies so ist, entdecke ich meist nur kugelfischartig aufgeblasene, ratlose Bäckchen, die mir entgegensstrahlen – aber keine befriedigende Antwort.

    An den Stellen wo’s für die Frauen anstrengend werden könnte hat die Emanzipation wohl (mal wieder) versagt.
    Vielleicht ist es an der Zeit das auch die Frauen im 21. Jahrhundert ankommen und vielleicht macht ja den „echten“ modernen Mann aus, dass er sich in keine Schublade stecken lässt 😉

    Und wenn wir alle etwas zwangloser und unverkrampfter miteinander umgehen würden, dann wären vielleicht sowohl die Männer als auch die Frauen etwas mutiger 😉

  13. “ Warum spricht ein Mann eine Frau nicht einfach an, wenn sie ihm gefällt?“
    Also wenn ich von mir ausgehe: Ich bin so erzogen worden, dass Zurückhaltung richtig sei. Warum? Weil männliche Sexualität als zu aggressiv und egoistisch gilt und schon das erotische Interesse an einer Frau oft als deren Herabwürdigung kritisiert worden ist. Interessiere ich mich erotisch für eine Frau, so sei das bereits eine Form des Machotums, weil ich sie dann als Sexobjekt und nicht mehr wahrnehmen würde.

    Wenn man mit solchen Ideen, kurz gefasst im immer noch populären Slogan „Männer sind Schweine, sie wollen immer nur das eine“, aufwächst, spricht man Frauen eben nicht mehr an. Mann will ja kein Schwein sein.

    • @michaellohmann

      Ich denke viele Männer haben ein gespaltenes Verhältnis zu ihrer Sexualität, empfinden sie teilweise als etwas schmutziges. Es ist eben nicht der Normalzustand, sondern der wird eher von der weiblichen, „reineren“ Sexualität vorgegeben (um es mal in einer feministischen Terminologie zu sagen).

      • So empfinde ich das auch. Männliche Sexualität gilt als potenziell gefährlich. Es gilt sie zu bezähmen. Weibliche Sexualität gilt als rein und diese gilt es zu befreien. Frauen finden zu sich selbst, wenn sie ihren Trieben folgen. Männer würden dann angeblich rücksichtslos und übergriffig werden.

        Ich bin jedenfalls mit einem solchen Männerbild aufgewachsen, wenn ich auch nicht genau sagen kann, über welchen Kanal es zu mir kam.

        • Das christliche Menschenbild wird wahrscheinlich einigen Anteil daran haben. Aber auch in der Psychoanalyse bei Freud wird der Mensch eher als Tier gesehen, der seine häßlichen Triebe unterdrücken muss damit zivilisatorisch nicht ins Hintertreffen gelangt.
          Ein freundlicheres Menschenbild brachte dann die humanistische Psychologie.

  14. Weils passt:

    „Es ist nicht so, daß das Christentum einem lust- und leibesfrohen Heidentum Selbstbeherrschung und Askese gebracht hätte. Lust- und Leibfeindlichkeit und Sexualpessimismus sind vielmehr ein Erbe der Antike, das vom Christentum in besonderem Maße bis heute konserviert wird. (…) es sind Heiden, die anerkennen müssen, daß die Christen schon fast so sind wie sie selbst. (…) Der Sexualpessimismus der Antike leitet sich nicht wie später im Christentum aus Sündenfluch und Sündenstrafe ab, sondern vorwiegend aus medizinischen Vorstellungen. Von Pythagoras (6. Jh. v. Chr.) wird berichtet, daß er sagte, man solle sich der Sexualität hingeben im Winter, aber nicht im Sommer, und mit Maßen im Frühjahr und Herbst, aber in jeder Jahreszeit sei es für die Gesundheit schädlich. Und auf die Frage, wann die beste Zeit für die Liebe sei, antwortete er: Wenn man sich schwächen will (…) Den Frauen übrigens schadet der Geschlechtsverkehr nicht, sie sind ja nicht wie die Männer von Energieverlust durch Samenverlust betroffen. Der Sexualakt wird als gefährlich, als schwierig zu beherrschen, als gesundheitsschädlich und als verausgabend dargestellt. So sehen das Xenophon, Platon, Aristoteles und der Arzt Hippokrates.“

    Uta Ranke-Heinemann, „Eunuchen für das Himmelreich“ S.13 f.

    • Danke, sehr interessant. Damit wollte ich mich mal mehr beschäftigen.
      Allerdings erklären medizinische Gründe nur sexuelle Enthaltsamkeit, nicht aber die moralisch gesteuerte Zurückhaltung im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Ich denke schon dass das Christentum da massgeblich ist.

      • @ David

        Eine ungeregelt ausgelebte, „unzivilisierte“ Sexualität führte zu einer chaotischen Gesellschaft voller Eifersucht, Konflikte, mangelhaft betreuten, wahllos gezeugten Kindern, zerfallenden Familien und damit einer zerfallenden Gesellschaft.

        Von den sexuell übertragbar Krankheiten und Suchtverhalten ganz zu schweigen.

        Das Sexualität ein schlechtes Image hatte, hat gute, objektive Gründe.

        Die Vorstellung, Sexualität, da natürlich, sei gut, müsse einfach nur befreit werden und alles werde gut, ist kindisch, fern jeder Realität.

        • Naja, ich diskutiere gar keine Wertungen der Sexualmoral, wobei ich weder deine Meinung teile noch für freie Liebe einstehe.

          Mich interessiert hier nur der historische und kulturelle Kontext, in dem sie entstanden ist. Da gibt es offenbar ja erhebliche Auslenkungen.

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