Wann ist die Arbeit zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt?

Eine Frage, die schwer zu beantworten ist, ist die, wann die Arbeit zwischen den Geschlechtern fair verteilt ist.

Kriterien können sein

  • Reiner Zeitfaktor
  • Anforderungen der Arbeit  (starke körperliche Arbeit, sehr Stressvolle Arbeit etc)
  • Intensität der Arbeit. (eine halbe Stunde kochen kann intensiv sein oder darin bestehen die Fertigpizza in den Ofen zu schieben und dann fernsehen zu schauen)
  • Beliebtheit der Arbeit
  • Flexibilität der Arbeit

Letztendlich bringen diese Faktoren eine hohe Subjektivität in die Bewertung. Wenn jemand lieber einem Bürojob nachgeht als zB bei dem schreienden Baby zu bleiben, ist das dann gerecht verteilt, wenn beide gleich lang beschäftigt sind?

Letztendlich ist die Aufteilung der Arbeiten insofern immer auch Sache der Partner innerhalb einer Beziehung. Wenn beide mit der Aufteilung glücklich sind, ist sie dann per se gerecht? Was ist, wenn  beide die Tätigkeiten nicht tauschen wollten, also meinen, die für sie, aus ihrer Sicht, bessere Arbeit zu haben?

Wann ist eurer Meinung nach die Arbeit zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt?

Die Biologischen Grundlagen für ein faires Geschäft

Ein interessante Studie zeigt, wie sich bei Kindern ein Sinn für ein faires Geschäft entwickelt

Highlights

Age-related increases in strategic behavior correlate with greater impulse control

Development of DLPFC function subserves impulse control needed for strategic behavior

Age-independent DLPFC thickness predicts individual differences in strategic behavior

Summary

Human social exchange is often characterized by conflicts of interest requiring strategic behavior for their resolution. To investigate the development of the cognitive and neural mechanisms underlying strategic behavior, we studied children’s decisions while they played two types of economic exchange games with differing demands of strategic behavior. We show an increase of strategic behavior with age, which could not be explained by age-related changes in social preferences but instead by developmental differences in impulsivity and associated brain functions of the left dorsolateral prefrontal cortex (DLPFC). Furthermore, observed differences in cortical thickness of lDLPFC were predictive of differences in impulsivity and strategic behavior irrespective of age. We conclude that egoistic behavior in younger children is not caused by a lack of understanding right or wrong, but by the inability to implement behavioral control when tempted to act selfishly; a function relying on brain regions maturing only late in ontogeny.

Quelle: Impulse Control and Underlying Functions of the Left DLPFC Mediate Age-Related and Age-Independent Individual Differences in Strategic Social Behavior

Aus dem Spiegelartikel dazu:

Wie sie im Fachmagazin „Neuron“ berichten, verstehen auch jüngere Kinder durchaus, welche Art des Teilens oder Tauschens gerecht ist und welche nicht. Damit sie jedoch die Situation des anderen mit bedenken und nicht impulsiv aus egoistischer Sicht entscheiden, muss eine bestimmte Hirnregion aktiv werden. Und der sogenannte linke dorsolaterale präfrontale Cortex, der für die Impulskontrolle wichtig ist, entwickelt sich erst relativ spät vollständig. Daher sei faires Teilen noch im Grundschulalter leicht gesagt, doch schwer getan, schreiben die Wissenschaftler

Das finde ich interessant. Für kleine Kinder eines gewissen Alters ist es meiner Meinung  nach durchaus vorteilhaft, egoistisch zu sein. Schließlich sind sie noch sehr verletzlich und sollten sich an Ressourcen sichern, was sie können. Es wäre insofern durchaus sinnvoll, eine Gehirnfunktion, die dies einschränkt erst später zu entwickeln. Das wir ohne diese Gehirnregion egoistischer sind zeigt zudem gut, wie sich soziales Denken auch biologisch entwickeln kann.

Und weiter:

Beim Ultimatumspiel unterbreiteten ältere Kinder häufiger faire Angebote, während die jüngeren Kinder zwischen beiden Spielen kaum Unterschiede machten. Auch die Reaktion auf ein ungerechtes Angebot fiel je nach Alter unterschiedlich aus: Während fast alle 11- bis 14-Jährigen das Geld ablehnten, wenn ihnen nur eine einzige Einheit angeboten worden war, akzeptierten die meisten 6- bis 9-Jährigen dieses Angebot. Dies taten die Jüngeren, obwohl ihnen bewusst war, dass die Aufteilung unfair war und sie es daher im Prinzip ablehnen sollten.

Es ist hier zunächst erst einmal festzuhalten, dass die 6-9jährigen eigentlich logischer handeln. Zumindest, wenn man das Spiel nur einmal gespielt hat. Denn in diesem Fall bringt die Bestrafung nicht, der Spieler hat den größten Vorteil, wenn er jeden angebotenen Betrag und sei er noch so niedrig, sofort annimmt, was der Anbietende sich denken kann und daher den geringstmöglichen Betrag bieten sollte.

Hier zeigt sich auch mal wieder, dass unser Gehirn nicht für absolutes logisches Denken gemacht ist, sondern für die Praxis: Im wahren Leben gibt es eben keine Spielregeln, die festlegen, dass man nur einmal miteinander spielt, sondern die Chance ist groß, dass man weitere Male miteinander zu tun hat oder zumindest andere mitbekommen, dass man bereit ist zu bestrafen, wenn man ein schlechtes Angebot bekommt. Dies hat auf lange Sicht dann wieder Vorteile

Und weiter

Messungen der Hirnaktivität brachten weitere interessante Erkenntnisse: Je älter die Kinder waren, desto stärker wurde der laterale präfrontale Cortex aktiv. Er reift erst spät in der Kindesentwicklung voll heran. Dass Kinder selbst dann nicht fair teilen, wenn es strategisch klug wäre, hat nach Ansicht der Forscher demnach nichts mit mangelndem Verständnis zu tun. Es erklärt sich stattdessen aus der späten Entwicklung dieser für die Impulskontrolle wichtigen Hirnregion.

Andere Studien haben bereits gezeigt, dass Kinder schon sehr früh abschätzen können, wer moralisch richtig handelt und oft auch dementsprechend reagieren – etwa ein Experiment am Leipziger MPI, bei dem 3-jährige Fieslinge abstraften, freundlichen Erwachsenen dagegen halfen.

Die Impulskontrolle scheint also zunächst erst einmal auf den „logischsten Weg“ anzuspringen und wird dann entsprechend gehemmt.

OECD: Better Life Index: Frauen sind glücklicher und weniger überarbeitet

Aus einem Bericht der „Daily Mail“: (via Genderama)

Women are happier and less stressed than overworked men, according to a survey of lifestyles in 34 countries.

Men living in the world’s most advanced nations work longer hours and earn higher wages, but are more likely to be exposed to danger and have a lower life expectancy.

But while women might score higher on measures of happiness, they still spend twice as much time as men doing housework – an average extra of two-and-a-half hour each day.

Women across the 34 nations surveyed spend an average of 279 minutes per day carrying out housework or caring for children or the elderly, compared with 131 minutes each day for meen.

British men are almost three times more likely to be working ‚very long hours‚ when compared to women.

Also in the UK, 75 per cent of men are in paid work, compared with 65 per cent of women.

Across the 34 countries, 72 per cent of men and 59 per cent of women have jobs, including part-time employment.

Men were found to be slightly healthier than women but still have a life expectancy some six years less than women.

In Britain, life expectancy at birth is 80 and women outlive men by an average of three years.

However, men are three times as likely to be murdered than women – with three killings per 100,000 compared to one per 100,000 among women.

Men are also 15 per cent more likely to be mugged or assaulted.

The OECD researchers said: ‚Much has been said and written about the need for greater gender equality, but it is a rather complex picture.

‚True, men earn more and work more than women, but they are also more likely to be victims of assault or murder, while women live longer and have stronger social networks but are more likely to end their lives in poverty.‘

Arne Hoffmann verweist zutreffend darauf, dass das eine merkwürdige Verteilung der „patriarchalen Dividende“ ist.

Weitere Kritik an Privilegientheorie und Deutungshoheit

Die Privilegientheorie bleibt nach wie vor ein wesentlicher Pfeiler im modernen (radikalen?) Feminismus. Ich hatte hier schon einiges an Kritik daran:

Anlässlich eines Vorfall, bei dem es darum ging inwieweit Kinder zu verbergen sind, weil sie Privilegien darstellen gab es noch einmal einige interessante Punkte, die ich hier noch einmal sammeln möchte:

Der Artikel „Privilegien“ bei Elitemedium:

Privileg kann nun eigentlich alles sein. Der Reiche ist privilegiert gegenüber dem Ärmeren. Der Gesunde gegenüber dem Kranken. Der Junge ist privilegiert gegenüber dem Alten… Moment. Hier wird es schon schwieriger. Der Junge kann Gegenüber dem Älteren nämlich gleichzeitig privilegiert (gesünder, schöner, längere Restlebenserwartung) aber auch unterprivilegiert (weniger Rechte, weniger Status, weniger Macht) sein.

Meiner Meinung nach in der Tat eines der größten Probleme: Es ist nicht eingrenzbar, gerade weil es ins subjektive ausgeweitet wird. Elitemedium dazu weiter:

Ja das ist wirklich perfide. Der Privilegierte ist also ”qua Definition” blind für sein Privileg, aber wenn er andere fragt, ist das supremacy Haltung. Sehr schön.

Hinzu kommt, dass der derjenige, der für sich eine Unterprivilegierung in Anspruch nehmen kann damit nach feministischer Denkweise diverse Forderungsrechte erwirbt:

  • das Recht von Privilegierten „Reflektion“ verlangen zu dürfen
  • das Recht von Privilegierten verhaltensänderungen verlangen zu dürfen
  • das Recht zur Kritik an Privilegierten ohne eigene Begründungspflicht

und das Beste von allem: Der Unterprivilegierte selber ist gegen jeden Vorwurf, er würde selber andere diskriminieren immun:

Das ist das gefährliche an dieser Theorie/Ideologie gerade im Feminismus:

Der Kommentator „Heiliger Bimbam“ bei „Leftist Elite“:

Unter die Nase reiben ist eine rein subjektive Wahrnehmung. Wie soll man darauf eingehen?

Wenn die Einen es vll. begrüßen würden, dass die Kinder nicht mitgebracht werden, empfinden Andere das möglicherweise als Sonderbehandlung und möchten gerade nicht, dass Menschen explizit “Schonhaltungen” einnehmen, weil sie sich damit in eine Betroffenenecke geschoben sehen. Wenn ich mir vorstelle, meine Anwesenheit würde Leute dazu veranlassen, bestimmte Themen und Verhaltenweisen zu vermeiden, wäre für mich sehr diskriminierend. Man würde mich nicht “normal” behandeln und mir mein Anderssein unter die Nase reiben. Der Tatbestand, dass in der Situation jemand sich als anders empfindet, bleibt in jedem Falle bestehen.

“Jemand zeigt ein Privileg auf und zieht damit die Abwehrhaltung der Priviligierten auf sich, weil diese ja auch Probleme haben.”

Das ist natürlich ein Totschlagargument. Damit wird es unmöglich, sich überhaupt gegen die Unterstellung eines Privilegs zu verteidigen und das Bestehen dieses Privilegs zu widerlegen.

Das zeigt eben wieder das Problem der fehlenden Begrenzung: Es ist unmöglich es alles recht zu machen, wenn man subjektive Unannehmlichkeiten, die auf angenommenen Privilegien beruhen, wertet. Mit der Privilegientheorie in Verbindung mit der Deutungshoheit und subjektiven Beeinträchtigungen orientiert man sich beständig nach unten: Die Gesellschaft wird nicht immer freier und sicherer, sondern immer handlungsärmer und anfälliger für Kritik: Es wird nicht besser, sondern schlechter, weil man eben alles als Beeinträchtigung sehen kann, auch die Gegenreaktion und den versuch es anderen Recht zu machen. Es ist unmöglich so zu handeln, dass niemand sich beeinträchtigt fühlen kann. Das Beispiel Kinder zeigt dies eigentlich besser als jedes andere Beispiel.

Dazu in einem weiteren Kommentar:

Vielleicht ist aber auch nur diese “Privilegientheorie” Unfug. Wie man hier sieht, führt sie dazu, dass nur noch das eigene Befinden ausschlagebend ist für die vermeintlichen Privilegien Anderer. Die Privilegien kann man denen, die einen an die eigenen Unzulänglichkeiten (wichtig hier: Unzulänglichkeiten haben alle!) erinnern, andichten und sich damit in eine moralisch überlegene Position begeben. Jemand mit dünnem Haar kann die “Privilegien” der mit üppigem Schopf ausgestatteten “sichtbar machen” und von denen verlangen, ihre Behaarung nicht zu inszenieren, um nicht getriggert zu werden durch volles Haar!?! “critical hairyness”?

Das ist absurd. Es wird Zeit, diese “Privilegientheorie” als das zu erkennen, was sie ist.

Und dann weiter:

es gibt probleme, die sind in einem sinne privatangelegenheit, als dass man nicht von der gesamten umwelt besondere rücksicht verlangen kann. oder anders gesagt, wenn jemand die anwesenheit von kindern (oder kleinfamilien) nicht aushält, dann haben nicht die kinder oder kleinfamilien den kontakt zu meiden, sondern der oder die betroffene muss selbst meiden, was ihn oder sie triggert.

Und das ist genau meine Meinung dazu. Man kann nicht jede persönliche subjektive Befindlichkeit über Verhaltensregeln für andere lösen.

Auch „NutellaBerliner“ geht dort in die gleiche Richtung:

Doch. Die Konsequenz von “ich fühle mich durch den Anblick von Kindern immer an meine Diskriminierung erinnert etc” kann doch nur sein: kein Anblick von Kindern für Lantzschi.

Wenn sie aber keine Kinder sehen will, sich dabei aber nicht einschränken will (auch das wäre wieder: Diskriminierung), ist die logisch zwingende Konsequenz: die Kinder müssen wegbleiben. Und damit auch die Eltern, die aus mannigfaltigen Gründen nur mit Kind kommen können. Diese Eltern werden dann diskriminiert. Und warum? Weil Lantzschi der Anblick von Leuten, die anders sind als sie, nicht passt.

Darauf läuft es im Kern hinaus.

Und das ist die Offenlegung des eigentlichen Kerns der Privilegientheorie in Verbindung mit der Deutungshoheit:

Wenn jemand anders ist und mir das nicht passt, dann muss er sich ändern, einfach weil es mir nicht passt.

Was natürlich erst einmal Kindergarten ist.

Anatol Stefanowitsch stellt auch bei Leftist Elite seine Sicht dar, die die Privilegientheorie eher stützt:

Zum ersten Punkt: Es muss allen Menschen erlaubt sein, sich sichere Räume zu definieren und diese müssen respektiert werden. Wenn Menschen, für die heteronormatives (oder als heteronormativ wahrgenommenes) Verhalten oder die Gegenwart von Kindern eine Diskriminierung darstellt, für sich einen sicheren Raum schaffen und sich dorthin zurückziehen, dann haben sich potenziell heteronormativ handelnden Menschen dort herauszuhalten und — auch wenn es den Kindern gegenüber ungerecht erscheinen mag — ihre Kinder von dort fernzuhalten.

(…)

Zum zweiten Punkt: Selbst dort, wo nicht für alle ein sicherer Raum geschaffen werden kann, sollten natürlich alle daran mitarbeiten, dass in der Öffentlichkeit die größtmögliche Sicherheit für alle besteht. Und hier müssen wir vielleicht unterscheiden zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Bedrohungen und die Verantwortlichkeiten für den Umgang mit diesen Bedrohungen unterschiedlich verteilen.

Da ist die Gegenüberstellung wieder „Die einen müssen sich einen Raum schaffen, die anderen müssen das akzeptieren“. Warum ist es eigentlich so schwierig, sich einfach mal mit der naheliegenden Frage auseinanderzusetzen, ob eine Forderung nach einem „sicheren Raum“ in dem konkreten Zusammenhang überzogen ist oder nicht? Und ob die Einschränkung der einen in einem Verhältnis zu der Bedrohung der anderen steht? Das scheint mir das Naheliegendste zu sein, was die Interessen der Personen zu einem angemessenen Ausgleich bringt: Man stellt die jeweiligen Positionen in eine Abwägung ein und nimmt einen Ausgleich vor. In diesem kann man dann natürlich auch einen Minderheitenstatus, Machtfragen und andere Punkte aufgreifen und berücksichtigen.

Das man dies nicht will hat wohl die folgenden Ursachen, die ja oben auch schon angesprochen worden sind:

  • Definititonsmacht ist eine tolle Sache, wenn man derjenige ist, der definiert
  • Es klingt so gut und moralisch, wenn man sich bedingungslos für die Schwachen einsetzt.
Das Sich-Aufbürden von besonderen Rücksichtsnahmepflichten ist natürlich -wie so oft – erst einmal ein Costly Signal: Um so mehr Lasten man auf sich nimmt, um so eher kann man Aufzeigen, dass man den Minderheitenschutz ernst nimmt. In der passenden sozialen Einordnung erscheint damit jeder, der nicht bereit ist diese Lasten auf sich zu nehmen und der Minderheit die bedingungslose Definitionsmacht zuzusprechen, als jemand, der der Sache nicht genug verpflichtet ist. Und damit kann man ihn auch eher aus der In-Group in die Out-Group einordnen, was auch in diesen Bewegungen einen erheblichen Gruppendruck erzeugt.

Die Anlage-Umwelt-Debatte aus Sicht der Entwicklungspsychologie und der Soziologie

Leser Chomsky möchte gerne die folgenden Texte zur Diskussion stellen:

1. Die Anlage-Umwelt-Debatte aus der Perspektive der Entwicklungspsychologie

Kontroversen über die Frage, ob den Erbanlagen, dem Genom oder der Umwelt mehr Gewicht in der Entwicklung von Fähigkeiten, Dispositionen, Störungen usw. zukommen, sind so alt wie die Entwicklungspsychologie. Voreingenommene Meinungen sind verbreitet, obwohl diese Frage unsinnig ist. Erbanlagen und die internale und externale Umwelt wirken bei der Entwicklung psychologischer Merkmale immer zusammen, und zwar nicht additiv. Deshalb ist die Frage nach Gewichten so unsinnig, wie es unsinnig wäre, zu fragen, ob die Länge oder die Breite mehr zur Fläche beitrage.

Die sinnvolle Frage an die Wissenschaft lautet: Welche Komponente des Genoms interagieren wann bei der Entwicklung mit welchen Aspekten der internalen somatischen und/oder der externalen Umwelt in welcher Weise und mit welchem Ergebnis? Diese Frage ist aber nicht generell zu beantworten, sondern für jede Entwicklung von Fähigkeiten, Merkmalen und Störungen gesondert. Bei der Beantwortung stehen wir in vielen Feldern erst am Anfang.
Weil die Debatte über Gewichte von Anlagen und Umwelt nach wie von kontrovers geführt wird, muss man sich mit Daten und Argumenten auseinander setzen. Sinnvoll gefragt werden darf, welcher Anteil an Fähigkeits- und Merkmalsunterschieden in einer Population auf Unterschiede

– in den Erbanlagen und
– in der Entwicklungsumwelt

zurückführbar sind. Diese Frage muss erstens für jede Untersuchungspopulation gesondert beantwortet werden, und die Antwort darf nicht von einer Population auf andere generalisiert werden. Zweitens lassen die Antworten keinerlei Rückschlüsse zu auf das relative Gewicht von Anlage- und Umwelteinflüssen bei der Herausbildung von Fähigkeiten und Merkmalen eines Individuums. (Oerter, Rolf/Montada, Leo [Hrsg.] 2008: Entwicklungspsychologie, Weinheim/Basel, S. 19)

2. Die Anlage-Umwelt-Debatte aus der Perspektive der Soziologie

Die moderne Biologie, speziell Genetik und Neurobiologie, scheinen die handlungstheoretische Basis der Soziologie in Frage zu stellen. Widerlegen ihre neuesten Ergebnisse tatsächlich Axiome, deren Fortfall das soziologische Theoriegebäude einstürzen ließe? Diese Axiome beziehen sich auf unser Menschenbild. Diesem Menschenbild zufolge hat der im Prozess primärer und sekundärer Sozialisation geprägte Akteur soziokulturell geformte Präferenzen, die sein Handeln leiten. Er ist offen für seine Umwelt und reproduziert in seinem Handeln kulturell vorgegebene Muster. Die moderne Genetik scheint das Verhältnis zwischen Natur und Umwelt, nature and nurture in der Bestimmung des menschlichen Handelns zugunsten der Natur zu verschieben. Bei genauerer Betrachtung bestätigt sich jedoch, dass der handelnde Mensch der Soziologie ganz überwiegend ein Produkt der Sozialisation in eine historisch geformte Gesellschaft hinein ist. Die Genetik defi niert lediglich die äußerste Grenze soziokultureller Formbarkeit. Die Hirnforschung stellt den autonomen Akteur in Frage und macht Bewusstsein zum Epiphänomen organisch neurologischer Prozesse. Für die Soziologie ist der freie Wille jedoch niemals notwendiges handlungstheoretisches Axiom gewesen. Nicht ob Menschen bewusst handeln, sondern nach welchen – bewussten oder unbewussten – Regeln sie es tun, ist soziologisch relevant. Dabei hat die Hirnforschung selbst festgestellt, dass die ins erwachsene Gehirn einprogrammierten Reaktionstendenzen nicht genetisch determiniert sind, sondern in Interaktion mit der Umwelt „gelernt“ oder zumindest verstärkt oder gehemmt werden. Die nachgewiesene Plastizität des Gehirns bannt die Gefahr des neurologischen Determinismus. Auch inhaltlich stellen die neu entdeckten, neurophysiologisch verankerten Reaktionstendenzen die von Soziologen benutzte Handlungstheorie nicht in Frage. Die Soziologie braucht und benutzt lediglich ein stilisiertes Modell des Menschen: Der homo sociologicus ist ein höchst selektives Konstrukt. Das intellektuelle Schattenboxen mit der modernen Biologie fördert keinen Widerspruch zu fundamentalen soziologischen Axiomen zutage.

Ich füge ergänzend in Vorbereitung einer Diskussion noch ein paar Links an:

Stress und soziales Verhalten bei Männern

Eine Studie dazu, wie Stress und soziales Verhalten zusammenspielen macht gerade die Runde.

Das Hamburger Abendblatt beispielsweise verwendet die Überschrift „Stress macht Männer sozialer – und Frauen freundlicher„. Klingt interessant.

Die zugrundeliegende Studie:

Psychosocial stress precipitates a wide spectrum of diseases with major public-health significance. The fight-or-flight response is generally regarded as the prototypic human stress response, both physiologically and behaviorally. Given that having positive social interactions before being exposed to acute stress plays a preeminent role in helping individuals control their stress response, engaging in prosocial behavior in response to stress (tend-and-befriend) might also be a protective pattern. Little is known, however, about the immediate social responses following stress in humans. Here we show that participants who experienced acute social stress, induced by a standardized laboratory stressor, engaged in substantially more prosocial behavior (trust, trustworthiness, and sharing) compared with participants in a control condition, who did not experience socioevaluative threat. These effects were highly specific: Stress did not affect the readiness to exhibit antisocial behavior or to bear nonsocial risks. These results show that stress triggers social approach behavior, which operates as a potent stressbuffering strategy in humans, thereby providing evidence for the tend-and-befriend hypothesis.

Quelle: The Social Dimension of Stress Reactivity: Acute Stress Increases Prosocial Behavior in Humans (Volltext)

Ich zitierte zudem einmal aus der Pressemitteilung der Uni Freiburg:

Dieser zufolge sollen Menschen und die meisten Tierarten bei Stress die „Kampf-oder-Flucht-Reaktion“ („fight-or-flight“) zeigen. Erst seit den späten 1990er Jahren vertreten einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die These, dass Frauen unter Stress alternativ nach dem „Tend-and-befriend-Konzept“ handeln, also mit einem beschützenden („tend“) und Freundschaft anbietenden („befriend“) Verhalten reagieren. Männern hingegen wird nach wie vor unterstellt, bei Stress aggressiv zu werden. Zu Unrecht, sagt von Dawans: „Offenbar zeigen auch Männer soziales Annäherungsverhalten als unmittelbare Konsequenz von Stress.“

Mit dieser Studie hat das Forschungsteam erstmals das Sozialverhalten bei Männern unter Stress experimentell untersucht. (…) Die Folgen für das Sozialverhalten untersuchten die Forscherinnen und Forscher nun in ihrer Studie mit eigens konzipierten sozialen Interaktionsspielen. Diese ermöglichen es, positives Sozialverhalten, zum Beispiel Vertrauen oder Teilen, und sozial negatives Verhalten, etwa Bestrafen, zu messen.

Im Ergebnis zeigten Probanden, die unter Stress standen, deutlich mehr positives Sozialverhalten als Probanden der Kontrollgruppe, die sich nicht in einer Stresssituation befanden. Negatives Sozialverhalten jedoch wurde durch Stress nicht beeinflusst. Für Markus Heinrichs hat dies weit reichende Konsequenzen für ein besseres Verständnis der sozialen Bedeutung von Stress: „Aus vorherigen Studien unseres Labors wussten wir bereits, dass positiver sozialer Kontakt mit einem vertrauten Menschen vor einer Stresssituation die Stressreaktion reduziert. Offenbar ist diese Bewältigungsstrategie so stabil verankert, dass Menschen auch unmittelbar im oder nach dem Stress durch positives soziales Verhalten Stressreaktionen verändern können.“

Interessant ist dabei natürlich das verwendete Spiel:

The trust game and trustworthiness game were sequential two-player games. The player with the first move could choose to trust or not trust. If he did not trust, both players received 14 monetary units (MU). If he trusted, a higher total amount could be gained, but the resulting payoffs depended on whether the second player was trustworthy or not. If he was not trustworthy, he received a payoff of 60 MU, and the player with the first move received nothing. If the player with the second move was trustworthy, the two players received the same payoff;

(…)

The punishment game was also a sequential two-player game. In this case, the interaction partner always had the first move, and he could decide how to distribute 50 MU. He could either make a fair split (25 MU and 25 MU) or choose a given unfair distribution. If he chose the fair offer, there was no further choice. But if he chose the unfair offer, the target participant could either accept the offer (Fig. 1 displays the variant in which he received 48 MU for himself and the target participant received 2 MU) or punish the interaction partner by refusing the offer.

(…)

In the sharing game, the target participant could either receive 30 MU for himself (leaving 0 MU for the interaction partner) or share the reward (e.g., 15 MU for himself and 15 MU for the interaction partner, as illustrated in Fig. 1). There was no opportunity for the interaction partner to influence the outcome.

In the nonsocial risk game, the target participant played alone. In each of eight rounds, he could choose between a lowrisk gamble (e.g., having a 50% chance of receiving 27 MU and a 50% chance of receiving 23 MU) or a risky gamble (e.g., having a 50% chance of receiving 52 MU and a 50% chance of receiving 4 MU). Next, the participant rolled a die to determine the outcome of the chosen gamble: Rolling a 1, 2, or 3 resulted in the higher outcome, whereas rolling a 4, 5, or 6 resulted in the lower outcome. Each participant played each variant once.

Das sind natürlich alles Kooperationsspiele, mit Ausnahme des letzten Spiels. In diesen Situationen kann ich mir gut vorstellen, dass die Spieler gerade bei Stress auf Kooperation umschalten, weil es die Lösung ist, die den höchsten Gewinn verspricht und damit erst einmal als optimale Lösung erscheint. Das letzte Spiel hingegen fragt nur Risiko, nicht Wettbewerb ab.

Es sagt allerdings wenig darüber aus, wie sich Menschen verhalten, wenn Kooperation keine Lösung ist, also in einem Zero-Sum-Game, bei dem der Gewinn des einen der Verlust des anderen ist. Das wäre ja eine klassische Konfliktsituation, in der man sich eher zurückziehen kann oder angreifen kann, also eine Fight or flight Situation austragen kann.

Dazu aus der Studie:

These findings support the idea that humans have a tendency to provide and receive joint protection within groups during threatening times (Baumeister & Leary, 1995). Although previous studies have implicated tend-and-befriend behavior as a sex-specific stress response in women (Taylor, 2006), this is the first study to demonstrate this coping behavior in men. As one of the strongest positive reinforcers, social contact could foster further prosocial behavior. This interpretation is consistent with the results of a recent study showing an improvement in social cognition after stress among individuals who responded to acute psychosocial stress with high cortisol levels (Smeets, Dziobek, & Wolf, 2009).

Da menschliche Gruppenbildung gerade gegenseitige Unterstützung erreichen soll, die In-Group ja ein Instrument ist, um Vorteile in der Zusammenarbeit zu erreichen, wäre es auch merkwürdig, wenn diese unter Druck, der gerade durch Zusammenarbeit gelöst werden kann, nicht zusammenarbeiten. Zu den Gruppenfunktionen gerade bei Männern hatte ich hier schon die Darstellung bei David Geary aufgegriffen: „Männerfreundschaften und Koalitionsbildung

Das Männer in Gruppen sozial zusammenarbeiten können, gerade auch unter Stress, ist insoweit eine Erkenntnis, die zu erwarten war.

Interessant auch die hormonelle Seite:

What are the putative mediators between stress exposure, prosocial behavior, and coping? In nonhuman mammals, the stress-buffering effect of proximity and affiliation has been shown to be primarily mediated by the activation of specific endocrine systems within the central nervous system (Insel & Young, 2001). In particular, the oxytocin system is postulated as the biological basis of both social approach behavior and social buffering of stress reactivity (Heinrichs & Domes, 2008). Because animal research shows that oxytocin is secreted during stressful situations (Neumann, Krömer, Toschi, & Ebner, 2000) and that oxytocin increases social approach behavior (Donaldson & Young, 2008), acute stress might also lead to higher availability of brain oxytocin, thereby increasing the willingness to respond with social approach behavior. We previously showed that social support and intranasal oxytocin administration interact to reduce cortisol levels and subjective responses to psychosocial stress in men (Heinrichs et al., 2003). In addition, we found that intranasally administered oxytocin increases trusting behavior (Kosfeld, Heinrichs, Zak, Fischbacher, & Fehr, 2005), thereby attenuating the activity in brain areas mediating emotional processing (amygdala, midbrain regions) and the behavioral adaptation to feedback (dorsal striatum; Baumgartner, Heinrichs, Vonlanthen, Fischbacher, & Fehr, 2008). Also, recent evidence from a genetic study indicates that a common single-nucleotide polymorphism (rs53576) in the oxytocin receptor gene interacts with stress-protective effects of social support, such that only carriers of the G allele show reduced cortisol responses to stress following social support (Chen et al., 2011). These results suggest that genetic variation in the oxytocin system modulates the effectiveness of positive social interaction as a protective buffer against a stressful experience. Further studies using a combination of pharmacological approaches and genotyping for oxytocin receptor polymorphisms are needed to clarify the role of the oxytocin system in influencing prosocial behavior following stress exposure (Meyer-Lindenberg, Domes, Kirsch, & Heinrichs, 2011).

Hier wäre es interessant noch einmal die Reaktionen bei einer konfrontativen Wettbewerbssituation zu vergleichen. Zu der diesbezüglichen Situation und den Geschlechtsunterschieden bei Männern und Frauen hatte ich in dem Artikel „Stressreaktionen bei Mann und Frau“ bereits etwas geschrieben. Interessant ist auch das dort erwähnte Zusammenspiel von Testosteron und Oxytocin, wobei Testosteron die Wirkung von Oxytocin einschränkt. Gerade bei Stress in einer Wettbewerbssituation wird mehr Adrenalin ausgeschüttet und dadurch auch mehr Vasopressin ausgeschüttet, welches durch Testosteron verstärkt wird und dann wieder eine gewisse Bissigkeit in die Auseinandersetzung bringen kann, im Gegensatz zu einer Tend and Befriend Situation.

Wie man sich als profeministischer Mann im Genderfeminismus verbiegen muss

Ein weiterer Bericht vom Gendercamp kommt von Simon Kowalewski und ich finde er zeigt noch einmal schön auf, dass man in diesem Teil des Feminismus als Mann nicht gut aufgehoben ist, wenn man nicht Spass daran hat, der Sündenbock für alles zu sein, keinerlei Mitspracherechte zu haben und auf dem Boden zu kriechen:

Die profeministische Reflexion seiner Sünden äh  Privilegien macht den Anfang:

Zunächst muss ich darauf anerkennen, dass ich ein absolut privilegiertes Leben führe. Ich bin ein weißer heterosexueller Cis-Mann aus einem guten Elternhaus, habe mein Abitur als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen und mit 21 ein Diplom als Ingenieur erworben. Ich lebe in einem reichen westlichen Land, in dem ich auch geboren wurde und aufgewachsen bin und dessen Mehrheitssprache ich fließend spreche. Mir wurde auch der Luxus zuteil, weitere Sprachen lernen zu können. Mir stehen also in unserer Gesellschaft alle Türen offen. Ich habe die Freiheit, nicht Teil einer bestimmten Religion oder Weltanschauung zu sein, und brauche mich dafür nicht zu rechtfertigen. Ich habe keine feste Beziehung und keine Kinder, kann also über meine Zeit beliebig selbst verfügen, und meine Entschädigung als Mitglied des Abgeordnetenhauses macht mich finanziell unabhängig. Ich war nie Opfer sexualisierter Gewalt und konnte mich bislang immer, wenn ich wegen meiner Ansichten und Überzeugungen angegriffen wurde, sehr gut selbst verteidigen.

Bravo sage ich. Das klingt doch alles gut. Kein Grund sich zu entschuldigen, kein Grund ein schlechtes Gewissen zu haben. Du hast deine Fähigkeiten und du hast für deinen Erfolg gearbeitet.

Er scheint auch ansonsten aus seiner Sicht der „guten Sache“ gedient zu haben:

Eigentlich dachte ich trotzdem, als ich zum #gendercamp fuhr, dass ich ein ziemlich guter Feminist bin. Ich habe das ja auch mal irgendwann irgendwo behauptet, und in der Folge haben eigentlich alle Presseerzeugnisse, die über die #15piraten berichteten, bei mir statt einer Berufsbezeichnung nur “Feminist” geschrieben. Immerhin, ich lese Antje Schrupp und die Mädchenmannschaft, schaue jede neue Folge der Feminist Frequency (die man hier übrigens unterstützen kann) und höre den nrrrdz-Podcast und habe seit meinem Eintritt in die Piratenpartei 2009 eine Menge genderpolitischer Diskurse innerhalb der Partei und nach außen mit bearbeitet, bin lose mit dem #kegelklub assoziiert, habe den Gender-Squad mitgegründet und als unsere Fraktion im Abgeordnetenhaus Sprecher benannt hat, wurde mir die des frauenpolitischen völlig ohne Widerworte zugestanden. Ich habe allerdings keine Sozialwissenschaft studiert und in sofern bin ich eher Dilettant, was feministische Theorie angeht. Ich dachte, ich könnte auf dem Gendercamp etwas mehr darüber lernen.

Anderer Organsiationen würden jemanden, der so hart an ihrer Sache arbeitet. Was er auch im folgenden selbst als Erfahrung darstellt, die er in anderen Gruppen gemacht hat.

In diesen Teilen des radikalen Feminismus aber ist er der mit Erbsünde ausgestattete Feind:

Dieser Zusammenhang wurde mir auf dem #gendercamp schmerzlich bewusst, beispielsweise als im Plenum die Kinderbetreuung eingeteilt wurde. Ich wollte helfen, habe mir aber aus mangelnder Erfahrung mir nicht zugetraut, eine Schicht verantwortlich zu übernehmen. Also fragte ich die zwei (Frauen), die sich für eine Schicht haben einteilen lassen, ob ich bei ihnen ein “Praktikum” machen könne. Ich dachte, dass ich damit im Rahmen meiner (selbst empfundenen) Möglichkeit mein Möglichstes täte. Per Twitter wurde mir dann aber mitgeteilt, dass ich statt dessen auch einfach aufstehen und herausgehen hätte können, schließlich würde ich so auch wieder nur unterstreichen, dass die Reproduktionsarbeit in erster Linie Frauensache sei und ich mich als Mann nicht verantwortlich daran beteiligen wolle, evtl. denen, die sie übernommen haben, noch zur Last fallen würde.

Da verhält er sich schon so undominant wie möglich und fällt trotzdem hin. Eine typische Zwickmühle:

Handelt er selbst, dann ist er ein Patriarch. Handelt er nicht selbst, dann ist er auch einer, weil die anderen die Arbeit machen.

Gewinnen kann man dabei nicht. Es gilt nach wie vor, dass man doch bitte nicht stören soll, sondern einfach die Schuld für alles übernehmen soll.

Aus meiner Sicht keine attraktive Perspektive. Dabei kann man meiner Meinung nach auch konstruktiv und selbstbestimmt an einer Gleichberechtigung der Geschlechter arbeiten. Eine Gleichberechtigungsbewegung, die nicht auch die andere Seite zu Wort kommen lässt, sollte man – sei sie maskulistisch oder feministisch – ablehnen und sich eine andere Gruppe suchen, die bereit ist tatsächlich zwischen den Geschlechtern und ihren Interessen zu vermitteln, dort eine für beide Seiten gerechte Lösung zu finden und diese umzusetzen.

Mir würde als Mann diese Spielart des gynozentrischen Feminismus auf die Nerven gehen, weil ich mich nicht selbst abwerten will, nur weil ich einen Penis habe.

Das aber ist mit der Privilegientheorie nicht möglich. Mit ihr muss es einem Spass machen, sich unter Anrufung der Schlechtigkeit der Männer an sich die Büßerrute über den Rücken zu ziehen.

Aber auch hier bleibt wohl des Menschen Wille sein Himmelreich.