Kinderunterhalt nach Einkommen / Stellung des Vaters

Dieter Bohlen muss zusätzlichen Unterhalt für seinen Sohn zahlen:

Bereits im Februar verurteilte das Amtsgericht Tostedt Bohlen in einem Beschluss, gegen den grundsätzlich eine Beschwerde möglich ist, zur Zahlung von monatlich 525 Euro Schulgeld und 115 Euro für Musik- und Klavierunterricht, beides rückwirkend zum Oktober 2010. Zudem muss er nachträglich mehrere tausend Euro Krankenversicherung begleichen sowie den größten Teil der Gerichtskosten tragen.

Jetzt werden die 525 € Schulgeld und die 115 € Musikunterricht pro Monat und auch die mehren tausend Euro Krankenversicherung den Poptitan nicht umbringen, auch wenn sie zusätzlich zu weiten „regulären Unterhalt“ zu zahlen sind, der vermutlich bei Bohlen auch nicht mehr anhand der Düsseldorfer Tabelle, sondern einer konkreten Bedarfsberechnung ermittelt wird.

Es zeigt jedoch auch recht deutlich, welche Werte hier angenommen werden.

Der Vater soll eben das Kind nach seinen Möglichkeiten fördern und der Unterhaltsanspruch des Kindes, der ja nur in Stellvertretung durch die Mutter geltend gemacht wird, aber ein Unterhaltsanspruch des Kindes ist, ist eben darauf gerichtet ein Leben als „Sohn von Dieter Bohlen“ zu führen und nicht einfach als Sohn der Mutter des Kindes. Deswegen ist es zumutbar, dass Bohlen gesondertes Schulgeld und gesonderte Fördergelder zahlt.

Das wäre nicht anders, wenn Bohlen mit der Mutter nicht verheiratet gewesen wäre. Allerdings hätte er dann kein Sorgerecht für das Kind gehabt, dessen Stellung wäre allerdings trotzdem nach seinen Verhältnissen bestimmt worden.

Es zeigt sich hier, dass eine Zuordnung zu dem Vater bei den Pflichten, nicht aber bei den Rechten vorgenommen wird.

Es zeigt auch den Unterschied zum „Unterhalt“ den die Mutter leistet. Das Unterhaltsrecht geht davon aus, dass beide Eltern einen Teil des Unterhalts leisten, solange das Kind aber noch Minderjährig ist leistet der, bei dem das Kind wohnt, den Unterhalt als „Arbeitsunterhalt“ durch seine Betreuungsleistung.

Natürlich kann aber der Mann bei einer besonders qualifizierten Mutter nicht verlangen, dass diese Sonderschichten mit dem Kind macht oder – falls sie das nicht macht – diese zugunsten des Kindes durch Geld ablöst. Er kann also bei einer hochqualifizierten Pädagogin nicht verlangen, dass diese dem Kind besondere Nachhilfe oder sonstige Unterstützung bietet, sondern muss die Betreuung in der von der Mutter freiwillig geleisteten Form hinnehmen, auch wenn sie nicht dem Leistungsvermögen der Mutter entspricht. Diese erbringt alle ihre Leistungen freiwillig ohne verpflichtende Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse.

Es zeigt aber insoweit schön, wie die gesetzliche Regelung den in den Evolutionstheorien aufgezeigten Gedanken folgt, dass ein Vater, der ein guter Versorger ist, das Kind besonders fördern kann.

Über die Unterhaltsvorschriften, die an dem Status des Vaters festmachen, statt etwa allgemeine Regeln für Kinder, also einen Mindestbedarf, darzustellen und den Rest ins freie Ermessen des Vaters zu stellen, wird genau dieser Gedanke „ein guter Versorger kann ein Kind besser fördern“ gesetzlich festgeschrieben und durchgesetzt. Das macht sie nicht per se richtig und gut, das wäre ein naturalistischer Fehlschluss. Es zeigt aber auch, wie selbstverständlich eine solche Umsetzung erscheinen kann, obwohl sie keineswegs selbstverständlich ist.

Genauso könnte man darauf abstellen, dass sie eben bei der Mutter wohnt, und daher an deren Status gebunden ist oder eben einen Mindestunterhalt mit der Option freiwilliger Zahlung (was näher an die evolutionärern Strategien des Mannes nach einer Trennung herankommen würde).

Hier bleibt dem Mann keine andere Wahl, also seinen Status auf seine Kinder zu übertragen und diese entsprechend zu fördern.

Ob er will oder nicht, ob er eine Beziehung zu ihnen hat oder nicht.

Solche Biologismen bleiben erstaunlich unhinterfragt.

26 Gedanken zu “Kinderunterhalt nach Einkommen / Stellung des Vaters

  1. Männer/Väter müssen darauf hinarbeiten, dass paritätisch geteilte Obsorge zur Regellösung wird, von der nur wohlbegründet abgewichen werden darf.

    Das zwingt Männer dazu, sich stärker an der Sorgearbeit zu beteiligen und mindert ihren Erwerbsdruck, das zwingt Frauen dazu, sich stärker im Erwerb zu engagieren und entlastet sie bei der Sorgearbeit.

    So dass beide Eltern gleichmäßiger/gleichberechtigter für die emotionale und materielle Versorgung der gemeinsamen Kinder zuständig sind.

    Sollte das nicht durchsetzbar sein – wovon ich ausgehe – sollten Männer unter den gegenwärtigen Bedingungen auf Kinder und Heirat klugerweise verzichten.

    Das Risiko, ein entsorgter Vater zu werden und als Zahlesel zu enden, ist einfach zu groß, die Aussicht auf Freude und Befriedigung zu gering.

    Eine nüchterne emotionale und finazielle Kosten-/Nutzenanalyse, Risikoabschätzung müsste Männer zu dem Ergebnis führen, dass Ehe und Familie mit Kindern sich für sie nicht mehr lohnen.

    Für Männer ein uninteressantes, oft ruinöses „Geschäftsmodell“, das kaum noch Gewinn verspricht, aber große Verlustrisiken beinhaltet.

  2. „Das wäre nicht anders, wenn Bohlen mit der Mutter nicht verheiratet gewesen wäre.“

    Laut Deiner Quelle war er das nicht.

    „Allerdings hätte er dann kein Sorgerecht für das Kind gehabt,“

    Weiß ich jetzt nicht, ob die Mutter des Sechsjährigen dem gemeinsamen Sorgerecht zugestimmt hat. Ich nehme aber mal stark an: ja.

    „dessen Stellung wäre allerdings trotzdem nach seinen Verhältnissen bestimmt worden.“

    Ja, die Ansprüche richten sich (teilweise) nach den Gegebenheiten.

    Das war übrigens auch ein langer, harter Kampf gewesen, für die Rechte väterlicherseits „unerwünschter“ Kinder… (womit ich jetzt nicht sagen will, Bohlen sei zu blöd zum Verhüten gewesen bzw. wollte kein Kind mit dieser Frau)

    Die Idee, auch vermögende Männer sollten nur Mindestunterhalt leisten, damit sie noch „freiwillig“ etwas geben „könnten“, halte ich für wenig durchdacht.

    Interessanter – auch weil häufiger sowie u.U. Existenzgefährdend – finde ich es, wenn man die „erhöhte Erwerbsobliegenheit“ im Verbund mit dem „fiktiven Einkommen“ hinterfragt.

    • @Muttersheera

      „Laut Deiner Quelle war er das nicht.“

      Oh, das kann sein. ich hatte es irgendwie aus dem „liiert“ gezogen und nicht weiter nachgeschaut

      Der Sechsjährige lebt mit seiner Mutter auf Mallorca. Sie war fünf Jahre lang mit Bohlen liiert. Im Mai 2005, als sie hochschwanger war, erschien „Bild am Sonntag“ mit Fotos, die Bohlen auf Mallorca zeigten, wie er eine andere Frau küsste. Knapp ein Jahr nach Maurice Cassians Geburt verließ Küster ihn.

      „Die Idee, auch vermögende Männer sollten nur Mindestunterhalt leisten, damit sie noch “freiwillig” etwas geben “könnten”, halte ich für wenig durchdacht.“

      Ist sie auch nicht, sie kam mir gestern Abend recht spontan. Mir geht es auch eher um die Frage, warum wir es in dem einen Bereich so selbstverständlich finden, dass er als Kind des Vaters an dessen Verdienst teil hat, zum anderen aber im Sorgerecht eine Entscheidung des Vaters eher restriktiv handhaben.
      Was genau spricht dafür, dass das Kind eines reichen Erzeugers auch gut versorgt sein muss?

      „Interessanter – auch weil häufiger sowie u.U. Existenzgefährdend – finde ich es, wenn man die “erhöhte Erwerbsobliegenheit” im Verbund mit dem “fiktiven Einkommen” hinterfragt.“

      Ja, da wird mit vielen Vätern sehr hart umgegangen. Die laufen dann in eine Schuldenfalle. Wer hält es schon dauerhaft durch, 30-40 Bewerbungen pro Monat zu schreiben, wenn es nur Absagen gibt?
      Da sind die Anforderungen an die Geschlechter bei klassischer Rollenverteilung sehr unterschiedlich ausgeprägt.
      Ich hatte schon einmal vorgeschlagen, die Spaltung in Unterhalt durch Realbetreuung und Barunterhaltspflicht aufzuheben und der Mutter ebenfalls eine Erwerbsobligenheit ab einem bestimmten Alter des Kindes zu geben und die Quote dann wie bei Volljährigen nach dem Anteil der Einkommen zu berechnen. Wenn sie gestaffelt nach Alter des Kindes Erwerbsobligenheiten hat, dann wird ihre Quote natürlich geringer sein, aber spätestens so ab 12 sind wir dann schon in einem höheren Bereich.
      Eine Lockerung der Erwerbsobliegenheiten wird wahrscheinlich schwieriger werden. Wie würdest du es denn ausgestalten?

      • „Mir geht es auch eher um die Frage, warum wir es in dem einen Bereich so selbstverständlich finden, dass er als Kind des Vaters an dessen Verdienst teil hat, zum anderen aber im Sorgerecht eine Entscheidung des Vaters eher restriktiv handhaben.“

        Ich persönlich hätte mit dem – auch von unserer Justizministerin lange favorisierten – Widerspruchsmodell zum obligatorischen Sorgerecht (Vater erhält automatisch die Sorge, will die Mutter das nicht wird das Familiengericht angerufen) gut leben können.

        Wobei ich auch die Bedenken, wie sie der VAMV äußerte, kenne.

        „Was genau spricht dafür, dass das Kind eines reichen Erzeugers auch gut versorgt sein muss?“

        Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich von Dir aber wissen, was genau dagegen spricht…

        „Ich hatte schon einmal vorgeschlagen, die Spaltung in Unterhalt durch Realbetreuung und Barunterhaltspflicht aufzuheben und der Mutter ebenfalls eine Erwerbsobligenheit ab einem bestimmten Alter des Kindes zu geben und die Quote dann wie bei Volljährigen nach dem Anteil der Einkommen zu berechnen.“

        Und ich bin für Bürokratieabbau und seit vielen Jahren begeistert von der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ;D

        Dies würde nicht die juristischen Auseinandersetzungen um Schulgeld und dergleichen bei Bohlen&Co. beenden, aber bei den Otto-Normalos in vielerlei Hinsicht für Entspannung sorgen.

        Bis dahin sehe ich es weitgehend wie Roslin:

        „Männer/Väter müssen darauf hinarbeiten, dass paritätisch geteilte Obsorge zur Regellösung wird, von der nur wohlbegründet abgewichen werden darf.

        Das zwingt Männer dazu, sich stärker an der Sorgearbeit zu beteiligen und mindert ihren Erwerbsdruck, das zwingt Frauen dazu, sich stärker im Erwerb zu engagieren und entlastet sie bei der Sorgearbeit.

        So dass beide Eltern gleichmäßiger/gleichberechtigter für die emotionale und materielle Versorgung der gemeinsamen Kinder zuständig sind.“

        😀

        Wenn er allerdings schreibt:

        „Sollte das nicht durchsetzbar sein – wovon ich ausgehe –sollten Männer unter den gegenwärtigen Bedingungen auf Kinder und Heirat klugerweise verzichten.“

        beschleicht mich das Gefühl, in Wahrheit verfolge er doch eine andere Agenda (immerhin hofft er auf einen guten Ausblick auf die Apokalypse).

        • @Muttersheera

          „Ich persönlich hätte mit dem – auch von unserer Justizministerin lange favorisierten – Widerspruchsmodell zum obligatorischen Sorgerecht (Vater erhält automatisch die Sorge, will die Mutter das nicht wird das Familiengericht angerufen) gut leben können.“

          Ja, das scheint mir auch die richtige Lösung zu sein. Im Prinzip eine Ausgestaltung wie bei Verheirateten.

          „Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich von Dir aber wissen, was genau dagegen spricht…“

          Nun ja, erst einmal natürlich die Rechte des Vaters. Eine Belastung durch staatliche Gesetze braucht in Hinblick auf Art. 2 GG zunächst erst einmal eine Rechtfertigung, gibt es die nicht, dann kann ein Gesetz nicht erlassen werden. Natürlich hat der Gesetzgeber hier einen weiten Spielraum, aber er muss dennoch die Verhältnismäßigkeit wahren.
          Man könnte hier darauf abstellen, dass ein Kind ein Kind ist und daher lediglich der Bedarf eines normalen Kindes geschuldet ist, ggfs. ergänzt durch Sonderbedarf, etwa bei Krankheit und Behinderung. Normale Kinder müssen aber nicht auf eine Privatschule und Musikunterricht in dem Umfang muss auch nicht zwingend sein und könnte üblicherweise im normalen Unterhalt enthalten sein.
          Eine Besserstellung des Kindes gegenüber anderen Kindern zulasten des Vaters ist eine sehr weitgehende Einschränkung. Er kann ja auf eine öffentliche Schule gehen und dort die auch anderen gebotene Förderung erhalten. Er ist ja auch nur ein Mensch wie jeder andere auch.

          Bedarf, die erste Stufe der Unterhaltsprüfung bedeutet ja eigentlich „Das, was er zum Leben braucht“. Es hat sich gewandelt zu „Das, was er als Kind des Vaters erwarten kann, um nach dessen Leistungsfähigkeit bestmöglich gefördert zu werden“. Das hat ein Kind aber noch nicht einmal vor der Trennung in einer Familie. Wenn der Vater da meint, dass seine Kinder keine Extrawürste bekommen sollen, sondern allen anderen gleichgestellt werden und dann selbst hart für ihren Erfolg arbeiten sollen, dann kann er ihnen eben die Privatschule und den Musiklehrer vorenthalten und es geht niemanden auch nur das geringste ein. Das wandelt sich im Unterhaltsrecht. Nunmehr muss er nach seinem Einkommen zahlen und das Kind bestmöglich fördern.

          „Und ich bin für Bürokratieabbau und seit vielen Jahren begeistert von der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ;D Dies würde nicht die juristischen Auseinandersetzungen um Schulgeld und dergleichen bei Bohlen&Co. beenden, aber bei den Otto-Normalos in vielerlei Hinsicht für Entspannung sorgen.“

          ich sehe eher weiteres Spannungspotential: ich bin skeptisch, was eine Finanzierung angeht, skeptisch, weil Leute es ausnutzen werden, auch skeptisch für den Übergang (bleiben die Verträge bestehen und jeder Arbeitende bekommt einfach noch X € mehr? Es wird vermutlich auch zu einer gewissen Fremdenfeindlichkeit führen, denn jeder eingebürgerte kostet dann ja erst einmal das Grundeinkommen, dass irgendwer verdienen muss. Ich sage mal: Lieber wäre es mir, wenn man es in einem anderen Staat ausprobiert.

          „Das zwingt Männer dazu, sich stärker an der Sorgearbeit zu beteiligen und mindert ihren Erwerbsdruck, das zwingt Frauen dazu, sich stärker im Erwerb zu engagieren und entlastet sie bei der Sorgearbeit. So dass beide Eltern gleichmäßiger/gleichberechtigter für die emotionale und materielle Versorgung der gemeinsamen Kinder zuständig sind.”

          Vielleicht wäre es ein gutes Modell. Klappt aber auch nur, wenn die Eltern einigemaßen dicht beieinander wohnen.

      • @ Christian

        *Vielleicht wäre es ein gutes Modell. Klappt aber auch nur, wenn die Eltern einigemaßen dicht beieinander wohnen.*

        Oder man finanziert als Vater und Mutter gemeinsam eine „Kinderwohnung“, in der das Kind/die Kinder zuhause sind und in der sich die Eltern ggf. mit neuen Partnern abwechseln für die Zeit ihrer Betreuung.

        Sollte doch möglich sein, kann doch nun die von ihren Betreuungspflichten durch den Vater entlastete Mutter mehr verdienen, ggfs. kann zudem der Staat durch Steuerbefreiungen helfen.
        Oder Wohngeldzuschüsse.

        Er spart ja auch, wenn durch Einbindung BEIDER Eltern die Erziehungsergebnisse verbessert werden, zynisch gesprochen, weniger Ausschuss durch Alleinerziehende produziert wird, der dann kriminell wird, frühschwanger, die Schule abbricht, rauschgiftsüchtig wird etc., alles Erscheinungen, die dann teuer staatlich nachbehandelt werden müssen.

        Sicher gut für die HelferInnenindustrie, schlecht für den Steuerzahler.

        Die Kinder von Alleinerziehenden sind ja, im Schnitt, von allem Negativen schlimmer betroffen als Kinder, die bei beiden Eltern aufwachsen.

        Und am Ende auch häufiger arbeitslos.

      • First:

        Mir scheint, als wäre Euch der große Unterschied zwischen „Kinder bekommen in der Moderne“ vs. „Kinder bekommen in Jäger&Sammler-Gesellschaften“ unbekannt.

        Unter „natürlichen“ Bedingungen ist die Kinderaufzucht nur ein paar (nämlich die ersten) Jahre beschwerlich. Sobald das Kind laufen kann wird es auch schon zur Nahrungssuche/zubereitung angeleitet, 6/7-jährige helfen bereits kräftig mit, bevor die Pubertät abgeschlossen ist sind sie vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft, die i.d.R. keine so großen Zuwendungen von Anderen mehr brauchen.

        Ganz anders in unseren heutigen, westlichen Zivilisationen:
        Da kostet ein Kind von Jahr zu Jahr MEHR, nicht weniger.
        Und das auch nicht nur bis 17/18, sondern – im Falle eines Studiums – locker bis Mitte 20.

        Das sind „unnatürlich hohe“ Unterhaltskosten, daher verstehe ich den instinktiven Widerwillen dagegen (zumal dadurch weitere Fortpflanzung erschwert wird). Da sie gesellschaftlich bedingt sind, präferiere ich auch eine gesellschaftliche Lösung wie das BGE.

        Second:

        „Eine Besserstellung des Kindes gegenüber anderen Kindern zulasten des Vaters ist eine sehr weitgehende Einschränkung.“

        Bohlen hat mehrere Kinder, deshalb würde man vermutlich erstmal vergleichen, wie er seine anderen Kinder gefördert hat, und dann (moralisch) erwarten, dass er dieses Kind nicht schlechterstellt.

        Außerdem halte ich es für nachvollziehbar, dass das Kind nicht auf eine öffentliche, mallorquinische Schule geht, sondern auf eine private (vermutlich deutsche).

        Du hast m.M.n. eine sehr negative Auffassung von den Interessen des pater familias, ich würde annehmen (wollen), dass ein Vater, der es sich leisten kann, ebenfalls die bestmögliche Ausbildung für seine Kinder wünscht (nun gut, den Bohlen-Fall könnte man als Referenz zu Deiner Ansicht sehen).

        Third:

        Selbstverständlich wird das Cochemer/Paritätsmodell nicht überall zu verwirklichen sein, selbstverständlich darf daraus niemandem (mehr) die Beschränkung erwachsen, nicht umziehen zu dürfen.

        Der Wermutstropfen für die Anti-Feministen wird sein, dass sie dann kaum mehr stellvertretend für (die wenigen) alleinerziehenden Väter fehlende Unterhaltsforderungen beklagen könnten (denn getrennt-lebende Mütter sorgen öfter&mehr nach den Erfordernissen der Väter – i.d.R. damit diese Vollzeit arbeiten können – als getrennt-lebende Väter, warum auch immer).

        Roslins weitergehende Idee von einer Kinderwohnung halte ich für unfinanzierbar – im Gegensatz zum BGE 😀 (aber darüber diskutieren wir lieber ein andermal).

        • @Muttersheera
          „First: Mir scheint, als wäre Euch der große Unterschied zwischen “Kinder bekommen in der Moderne” vs. “Kinder bekommen in Jäger&Sammler-Gesellschaften” unbekannt.“

          Hier verstehe ich das Argument nicht recht. Durch die höheren Unterstützungskosten wird Unterhalt ja eher belastender.

          „Das sind “unnatürlich hohe” Unterhaltskosten, daher verstehe ich den instinktiven Widerwillen dagegen (zumal dadurch weitere Fortpflanzung erschwert wird). Da sie gesellschaftlich bedingt sind, präferiere ich auch eine gesellschaftliche Lösung wie das BGE.“

          Nehmen wir mal an das BGE ist zu radikal und findet keine Mehrheit. Was wäre dann eine gerechte Umsetzung nach deiner Ansicht?

          “Eine Besserstellung des Kindes gegenüber anderen Kindern zulasten des Vaters ist eine sehr weitgehende Einschränkung.”

          Und?
          Die Mutter kann ebenfalls ein Kind besser behandeln als das andere. Sie kann sogar mit dem Unterhalt für das eine Kind Unterhalt für ein anderes Kind kaufen. Und auch während der eigenen Kinderbetreuung/dem Zusammenleben steht es dem Vater frei, eines der Kinder mit Geschenken zu überhäufen und das andere Kind nicht.
          Er kann auch eines der Kinder enterben (mit der Einschränkung des Pflichtteils) und das andere Kind nicht.

          Warum soll „zu dem einen Kind habe ich eine Beziehung, zu dem anderen Kind nicht“ kein nachvollziehbares Kriterium sein? Immerhin ist es ja auch für das Kind verständlich, wenn es auf Malle bei der Mutter wohnt, dass der Vater mit ihm weniger zu tun hat

          „Du hast m.M.n. eine sehr negative Auffassung von den Interessen des pater familias, ich würde annehmen (wollen), dass ein Vater, der es sich leisten kann, ebenfalls die bestmögliche Ausbildung für seine Kinder wünscht (nun gut, den Bohlen-Fall könnte man als Referenz zu Deiner Ansicht sehen).“

          Es ist ein Unterschied zwischen wünschen und „zur Zahlung per Beschluß verpflichtet werden“. Wenn er es wünscht, dann kann er natürlich zahlen, was er will. Die Frage ist, was man festsetzen kann, wenn er eben nicht will.
          Kann man ihn dann zwingen eine „guter Vater“ zu sein? Nach dem geltenden Recht schon.

          „Selbstverständlich wird das Cochemer/Paritätsmodell nicht überall zu verwirklichen sein, selbstverständlich darf daraus niemandem (mehr) die Beschränkung erwachsen, nicht umziehen zu dürfen.“

          Ja, das sehe ich auch so. Es ist nur in bestimmten Situationen überhaupt möglich.

          „Der Wermutstropfen für die Anti-Feministen wird sein, dass sie dann kaum mehr stellvertretend für (die wenigen) alleinerziehenden Väter fehlende Unterhaltsforderungen beklagen könnten“

          Natürlich könnten sie das, wenn die Umstände richtig sind: Wenn die Mutter des Bohlen Kindes das Wechselmodell praktizieren könnte, dann hätte sie natürlich trotzdem Anspruch auf Unterhalt für das Kind, dann eben nur für die Hälfte der Zeit. Bohlen hätte einen Gegenanspruch für seine Hälfte der Zeit, aber der würde (vermutlich) wesentlich geringer ausfallen, da er ja mehr verdient.
          Wenn jetzt der alleinerziehende Vater seinen Beruf aufgegeben hat und die Frau voll berufstätig ist, dann hat er ein geringeres Gehalt und kann Unterhalt verlangen

          „Roslins weitergehende Idee von einer Kinderwohnung halte ich für unfinanzierbar“

          Ich auch. Abgesehen von Sonderfällen kaum machbar. Ich kenne welche, die immer kurz in der alten Ehewohnung gewechselt haben und ansonsten zu ihren eigenen Eltern sind, aber das hält man nicht lange durch.

      • Da kostet ein Kind von Jahr zu Jahr MEHR, nicht weniger.

        Mehr Geld, und weniger Zeit.

        Das war das Argument.

        selbstverständlich darf daraus niemandem (mehr) die Beschränkung erwachsen, nicht umziehen zu dürfen.

        Der Unterhaltspflichtige darf auch nicht nach Lust und Laune umziehen, wenn er dadurch seine finanzielle Leistungsfähigkeit gefährdet.

        Selbstverständlich hat das Kind ein Recht auf Umgang mit seinem Vater, insofern ist es wohl angemessen dass die Kindesmutter nicht nach belieben ihren Wohnort wechseln darf.

        Kinder sind nicht das Eigentum der Mutter.

      • @ muttersheera

        Beim Bürgergeld bin ich mir nicht schlüssig.

        Wenn es ohne Mehrkosten einführbar wäre, wäre ich dafür.

        Das könnte gelingen, wenn die Umverteilgungsbürokratie, die – ich glaube – 40 % der Summe verbraucht, die sie umverteilt, in die Produktion geschickt würde.

        Allerdings müsste dann die Einwanderungspolitik angepasst werden, d.h. wir müssten dahin kommen, nur noch Einwanderer zuzulassen, die uns nützen – gut ausgebildet oder bildungsfähig und -willig (Eignungstest, Sprachtest VOR der Bewilligung der Einwanderung) und damit voraussichtlich bei uns Arbeit findend und nicht in’s Bürgergeld einwandernd.

        Eine Auswahl der Einwanderer nach Leistungsfähigkeit (Punktesystem z.B.) wie etwa in Kanada.

        Geschieht das nicht, wäre das Bürgergeld rasch unfinanzierbar und das Land voller Einwanderer, die auf Bürgergeld hoffen.

      • @muttersheera
        >>“Was genau spricht dafür, dass das Kind eines reichen Erzeugers auch gut versorgt sein muss?”

        Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich von Dir aber wissen, was genau dagegen spricht…<<

        Unterhalt wird nicht nur als Geldrente geleistet: §1606, Abs. 3 BGB "Der Elternteil, der ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, erfüllt seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes."

        Elternteil A, der nur auf einen schlecht betuchten Unterhaltspflichtigen zurückgreifen kann, bekommt also viel weniger für die gleiche Leistung – Betreuung eines Kindes – des Elternteils B, das auf einen gut betuchten Unterhaltspflichtigen – Bohlen – zurückgreifen kann.

        Allein an diesem Beispiel verrät sich der Feminismus: Es lässt ja zu, dass "gleiche Arbeit bei gleicher Qualifikation" vollkommen unterschiedlich vergütet wird! Denn ich habe keine einzige Feministin darüber jammern gehört, dass ihr diese unterschiedliche Herdprämie ein Dorn im Auge wäre.

        Während Bohlens Ex in Geld nur so schwimmt, bekommt Anna Mustermann von ihrem Hartz IV Ex gar nichts.

        Statt aber dem Hartz IV Ex die Betreuung seines Kindes zu ermöglichen – die dann genau so viel wert sein müsste, wie die von Bohlens Ex erhaltenen Geldleistungen – hält man ihn von seinen Kindern fern.

        Mit anderen Worten, anhand dieses Beispiels entlarvt sich die Ideologie der "doppelten feministischen Standards": Einerseits jammert man lautstark über die "Diskriminierung" der Frau durch angebliche "23% weniger Lohn bei gleicher Arbeit bei gleicher Qualifikation", andererseits lässt man zu, ohne mit den Wimpern zu zucken, dass Frau A für die gleiche Leistung und bei gleicher Qualifikation – Mutter – viel weniger als Frau B bekommt.

        Wie begründet man diese offene Diskriminierung der Frau? Durch die "besondere Rolle der Frau", "das Kind gehört zurMutter"-Ideologie und der Versorgungsehen-Ideologie des 19. Jhs.!

        Dabei hält dieser Beton-Feminismus die Muttis durch die Herdprämie Unterhalt zu Hause und schafft damit die Voraussetzungen für die 23% Lohnschere: Frauen die satt Unterhalt bekommen (das sind knapp 30% der Damen in den alten Bundesländern), bemühen sich kaum, um bessere Jobs oder höhere Löhne zu bekommen.

        Jammern tun sie aber alle! Die einen, dass sie noch immer nicht genug von ihren Ex bekommen, die anderen, dass sie zu schlecht bezahlt werden und von den Männern diskriminiert werden (statt richtigerweise von den Damen die satt Unterhalt bekommen und ihnen die Löhne und Gehälter ruinieren).

        Und der männliche Politiker steht da und guckt sich das Ganze an, wie das Kalb vors neue Tor!

  3. @ muttersheera

    *immerhin hofft er auf einen guten Ausblick auf die Apokalypse*

    Ich lege keinen Wert auf einen guten Ausblick auf die Apokalypse, die übrigens keine Apokalypse sein wird, sondern nur der Zusammenbruch einer großen alten Zivilisation, der aber weite Teile der Welt gar nicht tangieren wird.

    Sie werden den Zusammenbruch Europas, seine Implosion oder seine Verwandlung in einen Libanon mit permanentem Bürgerkrieg zwischen Moslems, Christen, Agnostikern und entsprechende Segregationen einschließlich ethnoreligiöser Säuberungen zur Herstellung homogener Herrschaftsgebiete kaum bemerken, nicht mehr darunter leiden als wir etwa gegenwärtig noch unter den diversen Zusammenbrüchen/Bürgerkriegen in Afrika leiden.

    Ich lege keinen gesteigerten Wert darauf, das zu erleben, sehe es allerdings auf uns zukommen.

    Mit guten Gründen.

    • „Ich lege keinen Wert auf einen guten Ausblick auf die Apokalypse, die übrigens keine Apokalypse sein wird, sondern nur der Zusammenbruch einer großen alten Zivilisation, der aber weite Teile der Welt gar nicht tangieren wird.“

      Auch die USA sind partiell in einem desolaten
      Zustand mit explodierenden Staatsausgaben
      zunehmender Verrottung der Infrastruktur.
      Für ethnische Konflikte ist auch dort
      genug Potential vorhanden.
      Und was beim südlichen Nachbarn Mexiko
      läuft (übrigens ein katholisches Land)
      bringt einen auch nicht gerade dazu an
      das Gute im Menschen zu glauben.

      Zudem gibt es Anzeichen dass sich auch
      in China gewisse Blasen gebildet haben.
      Deshalb denke ich schon ein globaler
      Zusammenbruch ist durchaus möglich.

      Die Regionalen Auswirkungen können
      natürlich sehr unterschiedlich sein.

      Man sagt ja immer Kommunikation ist
      nur möglich wenn man die Sprache des
      Gegenübers beherrscht.
      Sobald wir in Verhältnisse kommen wo
      die Sprache im wesentlichen die Sprache
      der AK47 sein wird, ist es für das eigene
      Überleben wichtig sich diese Fähigkeit
      anzueignen. Kleine stilistische und
      orthographische Inkorrektheiten spielen
      da fürs erste keine grosse Rolle.

      • @ Red Pill

        Ja, auch die USA sind in eine gefährliche Schieflage geraten mit aufgeblähtem, „frauenfreundlichen“ ÖD, dessen MitarbeiterInnen mittlerweile im Schnitt (Sozial-/Versicherungsleistungen mitgerechnet) mehr verdienen als die Beschäftigten in der freien Wirtschaft, von deren Erträgen dieser ÖD lebt.

        Der Schwanz wedelt mit dem Hund, ein Zustand der auch in den USA nur durch Verschuldung kaschierbar ist.

        Zudem wird bald die nächste Finanzblase platzen, die der Studienkredite, von denen viele nicht rückzahlbar sein werden, schon gar nicht mit Abschlüssen in Kultur, Kommunikation und Irgendwas.

        Trotzdem sind die USA nach meiner Wahrnehmung durchaus zu raschen, harten, durchgreifenden Reformen bereit und in der Lage, bei weitem nicht so sklerotisiert und unbeweglich wie es die Politik in Europa ist.

        Chinas große Depression schreibt die westliche Presse seit jahrzehnten herbei, besonders dann, wenn dort das Wirtschaftswachstum mal von 12 % + auf katastrophale 4 % + fällt.

        Wann hatten wir denn z.B. das letzte Mal 4 % Wirtschaftswachstum?

        Das würde unsere Presse doch als beispiellosen Boom feiern, in China ist das Krise.

        Tatsache ist, dass China seit ca. 1990 einen wirtschaftlichen Aufbau hingelegt hat, der fast beispiellos ist in der Wirtschaftgeschichte großer Staaten.

        In den 80’er Jahren noch ein riesiges, hungerndes Arbeitslager mit Atomwaffen, das weniger erwirtschaftete als die Auslandschinesen samt Taiwan – ca. 1,1 Milliarden Festlandchinesen hatten ein geringeres BSP als ca. 40 Mio. Auslandchinesen, ein Maß für das verheerende Versagen maoistisch-marxistisch-leninistischer Wirtschaftspolitik.

        Heute, nach wenigen Jahrzehnten Marktkapitalismus, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, die noch weitere wenige Jahrzehnte vorausgedacht, auch die USA überholen wird, selbst wenn man mit kleineren Wachstumspausen rechnet.

        Wie anders sieht da die Zukunft Europas aus, das zudem noch auf dem afrikanischen Pulverfass sitzt, alt, fett, unbeweglich, vergreisend, während südlich der Sahara in den nächsten 50 Jahren zu der einen Milliarde Menschen heute noch einmal 1 Milliarde Menschen dazukommen werden.

        Und das in einem Kontinent, in dem die 1 Milliarde Menschen heute schon nicht gut leben können, die von Kolonialherren nach ihren Interessen zusammengezimmerten Staaten entlang ethnisch-religiöser Grenzen zerfallen, in endlosen, brutalen Bürgerkriegen.

        Die werden sich fortsetzen.

        Stabile, ethnisch-religiös einigermaßen homogene Nationalstaaten sind in Afrika noch lange nicht in Sicht.

        Ehe sie sich nicht herausgebildet haben werden, wird Afrika keinen Frieden finden.

        Und wieviele seiner Menschen werden nach Europa fliehen?

        Wie werden diese Flüchtlinge Europas Kultur verändern, seine Sozialsysteme belasten?

        Wenn nicht ein paar zehntausend/hunderttausend pro Jahr kommen sondern ein paar Millionen?

        Wir hätten nicht mehr die Kraft, nicht die Fähigkeit, nicht den Willen, diese Menschen zu inkulturieren.

        Wir würden inkulturiert, aufgesiedelt.

      • @Alexander

        „Wie anders sieht da die Zukunft Europas aus, das zudem noch auf dem afrikanischen Pulverfass sitzt, alt, fett, unbeweglich, vergreisend, während südlich der Sahara in den nächsten 50 Jahren zu der einen Milliarde Menschen heute noch einmal 1 Milliarde Menschen dazukommen werden.“

        Interessant ist auch dass China daran ist ganze
        Ländereien in Schwarzafrika zusammenkaufen.
        Dabei geht es um Rohstoffe aber auch um
        Produktion von Nahrungsmitteln.
        Also gewissermassen eine neue Art der Kolonisation.
        Im Gegensatz zu den Europäern haben die Chinesen
        keine Gutmenschen Schuldgefühle und so werden
        sie falls nötig die Peitsche auspacken.

  4. Der „Witz“ ist doch, dass er keinerlei Kontrolle darüber hat, ob seine Zuwendungen tatsächlich seinem Kind zugute kommen.

    Sie kann das Geld vor seiner Nase durch die Nase ziehen, er kann nichts dagegen unternehemen.

    Weiterhin, dass der Staat das Kind verpflichtet, vom Kindesunterhalt des Vaters die Mutter zu versorgen.

    Darüber hinaus, dass der Staat als Mindestbedarf erheblich weniger zu leisten bereit ist, als er minimalerweise vom Vater verlangt. Der heißt ja nicht immer Bohlen.

    Ob er will oder nicht, ob er eine Beziehung zu ihnen hat oder nicht.

    In einem oder anderen Fall läuft das nmE darauf hinaus, dass der Vater sein Arbeitspensum zugunsten von „mehr Zeit fürs Kind“ gar nicht reduzieren darf. „Vorsätzliche Entreicherung“ nennt man das dann wohl.

    Tja, wenn er kein Kind wollte, dann hat er eben Pech gehabt und muss Schadenersatz leisten.

    Wer weiß, ob sie die Pille „vergessen“ hat und er deshalb,angefressen, sich einer Anderen zugewandt hat?

    Solche Biologismen bleiben erstaunlich unhinterfragt.

    Es ist eben nicht weit her mit dem Gejammer über das angeblich untergegangene Matriarchat.

    • „Der “Witz” ist doch, dass er keinerlei Kontrolle darüber hat, ob seine Zuwendungen tatsächlich seinem Kind zugute kommen.

      Sie kann das Geld vor seiner Nase durch die Nase ziehen, er kann nichts dagegen unternehemen.“
      Christian schrieb ja, einer steigenden Unterhaltsleistung des Mannes stehen keinerlei zusätzlich Verpflichtungen der Frau gegenüber. Ob der Mann 500, 5.000 oder 50.000 € zahlt, die Frau „versorgt“ ihr Kind, wenn sie ihm 3 Mahlzeiten am Tag vorsetzt und dafür sorgt, dass es in die Schule geht.

      Wie wäre es, wir machen mal eine Liste auf, was am Kindesunterhalt zZ faul ist. Ich sammle mal:

      1. Niemand kontrolliert, ob das Geld dem Kind zugute kommt.
      2. Die Mutter muss mit steigendem Unterhalt keine steigenden Verpflichtungen eingehen.
      3. Unterhalt des Vaters bedeutet keineswegs automatisch Sorge- oder Umgangsrecht für den Vater, weil ihm trotz seines Unterhalts
      a) keines der beiden gewährt wird.
      b) eines von beidem gewährt wird, aber die Mutter sich verweigert.
      4. Hohe Unterhaltspflicht relativ zum Einkommen des Vaters und Zeit des Vaters mit dem Kind stehen sich gegenseitig im Weg.
      5. Gewisse Automatismen werden nicht hinterfragt: Warum muss das Kind eines reichen Mannes einen höheren Unterhalt bekommen?

      • @Haselnuss

        Die Liste ist eine gute Idee.
        Erst einmal noch dazu:

        „Ob der Mann 500, 5.000 oder 50.000 € zahlt, die Frau “versorgt” ihr Kind, wenn sie ihm 3 Mahlzeiten am Tag vorsetzt und dafür sorgt, dass es in die Schule geht.“

        Die immer bestehende Gleichwertigkeit von Betreuungsleistung und Barunterhalt wird besonders mit steigenden Alter relevant:
        Das Kind ist 17 und schon relativ eigenständig, aber der Mutter wird die Betreuungsleistung immer noch voll gegen den Barunterhalt angerechnet, bis zu dem Tag, an dem es 18 wird.
        Es ist für mich wenig verständlich, warum diese Gleichwertigkeit bei höherem Alter bestehen bleiben soll.

        Die Mutter kann dabei, wenn sie das möchte, sogar ihre Betreuung quasi ganz einstellen, solange sie sie nicht an Dritte abgibt (dann muss sie auch unterhalt zahlen). Wenn sie dem Kind mit 12 einen Schlüssel gibt und ihm sagt, das es sich zum Mittagessen eine Dose aufmachen soll, wenn es aus der Schule kommt, dann besteht volle Gleichwertigkeit. Grenze ist allein eine Kindeswohlgefährdung.

        Natürlich werden die meisten Mütter/alleinerziehenden Väter mehr machen. Aber es geht trotzdem darum, dass er jede Lohnerhöhung in der Düsseldorfer Tabelle weiterreichen muss und bei Einstellung der Arbeit oder unverschuldeten Verlust der Arbeit und nicht hinreichenden Bemühungen Schulden machen muss oder ihm sogar ein Strafverfahren droht, während sie eine hohe Gestaltungsfreiheit hat.

        Diese Rücksichtnahme auf die Erziehungsleistung ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Sie mag in einer Zeit angebracht gewesen sein, in der eine Frau eh kein Einkommen über dem Selbstbehalt verdienen konnte, aber das ist heute nicht mehr der Fall.

        Es besteht kein Grund den Vater (überwiegend, es ist natürlich geschlechterneutral formuliert) allein für die finanzielle Seite in die Haftung zu nehmen.

      • Nicht zu vergessen! Gute Ideen kann mann auch von folgendem Forum erhalten: http://blog.beck.de/2012/06/04/auch-der-dieter-muss-sonder-und-mehrbedarf-zahlen

        Weitere Argumentationen gegen den Unterhalt als solchen:
        6. Gemäß Art 6, II GG „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

        Diese Pflege und Erziehung ist die Aufgabe beider Eltern. Laut Art 3 GG sind sie sogar gleichberechtigt darin.

        Was hat die feministische Gesetzgebung daraus gemacht?

        Über den Trick des §1612 a, Abs. 1 BGB, „mit dem es nicht in einem Haushalt lebt“, in Verbindung mit §1687 BGB hat es den feministischen Richtern in der Hand gegeben, das Kind nur einem Elternteil zuzusprechen und das gleichberechtigte Wechselmodell nicht zuzulassen.

        Durch das Zuschlagen des Kindes nur einem Elternteil wird der andere zahlungspflichtig nach §1612a BGB.

        Das ist aber in höchstem Grade diskriminierend, denn
        a) die beiden Elternteile werden nicht gleich behandelt!
        b) das zahlende Elternteil wird von seiner Verpflichtung die „Pflege und Erziehung der Kinder“ wahrzunehmen verhindert:

        Diese Regelung ist also verfassungswidrig!

        Wer für Gleichberechtigung ist, für die Ideale des Humanismus einsteht, der MUSS auch die Gleichberechtigung der Eltern einfordern, also das Wechselmodell als Regelfall und die Abschaffung des Unterhalts als Geldrente als Regelfall.

        Dann können alle Eltern ihre Kinder gleich lange betreuen, ohne dass ein Streit wegen ungleicher Bezahlung „bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation“ entbrannt!

  5. Erst dachte ich: „Och, lass den Bohlen mal schön zahlen für sein Ex-Weibchen mitsamt Brut. Hat ja genug Kohle und verdient sie teils fragwürdig durch das öffentliche Runterputzen von musikalisch ambitionierten 17jährigen… – so hätten wir mehr Verteilungsgerechtigkeit und aus Sicht vieler finanziell normalsterblicher Männchen wäre es ja sogar gut, wenn ein reiches Männchen in solchen Fällen ordentlich zahlen müsste. Denn das bremst zumindest in einigen Fällen dieses Männchen dabei, mit finanziell schwächeren Männchen um Weibchen zu konkurrieren, insbesondere um die besten Weibchen, die Bohlen glaub ich als „Geschosse“ bezeichnet.“

    Dann dachte ich: „Oh shit, wenn Bohlen (und ähnlich reiche Männchen) viel zahlen muss in so einem Fall und vor allem mehr als finanziell normale Männer, dann können Frauen daran sehen, dass sie besser reiche Säcke heiraten bzw. diese als Vater des Nachwuchses wählen, weil bei denen AUCH im Scheidungsfall bzw. in Sachen Kindesunterhalt mehr zu holen ist.“ Durch sowas kommt es dann vermutlich dazu, dass man es regelrecht zementiert, dass Weibchen bevorzugt reiche Männchen heiraten.

    Dann dachte ich: „Und es gibt Männchen, die haben so viel Schotter, dass sie durch noch so viele verlorene Scheidungskriege nicht arm werden und weiterhin ganz viele Weibchen haben können, auch die „Geschosse“ unter den Weibchen. Wenn solch ein Männchen mehr zahlen muss, und die Weibchen das sehen, dann wählen sie wirklich noch häufiger wohlhabende und reiche Männchen als eh schon.“

    Abschließende Betrachtung: Vertrackte Sache. Einerseits muss eine gerechte Lösung zwischen Männchen, Weibchen und Nachwuchs gefunden werden (Schuldprinzip wieder einführen, sag ich nur! Sonst ist immer das Männchen an allem schuld…). Dann aber sollte auch daran gedacht werden, wie sich solche Urteile auf den Partnermarkt auswirken. Zementieren sie den Zustand, dass reiche Männer hervorragende Möglichkeiten bei Frauen haben, oder schaffen sie eher Ausgleich zwischen reichen und armen Männern, die bei Frauen keinen guten Stand haben? Einerseits, andererseits halt.

    Auf der Rotwildskala entspricht Bohlen eben einem kapitalen 24ender mit 13 kg Geweihgewicht und weit über 200 kg Körpergewicht. (Selbst in den Medien wird er schon mal als „Platzhirsch“ bezeichnet.) Was ist ein finanziell durchschnittlicher Mann dagegen, nicht nur kohlemäßig, sondern auch vom Status? Ein Schmalspießer? Oder nur ein Hirschkälbchen? Oder ein Hirschembryo? Eine gerade befruchtete Hirsch-Eizelle? Ein einzelnes Stück Hirsch-DNA? Sorry, aber finanziell, vom Status und den Möglichkeiten beim „Kahlwild“ ist der Unterschied zwischen ihm und einem normalsterblichen Mann so groß, Game hin oder her.

    Und hat der 24ender Probleme mit einer Hirschkuh, dann hält der Schmalspießer nicht immer zu ihm, sondern auch mal zum Weibchen, oder denkt zumindest auch mal daran, wie es wäre, zum Weibchen zu halten. Einerseits gibt es halt Interessenskonflikte zwischen Männchen & Weibchen, andererseits aber auch Rivalität zwischen Geschlechtsgenossen. Es heißt nicht umsonst, dass Geschlechterkämpfe nicht zu gewinnen sind, weil es ständig zu Verbrüderungen zwischen den Geschlechtern kommt. Die Verbrüderungen können auf der Rivalität unter Geschlechtsgenossen basieren. Und vom Platzhirsch verscheuchte Schmalspießer sind nicht oft des Platzhirsches Freunde.

    So ein „mächtiges Geweih“ und so einen „fetten Brunftbart“ wie Bohlen hätte ich auch gerne, am besten auch in bar, deshalb diese Überlegungen!

    Die Einflüsse solcher Zahlungs-Regelungen (und natürlich solcher Sachen wie Frauenquoten usw.) auf den Partnermarkt, insbesondere die Einflüsse auf die Möglichkeiten normalsterblicher Männer bei Frauen, werden in der Gesellschaft, der Politik und den Medien genauso wenig gesehen, wie der von Christian treffend konstatierte Ungeist, dass Biologismen, die auch nach klassischen, d. h. nichtfeministischen Definitionen richtige Biologismen sind (also z. B. naturalistische Fehlschlüsse aufweisen), gar nicht als solche erkannt und als solche benannt werden, wenn sie gegen Männer gehen, während ansonsten ja jede noch so seriöse verhaltensbiologische Betrachtung menschlichen Verhaltens, die die Frau auch mal in einem nicht engelsgleichen Licht erscheinen lässt, als böser Biologismus gebrandmarkt wird.

    Wie auch immer – als „Schmalspießer“ hat man jedenfalls nur Probleme. Einmal mit dem „Platzhirsch“ und zum anderen mit den ganzen Weibchen. Deshalb werden die „Schmalspießer“ auch seit je her in völlig sinnlosen, von „24endern“ angezettelten Kriegen entsorgt und zur Zwangsarbeit herangezogen, Zwangszivildienst und so.

    P.S.: Der Genauigkeit zuliebe – Bohlen erinnert mich von der Wortwahl eher an einen starken Keiler (ab jetzt gilt die Schwarzwildskala!), der gestreifte Frischlinge, die beim nationalen Grunz-Kontest den Ton nicht richtig getroffen haben, durch die Gegend schmeißt. Ist auch so´n unhinterfragten Biologismus, dass Keiler sowas dürfen.

  6. Unterhalt ändert das Paarungsverhalten deutlich. So lange es keinen Unterhalt / keine Sozialhilfe gibt, wird sich eine Frau für die Kinderzeugung einen Mann suchen, der gut verdient, der bei ihr bleibt und der sie samt Kind unterstützt – und sie wird sich so verhalten, dass dieser Zustand möglichst erhalten bleibt.
    Unterhaltsverpflichtungen aber wälzen weibliche Lebensrisiken auf Männer ab, sei es auf direkte Unterhaltzahler (Väter) oder indirekte (alle Männer via Sozialhilfe/Unterhaltsvorschusss etc.). Demensprechend ist es für Frauen einerlei, von wem sie wie viele Kinder bekommen, für sie samt Nachwuchs ist immer gesorgt, sie muß nicht mehr wählen – und vor allem keiner Erwerbsarbeit nachgehen.

    Auf der anderen Seite landet ein normal verdienender Mann, der eine Frau schwängert, schnell in der Armut, weil er jahrelang für Frau samt Kind zahlen muss. Das wiederum führt dazu, dass sich in erster Linie solche Männer vermehren, die nichts zu verlieren haben, weil sie arbeitslos/verschuldet etc. sind. Unterm Strich führt Unterhalt also dazu, dass Vermehrung besonders dort stattfindet, wo einer oder beide Partner sich selbst nicht ernähren können, weil sie auf diesem Weg ein schönes Einkommen über Transferleistungen generieren können.
    So entsteht letzlich auch die gern beklagte ‚Kinderarmut‘: Denn je mehr in diese sozialen Töpfe hineingebuttert wird, desto mehr Arme fühlen sich animiert, Kinder zu zeugen. Normalverdiener dagegen haben das über immer höhere Abgaben zu finanzieren, verzichten auf eigene Kinder und sehen außerdem, dass eine Partnerin wenig Energie in eine Partnerschaft investieren muss, denn jemand wird ohnehin für sie sorgen – sie steht ja per Unterhalt/Stütze auf ‚eigenen Füßen‘.
    Daher rührt auch die gängige weibliche Parole „Ich will ein Kind aber keinen Mann“. Ohne Unterhalt und Stütze gäbe es diese schöne Sentenz nicht.

    • Männer sind reine Zahltrottel. Es ist Zeit, sich davon zu emanzipieren.

      Das wiederum führt dazu, dass sich in erster Linie solche Männer vermehren, die nichts zu verlieren haben, weil sie arbeitslos/verschuldet etc. sind.

      Und Männer, die sich mehrere Exfrauen und Kinder leisten können, also die privilegierten Arbeitslosen, die Kapitalisten.

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