Anatol Stefanowitsch: „Sprache und Ungleichheit“

Anatol Stefanotwitsch hat einen Artikel zu „Sprache und Ungleichheit“ geschrieben.

Die einleitende Kurzzusammenfassung von ihm

Das Treffen von Unterscheidungen und damit das Potenzial zur Diskriminierung ist Kernfunktion und Strukturprinzip von Sprache. Diskriminierende Sprache lässt sich nicht ganz vermeiden; umso wichtiger ist ein bewusster Umgang mit ihr.

Peter in einem Kommentar dazu:

Die im verlinkten Artikel besprochene Thematik habe ich an anderer Stelle schon (meist kurz, stichwortartig) angesprochen (die sprachliche Unterscheidung als notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für gruppenspezifische Diskriminierung / aus meiner Sicht). Da auch in diesem Blog oft die Rede von Gleichheit und Ungleichheit, feministischer Sprachkritik und Konstruktivismus/Poststrukturalismus sowie Essentialismus die Rede ist, würde ich es begrüssen, wenn er hier zur Diskussion gestellt würde.

Leszek kommentierte dann dazu:

Dass unser Wirklichkeitsverständnis AUCH durch Sprache konstruiert wird, ist natürlich richtig. Während der radikale Konstruktivismus entweder Unsinn oder Banalitäten hervorbringt, ist ein GEMÄßIGTER Konstruktivismus m.E. realistisch und mit einem erkenntnistheoretischen Fallibilismus auch grundsätzlich vereinbar. Will heißen: die materielle Wirklichkeit geht der Sprache zwar voraus, aber unser Verständnis der Wirklichkeit ist AUCH (aber nicht ausschließlich) Konstruktion. Was bei dem Autor des Artikels, wie bei den meisten Diskursanalytikern zu kurz kommt, sind die Begrenzungen, die dem konstruierenden Aspekt des menschlichen Bewusstseins innewohnen.

Die Möglichkeit zur Konstruktionen wird begrenzt: 1. durch die vorhandenen materiellen Realitäten, die sich in ihrer materiellen Beschaffenheit diskursanalytischer Sprachmagie entziehen und 2. durch wahrnehmungspsychologische Strukturen, die zumindest im Schnitt bei Menschen wirksam sind und eine einfache Grundorientierung gewährleisten müssen. Das Raster Mann-Frau als zentrales Strukturierungsprinzip für Geschlechterverhältnisse, unterschieden primär nach den äußeren Geschlechtsorganen, ist meines Wissens eine menschliche Universalie. Es gibt zwar Kulturen, die auch andere Positionierungen irgendwo zwischen Mann und Frau zulassen (und das ist gut so), aber der Umstand, dass alle Kulturen primär nach den äußeren Geschlechtsorganen die Geschlechtsdifferenzierung vornehmen, zeigt, dass es den wahrnehmungspsychologischen Strukturen des Menschen offenbar ziemlich schwer fällt, jene Vielfalt von möglichen Geschlechtskonstruktionen, auf die Diskursanalytiker und Konstruktivisten gerne verweisen, auch tatsächlich zu einem alternativen kulturellen Leitprinzip werden zu lassen.

Die Argumentation, dass es auch andere Möglichkeiten gäbe Geschlecht zu definieren bleibt sehr theoretisch. Sie ist wahr, aber Menschen neigen nicht dazu es auch zu tun, weil sich das Funktionieren wahrnehmungspsychologischer Strukturen eher an Äußerlichkeiten und ihren Häufigkeitsverteilungen festmacht.

Die Unterscheidung „erwachsen/nicht erwachsen“ besitzt ebenfalls einen konstruierten Anteil, da hat der Autor Recht, aber dieser Anteil scheint mir dennoch nicht so gewaltig zu sein. Die kulturellen Zuschreibungen, was „erwachsen“ oder „nicht-erwachsen“ jeweils in verschiedenen Kulturen bedeutet, können dagegen drastisch sein, aber die Grenze selbst, an der der Übergang vom Nicht-Erwachsenen zum Erwachsenen sich vollzieht, dürfte sich in den meisten Kulturen wiederum auf ein gewisses Spektrum beschränken. Es wird sich schwerlich eine Kultur ausfindig machen, in der Dreijährige den Erwachsenenstatus zugesprochen bekommen oder 30-Jährige den Kindstatus. Es gibt ein gewisses Spektrum, bei der die Grenze kulturell differieren kann, darüber hinaus greifen wieder die Begrenzungen menschlichen Konstruierens durch materielle Realitäten und wahrnehmungspsychologische Strukturen.

Der Autor schreibt des Weiteren: „So klingt ein Satz wie “Frauen können nicht einparken” plausibler als “Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen können nicht einparken”, “Blondinen sind dumm” klingt plausibler als “Frauen mit hellen Haaren sind dumm” und “Schwarze tanzen gut” klingt plausibler als “Menschen mit dunkler Hautfarbe tanzen gut”. Das liegt daran, dass der jeweils erste Satz das eigentliche Kategorisierungskriterium implizit lässt und so den fehlenden logischen Zusammenhang zwischen weiblichen Geschlechtsorganen, Haarfarbe oder Hautfarbe mit der Geschicklichkeit beim Einparken, den intellektuellen und den tänzerischen Fähigkeiten verdeckt. Werden diese Verknüpfungen dagegen wie in dem jeweils zweiten Satz ausbuchstabiert, tritt die fehlende Logik deutlich zutage – die Sätze werden nun offensichtlich absurd, und wer sie äußert, müsste mindestens ausführlich begründen, wie und warum es zwischen den jeweiligen Eigenschaften einen Zusammenhang geben sollte.“

Das stimmt, aber Sprachverkomplizierungen sind eine schlechte Strategie um Diskriminierungen oder das Potential für Diskriminierungen zu beseitigen. Sprachverkomplizierungen setzen sich im Regelfall nicht durch, es sei denn durch massiven Zwang. Eine bereits vorhandene Sprache folgt m.E. einem ökonomischem Prinzip, nach dem Verkomplizierungen von Sprachregelungen von den meisten Menschen abgelehnt werden. Dazu hatte ich mit Zhen mal eine interessante Diskussion, Zhen hatte dazu eine eigene Theorie auf die Sprache bezogener Selektionsdrücke zu, nachzulesen hier:

https://allesevolution.wordpress.com/2012/01/15/was-finden-manner-und-frauen-korperlich-attraktiv/

Der Autor schreibt des Weiteren: „Unser Vokabular für die quasi-ethnische Kategorisierung von Menschen ist auf den ersten Blick sehr heterogen und unsystematisch: Manche Gruppen werden über ihre Hautfarbe kategorisiert (Schwarze, aber nicht (mehr) Gelbe oder Rote); andere über eine grobe geografische Region (Asiat/in, aber selten Afrikaner/in, außer im Kompositum Schwarzafrikaner/in), wobei auch Fehlkategorisierungen sich sprachlich jahrhundertelang halten können (wie bei Indianer/in); wieder andere nach Religion (Moslem). Diese verwirrende Unordnung wird erst in dem Augenblick verständlich, in dem man das Gegenteil zu all diesen Bezeichnungen denkt. Wenn der weiße, europäische Christ der als selbstverständlich vorausgesetzte Normalfall ist, dann kann jede Gruppe über das Merkmal definiert werden, anhand dessen sie am offensichtlichsten von diesem Normalfall unterschieden werden kann. Indem man aber diesen “Normalfall” voraussetzt, wird jede Gruppe, die diesem nicht entspricht automatisch zum “Fremden” und “Anderen”. Neutrale Unterscheidungen sind auf dieser Grundlage nicht mehr möglich – die Ungleichbehandlung und Herabwürdigung ist unauflösbar in dieses Modell eingebunden, und kein noch so großer sprachpolitischer Aufwand kann daran etwas ändern, solange der “Normalfall” unausgesprochen und unhinterfragt bleibt.“

Das scheint mir in dieser Form überzogener politisch korrekter Blödsinn zu sein. Hier wird ja quasi vorausgesetzt, dass jede von einem weißen europäischen Christen getroffene Kategorisierung von Menschengruppen schon allein deshalb eine Diskriminierung darstellt, weil sie eben von einem weißen europäischen Christen stammt. Das reicht mir definitiv nicht, um begründet Diskriminierungen zu konstatieren! Da müssen plausible Kriterien genannt werden.

Wollte man das ernst nehmen, dann dürften weiße europäische Christen überhaupt keine sprachlichen Unterscheidungen zwischen Menschengruppen mehr treffen. Das aber ist wahrnehmungspsychologisch und kommunikationspragmatisch unmöglich. Oder sie müssten stets hinzufügen: „Ich sehe mich als weißen europäischen Christen aber nicht als den Normalfall“ – da wären wir wieder bei den Sprachverkomplizierungen.

Zur geschlechtssensiblen Sprache, auf die der Autor am Ende zu sprechen kommt, gibt es übrigens eine ausgezeichnete Kritik von Arne Hoffmann, nachzulesen in:

Arne Hoffmann – Alle Menschen werden Schwestern. Sprache. Linguistik und Feminismus in: Paul-Hermann Gruner & Eckhard Kuhla (Hg.) – Befreiungsbewegung für Männer, S. 225 – 235

http://www.amazon.de/Befreiungsbewegung-f%C3%BCr-M%C3%A4nner-Geschlechterdemokratie-Psychosozial/dp/3837920038/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1334623779&sr=1-1

Das ist die treffendste Kritik der geschlechtssensiblen Sprache, die ich kenne.

In pragmatischer Hinsicht scheitert das Projekt vulgärfeministischer sprachlicher Umerziehung wiederum an seinen sprachlichen Verkomplizierungen. Das müsste man den Menschen schon mit Gewalt einprügeln, freiwillig wird die Bevölkerungsmehrheit nicht damit anfangen so zu schreiben und zu sprechen – weder Männer, noch Frauen.

Am Ende des von Dir verlinkten Artikels heißt es: „Damit schafft Sprache (wahrscheinlich unvermeidlicherweise) die Grundlage für Ungleichheit und Diskriminierung.“

Hier zeigt sich ein wenig die Überschätzung des Sprachlichen für Diskriminierungen bei Diskursanalytikern und Konstruktivisten. Die in dem Artikel beschriebenen „Grundlagen für Ungleichheit und Diskriminierung“ innerhalb der Sprache stellen ja faktisch lediglich notwendige, ABER NICHT HINREICHENDE Bedingungen für die Entstehung von Diskriminierung dar. Hier zeigt sich, dass dieser Ansatz in seiner Verabsolutierung des Sprachlichen für die Entstehung von Diskriminierung eher vom Wesentlichen ablenkt. Die Erkenntnis, dass Sprache bestimmte Voraussetzungen für die Entstehung von Diskriminierungen beinhaltet, ist wahr, aber ich halte diesen Aspekt bei weitem für nicht so zentral wie der Autor. Die übertriebene Betonung speziell der sprachlicher Aspekte läuft m.E. Gefahr abzulenken von den soziologischen, historischen und kulturellen Ursachen von Diskriminierung, Ausgrenzung und sozialer Ungerechtigkeit. Denn dort muss m.E. im Wesentlichen angesetzt werden, um diese zu bekämpfen.

Vermutlich ist gerade dies auch der Grund, warum der PC-Diskurs so stark gefördert wurde. Für die herrschende Kapitalistenklasse hat er die Funktion, dass dadurch vom Wesentlichen abgelenkt wird.

Für Gegenmeinungen bin ich natürlich offen.

Konstruktion durch Sprache finde ich als Thema durchaus interessant, denke aber, dass es überbewertet wird. Sprache ist häufig nur ein Mittel, aber nicht die Ursache.

Was sagt ihr zu dem Artikel /Thema?

27 Gedanken zu “Anatol Stefanowitsch: „Sprache und Ungleichheit“

  1. Ich denke eines der Argumente von Seiten der Antidiskriminierungsfraktion würde sein, dass Sprache ja eben ein Mittel ist, das dazu dient die Ursache zu reproduzieren. Und da ist eben etwas dran, wenn man die Diskriminierung nicht mehr in den sozialen Zusammenhängen sucht, sondern nur noch im Akt bestimmte individuelle Einstellungen zum Ausdruck zu bringen. Der aktive Gebrauch diskriminierender Sprache läd zur Imitation ein.

    Der Hintergrund wird dabei vielleicht klarer, wenn man sich Sprache aus dem Blickwinkel eines evolutionären Modells anschaut. Denn Sprache kann, analog zu unseren Genen, auch als ein System von linguistischen Strategien betrachtet werden, die sich auf mindestens zwei Weisen reproduzieren: Spracherwerb und Sprachgebrauch. Und Sprachgebrauch, was uns hier wohl eher interessiert, funktioniert dabei dann über Mutation von sprachlichen Strategien und Selektion in bestimmten sozialen Situationen gegen alternative Strategien. Und es ist klar, dass man an so einem System an zwei Stellen ansetzen kann: 1) Man verhindert den Sprachgebrauch, indem man bestimmte Strategien verbietet; oder 2) man eliminiert die sozialen Situationen, in denen bestimmte Strategien evolutionäre stabil werden.

    Das Problem dabei ist nur, dass der Sprachgebrauch sehr viel schneller mutiert als die Gene. Das heißt, dass das Ausdrucksbedürfnis sich dann eben anderer Strategien bedient, und man mit den Verboten gar nicht mehr nachkommt. Man sieht das gut am Beispiel der Abnutzung von Alternativbegriffen wie z.B. „Homosexual“ vs. „Gay“, „Indians“ vs. „Native Americans“ oder „Handicapped“ vs. „Disabled People“. Die neturale oder gar positive Konnotation eines Wortes bleibt dann u.U. nicht mehr lang erhalten.

    Dass allerdings die sprachlich Formulierung eines Problems (sog. Framing) eine Wirkung für unsere Entscheidungen hat ist lange bekannt. Ein klassischer Artikel dazu findet sich hier:

    http://psych.hanover.edu/classes/cognition/papers/tversky81.pdf

    • Das Resultat all dieser Versuche
      der PC Polizei, durch quasi Verbote
      gewisser Worte, das Denken der Menschen
      in gewisse Richtungen zu lenken
      bewirkt in den meisten Fällen genau
      das Gegenteil. Ein bisher gebräuchlicher
      Ausdruck den man benutzt hat ohne
      das dabei negative Gedanken mitschwangen,
      wird erneut emotional aufgeladen.
      Jeder hat seine Vorurteile, Vorlieben
      und Abneigungen. Auf Versuche von
      aussen in diesen doch als recht intim
      empfundenen Bereich des eigenen Denkens
      einzudringen, reagiert der Mensch zu
      recht sehr ungehalten.
      Aus Trotz und Ärger verwendet er diese
      inkriminierten Ausdrücke gerade
      extra häufig, zumindest in gewisser
      Umgebung. Er will ja nicht unbedingt
      seine Stelle verlieren.
      Leute die etwas mehr Fantasie haben
      kreieren ihre eigenen Euphemismen.
      Diese sind dann meist viel
      diskriminierender als das ursprüngliche
      Wort und transportieren aber noch
      zusätzlich einen Seitenhieb gegen
      die Jünger der PC-Religion.

      Aus dem geistig Behinderten wird
      dann zB. der anders Begabte
      oder aus der dicken Frau
      wird dann ein Ernährungs-Typ.
      Um zwei harmlose Beispiele zu
      erwähnen.

      • Ja. So wurde aus Zigeuner (eigentlich Selbstbezeichnung) „mobile ethnische Minderheit“ und jeder lacht sich darüber kaputt.

        Genau das bewirkt übertriebene PC

  2. Ich kann Leszeks analyse da nur zustimmen. Wer wirklich Glaubt, dass Sprache Ursache von diskrimminierung ist, der hat einen an der Meise. Sprache/ sprachliche Diskrimminierung ist nur verfestigung ohnehin schon in der Bevölkerung bestehender Diskrimminierung, Unterschiede oder auch Vorurteile.

    Menschen tendieren nunmal dazu zu differenzieren und manchmal werden eben unterschiede gesehen wo keine sind. Schwarze können nicht grundsätzlich besser tanzen und Frauen nicht grundsätzlich nicht einparken.

    Allerdings sammeln sich mit der Zeit positive oder auch negative Assoziationen bei einem Wort. So kann man heute „Neger“ nicht mehr verwenden, weil es zu viele negative Assoziationen hat, obwohl es ursprünglich ein neutrales Wort für einen Menschen schwarzer Hautfarbe war.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht worüber sich die Feministinnen da aufregen. Sind es nicht sie selbst, die Mann/männlich mit negativen Assoziationen zu übefrachten suchen, während sie auf der anderen Seite weiblich/Frau nur mit guten Dingen in verbindung bringen.
    Wenn man schon nicht mit sprache Diskrimminieren will, dann sollte man vielleicht mal vor der eigenen Haustür kehren, bevor man das von allen anderen fordert.

  3. Der Artikel von Herrn Anatol Stefanowitsch hinterläßt mich in großer Verblüffung und Bewunderung hinsichtlich der Kunstfertigkeit, einen äußerst banalen Gedanken auf drei Internetseiten auszuwalzen. Er scheint mir das Gegenteil eines Dichters zu sein und schlage daher „Aufbläher“ als passende Bezeichnung vor.

    Dabei scheint mir sein sprachlogischer bzw. sprachphilosophischer Kenntnisstand nicht ganz das Niveau des mittelalterlichen Universalienstreites zu erreichen, von z.B. Wittgenstein ganz zu schweigen. Entsprechend drollig gerät dann sein Fazit: „Damit schafft Sprache (wahrscheinlich unvermeidlicherweise) die Grundlage für Ungleichheit und Diskriminierung.“ Was für ein Wunder, hat doch der Autor selbst vorher in völlig überzogener Länge referiert, dass es schließlich die logische Funktion von Wörtern ist, für Diskriminierung zu sorgen. Peinlich für Anatol ist der Umstand, dass ich ihm vermutlich eine große Freude bereiten könnte, wenn ich statt „Diskriminierung“ das Wort „Differenzierung“ verwendet hätte, was im vorliegenden Kontext so ziemlich das Gleiche bedeutet. Denn es zeigt, dass sein Verständnis von Sprache sich auf einen Wortbedeutungsatomismus beschränkt, der die exakte Bedeutung in einem virtuellen Lexikon nachschlagen will, statt sich eben den Kontext der Äußerung, die kommunikative Situation, die Sprechabsicht anzusehen um daraus die Bedeutung zu erschließen, was die meisten Dreijährigen intuitiv besser machen. (Genau genommen lädt er bei bei seinem Gedanken das Wort „Diskriminierung“ mit einem zusätzlichen ethischen Werturteil auf (Diskriminieren ist bäh) die für sich genommen als ethische Regel schlicht unsinnig wäre)

    An diesem Punkt, könnte man dann auf die nicht allzu fernliegende Idee kommen, dass ein nicht unerheblicher Teil der konkreten Verwendung von Sprache dazu dient, eben die genaue Bedeutung der verwendeten Wörter zu definieren (That’s Wittgenstein, Tractatus) Vielleicht hilft diese Metapher aus der Naturwissenschaft: Atome ändern auch ihre chemischen Eigenschaften, wenn man sie zu Molekülen zusammenbaut, genauso wie Wörter ihre Bedeutung ändern, wenn man Sie zu Sätzen und Texten zusammenbaut.

    Das Alles wäre aber zu banal, um sich die Mühe zu machen, es zu kritisieren. Schließlich wird Anatol das selber wissen intuitiv und unbewußt zwar, aber obwohl er sich redlich bemüht, so unbedarft wie ein Dreijähriger zu wirken, verrät sein Bild, das er doch älter ist. Immerhin ahnt er zumindest, dass Wörter in ihrem Sinn nicht feststehen, sondern durch einen kompetenten Sprecher mit zusätzlichen Bedeutungen, zum Beispiel mit ethischen Werturteilen aufgeladen werden können. Genau das will er ja mit seinem PC Jargon erreichen bzw. vermeiden.

    Ich denke dass die bizarren Binnenmajuskeln, die angestrengte Suche nach geschlechtsneutralen Synonymen usw. einen ganz eigenen kommunikativen Zweck haben, dass sie ganz bestimmte Signale in konkreten Sprechsituationen sind. In erster Näherung sollen es Distinktionsmerkmale für eine bestimmte Weltanschauung sein, durch deren Verwendung der Sprecher seine Zugehörigkeit dazu mitteilen kann, in der verschärften Variante, ist es eine Dominanzgeste, die nach einer Unterwerfungsgeste durch Verwendung dieser speziellen Signale verlangt.

    In diesem Sinne konstruiert Sprache tatsächlich Wirklichkeit, nämlich bestimmte soziale Zusammenhänge und Hyrarchien, aber als schlichtes Werkzeug und dahinter steckt natürlich ein realer Wille, der eben nicht sprachlich ist und auch nicht rein sprachlich wirken kann, sondern z.B. soziale Exklusion androht, etc. Die Sprache wird dann diesen realen Hyrarchien etc. angepasst, Ein Beamter oder Unimitarbeiter, der z.B. bei einer Stellenausschreibung diese Signale nicht verwendet, wird ganz real durch seinen Vorgesetzten und den Rechtsstaat zurechtgewiesen.

    • Ich denke dass die bizarren Binnenmajuskeln, die angestrengte Suche nach geschlechtsneutralen Synonymen usw. einen ganz eigenen kommunikativen Zweck haben, dass sie ganz bestimmte Signale in konkreten Sprechsituationen sind. In erster Näherung sollen es Distinktionsmerkmale für eine bestimmte Weltanschauung sein, durch deren Verwendung der Sprecher seine Zugehörigkeit dazu mitteilen kann, in der verschärften Variante, ist es eine Dominanzgeste, die nach einer Unterwerfungsgeste durch Verwendung dieser speziellen Signale verlangt.

      @ Saki

      Verdammt noch mal, warum gelingt es mir nicht, diese Gedanken so wie Du in Worte zu fassen?
      Die Anspruchshaltung der Vertreter des PC hat zwanghaften Charaktrer. Es geht ganz gewiss nicht bloss darum, gewisse Anstandregeln einzuhalten, sondern der Sprachgebrauch hat, oder soll die Funktion eines politkischen Bekenntnisses übernehmen.

      By the way: Ich habe in Afrika gelebt, spreche eine Bantuspache ziemlich gut und würde eine Schwarzen nie Neger und einen Homosexuellen nie Schwuchtel nennen, werde nie die NPD wählen und esse für mein Leben gern „ndizi na nyama“.

      Ich hab aber was gegen Opportunisten, eine von mir bevorzugte Kategorie.

    • @ Saki

      Atome ändern auch ihre chemischen Eigenschaften, wenn man sie zu Molekülen zusammenbaut…

      Das heisst also, wenn sich ein Sauerstoff und 2 Wasserstoffatome zu einem Wassermolekül zusammenfinden ändern sich die Eigenschaften der einzelnen Atome?

  4. Sprache und Ungleichheit
    Anatol Stefanowitsch

    16.4.2012
    Das Treffen von Unterscheidungen und damit das Potenzial zur Diskriminierung ist Kernfunktion und Strukturprinzip von Sprache. Diskriminierende Sprache lässt sich nicht ganz vermeiden; umso wichtiger ist ein bewusster Umgang mit ihr.

    Was soll da bedeuten? Bewusste Diskriminierung? Oder wird hier Diskriminierung nur als „Unterscheidung“ verwendet? Wenn die Unterscheidung in jedem Fall „Diskriminierung“ beinhlatet, d.h eine Wertung, sollte man dann nicht besser den Mund halten?

    Einleitung
    Guns don’t kill people, people kill people“, lautet ein Motto der waffenfreundlichen National Rifle Association (NRA) in den USA – Menschen werden nicht von Schusswaffen getötet, sondern von anderen Menschen. Es ist offensichtlich, warum die NRA Gewehre und Pistolen auf ihren Status als Werkzeug reduzieren möchte: In verantwortlichen Händen stellen sie aus dieser Perspektive keine Gefahr dar, sodass es für eine Regulierung oder gar ein Verbot keine Grundlage gibt. Aber die scheinbar simple Logik dieses Mottos täuscht über die Tatsache hinweg, dass Schusswaffen zum Töten konstruiert und zu nichts anderem zu gebrauchen sind. Wer über Sprache und Diskriminierung schreibt und spricht, bekommt häufig eine Abwandlung des NRA-Mottos zu hören: Nicht die Sprache selbst sei diskriminierend, sondern bestenfalls diejenigen, die sie in diskriminierender Absicht verwenden (oder noch besser: diejenigen, die sie als diskriminierend empfinden). Diese Logik ist aber im Falle menschlicher Sprache genauso falsch wie im Falle von Schusswaffen. Wer eine Waffe zweckgemäß einsetzt, tötet oder verletzt damit, und wer Sprache zweckgemäß einsetzt, kann gar nicht anders, als mit ihr zu diskriminieren.

    Herrn Stefanowitschs Einleitung ist irreführend. Einerseits stellt er treffend fest, dass die sprachliche Unterscheidung notwendige Voraussetzung für die Diskriminierung von Menschengruppen ist. Diskriminierung verwendet er hier also im Sinne von gruppenspezifischer sozialer Benachteiligung. An diese Bedeutung werde ich mich im Weiteren halten. Ich spreche von Diskriminierung, wenn damit eine gruppensprezifische soziale Benachteiligung gemeint ist, die wertfreie Unterscheidung bezeichne ich als (sprachliche) Unterscheidung, um den wichtigen Bedeutungsunterschied nicht zu verwischen.

    Diese Logik ist aber im Falle menschlicher Sprache genauso falsch wie im Falle von Schusswaffen. Wer eine Waffe zweckgemäß einsetzt, tötet oder verletzt damit, und wer Sprache zweckgemäß einsetzt, kann gar nicht anders, als mit ihr zu diskriminieren.

    Ein intellektueller Taschenspielertrick. Hier verwendet der Autor „Diskriminierung“ im ursprünglichen, wertfreien Sinn als Unterscheidung. Dies ist aber gerade der Kern der Sache: Ist die dichotome sprachliche Unterscheidung an sich notwendigerweise mit einer Wertung verbunden oder bloss notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für diskriminierende Praxis. Die unmissverständliche Formulierung des Fazits wäre: Wer die Sprache zweckgemäss einsetzt, der kann gar nicht anders, als mit ihr zu unterscheiden. Damit hat der Autor lediglich eine triviale Tatsache festgestellt. Keineswegs hat er seine zentrale These, dass nämlich sprachliche Unterscheidung notwendigerweise diskriminierenden Charakter, d.h Wertungen beinhaltet, plausibel begründet.

    Sprache beruht auf Unterscheidungen
    Um das zu verstehen, hilft es, sich Herkunft und Bedeutungsgeschichte des Verbs diskriminieren zu vergegenwärtigen: Es stammt aus dem Lateinischen, wo es wertfrei „trennen“ oder „unterscheiden“ bedeutete. Mit dieser Bedeutung wurde es im 17. Jahrhundert ins Deutsche (und in andere europäische Sprachen) entlehnt; in einigen Sprachen (etwa im Englischen und Französischen) hat es diese Bedeutung neben anderen bis heute, und auch im Deutschen ist sie in Wörtern wie Diskriminante erhalten geblieben. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam die heutige Bedeutung „herabwürdigen“, „benachteiligen“ hinzu, und diese Bedeutungsentwicklung ist nicht zufällig. Sie zeigt die innere Logik jeder diskriminierenden Handlung im modernen Wortsinne: Zunächst wird eine Unterscheidung getroffen, dann wird diese mit einer negativen Bewertung (Herabwürdigung) oder einer Ungleichbehandlung verknüpft. Interessanterweise finden sich die ersten Belege für die moderne Bedeutung von diskriminieren in Diskussionen um amerikanische Gesetze, die zwischen „Weißen“ und „Schwarzen“ unterschieden und damit die Grundlagen für eine Ungleichbehandlung schufen.

    Nach wie vor bleibt schleierhaft, warum die sprachliche Unterscheidung in jedem Fall zu einer diskriminierenden Praxis führen soll. Auch ist die Ungleichbehandlung nicht per se ungerecht und diskriminierend. Wer würde abstreiten wollen, dass ein dreijähriges Kind anders zu behandeln ist als ein 30-jähriger Erwachsener? Ist der geistig Behinderte im Strafprozess vor Gericht nicht grundsätzlich anders zu behandeln als der Zurechnungsfähige und ist die Unterscheidung damit nicht zu seinen Gunsten, ja notwendig, um ihm gerecht zu werden? Das ist alles wenig durchdacht, was der Autor da mit seinem Beispiel der Rassendiskriminierung als allgemeingültiges Prinzip („innere Logik“) nachzuweisen versucht.

    Man übersieht leicht, dass auch Unterscheidungen, die anhand scheinbar objektiver Merkmale getroffen werden, rein sprachlicher Natur sind; schließlich gibt es keinen zwingenden Grund, ausgerechnet diese Merkmale zur gegenseitigen Abgrenzung von Wortbedeutungen zu machen. Um das zu erkennen, reicht schon ein Blick in eine eng verwandte Sprache wie das Englische, in der zwar mit stool und chair eine ähnliche Unterscheidung getroffen wird wie zwischen Hocker und Stuhl, in der aber keine Unterscheidung zwischen Stuhl und Sessel getroffen wird (letzterer ist hier eine Unterkategorie des ersteren: chair/armchair). Überhaupt liefert die objektive Wirklichkeit keinen Anlass, Wörter für Dinge bereitzustellen, auf denen man sitzen kann: Diese Kategorie ist für uns Menschen nur aus kulturellen Gründen von Bedeutung. Aber wenn solche Kategorien einmal sprachlich kodiert und muttersprachlich erworben wurden, erscheinen uns die zugrunde liegenden Unterscheidungen als selbstverständlicher Teil der Wirklichkeit.

    Der Autor verfolgt einen radikalkonstruktivistischen Ansatz, der jede Wahrnehmung als vollständig subjektiv auffasst und die Erlangung „objektiven Wissens“, der Wahrheit, der ontologischen Realität für unmöglich hält. Eine Widerlegung der radikalkonstruktivistischen Position ist nicht möglich. Deshalb ist es zielführender sich zu vergegenwärtigen, welche Konsequenzen die radikalkonstruktivistische Anschauung nach sich zieht.

    Im Gegensatz zur Erkenntnistheorie Kants versteht sich der RK als eine Theorie des Wissens. Wissen ist damit „ein Werkzeug, das nach seiner Nützlichkeit beurteilt werden muß und nicht als metaphysischer Entwurf anzusehen ist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler_Konstruktivismus

    Die zentrale Frage, die an den Radikalkonstruktivisten gestellt werden kann ist deshalb nicht, „was ist wahr“, sondern „wem nützt es“? Das ist von grösster Wichtigkeit! Der RK verneint die Möglichkeit eines Wissens objektiver Wirklichkeit. Wahrheit hat keine Bedeutung. Wahrheit ist Diskursmonopol. So und nicht anders sollten die Ausführungen des Autors eingeordnet werden.

    Leszek schrieb:
    Dass unser Wirklichkeitsverständnis AUCH durch Sprache konstruiert wird, ist natürlich richtig. Während der radikale Konstruktivismus entweder Unsinn oder Banalitäten hervorbringt, ist ein GEMÄßIGTER Konstruktivismus m.E. realistisch und mit einem erkenntnistheoretischen Fallibilismus auch grundsätzlich vereinbar. Will heißen: die materielle Wirklichkeit geht der Sprache zwar voraus, aber unser Verständnis der Wirklichkeit ist AUCH (aber nicht ausschließlich) Konstruktion. Was bei dem Autor des Artikels, wie bei den meisten Diskursanalytikern zu kurz kommt, sind die Begrenzungen, die dem konstruierenden Aspekt des menschlichen Bewusstseins innewohnen.

    Ob und wenn ja inwiefern unser Wirklichkeitsverständnis nicht beliebig und willkürlich ist, sondern Begrenzungen unterworfen ist, darüber schweigt sich der Autor aus. Es bleibt damit der Verdacht, dass von einer beliebig, d.h willkürlich konstruierbaren Wirklichkeit ausgegangen wird, die sich durch den Sprachgebrauch manifestiert oeder gar konstituiert. Genau deshalb ist die einzige Frage, die dem Autor gestellt werden muss: Wem nützt ihre „Wirklichkeitskonstruktion“? Abgesehen davon ist die Annahme einer beliebig/willkürlich konstruierbaren Wirklichkeit aufgrund der sogenannten Universalien nicht plausibel.

    http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/das_muster_im_meer_der_vielfalt_1.741915.html

    Von der Unterscheidung zur Diskriminierung
    … Das Wort Frau stützt sich auf das Merkmal „weiblich“, um die so bezeichnete Klasse von Personen von der zu unterscheiden, die als Mann bezeichnet wird, und es stützt sich auf das Merkmal „erwachsen“, um diese Klasse von der zu unterscheiden, die als Mädchen bezeichnet wird. Frau bezeichnet also eine weibliche, erwachsene Person. Es ist unstrittig, dass hier Unterscheidungen getroffen werden, aber eine Diskriminierung würden darin spontan wohl die wenigsten erkennen. Auch bei dem Wort Schwarze/r wird das diskriminierende Potenzial oft bestritten: Es treffe doch nur eine sachliche Unterscheidung anhand des objektiv nachvollziehbaren Kriteriums der Hautfarbe. Rassistisch würde es erst, wenn es mit rassistischer Absicht verwendet würde. Beim genaueren Hinsehen fällt aber auf, dass selbst solche scheinbar neutralen sprachlichen Unterscheidungen in vielfacher Hinsicht problematisch sind. Die drei wichtigsten Probleme möchte ich herausgreifen.

    Das ist ungenau. Nicht das Potenzial wird (von mir) bestritten, sondern die Unterstellung, dass die Unterscheidung aus einem rassistischen Motiv heraus erfolgt. Die Unterscheidung aus rassistischen Motiven ist in der Tat in vielen Fällen tatsächlich der Fall, d.h wie bereits mehrfach festgetstellt, dass die Unterscheidung eine notwendige, aber eben nicht hinreichende Voraussetzung ist. Die Unterstellung, dass die Unterscheidung von Weissen und Schwarzen rassistisch motiviert ist, trifft in einigen, vielleicht vielen Fällen zu, die Umkehrung allerdings gilt nicht. Wer diese Unterscheidung, die sich unmittelbar aus der Wahrnehmung ergibt – wir sind ja nicht farbenblind – kann, aber muss nicht rassistisch motiviert sein. Der Autor bemüht sich redlich, hier eine Zwangsläufigkeit nachzuweisen, die nicht besteht.
    Die Kommunikationstheorie von Watzlawick (nebst vielen anderen) stellt fest, dass sowohl der Empfänger wie auch der Sender der Botschaft Verantwortung tragen. Beide sind sie verantwortlich für eine unmissverständliche Kommunikation. Daraus folgt – um hier ein konkretes Beispiel anzuführen – dass ich einen Schwarzen nicht Neger nenne, weil ich weiss, dass er es sehr wahrscheinlich als Beleidigung interpretieren wird. Es ist völlig belanglos, dass sich das Wort „Neger“ ursprünglich lediglich auf die Hautfarbe bezog und erst durch essentialistische Zuschreibungen einen negativ-abwertenden Charakter erhielt

    Die rassistische Intention wird da wahrscheinlich, wo „Schwarzer“ mehr Bedeutung erhält als das Merkmal selbst, nämlich die Differenz in der Hautfarbe, was unter dem Begriff „essentialistische Zuschreibungen“ subsummiert werden kann. Essentialistische Zuschreibungen wären beispielsweise : “Frauen können nicht einparken“ und „Männer nicht zuhören“. Absolut interpretiert sind diese Zuschreibungen immer falsch, denn es wird sich doch mit Sicherheit eine Frau finden, die gut einparkt und ein Mann, der nicht vernünftig einparken kann.
    Essentialistische Zuschreibungen berauben den Menschen seiner Individualität. Selbst wenn es so wäre, dass 80 % der Männer gut einparken und 80 % der Frauen schlecht, dann wäre es immer noch möglich, dass das weibliche Individuum besser einparkt als das zum Vergleich herangezogene männliche Individuum. Es ist ein sekundäres Merkmal, das nur Aufschluss über Wahrscheinlichkeiten geben kann.

    Merkmale und Wirklichkeit.
    Das erste Problem scheinbar wertneutraler Unterscheidungen besteht darin, dass sprachliche Merkmale wie „männlich/weiblich“ und „erwachsen/nicht erwachsen“ oder „schwarz/weiß“ ebenso wenig einen direkten Bezug zur objektiven Wirklichkeit haben wie die Merkmale, anhand derer verschiedene Sitzgelegenheiten unterschieden werden.

    Das ist einfach nur Blödsinn. Jeder heterosexuelle Mann weiss, dass sich sein sexuelles Begehren an Frauen richtet (Frauen als Menschen, die körperlich weibliche Merkmale aufweisen). Frau sein heisst, gebärfähig zu sein. Nicht jede als Frau bezeichnete Person ist auch tatsächlich gebärfähig. Die sekundären Geschlechtsmerkmale aber sind schlicht und einfach das, woran sich der paarungswillige Mann oder die paarungswillige Frau halten kann. Es ist auch gerade die Sexualität, die uns klar und deutlich zeigt, dass wir in unserem Verlangen und in unserer Bedürftigkeit nicht so frei sind, wie uns Radikalkonstruktivisten andauernd einreden wollen. Der Autor bemüht sich redlich, diese Tatsachen zu verschweigen: Was brauche ich Fakten – ich habe meine Ideologie, die MIR nützt.

    Beim Merkmalspaar „erwachsen/nicht erwachsen“ leuchtet das schnell ein: Ab wann eine Person als erwachsen gilt, lässt sich im Prinzip beliebig definieren,

    Selbstverständlich, denn Worte sind nur Schall und Rauch. So kann ich Kindheit als Entwicklungsstadium von 0 bis 60 Jahren definieren. Das ändert aber nichts daran, dass ein 60-Jähriger nicht einem Dreijährigen gleicht und deshalb auch nicht gleich behandelt werden sollte, um ihm gerecht zu werdern.

    und die Grenze variiert sowohl über verschiedene Kulturräume als auch über verschiedene Zeitpunkte hinweg beträchtlich.

    Was wiederum eine äusserst triviale Feststellung ist. Gerechtigkeit? Ordnung? Kindeswohl? Nebst unzähligen anderen Begriffen sind sie Teil der politischen Auseinandersetzung, welche die Begriffe gemäss den eigenen politischen Idealen mit Inhalt füllen will.

    Beim Merkmalspaar „schwarz/weiß“ ist das schon schwerer zu erkennen: Da Hautpigmentierung keinen klar abgrenzbaren Stufen folgt, sondern sich auf einem einzigen fließenden Übergang bewegt, ist es noch nachvollziehbar, dass die Grenzziehung zwischen Schwarzen und Weißen beliebig ist, aber wenigstens an seinen Endpunkten scheint das Kontinuum der Hautfarben eindeutige Kategorisierungen zu erlauben. Die Unterscheidung „männlich/weiblich“ schließlich stellt sich zunächst als eindeutig von der Natur vorgegeben dar: Für die meisten Mitglieder unserer Sprachgemeinschaft beruht sie auf den äußeren Geschlechtsmerkmalen, mit denen eine Person zur Welt kommt.

    Aber selbst diese sprachliche Unterscheidung ignoriert eine Reihe biologischer Tatsachen – etwa die Möglichkeit einer Mischform „männlicher“ und „weiblicher“ Geschlechtsmerkmale, einer fehlenden Übereinstimmung zwischen äußeren Geschlechtsmerkmalen und genetischem Geschlecht oder Abweichungen bei der Zahl der Geschlechtschromosomen. Nimmt man menschliche Eingriffe in die biologischen Vorgaben hinzu, wird es noch problematischer: Vielen fällt es schwer, Menschen nach einer Geschlechtsumwandlung (also einer Anpassung der äußeren Geschlechtsorgane und des Hormonhaushalts) neu zu kategorisieren. Die Unterscheidung versagt völlig, wenn das biologische Geschlecht nicht mit der Eigenwahrnehmung übereinstimmt.

    Die Dichotomie ist die rudimentäre, weil binäre Unterscheidung, die ohne weitere Differenzierung eben eine rudimentäre bleibt. All dies gehört zur Kategorei, alles andere nicht. Wir werden im Weiteren sehen, dass sich der Autor eben gerade diese rudimentäreren Klassifizierungen bedient, wenn es seiner politischen Überzeugung dient,.

    Selbst, wenn man also die „Wirklichkeit“ zur Grundlage einer Unterscheidung in verschiedene Kategorien von Personen machen will, gibt es außer einer Tradition, deren Ursprünge sich nicht nachvollziehen lassen, keinen besonderen Grund, den Aspekt „äußere Geschlechtsmerkmale bei Geburt“ den anderen genannten Aspekten vorzuziehen. Er ist weder wirklicher noch objektiv relevanter. Sprache diskriminiert hier also allein durch ihre Struktur alle diejenigen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht vorrangig über diesen Aspekt definieren können oder wollen. Und auch denjenigen, die sich gut mit dieser Kategorisierung abfinden können, wird es schwer gemacht, die Unterscheidung zu hinterfragen und alternative Unterscheidungen oder gar die Abwesenheit von Unterscheidungen zu denken.

    Was der Mann selbst nicht glaubt, begegnet er doch Frauen anders als Männern. Das behaupte ich einfach mal so. Warum sollte ich seiner Lüge argumentativ begegnen? Die Frage ist doch: warum lügt sich der Mann selbst etwas vor und tut so. als unterschiede er nicht zwioschen Mann und Frau, wohlwissend, dass die Begriffe an ihren Grenzen unklar sind?

    Kategorien und Zuschreibungen.
    Das zweite Problem scheinbar wertneutraler Unterscheidungen ist, dass die auf ihnen beruhenden Kategoriebezeichnungen sich zwangsläufig dazu anbieten, sie mit zusätzlichen Eigenschaften aufzuladen. Diese Eigenschaften stehen dann zwar in keinem logischen Zusammenhang mit der ursprünglichen Unterscheidung, stellen sich der Sprachgemeinschaft aber trotzdem als ein natürlicher Aspekt der Wortbedeutung dar. Auf diese Weise werden den Mitgliedern der jeweiligen Kategorie weitere scheinbar allgemeingültige Eigenschaften zugeschrieben.

    Wir werden ein wenig später sehen inwiefern sich der Autor an seine eigenen Ansprüche hält.

    So gehen wir beispielsweise wie selbstverständlich davon aus, dass die sprachlichen Kategorien Mann und Frau mehr bezeichnen als die oben erwähnte biologische Unterscheidung.

    Nein, nein und nochmals nein, eben nicht! Es ist für eine biologische Kategorie. Alle zusätzlichen Zuschreibungen essentialistischer Natur sind für mich zunächst fragwürdig, d.h blosse Behauptung, deren Nachweis erstmal erbracht werden muss.

    Aussagen wie „Frauen können nicht einparken“ und „Frauen gehen gerne shoppen“

    Sehr schöne und konformistisch – wir könnten es auch opportunistisch nennen – gewählte Beispiele. Warum nicht „Männer unterdrücken Frauen“ oder „Männer verdienen mehr als Frauen“ oder „Männer sind gewalttätiger als Frauen“? Es sind allenfalls fragwürdige Aussagen, die sich auf Statistiken stützen und die nur deshalb nicht als rassistisch wahrgenommen werden, weil sie Hassprojektionen auf Gruppen lenken, die als gruppenspezifisch privilegiert und daher als Gruppe nicht diskriminiert werden können. Dies ist ein rassistisches Motiv, da dem Individuum seine Individualiät abgesprochen wird („Weisse, „Männer“, „Heterosexuelle“ sind privilegiert ….). Das ist der Rassismus der Simpel:““ Ich bin für die Neger, gegen Weisse, weil Weisse so lange Neger unterdrückt haben“. Welch unerträgliche Einfalt.

    … oder „Männer können ihre Gefühle nicht zeigen“ und „Männer gucken gerne Fußball“ halten wir vielleicht nicht unmittelbar für wahr, aber doch für ausreichend plausibel, um über ihren Wahrheitsgehalt nachzudenken. Eine solche Aufladung ist bei einfachen Wörtern eher möglich als bei komplexen Wörtern oder Umschreibungen, die offen auf die verwendeten…

    Dabei sind Wörter umso problematischer, je substanzloser die Unterscheidungen sind, auf denen sie beruhen.

    Bei der Unterscheidung von Mann und Frau in Anbetracht der Fumktion im Fortpflanzungsprozess kann ja wohl kaum die Rede von Substanzlosigkeit sein. Des Autors Verweis auf erkenntnistheoretische Lücken ist bauernschlau, taugt aber zur Verneinung jedweder Aussage und kann daher übergangen werden.

    Während man sich bei Wörtern wie Mann und Frau noch Zusammenhänge vorstellen kann,

    Sich selbst verleugnen ist die schlimmste Art der Verleugnung. Der Autor will hier weismachen, dass er dem Geschlecht seines Gegenübers keinerlei Bedeutung beimisst. Seine Anbiederungen an das weibliche Geschlecht und sein Habitus als eitler Gockel führen seine Ausführungen ad absurdum (dazu wäre es notwendig, seinen Blog und insbesondere seine enthusiastische weibliche Fanbase etwas näher zu betrachten).

    http://www.scilogs.de/sprachlog
    Realsatire.

    …in denen die damit einhergehende Unterscheidung trotz ihrer Ungenauigkeit und Eindimensionalität eine Rolle spielt (für viele Menschen etwa bei der Wahl der Sexualpartner/in), ist es a priori kaum vorstellbar, in welchem Zusammenhang Haarfarbe oder Hautpigmentierung von so fundamentaler Bedeutung sein sollte, dass man Wörter braucht, um Menschen nach diesen Eigenschaften einzuteilen (darauf, dass es solche Situation a posteriori geben kann, komme ich am Ende dieses Beitrags zurück).

    Ist dieser Mann wirklich Wissenschaftler? Schwer zu glauben. Die Unterscheidung ist zunächst mal lediglich auf die Wahrnehmung zurück zu führen . Die Konstruktion erfolgt NACHHER. Der Sinneseindruck ist notwendige Voraussetzung. Das die Unterscheidungen und die essentialistischen Zuschreibungen von rassistischen Motiven getragen sein können, das ist unbestritten,.

    Ein genauerer Blick zeigt dann auch, dass es bei solchen relativ substanzlosen Kategorisierungen häufig nur sehr bedingt um das eigentliche Unterscheidungsmerkmal geht. Wenn es wirklich wichtig wäre, Menschen nach ihrer Haarfarbe einzuteilen, wäre ja zu erwarten, dass es ein allgemein anwendbares Vokabular dafür gäbe. Das ist aber nicht der Fall: Die Wörter Blondine und Brünette sind ausschließlich auf Frauen anwendbar, entsprechende Bezeichnungen für Männer gibt es nicht. Es geht bei diesen Wörtern also keineswegs um Haarfarbe, sondern um kulturell definierte Schönheitsideale, an denen sich Frauen, nicht aber Männer messen müssen. Nicht nur das Vokabular für Haarfarbe verhält sich so, sondern eine Vielzahl von Adjektiven, die körperliche Eigenschaften beschreiben – nur über Frauen kann man etwa sagen, dass sie drall, kurvig oder üppig sind. Umgekehrt ist es schwierig bis unmöglich, Wörter zu finden, die nur auf Männer anwendbar sind (wenngleich viele Wörter, die auf Männer bezogen positiv interpretiert werden, bei Frauen negativ klingen).[4]

    … Das ist aber nicht der Fall: Die Wörter Blondine und Brünette sind ausschließlich auf Frauen anwendbar, entsprechende Bezeichnungen für Männer gibt es nicht… was es aber gibt sind die Ausdrücke „Feigling“ oder „Schwächling“ oder die Redewendung wie „sei ein Mann*. 20 Sekunden Nachdenken genügen um festzustellen, dass es auch geschlechtsspezifisch abwertende Ausdrücke für Männwer gibt, die so nicht gegen Frauen angewandt werden.

    Am problematischsten sind sprachliche Kategorien, wenn sie nicht nur mit zusätzlichen Bedeutungsaspekten behaftet sind, sondern außerdem historischen Ballast transportieren. Die fast schon verzweifelt anmutende Suche nach einem „akzeptablen“ Wort für „Menschen mit dunkler Hautfarbe“ – von Neger zu Farbiger oder Schwarzer zu Person of Color (PoC) oder dunkelhäutiger Mensch – verstellt nicht nur den Blick auf die Frage, warum man Menschen überhaupt nach ihrer Hautfarbe kategorisiert, sondern auch auf die geschichtlichen Zusammenhänge, aus denen diese Kategorisierung hervorgegangen und zu denen sie beigetragen hat. Diese Frage lässt sich im Rahmen einer sprachwissenschaftlichen Diskussion natürlich weder in angemessenem Umfang noch in ausreichender Tiefe behandeln, aber ein Denkanstoß sei dennoch erlaubt.

    Es ist unbestritten: Der Rassist katgeorisiert Menschen nach seinen rassistischen Kategorien und sieht darin etweas Essentialistisches. Das ist abzulehnen. Der Autor aber sollte sich mal die Frage stellern, welche Kategorien ER bildet.

    Die Erkenntnis, dass Sprache bestimmte Voraussetzungen für die Entstehung von Diskriminierungen beinhaltet, ist wahr, aber ich halte diesen Aspekt bei weitem für nicht so zentral wie der Autor. Die übertriebene Betonung speziell der sprachlicher Aspekte läuft m.E. Gefahr abzulenken von den soziologischen, historischen und kulturellen Ursachen von Diskriminierung, Ausgrenzung und sozialer Ungerechtigkeit. Denn dort muss m.E. im Wesentlichen angesetzt werden, um diese zu bekämpfen.

    Vermutlich ist gerade dies auch der Grund, warum der PC-Diskurs so stark gefördert wurde. Für die herrschende Kapitalistenklasse hat er die Funktion, dass dadurch vom Wesentlichen abgelenkt wird.

    Danke Leszek, so ist es. Die vom Autor selbst bevorzugten Kategorisierungen führen dazu, den geringen Anteil weiblicher Führungskräfte in DAX-Unternehmen als grosses gesellschaftlichers Problem zu sehen, die 90% männlicher Obdachloser jedoch nicht, weil die Kategorie „männlicher weisser heterosexueller“ per se als privilegiert kategorisiert wird. Das ist rassistische Denke, denn sie negiert die Individualität des Menschen.
    Die radikalkonstruktivistische Anschauung in ihrer Beliebigkeit ist keineswegs für brutale Unterdrückung umempfänglich: „Wer ein Jude ist, das bestimmen wir!“ sagte Göbbels.

    Aber zurück zur einzigen relevanten Frage an den Radikalkonstruktivisten, der weder Wahrheirt noch objektive Erkenntnis für möglich hält: Wem nützt es?

    Das ist mal eine infach zu beantwortende Frage: Ihm selbst. Er publizierte „Sprache und Ungleichheit“ in der Bundeszentrale für politische Bildung, Teil des Etablishements, das sich gegen jedes Aufbegehren des Prekariats zur Wehr setzt, da einzig das Prekariat nicht Profiteur der herrschenden Ordnung ist und damit seine Macht mögklicherweise gefährden könnte. das Prekariat ist seinem Wesen gemäss extremistisch, denn es will die herrschende Ordnung stürzen, was sich sowohl in links- wie auch in rechtsradiklaen Tendenzen manifestiert. Da hilft dem rechtschaffenen Bürger, mittlerweule Feminist, weil es sich sich so gehört, nur die ganz grosse Nazikeule.

    Werfen wir zum Abschluss einen kurzen Blick auf mögliche Veränderungen des sprachlichen Status quo. Im Falle eines einzelnen diskriminierenden Wortes scheint eine Veränderung zunächst täuschend einfach: Es wird einfach durch ein anderes, neutraleres Wort ersetzt. Die Sprachgeschichte zeigt jedoch, dass jedes neu eingeführte Wort schnell die negativen Bedeutungsaspekte des ersetzten Wortes übernimmt (man spricht hier manchmal von einer „Euphemismentretmühle“

    Der Behindeerte würde es wahrscheinlich vorziehen, Krüppel genannt zu werden und eine ansehnliche Rente zu erhalten, mehr noch, mit seinem Status aufgrund seines ansehnlichen Einkommens würde er respektvoll behandelzt. Die soziale kastegorie „Krüppel“ würxde zu einem Synonym für „sozial privilegiert“ und erstrebenswert, Einwand der tatsächlichen körperlichen oer geistigen Behinderung? Abgelehnt. Das alles sind nur Diskurse, welche die Wirklichkeit konstruieren und konstituieren.

    Es gibt Menschen, die Hunger leiden, denen ist mit dem erkenntnistheoretisch-radikalkonstruiktivistischen Einwand, dass ihr Hunger nur eine Metapher ist. Professoren der Linguistik wissen sowas, die dummen Hungerleider aber leider nicht!

    Itsme sagte:
    Ich denke eines der Argumente von Seiten der Antidiskriminierungsfraktion würde sein, dass Sprache ja eben ein Mittel ist, das dazu dient die Ursache zu reproduzieren. Und da ist eben etwas dran, wenn man die Diskriminierung nicht mehr in den sozialen Zusammenhängen sucht, sondern nur noch im Akt bestimmte individuelle Einstellungen zum Ausdruck zu bringen. Der aktive Gebrauch diskriminierender Sprache läd zur Imitation ein.

    Völlig richtig. Aber die Sprache ist nicht die Ursache.

    @ Leszek
    Ich erwarte ein Buch von Dir! Deine Ausführungen sind von sehr eindrücklich. Vielleicht erfahre ich ja mal Deine wahre Identität. Denk an Wilhelm Busch 🙂

    • @ Peter

      Gute Arbeit am Begriff!

      Besonders aufgefallen ist mir dies:

      „Nein, nein und nochmals nein, eben nicht! Es ist für eine biologische Kategorie. Alle zusätzlichen Zuschreibungen essentialistischer Natur sind für mich zunächst fragwürdig, d.h blosse Behauptung, deren Nachweis erstmal erbracht werden muss.“

      Nenn mich altmodisch, aber mir fällt dazu unweigerlich ein, dass es Diskussionen gibt, die wohl niemals enden. Wenn Du mal nichts zu tun hast, lies auf Wikipeadia unter „Universalienstreit“ oder „Universalienproblem.“

      Dabei wirst Du wahrscheinlich auf Petrus Abealardus stoßen, von dem Dein Ausspruch stammen könnte. Dessen Biographie ist übrigens ziemlich interessant. Er hat wegen einer Frau buchstäblich seine Eier verloren.

    • mir ist beim lesen immer ein seminar zum thema robotik/informatik durch den kopf gegangen.

      es war ein paper, praktisches experiment zum thema sprache.

      2 roboter haben veruscht miteinander zu ’sprechen‘ ohne die gleiche sprache zu beherschen.
      am ende kamen kunstworte raus. als bsp eine kombination aus blau und rot = ‚blot‘.
      ‚blot‘ war quasi eine bezeichnung für eine farbe auf die sich beide maschinen/programme ‚geeinigt‘ haben.
      nach definition des autors wäre soetwas ja zumindest potentiel rassisitisch. (wenn ich schwarz==blot setze)
      wie kann jemand auf so einen gedanken kommen?

  5. Korrektur:
    Es gibt Menschen, die Hunger leiden, denen ist mit dem erkenntnistheoretisch-radikalkonstruiktivistischen Einwand, dass ihr Hunger nur eine Metapher ist, nicht geholfen.

  6. Danke Christian, auch wenn ich feststelle, dass Themen wie : Muddi hat Östrogenüberschuss – Wird sie jetzt geil – pflanzt sie sich jetzt in einem fort fort?.. oder Muddis Möse wird feucht – welchen evolutionären Vorteil bietet die problemlose Penetration aus evolutionärpsychologischer Sicht und was sagt Butler und Bordieu dazu … mehr Interesse weckt, insbesondere auch bei unseren seltenen weiblichen Mitdiskutantinnen.

    • @Peter

      Seriöse Untersuchungen haben gezeigt das
      Frauen in Situationen wo sie total
      wütend und ausser sich sind (natürlich nicht
      mit ihrem Beta Warmduscher sondern im
      Zusammenhang mit einem gefährlichen Alpha)
      nass zwischen den Beinen werden.
      Evolutionsbiologischer Vorteil sollte es
      dann doch zu etwas kommen wäre die Gefahr
      einer Verletzung geringer.
      Und schon sind wir in einem weiteren
      Minenfeld. 🙂

  7. Vielen Dank für das Lob, Peter.

    eine wirklich ausgezeichnete ausführliche Analyse von Dir.

    Vielleicht sollten wir den Autor mal auf unsere Kritiken hier aufmerksam machen.

    Auch wenn mit scharfer Kritik an seinem Text nicht gespart wurde, wenn er etwas Offenheit besitzt, könnte er dadurch ja vielleicht zum kritischen Nachdenken angeregt werden.

  8. Vielleicht sollten wir den Autor mal auf unsere Kritiken hier aufmerksam machen

    @ Leszek
    Schreib Du jetzt Drein Buch und offenbare und Deine Identität!

    Der Autor reagiert sehr ungehalten auf Kritik und führt meist seinen Standesdünkel (ich hab 30 Jahre Linguistik studiert, was weisst denn Du schon, haha, Stiftung Warentest bestätigt, ich bin ein Wissenschaftler) pseudoargumentativ ins Feld. 🙂

    Apropos scharfe Kritiken: genau so wie Du ist es meine Überzeugung, dass der konstruktivistische Ansatz durchaus von Nutzen ist. denn er befähigt, das Selbstrverständliche zu hinterfragen. Allerdings wird der (radikale) Konstruktivismus zu einer albernen und selbstreferentiellen Rechthaberei, sprich Etablierung einer Diskursmacht, wenn die eigenen Kategorisierungen unhinterfragt bleiben.

    Aber schreib Du jetzt ein Männermanifest. Tu das bitte. Das ist ein Befehl.
    🙂

  9. @Peter @Leszek

    Am schnellsten geht es mit dem ändern
    des Geschlechts im S.C.U.M. Nicht mehr
    sehr originell weil schon mehrfach gemacht.

    Damit so ein Manifest auch das gewünschte,
    nachhaltige Hyperventilieren bei der
    Gegenseite auslöst, müssten in der Einleitung
    die wichtigsten grundlegenden, unumstösslichen
    biomechanischen Grundgesetze dargelegt werden.
    Analog zB. zum ersten und Zweiten Hauptsatz
    der Thermodynamik.

    Wenn die Natur nichts besonderes vor hat,
    macht sie XX. Frauen sind also sozusagen
    default. Die evolutionäre Entwicklung
    läuft also im wesentlichen über XY.
    Nun wenn man sich die Form der Gaussschen
    Kurven anschaut sticht ins Auge, bei
    praktisch gleicher Lage des Peek
    sind die Kurven von XY flacher aber
    breiter. Stopp da laufen wir in ein Problem
    bei der üblichen Darstellung dieser
    Kurven liegen die positiven Merkmale
    meist rechts vom Peek. 😉

  10. Passt vielleicht ganz gut dazu.

    In diesem bemerkenswerten Text:

    http://web.archive.org/web/20110521200611/http://racetraitor.org/whitestudies.html

    heißt es: “there has always existed a tradition among African Americans to view race as a social construct, to understand that whiteness is not something a person is, it is something a person does.”

    Demnach hätten also die Schwarzen Rasse schon immer als soziales Konstrukt (der Weißen versteht sich) angesehen. Das ist nach meiner Erfahrung vollkommener Unsinn, im Gegenteil, die Schwarzen verstehen sich durchaus als eine durch die gemeinsame Hautfarbe definierte Gruppe, die sich von Menschen anderer Hautfarbe unterscheidet (und sie haben einen sehr viel positiveren Bezug zu dieser Hautfarbe, als die meisten Weißen zu der ihren). Was sie nicht wollen, ist eben allein aufgrund dieser Hautfarbe diskriminiert und verurteilt zu werden.

  11. Warten wir mal ab, wie sich die Diskussion beim Spiegelfechter noch entwickelt. Das übliche ätzende Niedergebrüll, gerade von Männerseite, folgte ja gleich auf dem Fuße. Jedenfalls konnte man die Uhr danach stellen, wann Kemper dort mit seinen persönlichen Attacken gegen Hoffmann aufschlagen wird. Da durfte dann Raewyn Connell als „renommierteste Männerforscherin weltweit“ natürlich genauso wenig fehlen wie die Erwähnung, dass Hoffmann es einmal gewagt hatte, einen Artikel in der „Jungen Freiheit“ zu platzieren. Hier baut Kemper natürlich billig auf die reflexhaften Affekte der Leserschaft eines linken Blogs, die einen Autor, der im selben Atemzug mit der „Jungen Freiheit“ genannt wird, sogleich als rechtsradikal abzubürsten hat,
    Wenn er sich da mal nicht täuscht… Das dürfte wirklich noch interessant werden!

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