Männerparkplätze wegen schweren Einparkens

Vielleicht nur ein Marketinggag, aber trotzdem interessant:

Die Stadt Triberg im Schwarzwald hat in einem Parkhaus zwei Männerparkplätze ausgewiesen. „Das sind die einzigen im Parkhaus, in die man rückwärts einparken muss“, sagt Bürgermeister Gallus Strobel.

Das ist aus meiner Sicht durchaus sexistisch – und wie so meist beiden Geschlechtern gegenüber. Denn es hätte auch ein Schild „Vorsicht, rückwärts einparken!“ oder etwas in der Art gereicht. Parkplätze als Männerparkplätze auszuweisen, nicht weil es den Männern etwas bringt, sondern weil sie schwieriger zu beparken sind, weist zum einen Männern besondere Fähigkeiten als Gruppe zu (also Essentialismus), in der sie nur im Schnitt besser sind (das räumliche Denken). Tatsächlich werden viele Männer in diese Parkplätze besser einparken können als viele Frauen, aber eben auch einige Frauen besser als einige Männer. Das ist zum einen der Aufbau von Druck auf Männer, diesen Anforderungen zu genügen und zum anderen eben auch eine Diskriminierung von Frauen, die diese Fähigkeiten abgesprochen bekommen.

Klar, man könnte anführen, dass die Frauen ja bereits in dem gleichen Parkhaus Frauenparkplätze haben (vgl. dazu auch „Frauenparkplätze sind diskriminierend gegenüber Männern„), und das diese auch nach fehlerhaften Kriterien zugewiesen sind, nämlich ein erhöhtes Schutzbedürfnis von Frauen in Tiefgaragen, aber da wird zumindest eine Schutzfunktion angenommen und deswegen ein Sonderraum zugewiesen, es geht nicht schlicht um die Frage, ob dort jemand technisch besser einparken kann.

Aus dem weiteren Text:

Fakt ist auch: Es geht mitnichten um Sicherheit im Parkhausverkehr. „Es geht auch um Humor und Marketing“, gibt Strobel zu, der seit 2002 Bürgermeister ist.

Insofern durchaus eine gelungene Aktion, Aufmerksamkeit werden sie bekommen. Vielleicht ja auch eine gute Gelegenheit mal über Frauenparkplätze nachzudenken, wenn ich auch nicht glaube, dass da irgendwer ran will, weil man sich da zu leicht verbrennt.

Eine britische Studie, für die rund 2500 Menschen beim Einparken beobachtet wurden, belegt: Im Schnitt brauchten die Herren zwar nur 16 Sekunden, um ihren Wagen in die Lücke zu stellen, die Damen 21 Sekunden – aber dafür stand das Auto dann so, wie es sich gehört. Mehr als die Hälfte der Frauen parkte korrekt, die Fahrzeuge der Männer standen zu 75 Prozent schief in der Parklücke.

Dabei geht es um diese Studie. Die durch Beobachtungen von Parkplätzen durchgeführt wurde. Männer parkten schneller, aber dafür schiefer, Frauen langsamer und mit mehr Korrekturen, aber gerader und zentraler ein. Der Aussagegehalt ist relativ gering, weil dies zunächst deutlich macht, dass es den Männern anscheinend gar nicht darauf ankam, gerader zu parken, sie wollten nur parken. Die Zielsetzungen der Teilnehmer waren damit ganz unterschiedlich, so dass sich ihre Leistungen nicht vergleichen lassen. Es kann eben sein, dass Männer ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen haben und deswegen schneller in einem Zug einparken, auch wenn sie dann nicht gerade stehen, während Frauen ein schlechteres räumliches Vorstellungsvermögen haben und deswegen möglichst zentral in die Lücke fahren wollen, um sicher zu gehen, dass sie nirgendswo anecken. Es fehlt auch eine Vergleichbarkeit in den Altersgruppen und dem Zweck des Parkens. Wer große Einkäufe einladen will und mit Kindern unterwegs ist, die ebenfalls noch aussteigen müssen, oder aus dem Wagen gehoben werden müssen, der wird vielleicht auch mehr auf ein zentrales Einparken achten.

SPIEGEL ONLINE: Hatten Sie schon Ärger mit einer Frauengruppe?

Strobel: (lacht) Alice Schwarzer hat sich noch nicht bei mir gemeldet. Aber ich hatte ja auch mit gewissen humorlosen Reaktionen der Political Correctness gerechnet. Bisher gab es aber nur zwei Beschwerde-E-Mails, sonst bekommen wir nur Zustimmung. Auch von Frauen. Die Frauen hier in der Stadt empfinden das als gerecht – aber auch als Herausforderung. Es gibt viele, die in die Männerparkplätze fahren. Und das ist ja auch legitim. Dürfen sie gern machen.

Immerhin ein entspannter Umgang mit dem Thema. Mal sehen, was ansonsten noch kommt. Es wäre interessant zu sehen, worauf sich die Zustimmung bezieht. Eher auf das Ausweisen von Männerparkplätzen, auf das kenntlich machen besonders schwieriger Parkplätze, auf die Herausforderung?

Strobel: Es ist einfach unglaublich. Solch eine Reaktion hatte ich nicht erwartet. Ich bin schon den ganzen Tag am Telefon, das Fernsehen will kommen. Ich sag’s Ihnen ganz offen: Ich freue mich. Und vielleicht haben wir auch einen Nerv in der Gesellschaft getroffen.

SPIEGEL ONLINE: Inwiefern?

Strobel: Vielleicht gibt es das Empfinden, dass man es in diesem ganzen Gender-Bereich manchmal überzieht. Ich kann das abschließend noch nicht sagen, aber ich denke über dieses Thema nach.

Das ist eine Reaktion, die ich mir durchaus vorstellen kann. Etwas Politische Unkorrektheit wird durchaus als befreiend angesehen. Hier hätte man aus meiner Sicht den satirischen Charakter noch etwas mehr hervorheben sollen, dass hätte es besser gemacht.

18 Gedanken zu “Männerparkplätze wegen schweren Einparkens

  1. Der Gag des Triberger Bürgermeisters und die Reaktionen der Öffentlichkeit darauf bestätigen, dass es in unserer Gesellschaft akzeptiert ist, dass, wenn etwas schwer, unangenehm, unbequem ist, es Männersache zu sein hat, dass, wenn etwas leicht, bequem, angenehm ist, es vorrangig für Frauen reserviert werden soll und kann.

    Der ganze Frauenförderbohei der Frauenförderindustrie vom Frauenparkplatz bis zur Quotensänfte für kaffeemaschinennahe Prestigejobs im klimatisierten Büro (ja nicht für die Kanalwartung oder für die Tonnenlehrung der Müllabfuhr, dort „fehlen“ zwar auch Frauen, dorthin will aber kaum jemand Frauen fördern, schon gar nicht um der „Gerechtigkeit“ willen) schleift diesen Eindruck immer nur weiter ein, führt gerade nicht dazu, dass Frauen als Akteure auf Augenhöhe wahrgenommen werden, sondern als Wesen, die’s eigentlich nicht schaffen können, nicht aus eigener Kraft, nicht aus eigenem Recht, wenn ihnen Papa, Mama, die KindergärtnerIn, die LehererIn, die Grünuchen, Seehofer, Vater Staat etc. nicht helfen, helfen, helfen und sie fördern, fördern, fördern.

    Dieses Knöpfchen hat der Triberger Politkabarettist höchst erfolgreich gedrückt.

    Ob er damit irgendjemanden zu ernsthaftem Nachdenken bringt?

    Wohl eher nicht.

    Das wird die Quotten der Zukunft nicht irritieren.

    Die Funktionäre der Frauenförderindustrie werden in Triberg Diversityschulungen vorschlagen zur Förderung des Gleichstellungsgedankens und der Schänder-Gemeintrimmung mit Genderstudierten als ReferentInnen, steuerfinanziert, selbstverständlich.

    Herr Kemper, übernehmen Sie!

  2. Das ist schlicht und ergreifend überhaupt nicht witzig. Wäre es vielleicht, wenn es von einem Grünen-Politiker kommt, dem man abnimmt, dass er nur nen Scherz macht, aber ich glaube tatsächlich, die Annahme, Frauen wären zu dumm zum Einparken und Männer sind besser (auch wenn sie eigentlich nur schneller sind), ist für diesen CDU-Mann eine unumstößliche Tatsache.

    Ein klassischer Fall von „so tun als wäre es Ironie, es in echt aber doch so meinen“.

    Genau wie diese ganzen Küchenwitze oder Schuhwitze sind Witze übers Einparken einfach nur so dermaßen flach. Ich finde den Bürgermeister einfach nur peinlich.

  3. Entgegen der Ergebnisse in England scheint das Klischee in Deutschland eher eine reale Grundlage zu haben:
    http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/pm00341.html.de

    Männer parken zwar nur 3% korrekter, aber 46 (!) Sekunden schneller ein im Schnitt. Verwundern würden mich kulturelle Unterschiede nicht. Man müsste als Kovariate berücksichtigen, wie viele Einparkvorgänge jemand denn so intus hat. In manchen Kulturen fahren vielleicht fast grundsätzlich Männer Auto, während anderswo das Parkplatzfinden in der Stadt beim Shoppen doch eher Frauensache ist.

    Ich verstehe sowieso nicht, wie eine solch banale Alltagsfertigkeit so hoch schlagende Emotionen auslöst. Was wäre denn daran verwunderlich, wenn Männer die bei mentalen Rotationstests nun mal besser abschneiden, diese Fähigkeit auch beim Einparken nutzen? Genauso wenig dramatisch oder sexistisch, wie wenn Frauen beispielsweise eine bessere Feinmotorik fürs Schneiden von Gemüse hätten (warum sollte das weniger wert sein?).

    • Ich glaube, es sind weniger die banalen Alltagsfertigkeiten, sondern die implikationen.

      „Alle Menschen sind gleich“ ist für viele Menschen imho eine Art Wert, an dem sie bis zu einem gewissen grad Hängen (ja, nennt mich Gutmensch 😉 ).

      Zum einen ist das natürlich eine Gesellschaftliche Soll-Erklärung, also im Stil des Grundgesetzes und der Ablehnung von so Dingen wie Rassismus, Sexismus und anderen ärgernissen.

      Zum anderen ist es auch bis zu einem gewissen Grad etwas mehr, also z.B. die Hoffnung, dass man einen gewissen Einfluss auf die Welt haben kann, egal wie das eigene „Startkapital“ ist. Dass Einstellung, Motivation, Lernen und Training körperliche Gegebenheiten überkommen können, all das, was in der Reinstform der „American Dream“ ist.

      Wenn es nun tatsächlich so wäre, dass man keine „relevanten“ Unterschiede feststellen kann, wäre das mehr oder weniger automatisch so. Dadurch werden messbare Unterschiede zu Indizien, dass der Traum falsch sein könnte.

      Nicht dass er dadurch sofort widerlegt ist, oder gar ein Essentialismus belegt wäre, aber man kann eben nicht mehr einfach sagen „alles gleich, kein Hinweis auf andere Faktoren ausser geistige qualitäten“.

      Ich glaube, weil diese Befürchtung mitschwingt, wird so stark auf Unterschiede zwischen Geschlechtern, Rassen, etc reagiert. Ähnlich Starke reaktionen kann man imho auch beobachten, wenn Hirnforscher oder Philosophen sagen, dass sie das Konzept des „freien willens“ für widersinning halten.

      Dort erlebt man auch oft genug, dass die Argumentationsgegner nicht mal die Argumentation aufgreifen, sondern schlich sagen „es kann nicht sein was nicht sein darf, ich will meinen freien Willen behalten“.

  4. Ich werf mal zwei Gedanken ein:
    1.) Die alte journalistische Regel: good news are bad news
    Wenn ein Medienkonzern nix zu berichten hat, berichtet er über Pillepalle.
    Menschen lesen lieber Pillepalle als garnix.

    Problematisch wird es erst, wenn andere Parkhäuser nachziehen bzw. wenn diesem Parkhaus zu viel „ernsthafte“ Aufmerksamkeit geschenkt wird.

    Man kann ja auch nicht immer übers Wetter oder übers Fernsehprogramm reden, wenn man Themen für Smalltalk sucht. Warum nicht also über Pillepalle 🙂

    (keine Kritik am Blogger selbst, sondern eher am Spiegel-Online)

    2.) Weiterer Gedankengang: vielleicht hat es weniger mit räumlichen Denken zu tun, sondern mit Selbstbewusstsein und Risikobereitschaft?

    Wer sein Auto nicht zerdeppern will und unsicher ist, wird vorsichtiger in eine Parklücke fahren. So einfach.

    Testosteron macht angeblich durchaus offener dafür Risiken einzugehen.
    (womit ich ja soziokulturelle Sachen nicht ausschließe).

    Wenn Männer mehr Risiken eingehen, haben sie auch mehr Übung, denn ohne Übung zerdeppert man wirklich sein Auto, wenn man versucht, als Fahranfänger binnen 12 Sekunden in ne Parklücke zu fahren.
    Und sei es nur, weil man irgendwelchen Geschlechterklischees (der eigenen Gruppe oder „den anderen“) irgendwas beweisen will („Ich kann das weil ich ein Mann bin“ bzw „ich kann das, obwohl ich eine Frau bin“).

    Für solche kleinen Gedankenspielchen gut geeignet.
    Wer Geschlechterklischees „a priori“ festigen will, deutet es dann nochmals anders.

    • 1) Immerhin war es dir wichtig genug, dich hochwissenschaftlich an der Diskussion zu beteiligen.

      2) Nunja, man weiß dass mentale Rotation beim Mann im Schnitt besser funktioniert, insofern wäre das die abgesichertste Erklärung, falls es denn Unterschiede gibt.

      – wie du sagst, können andere biologische oder soziale Faktoren (Stereotype thread) das Parkverhalten beeinflussen, den Nachteil der mentalen Rotation kompensieren oder verstärken. Nur: Inwiefern ist dein Klischee („Frauen sind vorsichtiger und zerdeppern das Auto nicht“) besser als das angeführte Klischee „Männer parken besser ein“? Beide sind biologisch begründet.

      Ganz häufig bei Feministinnen, ein feministisch unerwünschtes „Klischee“ wird relativiert, indem man ein als okay befundenes „Klischee“ anführt. Das ist wohl klassischer Differenzfeminismus, der aber eben auch häufig bei Genderfeministinnen durchscheint die eigentlich alle Unterschiede negieren.

      • 1) Das empfindest du als hochwissenschaftlich?
        2.)>“Inwiefern ist dein Klischee (“Frauen sind vorsichtiger und zerdeppern das Auto nicht”) besser als das angeführte Klischee “Männer parken besser ein”? Beide sind biologisch begründet.“

        Beide sind nicht nur biologisch begründet, aber wenn man tatsächlich als Laie aussagen über den Testosteronspiegel machen kann, spielt die Biologie sicher eine Rolle.
        Der Hormonspiegel passt sich zum Teil aber auch äußeren und inneren Umständen an.
        Gibt schließlich auch vorsichtige Männer und risikobereite Frauen, oder nicht?

        >“Ganz häufig bei Feministinnen, ein feministisch unerwünschtes “Klischee” wird relativiert, indem man ein als okay befundenes “Klischee” anführt.“

        Ganz häufig wird geschriebenes so verstanden, wie man es gerne verstehen möchte. Ich geb zu, ganz ohne hab ich meinen Kommentar auch nicht verfasst.
        Schließlich werden so Männer-Frauengeschichten doch meist dazu verwendet sowas auszusagen wie „Hey, kannste ma sehen! Männer können besser einparken als Frauen“
        Und nicht „Hey, kannste mal sehen, Frauen gehen sehr viel sorgsamer mit ihrem Auto um als Männer“.

        Hat beides Vor- und Nachteile.

        >“Ganz häufig bei Feministinnen, ein feministisch unerwünschtes “Klischee” wird relativiert, indem man ein als okay befundenes “Klischee” anführt. “

        Naja, du führst auch ein erwünschtes „Männerklischee“ an, um ein unerwünschtes „Männerklischee“ zu relativieren. Das ist überhaupt sehr häufig im menschlichen Verhalten zu beobachten.

        Erwünscht: Männer können besser räumlich Denken.
        Unerwünscht: Männer machen unter Umständen schneller was kaputt wegen riskanterem Verhalten

        (Unausgesprochen: Ein Risikobereitschaft kann auch Vorteile haben, vorsichtiges Verhalten auch Nachteile. Ebenso gibt es mit Sicherheit auch etwas, was Frauen können um schlechteres räumliches Vorstellungsvermögen zu kompensieren, was Männer vielleicht nicht können).

        Oder ist das ein Problem, wenn ich der Meinung bin, dass Männlein und Weiblein sich unter’m Strich gut ergänzen können, weil jeder Fähigkeiten mitbringt, die der andere vielleicht nicht hat?

        >“Das ist wohl klassischer Differenzfeminismus, der aber eben auch häufig bei Genderfeministinnen durchscheint die eigentlich alle Unterschiede negieren.“

        Ich kenn mich mit den großen feministischen Strömungen nicht so gut aus. Nur, mal rein von den Begriffen her gedacht:
        Entweder sind Männlein und Weiblein unterschiedlich (Differenz)
        oder es gibt keine Unterschiede („Gender“, nach deiner Ansicht).

        Wie wäre es mit: Teils/Teils?

        Außerdem hab ich das Genderkonzept bisher anders verstanden. Wiki schreibt dazu:
        „Der Begriff Gender bezeichnet das soziale oder psychologische Geschlecht einer Person im Unterschied zu ihrem biologischen Geschlecht (engl. sex). Der Begriff wurde aus dem Englischen übernommen, um auch im Deutschen die Unterscheidung zwischen sozialem (gender) und biologischem (sex) Geschlecht treffen zu können, da das deutsche Wort Geschlecht in beiden Bedeutungen verwendet wird“
        Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gender

        Ich hab keine Ahnung was Genderfenistinnen daraus machen, aber „Gender“ heißt für mich nicht, dass alle Unterschiede negiert werden. Es wird eher negiert dass alle Verhaltensweisen eines Geschlechts „angeboren“/genetisch „festgelegt“ sind, sondern dass sich manches erst durch interaktion mit dem persönlichen Umfeld angeeignet wird.

        Und selbst wenn Unterschiede erst entwickelt oder angeeignet werden, sind sie ja nicht negiert. Sie existieren ja trotzdem, nur könnte es theoretisch auch ganz anders sein.
        Für mich steckt da auch noch die große Frage nach den Wertzuschreibungen hinter. Damals hat quasi Gott gesagt, was „gut“ und was „schlecht“ ist, das konzept lässt sich aber nicht einfach so auf die Biologie übertragen, was denn nun für den Homo sapiens „gut“ und was „schlecht“ sein soll. Das sagt die Biologie uns nicht, die Soziologie bzw Psychologie aber auch nicht.

        Hm

      • 1) Das empfindest du als hochwissenschaftlich?
        Natürlich nicht. Ich versteh nur den Punkt nicht, sich darüber aufzuregen, dass irgendjemand „Pillepalle“ schreibt, denn dann wird es Pillepalle zum Quadrat.


        Gibt schließlich auch vorsichtige Männer und risikobereite Frauen, oder nicht?

        Trivial, ich dachte es sei bekannt dass man immer über den Schnitt redet.


        Schließlich werden so Männer-Frauengeschichten doch meist dazu verwendet sowas auszusagen wie “Hey, kannste ma sehen! Männer können besser einparken als Frauen”
        Und nicht “Hey, kannste mal sehen, Frauen gehen sehr viel sorgsamer mit ihrem Auto um als Männer”.

        Damit bestätigst du mich ja. Das zweite Klischee ist okay, da es eben Frauen besser darstellt als Männer (übrigens ist das Klischee im Bezug auf Vorsichtigkeit mit Autos erfunden, denn Beulen und Kratzer beim Einparken sind eher „typisch Frau“, was jetzt mal ein weiteres unbelegtes Klischee ist)

        Erwünscht: Männer können besser räumlich Denken.

        Nicht erwünscht, sondern empirisch belegt. Verstehst du den Unterschied?


        Unerwünscht: Männer machen unter Umständen schneller was kaputt wegen riskanterem Verhalten

        Das ist für mich nicht unerwünscht, ich habe ja auch nicht ein solches Problem mit „Klischees“ wie du. Du bist diejenige die ein Klischee verurteilt hat um ein anderes anzuführen. Womöglich hast du ja recht mit den Männern und ihrer Vorsichtigkeit, nur musst du dann zugeben selbst Klischees zu bemühen, was du ja angeblich nicht willst.

        Oder ist das ein Problem, wenn ich der Meinung bin, dass Männlein und Weiblein sich unter’m Strich gut ergänzen können, weil jeder Fähigkeiten mitbringt, die der andere vielleicht nicht hat?

        Nein, diese Position teile ich sogar voll und ganz! (überrascht? 😉

        Das Genderkonzept hast du ganz gut und richtig zusammengefasst. Ergänzend vielleicht: in der Genderforschung wird in der Regel davon ausgegangen, dass nur rein körperliche Unterschiede (oder als Extremposition nicht mal die) angeboren sind, teilweise wird diese „Erkenntnis“ sogar als nicht-hinterfragbare Grundannahme verwendet.

        die Soziologie bzw Psychologie aber auch nicht.

        Lassen wir mal die Psychologie aus dem Spiel, die da noch recht wenig ideologisiert ist. Die Soziologie bezieht ganz klar Stellung, was „gut“ ist meiner Ansicht nach.

    • Punkt 2 spielt sicher mit rein. Als ich mir vor kurzem das Auto meiner Oma leihen wollte (ich selbst hab leider keins), kamen regelrechte Panikreaktionen. „Fahr das bloß nicht kaputt, ich bin zu alt um mir noch ein neues Auto leisten zu können!“
      Dabei habe ich in den 9 Jahren, in denen ich den Führerschein habe, nur ein einziges Mal einen kleineren Unfall gebaut. Mein älterer Cousin dagegen schon mehrere. Aber dem hätte sie so einen Spruch sicher nicht mit auf den Weg gegeben.

      Am ärgerlichsten aber, dass mir der Spruch tatsächlich so viel Angst gemacht hat, dass ich die Fahrt mehr oder weniger durchgezittert habe. Da half auch der Gedanke nichts, dass ich eigentlich eine gute Fahrerin bin (wenn ich auch tatsächlich nicht gut rückwärts einparken kann, weil ich das seit der Fahrschule kaum mehr gemacht habe).

      Ich denke, das hat einiges von einer Selbsterfüllenden Prophezeiung.

      • @ Robin

        Na ja, wenn ich der von David verlinkten Studie folge, beginnt die sich selbsterfüllende Prophezeiung mit einer realistischen Selbstwahrnehnung.

        Frauen haben ein schlechteres räumliches Vorstellungsvermögen und parken daher auch schlechter ein, im Schnitt, als Männer.

        Was wiederum zu weniger Selbstsicherheit führt, die das Leistungsvermögen beim Einparken weiter verschlechtert.

        Und nun auch noch die Oma.

        Ich sehe: Die Welt ist ein garstiger Ort für Frauen.

      • Du kannst da gerne drüber lachen. Allerdings regst du dich ja auch so schön drüber auf, dass solche Parkplätze unrealistische Erwartungen schüren, was das fahrerische Können von Männern angeht. Du hältst das für Diskriminierung.

        Ich sage: Es ist tatsächlich Diskriminierung! Allerdings fußt diese auf einem positiven Klischee, während die angebliche Unfähigkeit der Frau zum Einparken ein eindeutig negatives Klischee ist. Wenn ich mich entscheiden könnte, welches Klischee auf meine Person angewendet werden soll, würde ich mich jederzeit für das positive Klischee entscheiden.
        Lieber ein paar Erwartungen enttäuschen, als von vorne herein nicht für voll genommen zu werden.

        Aber Diskriminierung ist ja immer nur Diskriminierung, wenn Männer betroffen sind.

      • @ Robin

        Wenn man von Klischees redet, muss man zuerst klären, inwieweit Klischees einen wahren Kern enthalten.

        Der ist nämlich oft der Grund, warum sich Klischees überhaupt erst bilden und zu echten Klischees werden können: Sie bergen Realität, allerdings in vergröberter, verwaschener, verabsolutierender Form.

        Sie fassen ungeordnete, unsystematische „Volksempirie“, nichtsdestotrotz Empirie.

        Wären Klischees reine Phantasieprodukte wären, denen die Realität ständig fundamental widerspräche, könnten sie sich nicht verbreiten und halten.

      • „Sie fassen ungeordnete, unsystematische “Volksempirie”, nichtsdestotrotz Empirie.“

        Naja, ich denke es kommt auch immer drauf an, wo man sich selbst sieht: entspreche ich dem Klischee oder nicht?
        Bin ich quasi jemand, der das Klischee bestätigt oder ein „Außenseiter“?

        Bestätigt mich das Klischee, möchte ich das Klischee auf „meine Gruppe“ als „Allgemeingültig“ oder „Allgemeinwissen“ festigen.
        Bin ich aber Außenseiter, werd ich mich eher gegen diese Art Pauschalisierung wehren und empfinden, dass das ja garnicht so großflächig zutrifft.

        Ist genauso wie bei Schülern, die in Klassenarbeiten mit nem Spickzettel arbeiten oder anderwertig „betrügen“. Die gehen davon aus, dass mehr Mitschüler das gleiche machen.
        Faire Schüler die das nicht machen, schätzen ihre Mitschüler durchschnittlich auch fairer ein.

        Die Selbsteinschätzung beeinflusst die Fremdeinschätzung, nur werden die Beteiligten bei der „Volksempirie“ sich dessen nicht bewusst sein, was die Ergebnisse verfälscht.

        Naja, Klischees reproduzieren sich ja auch selbst, wie Robin schon schrieb: Selbsterfüllende Prophezeihung.
        Quasi Placeboeffekt.

  5. Endlich wird die Politik wieder normal – da kommt Männerfreude (und die Freude netter Frauen) auf. Hab ich nichts gegen, häufiger rückwärts einparken zu müssen als Frauen, solange sich dafür die Gleichstellungstusse mit ihrem Gender-Abschluss ärgert. Das ist es wert!

    • Ich parke schon seit einiger Zeit konsequent
      extra auf Frauenparkplätzen.
      Bevor bei mir die volle Wirkung besagter Pille
      eingesetzt hat, habe ich das auch schon in
      Ausnahmefällen getan, wenn zB. keine anderen
      mehr frei waren. Aber immer mit einem schlechten
      Gewissen und beim Wegfahren immer geschaut
      dass nicht gerade neben mir Frauen ins Auto
      steigen plus eine feige Ausrede parat, falls
      mich jemand zur Rede gestellt hätte.
      Heute hätte ich auch ein paar Sprüche im
      Köcher um Leute die mich anfixen möchten,
      ob Tussen, Manginas, Lila Pudel oder
      Weisse Ritter, frisch zu machen.
      Leider sind diese Gelegenheiten recht
      selten. 🙂
      Dabei war ich früher so ein netter Junge.

      • Leider sind diese Gelegenheiten recht
        selten. 🙂

        Manchmal hilft ja die freundlich-unschuldige Frage, ob denn alles in Ordnung sei, weiter 😀

  6. Eine imho lustige Aktion, die hervorragend die Konsequenz aus Frauenparkplätzen demonstriert: Wenn Frauen eigene, besondere Parkplätze brauchen, dann kann man wohl ihre Fahrfertigkeiten nicht ganz ernst nehmen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.