Gehirn von Männern und Frauen: Unterschiede und Theorien

Der Wikipedia-Artikel zum Gehirn hat auch einiges interessantes zu den Unterschieden von Männern und Frauen:

Die Gehirne von Männern und Frauen unterscheiden sich in der Größe und im Aufbau. Durchschnittlich wiegt das Gehirn eines erwachsenen Mannes je nach Ethnie etwa 1400 g. Bei gleicher Statur von Mann und Frau ist das Gehirn bei Männern durchschnittlich 100 g schwerer.[2] Aus dem proportional höheren Gewicht bei Männern lässt sich kein geschlechtsspezifischer Intelligenzgewinn ableiten.

Nicht nur die Gesamtgehirngröße unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern, sondern auch die relative Größe verschiedener Gehirnareale.[3] Am besten erforscht sind hierbei der Hippocampus und die Amygdala.

Der Hippocampus ist fürs Lernen und die Erinnerung zuständig und hat bei Männern und Frauen unterschiedliche anatomische Strukturen und neurochemische Zusammensetzungen. Im Verhältnis zum Gesamthirn ist der Hippocampus bei der Frau größer.

Beim Mann ist jedoch die CA1-Region größer und die Anzahl der Pyramidenzellen erhöht.[3] Des Weiteren besteht eine unterschiedliche Rezeptor-Affinität für verschiedene Neurotransmitter und Unterschiede in der Langzeitpotenzierung.[3]

Die Amygdala spielt eine Rolle beim Reproduktionsverhalten und stellt das Gedächtnis für emotionale Ereignisse dar.[3] Studien zeigten, dass es eine geschlechtsspezifische hemisphärische Lateralisation der Amygdalafunktionen in Beziehung auf die Erinnerung an emotionale Momente, bei der Reaktion auf glückliche Gesichter, bei der Verschaltung der Amygdala mit dem restlichen Gehirn sowie bei bestimmten Krankheiten, wie etwa der Depression, gibt.[3] Bei Frauen ist die linke Gehirnhälfte involviert, bei Männern die rechte.[3]

Zur Entstehung dieses Dimorphismus gibt es verschiedene Theorien. Zum einen kommt alternatives Spleißen vom mRNA in Frage. Zum Beispiel das Spleißen von Kanalproteinen, sodass deren Durchlässigkeit für Ionen verändert ist.[3] Zum anderen sind epigenetische Kontrollmechanismen relevant. Hierzu zählen unter anderem die genomische Prägung und die Histonmodifikation.[3] Zudem wird immer wieder die Frage gestellt, inwiefern die Umwelt Einfluss auf den Dimorphismus hat. Ein anderer Erklärungsansatz ist folgender: Geschlechtshormone, wie Testosteron und die Östrogene, wirken nicht nur auf die Keimdrüsen, sondern in vielfältiger Weise auch auf das Nervensystem als Ganzes sowie im Einzelnen auf Nervenzellen, Synapsen, Genexpression usw. Dies gilt sowohl für die Zeit der Embryonalentwicklung als auch während der Kindheit, der Pubertät und im Erwachsenenalter. Dies wird zum Beispiel in der Regio praeoptica im Hypothalamus sichtbar, die bei jungen Männern im Vergleich zu Frauen vergrößert ist. Ein entscheidender Faktor sind vermutlich auch die Barr-Körperchen, da viele X-chromosomale Gene in die neuronalen Prozesse der Gehirnentwicklung involviert sind. Die Barr-Körperchen entstehen durch zufällige Inaktivierung eines X-Chromosoms bei der Frau. Dies hat zur Folge, dass das weibliche Gewebe und die Organe, inklusive des Gehirns, ein Mosaik darstellen, da in jeder Zelle ein anderes Gen des polymorphen X-Gens exprimiert wird.[4] Daher nimmt man an, dass die unterschiedlichen Geschlechtschromosomen der wahrscheinlichste Grund für den Dimorphismus sind. Diese können auf zwei Arten die Entwicklung beeinflussen. Zum einen können die Genprodukte der Chromosomen direkt in den Zellen wirken, in denen sie exprimiert werden. Zum anderen bedingen die Gonosomen die Entwicklung der Gonaden, die die Geschlechtshormone bilden. Geschlechtshormone wie Testosteron und die Östrogene wirken nicht nur auf die Keimdrüsen, sondern in vielfältiger Weise auch auf das Nervensystem, sowohl zur Zeit der Embryonalentwicklung als auch während der Kindheit, der Pubertät und im Erwachsenenalter.[5] So bewirken die Geschlechtshormone eine typische männliche beziehungsweise eine typische weibliche Entwicklung des Nervensystems. Wie schon oben erwähnt, wird dies unter anderem in der Regio praeoptica im Hypothalamus sichtbar, die bei jungen Männern im Vergleich zu Frauen vergrößert ist.

Finde ich eine interessante Zusammenstellung. Was haltet ihr von den verschiedenen Theorien?

16 Gedanken zu “Gehirn von Männern und Frauen: Unterschiede und Theorien

  1. Die Genderwissenschaft hat eindeutig bewiesen, dass Mann und Frau absolut gleich sind. Nur sind Frauen ein bisschen intelligenter, weiser – und sie werden die Welt retten.

    • Ein bisschen nur? Adrian, Du untertreibst! (Und damit tust Du den Damen Unrecht – hätte ich niemals von Dir gedacht, sowas! So ein patriarchales Ungeheuer aber auch! Immerhin gibst Du zu, dass sie – vermutlich unter Marens Führung – die Welt retten werden. Ganz so ein hoffnungsloser Fall bist Du also noch nicht – aber pass auf, nicht noch weiter abzugleiten, in den ganzen maskulistischen Sumpf hier, der wie jedes Kind heute weiß eng mit dem braunen Sumpf vernetzt ist. Hinterher kommst Du noch auf die schiefe Bahn…)

      Frauen können wirklich alles besser heutzutage. Wie Cornelia Pieper schon sagte:

      „„Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.“

      Da hat sie ganz Recht, die Gute!

      (via. http://genderama.blogspot.de/2007/03/cornelia-pieper-fdp-mnner-sind-halbe.html (Also ich verstehe nicht, dass Arne Hoffmann durch das Wiedergeben dieses Zitats selbst zugibt, dass Frauen die besseren Menschen sind – ach umso erfreulicher, er befreit sich gerade sicher aus den ganzen Sümpfen, in denen er verkehrt hat! Das ist gut, das schaffen nur ganz wenige!) und, da man wenigstens EINE seriöse Quellenangabe machen muss: http://de.wikipedia.org/wiki/Cornelia_Pieper)

      Also ich muss wirklich sagen, durch Äußerrungen weiblicher Politiker mit feministischem Hintergrund, durch Feministinnen welcher Art auch immer, kann man als Mann viel lernen. Besonders dann, wenn man sich beruflich mit Lebewesen und ihren Eigenschaften jahrelang beschäftigt hat und beschäftigt.

      Also, liebe Freunde, wir halten fest:

      1. Es gibt in der Natur halbe Wesen. Für mich ist das völlig neu. Ich bin dafür, dass in der SCIENCE und der NATURE sofort ein Artikel darüber erscheint. Und es muss zum Standart-Vordiplomsstoff sowie zum Stadtart-Stoff im Biologie-Unterricht der Sek. I und II werden, damit es wirklich alle wissen. Faszinierend: Es gibt wirklich lebensfähige halbe Wesen. Und ein Skandal sondergleichen, dass sowas in einem ganzen Biologie-Diplomstudium nicht einmal drankommt. (Muss dran liegen, dass die meisten Wissenschaftler Männer sind.) Sowas ist doch wichtig!

      2. Im Verlaufe der Evolution kann ein Lebewesen auf seiner Entwicklungsstufe stehen bleiben, während sein natürlicher Gegenspieler, so z. B. die Exemplare des jeweils anderen Geschlechts, die ja verhaltensbiologisch gesehen in vielen Hinsichten AUCH Gegenspieler sind, sich ständig weiterentwickelt. Anpassungen ohne Gegenanpassungen, ständige Weiterentwicklung auf der einen Seite, und Stillstand auf der anderen – auch das ist mir neu. Das gehört auch in die NATURE und in die Lehrpläne/Studienpläne auf den Schulen und Hochschulen.

      3. Es gibt fertige und unfertige Lebewesen. Eine Art und/oder ein Geschlecht kann fertig oder unfertig sein. Wusste ich auch nicht – wieder was gelernt. Offensichtlich hat Evolution doch ein Ziel: Nämlich die Schaffung fertiger Wesen. Auch das ist alles neu – bisherige biologische Erkenntnisse müssen wirklich mal einer umfassenden Revision unterzogen werden. Aber das macht Wissenschaft ja so faszinierend: Ständige Präzisierungen und sogar komplette Verwerfungen bisheriger Vorstellungen von der Wirklichkeit – echt ein spannendes Fach! Da muss man wirklich aufpassen, auf dem Laufenden zu bleiben.

      4. Um festzustellen, ob ein bestimmtes Geschlecht oder einer Art von einem anderen Geschlecht/einer anderen Art evolutiv überholt worden ist, braucht man nicht, wie bislang angenommen, eine Vielzahl an Generationen, sondern es reicht vollkommen aus, einen Zeitraum zu betrachten, der einer bis zwei Generationen bei der jeweiligen Art entspricht – ist mir ehrlich gesagt auch neu. Offenbar ein wichtiger Schritt dahin, sich nicht unnötig lange mit Daten sammeln aufzuhalten. Wichtiges Kriterium bei der Beurteilung der Frage, ob ein Lebewesen fertig oder unfertig ist, ist die Frage, ob dieses Lebewesen zur Selbstverwirklichung in allen Bereichen fähig ist.

      5. Die Evolution kann ein bestimmtes Geschlecht überholen. Wusste ich auch nicht. Aber wirklich faszinierend, muss ich mich unbedingt mal richtig mit beschäftigen.

      6. Toleranz, Sensibilität, und Emotionalität sind weibliche Eigenschaften. Intoleranz, Unsensibilität und das Fehlen von Emotionen somit männliche. Wirklich interessant! Ist bei diesen erbärmlichen, halben Mangelwesen aber auch kein Wunder!

      Ich glaube, ich muss wirklich noch viel lernen. Auf der Uni damals hatte ich das alles ganz anders verstanden – aber gut, ich bin ja auch nur ein Mann und damit ein Irrtum der Natur, als solcher wird man sich ja auch mal selbst irren dürfen. Und gelernt habe ich es ja jetzt – Danke, liebe Cornelia! Ohne Sie hätte ich das alles nie verstanden!

      Also, mein lieber Adrian, gehe einmal in Dich und überdenke Deine chauvinistischen, selbstgefälligen, erbärmlichen, frauenfeindlichen Vorstellungen von der Wirklichkeit!

      Maren hilft Dir bestimmt auch gern, Dich aus dem patriarchal-maskulistischen Sumpf zu befreien!!!

      Einen schönen Sonntag!

    • @ Adrian

      „Die Genderwissenschaft hat eindeutig bewiesen, dass Mann und Frau absolut gleich sind.“

      Falsch Adrian Frauen sind nicht gleich,
      sie sind gleicher, (more equal) das
      ist der springende Punkt!

    • „Nur sind Frauen ein bisschen intelligenter, weiser – und sie werden die Welt retten.“
      Die Frauen – vor allem die besten Frauen bei uns – werden nicht sondern sind schon dabei die Welt vor sich zu retten denn sie sterben aus.

  2. Nicht erst seit Arne Hoffmann muss man Wikipedia-Artikel kategorisch ablehnen. Wikipedia ist zu einer ideologischen Plattform verkommen, die benötigten Informationen holt man sich besser aus einer vertrauenswürdigen Quelle.
    Wikipedia ist tot.

  3. „Finde ich eine interessante Zusammenstellung. Was haltet ihr von den verschiedenen Theorien?“

    Viel – ich denke, letztendlich liegt es vor allem an den Geschlechtschromosomen, die auf verschiedene Mechanismen über unterschiedlich viele Umwege Einfluss nehmen, mit mehr oder weniger Umwelteinfluss, der individuell und zugegebenermaßen auch geschlechtsspezifisch sein kann.

  4. Pingback: Übersicht: Biologische Begründungen zu Geschlechterunterschieden | Alles Evolution

  5. Pingback: “Lasst es uns doch einfach mal versuchen die Geschlechterrollen aufzubrechen” | Alles Evolution

  6. Pingback: Geschlechterunterschiede in den strukturellen Verbindungen des menschlichen Gehirns | Alles Evolution

  7. Pingback: “Formatierung” des Gehirns und Gene und Hormone in diesem Zusammenhang | Alles Evolution

  8. Pingback: Metastudie zu Geschlechterunterschieden in der Gehirnstruktur | Alles Evolution

  9. Pingback: Geschlechterunterschiede im Gehirn sind bereits im Alter von einem Monat vorhanden | Alles Evolution

  10. Pingback: Vorhersage des Geschlechts anhand der Gehirnwellen | Alles Evolution

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