„Mann für einen Tag“

Ein Dokumentarfilm beleuchtet ein Seminar, in dem Frauen für einen Tag Mann spielen. Der Trailer dazu:

 

Der Spiegel hat einen Bericht dazu:

Es ist rührend zu beobachten, wie sie zusammen schüchtern die ersten Schritte in Richtung Mann gehen. Wie sie auf der Straße zu Forschungszwecken ahnungslose männliche Passanten observieren. Wie sie sich ein Alter Ego ausdenken, das ein spezielles Outfit braucht, einen Look und einen Gang. Wie sie sich Sorgen um die Frisuren machen, denn Diane Torr erlaubt es nicht, die langen Haare unter einem Hut oder einer Mütze zu verstecken („Das würde ein Mann niemals tun“), und fordert: kurz, mit viel Gel, oder im Pferdeschwanz.

Manche der Frauen erhoffen sich von dem Experiment einfach, Männer besser zu verstehen. Andere sehen es als die Gelegenheit, gleichzeitig die typischen Rollenmuster der Frau zu begreifen und ihnen entkommen zu können. Und tatsächlich geben alle am Ende auf ihre Art ziemlich glaubwürdige Männer ab: Tal als Marco, TEva-Maria als Christian, Theresa als Klimafolgenforscher Christian und niemand so sehr wie Susann als prolliger Mechatroniker und Breakdancer Andi.

An sich ein guter Ansatz, mal in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpfen und schauen, wie die anderen reagieren. Vielleicht auch einmal wahrnehmen, was einem daran gefällt und wie weit/ob man sich verstellen muss. Bei Norah Vincent fand ich das Experiment auch schon interessant.

Würde mich interessieren, ob die Teilnehmer am Ende der Veranstalterin (eine Gender Aktivistin) zustimmen, dass alles nur konstruiert ist oder ob sie es als eine Verkleidung, als anstregend empfanden.

Das Bateman-Prinzip, feministische Wissenschaft und das Unwissen der Mädchenmannschaft bezüglich der Biologie

Die Mädchenmannschaft feiert feministische Erfolge:

Das Batemannprinzip sei jetzt endlich, dank der Prinzipien der feministischen Wissenschaft, androzentrische Forschung zu hinterfragen, als falsch erkannt worden. Oder jedenfalls mache das deutlich, dass es feministische Wissenschaft brauchen würde, denn die könne jedenfalls entsprechendes leisten.

Dabei ruft feministische Wissenschaftskritik eigentlich nur in Erinnerung, was jede_r Wissenschaftler_in bedenken sollte: Dass ihre Interpretation von Daten hakt oder es bereits in der These grundlegende Fehl­annahmen gibt.

Ach, wie schön wäre es, wenn der Genderfeminismus diese weisen Worte einfach auf sich selbst anwenden würde. Wenn er einfach mal hinterfragen würde, ob das denn wirklich sein kann mit der Gleichheit der Geschlechter. Dass da die moderne Forschung bereits viele Fallgruppen gefunden hat, die damit nicht kompatibel sind. Aber nein, da sei IDPOL vor.

Aber auf dem Auge ist man eben blind. Dort stellt man lieber auf das Folgende ab:

[…] dass feministische Kritik eine Art notwendiges Tool, ein Hand­werks­zeug darstellt, um bei jedem Forschungsprojekt nochmals eine Qua­li­täts­kon­trolle durchzuführen. Spätestens bei den Ergebnis­inter­pre­tationen sollte also z.B. gefragt werden, ob sich andro­zen­trisch geprägte ge­schlechts­spezifische Einflüsse oder kulturelle Muster eingeschlichen haben könnten. Diese sind dann zu korrigieren.

Ich nehme an die Begründung dafür, dass man nur auf androzentrische Begründungen hin überprüft und nicht auf gynozentrische ist, dass solche in einem patriarchalischen System gar nicht auftreten können, weil Frauen eben keine Macht haben und damit selbst feministische Forschung keine entsprechenden Strukturen produzieren kann.  (vgl. „Warum es keine sexuelle Diskriminierung von Männern geben kann„)

Aber ganz abgesehen davon, hat der Artikel meiner Meinung nach  zwei wesentliche Schwächen:

1. Das Batemannprinzip ist hier nicht durch feministische Forschung hinterfragt worden. Es wurde durch ganz klassische Wissenschaft, die nochmalige Durchführung eines Versuches und die Hinterfragung des ursprünglichen Versuchsaufbaus, hinterfragt.

Es handelt sich um die folgende Studie:

We are unique in reporting a repetition of Bateman [Bateman AJ (1948) Heredity (Edinb) 2:349–368] using his methods of parentage assignment, which linked sex differences in variance of reproductive success and variance in number of mates in small populations of Drosophila melanogaster. Using offspring phenotypes, we inferred who mated with whom and assigned offspring to parents. Like Bateman, we cultured adults expressing dramatic phenotypes, so that each adult was heterozygous-dominant at its unique marker locus but had only wild-type alleles at all other subjects’ marker loci. Assuming no viability effects of parental markers on offspring, the frequencies of parental phenotypes in offspring follow Mendelian expectations: one-quarter will be double-mutants who inherit the dominant gene from each parent, the offspring from which Bateman counted the number of mates per breeder; half of the offspring must be single mutants inheriting the dominant gene of one parent and the wild-type allele of the other parent; and one-quarter would inherit neither of their parent’s marker mutations. Here we show that inviability of double-mutant offspring biased inferences of mate number and number of offspring on which rest inferences of sex differences in fitness variances. Bateman’s method overestimated subjects with zero mates, underestimated subjects with one or more mates, and produced systematically biased estimates of offspring number by sex. Bateman’s methodology mismeasured fitness variances that are the key variables of sexual selection.

Quelle: No evidence of sexual selection in a repetition of Bateman’s classic study of Drosophila melanogaster

Hier fand keine feministische Forschung statt, es wurde nicht gefragt, ob hier ein besonders androzentrischer Blickwinkel überwunden werden muss, es handelt sich um normale „patriarchalische“ Wissenschaft. Allenfalls legt dies dar, dass diese sich ganz hervorragend selbst überprüfen kann

2. Das Batemannprinzip ist bereits seit langer Zeit hinterfragt und in dieser Hinsicht nicht mehr aktuell. Dazu hätte die werte Mädchenmannschaftsautorin, wenn sie schon nicht auf dem Stand der biologischen Forschung ist, wenigstens mal den Wikipediaartikel dazu lesen sollen:

Als Bateman-Prinzip wird in der Fortpflanzungsbiologie die von A. J. Bateman 1948 aufgestellte Theorie bezeichnet, nach der Männchen um die Gunst der Weibchen konkurrieren und versuchen, so viele Weibchen zu befruchten wie möglich. Als Ursache hierfür sieht er vor allem, dass die Gameten des Männchen – die Spermien – im Vergleich zu den weiblichen Gameten kleiner und zahlreicher sind. Damit erklärt er seinen experimentell ermittelten Befund, dass die Varianz des Paarungs- und Fortpflanzungserfolgs bei Männchen größer als bei Weibchen ist, also die Bandbreite des Fortpflanzungserfolgs innerhalb der Männchen größer ist als bei Weibchen. Somit seien Männchen einem stärkeren Selektionsdruck ausgesetzt.

Bei dem Experiment, aus dem Bateman 1948 seine Theorie folgerte, brachte er je vier Weibchen und Männchen einer Taufliegen-Art (Drosophila melanogaster) zusammen. Nach heutigem Stand der Wissenschaft gelten die statistischen Verfahren, die Bateman für seine Schlussfolgerungen anwandte, nicht mehr als hinreichend.[1]

Da es einige Tierarten gibt, bei denen dieses Prinzip in dieser einfachen Form nicht anzuwenden ist, wurde es in der Folgezeit erweitert und verallgemeinert, insbesondere durch Robert Trivers. Im Jahr 1972 machte Trivers deutlich, dass die geschlechtsspezifische Form des elterlichen Investments in die Nachkommen – und nicht das Geschlecht an sich oder die Gametengröße – dafür ausschlaggebend sind, ob sich ein Individuum im klassischen Sinne männlich oder weiblich verhält.

Das hat auch der dem Mädchenmannschaft Bericht zugrundeliegende Wired-Bericht übersehen, aber warum in der ach so kritischen feministischen Wissenschaft auch etwas mehr lesen als den Bericht, der der eigenen Ideologie entspricht? Dabei hat die Autorin Helga sogar Biochemie studiert.

Im Wired-Artikel übrigens wird ein Bild (Quelle) eines Halsbandarassari gezeigt, eine Vogelart, bei der beide Geschlechter bunt sind.

Collared Aracari

Collared Aracari

Der Text dazu:

Among aracaris, a relative of the toucan, males and females possess equally exaggerated, colorful features. Traditional ideas of sexual selection don’t seem to explain why

Schauen wir uns nun einmal das Paarungsverhalten dieser Vögel an:

Als Nistplatz nutzt der Vogel Baumhöhlen, aus denen er gelegentlich bereits dort brütenden König- und Linienspechten abspenstig macht. [6] Häufig handelt es sich aber auch um eine der Übernachtungshöhlen.[7] Sowohl Männchen wie Weibchen beteiligen sich an der Brut, die etwa 16 Tage dauert. Die Küken sind nach ungefähr 6 Wochen flügge, werden allerdings noch einige Wochen nach Verlassen des Nests gefüttert. Neben den Eltern beteiligen sich auch andere Artgenossen an der Fütterung der Küken. Dabei handelt es sich vermutlich um noch nicht geschlechtsreife Jungvögel, die von den Elternvögeln abstammen. Halsbandarasaaris sind bislang die einzige Tukanart, bei der man ein solches kooperatives Brutsystem eindeutig nachweisen konnte. Da aber bei einer Reihe anderer Tukanarten – darunter insbesondere die Schwarzarassaris – die Fortpflanzungsbiologie noch nicht hinreichend untersucht ist, ist nicht auszuschließen, dass dieses Verhalten auch bei weiteren Arten vorkommt.[8] Halsbandarassaris gelten als monogam.

Da beide Geschlechter jeweils gute Versorger für die monogame Beziehung suchen, müssen beide sich einer entsprechenden Selektion stellen und dafür die entsprechenden Zeichen bereit halten.

Wer etwas mehr dazu lesen will, den verweise ich auf Geary, Male Female, der in Kapitel drei ausführlich darstellt, unter welchen Bedingungen Spezien dazu neigen einen Selektionsdruck zu erfahren oder in eine intrasexuelle Konkurrenz um das andere Geschlecht zu treten. Ich zitiere einmal den Passus zu male Choice:

Although male choice has not been found i n all species in which i t has b e e n studied, discriminating males have been found i n dozens of species of insect (Bonduriansky, 2001; LeBas, Hockham, & Ritchie, 2003), many species offish (Amundsen 6k Forsgren, 2001; Berglund 6k Rosenqvist, 2001; Widemo, 2006) and bird (Amundsen 6k Parn, 2006; Pizzari, Cornwallis, 1.0vlie, Jakobsson, 6k Birkhead, 2003; Roulin, Jungi, Pfister, 6k Dijkstra, 2000), and in some mammals ( M . N . Muller, Thompson, 6k Wrangham, 2006; Szykman et al., 2001). Across these species, the traits males use to make i heir mate choices include indicators of female sexual receptivity, the risk of sperm competition, social dominance as determined by female-female compel it ion, female quality, and the quality of parental care the female is likely to provide. A n intriguing possibility is that some of these traits may be honest signals of the quantity or quality of eggs the females carry. The female barn owl (Tyto alba) provides one example. Females display a Varying number of black spots on their breast plumage, and male mate choice indicates the more the better (Roulin, 1999). Although males do not have as many plumage spots as females, they do have some and, again, t h e more the better. Sexy females lend to pair with sexy males and males with sexy mates work harder to provision their offspring. An immune challenge experiment demonstrated that the robustness of the immunsystem is predicted by the number of black breast spots for females but not for males. These spots are indeed an honest indicator of female but not male health and an apparent indicator of the general health and immunocompetence of her offspring (Roulin, Ducrest, Balloux, Dijkstra, 6k Riols, 2003; Roulin, Riols, Dijkstra, 6k Ducrest, 2001). Pizzari et al. (2003) also found evidence for condition-dependent female ornaments in red jungle fowl as well as for direct and cryptic male choice. Female jungle fowl sport red combs, although smaller and less colorful than those described earlier among males; when females have ornaments, they are typically less conspicuous than those of conspecific males (Amundsen 6k Parn, 2006). Females with relatively large combs produce larger eggs with more yolk than their peers, and male mate choices indicate they prefer these females to females w i t h smaller combs. Cryptic male choice was demonstrated by the finding that males transfer more sperm when copulating w i t h females with larger combs; this effect is particularly pronounced for high-status males. Another interesting twist on male choice is found for the paternal pipefish (Syngnathus typhle); in this species males copy the mate choices of other males (Widemo, 2006). Copying presumably reduces the costs of finding a mate, but scientists do not know how often this happens in other species. As I describe i n the Paternal Investment section of chapter 4, the conditions associated with male parenting and male choice differ in important ways from female parenting and female choice. My point for now is that when males shift reproductive effort from mating to parenting, they compete less intensely with one another and become choosier when it comes to mates. This is not to say that male choice is always associated with male parenting. Male choosiness can evolve when females vary greatly in the quantity and quality of eggs they carry or when there are limitations—other than parenting— on males‘ reproductive potential (e.g., as a result of sperm depletion; Saether, Fiske, 6k Kalas, 2001).

Danach folgt ein ebenfalls interessantes Kapitel zu female-female competition, also den Wettbewerb von Frauen um Männer. Ich empfehle insofern das Buch nochmals.

Auch in einen anderen Artikel bin ich darauf schon einmal eingegangen:

Ein Beispiel intrasexueller Konkurrenz ist der Gorilla: Ein Männchen lebt mit einem Harem von Weibchen und dem Nachwuchs, um den er sich durchaus liebevoll kümmert. Er kann sich ziemlich sicher sein, dass es sein Nachwuchs ist, weil er als dominanter Silberrücken des Harems jeden anderen Gorilla vertreibt, der sich seinem Harem nährt. Die Folge sind sehr kräftige und kampfstarke Männchen. Diese Kraft hat sich entwickelt, weil sich jeweils die Gorillamännchen, die die Kämpfe mit anderen Gorillamännchen gewonnen haben, fortgepflanzt haben, gehalten haben.

Ein Beispiel intrasexueller Konkurrenz der Weibchen findet sich beispielsweise bei den Odinshühnchen. Bei diesen übernehmen die Männchen die Brutpflege, die etwa 3 Wochen dauert, während das Weibchen etwa 1 Woche braucht um ein neues Gelege produzieren zu können. Dadurch wird es für die Weibchen interessant um die Männchen zu werben, da für jedes Weibchen, dass zwei Gelege mit 2 Männchen produziert ein anderes Weibchen leer ausgeht.

Ordnet man in dieses Schema den Menschen ein, dann sieht man, dass wir eine Spezies sind, in der väterliche Unterstützung bei der Aufzucht nicht obligatorisch ist. Damit lohnt sich für Männchen das „Genestreuen“ biologisch mehr als für die Weibchen. Und auch wenn Menschenweibchen in Konkurrenz um „gute Männer“ stehen wird dieser Wettkampf bei ihnen nicht um die Darstellung der Versorgungseigenschaft geführt, sondern eben um körperliche Vorzüge (weswegen Frauen Brüste entwickelt haben als Zeichen guter Gene). Wenn die Mädchenmannschaft diesen Gedanken tatsächlich einmal zu Ende denken würde, statt sich einfach nur zu freuen, dass ein aus ihrer Sicht schlechtes Konzept widerlegt wurde, dann würden sie sehen, dass dieser Auslese eine sexuelle Selektion zugrundeliegt und die erfordert in der Biologie zwingend abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale, weil sie sonst nicht evolutionär wirken kann. Das aber steht im Widerspruch zu allen genderfeministischen Theorien, die mir bekannt sind. Echte kritische Wissenschaft würde demnach auch eher in den feministischen Theorien selbst aktiv werden als in den Naturwissenschaften.

Deren Selbstüberwachungsmechanismen funktionieren, wie man sieht, auch außerhalb feminstischer Wertungen

Pränataler Stress und Medikamente als Ursache für Homosexualität und abweichendes Geschlechterverhalten

In dem Buch „Brain Sex“, welches ich bereits hier zitiert  und hier empfohlen habe, hat eine interessante Passage zu pränatalen Stress und Homosexualität:

So what is the original, biological cause of sexual deviation? If it’s the hormones which so afffect the sexuality of the child and adult, what happens to upset those hormones in the first place?

The first clues came from those rats again. It is known that high stress levels in mothers lower the level of male hormone in the womb. Experiments showed that when pregnant rats were subjected to severe stress, the resulting male offspring were attracted to other male rats – indeed that the rats were homosexual, apparently as a consequence of the stress endured by their mothers. Dorner was intrigued by the news. Understandably, he could not put a laboratory-full of pregnant women undersevere stress, but he could examine the results in the laboratory of history.

He looked at the years of the Second World War – a time when the inhabitants of his country could be said to have been living under more than usually trying circumstances. Dorner found that out of about 800 homosexual males, significantly more were born during the stressful war and early post-war period than in the years before and some time after the war. The highest number corresponded with the last months of the conflict. Two-thirds of the homosexual men and their mothers reported experience of severe, or moderate, maternal stress during their pre-natal life – with factors such as bereavement, bombings, rape, or severe anxiety. On the other hand, none of the mothers of heterosexual men in a control sample had been the victims of severe stress, and only 10 per cent of moderate stress, during pregnancy.

Low pre-natal, male hormone levels can be affected by factors less drastic than major global conflict. Taking inappropriate medication is one of these. Barbiturates, one of the most widely prescribed and abused classes of drugs, are thought to have been prescribed in as many as 25 per cent of pregnancies between the 1950s and the 1980s. In animal experiments involving exposure to barbiturates the drug acted directly on the neural tissue, and indirectly through the brain-sexing substances secreted by the foetus.

Among the  observed results was an ‚alteration of behavioural and physiological sex differences‘. In humans the predicted results would include ‚psychosocial maladjustment, and demasculinisation of gender identity and sex role behaviour in males‘. The implication – and it is true of many drugs – is that pregnant women would be well advised to avoid barbiturates; it is comforting to know that they.

Das sind aus meiner Sicht interessante Bestätigungen der Theorien. Es zeigt sich auch wieder einmal, dass der Hinweis, dass Menschenexperimente nicht erlaubt sind und deswegen die Theorien nie letztendlich getestet werden können, falsch ist: Es findet sich immer wieder eine Sonderkonstellation oder eine unterschätzte Nebenwirkung eines Medikamentes, die zur Überprüfung dienen kann.

Noch ein paar weitere Studien zu dem Thema:

Die Dörner Studie:

Out of 865 homosexual males who were registered by venerologists in 6 districts of the GDR highly significantly more homosexuals were born during the stressful war and early postwar period of the Second World War, i.e. between 1941 and 1947 (with a maximum of relative frequency in 1944-1945), than in the years before or after this critical period. This finding suggests that stressful prenatal (or perinatal) events may represent an aetiogenetic factor for homosexuality in human males.

Quelle: Prenatal stress as possible aetiogenetic factor of homosexuality in human males.

oder diese:

Background: Studies of rats have shown that mothers who are subjected to stress during pregnancy are more likely than mothers who are not stressed during pregnancy to have male offspring who exhibit female-typical sexual receptivity postures (lordosis) in the presence of other males following the onset of puberty. More recent animal experiments have indicated that prenatal exposure to alcohol affects the sexual preferences of male offspring in ways that are similar to the effects of prenatalstress. Research with human subjects have thus far yielded inconsistent findings regarding the effects of prenatalstress on male sexual orientation, and no research has yet addressed the possible involvement of prenatal exposure to alcohol or other widely used recreational drugs, such as nicotine. Purpose: The present study was undertaken to determine if prenatalstress could be one of the causes of variations in sexual orientation in humans, both singularly and in conjunction with prenatal exposure to alcohol and nicotine. Methods: Over 7500 offspring and their mothers provided information regarding the offspring’s sexual orientation and the mother’s stressful experiences and use of alcohol and nicotine during pregnancy. Results: Findings indicate that prenatalstress has a modest but significant effect on the sexual orientation of male offspring, particularly when the stress occurred during the first trimester of pregnancy. Regarding prenatal exposure to alcohol, no evidence was found to suggest that it impacted offspring sexual orientation of either males or females. Prenatal nicotine exposure, however, appears to significantly increase the probability of lesbianism among female offspring, especially if the exposure occurred in the first trimester along with prenatalstress in the second trimester. Conclusion: The present study is consistent with animal models suggesting that prenatalstress disrupts the typical sex hormonal milieu within which male fetal brains are sexed, thereby feminizing/demasculinizing the male’s sexual orientation. However, little support was found for similar effects of prenatal alcohol exposure. In the case of prenatal nicotine, this study is the first to suggest that this drug has masculinizing/defeminizing effects on the sexual orientation of female offspring.

Quelle: The effects of prenatalstress, and of prenatal alcohol and nicotine exposure, on human sexual orientation

 

 

 

Schönheitsideale und die Pro-Fett-Bewegung

Eine Studie zu Schönheit und Fett:

The purpose of the present study was to investigate the role of body fat percentage (BF%) on female attractiveness. To this end, a series of female body images were selected from a collection of dual-energy X-ray absorptiometry scans. Images were stratified by three levels (low, mid, and high) of waist-to-hip ratio (WHR) and seven levels (15%–50%) of BF%. These 21 images were presented in a random order and rated for attractiveness. Results indicate that WHR, BMI, and BF% are all significant predictors of female attractiveness when regressed separately (R2=0.19, 0.70, and 0.76, respectively). When regressed simultaneously, all three variables accounted for 87% of the variance in image attractiveness, with only BF% and WHR being significant predictors. Further analysis revealed that body fat might disrupt the negative linear relationship between WHR and attractiveness. Men and women differed significantly in most categories of WHR and BF%, with men generally rating images as less attractive than women. These data indicate that BF% appears to be a strong cue for attractiveness and that the impact of WHR and BMI on attractiveness is dependent, in part, on BF%. The appearance of body fat may provide disruption in the visual cues of both shape and size of the female body, potentially impacting behavior.

Zu möglichen Erklärungen für einen Zusammenhang zwischen Schönheit und Gewicht hatte ich bereits einiges geschrieben:

Kurz zusammengefasst: Ein geringeres Gewicht könnte aus biologischen Gründen attraktiv sein. Zum einen erkennt man bei einem niedrigeren Gewicht eher Muskulatur etc. was eine höhere Aussagekraft hat als Fett, zum anderen könnte Fett dafür sprechen, dass bereits ein guter Versorger vorhanden ist.

Das Schlank jedenfalls in der gegenwärtigen Kultur als schön gilt und Fett bei Frauen und Männern zu Punktabzug führt, werden die wenigsten bestreiten.

Dem gegenüber steht die Fat-Acceptance-Bewegung:

Activism concerning the societal acceptance of fat people covers numerous fronts but generally can be described as attempting to alter societal, personal, and medical attitudes.

The movement argues that overweight people are targets of hatred and discrimination,[1] and that obese women are subjected to more social pressure than obese men.[2][3][4] Hatred and disrespect towards fat people are seen in multiple places, including media outlets, where fat people are often ridiculed[5][6][7] or held up as objects of pity.[8] Discrimination comes in the form of lack of equal access to transportation and employment.[9]

Proponents argue that anti-fat stigma and aggressive diet promotion have led to an increase in psychological and physiological problems among fat people.[2] Proponents of fat acceptance maintain that people of all shapes and sizes can strive for fitness and physical health.[10][11][12][13] They believe health to be independent of, not dependent on, body weight. Thus, proponents promote „health at every size“, the philosophy that one can pursue mental and physical health regardless of their physical appearance or size.

Dem ist insoweit zuzustimmen, dass man sich über niemanden wegen seines Gewichts lustig machen sollte. Aber es ist gleichzeitig recht utopisch anzunehmen, dass man Schönheit ausblenden kann. Schöne Menschen haben in vielen Bereichen Vorteile, sei es im Job, im privaten etc. Selbst wenn gerade nur aus sozialen Gründen schlank sein attraktiv erscheint wären diese Vorteile gegeben.

Auch „Gesundheit bei jeder Größe“ dürfte ein Selbstbelügen sein. Zu viele Krankheiten stehen in einer engen Verbindung mit zuviel Fett. Und seien es nur die Knie, die irgendwann nachgeben, selbst wenn man sich als Dicker gut gehalten hat.

Fat acceptance und die Forderung, dass man gar nicht abnehmen müsse, weil es sich eben gar nicht lohne und man eh wieder zunimmt, machen das Leben vielleicht auf den ersten Blick leichter, führen aber eher zu einem Selbstbetrug:

I am scared to look at my body in a mirror; I am scared to compare my body to my peers. I try to stand in the back rows as far away from the mirrors as possible, and I still occasionally catch a glimpse of my double chin. Or my belly escaping the drapery of my shirt. I am scared that even after working at accepting my body and fighting tooth and nail to get those around me to change their actions and opinions, I will see something repulsive. I can’t get through a weekly dance class without having to give myself pep talks. It takes all that I can muster to remind myself that I am beautiful and, more importantly, worthy of being in that class. It takes all that I have to remind myself that I love my body and that I can take pleasure in moving it. I can take pleasure and find beauty in my body. (…) I am still scared that even after working to accept my body I will catch a glimpse of myself in the mirror and find something ugly. So far, I’ve only seen my body. My fat, beautiful body.

Viellleicht kann sie es sich einreden, dass sie schön ist. Aber sie ist eben nicht schön. Und daran werden sie Leute immer wieder erinnern. Man merkt auch selbst, dass sie das Gedankenexperiment nicht wirklich überzeugt und sie sich eher einreden muss, dass sie schön ist.

Auch hier scheint IDPOL zu bestehen. Fett ist insoweit eine Diskriminierungsgruppe und Fat Shaming eine Form der Diskriminierung. In zwischen scheint mir aber allgemeiner Lookismus noch gewichtiger zu werden, bei dem nicht mehr darauf abgestellt werden darf, dass dicke gut aussehen oder „Männer auf Kurven stehen“. Vielmehr ist der richtige Weg sämtliche gesellschaftliche Vorlieben zu leugnen und nur noch auf das individuelle abzustellen, dass unabhängig von irgendwelchen Normen schön ist.

Man darf also einer dünnen nicht sagen, dass sie lieber zunehmen soll, einer Dicken, dass sie abnehmen soll und einer normalgewichtigen, dass sie sich in eine der Richtungen verändern soll.

Interessanterweise kommt in den mir bekannten Diskussionen nur das weibliche Plus-Size-Model vor. Bei Männern hingegen wird nach wie vor der Waschbrettbauch und der durchtrainierte Oberkörper dem Waschbärbauch vorgezogen. Eigentlich sollten ja dann hier auch keine fettbenachteiligenden Rollenbilder bestehen. Was natürlich nicht der Fall ist. Dicke Männer sind ebenfalls wesentlich schwerer an den Mann zu bringen.

Was aus meiner Sicht dann wieder eine gewisse Doppelmoral zeigen kann.

 

 

 

Was Frauen antörnt XVII

Ein Auszug aus dem internationalen Bestseller “ 50 Shades of Grey“:

“Suddenly he grabs me, tipping me across his lap. With one smooth movement, he angles his body so my torso is resting on the bed beside him. He throws his right leg over both mine and plants his left forearm on the small of my back, holding me down so I cannot move … He places his hand on my naked behind, softly fondling me, stroking around and around with his flat palm. And then his hand is no longer there … and he hits me—hard.” (273, 274) (…)

We lie there, panting together, waiting for our breathing to slow. He gently strokes my hair … Boy … I Survived. That wasn’t so bad. I’m more stoic than I thought. My inner goddess is prostrate … well, at least she’s quiet.” (276) “At the touch of leather, I quiver and gasp. He walks around me again, trailing the crop around the middle of my body. On his second circuit, he suddenly flicks the crop, and it hits me underneath my behind … against my sex … The shock runs through me, and it’s the sweetest, strangest, hedonistic feeling … My body convulses at the sweet, stinging bite. My nipples harden and elongate from the assault, and I moan loudly, pulling on my leather cuffs.” (323)

“His arms are wrapped around me, and he’s pulling me to him, hard, fast, gripping my ponytail to tilt my head up, kissing me like his life depends on it … He drags the hair tie painfully out of my hair, but I don’t care. He needs me, for whatever reason, at this point in time, and I have never felt so desired and coveted.” (478)

Aus der Wikipediaseite über das Buch:

Fifty Shades of Grey is a 2011 erotic novel by British author E. L. James. Set largely in Seattle, it is the first instalment in a trilogy that traces the deepening relationship between a college graduate, Anastasia Steele, and a young business magnate, Christian Grey. It is notable for its explicitly erotic scenes featuring elements of sexual practices involving bondage, discipline, sadism, and masochism (BDSM).

The second and third volumes are titled Fifty Shades Darker and Fifty Shades Freed, respectively. Fifty Shades of Grey has topped best-seller lists in the United Kingdom, United States, and around the world. The series has sold 20 million copies worldwide, with book rights having been sold in 37 countries, and set the record as the fastest-selling paperback of all time, surpassing the Harry Potter series

Also mal wieder ein mysteriöser dominanter Alphmann, der sie hart ran nimmt. Eine beliebte weibliche Sexfantasie, ebenso wie Vergewaltigungsfantasien. Natürlich spricht es nicht alle Frauen an. Aber genug Frauen um das Buch überall auf der Welt in den Bestsellerlisten zu halten.

Prostituierte und Freier

John Millward hat auf seinem Blog zwei interessante Artikel zur Prostitution

In dem einen geht es um die Ansichten der Prostituierten:

Hier beispielsweise über die Freier:

The women described the average client’s attitude towards sex as primarily being respectful, nervous and eager. I got the impression from the way the escorts spoke about their clients that they do respect the men who pay them for sex, but it’s mostly a professional type of respect, much like the kind any seller would have for a buyer. This sentiment shone through in the women’s answers to two questions in particular: would you consider being friends with a client? Most would, but only select clients. And would you ever consider dating a client? 77% said no, they wouldn’t. Only 4 of the 30 had dated a punter. Whether this is because escorts tend to see their clients as being undesirable in some way is anyone’s guess. It could just be that, like in the rest of life, you don’t mix business with pleasure. Clients are clients.

When I asked why they think the men choose to pay to have sex with them, their responses were mixed but did contain one theme in particular: the men don’t get the sex and intimacy they desire elsewhere, or simply prefer it without the other ‘baggage’ of a relationship.

Also die meisten scheinen respektvoll und nervös zu sein.

Und eine interessante Analyse der Motive der Freier:

Because they require an uncomplicated emotionally detached sexual service as opposed to an affair. This allows them to cognitively justify the act of adultery and therefore alleviates feelings of guilt and betrayal.”

Also der Gedanke, dass es weniger ein Fremdgehen ist, weil man ja keine Gefühlsbindung aufbaut, sondern einfach nur einen Service nutzt.

Und zu ihrer Meinung über den Job´:

When I asked the 30 escorts what the benefits of the job are, the main one (27 mentions) was money, followed by being their own boss (22) and the working hours (20). The sex ranked dead last with only 8 women including it as a positive. Of course, there’s no reason that should come as a shock to anyone. How many people, after all, could say that they do their job first and foremost because of what it is and not what it pays? A minority, I think. 4 out of the 30 women said that their dream job—the profession they’d most like to work in if they could do it with no chance of failure—was that of an escort. The others listed jobs that anyone, of either gender and any background, might choose: writer, teacher, DJ, chef, vet, midwife, wife a billionaire

Auch da scheint der Job eine gewisse Normalität aufzuweisen.

 In dem anderen Artikel  geht es um die Anzeigen der Prostituierten und die Bewertungen der Freier:

It’s impossible to miss the recurring themes of the field reports on PunterNet. The reviewers always make reference to the same things. They care about the way the girl looks, how she’s dressed, her sexual technique and how into the sex she appears to be. If an escort falls down in any of these areas, perhaps by looking different to the photos on her site or by rushing the punter out of the door, you can be sure he’ll mention it in his review of her.

Es soll eben die Illusion von echten Sex sein. Um so mehr es sich entsprechend anfühlt um so besser für den Kunden.

Und die abschließende Wertung:

Who the sucker is in the punter/escort relationship is hard to tell. Maybe both, maybe neither. The women are well paid and seem happy with their choice of job and the men enjoy their punts and tend to repeat them again and again. Those are the positives. The negatives might be that the men are indulging a basic craving that would be satisfied in a healthier, more productive way by more traditional sexual relationships, and the women are undermining the dignity of their sexual selves by opening the door to any man who has enough cash. Escorts and punters would presumably agree with the former summary, whereas the general public, who stand at a distance from the business, would be more likely to go with the latter. Prostitution is as good or bad as the results it produces; sometimes there will be smiles all round, other times it’s bound to be a bleaker situation.

Inzesttabu, Westermarckeffect und Freud

Leser Roslin wies auf den Westermarkeffekt hin:

The Westermarck effect, or reverse sexual imprinting, is a hypothetical psychological effect through which people who live in close domestic proximity during the first few years of their lives become desensitized to later sexual attraction. This phenomenon, one explanation for the incest taboo, was first hypothesized by Finnish anthropologist Edvard Westermarck in his book The History of Human Marriage (1891). Observations interpreted as evidence for the Westermarck effect have since been made in many places and cultures, including in the Israeli kibbutz system, and the Chinese Shim-pua marriage customs, as well as in biological-related families.

In the case of the Israeli kibbutzim (collective farms), children were reared somewhat communally in peer groups, based on age, not biological relation. A study of the marriage patterns of these children later in life revealed that out of the nearly 3,000 marriages that occurred across the kibbutz system, only fourteen were between children from the same peer group. Of those fourteen, none had been reared together during the first six years of life. This result suggests that the Westermarck effect operates during the period from birth to the age of six.

When proximity during this critical period does not occur — for example, where a brother and sister are brought up separately, never meeting one another — they may find one another highly sexually attractive when they meet as adults, according to the hypothesis of genetic sexual attraction. This supports the theory that the populations exhibiting the Westermarck effect became predominant because of the deleterious effects of inbreeding.

Auch interessant die Ausführungen dort zu Freud:

Freud argued that as children, members of the same family naturally lust for one another (See Oedipus complex), making it necessary for societies to create incest taboos,[2] but Westermarck argued the reverse, that the taboos themselves arise naturally as products of innate attitudes.

Steven Pinker wrote on the subject:

The idea that boys want to sleep with their mothers strikes most men as the silliest thing they have ever heard. Obviously, it did not seem so to Freud, who wrote that as a boy he once had an erotic reaction to watching his mother dressing. But Freud had a wet-nurse, and may not have experienced the early intimacy that would have tipped off his perceptual system that Mrs. Freud was his mother. The Westermarck theory has out-Freuded Freud.

—Steven Pinker, How the Mind Works

Zu Freud hatte ich in meinem Judith Butler Artikel geschrieben:

4. Sigmund Freud

Freud setzt bei der Urhorde an, deren Stammesvater ein Despot ist, der von den Söhnen verehrt und gehasst wird, insbesondere weil der Despot alle Frauen der Horde besitzen will. Deswegen haben diese den Despoten umgebracht. Die neue Gemeinschaft habe dann neue gesellschaftliche Regelungen geschaffen, die verhindern sollen, dass so etwas noch einmal passiert. Diese sehen vor, dass die Männer nur außerhalb ihrer Sippe heiraten dürfen, was also das Inzestverbot begründet hat (abenteuerliche Just so Geschichte, aber was soll man sagen).

Im Ödipuskonflikt geht Freud davon aus, dass Jungen einen Hass auf den Vater entwickeln, die Mutter aber ebenso wie diese Begehren. Wegen dieses Begehrens wiederum entwickeln sie Schuldgefühle gegenüber dem Vater sowie eine Angst vor Bestrafung, insbesondere durch Kastration (weswegen der Penis in unserer Phallokratie auch eine so enorme Bedeutung hat). Sie verlagern ihr Begehren der Mutter dann aus Angst vor der Kastration durch den Vater auf andere Frauen.

Die Mädchen wiederum begehren die Mutter, Wechseln dann aber zum Vater, weil sie in ihrem Penisneid die Mutter, die ja ebenfalls keinen Penis hat, für das Fehlen des eigenen Penis verantwortlich machen. Den der Penis wird, warum auch immer, vielleicht auch nur, weil man ihn sehen kann, als Normalfall gesetzt. Und da das Mädchen einen Penis will, ihrer aber “kastriert” ist, begehrt sie den Penis des Vaters und dies überträgt sich auf ihre Vorliebe für Männer. Tata, Heterosexualität!

In der Tat eine recht abenteuerliche Geschichte. Da klingt der Westermarckeffekt aus meiner Sicht deutlich glaubhafter.

Soziologische Theorien zu den Geschlechtern

Leser Chomsky schrieb in einem Kommentar das Folgende:

Ich würde mal behaupten, dass folgende Theorien realtiv gut empirisch abgesichert sind:

Wie gesagt: Die Entwicklungspsychologie geht von einer Überdeterminierung der Geschlechtsidentität aus.

Bekräftigungstheorie:

Imitationstheorie:

Kognitive Ansätze:

Geschlechtsschema-Theorien

Ich habe dazu mal gesucht:

1. Bekräftigungstheorie

Die Bekräftigungstheorie beinhaltet laut KASTEN (2003: 36), dass Jungen und Mädchen schon sehr früh, wahrscheinlich im Kleinkindalter schon, für Verhalten, dass ihrem Geschlecht angemessen erscheint, bekräftigt werden. Bekräftigung erfolgt durch Lob, Anerkennung, Belohnung o. ä. Dem Geschlecht unangemessene Verhaltensweisen werden hingegen nicht bekräftigt, sondern sogar bestraft, missbilligt oder einfach ignoriert. Die Bekräftigungstheorie basiert darauf, dass bestimmte dem Geschlecht entsprechende Verhaltensstereotype existieren und Eltern ihre Kinder diesen Stereotypen gemäß erziehen. Das würde aber implizieren, dass Eltern ihre Kinder unterschiedlich behandeln.

CHODOROW (1985: 130) erklärt, dass hinsichtlich der Eltern – Kind – Interaktion, die Wärme der Eltern, das Ausmaß an Lob und positiver Rückmeldung, in den ersten vier bis fünf Lebensjahren kaum Unterschiede bezüglich des Geschlechts nachzuweisen sind.

Gegen diese Theorie spricht aus meiner Sicht, dass sie Transsexuelle, weiblichere Homosexuelle, CAH, CAIS und weitere Sonderfälle nicht erklären kann. In diesen kann man hingegen Zusammenhänge mit pränatalen Testosteron sehen.

Gerade bei „weiblicheren Homosexuellen“ mit dominanten Eltern, die ihr Kind zu einem „männlichen Verhalten“ erziehen wollen, zeigt sich, dass dies nicht klappt. Ebenso sind die Erfahrungen mit geschlechtsneutraler Erziehung eher negativ.

Ebenso erklärt die Theorie nicht die Unterschiede innerhalb der Geschlechter und ihre Zusammenhänge mit dem pränatalen und postnatalen Testosteronspiegel oder die genetischen Grundlagen der Transsexualität oder anderer Genderidentitätsabweichungen vom Phänotyp. Auch Cloacal exstrophy ist nach diesen Theorien eigentlich problemlos, man muss sie nur in dem gewählten Geschlecht bekräftigen. Der Wechsel bei “5a-reductase-2 deficiency” (5a-RD-2) passt ebenfalls nicht in dieses Modell, wenn man nicht annimmt, dass die ganzen Bekräftigungen vorher einfach folgenlos verpuffen, wenn die Pubertät eintritt.

2. Imitationstheorie

Zu der Imitationstheorie erklärt KASTEN (2003: 42 f.), dass Kinder geschlechtstypisches Verhalten durch die Beobachtung gleichgeschlechtlicher Modelle und die Nachahmung und Übernahme deren geschlechtsangemessenen Verhaltens erwerben. Dabei gelten also die Bezugspersonen als Vorbilder, im Hinblick auf erfolgreiches oder erfolgloses Verhalten. Erfolgreich und erfolglos ist hier im Sinne von bestrafen oder nicht bestrafen gemeint. Nachgeahmt wird vorwiegend erfolgreiches Modellverhalten, meist am gleichgeschlechtlichen Vorbild.

Kritikpunkte dieser Theorie liegen u.a. darin, dass Jungen und Mädchen in unserem Kulturkreis heutzutage in der frühen Kindheit meistens von weiblichen Bezugspersonen betreut werden. Trotzdem imitieren Jungen nicht nur weibliches Verhalten, was ja nach der Imitationstheorie der Fall sein müsste. Außerdem haben Jungen und Mädchen in der späteren Kindheit und Jugend in annähernd gleicher Weise die Gelegenheit, gleich- und gegengeschlechtliches Modellverhalten zu beobachten. Warum sie sich trotzdem vom anderen Geschlecht abgrenzen und ihrem Geschlecht angemessenes Verhalten oft übernehmen, kann die Imitationstheorie nicht erklären.

In der Identifikationstheorie wird angenommen, dass durch die sogenannten Primärbeziehungen geschlechtsspezifisches Verhalten gefördert bzw. erlernt wird. Mit Primärbeziehungen sind die Beziehungen der Kinder zu den wichtigsten Bezugspersonen gemeint, mit denen sich in den ersten Lebensjahren häufig eine intensive gefühlsmäßige Beziehung und Bindung entwickelt. Durch diese Bindung ist die Grundlage und der Anlass gegeben, dass das Kind sich mit der Person identifiziert. Es wird angenommen, dass Mädchen sich mit der Mutter und Jungen sich mit dem Vater identifizieren, d.h., dass Jungen und Mädchen sich innerlich mit den gleichgeschlechtlichen Elternteil als sehr ähnlich oder identisch erleben. Dieses Gefühl der Ähnlichkeit bewegen dann Jungen und Mädchen innere Einstellungen, Werthaltungen und äußere Verhaltensweisen zu übernehmen (Ders. 2003: 45 f.).

Die Abgrenzung zur Imitationstheorie fällt schwer und wird wahrscheinlich darauf beruhen, dass bei der Identifikationstheorie nicht nur äußeres Verhalten nachgeahmt und übernommen wird, sondern auch innere Einstellungen und Werte der Bezugspersonen.

Die Kritik wird in dem zitierten Teil bereits vorgebracht. Auch hier können im übrigen die Sonderfälle nicht erklärt werden. Gerade die biologischen Fälle, in denen mit Einsetzen der Pubertät die Geschlechterrolle wechselt, werden dieser Theorie einige Probleme bereiten.

3. funktionelle-strukturelle Theorie

PARSONS hat mit seiner strukturell- funktionalen Systemtheorie einen Ansatz versucht, die Übernahme von Geschlechtsrollen aus der Perspektive der Funktionen für ein System zu erklären. Nach der Systemtheorie lernt das Kind in dem System Familie durch Sozialisation, wie es sich in einem anderen gesellschaftlichen System, z. B. Schule, verhalten soll, um den gesellschaftlichen Erwartungen und Normen zu entsprechen, und ist somit wichtig für den Erhalt eines Systems, und für ein störungsfreies Funktionieren der gesellschaftlichen Ordnung. Diese funktionalistische Auffassung von Parsons wurde von Feministinnen kritisiert, da darin insgeheim die Unterordnung von Frauen und ihre Einschränkung auf den familiären Bereich legitimiert wurde. Er unterstellt die Notwendigkeit der geschlechtlichen Arbeitsteilung in der Familie, nach der der Mann berufstätig und die Frau für die Versorgung der Kinder zuständig ist. Diese Auffassung vernachlässigt jedoch die Komplexität des weiblichen Lebenszusammenhangs. Frauen waren schon immer in beiden gesellschaftlichen Bereichen, in der Familie und im Erwerbsleben tätig.

Auch hier wird nicht erklärt, warum einige Kinder sich anders verhalten, als es der Struktur und ihrer „Funktion“ entspricht. Eben die bekannten Gruppen, die ich oben schon genannt habe.

4. Geschlechtsschema Theorie

Welche grundlegende Aussage trifft die Geschlechts-Schema-Theorie? Die Geschlechts-Schema-Theorie besagt, dass unsere Kultur und die Sozialisierung der Geschlechterrollen uns bestimmte Geschlechtsschemata liefert. Ein Schema kann als Bündel von Eigenschaften verstanden werden, die wir als typisch für Männer und Frauen, Jungen und Mädchen empfinden. Es wirkt wie ein Filter, durch den wir geschlechtsrelevante Informationen verarbeiten. Diese Schemata bestimmen z. B., welche Eigenschaften einer Situation unsere Aufmerksamkeit erregen, und sie beschränken die Art und Anzahl der Merkmale in einer Situation, die wir verarbeiten. Auf diese Weise können sie unsere Aktionen und Reaktionen auf bestimmte Situationen beeinflussen. Das heißt, diese Schemata beeinflussen die Art und Weise, wie wir andere (und uns selbst) wahrnehmen, und helfen uns, Entscheidungen zu unserem daraus resultierenden Verhalten zu treffen. Als Kinder und später auch als Erwachsene benutzen wir Geschlechtsschemata, um eine mentale Einordnung der erwarteten Eigenschaften unseres eigenen und des anderen Geschlechts vorzunehmen.

Auch hier zeigen die bereits genannten Gruppen ein deutliches Ausbrechen, entgegen der Schemata.

5. Weiteres

Die Theorien scheinen mir sehr simpel angelegt und wenig hinterfrage zu sein. Natürlich haben sie ihre Berechtigung bei der Ausgestaltung der Geschlechterrollen und ich kann mir gut vorstellen, dass dort Imitation etc stattfindet. Aber die wesentlichen Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen und später Männern und Frauen, sei es im Rough and Tumble Play und in der Gruppenbildung bei Kindern oder später im Erwachsenenverhalten lässt sich wesentlich besser und stimmiger über die Biologie erklären. Ich verweise auch noch einmal auf den Artikel „Steven Pinker zur biologische Grundlage der Unterschiede zwischen Männern und Frauen„, der weitere Argumente aufführt.

Sollten die Theorien die oben genannten Sonderkonstellationen in ihre Theorie einbinden können, dann bitte ich um Mitteilung wie ihnen das gelingt.

Starke Frauen in Führungspositionen vs. zur Schwäche sozialisierte Frauen, die die Frauenquote brauchen

Ich habe mit @dieKadda, also Katrin Roenicke, eine Diskussion über Twitter geführt.

Sie hat argumentiert, dass die Piraten eine Quote bräuchten, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass es auch bei ihnen die Frauen nicht nach oben kommen, weil das Klima zu wettbewerbsorientiert ist.

Ich hatte auf die Grünen verwiesen, die zeigen, dass die Quote da ebenfalls nicht zu Veränderungen geführt hat, sondern immer noch nach Frauen gesucht werden muss und bei Wegfall der Quote wieder sinken würde.

Daraufhin verwies Kathrin darauf, dass die grünen Frauen eben auch noch entsprechend sozialisiert wären, sich weiblich zu verhalten und es eben ein langer Prozess wäre, man Vorbilder präsentieren müsse und das einige jahrzehnte lang.

An dieser Stelle habe ich dann nachgefragt, ob das gleiche dann nicht auch bedeuten würde, dass es wenig Frauen geben würde, die so sozialisiert sind, dass sie einen Vorstandsjob oder einen hohen Posten in der Wirtschaft ausüben können und wollen und man dann da dem Wettbewerb noch weniger entfliehen könne, weil es eben in diesem Bereich immer einen Wettbewerb zumindest mit anderen Firmenchefs gibt.

Aus meiner Sicht kann man schwer beides argumentieren:

Die Sozialisierung der Frauen in ihrer Frauenrolle macht jahrzehntelange Frauenquotenprogramme erforderlich, damit Frauen aus dieser Sozialisierung ausbrechen können.

und

Weibliche Führungskräfte stehen im gleichen Umfang wie männliche Führungskräfte zur Verfügung. Es beruht auf Diskriminierung, dass sie nicht nach oben kommen.

Denn die erste Auffassung schildert ja gerade eine Sozialisierung, die bei Frauen insgesamt wirkt und sie von wettbewerbsorientierten Jobs abhält, sie andere Jobs suchen läßt und damit genau diesen Mangel an Kandidatinnen erklären würde, auf den die Wirtschaft sich beruft. Eine weibliche Sozialisierung würde stets ein Ausbrechen aus dieser für die Übernahme solcher Jobs erfordern, was ein Risiko für den Arbeitgeber ist.

Die zweite Auffassung hingegen legt gerade dar, dass diese Sozialisierung von den starken Führungsfrauenkandidatinnen bereits abgeschüttelt wurde und diese quasi auf Abruf stehen.

Es ist letztendlich der Gegensatz zwischen einer Argumentation, die auf Schutzwürdigkeit der Frau aufbaut und diese daher als schwach und gefangen in einer starken, weiblichen Sozialisation gefangen ansieht und einer Argumentation, die auf Stärke der Frau abstellt, aus der gleiche Leistung angeboten wird, die bei einer entsprechenden Sozialisation nach der obigen Argumentation aber gerade nicht gegeben ist.

Die biologischen Theorien bieten hier darüber, dass es Normalverteilungen gibt, bei der bestimmte Frauen eben eher auf der wettbewerbsorientierten Seite Seite sind, eine eigentlich günstigere Variante, auf die sich Führungsfrauen berufen können. Es erlaubt auch schnellere Rollenwechsel als eine tiefe Sozialisierung zu „weichen weiblichen Eigenschaften“.

Wer darauf abstellt, dass Frauen auf eine bestimmte Art und Weise den fixen Gesellschaftsrollen unterliegen, die sie auf „das weibliche“ festlegen, der läuft erhebliche Gefahr, dass genau diese Sozialisierung dann auch ernst genommen wird und negativ angerechnet wird. Es verringert dann eben den Kandiatenpool an zur Verfühung stehenden Frauen für Jobs, die nicht der „weiblichen Sozialisierung“ entsprechen, deutlich.

Gegenmittel sind dann:

  1. Die Forderung, die Unternehmenskultur so zu ändern, dass sie zu einer weiblichen Sozialisierung passt (gerade an der Spitze eine schwer umsetzbare Forderung, da dort eben Wettbewerb mit der Konkurrenz herrscht)
  2. Die Sozialisierung zu ändern (was aber gleichzeitig den heutigen Frauen nicht mehr hilft und dann eben auch anerkennen muss, dass der heutige Kandidatenpool geringer ist).

An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass Sozialisierungs-Theorien gegen biologischen Modellen mit fließenden Geschlechtergrenzen und lediglich Häufungen bei bestimmten Mittelwerten wesentlich essentialistischer und determinierter sein können.

Danach unterliegen dann eben ALLE Frauen einer bestimmten Sozialisierung, weil die gesellschaftlichen Normen, die weiblichen Identitäten, die Geschlechterrollen jeder einzelnen Frau kraft Phänoptyp zugewiesen werden und Druck auf sie in diese Richtung ausgeübt wird.

  • Wer von einer starken Sozialisation ausgeht, die Frauen und Männer betrifft, der muss auch gleichzeitig davon ausgehen, dass es eine geringere Individualität bezüglich dieses Sozialisationsaspektes gibt.
  • Wer von einer schwachen Sozialisation ausgeht, dem fehlt das Argument, warum Frauen sich nicht so leicht von dieser frei machen können.

Wollen Männer nur das Eine?

Die Tussis on Tour fragen im Rahmen einer Blogparade, ob Männer nur das Eine wollen, also Sex.

Evolutionär wollen Männer und Frauen beide nur Sex bzw. etwas genauer formuliert ihre Gene in möglichgst guter Kombination und mit möglichst wenig Aufwand in die nächste Generation bringen, was (wenn man moderne Medizin weglässt) nur über Sex möglich ist. Wenn man aus evolutionärer Sicht überhaupt einen Sinn des Lebens benennen kann, dann eben den Gene weiterzugeben als ultimate Cause und als proximate cause daraus folgend dann eben Sex. Das gilt für Männer und Frauen, beide müssen sich allerdings verschiedener Umsetzungsstrategien bedienen.

Weil Frauen ihre Gene nur weitergeben können, wenn sie die Kosten einer Schwangerschaft zahlen und das eine „Mindest-Prdouktionszeit pro Einheit“ von zumindest 9 Monaten erfordert, Männer hingegen ihre Gene ohne eigene Schwangerschaft weitergeben können und eine „Mindest-Prdouktionszeit pro Einheit“ von theoretisch 30 Sekunden eigene Arbeit haben können, sie also einen Großteil der Produktionsarbeit outsourcen können, haben sie in diesem Grundszenario erst einmal allen Grund jede Gelegenheit für Sex zu nutzen.

Es wird natürlich etwas komplizierter, wenn man die jeweiligen Gegenreaktionen mit einbezieht.

Dann können Frauen entweder die Kosten allein schultern und dafür zumindest die besten Gene nutzen (bei Schimpansen und Gorillas erfolgt die Auswahl durch intrasexuelle Konkurrenz, bei Bonobos durch eine Spermienkonkurrenz) oder sie können sich mit Männchen paaren, die eine Beteiligung an den Kosten anbieten. Wenn letzterer Weg gewählt wird, dann wird es kompliziert, denn plötzlich kann Sex auch für Männer teuer werden, wenn er eben in Betreuungsleistungen mündet. Was wieder auf seine Wahl der Frauen zurückfällt, denn jetzt wird es auch für ihn interessant, wieviel Sex sie mit anderen Männern hat, weil sich seine Investitution nur mit hoher Vaterschaftssicherheit lohnt. Um so höher der Preis um so attraktiver werden zudem paradoxerweise Männer, die den Preis nicht zahlen müssen und nur wegen ihrer guten Gene für Frauen interessant wären. Denn wenn Frauen für diese eher bereit sind den Preis alleine zu zahlen, dann kann ein Sohn, der dessen Gene erbt, auf Kosten anderer Frauen die Gene auch seiner Mutter weitergeben (Sexy Son Theorie). Ein Zeichen sowohl für gute Gene als auch gute Versorgereigenschaften ist eine hohe Position in der Gruppe, die gegen die intrasexuelle Konkurrenz erkämpft wurde. Demnach müßten Männer mit hohen Positionen ebenfalls begehrt sein, was zur Folge hat, dass Männer an solche Positionen gelangen wollen.

Demnach könnte man sagen, dass Männer das eine eher als Frauen um seiner selbst willen wollen.

Allerdings wollen sie nicht nur das eine. Sie wollen eine Frau, die ihnen treu ist und eine Bindung hat, sie wollen eine hohe Position und Anerkennung in der Gemeinschaft, sie wollen gut aussehen und sie wollen ihre übrigen Grundbedürfnisse befriedigt haben.

All dies dient letztendlich nur „dem Einen“, aber das ändert nichts daran, dass diese Bedürfnisse hoch stehen und einige Männer sich lieber in einen intrasexuellen Wettkampf um ihre Karriere stürzen als mit ihrer Frau zu schlafen, gerade wenn die Beziehung schon eine Weile besteht.

Aber die Frage ist letztendlich nicht essentialistisch zu beantworten. Den Mann gibt es genauso wenig wie die Frau.

Da der Regelungsmechanismus der Natur über Testosteron (und vermutlich auch eine etwas andere Anlage der Amygdala) erfolgt wäre zudem davon auszugehen, dass Männer mit einem eher niedrigen Testosteronspiegel eher Beziehungsmenschen sind und Männer mit einem höheren Testosteronspiegel eher hinter Sex hinterher sind.

Was ein Mann von einer Frau möchte wird letztendlich auch davon abhängen, wie ihr „Partnerwert“ relativ zu dem eigenen ist. Um so eher sie aus seiner Sicht ein gutes Fang wäre um so eher wird er auch an einer Bindung interessiert sein. Generell wollen Männer mit sehr wenig Optionen wahrscheinlich eher eine Frau, die sich fest an sie bindet und Männer mit sehr vielen Optionen eher keine feste Bindung oder eine Bindung mit einer sehr hochwertigen Frau.

Viele Frauen unterschätzen denke ich diese Gleichung und ihre eigene Bindungskraft. Eine Freundin einer Freundin beispielsweise ist schlank, aber man sieht, dass sie keinen Sport macht. Sie hat ein mittelhübsches Gesicht. Und sie ist Single und unglücklich. Weil sie sich beständig die coolen, sehr sportlichen, großen Männer aussucht und mit ihnen flirtet und dabei auch Erfolge: Sie flirten zurück. Und sie wundert sich dann, dass diese nicht sonderlich interessiert an einer Beziehung sind. Sie wollen mit ihr schlafen, aber sie wollen sich eben nicht festlegen oder andere Optionen ausschließen. Für einige Frauen scheint es schwer verständlich zu sein, dass beides für viele Männer separate Bewertungen sind und das die Fähigkeit, einen Mann dazu zu bringen einen anzuflirten und mit einem zu schlafen, wenig darüber aussagt, ob man ihn zu einer Beziehung bewegen kann.

Auch das gegenteilige Modell gibt es: Frauen, die viele (platonische) Freunde unterhalb ihres Marktwertes haben, mit denen sie sich super gut verstehen, werden immer wieder Männer in die Friendzone stecken müssen, die alle an einer Beziehung mit ihnen interessiert sind (was allerdings ebenfalls Sex enthält, aber in diesen Bereichen steht dann häufig auch aus Sicht die Beziehung im Vordergrund)

In einem anderen Artikel hatte ich schon einmal dazu das Folgende zitiert:

„See, what you gals don’t get is that you can’t play the game like a man, unless you like losing. A woman proud of getting laid is like an alcoholic proud of getting drunk. Where you win is in securing the commitment of a man“

Wenn sich also eine Frau darüber aufregt, dass Männer nur Sex wollen, dann sollte sie überlegen, welche Männer das genau sind und warum dies gerade in Bezug auf sie der Fall ist.