FC Siewillja und die Rape Culture

Die Uni Göttingen hat eine studentische Fußballliga, an der die dortigen Studenten mit eigenen Teams teilnehmen können. Wie bei solchen nicht so ernsten Turnieren üblich, haben sich die Teams Fantasienamen gegeben, unter denen sie auflaufen.

Einige dieser Namen haben jetzt für Aufsehen gesorgt, weil sie sexistisch sein sollen.

Die Uni-Liga ist eine Spaßliga. Doch gerade lernt sie die Grenzen von Humor kennen. In diesen Tagen wird nämlich nicht nur lustig rumgekickt. Es wird ernst und scharf diskutiert – über Teamnamen, Sexismus und Zensur.

All das begann mit einem kritischen Kommentar über den Teamnamen „FC Siewillja“ auf der Facebookseite der Mannschaft. Eine Kommilitonin der Fußballer beschwerte sich dort öffentlich über den Mannschaftsnamen und das Wappen: Eine halbnackte Frau und ein Fußball. Die Fußballer wiesen den Vorwurf zurück, und plötzlich war sie da, die heftige Sexismusdebatte.

Und diese wurde durch das Internet und entsprechende Gruppen noch weiter aufgeheizt:

Innerhalb von wenigen Stunden erschienen Dutzende neue Kommentare auf der Seite der Mannschaft, viele nutzten den Mantel der Anonymität im Internet, um ihre Meinung zu sagen. Mitten in der Diskussion auf Facebook tauchte plötzlich auch ein offizielles Gremium der Universität auf: Das Gleichstellungsbüro der Sozialwissenschaftlichen Fakultät schaltete sich ein. „Liebe FeministInnen“, beginnt der Kommentar des Büros, nach einer knappen Zusammenfassung wird aufgerufen, die Studentin zu unterstützen, „da sie sonst im Jahrgang isoliert ist und alleine gegen die Männer von der Mannschaft ist. Los geht’s!“

Die Uni-Kicker waren überfordert: „Wir hatten uns bei der Kommilitonin schon entschuldigt, aber auf einmal kamen massive Anschuldigungen. Es hieß, wir würden Frauen runterstufen und sexuelle Übergriffe verherrlichen“, sagt Koch. Der Schlagabtausch war zunächst auf der Facebook-Seite des „FC Siewillja“ für jedermann einsehbar. Inzwischen aber haben Koch und seine Mitstreiter viele kritische Kommentare von der Seite gelöscht.

Die Turnierleitung hat angekündigt in der kommenden Saison bei der Zulassung der Namen vorsichtiger zu sein. Das immerhin verdient Lob:

Die Gleichstellungsbeauftragte der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Christina Klöckner, begrüßt diese Entscheidung der Uni-Liga. „Die Teamnamen künftig auf sexistische Inhalte zu kontrollieren, ist ein erster, wichtiger Schritt“, sagt sie. Zudem sei eine längst überfällige Debatte endlich ins Rollen gekommen. „Wenn ein Team-Name wie ‚FC Siewillja‘ als lustiges Wortspiel gedeutet wird, wird das Klima, in dem ein solcher Name zustande kommt, ausgeblendet und die Deutungsmacht, ob ein Name oder eine Handlung grenzüberschreitend ist, der überlegenen Machtposition überlassen.“ Die überlegene Machtposition – damit meint Klöckner die Männer.

Da ist sie wieder, die Deutungsmacht. Und danach muss der Name eben schlecht sein, ebenso wie die Abbildung einer nackten Frau.

Denn eine Frau, die will, das ist erst einmal etwas sexistisches. Es beeinhaltet anscheinend sofort die Assoziation, dass sie diesen Willen eigentlich nicht äußert. Die Aussage, dass eine Frau will, beeinhaltet hier anscheinend in dem Opferdenken, dass sie diesen Willen nicht äußert oder er ihr angedichtet wird. Es ist quasi ein Aufruf zur Vergewaltigung, denn was sonst soll die Feststellung, dass sie ja will bedeuten? Es ist also eine klare Förderung der Rape Culture. Und das ist ein Herrschaftsinstrument der Männer.

Interessanterweise hat die Mädchenmannschaft in einem Bericht ein paar Reaktionen von der Seite des FC Siewillja bei Facebook:

Und ich würde laut Fremdwahrnehmung einiger Eurer Face­book-Fans wohl in die Schublade “weltfremde Eman­ze” gehören, oder als jemand identifiziert werden “der (sic) sich davon diskriminiert fühlt sucht entweder ver­zweifelt Aufmerksamkeit und Probleme oder hat ander­weitige schwer­wiegende Probleme und Störungen die er/sie damit zu über­spielen versucht!” Und wahrscheinlich passe ich auch in das Töpfchen “Diesem Gender­quatsch und diesen Feministinnen muss endlich einhalt geboten werden! Die Vorwürfe sind absurd und lächerlich! Nicht den Namen ändern! Also Frau würde ich mich eher schämen, von so hirnverbrannten an der Uni vertreten zu werden. Das ganze gleich schon einer Gehirnwäsche!”

Da sieht man schön die von Feministinnen oft kritisierte Abwehrhaltung. Oder die normale Reaktion innerhalb von Leuten, die mit dem Genderbereich bisher noch keine Erfahrungen haben. Eins von beidem.

Und noch schlimmer: Auf dem Teamfoto der Mannschaft sind sogar zwei Frauen als Teil dieser Mannschaft zu sehen. Die wollten den Namen „FC Siewillja“ bestimmt nicht. Die wurden unterdrückt.

51 Gedanken zu “FC Siewillja und die Rape Culture

  1. Ja… wahrlich schrecklich… Ich komm mir vor wie im Kindergarten. „Frau Bröhmelchen, Frau Bröhmelchen er hat Arschloch gesagt!“

    So ne Leute kann man einfach nur ignorieren. Auf die eigehen nützt auch nichts, denn dann bestätigt man eh nur ihr obskures Weltbild und sie machen trotzdem weiter.
    Himmel, die selben Leute die sich öffentlich über gewaltsame Penektomien freuen, haben ein Problem mit so ner Kinderkacke.

    Ich weiß echt nicht wo man da eine Überlegene Machtposition erkennen kann, wenn man gezwungen werden kann den Namen wegen ein paar über verletzlichen Femanzen zu ändern. Vielleicht sollten die ihre tolle Diskursanalyse mal auf ihr eigenes Verhalten und den eigenen Erfolg anwenden. Das ganze sieht nämlich deutlich nach hegemonialem Feminismus aus und nicht nach Rape Culture.

  2. Die Gleichstellungsbeauftragte der Sozialwissenschaftlichen Fakultät Christina Klöckner schreibt ja u.a.:

    „Die Teamnamen künftig auf sexistische Inhalte zu kontrollieren, ist ein erster, wichtiger Schritt“, sagt sie. Zudem sei eine längst überfällige Debatte endlich ins Rollen gekommen. „Wenn ein Team-Name wie ‚FC Siewillja‘ als lustiges Wortspiel gedeutet wird, wird das Klima, in dem ein solcher Name zustande kommt, ausgeblendet und die Deutungsmacht, ob ein Name oder eine Handlung grenzüberschreitend ist, der überlegenen Machtposition überlassen.“ Die überlegene Machtposition – damit meint Klöckner die Männer.

    Beim Namen „Siewillja“ wäre ja einmal zu prüfen, ob es sich hier um Sexismus handelt.
    Wenn wir mal die eher allgemeine Definition von Wikipedia über Sexismus nehmen, dann heisst es dort:

    „Unter Sexismus versteht man die soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit und weist ihnen auf dieser Basis unterschiedliche Rechte und Pflichten zu.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

    Nun, die Unterteilung von Menschen in Frauen und Männern ist ja in dieser Definition noch nicht sexistisch (dies wäre es wohl eher im postfeministischen Diskurs, der dürfte jedoch sicherlich keine Mehrheit in der gegenwärtigen Gesellschaft haben). Die Frage besteht nun also, ob durch den Namen „FC Siewillja“ Frauen und Männern unterschiedliche Rechte und Pflichten zugewiesen werden. Dies ist m.E. zu verneinen.

    Jetzt könnte man sich weiter fragen, ob hier eine diskriminierende Rollenzuschreibung stattfindet? Wird hier den Frauen pauschal eine diskriminierende Rollenzuschreibung zugeschrieben? Und was genau würde ihnen denn zugeschrieben? Dass Frauen aus eigenem Willen Sex wollen? Und wenn man dies bejahen würde, was genau wäre dann daran diskriminierend oder abwertend?

    Kommen wir zu der Deutungsmacht und den Männern.
    Beim Konzept der Deutungsmacht wird es ja quasi als Frechheit betrachtet, wenn eine machtstärkere Gruppe einer machtschwächeren Gruppe zuschreibt, wie sie ist oder wie sie sich zu verhalten hat oder wann eine Grenzüberschreitung stattfindet etc. Nicht die machtstärkere Gruppe hat zu entscheiden, wann eine Grenzverletzung stattfindet, sondern die machtschwächere Gruppe soll quasi entscheiden, wann eine Grenzverletzung stattgefunden hat: eben, die Macht der Deutung, was eine Grenzverletzung ist und wann diese überschritten ist, soll die machtschwächere Gruppe entscheiden.

    Schauen wir uns das Konzept der Deutungsmacht aus der Perspektive von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hat.

    In einer Demokratie bestimmt im Idealfall die Mehrheit der stimm- oder wahlberechtigten Bürger darüber, welche Gesetze eingeführt werden und welche nicht und nicht die Minderheit. Volk und Legislative sind also die gesetzgebende Instanz. Die Mehrheit des Volkes oder der Legislative bestimmt also, was eine Grenzverletzung ist und was nicht. Das Konzept der Deutungsmacht will quasi demokratische Prozesse aushöhlen, indem gesagt wird: Nicht die Mehrheit hat zu bestimmen, welche Gesetze eingeführt werden, sondern eine machtschwächere Gruppe und dies eben unter Umgebung von demokratischen Strukturen und Prozesse.

    M.E. muss also das Konzept der Deutungsmacht vor allem unter demokratischen und rechtsstaatlichen Gesichtspunkten analysiert, problematisiert und kritisiert werden. Weil so wie es gewisse Feministinnen anwenden, führt dies, überspitzt gesagt, zu einer Diktatur der Minderprivilegierten, der Minderheit oder Machtschwächeren.

    Um beim konkreten Beispiel zu bleiben: Schlussendlich hat das Volk (der Souverän) oder die Legislative in einem Mehrheitsentscheid zu bestimmen, ob es quasi eine Sexismusstrafnorm geben soll und welche Verhalten dann unter diese Strafnorm fallen und ganz sicherlich nicht eine Minderheit, auch wenn sie ev. von einer solchen Sexismusstrafnorm extrem profitieren würde.

    Ich finde es ja auch erstaunlich, dass auf Mädchenmannschaft.net, wo dieser Spiegelartikel auch diskutiert wurde, niemand ausformuliert, was denn nun genau an dem „FC Siewillja“ sexistisch sein soll und zwar ganz konkret und nicht mit dem „Herumschmeissen“ von abstrakten und inflationären Begrifflichkeiten, die alles und nichts erklären.

    • @chomsky

      Ich finde es auch schade, dass das ausdrückliche Begründen, warum etwas sexistisch ist, leider nicht häufig erfolgt. Da reicht es mitunter schon, wenn da irgendwie eine Frau abgebildet ist, die sexy aussieht und das war es.

      Hier allerdings ist es wohl recht klar, was nach feministischer Denkweise daran sexistisch ist. Ich denke mal es wird eher die folgende Sexismusdefinition benutzt:

      „Sexismus bedeutet jede Tat, Äußerung, Strategie oder institutionelle Handlung, die Unterdrückung und Marginalisierung einer Person oder Gruppe aufgrund ihres Geschlechts bewirkt und fortschreibt“

      (habe ich aus einem Kommentar hier)

      Und hier wird eben sexuelle Gewalt gegen Frauen fortgeschrieben, indem diese als Objekt sexueller Lust dargestellt wird, die „ja will“, was eine nicht ausdrücklich von ihr zugewiesene Lust unterstellt, die eine Vergewaltigung oder andere sexuelle Gewalt rechtfertigen könnte. Diese Bedeutung wird durch die Nähe zum typischen Vergewaltigungsgegenargument „die wollte das doch“ aus dieser Sicht noch betont.

      Da „sie will ja“ aus einer Sicht, die die Rape Culture als eines der wichtigsten Machtmittel der hetereonormativen Männlichkeit begreift, nichts anderes bedeuteten kann, ist eine Erklärung fast unnötig.

      • “Sexismus bedeutet jede Tat, Äußerung, Strategie oder institutionelle Handlung, die Unterdrückung und Marginalisierung einer Person oder Gruppe aufgrund ihres Geschlechts bewirkt und fortschreibt”

        Und wenn man fragt, was denn eigentlich unter Unterdrückung und Marginalisierung genau zu verstehen ist, wird man darauf verweisen, dass das nur die Unterdrückten und Marginalisierten selber bestimmen könnten. Also wer sagt: Ich fühle mich unterdrückt“, der ist objektiv unterdrückt (und hat ein Recht auf Entschädigung).

        Oder, noch besser, die Diskussion wird verweigert mit der Begründung, es handle sich um reines Abwehrverhalten.

        • @El Mocho

          Gerade die Verbindung von sehr weiten Begriffen wie „Unterdrückung und Marginalisierung“ und „bewirken und fortschreiben“ ist in Verbindung mit einer Ideologie, nach der jedes geschlechtliche Tun eine Fortschreibung der Geschlechterrolle ist und damit über die Stützung dieser auch immer eine freie Entfaltung oder ein Abweichen marginalisiert wird, überaus anfällig für übertriebene Situationen, weil alles immer als „das Kleine schafft das Große“ und „es sind die Kleinigkeiten, die für die große Struktur stehen und sie erzeugen“ abgehandelt werden kann. Damit ist das private eben immer auch politisch. Nimmt man dann noch die Deutungshoheit dazu, die die Bewertung vollends der Objektivität entzieht und Diskussion/Widerspruch unmöglich macht, dann ist Sexismus überall und alles kritikwürdig.

      • @Christian

        Deine Ableitungen mögen stimmig sein, nur hebelt das meine demokratische und rechtsstaatliche Kritik an der Deutungsmacht keineswegs aus. Zumindest bei uns in der Schweiz bestimmt schlussendlich nicht eine Gleichstellungsbeauftragte, was Sexismus ist oder nicht und auch kein Konzept der Deutungsmacht.
        Wir haben hier in der Schweiz z.B. eine Rassismusstrafnorm.
        Das Volk (der Souverän) hat schlussendlich in einem demokratischen Entscheid darüber abgestimmt, ob eine Rassismusstrafnorm eingeführt werden soll (gesetzgebende Gewalt). Exekutive hat die Rassismusstrafnorm umgesetzt (exektuve Gewalt) und Judikative (Rechtsprechung) wird von Fall zu Fall zu prüfen haben, ob ein gewisses Verhalten das Gesetz verletzt hat oder nicht.
        Und eine Gleichstellungsbeauftragte oder Datenschutzbeauftragte oder was es sonst noch alles für Beauftragte gibt, hat bei uns weder legislative, noch exekutive noch eine judikative Funktion. Eine solche Stelle kann Empfehlungen abgeben und wird im Vernehmlassungsverfahren etc. eingebunden, aber schlussendlich hat eine solche Stelle bei uns keine Entscheidungsbefugnisse.

      • @Christian

        Du schreibst:

        „nach der jedes geschlechtliche Tun“

        Kommentar:

        Mich würde mal interessieren, was unter dieserm „geschlechtlichen Tun“ denn eigentlich genau verstanden wird – rein abstrakt und dann konkret. Kannst Du mir das mal erklären?

        • @Chomsky

          Du willst eine begrenzende Definition, wenn jedes Verhalten Ausdruck der gesellschaftlichen Normen sind, die an die Menschen herangetragen werden? Das ist ja schon Abwehrverhalten 😉

          Eine Eingrenzung des Tuns ist natürlich in dieser Gedankenwelt nicht möglich. Alles kann geschlechtliches Tun und damit Sexismus sein: Der Mann, der Unterhalt an seine Frau zahlt ist Bestandteil der heteronormativen patriarchalischen Gesellschaft, die der Frau die Erwerbstätigkeit abspricht, Erwerbstätigkeit als männlich definiert und damit die Abhängigkeit der Frau fördert, also ist Unterhalt wohlwollender Sexismus (benevolent Sexism). Um so schlimmer, wenn der Frau ihre eigene Machtlosigkeit noch mehr vorgeführt wird, indem sie sich hierzu an das patriarchale Gerichtssystem wenden muss, welches sich stellvertretend als männlicher Beschützer und Versorger aufspielt und sie damit indirekt dazu zwingt, ihre Unterdrückung zu stützen und zu fördern.

    • „Das Konzept der Deutungsmacht will quasi demokratische Prozesse aushöhlen, indem gesagt wird: Nicht die Mehrheit hat zu bestimmen, welche Gesetze eingeführt werden, sondern eine machtschwächere Gruppe und dies eben unter Umgebung von demokratischen Strukturen und Prozesse. “

      Gut erkannt. Willkommen in der Postdemokratie.

      Ist ungefähr das gleiche, als wenn man die Griechen nicht über das EU-Rettungsprogramm abstimmen lässt und stattdessen alles in Olitikerzirkeln auskungelt.

    • @El_Mocho

      Wir ich in diesem Blog an irgendeiner anderen Stelle schon einmal gesagt habe, scheint mir ohnehin: „Das Private ist politisch“ wird letztlich zu einer Privatisierung des Politischen oder des Öffentlichen. Alle Diskriminierungsfragen scheinen sich so radikal auf das subjektive Empfinden zu richten, dass der öffentliche Raum letztlich zu einem Raum wird auf den bestimmte Gruppen eine Art Privatrechtsanspruch erheben, weil sie ihre Gefühle (die natürlich alle überaus bedeutsam sind) durch das Handeln von anderen Menschen in diesem Raum verletzt sehen. Antidiskriminierung ist daher eigentlich ein Anspruch auf ein Ausschlussrecht für die Nutzung der Öffentlichkeit gegen bestimmte andere Menschen. Ich würde sagen, dass man das Privatisierung nennen muss.

      Und ja, das ist in der Tat etwas, was man Postdemokratie nennen kann. Denn damit einher geht natürlich eine Depolitisierung der Öffentlichkeit. Paradox ist also, dass die Radikalisierung als Ausdehnung des Politischen auf das Private letztlich zu einer Zerstörung des Politischen führt. Paradox ist es aber vor allem auch, weil es die politische Linke ist, die sich mit diesen Diskursen identifizieren kann bzw. die Quelle dieser Diskurse ist. Und es ist dieselbe Linke, die gegen den Neoliberalismus und gegen die Privatisierung im ökonomischen Sinn zu kämpfen vorgibt. Das macht mir die Sache zunehmend schwieriger begreifbar.

  3. @ Chomsky

    *“Die Teamnamen künftig auf sexistische Inhalte zu kontrollieren, ist ein erster, wichtiger Schritt”, sagt sie. Zudem sei eine längst überfällige Debatte endlich ins Rollen gekommen. “Wenn ein Team-Name wie ‘FC Siewillja’ als lustiges Wortspiel gedeutet wird, wird das Klima, in dem ein solcher Name zustande kommt, ausgeblendet und die Deutungsmacht, ob ein Name oder eine Handlung grenzüberschreitend ist, der überlegenen Machtposition überlassen.” Die überlegene Machtposition – damit meint Klöckner die Männer.*

    Die Einschaltung der Gleichstellungsbeauftragten, dem Politoffizier des Staatsfeminismus, ihre Einlassungen, sie haben ihr Gutes: Auch diese Studenten lernen den totalitären Anspruch des Staatsfeminismus, seinen autoritären Charakter, kennen, entlarven das Gutmenschengeschwätz, hinter dem sich all das verbirgt.
    Einne ganz normale Erziehungsdiktatur der Menschenverbesserer entstellt sich allmählich zur Kenntlichkeit, auch für die Naiveren, auch für die Gutgläubigen.

    Immer mehr Männer bemerken das in ihrem Alltag.

    Die Stimmung wird kippen.
    Die Frage ist nur noch, wann.

    Dazu auch ein Artikel auf FAZ online von Bettina Weiguny über die Stimmung unter Managern bei Frauenförderkonzernen, kommentiert von Arne Hoffmann:

    http://genderama.blogspot.de/2012/06/erste-folgen-der-frauenquote-werden.html

    Mein Mitleid mit diesen Karrieremännern hält sich durchaus in Grenzen, sie haben ja jahrzehntlang mit gespielt, mitgemacht, sich für diesen femizentrischen Staat und seine Frauenförderung engagiert, zumindest nicht hörbar protestiert für die Gleichberechtigung auch der Männer.

    Sie gehörten wohl zu jenen, die glaubten, das betreffe sie nicht.

    Wenn man nur ordentlich „modern“, „aufgeschlossen“ usw. sei, die ganze Phraseologie der neuen Menschheitsbeglücker mitbete, werde dieser Kelch an ihnen vorübergehen – aber nein.

    Es geht weiter und weiter, weil sie immer zu weit gehen, weil die innere Dynamik von Hass und Neid und Minderwertigkeitsgefühlen gar nichts anderes zulässt, dass sie sich „am Ende sogar auf Schnee schlafen legen müssen“.

    Wenn das ideologische Feuer ausgebrannt ist, die ProtagonistInnen verzehrt hat.

    Was wird schneller sein?

    Der Selbstverzehr einer Ideologie, die die Natur des Menschen verkennt und nur mit ungeheurer Anstrengung, gegen die eigene Grundströmung der allermeisten Männer und Frauen, durchhaltbar, die heftig gegen diese Strömung anrudern müssen, um nicht zurückzutreiben?

    Oder die offene Distanzierung so vieler Männer von diesem Wahn, dass er nicht mehr wirksam werden kann.
    Feminismus trägt sich wie gesagt keine Sekunde selbst.

    Er wird vor allem von Männern subventioniert und durchgesetzt.

    Aber die Revolution frisst doch immer mehr ihrer männlichen Kinder.

    Die weiblichen kommen auch noch dran, keine Sorge.

    Noch glaubt allerdings eine Frauenmehrheit, von den Privilegien, die die feministische Lobby ihnen zuschanzt, zu profitieren.

    Noch ist es angenehm, unter feministischen Auspizien Frau zu sein, auch wenn man selbst ideologisch keine Feministin ist.

    So läuft man doch mit, nimmt mit, was sich einem bietet, was einem geboten wird.

    Solange die Männer klaglos die Kosten tragen, warum denn nicht?

    Noch profitieren sie als Angehörige des zu entschädigenden „Opfergeschlechtes“, das glaubt von den „Tätermännern“ Reparationen verlangen zu können für an „DEN Frauen“ begangenes Unrecht, das gepämpert, geschont, abgeschirmt wird vom Kindergarten an, geschützt vor den bösen Jungen/Männern.

    Durch den besten Hausfreund der mordernen Frau, den femizentrischen Staat.

    Noch schluckt eine Männermehrheit die wachsende Wut im Alltag herunter, weil es ja unmännlich ist, sich zu beklagen.

    Noch trägt sie diesen Staat und finanziert ihn zum Großteil.

    Noch wirkt der Appell an diese Männer, explizit und implizi: „Trage es wie ein echter Kerl und halte das Maul Sei ritterlich! Von Frauen hat mann das hinzunehmen!“

    Aber die Wut wächst.

    Sie wird nur (noch) verhehlt.

    Irgendwann wird sie offenbar.

  4. Die Absurdität kann man sich vor Augen halten, wenn man überlegt dass ein Wortspiel a la „Siewillnicht“ exakt die selben Assoziationen und Reaktionen befüttert hätte.
    Neben der wieder mal offen gelegten verbiesterten Humorlosigkeit dieser zutiefst autoritären Sekte fällt eines auf bei Fällen wie diesem: der Sex-positive Anteil der Feministinnen ist eine spalterische Minderheit.
    Der überwiegende Teil hat eine ausgeprägte Phobie vor der Darstellung von heterosexuellem Sex. Jede noch so kleine sexuelle Anspielung scheint einen tiefsitzenden Minderwertigkeitskomplex und puren Hass zu „triggern“.
    Schon ein (vollkommen infantiler) aufblasbarer Penis genügt, um sich unterdrückt zu fühlen.

    Das schöne an solcher Hypersensitität ist ja, dass die Damen* gar nicht merken, wie sehr sie sich mit solchen Shitstorms öffentlich ins Aus stellen.

    Für jeden Spiegel-Leser, der aufgrund eines solchen Artikels eine feministische Einstellung übernimmt, wenden sich mindestens 20 mit Grausen davon ab.

    • @ David

      *Die Absurdität kann man sich vor Augen halten, wenn man überlegt dass ein Wortspiel a la “Siewillnicht” exakt die selben Assoziationen und Reaktionen befüttert hätte.
      Neben der wieder mal offen gelegten verbiesterten Humorlosigkeit dieser zutiefst autoritären Sekte fällt eines auf bei Fällen wie diesem: der Sex-positive Anteil der Feministinnen ist eine spalterische Minderheit.*

      Das wäre doch ein versöhnlicher Ausweg: Nächstes Jahr als Mannschaft „Sewilljanicht“ antreten.

      So hätte man den von der Gleichstellungsbeauftragten aufgestellten Geßlerhut gegrüßt und wäre doch nicht völlig eingeknickt.

      Solange Männer aber nicht klar und deutlich sagen: „WIR WOLLEN NICHT!“, wird das Spielchen weitergetrieben, Zentimeter um Zentimeter.

      Bis die ganze Chose über den Rand kippt.

      Hört auf, euch davor zu fürchten, als Sexisten, Frauenfeinde, etc. beschimpft zu werden.

      Das muss man den Jungs sagen.

      Das sind Ehrentitel.

      Von einer Feministin Sexist und Frauenfeind genannt zu werden ziert den Mann.

      So wie es ein Ehrentitel war, im Kommunismus als Feind der Arbeiterklasse denunziert zu werden, als korrupter Bourgeois oder asoziales Element.

      Akzeptiert die angemaßte Definitionsmacht der IdeologInnen nicht länger.

      Dekonstruiert sie.

      Lasst die Luft aus dem aufgeblasenen Ballon.

      • @Roslin

        Solange Männer aber nicht klar und deutlich sagen: “WIR WOLLEN NICHT!”, wird das Spielchen weitergetrieben, Zentimeter um Zentimeter.

        Da muss man dem Meister ausnahmsweise mal Recht geben. Es wird Stück für Stück eine Atmosphäre der Angst geschaffen und immer mehr Verhalten als sexistische Geste interpretiert.
        So wird der öffentliche Raum immer mehr zum Gefängnishof. Und das ständige Hinterfragen und „Framen“ des Verhaltens beschneidet immer weiter die Bewegungsfreiheit und soll schon präventiv einschüchtern. Christian hat ja schon über dieses Genderseminar berichtet. Veranstaltungen, wie „Macker Massaker“ runden das Bild ab, in welche Richtung das Ganze geht. Der Begriff „Rape Culture“ impliziert ja den Mann als pauschalen Verbrecher als der er sich zu sehen hat. Mlgw. hilft den Femis wirklich nur eine Schocktherapie, um ihnen bei der Menschwerdung zu helfen.

  5. @Roslin

    Ich bin auch gerade am dekonstruieren und zwar wie folgt:

    @Roslin

    Wenn man ja gewisse Konzepte des subkulturellen Radikalfeminismus genau betrachtet, so werden sich diese ganz sicherlich nicht durchsetzen. Das wird insbesondere für das Konzept der Deutungsmacht wie für das Konzept der Standpunkttheorie gelten.

    Habe mir gerade gestern wieder einmal ein neues Buch über die Methoden der empirischen Sozialforschung gekauft, dort heisst es über die feministische Sozialforschung und Wissenschaftstheorie:

    „Bei „feministischen Ansätzen“ handelt es sich zwar teilweise um empirische Beschreibungen gesellschaftlicher Verhältnisse, diese Beschreibungen werden aber mit Werturteilen und politischen Strategien vermischt. Da keine Trennung von Beschreibungen, Erklärungen, Werturteilen, Hoffnungen und wünschen erfolgt, sind solche Aussagen einer systematischen empirischen und theoretischen Analyse und rationalen wissenschaftlichen Diskussion nur schwerlich zugänglich. Theoretische Aussagen im Sinne von „Wenn-Dann-Sätzen“ oder Allsätzen sind jedoch selten zu identifizieren. Damit handelt es sich bei „feministischen Ansätzen“ nicht um Theorien im Sinne der analytischen Wissenschaftstheorie. In der Soziologie werden Schlagworte wie z.B. „feministischer Ansatz“ häufig auch als „Paradigmen“ bezeichnet (…). Diese Bezeichnung ist falsch. Paradigmen beinhalten immer auch empirisch bewährte Theorien, die hier aber fehlen.…

    Die wissenschaftstheoretische Kritik „feministischer Ansätze“ bezieht sich weiterhin auf die Vermischung von Entdeckungs- und Begründungszusammenhang: Aus der möglichen Tatsache, dass Wissenschaftler andere Themen als Wissenschaftlerinnen untersuchen, lässt sich nichts über die Gültigkeit der gewonnenen Ergebnisse folgern. Die Wahl des Forschungsthemas ist sicherlich von vielen Faktoren abhängig, so z.B. auch durch (sicherlich auch sozial definiertes) „Geschlecht“. Aus dieser möglichen Tatsache lässt sich aber nicht die Forderung nach speziellen Forschungsthemen logisch herleiten; dies ist eine letztlich politische Forderung und aus empirischen Gegebenheiten nicht ableitbar.

    Der dritte wissenschaftstheoretische Kritikpunkt bezieht sich auf die vorgebliche Verwendung spezieller Datenerhebungs- oder Datenanalysemethoden. Die hierbei anzulegenden Gütekriterien sind aber in keiner Weise „geschlechtsabhängig“; Gütekriterien wissenschaftlicher Forschung sind universell gültig. (…)…

    Bei „feministischen Ansätzen“ handelt es sich also weder um eine eigenständige wissenschaftstheoretische Position, noch um eine inhaltliche Theorie (also kein „Paradigma“), noch um eigenständige methodische Erkenntnisse oder Verfahren.“ (Schnell, Rainer/Hill, Paul B./Esser, Elke 2011: Methoden der empirischen Sozialforschung, München, S. 109 f.)

    • der eigentlich witz an „deutungsmacht“ und „privilegientheorie“ ist, dass jemand mit deutungsmacht dadurch in den genuss von privilegien kommt, die er laut privilegientheorie nicht erkennt, aber reflektieren müsste.

      • @hottehü

        Das dortige Gegenargument ist ja „Privilegien“ kann eine Minderheit gegenüber einer Mehrheit nicht haben. Demnach kann Deutungsmacht einer Minderheit nie eine Privilegierung sein. Es fehlt dabei die Machtposition, die nur die Mehrheit hat.
        (das das falsch ist, wenn die Deutungsmacht tatsächlich effektiv eingesetzt und akzeptiert ist, wird dabei ausgeblendet)

      • Die Sache hat nur einen Haken: Die Definitionsmacht ist selbst nicht nur ein Privileg, sondern verkehrt die (angeblichen) Machtverhältnisse ins Gegenteil.
        Womit dieses Konzept als Selbstwiderspruch entlarvt wäre.

      • @Christian: Dann ist doch die Feministische Theorie qua Definition schon unlogisch. Männer sind statistisch in der Minderheit, also können Männer nicht priviligiert sein.
        Ich hasse diese Unehrlichkeit. Wenn man nämlich die Diskursanalyse auf Feminismus + Rest der Gesellschaft anwendet, dann sieht man ganz klar, wer hier eigentlich die Privilegien im Diskurs hat.
        Die mediale Definitionsmacht liegt nämlich nicht bei einem nicht existierenden Patriarchat, sondern bei dem der am effektivsten laut schreit, und das sind die FeministInnen.

        Die Deutungsmacht der Mehrheit zuzuschreiben ist sowieso schon mal illusiorisch. Die Deutungsmacht hat der, der am effektivsten die Mehrheit indoktrinieren kann. Während eine männlich pariarchale Weltverschwörung diese Macht haben könnte, gäbe sie es denn, wie die Feministinnen das so vermuten, gibt es sie aber halt einfach nicht. Entsprechend haben hier ganz klar die Frauenbeauftragten und ihre Journalistischen Feministischen Anhängsel die Deutungsmacht.

        Ob das dann auch jeder glaubt, was da so in den Medien präsentiert wird ist allerdings eine andere Frage.

        • @Omti

          Ja, da muss ich mich korrigieren.

          Minderheit ist da so definiert, dass sie weniger gesellschaftliche Macht hat. Die haben eben im patriarchischen Deutschland nur die Männer – weil mehr Männer Vorstandsposten belegen und mehr verdienen haben sie alle die Macht und können daher von der Machtminderheit Frau nicht unterdrückt werden.

          Die Fehler in der Argumentation fallen natürlich auf.

          ich hatte hier auch schon mal einen Artikel dazu, aus dem ich gerade noch einmal den feministischen Teil zitiere:

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/04/10/warum-es-keine-sexuelle-diskriminierung-von-mannern-geben-kann/

          Short definition: Sexism is both discrimination based on gender and the attitudes, stereotypes, and the cultural elements that promote this discrimination. Given the historical and continued imbalance of power, where men as a class are privileged over women as a class (see male privilege), an important, but often overlooked, part of the term is that sexism is prejudice plus power. Thus feminists reject the notion that women can be sexist towards men because women lack the institutional power that men have.

          Es gibt also keine instutionalisierte Macht. Und deswegen können Frauen nicht durch die Deutungsmacht selbst Privilegien erhalten, denn Deutungsmacht ist keine institutionelle Macht, sondern nur ein Ausgleich, den Frauen brauchen, weil sie keine Macht haben.
          Es erscheint alles sehr zirkelschlüssig.

      • @Christian

        Du schreibst:

        Minderheit ist da so definiert, dass sie weniger gesellschaftliche Macht hat.

        Kommentar:

        Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Der Frauenanteil in der Bevölkerung ist >50%. Alle demokratischen Mittel sind vorhanden, damit die Frauen eine feministische Partei gründen und alle Frauen dann nur Frauen wählen, damit hätten sie im Nu die Mehrheit in der Legislative, was im Nu dazu führen würde, dass sie die Mehrheit in der Exekutive und Judikative hätten. Und dann könnten sie im Nu Frauenquoten in der Wirtschaft einführen etc.

        Bei uns in der Schweiz gehen bei einer Sach-Abstimmung in etwa so 40-45% der Stimmbevölkerung an die Urne auf nationaler Ebene, auf kantonaler oder kommunaler Ebene ist die Stimmbeteiligung noch viel tiefer. Jaaa, wenn der Bürger seine demokratischen Mittel nicht benutzt oder so benutzt, dass er einen Vorteil hat, dann sollte er auch nicht jammern, wenn nicht sich nix zu seinen Gunsten verändert.

      • „Alle demokratischen Mittel sind vorhanden, damit die Frauen eine feministische Partei gründen und alle Frauen dann nur Frauen wählen, …“

        dann kämen sie aber nicht mehr in den genuss der opferprivilegien, sondern müssten selbst aktiv werden und verantwortung übernehmen.

        und nun rate mal, warum frauen und behinderte oft in einem atemzug genannt werden. richtig: sie kriegen den arsch nicht hoch.

    • @ Chomsky

      Sehr verdienstvoll, solche Bücher und Dekonstruktionen, gewiss, außerordentlich verdienstvoll.

      Damit kann man die Herzen der Scharteken in jedem Genderseminar zum Rascheln bringen.

      Für den Alltag schweben mir eher Dekonstruktionen à la:

      “ Sexismus macht lustig – Feminismus Pickel“

      „Sexismus erzeug Lebenfreude, Tropenschwüle, Gewitterstimmung.

      Dass die Palme nur so wippt (von wegen „Traurige Tropen“).
      Feminismus dagegen Magengeschwüre und Wüstenklima.

      Im Schritt.“

      • PS, Korrektur:

        „vor“ fehlt.

        Und natürlich muss es „im Scnitt“ heißen, „im Schnitt“.

        Kann ja gar nicht anders sein.

        PPS:

        FC Fraunschweigt gefällt mir noch besser als FC Siewillja.

        Fällt mir gerade auf.

        Wollt ich nur mal gesagt haben.

        „Is‘ ja gut, Tippse! Natürlich gilt das nicht für Dich, Du meine Nachtigall!“

      • „FC Fraunschweigt gefällt mir noch besser als
        FC Siewillja.“

        FC Testosteron oder FC Bang Bros
        gefällt mir auch sehr gut.
        Im Sinne von männlicher Solidarität
        finde ich auch die Beherzigung des
        Mottos: „Bros before hoes“ sehr
        wichtig. Mann kann besonders Jungen
        und junge Männer nicht genug ermuntern:
        Du bist ein Mann du darfst das.

    • @Chomsky

      Die wissenschaftstheoretische Kritik „feministischer Ansätze“ bezieht sich weiterhin auf die Vermischung von Entdeckungs- und Begründungszusammenhang

      Das ist für den Konstruktivismus allerdings eine triviale Erkenntnis. Und das liegt daran, dass ein Antirealismus die Wahrheit eines Satzes tendenziell mit seiner „Konstruktion“, in irgendeinem gehaltvollen Sinn dieses Wortes, identifiziert. So schon zu sehen beim Wiener Kreis und seinem logischen Positivismus. Warum? Weil die Geltung eines Satzes nach dem berühmten Verifikationsprinzip mit dem Prozess seiner Verifikation identifiziert wird. Der Satz gilt nur insofern es einen Prozess gibt, der seine Verifikation produziert. Und für so eine Sicht ergibt sich natürlich: Der Begründungszusammenhang ist eine Form von Entdeckungszusammenhang.

      Und ich möchte doch darauf hinweisen: Der Wiener Kreis ist keine Hochburg des Irrationalismus gewesen. Ganz im Gegenteil. Und bevor jetzt wieder Popper kommt. Es gibt schon von 1935 den interessanten Aufsatz von Otto Neurath – vielleicht der radikalste Antirealist unter den Mitgliedern des Wiener Kreises – mit dem Titel „Pseudorationalismus der Falsifikation“, der durchaus einmal als Gegenposition lesenswert ist.

      • @Itsme

        Ich müsste mich in diese Deabtte, was den Wiener Kreis nun anbelangt, einlesen, kann also nichts Schlaues dazu sagen.
        Momentan würde ich die Standpunkttheorie wie folgt handhaben:

        Ich würde zwischen Enteckungs- und Begründungszusammenhang unterscheiden und wenn man Bourdieu folgen würde, dann müsste man dann auch noch einmal explizit den Verwertungszusammenhang von wissenschaftlichen Ergebnissen gesondert betrachten.
        Beim Entdeckungszusammenhang scheint mir das Diktum von Hegel sehr plausibel zu sein:

        „Das Bekannte bleibt unerkannt, weil es bekannt ist.“

        Soll heissen: Beim Entdeckungszusammenhang würde ich eine wissenssoziologische Position für sehr plausibel erachten, weil hier eben vielfach keine Gütekriterien ins Spiel kommen, die quasi Erkenntnisse objektivieren können, somit Erkenntnisse eben unabhängig von psychologischen und soziologischen Einflüssen universell geltend machen können.
        Das objektivierende Objekt selbst objektivieren, wie es Bourdieu vorschlägt, hat m.E. somit vor allem dort Sinn, wo es um den Entdeckungs- und den Verwertungszusammenhang geht, beim Begründungszusammenhang halte ich die wissenssoziologische Argumentation (z.B. strong Programm) jedoch für falsch, weil eben Methoden, Techniken und Verfahren eingeseetzt werden, die psychologische und soziologische Verzerrungen ausmerzen können.

  6. Das macht mich wütend. Warum lassen sich Männer so was gefallen? Warum stehen sie nicht zu ihrer Vorlieben, zu ihrer Sexualität? Warum bekunden sie nicht: „Ja wir stehen auf sexy Frauen. Was dagegen, Bitch?“

    Peinlich so was. Besonders wenn ich es mit der männlichen Homo-Szene vergleiche. Da wird vieles mit nacktem Fleisch angeboten und garniert. Und keiner würde auf die Idee kommen, so etwas sexistisch zu finden.

    Nackte Frauen und Sexismus! Nur in einer vom Feminismus durchseuchten Gesellschaft mit schlappschwänzigen Hetero-Männern, kann so etwas passieren.

    Weicheier!

      • Nieder mit der Homo- UND der Heterophobie, muss es heißen. Und her mit der Emanzenphobie!

        Ich stehe übrigens auf sexy Frauen und hab´s immer zugegeben. Die dürfen ja auch auf statushohe, reiche Männer stehen. Sie sind also genauso gut und schlecht wie wir Männer. Viele Frauen haben meiner Erfahrung nach dafür Verständnis, viele andere jedoch nicht. Was soll´s – es hängt eh mehr davon ab, mit welcher Wortwahl und Tonalität man das zu ihr sagt und wie man es erklärt. Und warum man sie trotzdem liebt oder lieben könnte.

        „Besonders wenn ich es mit der männlichen Homo-Szene vergleiche. Da wird vieles mit nacktem Fleisch angeboten und garniert. Und keiner würde auf die Idee kommen, so etwas sexistisch zu finden. “

        Manchmal habe ich den Eindruck, am anderen Ufer weiß man tatsächlich eher zu leben, zumindest bei den Männern. Es gibt dort keinen Ritterlichkeitszwang, oder?

        Nackte Frauen und Sexismus – was sagt wohl eine überzeugte Nudistin oder Naturistin, oder wie die sich nennen, dazu? Nicht dasselbe wie die Feministin. Kann eine Frau eigentlich Naturistin und Feministin sein? Ich glaub nicht…

        …unabhängig davon gibt es auch viele Nichtnudistinnen, die gern nackte Haut zeigen. Teils natürlich auf die widersprüchliche Weise, dass sie nicht auf Männer stehen, die das bei ihnen mögen oder gar (Gegenteil eines Mehrwertbeweises!) hinter ihr hergucken. Aber als Lockmittel verwenden sie es, vermutlich unterbewusst, um einen möglichst guten Mann zu kriegen oder, wenn schon vorhanden, einen noch besseren. Oft ist es aber auch nur reine Thermoregulation, was aus meiner Sicht vollkommen okay ist.

        Heterophobie? Nee, es gibt zwar meines Erachtens Heterophobie, aber die findet sich nicht so sehr beim Adrian, sondern mehr bei so Frauen wie Nadine Lantzsch.

        Weicheier? Darf man das am anderen Ufer etwa auch nicht sein? Ich dachte immer, das wäre nur uns Heteros verboten, weil die Mädels nur auf „hart gekochte Eier“ stehen, die ihren Nebenbuhler sowie Fressfeinde (Säbelzahntiger und so) wegbeißen können.

        Nun aber meine eigentliche Frage an die Runde: Weiß einer von euch, wie der FC Schnalle 04 gespielt hat? Ich bin Fan von denen. Die hatten doch heute ein Spiel gegen Willig Wien?!?

    • „Es gibt dort keinen Ritterlichkeitszwang, oder?“

      Nein. Gegenüber wem auch?

      „Weicheier? Darf man das am anderen Ufer etwa auch nicht sein?“

      Wer sich dafür schämt, als Hetero auf Frauen zu stehen, sich also
      dem feministischen Sexismus-Diktat unterirft ist m. E. ein Weichei.

      Diesen Frauen gehört ins Gsicht gelacht, sie gehören verspottet und lächerlich gemacht. Aber was geschieht: Schwanz einziehen und um Gnade winseln. Wenn das kein Weichei-Verhalten ist, was dann?

    • @Adrian

      Du hast schon Recht. Ich glaube aber, dass das daran liegt, dass die Männer in einer Art Double-Bind Situation sind. Eigentlich meinen sie, Sexismus sei falsch. Deswegen reagieren sie nicht offensiv genug, weil sie sich vielmehr selbst von dem Vorwurf freisprechen wollen. Sie sind nicht an dem Punkt, an dem sie den Vorwurf inhaltlich für irrelevant halten. Es dauert eine Zeit, bis man begrifflich auf den Punkt sich vorgearbeitet hat, wo einem klar genug geworden ist, was da eigentlich abgeht.

      • „Eigentlich meinen sie, Sexismus sei falsch.“

        Das ist es ja auch. Aber nackte Frauen sind kein Sexismus. Heterosexualität ist kein Sexismus.

        Merkt Euch das 😉

      • Wie kannst Du nur die Opfer des Sexismus so verhöhnen?

        Das worauf ich hinaus wollte ist, dass man leider verloren hat, sobald man sich auf den Streit einlässt, was Sexismus ist, und was nicht. Damit akzeptiert man nämlich leider die ethische Überlegenheit des Anderen. Dann streitet man sich nur noch über Fragen der Kasuistik, also ob die Handlung X nun tatsächlich sexistisch war oder nicht. Und genau das ist ja hier passiert. Es geht aber darum sich von dem Rahmen, der festlegt was gut und schlecht ist, selbst zu lösen.

      • dass man leider verloren hat, sobald man sich auf den Streit einlässt, was Sexismus ist, und was nicht. Damit akzeptiert man nämlich leider die ethische Überlegenheit des Anderen.

        umgekehrt wird ein schuh draus: wenn man diese frage nicht diskutiert, legitimiert man die selbstverliehene DefMa, akzeptiert die moralische überlegenheit des anderen und gesteht die eigene „schuld“ ein. was immer als sexismus deklariert wird, ist dann ein solcher.
        wenn man also die frage, was sexismus ist, nicht diskutiert, macht man sich zum büttel dieses systems und anerkennt seine spielregeln.

      • @ itsme

        *Eigentlich meinen sie, Sexismus sei falsch. Deswegen reagieren sie nicht offensiv genug, weil sie sich vielmehr selbst von dem Vorwurf freisprechen wollen. Sie sind nicht an dem Punkt, an dem sie den Vorwurf inhaltlich für irrelevant halten. Es dauert eine Zeit, bis man begrifflich auf den Punkt sich vorgearbeitet hat, wo einem klar genug geworden ist, was da eigentlich abgeht.*

        Tyrannengelüste verbergen sich hinter Tugendworten (Nietzsche).

        Wie so oft in der Geschichte.

        Das geht hier ab, die stecken hinter der feministischen Defma, der GEMA für arme benachteiligte Hascherln aus der Bourgeoisie, die prinzipiell nur von Männern kassiert.

        Ja, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Jungs im heutigen Studentenalter die Übergriffigkeiten und Zumutungen der Gendergouvernanten, ihre Dreistigkeiten, frech und selbstbewusst in die Tonne klopfen.

        Schließlich sind sie seit dem Kindergarten in ein Milieu des männlichen schlechten Gewissens, der männlichen Schuld hineinsozialisiert worden, in dem es keine positiven männlichen Vorbilder mehr gibt, an denen sie sich orientieren können und WOLLEN.

        Große Dicher, Philosophen, Wissenschaftler, Entdecker – alles Sexisten, Frauenunterdrücker, Nutznießer patriarchaler Privielegien, denen sie ihre Erfolge verdanken,weniger eigener Leistung
        Wenn sie gar nicht nur deshalb erfolgreich waren, weil sie ihre eigentlich genialen Frauen ausbeuteten.

        So wird heute Geschichte (um-)geschrieben, zur Herstory deformiert.

        Große Soldaten, Feldherren, Politiker – alles machtgeile Egomanen, Verbrecher, Frauenunterdrücker, Mörder, deren mann sich schämen muss.

        Welche Vorbilder haben sie?

        Abwesende, geduckte, verhuschte, geschiedene, entsorgte Väter?

        Männer, die gegenüber Frauen und ihren Ansprüchen nicht aufzumucken wagen, vollauf damit beschäftigt, 9000, 90000 oder 900000 Jahre „Frauenunterdrückung“ aufzuarbeiten und abzubüßen bei den Pauerzicken der Gegenwart?

        Und natürlich die Klemmschwestern von der Pädagogenfront, die reformierten LehererInnen, die neuen Männer, die sie unterrichten, die sie zum großen Teil nicht ernst nehmen, die sie insgeheim (so sie von der Türkengang oder der Balkanconnection sind auch offen), verachten, als unmännlich – Witzfiguren in ihren Augen („Bloß nicht werden wie der!“).

        Nein, das sind keine Vorbilder, denen die Jungs nacheifern wollen.

        Im Gegenteil.

        Was bleibt da noch an Vorbildern, die Männlichkeit uneingeschüchtert vorleben, ohne sich permanent für ihre Männlichkeit zu schämen und zu entschuldigen?

        Solche der schlimmsten Sorte.

        Z.B. die „Helden“ im Ballerspiel, von feministischem Reformeifer und Umerziehung noch nicht erreicht.

        Aber die sensibleren unter den Jungs haben auch darum wieder ein schlechtes Gewissen.
        Sie spüren ja die Primitivität der Charaktere.

        Und spielen trotzdem gerne mit denen.

        Die primitivste Sorte „Männlichkeit“, aber immer noch attraktiver als alles, was ihnen ihre effeminierte Umwelt aufdrängen will.

        Die damit nur erreicht, dass sich Jungs mehr und mehr verweigern, in virtuelle Welten zurückziehen, wohin ihnen die Genderpenetranten noch nicht folgen konnten, die Umerzieherinnen, die Erinnyien der „Male Guilt“.

        Traurig, in dieser Atmosphäre heute als Junge aufzuwachsen.

        Und noch einmal nach Nietzsche: Es ist der Tyrannenwahnsinn der Ohnmächtigen („HIlfe!!! ICH BIN EINE EMANZIPIERTE FRAU!!“).

        Der ist nicht erbaulicher als der der Mächtigen, zumal sich hier die Ohnmächtigen mit den Mächtigen verbündet haben auf Kosten durchschnittlicher Männer.

        Der Schutz der „schwachen“ Frau liefert heute den akzeptabelsten Vorwand für die Ausweitung des Staatsapparates, seiner Kontroll-und Überwachungsbefugnisse.

        Man kann sie doch unmöglich mit den sexistischen, wüsten Kerlen allein lassen.

        Überall, wo Frauen mit Männern interagieren, muss er also zugegen sein, der femizentrische Staat, der beste Hausfreund der modernen, „selbstständigen“ Frau.

        Um die wilden Männer zu deckeln, zu zügeln, zu züchtigen.

        Um die zarten, feinen, selbstlosen Frauen zu schützen vor diesen Barbaren.und Egoisten.

        Und er tut es gerne, oh ja.

        Bis in die intimsten Falten des Privaten hinein, bis hinein in die Familie.

        Schließlich ist das Private politisch.

        Dafür wird uns eines Tages die Rechnung präsentiert.

        Entweder von den Männern, die nicht mehr können, nicht mehr wollen – sie müssen die Veranstaltung ja finanzieren, ihre Verlade und Verarsche, auch verteidigen, sollte sie eines unschönen Tages existentiell herausgefordert werden – oder von diesem Staatsmoloch, der seine Protégé(e)s nur allzugerne frisst, mit Haut und Haaren, der nie satt wird.

        Oder von beiden.

      • @Itsme

        Du schreibst:

        Das worauf ich hinaus wollte ist, dass man leider verloren hat, sobald man sich auf den Streit einlässt, was Sexismus ist, und was nicht. Damit akzeptiert man nämlich leider die ethische Überlegenheit des Anderen. Dann streitet man sich nur noch über Fragen der Kasuistik, also ob die Handlung X nun tatsächlich sexistisch war oder nicht. Und genau das ist ja hier passiert. Es geht aber darum sich von dem Rahmen, der festlegt was gut und schlecht ist, selbst zu lösen.

        Kommentar:

        Diese Aussagen solltest Du m.E. noch einmal gründlich überlegen. Damit verabschiedest Du dich eigentlich vom Rechtsstaat. Was bleibt ist „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ – also schlussendlich Willkür.
        Man muss nicht die ethischen Überlegungen des Gegenüber zur Reflexion heranziehen oder akzeptieren, sondern die durch demokratische Verfahren aufgestellte Rechtsordnung muss das Objekt der Reflexion sein.

        Das Problem ist also nicht die Klassifikation an sich, sondern welche Klassifikationen man hier als Grundlage nimmt: Die eines demokratisch verfassten Rechtsstaates oder die eines einzelnen Subjekts, das für sich die Deutungsmacht beansprucht.
        Wie bereits einmal gesagt: Das Konzept der Deutungsmacht muss mit demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien konfrontiert werden.

        Und den Protagonisten der Deutungsmacht sollte man das folgende Zitat immer wieder vorhalten:

        „Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.“

        Jean-Jacques Rousseau

        Sie meinen nun nämlich, weil das Gesetz nicht so ist, wie sie es gerne hätten, könnten sie auf den Rechtsstaat verzichten und wieder das Machtprinzip einführen. Nur dass dieser Schuss schnell nach hinten los gehen kann, übersehen sie gefliessentlich.

    • Nur in einer vom Feminismus durchseuchten Gesellschaft mit schlappschwänzigen Hetero-Männern, kann so etwas passieren.

      Weicheier!

      Bitte sachlich diskutieren! Ein Blog ist schließlich keine Demokratie.

  7. Schnurstracks zurück in die 1970er.

    Die neoviktorianischen Bügersdamen brechen wieder in kollektive Hysterie aus, weil ihre sexuelle Phantasie mit ihnen durchgeht.

    „Denn Siewillja nach Sevillia“ ist so ein Schlager, der die HETEROFAMILIE inszeniert, und in der wird doch SEX praktiziert! OMG!

    Ganz zu Schweigen von Bart Simpsons pubertären Telefonstreichen! „Lassmiranda Dennsiewillja“ – RAPE!! ALL. SEX. IS. RAPE.!!!

    Und die dämlichsten weißen Ritter eilen mal wieder pflichtschuldigst mit dem Riechsalz herbei, anstatt sich über diesen wildgewordenen Kreischmob kaputtzulachen.

    Das ist in der Tat das traurige.

    • @ Nick

      *Und die dämlichsten weißen Ritter eilen mal wieder pflichtschuldigst mit dem Riechsalz herbei, anstatt sich über diesen wildgewordenen Kreischmob kaputtzulachen.*

      Da setzt bei mir regelmäßig das Fremdschämen ein.

      Es ist so erbärmlich, so durchsichtig, so platt wie der Egoismus des Definitionsmachtkonzeptes, so platt wie die Generallinie der Partei (seligen Angedenkens), so offfensichtlich die Funktion: Vorteilsacquise durch Menschen, die nicht hoffen können, in Leistungswettbewerben zu reüssieren und deshalb andere Wege gehen, ihre Stulle zu buttern.

      • @Roslin:
        so offfensichtlich die Funktion: Vorteilsacquise durch Menschen, die nicht hoffen können, in Leistungswettbewerben zu reüssieren und deshalb andere Wege gehen, ihre Stulle zu buttern.

        Nennen wir es doch ehrlicherweise lieber „Weiberaquise“

        Da ist die viktorianische Vorstellung vom schrröcklichen Sex mit _Tüüppen_ gerade recht.

        Alle Emmas treffen sich an einem Ort, wo sie ewig 12 sein können, denn dort interessierten sich all die Freundinnen noch nicht für diese schrröcklichen _Tüüppen_.

        Das Patriarchat muss ihren Geschmack zutiefst manipuliert haben. Deshalb ist es eminent wichtig, die Defma über Sex wiederzuerlangen.

        „wird das Klima, in dem ein solcher Name zustande kommt, ausgeblendet und die Deutungsmacht, ob ein Name oder eine Handlung grenzüberschreitend ist, der überlegenen Machtposition überlassen.”

        ..und der „unterlegenenen“ Position zufolge überscheitet eben schon Gedanke an Sex mit Männern die Grenze des narzisstisch erträglichen.

        Ebenso, wie Kinder triggern.

  8. @all

    Schaut Euch mal das Konzept der Uni Göttigen gegen Sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt an.

    http://jura-goettingen.de/de/document/download/4a8052572ca2448752bd8f3d634acda7.pdf/GewaltRichtlinie.pdf

    Und dann vergleicht dieses mal mit dem analogen Konzept von der Universität Bern (Schweiz)
    http://docs.rechtsdienst.unibe.ch/Gesetze/glst_kon_sexbelunibern991025.pdf

    Kleine Preisfrage: Könnte Ihr Unterschiede erkennen????

    Und welchem Konzept möchtet Ihr als Mann lieber unterstehen???

    • Zitat Göttingen Punkt 6 (Seite 4):
      Beim Eindruck sexueller Belästigung oder Gewaltan-
      wendung haben die ***Frauen*** das Recht, die Vorgesetz-
      ten des Beschuldigten zu informieren.

      Noch mehrfach geht es dann um „die Frauen“ als Opfer. Am Ende steht dann, dass das sinngemäss auch für Männer gilt – quasi ein unwillkommener Nachgedanke. Ob es wohl auch Selbstverteidigungs- und behauptungskurse für Männer gibt? Müsste ja eigentlich…

      Das lässt bei mir nicht viele Schlüsse auf die Legitimität dieser Richtlinie zu.
      – Haben da keine Männer mitgearbeitet, denen das auffiel?
      – Haben da nur Frauen mitgearbeitet, die das so in Ordnung finden?

      Es ist doch offensichtlich kein Problem (siehe Bern), eine solche Richtlinie geschlechtsneutral zu formulieren. Dass es sexuelle Belästigung auch innerhalb eines Geschlechts geben kann, wäre ja schon mal ein Anlass zum Nachdenken.

      Und dann noch:
      (13) Die Universität wirkt darauf hin, daß Nachrichten und
      Bilder mit sexistischem oder pornographischem Inhalt aus
      Datennetzwerken soweit wie möglich ausgefiltert wer-
      den.
      Warum sollte man „Pornographie“ ausfiltern? Warum ist das Aufgabe der Uni? Das hat doch mit sexueller Belästigung erstmal nichts zu tun.

      Gut, dass ich nicht in Göttingen studiere.

      • @Debe

        Auflösung des Rätsels

        1. Die universitären Senatsrichtlinien der Uni Göttingen werden auf dem „Paper“ der „Frauenbeauftragte & Frauenbüro“ Göttingen verfasst. Damit ist ja schon mal klar, wer dies Paper wohl massgeblich verfasst hat und als Mann bekommt man sicherlich nicht den Eindruck, dass wir es hier mit einem neutral verfassten Paper zu tun haben
        2. Im Text wird nicht nur keine geschlechtsneutrale Sprache verwendet, indem man von Personen spricht oder von Studentinnen und Studenten wie beim Paper der Uni Bern, sondern es wird quasi immer und explizit von Frauen gesprochen (stärker kann man die Geschlechtsneutralität nicht aushebeln), die Opfer oder mutmassliches Opfer sexueller Belästigung und sexueller Gewalt sind. Damit schon mal klar ist: Opfer kann eigentlich quasi immer nur die Frau sein. Die Frau ist nicht Täterin, sondern Opfer und die Männer kommen als Opfer schon überhaupt nicht vor.
        3. Die Uni Bern listet explizit und gleich zu Beginn sämtliche Gesetzesgrundlagen (Bundesverfassung, Kantonsverfassung, Personalgesetz, Personalverordnung) auf, auf die sie sich bei ihrem Konzept gegen sexuelle Belästigung stützt. Das Konzept ist somit eingebunden in die bestehende Rechtsordnung. Im Gegensatz dazu finden wir im Konzept der Uni Göttingen überhaupt keine gesetzlichen Grundlagen, auf die sich das Konzept stützt. Im Kontext des Konzepts der „Deutungsmacht“ bekommt man den Eindruck, dass dies offenbar auch explizit nicht gewollt wurde. Wer das Konzept der „Deutungsmacht“ propagiert, der will sich eben gerade nicht an vorhandene rechtsstaatliche Ordnung halten, diese wäre ja nur lästig, wenn man das Konzept der Deutungsmacht propagieren und umsetzen will. Es wird dann nämlich auch explizit gesagt: „Die Universität duldet keinerlei Formen von sexueller Belästigung und sexueller Gewalt, unabhängig von bestehenden strafrechtlichen Verboten.“ Wenn man natürlich so vorgeht, kann quasi alles (ubiquitär) als sexuelle Belästigung ausgelegt werden, wenn nicht die gesetzlichen Grundlagen eines solches Konzepts sind.
        4. Im Gegensatz zur Uni Göttingen hat die Uni Bern ein klar geregeltes Verfahren, wie eine Beschwerde, die eine Verletzung von sexueller Belästigung/sexueller Gewalt geltend macht, behandelt wird. Wie ist der Ablauf und welche Personen/Gremien werden einbezogen und wer entscheidet, ob einer Beschwerde stattgegeben wird und was sind die Rekursmöglichkeiten. Von all dem finden wir bei der Uni Göttingen nichts: Die Verfahrensregeln bei einer Beschwerde sind unklar und somit ist auch unklar, wer über eine Beschwerde entscheidet und wie der Verfahrensablauf ist etc. Wenn man sich natürlich das Konzept der Deutungsmacht gut findet, dann sind klare Regelungen unerwünscht, die auch einem Beschuldigten Rechtssicherheit geben. Willkür ist beim Konzept der Deutungsmacht angesagt.
        5. Mein abschliessendes Resumee: Das Konzept der Deutungsmacht hat sich in Deutschland, zumindest im universitären Bereich, offenbar schon längst durchgesetzt. Eine bestehende Rechtsordnung wird negiert, ist also nicht Grundlage für ein Konzept gegen sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt. Der Willkür wird freien Lauf gelassen und auf eine geschlechtsneutrale Abfassung des Konzepts wird explizit verzichtet: Die Frau soll als Opfer in Erscheinung treten und der Mann als Täter. Ich denke, hier könnte Deutschland (Uni Göttingen) viel von der Schweiz (Uni Bern) lernen und zwar im Kontext, wie man eben mit sexueller Belästigung vernünftig umgehen kann.

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