Einfluss des Aussehens von Eltern auf die Bewertung von Attraktivität

In dem Buch „In Your Face: The New Science of Human Attraction“ findet sich interessantes zum Einfluss des Aussehens der Eltern auf das, was man attraktiv findet:

The single best predictor for partners’ eye colour was the eye colour of the parent of the opposite sex. Thus, if a woman’s mother had blue eyes and if her father had brown eyes, she would be most likely to be partnered to a guy with brown eyes, just like her father. Likewise, if a man’s mum had blue eyes and his dad had brown eyes, then his partner was likely to have blue eyes, just like his mum.

Interessant, dass die Augenfarbe in dieser Hinsicht so eine Relevanz hat. Es könnte eine gewisse Prägung stattfinden.

Similarly, the mother’s hair colour was the single best predictor of a male partner’s hair colour.

Interestingly, women are more likely to be attracted to men who look like dad – only if they had a good relationship with their father.

The male face shapes to which a given woman was attracted bore a geometric similarity to the face shape of her father. What was really interesting was that this was found to be true only for daughters who had had a good relationship with their fathers during early childhood: when a woman got on well with her father, she was drawn to men who looked like him. The relationship quality depended on the leisure time the dad spent with his daughter, how actively involved he was in her upbringing, and the emotional investment she had received from him. The quality of contact was evidently more important than its quantity, since it did not seem to matter if dad was away from home for short or for long periods of time. Here, then, the imprinting of a daughter on her father’s face shape depends on a positive emotional bond between the two.

Looking at photos, research subjects were able to tell (at a rate above chance) who was married to whom by looking for a resemblance between the bride and the groom’s mother, or between the groom and bride’s father.

Of more importance, though, is the similarity between a young guy’s partner and his mother. This resemblance, too, is evident to the naked eye; again observers could spot the matches between the true spouse– mother pairs and could detect false pairings. Reciprocally, in a separate study it was found that a young woman’s father was facially similar to the man she chose as a long-term partner. These results show clearly that young adults form partnerships with individuals who resemble their opposite-sex parents. The guy marries a woman whose face looks like his mum’s, and the gal marries a man whose face looks like her dad’s.

Freudanhänger und damit auch Butleranhänger werden sicherlich begeistert von solcher Forschung sein. Es scheint als würden sich die Leute aus ihrem Inzesttabu herauswinden. Sie wollten den jeweiligen anderen Elternteil, weil sie sich mit dem gleichgeschlechtlichen identifizieren, können ihn aber nicht bekommen, also nehmen sie die nächstbeste Alternative.

Eine andere Erklärung wären Vorteile bei der Unterstützung durch die Großeltern. Vielleicht fällt es Großeltern jeweils leichter einen Partner zu unterstützen, der ihren eigenen Partnervorstellungen unterstützt (wenn sich die Tochter einen Mann wie ihren Vater aussucht, dann wird die Mutter die Wahl nachvollziehen können und eher von einer stabilen Beziehung ausgehen, die sie fördert und umgekehrt) oder man damit auch gleichzeitig die Kinder den Großeltern ähnlicher machen möchte, damit diese Möglichst viel von sich in diesen sehen können.

Jedenfalls eine durchaus interessante Forschung.

14 Gedanken zu “Einfluss des Aussehens von Eltern auf die Bewertung von Attraktivität

  1. Ach, das sind solche Allgemeinplätze…

    Meine Freunde hatten bisher ALLE sehr hellblaue Augen. Mein Vater dagegen hat dunkelbraune Augen (genau wie ich) und mein Stiefvater, mit dem ich aufgewachsen bin, hellbraune Augen. Und jetzt?
    Dafür hatte meine Mutter blaue Augen. Steht sie vielleicht stellvertretend für eine Vaterfigur, weil sie arbeiten war und auch ansonsten alles geregelt hat? Leide ich an einem Elektrakomplex, der sich auf meine Mutter richtet und bin ich damit insgeheim lesbisch? Und wie verträgt sich das mit meinem Penisneid? Fragen über Fragen…
    Freud hatte doch selbst einen gewaltigen Schaden und ist in meinen Augen überholt. Damit macht man es sich zu einfach und an Plattheit ist es kaum zu übertreffen…

    • @Robin Urban

      Es wird ja auch nur gesagt, dass es eine gewisse Übereinstimmung gibt, nicht, dass es absolut ist. Ich fand es als Ansatz interessant und eine Diskussion wert, gerade weil ich es auch schon mal sonst gehört habe.

      Von Freud halte ich auch nichts. Seine Theorien machen aus meiner Sicht wenig Sinn, mich überzeugen da die biologischen Theorien zur Geschlechterherausbildung mehr. Ich vermute allerdings, dass Freudianer die Studie durchaus freuen würde. Mit einem Imprinting Effekt scheint es mir aber besser erklärbar.

      • Eine gewisse Übereinstimmung… wenn es hundert verschiedene Augenfarben gäbe, würde ich auch sagen, dass dies interessant sei, aber es gibt ja eigentlich nur vier: blau, braun, grau, grün (und Zwischenstufen). Da MUSS es zwangsläufig eine gewisse Übereinstimmung geben, da es schlicht und ergreifend nicht viele Auswahlmöglichkeiten gibt.

        Das ist halt so typisch Psychoanalyse: Man verbindet Gleiches und interpretiert es und wenn es nichts Gleiches gibt, wird das auch interpretiert.

        Ich kann echt nicht sagen, dass diese „Erkenntnis“ eine Diskussion wert ist.

  2. Ich hatte gestern Nacht nicht mehr die Zeit nach der zugrundeliegenden Studie zu suchen, reiche sie daher jetzt mal nach:

    http://alittlelab.stir.ac.uk/pubs/Little_03_imprint_haireye_EHB.pdf

    Research has shown that human partners are more similar than expected by chance on a variety of traits. Studies examining hair and eye colour show some evidence of positive assortment. Positive assortment may reflect attraction to self-similar characteristics but is also consistent with attraction to parental traits. Here, we examine self-reported partner hair and eye colour and the influence that own and parental colour characteristics have on these variables. Parental characteristics were found to correlate positively with actual partner characteristics for both men and women. Regression analysis predicting partner characteristics from maternal and paternal traits (which controls for own traits) revealed the greater importance of the opposite-sex parent over the same-sex parent in predicting both hair and eye colour of actual partners. The findings may reflect an influence of parental colour characteristics on human partner choice. Attraction to opposite-sex parental characteristics is seen in a wide variety of animals where it is usually attributed to imprinting processes in infancy. Although the mechanism is unclear and not necessarily confined to infancy, the data reported here are consistent with a somewhat analogous process to imprinting occurring in humans.

    • Die Koeffizienten reichen in der Spannweite von klein bis kaum vorhanden. Oder anders ausgedrückt: selbst die besten Prädiktoren sind schlecht.
      Erinnerungsverzerrungen noch nicht einmal einfaktoriert.

      • @Haselnuss

        Stimmt, sie sind klein.

        Hier auch noch eine Studie zu den Gesichtern:

        http://www.dur.ac.uk/l.g.boothroyd/papers/Wiszewska%20et%20al_07_inpress.pdf

        This study investigated sexual imprinting in human females. Facial proportions of fathers were compared to the proportions of stimulus faces the participants found attractive. Women who rated their childhood relationships with their father highly showed a significantly stronger relationship between the proportions of their father’s face and their chosen stimulus than other women, primarily concerning the central face area. Women who rated their fathers less highly did not show similarity between fathers’ and stimulus’ faces. This supports previous research using photographs of parents’ and spouses’ faces.

      • „Hier auch noch eine Studie zu den Gesichtern“
        Die ist ja noch schlimmer.
        Faktoranalyse: Wenn die Theorie das Gebäude verlassen hat.
        Schlechte Faktoranalyse: Wir können ja nicht Nichts machen.

    • Deshalb empfiehlt es sich, eine Anmache mit der Frage zu eröffnen, wann die Frau ihre letzte Periode hatte. Abhängig vom eigenen Aussehen kann man dann weitermachen oder sich zurückziehen. Das nennt sich Inner Game. Man muss es positiv sehen: Man kommt schneller zum Ziel oder spart sich Stunden unnützen Geredes, wenn man doch keine Chancen hat. An einem anderen Tag ihres Zyklus kann man die Frau erneut anmachen.

      • Es gibt sicher Männer die für beide
        Varianten geeignet sind. Also im einen
        Fall eher den langzeit Provider spielen
        und im anderen den Arschloch-Faktor
        auf Overkill erhöhen. 🙂
        Gibt wahrscheinlich schon Apps um
        die Mondphasen eines soft Harems
        zu managen. 🙂

  3. „Freudanhänger und damit auch Butleranhänger werden sicherlich begeistert von solcher Forschung sein.“

    Ja, und zwar zu begeistert, und werden voreilig unterstellen, dass Gene bei all dem keine oder kaum eine Rolle spielen – und dabei „Hurra, die Evolutionsbiologen haben doch nicht Recht!“ freudig ausrufen…

    „Es scheint als würden sich die Leute aus ihrem Inzesttabu herauswinden.“

    Sexuelle Prägungen dienen in der Tierwelt (und meines Erachtens auch beim Menschen) teils dazu, Inzest zu vermeiden, teils aber auch dazu, zu lernen, sich nur mit Individuen der eigenen Art zu verpaaren. Und in vielen Fällen sicherlich auch dazu, generell genetisch vorgegebene Präferenzen im Detail auszuformen, aus mehreren denkbaren Gründen. Z. B. man kopiert das Wahlverhalten des gleichgeschlechtlichen Elternteils, nach dem Motto: „Mama kennt sich mit Männern aus, ich kopiere ihr Wahlverhalten“. Generell kopieren Weibchen das Wahlverhalten anderer Weibchen, auch beim Menschen, aber das ist hier ja schon häufiger thematisiert worden.

    „Eine andere Erklärung wären Vorteile bei der Unterstützung durch die Großeltern. Vielleicht fällt es Großeltern jeweils leichter einen Partner zu unterstützen, der ihren eigenen Partnervorstellungen unterstützt (wenn sich die Tochter einen Mann wie ihren Vater aussucht, dann wird die Mutter die Wahl nachvollziehen können und eher von einer stabilen Beziehung ausgehen, die sie fördert und umgekehrt) oder man damit auch gleichzeitig die Kinder den Großeltern ähnlicher machen möchte, damit diese Möglichst viel von sich in diesen sehen können.“

    Ja, und/oder eben auch deshalb – ist gerade bei einer Art mit Investment in die Jungenaufzucht durch Großeltern/Großmütter wie beim Menschen eine plausible Erklärung.

    Was die Freud- und Butlerianer angeht: Solche und ähnlich gesinnte Leute gucken sich evolutionsbiologische Erklärungen gar nicht erst im Detail an (Ist jedenfalls meine Erfahrung.) und lehnen diese Art der Biologie immer sofort ab, obwohl sie sie gar nicht kennen.

  4. Wirkliche Schönheit ist außerordentlich selten. Soweit Frauen überhaupt schön sein können, ist Frau Kalojeropulu für mich überzeugend.
    Es gehört nicht nur ein Ebenmaß von Gesicht und Figur dazu, sondern eine unverwechselbare Individualität.

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