Die Wirkung von Sexualhormonen während des weiblichen Zyklus auf das räumliche Denken

Eine interessante Studie beschäftigt sich mit der Wirkung von Sexualhormonen, insbesondere Testosteron und Östrogen, auf verschiedene Eigenschaften. Dabei wird die Veränderung während des weiblichen Zyklus behandelt:

The aim of this study was (a) to show that different measures of spatial cognition are modulated by the menstrual cycle and (b) to analyze which steroid is responsible for these cognitive alterations. The authors collected blood samples in 3-day intervals over six weeks from 12 young women with a regular menstrual cycle to analyze concentrations of estradiol, progesterone, testosterone, luteinizing hormone, and folliclestimulating hormone. The performance on 3 spatial tests was measured during the menstrual and the midluteal phase. A significant cycle difference in spatial ability as tested by the Mental Rotation Test was found, with high scores during the menstrual phase and low scores during the midluteal phase. Testosterone had a strong and positive influence on mental rotation performance, whereas estradiol had a negative one. These results clearly indicate that testosterone and estradiol are able to modulate spatial cognition during the menstrual cycle.

Quelle: Sex Hormones Affect Spatial Abilities During the Menstrual Cycle

Aus der Studie:

In view of the significant differences between menses and the midluteal phase of the MRT, we expected a hormonal modulation of task performance. Stepwise multiple regressions for Session 1 data yielded a significant model, F(1,11) = 7.59, p = .02, if concentrations of only testosterone, β = .66, T(12) = 2.75, p = .02, were included and concentrations of estradiol, progesterone, and both gonadotropins were excluded. The correlation coefficient R was .66, explaining 43% of the variance. Stepwise multiple regression of Session 2 data revealed a slightly different result. The best fitting and significant model was obtained, F(1, 11) = 13.49, p = .002, if both estradiol, β = -.92, T(12) = -5.08, p = .001 and testosterone levels, β = .54, T(12) = 2.99, p = .015, were entered into the regression. The correlation coefficient for the second session was R = .87, explaining 75% of variance

Und aus der Diskussion:

The most important result of the present study is the significant difference in spatial ability as tested by the MRT between menstrual and midluteal phases in a design with a nearly perfect validation of the menstrual cycle. Although the sample size was small, this effect was very clear. The performance of all but one woman during the midluteal phase was decreased compared with that during the menstrual phase. This result is in agreement with most studies investigating the relationship between the menstrual cycle and spatial abilities (Hampson, 1990a, 1990b; Hampson & Kimura, 1988; Phillips & Silverman, 1997). In accordance with Phillips and Silverman (1997) and Silverman and Phillips (1993), the result appeared in the 3- D spatial test (MRT) only, an effect which could also in principle be related to a higher task difficulty (Collins & Kimura, 1997). In accordance with other studies (Hampson, 1990a; Phillips & Silverman, 1997; Silverman & Phillips, 1993), estradiol had a strong influence on this result, at least in Session 2. However, estradiol does not seem to be the only steroid that has an impact on spatial cognition. Testosterone alone and testosterone combined with the negative influence of estradiol had strong and positive influences on MRT performance.

Die Wirkung der Sexualhormone innerhalb des Zyklus ist natürlich insbesondere interessant, weil sie unabhängig von der Sozialisation ist. Es gibt keine gesellschaftlichen Vorgaben, nach denen Frauen in bestimmten Zyklusphasen schlechter in bestimmten Fähigkeiten sind. Es zeigen sich insoweit Unterschiede innerhalb der selben Person aufgrund der Hormone.

42 Gedanken zu “Die Wirkung von Sexualhormonen während des weiblichen Zyklus auf das räumliche Denken

  1. Christian, Du denkst nicht kühn genug.

    Wahrscheinlich ist der ganze Zyklusquatsch eine Folge patriarchaler Diskurse, von der Männerverschwörung soziokulturell konstruiert, über Frauen verhängt von mächtigen Männern, um sie zurückzuhalten und zu behindern.

    Warum sonst haben Männer keinen Zyklus?!

    Da steckt doch Absicht dahinter.

    Für die, die kein Englisch verstehen, hier ein Bericht über die Forschungsergebnisse von Güntürkün und Hausmann auf Deutsch.

    http://www.bio.psy.rub.de/papers/Neurorubin_2003.pdf

    • @ Alexander

      „Warum sonst haben Männer keinen Zyklus?!“

      Obwohl Männer keine Mens haben, gibt
      es trotzdem viele die permanent unter
      PMS leiden: Proud Mangina Syndrome

      • „Wahrscheinlich ist der ganze Zyklusquatsch eine Folge patriarchaler Diskurse, von der Männerverschwörung soziokulturell konstruiert, über Frauen verhängt von mächtigen Männern, um sie zurückzuhalten und zu behindern.“

        Und das Klimakterium erwischt Männer auch!

        Ich war deswegen bei einem Arzt, der sagte:
        „Das Problem hatte ich auch, dann hab ich eine Jüngere genommen.“

        • @ Borat

          „Ich war deswegen bei einem Arzt, der sagte:
          “Das Problem hatte ich auch, dann hab ich
          eine Jüngere genommen.”

          Was macht mehr Spass und was ist besser
          und gesünder für den Mann, Viagra nehmen
          oder Sex mit einer jüngeren Frau?

        • „Was macht mehr Spass und was ist besser
          und gesünder für den Mann, Viagra nehmen
          oder Sex mit einer jüngeren Frau?“

          Gesundheit ist teuer.

  2. @Christian

    Du schreibst:

    Die Wirkung der Sexualhormone innerhalb des Zyklus ist natürlich insbesondere interessant, weil sie unabhängig von der Sozialisation ist. Es gibt keine gesellschaftlichen Vorgaben, nach denen Frauen in bestimmten Zyklusphasen schlechter in bestimmten Fähigkeiten sind. Es zeigen sich insoweit Unterschiede innerhalb der selben Person aufgrund der Hormone.

    Kommentar:

    Damit sind aber sozio-kulturelle Faktoren nicht einfach vom Tisch, wie Du offenbar meinst:

    Auch bei Depressionen haben wir immer die gleichen biochemischen Veränderungen und somit Unterschiede im Vergleich zu einer ‚gesunden‘ Person, aber die Ursachen für die Veränderungen der Biochemie bei Depressionen sind eben nicht nur endogen zu lokalisieren, sondern auch exogen. Soll heissen: genetische wie soziale Faktoren können Einfluss auf die Biochemie des Menschen ausüben. Eine bestimmte Zusammensetzung der Biochemie ist notwendig, dass sich eine Depression beim Meschen einstellt, aber für diese Zusammensetzung/Veränderung der Biochemie und die daraus resultierende Depression sind eben unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend – u.a. eben auch sozio-kulturelle Faktoren.

    • Dann stelle doch mal eine mögliche sozio-kulturelle Alternativerklärung für die mit dem Zyklus korrellierende Leistungssteigerung auf.

      Das wird nach meiner Auffassung schwierig, weil der (dann notwendigerweise: positive!) Rückkoppelungsmechanismus fehlen dürfte: Die Soziokultur „weiß“ ja nicht, wann die einzelne Frau gerade in welchem Zustand des Zyklus ist, also kann sie wohl kaum Zustandsspezifisch auf die Frau einwirken.

      Die Erklärung eines Leistungsabfalles könnte man ja noch, über das Selbstempfinden, halbwegs dengeln, aber wir haben ja hier eine Leistungssteigerung.

      Oder sieht sich die Frau etwa gar selbst als männlicher, wenn sie menstruiert?

      • @Nick

        Mach es doch nicht komplizierter, als es ist.
        Ich sage nur, dass auch der Zyklus der Frau auf sozio-kulturelle Faktoren reagiert. Guckst Du hier:

        „Für die zahlreichen Ausprägungen von Menstruationsstörungen gibt es auch mannigfaltige Ursachen. Hinter Blutungsstörungen können die verschiedensten organischen oder hormonellen Faktoren stehen, z. B. Erkrankungen der Geschlechtsorgane (Myome, Polypen, Gebärmutter- oder Scheidenkrebs), Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes oder Leber- und Nierenerkrankungen. Ebenso beeinflussen Klimaumstellungen, Über- oder Mangelernährung sowie Leistungssport den Hormonhaushalt und sich so auf die Menstruation auswirken. Häufig sind die Gründe für Blutungsstörungen auch im Bereich der Psyche zu finden: Im Zyklusgeschehen spiegelt sich vielfach das seelische Befinden wider. Stress, Konflikte in der Partnerschaft und im Sexualleben oder ein unerfüllter Kinderwunsch – all das kann zum Tragen kommen.“

        http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_menstruationsstoerungen-was-sind-menstruationsstoerungen-_409.html

        Nur würde ich noch ein bisschen weitergehen: Ich würde behaupten, dass z.B. auch die sogenannten Erkrankungen, die hier als Ursache für Menstruationsstörungen angegeben werden, im Ländervergleich sehr unterschiedlich sind und somit auch hier sozio-kulturelle Faktoren wiederum als Ko-Faktor mitwirken.

        • Nun zünd doch nicht noch mehr Nebelkerzen, und gehe lieber auf das Argument ein.

          Dass die Soziokultur auf die Psyche wirkt, und diese wiederum die Biochemie beeinflußt ist ja nun ziemlich trivial.

          Welcher sozio-kulturuelle Faktor soll denn nun eine Leistungssteigerung ausgerechnet dann verursachen, wenn die sozio-kultur genau das Gegenteil zuschreibt?

    • Danke für das Beispiel, Chomsky:

      „Eine bestimmte Zusammensetzung der Biochemie ist notwendig, dass sich eine Depression beim Meschen einstellt, aber für diese Zusammensetzung/Veränderung der Biochemie und die daraus resultierende Depression sind eben unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend – u.a. eben auch sozio-kulturelle Faktoren.“

      Und das ist genau der Punkt, der a.m.S. (hier) zu häufig aus dem Fokus gerät (insbesondere, wenn pränatales Testosteron/vorgeburtliche Prägung die ganze Welt erklären soll):

      unser Hormonhaushalt wird durch das was wir tun/denken/empfinden/wahrnehmen beeinflusst, meist wohl auf unbewusster Ebene.

      Wie Antidepressiva funktionieren, welche kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen sie auf die biochemischen Prozesse haben, wär bestimmt spannend zu erfahren…(und auch, ob dadurch die Intelligenz im Hinblick auf einzelne Fähigkeiten beeinflusst wird?)

      Aber zurück zum Zyklus:

      jedem dürfte bekannt sein, dass die Zyklen von Frauen, die nicht hormonell verhüten und viel Zeit miteinander verbringen, in der Lage sind sich aneinander anzugleichen (synchrone Menstruation, wahrscheinlich bedingt durch Pheromone).

      Weniger bekannt dürfte sein, dass sich auch der männliche Testosteronzyklus (der täglich immens großen Schwankungen unterliegt – witzigerweise scheint noch niemand erforscht zu haben, was das für die mentalen Fähigkeiten der Betreffenden bedeutet…) an das Hormongefüge der Partnerin anpasst.

      Ich hab zudem mal gelesen, dass es bei Männern nach einem Seitensprung Progesteronpeaks gäbe.

      Gedankenexperiment: dürfen wir erwarten, dass aus diesem biologischen Faktum heraus in näherer Zukunft ein Produkt entstehen wird, ein hormongestützer Treuetest für Männer (als Pendant zu den höchstens mittelmäßig-genauen Eisprungtestern)?

      Begründe warum nicht…

      „Es gibt keine gesellschaftlichen Vorgaben, nach denen Frauen in bestimmten Zyklusphasen schlechter in bestimmten Fähigkeiten sind.“

      Nunja, früher nannte man die Mens den „Fluch“, Frauen wurde verboten an gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen oder eine Kirche/die Öffentlichkeit insgesamt zu betreten… und auch heute noch würden wohl nur wenige Menschen annehmen, dass Frauen Männern im Denken gerade während der Erdbeerwoche besonders ähnlich sind…

      Ich würde sogar soweit gehen festzustellen, dass gerade das Wissen um Zyklus und Mens den Männern dazu dient, Frauen (tendenziell immer) geringere Denk-Fähigkeiten zuzuschreiben.

      Welche Frau sah sich bei Auseinandersetzungen noch nie mit dem Vorwurf konfrontiert, sie hätte doch sicher ihre Tage?

      Ein solcher Ausspruch (ob zutreffend oder nicht) greift immer mehr als nur die eine, konkrete Frau an…

      Einen Nachtragswunsch hab ich noch, wenn ich so drüber nachdenke:

      Für jemanden, der so fixiert ist auf die Wirkung von Hormonen wie Du, Christian, ist es m.A.n. ungewöhnlich, dass er nie (also wirklich nie, nie, nie) einen (möglichen) Unterschied benennt zwischen Frauen mit gedrosselter Hormon-Eigenproduktion und den „natürlich-belassenen“.

      Jetzt ist mir bekannt, dass Du aus Eigennutz/Bequemlichkeit/Sicherheitsgründen befürwortest, dass Frauen die Pille nehmen, aber wenn Du intellektuelle/wissenschaftliche Redlichkeit beweisen willst, solltest Du Dich der Frage (endlich mal!) annehmen.

      • Nunja, früher nannte man die Mens den “Fluch”, Frauen wurde verboten an gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen oder eine Kirche/die Öffentlichkeit insgesamt zu betreten…

        ..was nach vorherrschender Betrachtungsweise eine genau umkegehrte Korrellation produzieren müsste. Eine negative Zuschreibung dürfte kaum ausgerechnet eine Leistungssteigerung hervorrufen.

        Weshalb Chomskys Einwand mich hier wenig überzeugt.

        und auch heute noch würden wohl nur wenige Menschen annehmen, dass Frauen Männern im Denken gerade während der Erdbeerwoche besonders ähnlich sind…

        ..die Nachweisbarkeit dessen spricht eher gerade dagegen, dass die hier behandelten kognitiven Fähigkeiten von sozio-kulturellen Faktoren nachhaltig beeinträchtigt werden.

        Gedankenexperiment: dürfen wir erwarten, dass aus diesem biologischen Faktum heraus in näherer Zukunft ein Produkt entstehen wird, ein hormongestützer Treuetest für Männer (als Pendant zu den höchstens mittelmäßig-genauen Eisprungtestern)?

        Mutterscheeras Polizeifantasien..

        • @ Nick

          „..was nach vorherrschender Betrachtungsweise eine genau umkegehrte Korrellation produzieren müsste. Eine negative Zuschreibung dürfte kaum ausgerechnet eine Leistungssteigerung hervorrufen. … ..die Nachweisbarkeit dessen spricht eher gerade dagegen, dass die hier behandelten kognitiven Fähigkeiten von sozio-kulturellen Faktoren nachhaltig beeinträchtigt werden.“

          Das ist ein wirklich guter Einwand!
          Ja, ich muss zugeben, dass dieser andcheinend messbare Unterschied wie der Beweis wirkt, dass Hormone einen größeren Einfluss als die Sozialisation haben.
          Rein nominal.

          Aber was kommt dabei raus?

          Kannst Du Dir eine Welt denken, in der ein Ausspruch wie:

          „Ich habe gerade meine Tage, hör also genau zu was ich sage, so präzise wirst Du mich erst wieder in einem Monat erleben“

          nicht mit schallendem Gelächter quittiert wird?

          „Muttersheeras Polizeifantasien…“

          Eh wo… meine Aussage implizierte, dass ich nicht glaube, dass sowas entwickelt werden wird. Ich hielte es auch nicht für wünschenswert, denn ich traue „mir“ und dem „Zufall“ mehr als der „Wissenschaft“.

          Das kann ich sogar beweisen: ich habe das gesetzliche Minimum an Schwangerenvorsorgeuntersuchungen in beiden Fällen stark unterschritten (in Übereinstimmung mit dem Vater der Kinder).

        • Nochmal drüber nachgedacht:

          „Eine negative Zuschreibung dürfte kaum ausgerechnet eine Leistungssteigerung hervorrufen. … ..die Nachweisbarkeit dessen spricht eher gerade dagegen, dass die hier behandelten kognitiven Fähigkeiten von sozio-kulturellen Faktoren nachhaltig beeinträchtigt werden.”

          Wäre das nicht Lamarckismus?

          Falls nicht: Könnte mir einer der (Semi-)Profs vielleicht erklären, warum nicht?

          Dziekuje

          • @muttersheera

            Lamarckismus ist es, wenn eine Eigenschaft die eine Person zu Lebzeiten verbessert in dieser Verbesserung an Nachkommen über die gerne vererbt und so weitergegeben wird, wenn man also durch Training stärkere Kinder bekommt.
            das ist abzugeben von einem Selektionsdruck, bei dem nicht die zu Lebzeiten erworbene Verbesserung weitergegeben wird, sondern Personen, die aufgrund einer Mutation bereits etwas besser in einer Eigenschaft sind, mehr Nachkommen haben und sich ihre Gene daher im Genpool anreichern

        • To get it straight:
          Die Vermutung, eine negative Zuschreibung dürfte nicht zur Leistungssteigerung, sondern eher zum Gegenteil führen, ist also allein schon deshalb kein Lamarckismus, weil dieser nur Verbesserungen im Blick hat. (Dh: beim Lamarckismus geht man nicht davon aus, dass man Potentiale durch Konditionierung tatsächlich verlieren kann… zumindest auf genetischer Ebene).

          Ich bitte um eine kurze Rückmeldung: (beinah) richtig/falsch?

      • muttersheera,

        „Welche Frau sah sich bei Auseinandersetzungen noch nie mit dem Vorwurf konfrontiert, sie hätte doch sicher ihre Tage?“

        Danke, dass du das geschrieben hast. Dieser Vorwurf dient oft als K.O.-Kriterium bei vielen Auseinandersetzungen in Diskussionen mit Männern und Frauen. Da wird einem vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit zugeschrieben. Da sowieso die meisten Frauen hormonell ruhig gestellt sind (pardon „verhüten“) greift dieser (vermeintliche!!) Vorwurf überhaupt nicht mehr. Außerdem behaupte ich, dass die meisten Männer keine Ahnung von zyklusbedingten Hormonleveln haben und deshalb gewisse „Verhaltensweisen“ nicht einordnen können. (Wenn dem wirklich so wäre …)

        „solltest Du Dich der [Pille-]Frage (endlich mal!) annehmen.“

        Ja, bin ich ebenfalls dafür 🙂

        • „Außerdem behaupte ich, dass die meisten Männer keine Ahnung von zyklusbedingten Hormonleveln haben und deshalb gewisse “Verhaltensweisen” nicht einordnen können. “

          Da möchte ich Sarah Silverman zitieren als sie zu einem Mensch sagt der behauptet „I dont stink!“. Sie sagt:: „You can’t smell yourself“.

          Wer wenn nicht der Mann hat eine neutralere Beobachter- und Opferposition was weibliche Hormonschwankungen angeht?
          Und hormonelle Verhütung schaltet den Hormonzyklus nicht aus, sondern ändert diesen soweit dass keine Eizelle Befruchtet wird. Die restlichen „Symptome“ bleiben mehr oder weniger.

        • Borat,

          hast du schon mal die Liste der Nebenwirkungen einer Antibabypille gelesen? Du kannst das körperliche Gleichgewicht nicht auf einer Seite verändern (Verhütung) und auf der anderen Seite passiert nichts.
          Die Pille verhindert den Eisprung (!!) und damit das zentrale Element weiblicher Fortpflanzung und des weibliches Zyklus. Du nimmst als Frau tagtäglich mehrere mg künstlicher Hormone zu dir. Und das soll nichts ändern?

        • Dieser Vorwurf dient oft als K.O.-Kriterium bei vielen Auseinandersetzungen in Diskussionen mit Männern und Frauen. Da wird einem vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit zugeschrieben.

          Ja, ein Toschlagargument auf dem Niveau von „Für Männer haben Frauen immer sexuell verfügbar zu sein“ 😀

          Außerdem behaupte ich, dass die meisten Männer keine Ahnung von zyklusbedingten Hormonleveln haben und deshalb gewisse “Verhaltensweisen” nicht einordnen können. (Wenn dem wirklich so wäre …)

          Lustigerweise hat fast jede Frau eine andere Version parat, wie die Hormonlevel wirken oder nicht wirken. Einig sind sich die meisten Frauen eher darüber, wie männliche Hormone auf Männer wirken 😀

          Manche sind dabei gute Selbstbeobachter, andere eher nicht..

        • Lustigerweise hat fast jede Frau eine andere Version parat, wie die Hormonlevel wirken oder nicht wirken.

          Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich zwei Frauen nach der Wirkung der Pille aufs Gemüt befrage, drei bis vier Meinungen zu hören bekomme! 🙂

        • Ach Nick,

          finds witzig, dass du dir meine „Totschlagargumente“ merkst 🙂

          Lustigerweise wissen viele Frauen wirklich nicht, wie sich ihr Körper während eines (nicht durch die Pille veränderten) Zyklus verändert. Bekommt man auch nirgends beigebracht. Vielleicht wenn man mit NFP experimentiert. Aber das tun ja die wenigsten.

        • Peter,

          ja. Da die Nebenwirkungsliste der Pille auch gefühlte 100 Einzelpunkte umfasst, liegen sie damit wahrscheinlich auch sehr richtig!

          Dass du Frauen dazu latent schizophrenes Verhalten unterstellst (2 Frauen, 4 Meinungen) … mh, semi-witzig.

        • finds witzig, dass du dir meine “Totschlagargumente” merkst

          Meinst du, damit keine Aussage zu hormonbedingtem Verhalten zu treffen?

        • @ Julia

          * Da wird einem vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit zugeschrieben. *

          Könnte ja sein, dass diese Klischees wie fast alle echten Klischees (die unausrottbar und weit verbreitet sind) einen wahren Kern enthalten, realitätshaltig sozusagen.

          Wenn ich mir diese Liste ansehe, warum Männer und Frauen männliche Vorgesetzte bevorzugen, liest sich das, was Männer und Frauen an weiblichen/männlichen Chefs kritisieren/schätzen wie eine Zusammenstellung genau der Klischees, die mit ungeheurem Propagandaaufwand seit mehr als 40 Jahren bekämpft werden und offenbar einfach nicht aus den Köpfen der Menschen verschwinden wollen.

          Zitat:

          *Ten reasons why men are considered the best bosses

          1. Straight talking

          2. Less likely to get involved in office politics

          3. Easier to reason with

          4. Less likely to bitch about others

          5. Less likely to suffer from mood swings

          6. Able to leave their private life at home

          7. No time of the month

          8. More likely to share common interests

          9. Don’t feel threatened if others are good at their jobs

          10. More reasonable*

          http://www.telegraph.co.uk/finance/jobs/7938593/Workers-prefer-male-bosses.html

          Vielleicht sind Klischees gerade deshalb so zählebig, weil sie sich immer wieder erneuern durch alltägliche Lebenserfahrung?

          Weil sie im Kern realistisch sind?

        • Nick,

          was ich sagen wollte: Ich persönlich (kann nur für mich sprechen) finde es nervig und unangebracht, in Diskussionen das Argument „du hast eh deine Tage“ zu bringen. Ich sage ja auch nicht nach dem Sex „oh, ich schütte gerade Oxytocin aus und bekomme Lust auf kuscheln“.

        • Alexander,

          möglicherweise mögen die Menschen einfach monokausale Zusammenhänge? Weil es das Leben ungemein erleichtert. Schublade 1 (Mann) und Schublade 2 (Frau). Zack!

          Frau ist übellaunig – Erklärung: Frau hat PMS.

          Ich bestreite doch gar nicht, dass Männer und Frauen sich (im Schnitt) unterschiedlich verhalten. Ich habe nichts gegen die Auffassung, dass Hormone gewisse Verhaltensweisen hervorrufen.

          Ich habe aber was gegen Männer, die mir gegenüber stehen und meinen, ich würde dieselben Verhaltensweisen an den Tag legen wie die restlichen 3 Mrd. Frauen auf der Erde. Es geht doch darum, jemandem (anfangs) so wenig klischeebelastet wie möglich gegenüber zu treten. Das wird doch dem Menschen dahinter viel besser gerecht. Nur weil es statistische Durschnitt gibt, heißt das nicht automatisch, dass die Person, die vor dir steht, exakt diesem Durchschnitt entspricht. In allen Punkten.

          Selbst wenn die o.a. Chef-Klischees im Kern realistisch sind, können sie doch nicht als Erklärung dafür herhalten, Frauen allgemein von Führungspositionen fernhalten zu wollen?

        • Ich persönlich (kann nur für mich sprechen) finde es nervig und unangebracht, in Diskussionen das Argument “du hast eh deine Tage” zu bringen.

          Selbstverständlich ist das respektlos. Selbst wenn irgendwelche Hormone eine Rolle spielen hat jeder ein Recht darauf, dass auf seine konkreten Argumente eingegangen wird, oder dass konkret begründet wird warum als unmöglich empfundenes Verhalten unmöglich ist/sein soll.

          Mein Anliegen ist nur, dass sich die gleiche Respektlosigkeit oft hinter dem Label „gekränktes männliches Ego“ verbirgt. Das wird zwar meistens nicht direkt ausgesprochen, aber das macht es ja nicht besser, im Gegenteil.

        • Nur weil es statistische Durschnitt gibt, heißt das nicht automatisch, dass die Person, die vor dir steht, exakt diesem Durchschnitt entspricht. In allen Punkten.

          Eigentlich gibt es überhaupt niemanden, der in allen Merkmalen dem Durchschnitt entspricht. Die Frau mit 1.4 Kindern ist ja eher selten.

        • Nick,

          „Mein Anliegen ist nur, dass sich die gleiche Respektlosigkeit oft hinter dem Label “gekränktes männliches Ego” verbirgt.“

          Okay, jetzt macht es Sinn. Auch mein „Totschlagargument“ 🙂 In diesem speziellen Kontext räume ich ein, dass es resepektlos rüberkommen kann. Nicht alle Männer denken immer und zu jeder Zeit so.

        • @Nick

          „Mein Anliegen ist nur, dass sich die gleiche Respektlosigkeit oft hinter dem Label “gekränktes männliches Ego” verbirgt.“

          Das Perfide ist ja, dass durch solche Gehässigkeiten erst die Kränkung herbeigeführt wird, die durch die Formulierung dann kritisiert wird. An dieser Stelle wird es wirklich bösartig.

        • An dieser Stelle wird es wirklich bösartig.

          Ja, das ist eigentlich eine bösartigere Variante, weil sie obendrein eine ungefragte sexuelle Abwertung enthält.

        • Julia,

          „hast du schon mal die Liste der Nebenwirkungen einer Antibabypille gelesen? Du kannst das körperliche Gleichgewicht nicht auf einer Seite verändern (Verhütung) und auf der anderen Seite passiert nichts.“

          Die Nebenwirkungen interessieren mich nicht, Frauen nehmen die Pille.
          Und das wollen sie, denn sonst würden sie sich dem Mann (und auch dem „Schicksal“ oder dem Zufall) was Verhütung angeht mehr ausliefern. Das wäre ja total unemanzipiert und gar nicht selbstbestimmt, so nehmen sie lieber die Pille mit Nebenwirkungspotential. Und das obwohl ja angeblich noch nie so wenig Kopuliert wurde wie in unserer Zeit.

          „Die Pille verhindert den Eisprung (!!) und damit das zentrale Element weiblicher Fortpflanzung und des weibliches Zyklus. Du nimmst als Frau tagtäglich mehrere mg künstlicher Hormone zu dir. Und das soll nichts ändern?“

          Hab ich gesagt es änderte nichts?
          Ich habe gesagt dass die Frau mit Pille scheinbar nicht ihre evtl. unangenehmen Verhaltensänderungen durch Hormonschwankungen ablegt.

          Ich würde die Pille als ein Psychopharmaka mit der Nebenwirkung der Empfängnisverhütung bezeichnen.

          Körpereigene Hormone haben starke psychische Wirkungen, so auch die Pille.

          Trotzdem macht sie aus einer Frau keinen Mann oder eine „bessere“ Frau ohne hormonellen Monatszyklus.

          Es scheint als wärst du in einem Dilemma.
          Einerseits suggerierst du die Pille würde zyklische, hormongesteuerte Verhaltesänderungen der Frauen „verbessern“, heisst sie deswegen gut und andererseits kritisiert du sie als gefährlichen Hormoncocktail mit Nebenwirkungen.

          Kommt mir vor wie die Opferrhetorik vieler Frauen. Das Schlechte wird mit dem Mann assoziiert und das Gute mit der Frau die sich gleichzeitig als Opfer darstellt.

        • Borat,

          eins nach dem anderen. Bitte projeziere deine offensichtliche Abneigung gegen einen bestimmten Frauentyp nicht auf mich.

          Ja, Frauen nehmen die Pille, um sich vor Schwangerschaften zu schützen. Frauen (und Männer), die sich bewusst für Kinder entscheiden und sich der Verantwortung bewusst sind, sind mir persönlich lieber als ungewollte Kinder.

          „Trotzdem macht sie aus einer Frau keinen Mann oder eine “bessere” Frau ohne hormonellen Monatszyklus.“

          Und genau das habe ich auch nie behauptet. (Wäre auch unlogisch, jemanden mit künstlichem Östrogen und Gestagen zu füttern und dann zu erwarten, es käme ein „Mann“ dabei heraus 🙂 )

          Ich befinde mich in keinem Dilemma und bediene mich auch keiner Opferrhetorik. Meine Aussagen:
          1. Frauen nehmen die Pille, um sich vor Schwangerschaften zu schützen.
          2. Die Pille hat eine sehr große Anzahl an Nebenwirkungen, derer sich viele nicht bewusst sind, da sie es nicht anders kennen.
          3. Eine Frau, die nicht die Pille nimmt, ist stärker von natürlichen Hormonschwankungen betroffen.
          4. Frauen, die die Pille nehmen, unterliegen nicht ganz so starken Schwankungen, dafür aber gewissen Nebenwirkungen. (Je nach Frau und Pille.)

          Und nein, Frauen sind keine „Opfer“ ihrer Hormone und brauchen auch keine entsprechende Behandlung. Das gehört zum Leben dazu, dass ein Tag nicht wie der andere ist. Jede Frau kann selbstbestimmt für sich entscheiden, welche Präparate sie ihrem Körper verabreicht. Gegen Stimmungsschwankungen, körperliche Symptome etc. gibt es genügend Hausmittelchen, die schon Generationen von Frauen geholfen haben. (Erwähnt seien nur Mönchspfeffer oder Frauenmanteltee.)

      • Jetzt ist mir bekannt, dass Du aus Eigennutz/Bequemlichkeit/Sicherheitsgründen befürwortest, dass Frauen die Pille nehmen, aber wenn Du intellektuelle/wissenschaftliche Redlichkeit beweisen willst, solltest Du Dich der Frage (endlich mal!) annehmen.

        Das ist in der Tat interessant, weil feststeht, dass Hormone das Empfinden massgeblich beeinflussen.

      • @ muttersheera

        Ich bin überzeugt davon, dass auch Testosteronschwankungen (bis zu 30 % Unterschied im jahreszeitlichen Verlauf) Auswirkungen haben auf die Psyche des Mannes. Allerdings sind die (Tages-, Jahreszeitschwankungen) beim Mann um Größenordnungen geringer als die Zyklusschwankungen (Größenordnung 100 – 300 % Schwankung der Hormonspiegel der Frau, weshalb die Effekte viel feinschlägiger sein dürften.

        Dadurch wird wohl mit beeinflusst, ob jemand zu einer bestimmten Tageszeit/Jahreszeit besonders gut/schlecht geistig arbeiten kann, rechnen kann, entwerfen kann, schreiben kann etc.

        Etwa so feinschlägig sind wohl auch die Auswirkungen der Tages-/Jahreszeitschwankung bei den Hormonspiegeln der Frau, die ja ebenfalls existieren, die sich den großen Zyklusschwankungen aufsatteln.

  3. Und jetzt müsst ihr nur noch einen Wirkungsmechanismus aufzeigen, der bewirkt, dass sozio-kulturelle Veränderungen (was immer man darunter konkret zu verstehen hat) zu biochemischen Veränderungen führen.

    Ansonst ist das bloße Spekulation, hinter der man unschwer die Angst vor dem bösen Biolgismus ausmachen kann.

  4. also ich kann dem artikel nur zustimmen. man sollte menstruierende frauen gar nicht aus dem haus lassen. bei uns in der firma laufen sie gegen wände, fallen die treppen herunter und stellen ihre fahrzeuge kreuz und quer auf der straße ab. die wirtschaftlichen schäden durch menstruierende frauen sind immens. daher auch das wort: immens.

    • @ Hottehü

      *also ich kann dem artikel nur zustimmen. man sollte menstruierende frauen gar nicht aus dem haus lassen. bei uns in der firma laufen sie gegen wände, fallen die treppen herunter und stellen ihre fahrzeuge kreuz und quer auf der straße ab. die wirtschaftlichen schäden durch menstruierende frauen sind immens*

      Bei Euch auch?

      Hoffentlich tanzen sie nicht auch noch auf dem Hochaltar der nachstgelegenen Kirche.

    • PS:

      Wir überlegen, Menstruationshauben anzuschaffen.

      Ob es sich lohnt, die Generalvertretungsrechte für Deutschland anzustreben?

      Vielleicht zusammen mit der Lizenz für bunt gemusterte Burkas?

      Die wird ja auch bestimmt bald Pflicht.

  5. Pingback: Übersicht: Biologische Begründungen zu Geschlechterunterschieden | Alles Evolution

  6. Pingback: Welche Vorhersagen lassen sich aus den Gendertheorien herleiten und treffen sie zu? | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.