„Feministinnen: Frauen sind keine Sklaven, ihr seid keine Weltretter“

Tiia Aurora rantet auf ihrem Blog „Blogblume“ in dem Artikel „Lasst uns in Ruhe, wir wollen leben, wie wir sind“ über den Genderfeminismus.

Sie wehrt sich dort gegen die ihr gemachten Vorschriften:

Ich muss gar nichts. Ich muss nicht bei eurer kleinen Maskerade mitmachen, wenn ihr euch nachmittags trefft und darüber redet, was eure “Freunde” wieder Dummes angestellt haben, dass sie ja sowieso nichts verstehen, weil es nur Männer sind. Ich muss mir nicht mit ansehen, wie ihr männliche Meinungen in den Boden redet, weil sie von Männern kommen. Ich muss mir nicht eure durchgegenderten Blogartikel durchlesen, in denen ihr erst einmal demonstriert, wie klein und verletzlich ihr seid, und euch dann echauffiert, was euch der große böse Mann denn Böses zu gesagt hat. Ich muss vor allem auf keinen Link klicken, den ihr mit “Sexistische Kackscheiße” (euer Schlachtruf mit der ihr eure Armee zu den Waffen ruft) betitelt während ihr euch aber gleichzeitig beim Bademodemodel der H&M-Werbung die Lippen leckt.

Ich muss mir vor allem nicht anhören, dass alle Frauen nur Sklaven der Männer sind und Feministinnen ihre einzige Chance, aus diesen Klauen befreit zu werden. Ich bin frei und ich will so leben wie ich bin.

Es ist erfrischend so etwas zu lesen, weil es eben mit so vielen Dogmen bricht, die gerade Genderfeministinnen mit sich herumtragen. Es ist auch ein wesentlich positiveres Frauenbild, in dem diese frei entscheiden und Männer nicht als Widersacher sehen.

Auch der wesentlich offenere Umgang mit weiblichen Gestaltung und Macht überzeugt mich weitaus mehr als das ewige „das Patriarchat /die Phallogokratie / die hegemoniale Männlichkeit ist schuld“:

Ich kenne diese ganzen Psychospielchen. Ich kenne das “auf Prinzessin” machen, um an Ziele zu gelangen. Diese künstliche Betroffenheit mit dem Charakter eines aufgescheuchten Hühnerstalls. Ich kenne das Ausstechen von Konkurrenz aus Angst, schlechter dazustehen. Ich kenne auch genauso das Vortäuschen von Schwäche, um unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen. Ich weiß, dass in Streitfragen zwischen Mann und Frau immer eher der Frau zugesprochen wird. Weil Frauen ja so schwach und verletzlich sind. Ich weiß das, ihr wisst das. Machen wir uns nichts vor.

Im Genderfeminismus würde man darauf abstellen, dass dies ja alles nur das ist, was eine Frau eben machen muss, weil sie nicht die Möglichkeiten eines Mannes hat. Es würde eben wegfallen, wenn wir in einer unpatriarchischen, feministischen Welt leben würden. Was mich nicht überzeugt. Frauen handeln egoistisch, genau wie Männer, sie booten Konkurrentinnen aus, sie spielen mit Beschützerinstinkten und dem Sexualtrieb des Mannes, wenn sie es können und es ihnen Vorteile bringt, sie nutzen die effektivsten Werkzeuge um ihre Ziele zu erreichen. Das kann dann eben eines der oben aufgezeigten Mittel sein.

Und ihr Vorschlag für das Zusammenleben von Männern und Frauen:

Statt zu versuchen Rache zu üben, Macht zu missbrauchen oder euch in eurer Profilneurose zu suhlen, macht einen Schlussstrich. Macht Frieden. Wir sind nicht im Krieg. Frauen sind keine Sklaven, ihr seid keine Weltretter. Ich will nicht dass ihr über mein Leben bestimmt. Ich will nicht, dass ihr mir sagt, was gut für mich wäre. Ich will nicht, dass ihr mir unterstellt “ich wüsste es ja nicht besser” und “ihr wusstest besser was ich machen sollte”. Stellt euch mal vor: Ihr habt Unrecht.

Das sollten sich natürlich auch viele Maskulisten auf die Fahnen schreiben. Es wird Zeit den Krieg zu beenden und zu einer Sachdiskussion zurückzuführen. Ein Krieg gegen eines der Geschlechter ist eh falsch und ich möchte noch einmal ausdrücklich erklären, dass ich ihn auch nie führen wollte und auch aus meiner Sicht nicht führe. Ich mag viele feministische Ansichten für falsch halten, gerade aus dem Genderbereich, aber ich bin nach wie vor für einen Equityfeminismus, also einen auf Gleichberechtigung ausgerichteten Feminismus und meine Kritik an feministischen Theorien lässt mein Verhältnis zu Frauen ungetrübt.

Wisst ihr wer wir sind? Wir sind starke Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand genommen haben, wir sind die, die sich nicht nur auf ihr Geschlecht berufen haben, sondern auf ihre Leistung. Und wir sind die, die es satt haben, von euch bevormundet zu werden. Denen schlecht wird, wenn sie “Frauen müssen/Frauen sollen” aus euren Mündern hören. Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass wir uns historisch von der einen Unterdrückung in die Nächste begeben. Lasst uns in Ruhe! Wir wollen so leben wie WIR sind! Wir WERDEN so leben wie wir sind. Geht Wale retten!

Schöne Worte! Starke Frauen, die sich auf ihre Leistungen berufen und so leben wollen wie sie sind.

Ich würde mich freuen, wenn diese Art des Feminismus sich weiter ausbreitet und sich mehr Feministinnen gegen die Forderungen aus dem Genderfeminismus aussprechen

36 Gedanken zu “„Feministinnen: Frauen sind keine Sklaven, ihr seid keine Weltretter“

  1. Auch die Passage über das Gendern finde ich cool:

    „Wieso genderst du nicht?
    Ich finde es scheinheilig an alles ein IN oder INNEN anzuhängen. An alles? Nein nicht an alles. Negative Personenbeschreibungen werden sehr viel seltener konsequent gegendert als positive. Wie das nur kommt? Ich finde es albern. Ich liebe die deutsche Sprache so wie sie ist und möchte sie nicht durch das Gender-Ding verschandeln. Durchgegenderte Texte lesen sich ruckelig. Sie lesen sich unschön. Ich lese drei Sätze, klicke oder blättere sie Weg. Mein Kopf sträubt sich. Lasst mich mit eurer AschenbecherIn in Ruhe. Ich gendere nicht. Wahrheit braucht kein IN und INNEN. Vernunft ist nicht ein Ergebnis von stilistischen Mitteln, sondern von Einsicht.“

    Sehe ich auch so.
    Es wäre im besten Sinne frauenrechtlich wie männerrechtlich, wenn die kleine pseudo-intellektuelle Möchtegern-Elite, die dem Rest der Bevölkerung (Frauen wie Männern) eine von diesen nicht gewünschte Sprachverkomplizierung aufdrängen will, dies endlich bleiben lassen würde.

    Die große Mehrheit der Frauen und Männer will nicht so schreiben und sprechen, wie genderfixierte Feministinnen dies gerne hätten und wird dies nie tun.
    Sprache gehorcht einem ökonomischen Prinzip, nach dem Sprachverkomplizierungen von der Mehrheitsbevölkerung abgelehnt werden.

    Für die Linke ist das alberne Gendern ohnehin extrem kontraproduktiv, weil es eine Entfremdung von der Restbevölkerung begünstigt. (Einer der Gründe, warum dieser Müll von der herrschenden Kapitalistenklasse gefördert wurde.) Linke, die ihre Zeit damit vergeuden, der Arbeiterklasse mit Sprachumerziehungsmaßnahmen auf die Nerven zu fallen anstatt für deren wirkliche Bedürfnisse und Interessen zu kämpfen und auf reale soziale Problemlagen zu fokussieren – das ist die Sorte von linken Intellektuellen, die der Neoliberalismus für sein Fortbestehen benötigt. Mit solchen politisch korrekten Ideologen ist keine soziale Revolution zu machen. Jeder klassische Sozialist würde hierzu nur fassungslos den Kopf schütteln.

    • @Leszek

      „Sprache gehorcht einem ökonomischen Prinzip, nach dem Sprachverkomplizierungen von der Mehrheitsbevölkerung abgelehnt werden.“

      Vollkommende Zustimmung. Wer eine „gerechte Sprache“ will, der muss Umsetzungen schaffen, die diesem Prinzip genügen. Binnen-I und Gender Gap erfüllen diese Voraussetzungen nicht.

      „Für die Linke ist das alberne Gendern ohnehin extrem kontraproduktiv, weil es eine Entfremdung von der Restbevölkerung begünstigt. (Einer der Gründe, warum dieser Müll von der herrschenden Kapitalistenklasse gefördert wurde.) Linke, die ihre Zeit damit vergeuden, der Arbeiterklasse mit Sprachumerziehungsmaßnahmen auf die Nerven zu fallen anstatt für deren wirkliche Bedürfnisse und Interessen zu kämpfen und auf reale soziale Problemlagen zu fokussieren – das ist die Sorte von linken Intellektuellen, die der Neoliberalismus für sein Fortbestehen benötigt. Mit solchen politisch korrekten Ideologen ist keine soziale Revolution zu machen. Jeder klassische Sozialist würde hierzu nur fassungslos den Kopf schütteln.“

      Änderungen über Sprache durchzusetzen scheint mir eine typisch linke Position zu sein, der gesamte Poststrukturalismus ist ja auch fest in linken Händen. „Wir müssen das Denken ändern, damit wir die Verhältnisse ändern“ ist ja insoweit ganz klassisch linkes Denken oder nicht? Du wärst eher bei „Wir ändern die Verhältnisse, dann ändert sich das Denken?“

      • „Du wärst eher bei “Wir ändern die Verhältnisse, dann ändert sich das Denken?”

        Nein, auch das Bewusstsein ist nicht unwichtig. Die Förderung von selbständigem kritischem Denken und einem universalistischen an den Menschenrechten ausgerichteten Wertesystem halte ich ebenfalls für wichtig – aber das funktioniert nicht durch Sprachumerziehung.

        Der Einfluss von Sprache wird im Poststrukturalismus m.E. überschätzt. Die Fixierung auf Sprache und die daraus resultierenden Sprachumerziehungsexperimente bewirken entweder nichts oder haben sogar einen pädagogischen Gegenteileffekt. Sie lenken darüber hinaus eher von den tatsächlichen sozialen, kulturellen und historischen Ursachen sozialer Mißstände ab.

        Trotzdem besitzt der Poststrukturalismus natürlich auch seine Teilwahrheiten und Errungenschaften. Wenn Itsme in seinen Beiträgen Foucault und Lacan gerade gegen den Genderfeminismus in Stellung bringt, finde ich das stets faszinierend.

        Bye the way, hattest Du meine Mail-Adresse an Itsme weitergeleitet?

        • Es geht dabei nur um eine Art intellektueller Onanie. Sprachregelungen kann man ändern, das hat der Feminismus gezeigt; das Binnen-I und die geschlechtsneutrale Ausdrucksweise (Studierende statt Studenten usw.) wird in weiten Teilen der Öffentlichkeit und auch von staatlichen Stellen praktiziert, da hat man was erreicht.

          • @El mocho

            „wird in weiten Teilen der Öffentlichkeit und auch von staatlichen Stellen praktiziert, da hat man was erreicht.“

            Aber doch nur an den passenden Stellen und mit Mühen. Ich kann mir vorstellen, dass das Erstellen gegenderter Texte recht mühselig ist. Im gesprochenen Wort ist es ja bei den wenigsten angekommen. In der freien Rede unter Freunden schon gar nicht.

        • @Leszek

          Ich würde behaupten, die Linke unterschätzt gegenwärtig/momentan das Symbolische, was die Gesellschaftsanalyse wie was die Gegenstrategien (politische Kämpfe) anbetrifft.
          In der Schweiz gibt es z.B. noch explizit eine linke Wochenzeitung. Bei den Tageszeitungen kann man höchstens noch von zwei, drei mitte-links-liberalen Tageszeitungen sprechen. Man kann also sagen: Quasi alles Tages- und Wochenzeitungen sind, was Kapitalbesitz anbelangt, nicht in linken Händen. 🙂

          Natürlich gibt es noch andere Publikationen (Verbands- und Vereinspublikationen [z.B. der Gewerkschaften], die Publikationen, die z.B. auf linksnet [www. linksnet.de] erscheinen etc.), aber die klassischen linken Tages- und Wochenzeitungen sind quasi verschwunden.
          Und wie viele linke Projekte gibt es, die wie z.B. das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung ( http://www.diss-duisburg.de) den Diskurs (im Sinne von Foucault) auf linke Themen anwenden?
          Ich bin auch der Meinung, dass die neue Frauen- und Geschlechterforschung Schlagseite an, indem sie zu stark die interaktionistische und poststrukturalistische Perspektive betont und zwar, wenn es um die Gesellschaftsanalyse geht; aber als politisch symbolische Strategie, wäre sie m.E. richtig und da könnte ev. die Linke noch etwas vom Feminismus lernen.
          Feministische politische Zielsetzungen sind momentan um Einiges erfolgreicher als gewisse linke Zielsetzungen: z.B. was das Verhältnis von Arbeit und Kapital anbelangt.

        • „aber die klassischen linken Tages- und Wochenzeitungen sind quasi verschwunden.“

          Liegt vielleciht daran, das diesen Quatsch niemand mehr lesen wollte 😀

          Die übrigen Tagesszeitungen sind jedenfalls links genug. Für ein Kopfschütteln reicht es allemal…

        • Nein natürlich nicht, und das wissen sie auch. Aber da sie ja ohnehin glauben, dass die Realität aus Sprache besteht, ist es schon irgnedwie konsequent.

        • @Adrian

          Liegt vielleciht daran, das diesen Quatsch niemand mehr lesen wollte

          Die übrigen Tagesszeitungen sind jedenfalls links genug. Für ein Kopfschütteln reicht es allemal…

          Immerhin beherrschen diese Zeitungen die Rechtschreibung. Da lese ich bei dir mehr Quatsch.

          Du scheinst außerdem ziemlich wenig Freude an Meinungsfreiheit zu haben. Bilde dich erst mal politisch und ethisch weiter. Ich sehe bei dir eine pathologische Freiheitsideologie, ähnlich wie bei Michael Klein.

          Da wird jeder Schwachsinn als „Freiheit“ verkauft und das Regulieren und Verbieten von Schwachsinn als „Kommunismus“.

          Ich bin froh, daß diese Ideologie langsam ausstirbt.

        • @ Kirk
          „Immerhin beherrschen diese Zeitungen die Rechtschreibung. Da lese ich bei dir mehr Quatsch.“

          Das tut mir leid. Ich habe eine Lese- Rechtschreibschwäche.

          „Du scheinst außerdem ziemlich wenig Freude an Meinungsfreiheit zu haben.“

          Warum? Weil ich Deiner Meinung nicht zustimme?

          „Ich sehe bei dir eine pathologische Freiheitsideologie,“

          Gibt es eigentlich irgendwas, dass Du nicht für pathologisch hälst?

          „Da wird jeder Schwachsinn als “Freiheit” verkauft und das Regulieren und Verbieten von Schwachsinn als “Kommunismus”.“

          Was für Dich Schwachsinn ist, mag für den anderen sinnvoll sein.

          „Ich bin froh, daß diese Ideologie langsam ausstirbt.“

          Du bist im Kern ja auch totalitär.

    • @ Leszek

      „Linke, die ihre Zeit damit vergeuden, der Arbeiterklasse mit Sprachumerziehungsmaßnahmen auf die Nerven zu fallen anstatt für deren wirkliche Bedürfnisse und Interessen zu kämpfen und auf reale soziale Problemlagen zu fokussieren – das ist die Sorte von linken Intellektuellen, die der Neoliberalismus für sein Fortbestehen benötigt.“

      Diese Klasse von Leuten lebt ja materiell,
      teilweise recht komfortabel in einer Nische,
      die so nur möglich ist in Zivilisationen
      welche grosse Überschüsse produzieren.
      Von der Haltung her würde ich viele
      dieser Leute und Teile der Grünen kann
      man auch noch dazu nehme, wie folgt
      beschreiben:

      „Ausser ihrem Lebensunterhalt bestreiten
      sie alles.“

      Da ich mit zunehmendem Alter die
      Tendenz habe, Probleme eher auf Dummheit
      als auf Böswilligkeit zurückzuführen,
      denke ich, dass diesen Leuten zum
      teil schlicht die Fähigkeit fehlt, die
      Probleme der Leute am unter Ende der
      Nahrungskette, in der ganzen Bandbreite
      zu antizipieren.

      • @ Red Pill

        „Da ich mit zunehmendem Alter die Tendenz habe, Probleme eher auf Dummheit als auf Böswilligkeit zurückzuführen,
        denke ich, dass diesen Leuten zum teil schlicht die Fähigkeit fehlt, die Probleme der Leute am unteren Ende der
        Nahrungskette, in der ganzen Bandbreite
        zu antizipieren.“

        Ich vermute, da hast Du Recht.

  2. Ergänzung:

    Ich denke, dass der Beitrag die Gefühle vieler Frauen wiedergibt, die sich aber in der Debatte nicht äußern, es sei denn sie haben aus bestimmten Gründen direkte Berührungspunkte. Ich glaube hier war der Anlass, dass Tiia angekreidet wurde, dass sie bei der Hochzeit den Nachnamen ihres Mannes annehmen wollte, ich kann sie da aber auch gerade verwechseln.

    Sich mit dieser „marginalisierte Position“ der Frauen, die den Feminismus ablehnen, zu beschäftigen, wäre aus meiner Sicht eine interessante Aufgabe für viele feministische Blogs. Wobei ich vermute, dass sie es eben tatsächlich hauptsächlich als ein „die arme erkennt gar nicht, wie sie die patriarchischen Normen schon verinnerlicht hat, da sieht man, dass man (unsere Form des ) Feminismus noch dringender braucht“.

    Wenn nicht das große Schweigen, was wahrscheinlicher ist.

    • Es war fast so 🙂
      Eine gute Freundin von mir heiratet bald und freut sich auf diesen Tag schon sehr. Sie ist eine selbstbewusste junge Frau und sicher weit entfernt von einem unterdrückten Muttchen.
      Da viele Leute sie im Netz kennen, ging sie auch ganz offen damit um, dass sie heiraten wird. Die Reaktionen waren sehr gemischt. Doch eine hat mich besonders geärgert, auch wenn sie sehr souverän damit umgegangen ist.

      http://www.formspring.me/pseudoerbse/q/352425408366397012

      Ich habe mich an dem Tag unglaublich darüber aufgeregt, wie man einem Menschen das vielleicht schönste Erlebnis seines Lebens mies reden kann. Ich hab mich aber auch schon vorher mit dem Thema auseinander gesetzt und mir meine Meinung gebildet. Ich habe beobachtet, was für Menschen so extreme Meinungen vertreten. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die meisten nicht ernst nehmen kann.

      • @Ricarda

        Ah, schön, dass du dich meldest!

        Richtig, ich hatte es so halb über Twitter gelesen und da hattest du dich glaube ich auf der Seite der Freundin auch schon beschwert, dass sie ihr den Tag nicht wegen so etwas kaputtmachen sollen, dass hatte ich durcheinander geworfen.

        „Ich habe beobachtet, was für Menschen so extreme Meinungen vertreten. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die meisten nicht ernst nehmen kann.“

        ja, es ist eine sehr eigene Gedankenwelt. Leider sind es eben nicht nur ein paar Leute, man trifft viele der dortigen Gedanken wieder, wenn man sich mit dem Gebiet Feminismus und mit Leuten, die in diesem Bereich tätig sind, beschäftigt. Mit Gender Studies gibt es sogar ein Studium dazu.

      • Findest du es nicht rückschrittlich und total überholt einer so idiotischen Tradition wie dem Heiraten nachzugehen? Ich habe dich immer für eine emanzipierte Frau gehalten. Hoffentlich behälst du wenigstens deinen Nachnamen.

        Meine Güte, als ob sie dadurch dem Satan Backlash ihre Seele preisgäbe.

        Entweder ist die „idiotische Tradition“ „überholt“, dann ist es belanglos ob man sie pflegt oder nicht. Oder die Tradition ist derart Dämonenbehaftet, dass allein durch das bloße Bekenntnis zum „Falschen“ die „Unemanzipiertheit“ plötzlich von der Seele Besitz ergreifen würde 😀

        Da kommt eben haargenau das radikalfeministische Gedankengebäude zum Vorschein, demzufolge die Ehe eine bloße Institution zur Versklavung DerFrau ist. Sonst machte die Dichotomie „emanzipierte Frau“ vs. „heiratende Frau“ ja keinen Sinn.

        Einwände, die darauf abstellen dass hier ein Strohmann erledigt würde („Aber echte FeministInnen wollen doch gerade die Wahlfreiheit!!1!“) verfehlen also das Thema, denn diese aufgestellte Dichotomie impliziert genau das Gegenteil: Ein zurechnungsfähiger Mensch kann ja seiner eigenen Versklavung nicht zustimmen.

        Also die übliche, unreflektierte Pauschalrechtfertigung aus der lila Ecke.

        Man sieht ganz klar, wie verbeitet radikalfeministische Interpretationsmuster teilweise geworden sind, denn sowas wie das oben Zitierte trifft an ja nicht selten an.

        • @ Nick

          *Man sieht ganz klar, wie verbeitet radikalfeministische Interpretationsmuster teilweise geworden sind, denn sowas wie das oben Zitierte trifft an ja nicht selten an.*

          In den Medien, in der Politik, in der geschwätz-und geschäftsführenden Klasse, der Mandarinkaste der Geisteswissenschaftler, den Gender Studies – ja.

          Nicht aber in der Masse der Bevölkerung und das trotz jahrzehntelangem Propagandabeschuss:

          *Heute, fast zwei Jahrzehnte später, ergibt die Nachfrage bei einigen Standesämtern (bundesweite Statistiken existieren nicht) ein eher deprimierendes Bild – wenigstens für jene, die damals die Zeit für den Vormarsch des Frauennamens gekommen sahen: Ob in Leipzig oder Dresden, in Friedrichshafen oder Lüdenscheid: Rund 80 Prozent wählen den Nachnamen des Mannes, dagegen nur ungefähr fünf Prozent den der Frau.*

          http://www.sueddeutsche.de/leben/namenswahl-nach-der-heirat-bekenntnis-zum-mann-1.79245

          „Deprimierend“ – wenn die Frauen und Männer ihre privatimsten Angelegenheiten nicht so regeln, wie es den IdeologInnen gefällt?

          Wer ist da deprimiert?

          In meinen Augen die Richtigen.

        • Wer ist da deprimiert?

          OMG, es ist so schröcklich.

          Sie wissen nicht, was sie tun, sie verkaufen für eine rauschende Party ihre Üdentität, ihre Seele, an das raffgierige blutgeile Monster-Batriarchat!111!!11!

      • Mh. Heiraten soll ja jeder so wie er will, aber ich persönlich hätte meine Probleme damit, meinen Nachnamen abzulegen.
        Er ist ein Stück Persönlichkeit, unter diesem Namen bin ich überall bekannt und registriert, er ist Symbol für meinen Familienstolz. Es wäre für mich undenkbar ihn abzulegen, schon alleine wenn ich mir vorstelle, dass ich beim mich-Melden am Telefon nachdenken muss.
        Auf einmal ganz anders zu heißen, Müller, Meier oder Schmidt, nur weil ich mich entschlossen habe zur Feier meiner Beziehung eine Party zu schmeissen, da sträubt sich was in mir.

        • ..nur weil ich mich entschlossen habe zur Feier meiner Beziehung eine Party zu schmeissen..

          Schon klar, wer sich den Spezialdemokratischen Kadergehorsam verweigert und so einen Vulgärfeminismus nicht vor sich herträgt, der ist einfach mal dumm und dekadent und hat einfach mal kein FrauenKlassenBewußtsein.

          Wer die Menschliche Gesellschaft will, muss die Männliche abschaffen, und endlich mal den doch wohl völlig legitimen Softwarepatenten Geltung verschaffen!!1!

          (frei nach Brigitte Zypries)

        • Sag mal Nick, magst du nicht mal darauf eingehen, was ich tatsächlich geschrieben habe, statt deine Paranoia zu nähren indem du mir wie üblich eine bestimmte Agenda unterstellst, mit der ich mich nicht identifiziere? Hm?

        • @ Maren

          Schon seltsam aber das diese ganze Agenda von Doppelnamen Frauen stammen 😉

          Du wirst ja mit Sicherheit auch SPD, Grüne oder Linke wählen.

        • Sag mal Nick, magst du nicht mal darauf eingehen, was ich tatsächlich geschrieben habe,..

          Tatsächlich geschrieben hast du:

          „..nur weil ich mich entschlossen habe zur Feier meiner Beziehung eine Party zu schmeissen..“

          ..womit du ganz klar die Motive derjenigen abwertend kategorisierst, die es mit dem Symbol „Nachname“ nicht so halten wie du.

          Tut mir leid, das ist nun mal das politische Niveau u.A. unserer „pogressiven“ Genossinnen der Bosse.

        • Zusätzlich habe ich meine ganz persönlichen Motive, meinen NN behalten zu wollen angegeben, die denke ich nachvollziehbar sind. Ich habe meine persönliche Sicht der Dinge dargestellt (man muss nicht heiraten, mein Nachname ist mir wichtig und warum ist das so). Damit werte ich in keinster Weise andere Motive ab, es sei denn man reisst den Teilsatz aus dem Kontext. Nervig.

        • Damit werte ich in keinster Weise andere Motive ab, es sei denn man reisst den Teilsatz aus dem Kontext.Nervig.

          Das macht gerade in deinem Kontext keinen Sinn, weil es aus deinen persönlichen Erwägungen heraus keinen Sinn machte, überhaupt in Erwägung zu ziehen zur Feier der Beziehung deinen Namen abzulegen.

          Halte mich doch bitte nicht für blöd, die „Party“ ist selbstverständlich eine abwertende Aussage über die Motive und über den Geisteszustand derjenigen, die den Namen ihres Ehemannes annehmen.

          Kein vernünftiger Mensch würde die Abwägung „Party vs. Namen behalten“ auch nur in Betracht ziehen.

          Aber gut, wenn du uns mitteilen willst dass _du_ diese „Alternativen“ abwägen würdest 😀

      • “ Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die meisten nicht ernst nehmen kann“

        Schwerer Fehler, denn diese Leute sollte man nicht unterschätzen.

  3. Ich finde die teils latente, teils offene Frauenfeindlichkeit des
    Radikalfeminismus/Genderfeminismus übrigens ohnehin ein sehr interessantes Thema. Eine antiautoritäre Kritik an autoritären Formen des Feminismus (die einzige Art von Feminismuskritik, die mich interessiert, denn gegen nicht-autoritäre Formen des Feminismus habe ich nichts einzuwenden) sollte nicht nur die Männerfeindlichkeit des Radikalfeminismus/Genderfeminismus in den Blick nehmen, sondern auch dessen Frauenfeindlichkeit. Diese ist dort m.E. grundsätzlich latent vorhanden, wird aber hin und wieder auch mehr oder weniger offen zum Ausdruck gebracht.

    Diskriminiert werden von Radikal/Genderfeministinnen vorzugsweise:

    – Frauen, die von sich aus gerne Hausfrauen und Mütter sein wollen
    – Frauen, die ihre Väter, Männer, Söhne, männlichen Freunde lieben und jegliche feindselige Haltung gegen Männer ablehnen
    – Frauen, die ihre Heterosexualität genießen
    – Frauen, die in ihrem Verhalten stark feminin sind
    – Frauen, die ohne Quote Karriere machen wollen
    – Sexarbeiterinnen

    • @Leszek

      „Diskriminiert werden von Radikal/Genderfeministinnen vorzugsweise:“

      „Frauen, die von sich aus gerne Hausfrauen und Mütter sein wollen“

      Ja, sofern man nicht in einem „Mutter-Feminismus“, der meist ein Differenzfeminismus ist, die Frau als durch die Geburt und Mutterrolle als „Lebensschaffend“ und damit gut ansieht. Aber das ist ja ein sehr kleiner Bereich, der wenig Einfluss hat.
      Feministischer Umgang mit Kindern erfordert eine Arbeitsteilung oder jedenfalls ein Deutlichmachen, dass man da sehr reflektiert ran geht und etwas Selbstgeißelung zumindest des Mannes.

      „Frauen, die ihre Väter, Männer, Söhne, männlichen Freunde lieben und jegliche feindselige Haltung gegen Männer ablehnen“

      Man könnte auch sagen: Frauen, die eine Gruppenschuld ablehnen, die alle Männer in eine gewisse Verantwortung bringt.

      „Frauen, die ihre Heterosexualität genießen“

      Zumindest wenn sie nicht gleichzeitig immer wieder die Heterosexualität als Privileg wahrnehmen

      „Frauen, die in ihrem Verhalten stark feminin sind“

      Ich denke auch, dass diese schnell als Unterstützerin von Geschlechterrollen wahrgenommen werden.

      „Frauen, die ohne Quote Karriere machen wollen“

      Die leugnen ja damit auch eine strukturelle Benachteiligung und begehen damit einen IDPOL-Verstoß

      „Sexarbeiterinnen“

      Mit Ausnahme des sexpositiven Feminismus, wobei auch dort nur ein geringer Teil der Sexarbeiterinnen als frei anerkannt wird vermute ich.

      Man könnte noch ergänzen:
      – Frauen, die Geschlechterdifferenzen sehen und evtl sogar schätzen.
      – Frauen, die auf eher männliche Männer stehen
      – Frauen, die Spass daran haben, sich stark zurechtzumachen und Sexualität zu betonen und männliche und weibliche Schönheitsideale verhältnismäßig unkritisch sehen

      Natürlich alles nur aus Teilen des Feminismus.

      • @ Christian

        Auch das fände ich übrigens wieder mal ein interessantes Thema für einen kommenden Artikel: Die Diskriminierung von Mitgliedern der eigenen Zielgruppe in den radikalen Formen des Feminismus und Maskulismus, also Frauenfeindlichkeit im radikalen Feminismus und Männerfeindlichkeit im radikalen Maskulismus – ein Vergleich.

        (Meine Artikelvorschläge sind selbstverständlich immer undogmatisch gemeint und ich bin nicht sauer, wenn sie nicht aufgegriffen werden.)

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