Frauenabwertung und hegemoniale Männlichkeit

Zwar ein etwas älteres Interview, aber es wurde über Twitter gerade noch mal verlinkt und ich finde es ganz interessant: Rolf Pohl über Sexismus „Männer haben Angst vor Frauen

Dort zu hegemonialer Männlichkeit:

Die australische Soziologin Raewyn Connell weist drei Bereiche aus: Wer dominiert in der Wirtschaft? Wer dominiert in der Politik? Und wer dominiert in den emotionalen Beziehungen? Wer bekommt Aufmerksamkeit, Geld oder Zuwendung, und welches Geschlecht wird eher diskriminiert? Besonders in den privaten Beziehungen gibt es eine sehr starke Ausprägung männlicher Vorherrschaft.

Die drei Bereiche erscheinen mir zunächst einmal recht zufällig. Warum nicht: Wer dominiert im Sorgerecht? Wer dominiert in gesicherten Jobs, die eine hohe Vereinbarkeit mit Familie haben? Wer muss weniger Erwerbsarbeit erledigen um sich den durchschnittlichen Lebensstil zu erwirtschaften? Oder „Welches Geschlecht erhält mehr Transferleistungen von dem anderen Geschlecht? Auch alles Fragen anhand denen man eine hegemoniale Weiblichkeit begründen könnte?

„Wer dominiert in den emotionalen Beziehungen?“ finde ich auch gar nicht so einfach zu beantworten. Ich würde meinen, dass es durchaus häufig die Frauen sind. Auch Aufmerksamkeit, Geld und Zuwendungen würde ich nicht als männlich dominiert ansehen.

Zu der Frage, wie Männer Macht generieren:

Männer generieren auch Macht in ihrer Beziehung, indem sie Aufmerksamkeit verweigern, hinhalten, Aufgaben vergessen, Bedürfnisse ihrer Partnerin ignorieren.

Schweigen und ignorieren scheint mir nun eher ein Taktik zu sein, die Frauen anwenden. Ebenso wie das Hinhalten. Und Bedürfnisse ihres Partners ignorieren: Das ist ja nur die Frage, was man als Bedürfnis anerkennt. Den Kneipenabend mit Freunden? Das Fußballgucken am Samstag? Der Blowjob zwischendurch? Das Zum-Sexobjekt-Machen, was viele Männer den Frauen so großzügig gewähren, selbst aber nicht bekommen? Alles kann von zwei Seiten betrachtet werden.

Zu Natur vs. Nature:

Man findet pseudorationale Begründungen dafür, dass das Geschlechterverhältnis ungleich bleiben muss. Dabei ist die Hirnfrage extrem strittig: Viel spricht dafür, dass die Hirnstrukturen nicht naturgegeben so sind, sondern sich in unserer Kultur so entwickelt haben. Vor allem ist interessant, worauf die Wissenschaft sich konzentriert. Plakativ ausgedrückt: Wir können gesellschaftliche Stereotype verändern, wenn wir wollen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf das, was die Geschlechtsunterschiede endgültig als natürliche erscheinen lässt. Das ist Vermeidungsverhalten. Dieser Biologismus ist so gesehen eine neue Form des Sexismus.

Das Gegenteil ist der Fall: Vieles spricht dafür, dass Gehirnstrukturen bei den Geschlechtern unterschiedlich ausgestaltet werden. Der Wunsch nach freier Veränderbarkeit wurde häufig geäußert, stellte sich aber immer wieder als Irrtum heraus. Natürlich können wir gesellschaftliche Strukturen ändern, aber eben nur im Rahmen unserer Biologie.

Zur Konstruktion der Geschlechter:

Das Problem ist: Männliche Identität ist so konstruiert. Zu dieser Identität gehört das unbewusste Bedürfnis, sich aufzuwerten, indem Frauen abgewertet werden. Sich als einzelner Mann von dieser Konstruktion abzugrenzen ist sehr schwer. Die Ambivalenz gegenüber Frauen prägt sich dem kleinen Jungen ein – und erfährt immer wieder Nachprägungen.

Richtig ist, dass Outgroups genutzt werden um den Wert der Ingroup zu erhöhen. Das ist bei Frauen und Männern so. Momentan scheint mir die Frauenaufwertung verbunden mit Männerabwertung allerdings eher salonfähig zu sein als der umgekehrte Fall.

Warum man was gegen Feministinnen haben kann:

Reagieren Männer deshalb so allergisch auf Feministinnen? Weil die sich der Kontrolle entziehen?

Ja, das ist eine mögliche Abwehrstrategie zur Bestätigung einer „intakten“ Männlichkeit. Feministinnen wurden und werden lächerlich gemacht

Auch eine hübsche Immunisierungsstrategie. Jede Kritik am Feminsmus ist eine Abwehrstrategie zur Bestätigung einer intakten Männlichkeit. Der Kritiker ist einfach nicht Mann genug, um es mit Feministinnen aufzunehmen. Dass man bestimmte Ideen aus dem Feminismus einfach bescheuert finden kann findet darin keinen Platz

Und zum „neuen“ Feminismus:

Der „neue Feminismus“ ist für mich zunächst ein medial inszeniertes Backlash-Phänomen. Junge, hübsche Gesichter werden hier zu den alten feministischen „Schlachtrössern“ in Konkurrenz gesetzt. Das dient erst einmal dazu, den „alten Feminismus“ abzuwerten. Aber diese Frauen analysieren die vorherrschenden Machtstrukturen nicht. Sie folgen eher dem allgemeinen Trend der Individualisierung, nach dem jeder seines Glückes Schmied ist. Das ist keine Kritik an der Geschlechterhierarchie. Ein Feminismus, der nichts verändern will, ist keiner.

Backlash ist so ein schönes Konzept! Man kann damit herrlich jede Kritik entwerten. Frauen, die meinen, dass man Feminismus anders gestalten muss? Backlash! Ein Feminismus muss ein ordentliches, männliches Feindbild haben.

Und zur Wirkung seiner Vorträge:

Bei meinen Vorträgen reagieren vor allem die Frauen positiv. Männer sind eher irritiert und oft peinlich berührt. Über seine Ängste nachzudenken anstatt sie als Bedrohung abzuwehren ist in der Männerrolle nicht vorgesehen.

Warum sollte man auch etwas als Bedrohung ansehen, was einem die Schurkenrolle zuweist und jede Kritik von vorneherein entwertet. Ich habe keine Ahnung, es muss wohl einfach die Angst vor Frauen und die Angst vor Machtverlust sein.

104 Gedanken zu “Frauenabwertung und hegemoniale Männlichkeit

  1. Der Typ ist (editiert: Bitte Sachlich bleiben und möglichst ohne Beleidigungen schreiben). Was soll Mann zu so viel Selbstverleugnung sagen. Wie ich diese (editiert: Bitte Sachlich bleiben und möglichst ohne Beleidigungen schreiben) Männer hasse…..

    Und spricht jemand auch von Männerhass 🙂

  2. Diese Kritik (im Blogpost) ist sehr verzerrt und unfair – sie löst das ein, was sie dem Autor vorwirft, deutet Konzepte um und will nicht verstehen, worum es geht.
    Nur ein Beispiel: Wirtschaft, Politik und Beziehungen werden als Bereiche genannt, die man mal untersuchen könnte. Die Entgegnung, diese Bereiche seien total willkürlich gewählt, kann ich nicht nachvollziehen – denn diese Bereiche decken die wesentlichen Sphären unseres Lebens ab. »Sorgerecht« ist eine Thematik, die sich in diesen Bereichen verorten lässt.

    Dazu kommt eine Reihe von »scheint mir«-Argumenten, die die Kritik als vage erscheinen lassen. Ist es so – oder scheint es so?

    Ich plädiere dafür, genau hinzusehen. Fragen zu stellen und zu klären, wo Machtverhältnisse auftauchen – wie ich das hier formuliert habe: https://fragenfragen.wordpress.com/2012/04/02/zur-gleichstellung/

    Ich bin sehr einverstanden damit, dass nicht in allen sozialen Belangen Männer dominieren. Aber reflexartig jede Feststellung einer Dominanz zurückzuweisen, führt nicht zu einem offenen Diskurs, sondern zu einem Festbeißen in Positionen, zu denen man sich dann unter Gleichgesinnten beklatscht.

    • @Philippe Wampfler

      Ja, wobei wir einige der Punkte hier ja schon häufiger hatten.
      Bei der Politik und der Wirtschaft ist es meiner Meinung nach nicht so, dass man Frauen nicht läßt. Sie wollen häufig auch gar nicht, wie Grüne oder auch Piraten zeigen. Wenn noch nicht mal die Grünen es schaffen, genug Frauen zu finden, obwohl sie es ihnen sehr einfach machen und sie diverse Regeln zu deren Schutz haben, muss man dann nicht langsam mal Hinterfragen ob das noch Diskriminierung ist.
      Ein paar Artikel dazu findest du hier
      https://allesevolution.wordpress.com/tag/frauen-in-hohen-positionen/

      In Beziehungen sehe ich keine Vormachtstellung von Männern. Wie würdest du die begründen? Meiner Ansicht nach haben eher häufig die Frauen die Hosen an. Sie haben ja auch durchaus einiges an Druckmitteln.

      zu deinen Fragen:

      „Wenn ein Mann und eine Frau Auto fahren – wer fährt?“

      Die Gegenfrage ist ja, wer fahren will und warum. Wenn sie lieber gefahren wird und er lieber fährt, ist das dann Ausdruck einer Dominanz?

      „Wer bügelt die Hemden, die Männer tragen?“

      Wer arbeitet für das Geld, mit dem die Kleidung bezahlt wird die Frauen selbst tragen?

      „Wenn Unsicherheit über einen Weg herrscht: Wer interpretiert die Karte?“

      Da bist du natürlich bei einer gefährlichen Frage: Wer kann die Karte besser lesen? Wer muss die Arbeit des Navigierens übernehmen?

      „Wer stellt bei einem gemeinsamen Gespräch mit einer Drittperson die Fragen?“

      Das kommt auf das Thema an. Außerdem ist das nicht unbedingt ein Zeichen von Macht „Nun frag doch mal“ oder nachher „Du hast ja gar nicht dies und das gesagt, klär das noch mal“ oder einfach der Umstand, dass man selbst die unangenehmen Fragen stellen muss, während sie diese Arbeit delegiert, das muss man ja auch mit berücksichtigen

      „Wer füllt amtliche Dokumente aus?“

      Häufig genug die Frau, wenn sie die Büroarbeiten innerhalb der Familien übernimmt. Aber Dokumente ausfüllen zu müssen ist auch kein Privileg. Man kann es auch als delegieren ansehen

      „Wer leistet mehr unbezahlte, unbeachtete Arbeit (z.B. Pflege von Menschen)?“

      Aus Sicht der Hausfrau ist die Erwerbsarbeit ihres Mannes, mit der Geld zum Leben erlangt wird, welches sie nutzt, ebenfalls unbezahlte Arbeit, die häufig genug von ihr und den Kindern als selbstverständlich angesehen wird. „Du bist ja nie da“ und „nie machst du etwas für uns oder mit uns“ sind klassische Sätze in dem Zusammenhang.
      Ich hatte das Thema auch hier schon mal kurz dargestellt
      https://allesevolution.wordpress.com/2010/09/03/unbezahlte-arbeit-in-der-familie/

      • Ich würde dein Vorgehen wiederum kritisieren. Du kannst gern andere Fragen stellen – das ist genau das, was mir vorschwebt. Aber dadurch darf man diese Fragen dennoch beantworten. Entscheidend ist zudem, ob es sich um Machtverhältnisse handelt oder nicht.
        Wer navigiert, sagt, wo man (gemeinsam) durchgeht. Wer das Auto steuert, ebenfalls.
        Ist das ein Ausdruck der Dominanz? Zunächst einmal zeigt das Autofahren, wie schwierig »Wille« zu deuten ist. Man handelt ja diese Fragen nicht täglich neu aus, sondern sowas pendelt sich ein – sehr schnell. Es ist aber ein gutes Beispiel, weil es in Bezug auf die Autofahrkompetenz zwischen den Geschlechtern keine wesentlichen biologischen Unterschiede gibt (das behaupte ich mal so ad hoc – es gibt mehr männliche Autofahrprofis, aber auch mehr männliche Unfallverursacher, nehmen wir mal an, das hebt sich auf). Wie stellt man also nun fest, wer fahren »will«? Was ist, und das der spannendere Fall, wenn beide wollen? Hat der Mann, dessen Erwerbsarbeit das Auto scheinbar finanziert (weil die Arbeit der Frau nicht entschädigt wird), ein »Recht«, das Auto auch zu fahren? Etc.

        • @Philippe Wampfler

          „Entscheidend ist zudem, ob es sich um Machtverhältnisse handelt oder nicht.“

          Aber das abstrakt zu untersuchen, indem man nur beleuchtet, wer wie handelt und nicht welche Strukturen zwischen den Personen dazu führen, ist nicht die richtige Vorgehensweise.

          „Hat der Mann, dessen Erwerbsarbeit das Auto scheinbar finanziert (weil die Arbeit der Frau nicht entschädigt wird), ein »Recht«, das Auto auch zu fahren? Etc.“

          Das wäre ein möglicher Schluss. Wie offen bist du für andere? Was sind die Kriterien, nach denen man es bestimmen kann? So ist es erst einmal eine Vermutung, die zu dem Bias „Patriarchat“ und „hegemoniale Männlichkeit“ passt. Wenn man diese Bias aufgibt, dann kann man erst die richtigen Fragen stellen.

          Es gibt hier dutzende von Ausweicherklärungen. Sowohl biologisch als auch sozial. und nicht alle (ich würde eher sagen die wenigsten) kommen zwingend zu dem Ergebnis, welches Connell hier erzielt.

          Machtverhältnisse zu beleuchten erfordert ein kritisches Hinterfragen der eigenen Position. Ich muss mich fragen, ob die Erwerbstätigkeit dem Mann die verfügungsgewalt über das Geld gibt, Connell ob es nicht vorteilhafter oder gewünscht sein kann, wenn man nicht der Erwerbstätigkeit nachgehen muss, sondern dies ein anderer für einen erledigt.
          Und dann muss man Verfügungsmöglichkeiten nachvollziehen und nicht voraussetzen. Überwiegt die Anzahl der Patriarchen, die ihrer Hausfrau ein karges Haushaltsgeld zuweisen oder die Anzahl der Männer, die ihr Gehalt auf ein gemeinsames Konto fließen lassen, auf das die Ehefrau mittels Karte voll zugreifen kann? Was ist mit den eigenen Einnahmen der Ehefrau, fließen die auch auf das Gemeinschaftskonto?
          Wie selbständig wird von der Ehefrau über Ausgaben entschieden?

          Wenn man schon Macht analysiert, dann doch bitte nicht einfach nur um ein ideologisches Ergebnis zu bestatigen

      • Wer navigiert, sagt, wo man (gemeinsam) durchgeht. Wer das Auto steuert, ebenfalls.

        Wenn ich Taxi fahre, dann interessiert es mich auch nicht „wo man durchgeht“. Entscheidend ist vielmehr, dass ich zum Ziel befördert werde. Und wenn der Taxifahrer schlecht navigiert, dann beschwere ich mich.

        Wenn „der Weg das Ziel“ ist (z.B. „schöne Landschaften durchfahren“) dann wird ganz anders verhandelt.

        „Auto Steuern“ bzw. „Navigieren“ als Privileg zu deuten erscheint mir reichlich absurd.

      • @Philippe Wampfler
        „Hat der Mann, dessen Erwerbsarbeit das Auto scheinbar finanziert (weil die Arbeit der Frau nicht entschädigt wird), ein »Recht«, das Auto auch zu fahren?“

        Das ist eine vollkommen absurde Frage.

        Wieso wird die Autofahrerei als „Recht“ dargestellt?

        Ich habe die gesamte Palette der Autofahrer bei Paare erlebt, bei denen beide arbeiteten, also das Auto nicht nur aus der Erwerbsarbeit des Mannes finanziert wurde. Es war immer eine gemeinsame Entscheidung der Paare, wer Auto fährt.

        Das entspricht einer partnerschaftlichen Mentalität, ob nur die Frau oder nur der Mann ein Auto fährt, oder beide.

        Wer nur deswegen heiratet oder eine Partnerschaft eingeht – Frau oder Mann – um seine Machtphantasien im Kleinen auszuleben, der gehört auf der Psychocouch!

        Welcher Mentalität entspringen solche Fragen, die nichts mit der Wirklichkeit moderner Paare zu tun haben und das Europa-weit, also nicht nur auf Deutschland bezogen?

      • @Christian:

        Ich habe nie argumentiert, um eine Ideologie zu bestätigen. Aber es muss möglich sein, dass sowas wie »Patriarchat« – der Begriff scheint mir zu absolut, lieber wäre mir »männliche Dominanz« – in Bereich vorkommt. Wenn dieser Schluss dazu führt, nach »Ausweicherklärungen« zu suchen, dann unterliegt man einem Bias.

        Zum Autofahren und Nick und M.B.:
        Muss ich das jetzt alles im Detail darlegen, also z.B. erklären, dass der Taxipassagier bestimmt, wo der Taxifahrer hinfährt? Der aber z.B. einen falschen Weg einschlagen kann etc. und so auch eine Machtposition einnehmen kann? Ist das schwierig zu verstehen?
        Die Annahme, Paare würden jeweils einen gemeinsamen, partnerschaftlichen Entscheidungsprozess durchführen, um zu entscheiden, wer in der gegebenen Situation fährt, scheint mir reichlich absurd – das hat doch »mit der Wirklichkeit moderner Paare« nichts zu tun. Wollen wir das mal empirisch untersuchen? Mit ein paar schlauen Variablen?

        Und ja – Machtphantasien werden fast ausschließlich im Kleinen ausgelebt. Das ist nicht der Grund für eine Heirat – aber genau die Art, in der sich Macht heute manifestiert.

        • @Philippe Wampfler

          Klar kann du für einen solchen Begriff wie „männliche Dominanz“ argumentieren. Aber dann muss man so ein Konzept auch mal umfassend prüfen.
          Wenn man nach anderen Erklärungen sucht, um eine Erklärung zu vermeiden und diese nicht akzeptiert sicher. Aber das wäre ja umgekehrt genauso der Fall. Der richtige Weg wäre es dann doch wohl erst einmal nach möglichen Erklärungen zu suchen und dann die Argumente für die jeweiligen Erklärungen zu suchen.

          Mein Argument wäre, dass ich Frauen als nicht so machtlos erlebe wie du und sie mir in Beziehungen einiges zu sagen zu haben scheinen. Bei Wirtschaft und Politik habe ich ja bereits auf einige Artikel hingewiesen, in denen angeführt wird, dass Frauen häufig eine andere Lebensplanung bevorzugen. Man könnte auch noch anführen, dass Männer mehr von Status haben, weil er in ihre Attraktivität mit einfließt.

          Was würdest du denn für deine Sicht anführen?

      • Muss ich das jetzt alles im Detail darlegen, also z.B. erklären, dass der Taxipassagier bestimmt, wo der Taxifahrer hinfährt?

        Mühsam ist’s ja mit dir: Denkst du, in einer Beziehung bestimmt der Fahrer per se das Ziel? Etwa weil er das Steuer in der Hand hat? Man setzt sich gemeinsam ins Auto, fährt los, und der Fahrer sagt nach 20min: „Übrigens, heute fahren wir ins Fußballstadion“?

        Die Annahme, Paare würden jeweils einen gemeinsamen, partnerschaftlichen Entscheidungsprozess durchführen, um zu entscheiden, wer in der gegebenen Situation fährt, scheint mir reichlich absurd..

        Was ist daran absurd? Bei uns dauert dieser Prozess ca. 10 Sekunden. Ich hatte aber auch Freundinnen, die gar nicht fahren wollten, und andererseits auch Freundinnen, die gerne Auto Fahren. Dann war das von vornherein klar.

        Wenn’s nach mir geht fährt immer sie, so habe ich mehr von der Landschaft 🙂

        Sich über das Fahrziel einigen ist aber schon was ganz anderes, das kann auch mal in Streit ausarten.


        Wollen wir das mal empirisch untersuchen? Mit ein paar schlauen Variablen?

        Na, da bin ich aber mal gespannt, wie du da etwas empirisch belegen willst.

        Und ja – Machtphantasien werden fast ausschließlich im Kleinen ausgelebt.

        Ja, der eine hier, die andere dort. Meistens steckt jeder so sein Terrain ab, was ja auch gut ist: Sie kann/weiß dies besser, er das.

        Und was soll das bitte mit „männlicher Dominanz“ zu tun haben? Es ist je nach Paar äußerst unterschiedlich. Sehr häufig hat auch die Frau vollumfänglich das Sagen. Auch wenn „er“ fährt, war es „ihr“ Beschluß, heute zur Schwiegermutter zu fahren. Und wenn er falsch fährt, dann kriegt er was zu hören, das kannst du aber glauben.

        Wie blind muß man eigentlich durch die Welt laufen, um das zu übersehen? 1x Samstags Shoppen gehen sollte für diese Beobachtung eigentlich genügen. Die Welt ist voll der Zicken, und der Macho stirbt langsam aus.

    • Nur ein Beispiel: Wirtschaft, Politik und Beziehungen werden als Bereiche genannt, die man mal untersuchen könnte. Die Entgegnung, diese Bereiche seien total willkürlich gewählt, kann ich nicht nachvollziehen – denn diese Bereiche decken die wesentlichen Sphären unseres Lebens ab.

      Diese „Bereiche“ sind auch nach meiner Auffassung willkürlich – oder besser: klischeehaft – gewählt.

      Was soll denn bitte „DIE Wirtschaft“ sein, was „DIE Politik“?

      „Die CEOs“? -> Exekutivposten, die den Shareholdern Rechenschaft schulden

      „Die Politik“ -> Exekutivposten, die den Wählern Rechenschaft schulden

      „Dominanz“ bzw. „Macht“ würde ich eher daran festmachen, in wessen Sinne die Agenden gesetzt werden. Wer die Karte interpretiert ist, aus einer Machtperspektive heraus, belanglos. Wesentlich entscheidender ist, wo hingefahren wird.

      Feudalism is over, die Welt ist etwas komplexer geworden: Von Gottes Gnaden Kaiser ist schon lange ein Auslaufmodell, und schon der Willhelm hatte eigentlich nicht mehr viel zu sagen.

      »Sorgerecht« ist eine Thematik, die sich in diesen Bereichen verorten lässt.

      Wo denn dort? Unter „emotionale Beziehungen“? Wer regelt denn das Sorgerecht, im Streitfall, und in wessen Sinne wird es geregelt? Das ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, dass diese Kategorisierung keinen Sinn macht.

      Aber reflexartig jede Feststellung einer Dominanz zurückzuweisen, führt nicht zu einem offenen Diskurs, sondern zu einem Festbeißen in Positionen, zu denen man sich dann unter Gleichgesinnten beklatscht.

      Wo hat denn der Autor jegliche Dominanz bestritten?

      Es gibt gute Gründe dafür, das Konzept einer angeblich allgegenwärtigen Dominanz von Männern zu verwerfen, und der Autor hat einige davon benannt.

      Ein Diskurs, der den Anspruch hat offen zu sein, sollte sich imho eher mit den Argumenten konkret auseinandersetzen, anstatt reflexartig das Konstrukt „ubiquitäres Patriarchat“ zu verteidigen.

      • Die Sorgerechtsregelungen sind gesetzlich festgehalten. Es geht um Politik.

        Ebenso geht dabei es um Ökonomie und um emontionale Beziehungen.

        Die Aufteilung in diese drei Sphären bleibt willkürlich.

        Du tust im Schlussabschnitt genau das, was ich kritisiere – es reicht eben nicht aus, Vorwürfe immer zurückzugeben.

        Ad Absurdum führen ist nicht das Gleiche wie „zurück geben“.

        Ich habe Gründe dafür genannt, deinen Vorwurf zurückzuweisen.

      • @Philippe Wampfler
        „Die Sorgerechtsregelungen sind gesetzlich festgehalten.“

        Gerade die Sorgerechtsregelungen sind ein gutes Beispiel für die DISKRIMINIERUNG des Vaters in Deutschland, siehe die Entscheidung des Europäischen Menschenrechtgerichthofes im Falle Zaunegger.

        Wer diese „Sorgerechtsregelungen“ nicht in Frage stellt, der akzeptiert die DISKRIMINIERUNG des Vaters und verrät wessen Politik er unterstützt.

      • “Dominanz” bzw. “Macht” würde ich eher daran festmachen, in wessen Sinne die Agenden gesetzt werden. Wer die Karte interpretiert ist, aus einer Machtperspektive heraus, belanglos. Wesentlich entscheidender ist, wo hingefahren wird.

        @ Nick

        Es ist erfahrungsgemäss ein hoffnungsloses Unterfangen, Feministen zu überzeugen, dass Männer nicht notwendigerweise Politik zu Gunsten von Männern machen.

        So etwas ist nur dann per se plausibel, wenn ein dichotomisches Geschlechterverhältnis vorausgesetzt wird, in dem Männer zum Wohl der Männer operieren, Männer eine homogene Masse sind, die sich durch ein durchgängig gemeinsames Interesse auszeichnet – „das Patriarchat aufrecht erhalten“ – weil sie alle, ob CEO der Deutschen Bank oder Obdachloser, davon profitieren, indem sie die sogenannte „patriarchale Dividende“ einstreichen.

        Dieser Bullshit ist der Stand feministisch-genderistischer Soziologie. Das ist so armselig, dass sich eine Auseinandersetzung erübrigen würde, wenn diese Pseudowissenschaft nicht gesellschaftspolitische Relevanz erlangt hätte.

      • @Peter:
        Dieser Bullshit ist der Stand feministisch-genderistischer Soziologie. Das ist so armselig, dass sich eine Auseinandersetzung erübrigen würde, wenn diese Pseudowissenschaft nicht gesellschaftspolitische Relevanz erlangt hätte.

        Männer der Vergangenheit haben eben allzu oft nur die Augen gerollt, und sich gedacht: „Ach, lass die doch schwätzen. Wo soll man denn da auch anfangen? Der Quatsch widerspricht sich doch schon selbst genug!“

        Jetzt haben wir den Salat.

    • „Ich bin sehr einverstanden damit, dass nicht in allen sozialen Belangen Männer dominieren.“

      Das deckt sich mit unseren Feststellungen zum real existierenden Matriarchat.

      „Aber reflexartig jede Feststellung einer Dominanz zurückzuweisen, führt nicht zu einem offenen Diskurs, sondern zu einem Festbeißen in Positionen, zu denen man sich dann unter Gleichgesinnten beklatscht.“

      Wenn mich nicht alles täuscht, dann hatte Christian seine eigene Meinung einem offenen Diskurs angeboten. Für mich stellt sich sein Blog-Eintrag als Hinterfragung dar, nicht aber als Festbeissen in einer Position.

      Die Position, die jegliche Hinterfragung einer (meist der eigenen) Position von Anfang an verbietet (ansonsten würde man sich ja der offenen Diskussion stellen), leidet viel eher am „Festbeißen in Positionen, zu denen man sich dann unter Gleichgesinnten beklatscht.“

      Wie aus Ihrem Blog-Eintrag zu lesen ist: „Es gibt Differenzen zwischen Menschen – die dann problematisch werden, wenn sie zu Hierarchien und Herrschaft führen.“

      So lange es lebende Wesen auf dieser Erde geben wird, wird es eine mehr oder minder ausgeprägte Hierarchie und die eine oder andere Form der Herrschaft geben.

      Es sind diese Unterschiede, die Hierarchien und Herrschaften, die viel zum Fortschritt des Lebens auf Erden allgemein geführt haben. Zum Einen waren sie ein Ansporn so gut zu werden, dass man nach oben kommt (z. B.durch Bildung), zum anderen ein Ansporn die Hierarchie noch besser zu gestalten, um möglichst viele Menschen ein besseres Leben zu gewährleisten (z. B. durch Revolutionen).

      Da wir noch kein System der stetigen Regelung der menschlichen Gesellschaft gefunden haben, werden solche Änderungen immer stoßweise vonstatten gehen.

      Christian hatte auf die Verlogenheit solcher Diskurse, wie dem von Rolf Pohl hingewiesen. Dies als „Festbeissen auf eine Position“ abzuwerten, scheint mir ein Versuch zu sein, die „Differenzen zwischen Menschen die zu Hierarchien und Herrschaft führen.“, die letztendlich das „real existierende Matriarchat“ begründen, möglichst aus der Diskussion herauszuhalten.

      Diese Art der Diskussionsführung finde ich besonders problematisch. Denn es kennzeichnet die Problematik des Frosches, das im Topf mit Wasser hockt, das langsam zum Kochen gebracht wird: Da der Frosch nicht erkennen kann, dass die Wassertemperatur langsam steigt, verbleibt er darin und geht elendig zugrunde!

      Genau so geht es auch denjenigen, die eine offene Diskussion meiden um möglichst nicht in ihrem Ideen-Topf gestört zu werden.

      • Wenn Männer nicht in allen sozialen Belangen dominieren – ist das dann logisch gleichbedeutend mit der Aussage, es gäbe ein real existierendes Matriarchat?

        Was hier gemacht wird, ist Folgendes:
        1.) Behauptung: Es gibt keine männliche Dominanz, sondern eben: »real existierendes Matriarchat«
        2.) Behauptung: Hierarchien sind gar nichts Schlimmes, sondern im Gegenteil: Motor für den Fortschritt.

        Entweder ist nun dieses Matriarchat also gar nichts Schlimmes – oder es gibt tatsächlich eine männliche Dominanz.

        Wie dem auch sei – mit dem Festbeißen meine ich Folgendes: Jede Art von männlicher Dominanz abzustreiten oder immer auf einen anderen Kontext zu verweisen, in dem weibliche Dominanz vorhanden sein könnte. Ein echter Diskurs geht davon aus, dass man sich in einigen Punkten einigen kann – und sich in einigen unterscheidet.

        In diesen Diskussion, z.B. auf diesem Blog, wird meines Erachtens Diskursbereitschaft lediglich simuliert. Evtl. habe ich zu wenig gelesen, aber das Muster scheint mir Folgendes zu sein:

        1. X (FeministIn) behauptet Misstand Y.
        2.
        a) Y ist biologisch gegeben.
        b) Y ist das Resultat freier Wahl.
        c) Y gibt es gar nicht, wahr ist Y‘ (subjektiver Eindruck).
        d) Warum sagt X nichts über Z (ein ganz anderer Missstand)?
        e) Y ist gar kein Missstand, sondern vorteilhaft für alle.

        Nun gibt es für jede Behauptung 1. ein Argument aus 2., das man entgegnen kann. Und dieses Spiel führt man dann ganz lange und beklatscht sich gegenseitig dazu, dass man es wunderbar beherrscht. Weil von vornherein klar ist, dass keine Feministin und kein Feminist je mit irgendetwas Recht haben kann.

      • Nun gibt es für jede Behauptung 1. ein Argument aus 2., das man entgegnen kann. Und dieses Spiel führt man dann ganz lange und beklatscht sich gegenseitig dazu, dass man es wunderbar beherrscht. Weil von vornherein klar ist, dass keine Feministin und kein Feminist je mit irgendetwas Recht haben kann.

        „false dichotomy“.

        Die wenigsten hier behaupten, dass keine Feministin jemals recht haben könnte.

        Allerdings kann man bei „X (FeministIn) behauptet Misstand Y“ anderer Meinung sein.

        Die Konsequenz aus deiner Kritik ist: „Jede Feministin und jeder Feminist hat immer recht!“, denn nach deiner Auffassung sind folgende Gegenargumente offenbar per se nicht valide:

        a) Geschlecht ist nicht ausschließlich sozial konstruiert

        b) Auch Frauen sind für ihre Entscheidungen verantwortlich

        c) Nicht alles, was als Diskriminierung empfunden oder behauptet wird ist tatsächlich eine

        d) Es darf erwartet werden, dass ein Mensch der Solidarität einfordert selbst solidarisch ist

        e) Nicht alles, was sich das Label „Feministisch“ umhängt ist per se „progressiv“ oder im Sinne AllerFrauen

        Es tut mir ja leid, dass man als FeministIn zusehends seinen Standpunkt tatsächlich mal begründen muss.

        Ist wohl ziemlich ungewohnt.

      • @Philip Wampfler
        „Was hier gemacht wird, ist Folgendes:
        1.) Behauptung: Es gibt keine männliche Dominanz, sondern eben: »real existierendes Matriarchat«
        2.) Behauptung: Hierarchien sind gar nichts Schlimmes, sondern im Gegenteil: Motor für den Fortschritt.“

        Zu 1.) 1, 6 Millionen Alleinerziehende in DE, davon 95% Frauen. In 90% der Fälle gehen die Kinder an die Mutter im Falle einer Trennung oder Scheidung. Die berufstätigen Frauen (viele davon alleinstehend) haben ein um 5% höheres Einkommen als die Männer: http://www.abgeordnetenwatch.de/ulrich_lange-575-37761–f314285.html#q314285
        usw. ..

        Die Zahlen belegen also die Aussage: »real existierendes Matriarchat«! Der Mann wird hierbei sehr oft als Arbeitsdrohne missbraucht, selbst wenn er eine leitende Position hat: Seine Familie sieht er kaum!

        Zu 2.) Haben Sie schon mal einen kopflosen Mob erlebt? Z. B. eine Schafherde hoch oben auf der Alm, ohne Hirte und Hunde? Träumen Sie von der Schwarmintelligenz?

        „Entweder ist nun dieses Matriarchat also gar nichts Schlimmes – oder es gibt tatsächlich eine männliche Dominanz.“

        Falls Sie der Geschichte nicht ganz mächtig sein sollten: Es waren Männer, also Vertreter der „männlichen Dominanz“ (laut Ihrer Lesart), die den Frauen z. B. das aktive und passive Wahlrecht zugestanden haben.

        Da nun Frauen den Männern das aktive und passive Wahlrecht aberkannt haben (§16 BGleiG und Landesgesetze), ist eine Evaluation der Rolle des Matriarchats – das sich im Gegensatz zum Patriarchat, eindeutig als Machtanspruch in der Geschlechterbeziehung definiert – mehr als angebracht.

        „.. Ein echter Diskurs geht davon aus, dass man sich in einigen Punkten einigen kann – und sich in einigen unterscheidet.“

        In der Echtheit eines Diskurses sind wir uns einig.

        Die Unterschiede – und vor allem die Gründe dafür – in der Betrachtung gehören ebenfalls zu einem echten Diskurs. Darin scheinen wir uns zu unterscheiden.

        „1. X (FeministIn) behauptet Misstand Y.
        2.
        a) Y ist biologisch gegeben.
        b) Y ist das Resultat freier Wahl.
        c) Y gibt es gar nicht, wahr ist Y’ (subjektiver Eindruck).
        d) Warum sagt X nichts über Z (ein ganz anderer Missstand)?
        e) Y ist gar kein Missstand, sondern vorteilhaft für alle.“

        Nur um die Diskussion auf ein, von den Feminist.I.nnen besonders hochgehaltenen Missstand Y zu konzentrieren:

        1. X (FeministIn) behauptet Misstand 23% Gender-Pay-Gap.
        2.
        a) Zu behaupten, Gender-Pay-Gap ist biologisch gegeben, wäre grundsätzlich falsch. Der Gegenbeweis ist ja bereits in DE gegeben, die neuen Bundesländer haben einen GPG von 6%!
        b) 6% oder 23% ist das Resultat freier Wahl. Da der GPG bis auf 8% erklärt wird, bedeutet dies, dass in den neuen Bundesländern die Männer um 2% weniger verdienen als erklärt! Das ist ihre „freie Wahl“!
        c) 23% GPG gibt es gar nicht, wahr ist, dass das Einkommen – also das Geld, das den Frauen zur Verfügung steht – der Frauen höher ist als das der Männer (objektiver Eindruck, siehe http://www.abgeordnetenwatch.de/ulrich_lange-575-37761–f314285.html#q314285).
        d) Warum wiederholt X immer wieder die Leier mit den fehlenden weiblichen Führungskräfte (ein ganz anderer Missstand) beim GPG?
        e) 23% GPG ist nur dann ein Missstand, wenn die Menschen aus den vorhandenen Löhnen nicht leben könnten. Mann darf nicht vergessen, dass ein niedriger GPG nur bei geringen Löhnen in den neuen Bundesländern und den Ländern des ehemaligen Ostblocks oder Asiens erreicht wird. Wenn niedriger GPG mit Armut, hoher GPG mit Wohlstand gleichzusetzen ist, dann ist ein hoher GPG nur teilweise vorteilhaft. In beiden Fällen bleiben dem Vater verdammt wenig Zeit für die Familie. Strukturelle Änderungen, die zu einer Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf für Vater UND Mutter gleichermaßen führen könnten, werden von den Feminist.I.nnen NICHT gewünscht. Es wird NUR die Berücksichtigung der weiblichen Belange gefordert unter Missachtung einer systemischen, ganzheitlichen Familienbetrachtung.

        „Nun gibt es für jede Behauptung 1. ein Argument aus 2., das man entgegnen kann. Und dieses Spiel führt man dann ganz lange und beklatscht sich gegenseitig dazu, dass man es wunderbar beherrscht. Weil von vornherein klar ist, dass keine Feministin und kein Feminist je mit irgendetwas Recht haben kann.“

        Entschuldigung, könnten Sie mal die Stellen benennen, wo sich Feminist.I.nnen für die Vereinbarkeit des Berufes und der Familie bei Väter stark machen? Dann könnte ich Ihnen sogar abnehmen, dass es Feminist.I.nnen gibt, die sich für Gleichberechtigung der Geschlechter stark machen.

        Ist es wirklich so schwierig zu verstehen, dass eine GPG-Reduktion nur durch eine Arbeitszeitreduktion zu erreichen ist? Warum wird in der Diskussion um den GPG immer wieder nur die Keule der „weiblichen Diskriminierung“ herausgegraben, ohne auf soziale und gesellschaftliche Randbedingungen, wie z. B. das tradierte Rollenverständnis „das Kind gehört nur zur Mutter (also nicht auch zum Vater)“, Bezug zu nehmen, also auf die systematische DISKRIMINIERUNG der Väter, die seit dem Zaunegger-Urteil amtlich ist?

        Tja, wie wir die bisherigen Diskussionen erlebt haben, werden auf die vorgetragenen Argumente – also dann, wenn es konkret wird – erneut nur pauschalisierende Behauptungen kommen, gemäß dem Motto, die Argumente eines Antifeministen können nicht zielführend sein – für den Feminismus, oder?

        Womit wir wieder beim Thema des „echten Diskurses“ wären!

        • @Baleanu

          „a) Zu behaupten, Gender-Pay-Gap ist biologisch gegeben, wäre grundsätzlich falsch. Der Gegenbeweis ist ja bereits in DE gegeben, die neuen Bundesländer haben einen GPG von 6%!“

          Der Gender Pay Gap ist also solcher sicher nicht „biologisch gegeben“.Das zu behaupten, insbesondere unter allen Gesellschaftformen etc wäre vermessen.
          Aber er kann natürlich mit biologischen Faktoren zusammenhängen, etwa das gegenwärtig mehr Gewinn mit Jobs zu machen ist, die eher bei Männern vertretenen Eigenschaften erfordern (das mag sich mit Computertechnik etc ändern) oder dem höheren Interesse an Statusgewinn bei Männern aufgrund einer Vergangenheit mit starker intrasexueller Konkurrenz etc

      • @Michael

        „Womit wir wieder beim Thema des “echten Diskurses” wären!“

        Schlussfolgerung: Diskussionen mit
        Feministinnen und Feministen auf
        logisch rationaler Ebene führt
        schlicht zu nichts.
        Das Prinzip der Hoffnung funktioniert
        auch auf diesem Gebiet nicht.
        Nicht wirklich ernst nehmen, diesen
        Leuten gelegentlich emotionales und
        kontroverses Spielmaterial zuwerfen
        und aus Distanz beobachten wie sie
        sich im Kreis drehen.

      • @Christian
        „Der Gender Pay Gap ist also solcher sicher nicht “biologisch gegeben”.Das zu behaupten, insbesondere unter allen Gesellschaftformen etc wäre vermessen.“

        Das ist z. T. richtig, zumal es Länder gibt – soweit ich informiert bin – die so etwas nicht kennen.

        „Aber er kann natürlich mit biologischen Faktoren zusammenhängen, etwa das gegenwärtig mehr Gewinn mit Jobs zu machen ist, die eher bei Männern vertretenen Eigenschaften erfordern (das mag sich mit Computertechnik etc ändern) oder dem höheren Interesse an Statusgewinn bei Männern aufgrund einer Vergangenheit mit starker intrasexueller Konkurrenz etc“

        Ich habe etwas gegen die permanente Unterstellung, besser bezahlte Arbeit wäre unbedingt mit „Statusgewinn bei Männern“ gleichzusetzen. Im 19. Jh. arbeiteten die Männer in den damals vergleichsweise gut bezahlten Jobs in den Steinbrüchen, nicht aus „Statusgründen“ sondern aus purer Not: Sie hatten zu Hause einige Mäuler zu stopfen. Damals gab es offensichtlich keine Männerbünde, die ihnen aus der Patsche halfen. Möglicherweise hielten die Männerbünde die Frauen von der gut bezahlten Arbeit im Steinbruch ab;-).

        Tatsache bleibt: Es gab in der Vergangenheit eine Arbeitsteilung, die hauptsächlich der unterschiedlichen körperlicher Leistung der Geschlechter zu verdanken war.

        Aufgrund der fortwährend steigenden Automatisierung, wird die rein körperliche Arbeit immer weniger gefragt.

        Während aber die Frauen ihre tägliche Arbeitszeit durch die Wasch-, Spül-, usw.-Maschinen erheblich reduzieren konnten, durften die Männer weiterhin zwischen 8 und 12 Stunden täglich schuften. Auch hierbei vermisse ich die Männerbünde, die den Mann vor zu viel Ausbeutung geschützt hätten.

        Langer Rede, kurzer Sinn: Der GPG hat zum Teil biologische Ursachen, die in der Arbeitsteilung des 18./19. Jhs zu suchen sind. Er ist auch dadurch erklärbar, dass das Familienverständnis als Versorgungsehe nach wie vor gegeben ist: Die Männer MÜSSEN arbeiten, um die Familie zu ernähren, während die Frau nur die Kinder betreut und Jobs annimmt die lediglich die Haushaltskasse verbessern, aber nicht den laufenden Lebensunterhalt der Familie abdecken.

        Wer den GPG ändern möchte, muss ehrlicherweise die Gleichberechtigung im Familienrecht einführen, Stichwort Wechselmodell. Da aber dann kein Unterhalt mehr fliessen darf, erklärt sich damit das Schweigen im Walde des Feminismus, wenn mann auf diese Tatsachen und Zusammenhänge hinweist: Die Hängematte der Versorgungsehe ist zu angenehm für viele Frauen, um sie zu verlassen!

        Daher ist man gern Feministin, solange nicht eine harte Diskussion um die Versorgungsehe ausbricht. Da immer wieder auf hohem Niveau gejammert wird, aber die materiellen Vorteile der Versorgungsehe nicht angegriffen werden, läuft es auf die allseits bekannte Rosinenpickerei hinaus!

  3. „Viel spricht dafür, dass die Hirnstrukturen nicht naturgegeben so sind, sondern sich in unserer Kultur so entwickelt haben.“

    Typisch, sowas wird einfach so hingeworfen und steht dann als Fakt im Raum (der Interviewer fragt zumindest nicht nach). Dabei hätte man ihm grade da auf den Zahn fühlen können.

      • Dass sich in anderen Kulturen andere Hirnstrukturen herausbilden scheint mir geradezu selbstverständlich. Franzosen und Deutsche haben schon allein qua Sprache andere Hirnstrukturen. Immerhin ist das soziale Geschlechterverhältnis, d.h. die Rollenverteilung, wie anthropologische Untersuchungen zeigen, recht variabel. Es gibt viele verschiedene Arrangements. Allerdings muss man doch sagen, es stellt sich die Frage, wie groß die mögliche Variabilität ist. Die völlige Gleichheit der Geschlechter zum ideologischen Ziel zu erklären ist jedenfalls etwas radikal modernes. Denn in allen mir bekannten vormodernen Gesellschaften gibt es ideologische Institutionen, die dazu dienen eine bestimmte Arbeitsteilung der Geschlechter zu legitimieren.

        Übrigens hätte man auch genauso gut sagen können: Vieles spricht dafür, dass die Natur nicht naturgegeben ist. Denn das ist sie in der Tat nicht. Die Vorstellung von einer „Natur“ als etwas „gegebenem“ ist selbst ein wenig mythologisch.

      • „Vieles spricht dafür, dass die Natur nicht naturgegeben ist. Denn das ist sie in der Tat nicht.“

        Sicher, denn der Liebe Gott hat sie geschaffen, es kann ja nicht alles nur Zufall sein, oder?

        Spaß beiseite: Das ist doch die Definition von Natur, dass sie gegeben ist und nicht von Menschen (oder Göttern) geschaffen wurde, oder? Mich fasziniert immer wieder diese offenbare Betriebsblindheit von Leuten (das unterstelle ich jetzt nicht dir, denn deine Position dazu kenne ich ja noch nicht) die meinen, die Welt (oder die Natur) sei Produkt von „Diskursen“ oder sozialen Prozessen oder sonst was. Die Existenz dieser Diskurse oder Prozesse versteht sich dann offenbar von selbst und muss nicht erklärt werden.

        Sehr schön ausgedrückt wird das hier: http://www.das-parlament.de/2011/37-38/Beilage/008.html :

        „Der Behaviorismus verkennt in seiner einseitigen Perspektive auf die Umwelt als Verhaltensdeterminante zudem, dass die soziale Umwelt, die auf die Individuen einwirkt und ein bestimmtes Verhalten evoziert, immer das Produkt der Handlungen eben dieser Individuen, dieser Frauen und dieser Männer, ist. Und dann stellt sich die Frage, wovon das Handeln dieser Individuen bei der Gestaltung der sozialen Strukturen, die wiederum genau das Verhalten hervorbringen, das wir beobachten können, letztendlich bestimmt wird.“

        Diese Position ist also schon logisch unhaltbar. Man kann menschliches Verhalten nicht erklären, ohne irgendwann auf natürliche (=biologische) Dispositionen zurückzugreifen.

      • @El_Mocho

        Ja, das ist sehr weise, dass Du mir das nicht unterstellst. Denn das wäre in der Tat nicht meine Ansicht. Dass was Du als das „Gegebene“ nennst, wäre für mich eher eine einfache Definition von „Tatsache“. Tatsachen sind das, was wirklich der Fall ist. Also sind Tatsachen eine Teilmenge der Sachverhalte, denn Sachverhalte können auch nur möglicherweise der Fall sein. Natur im modernen Sinne würde ich allerdings so bestimmen: Ein einheitlicher unwandelbarer Zusammenhang von kausalen Regularitäten, die die Tatsachen in notwendige Beziehungen zueinander setzen. Und ich habe so meine Zweifel, dass es diesen einheitlichen Zusammenhang wirklich gibt. Nicht, dass es keine Wirklichkeit gibt, aber jede wissenschaftliche Theorie erklärt natürlich nur kausale Beziehungen in einem bestimmten Teilbereich der Natur.

        „Man kann menschliches Verhalten nicht erklären, ohne irgendwann auf natürliche (=biologische) Dispositionen zurückzugreifen.“

        Natürlich kann man das. Ich bin sogar der Auffassung, dass man bestimmte Formen von Verhalten über individuelle biologische Dispositionen gar nicht erklären kann, weil der Interaktionszusammenhang von Individuen konstitutiv für diese Dispositionen selbst ist. Beispielsweise halte ich den sog. „methodologischen Individualismus“, der nach wie vor große Teile der Wirtschaftswissenschaften bestimmt, für einen großen Irrtum. Wirtschaftskrisen wie die derzeitige sind deswegen für viele Ökonomen nur als externer Schock, nicht als internes systemisches Phänomen begreifbar. Die Frage ist, welcher Aspekt von Verhalten einen eigentlich interessiert. Außerdem sollte man auch mal über den Begriff „Verhalten“ selbst reflektieren. Ich wäre nicht damit einverstanden, alles, was Menschen tun als „Verhalten“ zu bestimmen. Denn wenn man das tut, vergisst man gerade, dass Menschen nicht nur auf ihre Umwelt reagieren, sondern diese durch ihr Handeln so verändern, dass dies gravierende Effekte für ihr Verhalten hat. Es gibt also hier eine so etwas, wie eine Rückkopplungsschleife zwischen Verhalten und Umwelt.

        „Diese Position ist also schon logisch unhaltbar. “

        Mit solchen Aussagen wäre ich generell vorsichtig. Es gibt nämlich sehr sehr viele verschiedene Arten von Logik.

      • @itsme:

        „Ich bin sogar der Auffassung, dass man bestimmte Formen von Verhalten über individuelle biologische Dispositionen gar nicht erklären kann, weil der Interaktionszusammenhang von Individuen konstitutiv für diese Dispositionen selbst ist.“

        Ja, aber die Individuen müssen doch zuerst mal existent sein, bevor sie in Interaktion treten können. Und da ist dann wieder die biologische Disposition; diese Individuen brauchen bestimmte physische Bedingungen um existieren zu können; und wie das funktioniert hat meines Wisssens bisher nur Darwin erklärt.

        Richard Dawkins sagt irgendwo, dass Darwin der einzige ist, der bisher erklären konnte, warum Menschen existieren. Ich habe nie verstehen könne, wie sie etwa Judith Butler die Existenz von Menschen erklärt?

        Die „Rückkopplungsschleife zwischen Verhalten und Umwelt“ gibt es sicher, aber die Umwelt war zuerst da und das Verhalten hat sich erst dann entwickelt. Und die Umwelt setzt ihm auch Grenzen, denn wenn die Menschen sie zu sehr verändern, können sie irgendwann in ihr nicht mehr leben.

  4. “Männer haben Angst vor Frauen“

    Angst als allgemeines diffuses Gefühl
    entsteht ja primär in Situationen und
    bei Vorgängen die man nicht vernünftig
    in seine Weltsicht einordnen kann.
    Der Stand an Informationen ist ev.zu
    gering. Im vorliegenden Fall besteht
    das Problem eher darin, es gibt viele
    sich widersprechende Informationen.
    Um diese Flut von Informationen
    zu filtrieren und Lügen zu entlarven
    ist halt Ev.Psych. und Pu/Game
    sehr nützlich.

    Sobald man etwas besser verstehe
    weichen Gefühle von Angst und
    Ohnmacht und machen einem Zustand
    erhöhter Vorsicht platz.
    Schlecht kontrollierbare Gefühle
    weichen und das logisch rationale
    Denken hat wieder Priorität.

  5. Ich habe Connell nie gelesen,kenne ihn also nur aus Sekundärliteratur. Tatsächlich kann man auch alles anders sehen. Vilar spricht vom „verborgenen Matriarchat“, weil sie genau diese eher verborgenen Machtstrukturen von Frauen im Hintergrund sieht. Sie sieht, dass Männer eigentlich ausgebeuetet werden – insgesamt die Masse der Männer sowieso, aber auch die angeblich privilegierten, jedenfalls im Gegensatz zur DEREN Frauen.
    Die eigentliche Grenzlinie – und deswegen ist Vilar eine Linke – läuft nicht zwischen den Geschlechtern sondern immer noch und IMMER zwischen oben und unten. Der Feminismus hat dies negiert und scheitert zwangsläufig daran. Beispiel: Ouotenregelung, in der die Frauen, die eh oben sind, wieder mehr Macht gewinnen auf Kosten der Frauen, die unten sind.

    Ansonsten halte ich aber nicht viel davon. Einzelne Aussagen zu zerpflücken. Der Gesamtzusammenhang ist immer wichtiger.

    Wo ich recht geben muss/darf: Gehirnstrukturen sind veränderbar. Lerneffekte haben eine klaren Anreiz für das Gehirn, sich entsprechend zu entwickeln und Veränderungen auszubilden. Hier wäre mal ein Hinweis auf Spitzer angebracht und ein Austausch zwischen – sagen wir Spitzer und Baumeister
    Wo genau die Trennlinie verläuft, was Natur und was Gesellschaft ist, darüber streiten sich klügere Köpfe als wir. Es ist in jedem Fall ein Zusammenwirken aus BEIDEM.
    UND: Sehr vieles ist veränderbar. Gerade deshalb hat sich der Mensch/das Säugetier evolutionär so durchgesetzt

    • @ Wolfgang Wenger

      Gehirnstrukturen sind veränderbar. Nur, inwieweit?

      Und führt dies zu einem Aufheben der Unterschiede zwischen Mann und Frau?

      Alle praktischen Versuche in diese Richtung sind bisher gescheitert, am Überzeugendsten gescheitert das konsequenteste Experiment, das der Kibbuzim, die vor 100 Jahren schon die gleichgestellteste Gesellschaft errichtet hatten, die man sich vorstellen kann.

      Heraus kam nicht ein neuer Mann, eine neue Frau, sondern der alte Adam, die alte Eva.

      Und das, obwhohl die Teilnehmer an diesem Experiment sich selbst ausgewählt habende Idealisten waren, keine Zwangsverpflichteten, wie im bolschewistischen Russland, nein, sie waren freiwillige Fanatiker, die mit aller Sehnsucht, Glaubenskraft und Hoffnungsbereischaft eine neue Gesellschaft bauen wollten, den neuen Menschen, die neue befreite Frau, den neuen sozialistischen Mann schaffen wollten.

      Welche Schlüsse können wir daraus ziehen, dass diese Menschen scheiterten?

      Welche Schlüsse können wir daraus ziehen, dass bisher alle Experimente in diese Richtung gescheitert sind?

      Zu Herrn Pohl:

      Den würde ich ganz einfach fragen, wer das Totschlagen von Spinnen im Schlafzimmer dominiert und warum.

      • „Welche Schlüsse können wir daraus ziehen, dass diese Menschen scheiterten?“

        Ich würde den Schluss daraus ziehen, dass Idealismus meistens nur auf wagen Vorstellungen über die Zukunft basiert, die eine genaue Kenntnis der wirklichen Prozesse, die man verändern will, nicht ersetzen.

        „Den würde ich ganz einfach fragen, wer das Totschlagen von Spinnen im Schlafzimmer dominiert und warum.“

        Das „Warum“ würde mich auch interessieren. Hast Du dazu einen Artikel parat, den Du verlinken könntest?

      • @ itsme

        Zu den Spinnen:

        Ich vermute, dieses kleine Verhaltensexperiment zeigt, dass Frauen sehr wohl die Macht besitzen, das, was ihnen unangenehm ist, auf Männer zu überwälzen.

        Eine Möglichkeit, die Herr Pohl völlig ausblendet, bei dem Frauen die machtlosen Opfer übermächtiger Männer sind.

        Inwieweit Männer Opfer weiblicher Ansprüche („Du, starker Mann, bist zuständig für’s Spinnentotschlagen, weil mich, schwache, zarte Frau, das so ekelt.“) sind, ist dem Herrn Pohl keine Überlegung wert.

        Für ihn resultiert die Rollenverteilung allein aus weiblicher Ohnmacht und männlicher Macht.

        Macht von Frauen gegenüber Männern – und damit Verantwortung von Frauen für das Sosein der Männer und der Gesellschaft – gibt es in der feministischen Welt des Herrn Pohl (und der Frau Connell) nicht.

        Männer sind schuldig und müssen büßen, Frauen unschuldige Opfer, die darum Reparationen von Männern verlangen dürfen und auch verlangen.

        Kein Wunder, dass Männer irritiert sind und Frauen begeistert, wenn „Muttersöhnchen“(?, ja, ich vermute, Herr Pohl bearbeitet ein massives Vaterproblem, vielleicht Nazivater, ich weiß es nicht) Pohl predigt.

      • @Roslin

        Das seltsame an dem Pohl-Interview ist eig., dass ich dasselbe, was er von Männern behauptet, über Feministinnen sagen würde. Feminismus ist eine Ideologie der Angst vor Männern, die in Kontrollfantasien endet und deswegen männliche Sexualität und Begierden – die ja eben nicht völlig kontrollierbar sind – mit solchen Begriffen wie „Objektivierung“, „Sexismus“ etc. in Form von Bannflüchen zu belegen versucht.

        Was die Spinnen angeht, hatte ich mir eig. eine Erklärung erhofft, warum das so ist. Warum haben Frauen mehr Angst vor Spinnen? Stimmt das überhaupt? Hast Du da irgendwas zu?

      • @ itsme

        *Was die Spinnen angeht, hatte ich mir eig. eine Erklärung erhofft, warum das so ist. Warum haben Frauen mehr Angst vor Spinnen? Stimmt das überhaupt? Hast Du da irgendwas zu?*

        Nein, dazu habe ich nichts als meine eigenen Überlegungen.

        Ich glaube nicht, dass Männer weniger Angst vor Spinnen haben als Frauen.

        Frauen sind hier nur eher in der Lage, Männer an ihrer „Ehre“ zu packen und sie das tun zu lassen, was Frauen nicht gerne selber tun.

        Testosteronbefeuerte Männer sind also eher in der Lage, ihre gleich große Spinnenangst, ihren gleich großen Spinnenekel zu überwinden und aktiv zu werden.

        Frauen nutzen das aus.

        Frauen müssen Spinnen nicht selber tot schlagen, weil sie für sie Unangenehmes auf Männer „outsourcen“ können.

      • @ Roslin
        Ich glaube kaum, dass die Frage lautet, inwieweit die Geschlechterunterschiede veränderbar oder besser abschaffbar sind, sondern warum man das tun sollte. Es erhebt sich für mich nur dann eine Notwendigkeit, wenn diese Ungerechtigkeit verursachen oder zu eng sind, also zu wenig Ausnahmen zulassen, worunter dann wieder einige leiden.
        Geschlechterunterschiede „einfach so“ – um zu sehen ob es geht – aufzuheben, ist Quatsch.
        Engstirnigkeit: „du bist ein Junge, also mußt du… – du bist ein Mädchen also musst du….“ (oder „also kannst du nicht…“), diese gilt es aufzugeben. UND, wenn jemand andere Rechte aufgrund des Geschlechts ableitet.

      • @ Wolfgang Wenger

        *Geschlechterunterschiede “einfach so” – um zu sehen ob es geht – aufzuheben, ist Quatsch.
        Engstirnigkeit: “du bist ein Junge, also mußt du… – du bist ein Mädchen also musst du….” (oder “also kannst du nicht…”), diese gilt es aufzugeben. UND, wenn jemand andere Rechte aufgrund des Geschlechts ableitet.*

        Damit, Wolfgang, bin ich voll und ganz einverstanden

      • @Wolfgang
        Das könnte mann viel einfacher begründen:

        Die historische Tatsache, dass die Umerziehung der Linkshänder zum Rechtshänder gravierende psychische Schäden hinterlässt, ist jedermann bekannt.

        Es wundert mich immer wieder, dass diese, bereits vorliegende Lektion der Geschichte, von Psychologen und Psychiatern niemals als Gegenargument herangezogen wird, wenn Genderideologen die „Dekonstruktion der Geschlechter“ theoretisieren. Die Folgen kann man am Fall David Reimer erkennen.

  6. Zur Entzweiung passt das aktuelle Bild der Völker, der unterschiedlichen Weltbilder, der Wahrnehmung von Gott und der Religionen … alles Ausdruck von Expansion, von zunehmender Unordnung, die zu realen Bildern wird.
    Dabei ist auch die Entzweiung von Mann und Frau ein Mittel zum Zweck.

    Männlich-Unordnung-Emotionen
    Weiblich-Ordnung-Gefühl

    Alles fügt sich zusammen und warum die noch bestehende Expansion so ausgeprägt männlich daherkommt macht Sinn … aber genauso macht es auch Sinn, dass die Zeit des männlichen Getues ausläuft, und dass das Weibliche, die Ordnung, in naher Zukunft mehr und mehr im Vordergrund stehen wird.

    Passend dazu mal wieder, und das ganz aktuell, ein Buchtipp:

    http://z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.de/2012/04/paradies-buchtip-des-monats.html

    Gruß IP

    • Seit wann ist Expansion Ausdruck zunehmender Unordnung? Immerhin muss doch wohl etwas expandieren, oder? Und dieses etwas, wird wohl eine Ordnung haben, oder etwa nicht?

      • So ist es … und diese Ordnung ist das weibliche Prinzip. Somit kann das eine nicht ohne das andere. Und das unsere Realität noch immer so expansiv geprägt ist und offensichtlich dem männlichen Prinzip folgt, liegt an der Verteilung dieser beiden Prinzipien. Expansion ist jedoch ein endlicher Vorgang, denn irgendwann setzt Optimierung ein … und die ist durch die Verschmelzung beider Prinzipien gekennzeichnet, ohne das eines der Prinzipien überwiegt.

        Gruß IP

    • aber genauso macht es auch Sinn, dass die Zeit des männlichen Getues ausläuft, und dass das Weibliche, die Ordnung, in naher Zukunft mehr und mehr im Vordergrund stehen wird.

      Die weibliche Ordnung? Hab ich richtig gelesen? Was aber, wenn das Weib gerade seine Tage hat und hormonell beeinflusst hysterisch rumkreischt? Wer schaut dann nach Ordnung?

      Nee nee, Du, Weiber schaffen nur Unordnung. Das weiss jeder vernünftige Mensch, seit es Menschen gibt. In so ziemlich allen Schöpfungsmythen ist der Schöpfer ein männliches Wesen, weil die Vorstellung, die Weiber würden Ordnung aus dem Chaos erschaffen (den Haushalt mal ausgenommen), angesichts des weiblichen Wesens schlicht undenkbar ist.

  7. Mal eine ganz allgemeine Frage: Wo ist eigentlich das Problem mit Hegemonie? Die männliche Hegemonie mal zugestanden, was kommt, wenn es die nicht mehr gibt? Weibliche Hegemonie, das Verschwinden des Geschlechts? Wieso sollte das besser sein?

    Das sind so Fragen, die ich mir immer stelle, wenn ich solche Diskurse verfolgen darf. Meiner Meinung nach steht hinter vielen solche Parolen wie „Hegemoniale Männlichkeit“ schlicht eine Angst vor Kontrollverlust. Die mag z.T. berechtigt sein, ist aber kein guter Ratgeber für Politik. Speziell dann nicht, wenn ich meine Angst vor Kontrollverlust durch Ausweitung von Kontrolle kompensieren möchte. Und genau das passiert ja leider oft.

  8. Rolf Pohl:

    Aber zum einen hat derjenige mehr Macht, der Zugang zu Geld hat. „

    „Zugang zu Geld“ ist imho ein ziemlich verzerrendes Kriterium, das auf die Erwirtschaftung des Geldes reduziert.

    Das allgemein anerkannte ökonomische Kriterium ist eigentlich „Verfügungsmacht“.

    In einer Beziehung heißt das: Wer entscheidet, wofür das Geld verwendet wird? Wer trifft die Kaufentscheidung für welches Gut? Da sind die Verhältnisse eben nicht so schön einfach.

    Machtpolitisch nützt dem mehr verdienenden Mann sein Einkommen wenig, wenn z.B. die Frau effektiv mit einem „Drama“ – oder gar mit der Beendung der Beziehung, unter Wegnahme des Zugangs zu den Kindern – drohen kann.

    Am Ende ist es eine Aushandlungssache, bei der der mehr Verdienende nicht per se die besseren oder schlechteren Karten hat. Es ist in der Realität gut beobachtbar, dass sehr viele Frauen in Beziehungen, in jeglicher Hinsicht, das Sagen haben.

    Keine Ahnung in welcher welcher Welt Herr Pohl lebt, Macht in Beziehungen ist extrem von der Persönlichkeit beider Beteiligten abhängig.

    Man könnte mit gleicher „Logik“ argumentieren: „Aber zum einen hat derjenige mehr Macht, der Zugang zur Nahrungsproduktion hat“, und anhanddessen ein ubiquitäres Matriarchat konstruieren.

    • „Rolf Pohl:

      “Aber zum einen hat derjenige mehr Macht, der Zugang zu Geld hat. “

      “Zugang zu Geld” ist imho ein ziemlich verzerrendes Kriterium, das auf die Erwirtschaftung des Geldes reduziert.“

      Pohl hat schon recht: Wenn eine Frau ein Unterhaltstitel in ihre Hände hält, dann hat sie Zugang zu Geld! Man stelle sich ein Vater von 4 Kinder und 6000 EUR bereinigtes, monatliches Einkommen vor: Dessen Ex erhält ca. 4500 EUR/Monat und hat somit auch die Verfügungsgewalt darüber.

      Ich weiss nicht ob sich Pohl seiner Aussage bewusst ist: Damit hat er eindrucksvoll bewiesen, dass die Frauen und nicht die Männer die Macht innehaben.

      • Pohl hat schon recht: Wenn eine Frau ein Unterhaltstitel in ihre Hände hält, dann hat sie Zugang zu Geld!

        Dann erlangt sie Monat für Monat Verfügungsmacht über das entsprechende Geld. Die ökonomische und rechtliche Definition für „Einkommen“

        „Zugang“ im Pohlschen Sinne meint aber offenbar „durch Erwerbsarbeit erwirtschaften können“.

        Vermutlich leistet nach seiner Auffassung auch diese Ex „unbezahlte Arbeit“.

  9. Rolf Pohl ist ein bekannter Vertreter der sogenannten „hegemonialen Dämlichkeit“.

    Kern seiner pauschalen und abwertenden Charaktierisierung von „Männlichkeiten“ und „Männlichkeitskonstruktionen“ sind R.Connells vulgärsexistischen Kategorisierungen entlehnt, welche drei grundsätzliche Männlichkeitstypen behauptet:

    – die hegemoniale Männlichkeit
    – die komplizenhafte Männlichkeit
    – und die marginalisierte Männlichkeit

    Alle sind sie gemäss connellscher Logik ungeachtet ihrer sozialen Stellung Profiteure der global herrschenden Ordnung, dem Patriarchat. Der Profit wird „patriarchale Dividende“ genannt.

    Geschlechterdichotomie:
    Dieser Forschungs-Sexismus-Typ, behandelt Männer und Frauen als strikt voneinander getrennte Gruppen, statt Varianzen innerhalb der Gruppen und Gemeinsamkeiten zwischen den Gruppen zur Kenntnis zu nehmen (Geschlechterforschung).
    http://www.psychology48.com/deu/d/geschlechterdichotomie/geschlechterdichotomie.htm

    Niemand sagt mehr: Eine Frau darf nicht Bundeskanzlerin oder Führungskraft werden. Aber die Eigenschaften, die etwa dem Amt von Frau Merkel zugeschrieben werden, sind einer positiven Vorstellung von dominanter Männlichkeit entliehen.

    Die vulgärsexistische Intention eines Rolf Pohl wird hier deutlich: Wenn FRAU Merkel als dominante und machtvolle Politikerin Entscheidungen fällt und ganz selbstverständlich Führung beansprucht und Unterordnung verlangt, so ist sie, obwohl Frau, doch eine Repräsentantin „hegemonialer Männlichkeit“. Dämlicher gehts nimmer. Den pohlschen Schwachsinn noch etwas weiter gesponnen wäre selbst eine Herrschaft der Frauen, die hierarchische Formen aufweisen würde (was selbstverstänfdlich der Fall wäre), Ausdruck „hegemonialer Männlichkeit“. Dies ist nur folgerichtig, denn die vulgärsexistischen Analysekategorien lassen „weibliche Macht“ als Ausdruck einer „Weiblichkeitskonstruktion“ gar nicht zu.

    Abgesehen davon braucht man sich nur die dämliche Visage von Rolf Pohl anzusehen um festzustellen, dass er ein auserlesener Schwachkopf ist.

    • @Peter

      Der Pohl’sche Unsinn lässt sich noch kürzer auf ein schlichtes manichäisches Weltbild zusammenfassen:
      * Mann / männlich = BÖSE (und zwar ABSOLUT böse, nicht irgendwie relativ)
      * Frau / weiblich = GUT (und zwar ABSOLUT gut, nicht irgendwie relativ)

      Eigentlich lohne ein solche denkfauler Unfug natürlich nicht der intellektuellen Auseinandersetzung. Wäre es nicht der herrschende Zeitgeist …

      Die eigentlich interessante Frage finde ich dabei: Warum denkt man so als Mann. Der ja dann auch in die Kategorie „Böse“ fällt.
      Es ist wie bei den Religionen: Die Rennegaten und Konvertiten sind immer die Schlimmsten. Die Eifernsten. Die Unterbittlichsten. Letztlich: Die Unmenschlichsten. Die kennen keine Gnade. Da wirkt ein Furor, der sich aus den dunkelsten Quellen des Seelischen speist.
      Und alles, was aus dieser inneren Haltung heraus geschrieben wird, ist rein Projektion. Sagt mehr über den Schreiber aus als über das Beschriebene.

      Individualpsychologisch ist ja das Motiv erkennbar: Da will einer seiner Mutter beweisen: „Ich bin DOCH ein BRAVER BUB“. Viel mehr ist da nicht.
      Therapeutisch wäre natürlich die erste Frage: Was ist mit deinem Vater? Und da läge die Lösung – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Aber Leute wie Pohl würden die Lösung meiden wie der Teufel das Weihwasser. Das ist ebenso sicher.

      • „Warum denkt man so als Mann?“

        Ich denke das ist so ähnlich wie bei den weißen privilegierten Feministinnen, die sich berufen fühlen, weiße privilegierte Männer zu kritisieren. Durch die Kritik fühlt man sich ein wenig näher bei den Unterdrückten. Gewissermaßen eine Schattierung dunkler.

      • Noch etwas ist bemerkenswert zum pohlschen Schwachsinn, der sich wesentlich auf die connellschen Konzeptionen bezieht.

        Wie ich bereits erwähnte, identifiziert Connell drei grundsätzliche „Männlichkeitskonstruktionen“, die;

        – hegemoniale
        – die komplizenhafte und die
        – marginalisierte

        Die Bezeichnung Komplize ist eine Bezeichnung für jemanden, der sich an einem Verbrechen beteiligt. Helfershelfer oder Mittäter wären Synonyme.
        Gemeinsam ist allen drei Männlichkeitskonstruktionen, dass sie, wenn auch nicht in gleichem Mass, von den Verbrechen des Partiarchats profitieren, indem sie „patriarchale Dividenden“ einstreichen.
        Der Profit wird sogar der marginalisierten Männlichkeit unterstellt, wenn auch in viel geringerem Umfang als der komplizenhaften oder gar der hegemonialen Männlichkeit.

        Damit wird nichts weniger behauptet, als dass selbst der männliche Obdachlose, der am untersten Ende der sozialen Hierarchie angelangt ist, ein Profiteur der herrschenden Verhältnisse ist. Das ist nichts weniger als die intellektuelle Bankrotterklärung der feministisch-genderistischen Soziologie.

        Wer die connellsche Analyse der bestehenden Verhältnisse übernimmt, so wie das Kemper tut, ist niemals ein Linker, sondern ein Pseudolinker, der die Grundsätze linker Politik pervertiert.

      • Wer die connellsche Analyse der bestehenden Verhältnisse übernimmt, so wie das Kemper tut, ist niemals ein Linker, sondern ein Pseudolinker, der die Grundsätze linker Politik pervertiert.

        Allerdings.

        Man mag es ja noch durchgehen lassen, dass Ackermann in einer besseren gesellschaftlichen Position ist als seine Frau.

        Daraus leitet der hegemoniale Feminismus aber ohne jede Tatsachengrundlage ab, dass dies durchgäng in allen Schichten so ist. Sonst würden ja nicht alle Männer profitieren.

        Die Tatsache, dass Männer auch am unteren Ende der Gesellschaft unter sich sind (Todes- und Schinderberufe, Obdachlose, Gefängnisinsassen, untere und damit todbringendste Hierarchieebene im Miltär..) zeigt aber, dass die Verhältnisse sich dort umkehren.

        Wer das nicht wahnehmen will, muß wohl unter interessensgeleiteter Blindheit leiden.

        Männer stellen die Extrema in der Hierarchie, und Frauen besetzen das Mittelfeld.

        Das „Patriarchat“ legitimiert sich vor allem dadurch, dass es verspricht dass das so bleibt: Das „Patriarchat“ versorgt und beschützt Frauen. Sie fahren also, gemeinsam mit den höherstehenden Männern, eine „patriarchale Dividende“ ein. Insofern kann von einer „hegemonialen Weiblichkeit“ gesprochen werden, die die effektivste Antwort auf das jeweilige Legitimationsproblem des „Patriarchates“ ist.

        Der vorherrschende Feminismus – als hegemoniales Weiblichkeitsmuster – ist zwar eine Infragestellung dieser Legitimation, aber eben nicht mit dem Ziel das „Patriarchat“ zu beseitigen, im Gegenteil: „Beschützt / Versorgt uns gefälligst besser, wenn wir euren Status anerkennen sollen! Und sichert unsere Macht gegenüber Unterschichtmännern ab! Setzt uns Kraft eures Status‘ auf Pöstchen!“.

        Der vorherrschende Feminismus gelangt stets nur dadurch zu irgendeiner Macht, dass er – unter Umgehung demokratischer Legitimation – vom „Patriarchat“ auf Pöstchen gesetzt wird.

        Der vorherrschende Feminismus ist nicht nur nicht links, er ist in höchstem Maße reaktionär-patriarchal.

      • @ Peter und Nick

        Ausgezeichnete Beiträge. Analysen wie die euren sind genau das, was in den auf das Thema Geschlecht fokussierten Richtungen der Soziologie bislang gefehlt hat.

        Ich habe ja häufiger betont, dass ich es für die Brechung der ideologischen Hegemonie des vorherrschenden Feminismus für ziemlich wichtig halte, gerade solche Konzepte (Hegemoniale Männlichkeit, Patriarchale Dividende, Male Privilege) zu dekonstruieren.

        Ihr beide solltet Dozenten in Gender Studies-Kursen werden. 🙂

      • @Peter
        „Das ist nichts weniger als die intellektuelle Bankrotterklärung der feministisch-genderistischen Soziologie. „

        In der Tat! Genau so, wie es eine Bankrotterklärung ist, dass ÜBERALL in der Soziologie frühere Sterblichkeit, höhere Kriminalität und höhere Selbstmordraten, schlechtere medizinische Versorgung, schlechtere Bildungsabschlüsse usw. usf. als Indikator für strukturelle Benachteiligung von gesellschaftlichen Kollektiven gelten. Also, wenn man bezogen auf US-Verhältnisse Farbige mit Weißen, Latinos mit Weißen, Unterschichtsmitglieder mit Mittel- oder Oberschichtsmitgliedern vergleicht. Oder auch Regionen untereinander vergleicht. Überall das gleiche Bild.

        Nur ausgerechnet beim Mann – Frau – Vergleich sollen GENAU DIESSELBEN Indikatoren mit einem mal für eine Privilegierung der früher sterbenden, der weniger mit medizinischen Leistungen Bedachten, der mit höherer Kriminalität und Suizidalität, aber dafür mit geringeren Bildungsabschlüssen Bedachten sprechen. NUR HIER. Nur im Geschlechtervergleich wird das so „konstruiert“. In allen anderen Vergleichen genau andersherum.

        Das ist so absurd, dass man schreien möchte. Bankrotterklärung ist das noch ein schmeichelhafter Euphemismus.

  10. Rolf Pohl:

    „Bei meinen Vorträgen reagieren vor allem die Frauen positiv. Männer sind eher irritiert und oft peinlich berührt. Über seine Ängste nachzudenken anstatt sie als Bedrohung abzuwehren ist in der Männerrolle nicht vorgesehen.“

    Bei dieser Passage aus dem Interview mit Rolf Pohl musste ich an ein Zitat von Warren Farrell denken, in dem dieser ebenfalls über die Reaktionen der Männer bei seinen damaligen feministischen Vorträgen spricht. (Warren Farrell war bekanntlich zuerst Feminist, bevor er Männerrechtler wurde.)

    Warren Farrell:

    „Die Jahre vergingen. Als die meisten meiner treuesten Anhängerinnen geschieden wurden, konnte ich nur annehmen, daß ihre Ehemänner das Problem waren. … Dann fragte ich mich eines Tages (in einem der seltenen Augenblicke innerer Sicherheit), ob mein Einfluss, wie immer er auch ausgesehen haben mochte, gut war. Ich fragte mich, ob mir deswegen so viel mehr Frauen zuhörten als Männer, weil ich selber eher Frauen und kaum Männern zugehört hatte. Ich hörte einige der Tonbandaufnahmen aus den Hunderten von Frauen- und Männergruppen ab, die ich initiiert hatte. Ich hörte mich reden. Wenn Frauen Männer kritisierten, dann nannte ich das „Erkenntnis“ oder „Selbstbehauptung“, „Frauenbefreiung“,
    „Unabhängigkeit“ oder „entwickeltes Selbstbewußtsein“. Wenn Männer Frauen kritisierten, dann sprach ich von „Sexismus“, „männlichem Chauvinismus“, „Abwehr“, „Rationalisierung“ und „Backlash“. Ich tat das höflich − aber die Männer verstanden sehr wohl. Bald unterließen es die Männer, ihre Gefühle auszudrücken, und ich kritisierte sie wiederum.“

    Da hat Rolf Pohl wohl noch einen wichtigen Erkenntnisschritt vor sich.

    • @Leszek

      Passt zwar nicht direkt zum Beitrag hier, aber doch zum Zusammenhang. In einem anderen Kommentar hier hast Du folgendes geschrieben:

      „Ich habe ja häufiger betont, dass ich es für die Brechung der ideologischen Hegemonie des vorherrschenden Feminismus für ziemlich wichtig halte, gerade solche Konzepte (Hegemoniale Männlichkeit, Patriarchale Dividende, Male Privilege) zu dekonstruieren.“

      Ich denke es lohnt sich zum Zweck dieser Dekonstruktion mal zu schauen, woher der Begriff „Hegemonie“ stammt. Zunächst natürlich von den Griechen (was ich hier beiseite lasse), dann aber, als Begriff der politischen Theorie, von Antonio Gramsci. Besagter Gramsci schreibt über den „Kampf der Hegemonien“ folgendes in seinen „Gefängnisheften“:

      „Zum kritischen Selbstverständnis kommt es daher über einen Kampf politischer >>Hegemonien<<, kontrastierender Richtungen, zuerst im Feld der Ethik, dann der Politik, um zu einer höheren Ausarbeitung der eigenen Auffassung des Wirklichen zu gelangen. das Bewußtsein, Teil einer bestimmten hegemonischen Kraft zu sein (das heißt das politische Bewußtsein), ist die erste Phase eines darüber hinausgehenden progressiven Selbstbewußtseins, in dem Theorie und Praxis schließlich eine Einheit bilden." (11. Heft, 1384)

      Das ist interessant, nicht? Hegemonie ist für Gramsci etwas durchaus positives, nämlich die Macht zu progressiven Gestaltung der gemeinsamen Lebensverhältnisse auf ethischer Basis. Was nicht heißt, dass diese Ethik von einer höheren Moral sanktioniert wird, sondern, dass sie einen sinnhaften Entwurf über die gemeinsame ethisch-politische Zukunft bereitstellt. Hegemonie ist also die gestaltende Kraft der gemeinsamen ethisch-politischen Wirklichkeit. Ich persönlich würde mich jederzeit gern als Teil einer solchen Hegemonie sehen, insbesondere angesichts der reaktionären Natur so vieler feministischer Theorien, die gerade nicht darauf abzielen den Menschen über sein Leben zu ermächtigen, sondern Männer zu entmächtigen.

      Was spricht eigentlich dagegen Hegemonie, im Kontrast zu dieser soziologischen Kritik, als eine positive Form des eigenen politischen Selbstbewusstseins zu verstehen?

      • @ Itsme

        „Ich denke es lohnt sich zum Zweck dieser Dekonstruktion mal zu schauen, woher der Begriff “Hegemonie” stammt. Zunächst natürlich von den Griechen (was ich hier beiseite lasse), dann aber, als Begriff der politischen Theorie, von Antonio Gramsci. Besagter Gramsci schreibt über den “Kampf der Hegemonien” folgendes in seinen “Gefängnisheften”:
        “Zum kritischen Selbstverständnis kommt es daher über einen Kampf politischer >>Hegemonien<<, kontrastierender Richtungen, zuerst im Feld der Ethik, dann der Politik, um zu einer höheren Ausarbeitung der eigenen Auffassung des Wirklichen zu gelangen. das Bewußtsein, Teil einer bestimmten hegemonischen Kraft zu sein (das heißt das politische Bewußtsein), ist die erste Phase eines darüber hinausgehenden progressiven Selbstbewußtseins, in dem Theorie und Praxis schließlich eine Einheit bilden." (11. Heft, 1384)
        Das ist interessant, nicht?“

        Da stimme ich Dir zu. Ich halte Gramsci auch allgemein für einen sehr bedeutenden politischen Theoretiker. Er hat wichtige Erkenntnisse des Poststrukturalismus vorweggenommen, man könnte ihn als Proto-Poststrukturalist bezeichnen. Und seine Vorliebe für rätekommunistische (also basisdemokratische sozialistische) Organisationsformen ist mir natürlich auch sympathisch. Nur seine positiven Bezugnahmen auf Lenin nerven, allerdings ist Gramsci diesbezüglich zugute zu halten, dass er den größten Teil seines Werkes im Knast verfasst hat und daher den politischen Leninismus, mit dem Gramscis Philosophie weitgehend unvereinbar ist, nur schwer realistisch beurteilen konnte.

        Hier noch mal ein Link zum Wikipedia-Artikel „Kulturelle Hegemonie“:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelle_Hegemoni

        „Hegemonie ist für Gramsci etwas durchaus positives, nämlich die Macht zu progressiven Gestaltung der gemeinsamen Lebensverhältnisse auf ethischer Basis.“

        Das wäre die konstruktive Dimension von Hegemonie. Der Begriff kann aber auch für den ideologischen Gesamtzusammenhang von Anschauungen stehen, durch den Herrschaftsverhältnisse und Diskriminierungsformen in einer Gesellschaft verschleiert werden.

        „Was nicht heißt, dass diese Ethik von einer höheren Moral sanktioniert wird, sondern, dass sie einen sinnhaften Entwurf über die gemeinsame ethisch-politische Zukunft bereitstellt. Hegemonie ist also die gestaltende Kraft der gemeinsamen ethisch-politischen Wirklichkeit.“

        Wobei ich noch präzisieren würde, dass der Begriff nicht die strukturell-soziologische Dimension bzw. materialistische Dimension dieser gestaltenden Kraft meint, sondern die ideelle, im Sinne subkultureller und kultureller Wertesysteme und deren Begründungszusammenhänge. Gramsci hat mit diesem Konzept einen wichtigen Beitrag dazu geleistet die besonders einseitigen Interpretationen des marxistischen Basis-Überbau-Schemas zu überwinden. Ich sehe hier auch große Ähnlichkeiten zu Foucaults Diskursbegriff.

        „Ich persönlich würde mich jederzeit gern als Teil einer solchen Hegemonie sehen, insbesondere angesichts der reaktionären Natur so vieler feministischer Theorien, die gerade nicht darauf abzielen den Menschen über sein Leben zu ermächtigen, sondern Männer zu entmächtigen.“

        Ja, mit kultureller Hegemonie bzw. Diskursmacht ist es wie mit jeder Macht, das Feld bleibt niemals lange unbesetzt, ein Machtvakuum gibt es nicht. Wenn der vorherrschende Feminismus seine kulturelle Hegemonie verlieren soll, dann muss er langfristig durch ein besseres Konzept ersetzt werden, das weniger einseitig ist und Sexismus gegen Frauen wie gegen Männer gleichermaßen ablehnt, real vorhandene männliche Diskriminierungen genauso ernst nimmt wie real vorhandene weibliche und beide Geschlechter zu ermächtigen versucht ohne eines zu privilegieren.

        „Was spricht eigentlich dagegen Hegemonie, im Kontrast zu dieser soziologischen Kritik, als eine positive Form des eigenen politischen Selbstbewusstseins zu verstehen?“

        Ich stimme Dir da grundsätzlich zu. Mir persönlich ist dabei nur wichtig, dass eine alternative hegemoniale Kraft zum vorherrschenden Feminismus auf rationalen anstatt mythologischen Begründungszusammenhängen beruht und nicht die Einseitigkeiten des heute vorherrschenden Feminismus nur mit umgekehrten Vorzeichen reproduziert.

      • @Leszek

        „Ich sehe hier auch große Ähnlichkeiten zu Foucaults Diskursbegriff.“

        Aber erst ab dem Punkt, da Foucault Macht als produktiv erkennt und sich von einem vornehmlich repressiven Machtbegriff verabschiedet hat.

        „Wenn der vorherrschende Feminismus seine kulturelle Hegemonie verlieren soll, dann muss er langfristig durch ein besseres Konzept ersetzt werden, das weniger einseitig ist und Sexismus gegen Frauen wie gegen Männer gleichermaßen ablehnt, real vorhandene männliche Diskriminierungen genauso ernst nimmt wie real vorhandene weibliche und beide Geschlechter zu ermächtigen versucht ohne eines zu privilegieren.“

        Wenn man die Sache mal ruhig betrachtet, ist der Feminismus gar nicht mehr so hegemonial. Denn er ist ja keineswegs ohne ernstzunehmende Konkurrenz. Für viele Männer war er auch nie wirklich hegemonial, ich denke nur, dass die Forderung nach Gleichberechtigung historisch einfach auf der Tagesordnung stand und man deswegen den Anliegen der feministischen Bewegung nicht so ganz und gar die Berechtigung absprechen konnte. Aber was die innerfeministischen Spinnereien angeht – die interessanterweise heute durch das Internet sehr viel leichter öffentlich zugänglich sind – so glaube ich nicht, dass irgendwas davon wirklich hegemonial war. Es sei denn man bewegt sich in den falschen Kreisen. Gleichberechtigung ist allerdings heute weitestgehend erreicht und insofern hat sich die historische Ausgangslage grundlegend verändert. Man könnte sagen, die Ausgangsbedingungen, irgendwas anderes an Stelle des Feminismus zu setzen, sind so gut wie nie in den letzten 40 Jahren. Nur die Alternative ist noch nicht da.

        Mein Problem bei dem ganzen Komplex, den Du ansprichst, ist eigentlich folgendes: Begriffe wie Sexismus oder Diskriminierung sind sehr schwierig zu handhaben. Oder besser: Sie enthalten einen Anteil an Bedeutung, der nur durch die jeweilige Situation, in der Diskriminierung erfahren wird, zugänglich ist. Dieser Anteil verselbständigt sich dann, wenn der Begriff an eine Ideologie andockt und zum politischen Begriff mutiert. Aber nicht jede Erfahrung von Diskriminierung ist eine legitime Erfahrung. Solche Erfahrungen können genauso fiktiv sein, wie andere Erlebnisse. Wesentlich ist nun, dass Gleichberechtigung sehr wohl mit „real vorhandener“ Diskriminierung verträglich ist. Und dass die Überwindung einer bestimmten real vorhandenen Diskriminierung durch Gleichstellung oftmals neue real vorhandene Diskriminierungen nach sich zieht, weil man selbst nicht den Blick dafür hat, wer sich alles diskriminiert fühlt.

        Also kurz gesagt: Was würdest Du als unbedingt zu vermeidende Form von Diskriminierung und Sexismus ansehen und wie entkommt man dem Problem, dass die Gleichstellung der einen die Diskriminierung der anderen ist bzw. wird?

        „Ich stimme Dir da grundsätzlich zu. Mir persönlich ist dabei nur wichtig, dass eine alternative hegemoniale Kraft zum vorherrschenden Feminismus auf rationalen anstatt mythologischen Begründungszusammenhängen beruht“

        Das hängt sehr stark davon ab, was Du mit „rational“ und „mythologisch“ meinst. Auch der klassische Patriarchats-Unterdrückungs-Feminismus besteht ja nicht nur aus Mythologie im Sinne von einer Illusion oder sowas. Ich verstehe das vielmehr derart: Die Mythologie vom Patriarchat rationalisiert bestimmte Erlebniszusammenhänge. Hätten die Individuen keine vorhergehenden Erlebnisse gehabt, würde die Mythologie nie einsetzen können. Und ich sage bewusst: rationalisiert, denn sie macht die Erlebnisse verschiedener Menschen in einem einheitlichen Zusammenhang gemeinsam nacherlebbar und verständlich. Sie verstärkt sie, setzt sie in Beziehung zu einander und bettet sie ein in eine große Erzählung. Dabei löst sich diese Erzählung natürlich von den ursprünglich einzelnen Erlebnissen ab und gewinnt Eigenständigkeit. Dieser Zusammenhang hat typischerweise bei modernen Mythologien der Emanzipation eine auf die Zukunft gerichtete Perspektive eines individuell quasi-paradiesischen Endzustandes der Gesellschaft. Wobei der Endzustand darin besteht, dass die Möglichkeit zu genau den Erlebnissen, die die Mythologie selbst erst möglich gemacht haben, verschwindet. Man könnte sagen: Die Mythologie zielt darauf, die bloße Möglichkeit derjenigen Vergangenheit, die sie selbst ermöglicht hat, auszulöschen. Solche emanzipatorische Mythologie ist meiner Meinung nach so etwas wie der Grundstruktur, die die Handlungszusammenhänge entlang der Beziehung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft strukturiert. Hegemonial wird so etwas aber nur, wenn es genug Menschen gibt, die sich mit dieser Mythologie als Entwurf für ihr eigenes Leben aus eigenen Erlebnissen heraus identifizieren können. Und da scheint mir beim Feminismus durchaus eine gewisse immanente Grenze gesetzt, gerade wegen der systematischen Vernachlässigung von Männlichkeit. Mir haben diese ganzen leicht albernen Versuche à la „die Befreiung von hegemonialer Männlichkeit nützt auch den Männern“ nie sehr behagt.

        Wie würdest Du nun sagen, funktioniert eine rationale Hegemonie? Mir fällt spontan eigentlich nur ein Modell ein, nämlich die Unternehmensführung oder die Bürokratie, bei der Rationalität als Optimierung nach bestimmten Zielvorgaben durchgesetzt wird. Das ist insofern interessant, weil gerade der Feminismus solche Elemente durch seine Institutionalisierung auf EU-Ebene ebenfalls aufgenommen hat. Aber auch hier gibt es so etwas wie mythologische Elemente: Begriffe wie „Wettbewerbsfähigkeit“ zeigen das an.

        Ich würde übrigens auch Hegemonie von Herrschaft unterscheiden, was leider oft nicht getan wird.

        Also, meine Frage hierzu: Was ist rationale Hegemonie?

  11. Die wichtigsten Passagen (die auch zu dem hier vertretenen Weltbild passen) hast Du imho ausgeblendet:

    „Wenn man sich anschaut, was in unserer Gesellschaft als männlich gilt, dann finden sich immer wieder zwei dominante Merkmale: zum einen eine Hierarchie innerhalb der Männergruppe – Status-und Rangkämpfe sind für eine männliche Identität sehr wichtig. Und zum anderen die Abgrenzung zur Weiblichkeit, die alle Männer in ihrer Überlegenheit miteinander vereint.

    Aber die Abgrenzung muss doch nicht zwangsläufig negativ ausfallen.

    Sie tut es aber. Wenn man die Gruppe der Männer höher bewertet als die der Frauen, kann man jenseits der Hierarchiekämpfe eine Gruppenidentität herstellen. Deshalb kommt es in reinen Männerrunden manchmal zu Verbrüderungsszenen, in denen Frauen sexualisiert und als minderwertig markiert werden. Etwa beim gemeinsamen Puffbesuch: Frauen haben dort Männer zu bedienen und Männer können ihre heterosexuelle Potenz vor den anderen demonstrieren. Diese gemeinsamen Erfahrungen zur Stabilisierung einer männlichen Gruppenidentität auf Kosten abgewerteter Frauen ist ein Beispiel für das, was nach Connell als „patriarchale Dividende“ bezeichnet wird. (…)Unser vorherrschendes Männlichkeitskonzept lautet: Sei autonom, hab alles unter Kontrolle. Besonders in der Sexualität hat ein Mann aber weder seine Sexualfunktionen noch die Aktion oder Reaktion der Frau unter Kontrolle. Diese Diskrepanz macht in zweifacher Richtung Angst: Nach einer Umfrage haben 84 Prozent der deutschen Männer Angst vor Potenzversagen und 88 Prozent Angst vor Frauen. Und diese Angst wird häufig durch eine Kontrollfantasie kaschiert: Ich kann immer, sie will immer.“

    Was davon stimmt D.M.n. denn nicht?

    Und wenn Herrn Pohl tatsächlich derartige, repräsentative Umfragen vorlägen, wäre es dann nicht angebracht, die Aussage „Männer haben Angst vor Frauen“ als – im Durchschnitt – zutreffend zu kennzeichnen?

    Wozu ich mit mehr Erläuterung wünschen würde, wär dieser Punkt:

    „Im Moment wird der Mythos aufrechterhalten, dass Männer ihre Sexualität benutzen können, wie sie wollen. Entweder als Waffe oder friedlich. Die Angst, die dem zugrunde liegt, kommt nicht zur Sprache. Über diese Angst müssen wir reden, nicht erst über ihre Konsequenzen, die Gewalt.“

    Warum Mythos?
    Können Männer das etwa nicht? Oder nur unter besonderen Vorraussetzungen?

    Sehr Recht geb ich ihm aber wieder hier:

    „Der Vater kann nach außen wie ein „neuer Mann“ wirken – aber unbewusst weiter seine Frau abwerten, etwa weil er sich als Supervater inszeniert, der alles besser kann. Dann hat er wieder das traditionelle Männlichkeitsbild vermittelt.“

    Solche Kandidaten kenn ich auch (möglicherweise)…

    Und dem, was er über den Feminismus sagt, kann frau auch nur zustimmen:

    „Aber diese Frauen analysieren die vorherrschenden Machtstrukturen nicht. Sie folgen eher dem allgemeinen Trend der Individualisierung, nach dem jeder seines Glückes Schmied ist. Das ist keine Kritik an der Geschlechterhierarchie. Ein Feminismus, der nichts verändern will, ist keiner.“

    Der Mann hats erkannt.

    • Nachtrag:
      Wär natürlich auch wichtig zu wissen, wovor genau Männer Angst haben, die angeben Angst vor Frauen zu haben.
      Andersrum würden viele Frauen sicher auch bestätigen, Angst vor manchen Männern oder bestimmtem Verhalten zu haben.

      Ein alter Schwarzer-Spruch zumindest lautet:
      Männer haben Angst, dass Frauen sie auslachen.
      Frauen haben Angst, dass Männer sie umbringen.

      • Ein alter Schwarzer-Spruch zumindest lautet:
        Männer haben Angst, dass Frauen sie auslachen.
        Frauen haben Angst, dass Männer sie umbringen.

        *Jaaauuulll!*

        Alltäglich werden sie blutigst abgeschlachtet, millionen- und milliardenweise, unsere armen, zutiefst reinen und schutzlosen lila Heroinen *schluchz*

        Jede vierte Frau erreicht die Menopause nicht, bloß weil sie zurecht über einen defizitären Mann gelacht hat, dessen verstümmeltes Y-Chromosomego das aber unentrinnbar nicht verkraften kann, und er deshalb zwangsläufig alle verfügbaren Magazine seiner AK-47 (jeder Mann hat sowas im Schrank, zur Sicherung seiner unausweichlich fragilen Identität) auf sie leerfeuern muss. Quasi als „Abspritzen“, um seine gestörte Potenz zu kompensieren. 600mal 7,62mm pro Minute als Spermiumsurrogat.

        Oh Mann, es kann offenbar nichts billig genug sein, um dem feministischen Ego zu schmeicheln.

        Frauen haben (analog dazu, wenn schon) Angst, nicht beachtet zu werden. Ziemlich menschlich eigentlich, ebeso wie die Angst ausgelacht zu werden.

        Aber Pauerwummen in lila Latzhosen Uromas müssen deshalb entsetzlich leiernde Opferweibchen-Triefplatte auflegen, und SS-Witze auf Männer umdichten.

        „Über ihre Ängste nachzudenken anstatt sie als Bedrohung abzuwehren ist in der Feministinnenrolle nicht vorgesehen“

      • @Nick

        „Jede vierte Frau erreicht die Menopause nicht, bloß weil sie zurecht über einen defizitären Mann gelacht hat, dessen verstümmeltes Y-Chromosomego das aber unentrinnbar nicht verkraften kann, und er deshalb zwangsläufig alle verfügbaren Magazine seiner AK-47 (jeder Mann hat sowas im Schrank, zur Sicherung seiner unausweichlich fragilen Identität) auf sie leerfeuern muss. Quasi als “Abspritzen”, um seine gestörte Potenz zu kompensieren. 600mal 7,62mm pro Minute als Spermiumsurrogat.“

        Also wenn wir schon Vergleiche mit technischen
        Vorgängen machen, sollten wir das möglichst
        präzise tun.
        Das einzelne Spermium ist ja eigentlich als
        Projektil zu betrachten.
        Gut nachdem es den hydraulischen Launcher
        verlassen hat, eher eine Cruise Missile.

        Navigiert wird mit Hilfe des chemischen GPS
        der Frau.

        Ergo ist dann eher eine Pump-Action
        das passende Analogon. Damit sind auch mehrere
        Bursts möglich und es wird gleichzeitig
        ein ganzes Cluster von Projektilen abgefeuert.
        Deshalb macht ja auch der Ausdruck
        „Women are cluster-fucked“ irgendwie Sinn.

      • @Red Pill:

        Also wenn wir schon Vergleiche mit technischen
        Vorgängen machen, sollten wir das möglichst
        präzise tun.

        Es ist ja kein Vergleich, sondern eine Anspielung auf das Selbstüberhöhungsnarrativ.

        Herr Pohl und Anhängerinnen deuten das tatsächliche Niedermähen von Feministinnen mit Strumgewehren als zwangsläufig inhärente Konsequenz gekränkter männlicher Identität.

        Zwar als Extremform, aber sie machen ein psychologisches Kontinuum zwischen dem „lächerlichmachen von Feministinnen“ und Marc Lepine aus.

        „Frauen haben Angst, dass Männer sie Umbringen“ – Frau Schwarzer betrachtet sich offenbar als dermaßen außergewöhnlich und Wirkmächtig, dass sie herbeiphantasiert dass AlleMänner sich ob ihrer starken Persönlichkeit nicht anders zu helfen wissen, als sie umnieten zu wollen. (Frau Schwarzer meint ja auch, sie hätte den Pillenknick in Deutschland verursacht)

        Auch bei Sexualstraftätern möchte Herr Pohl das Wort „Gestört“ ausdrücklich in Anführungszeichen gesetzt sehen, weil er Männlichkeit und Straftäter als einen Komplex betrachtet.

      • @Nick

        „Es ist ja kein Vergleich, sondern eine Anspielung auf das Selbstüberhöhungsnarrativ.“

        Zugegeben wir sind ja hier nicht in einem Blog
        der sich mit Schusswaffen befasst.

        Auch bei Sexualstraftätern möchte Herr Pohl das Wort “Gestört” ausdrücklich in Anführungszeichen gesetzt sehen, weil er Männlichkeit und Straftäter als einen Komplex betrachtet.

        Was der Herr Pohl sagt interessiert mich
        nicht sonderlich. Nur ist der Zusammenhang
        zwischen sexuell frustrierten Männern und
        Amok-Lauf an Schulen nicht zu übersehen.

        Welly, well… looks like we got ourselves another enraged omega male with woman troubles who decided to take out his sexual frustrations with a hail of bullets. This time, the bloodthirsty and pussy starved murderer is a Korean male, like that ronery omega at Virginia Tech who shot up a roomful of classmates in the deadliest shooting spree in American history. Man, this multiculturalism and feminist revolution is the gift that keeps on giving!

      • Nur ist der Zusammenhang
        zwischen sexuell frustrierten Männern und
        Amok-Lauf an Schulen nicht zu übersehen.

        Ist sicher ein Faktor, wobei es wohl verschiedene Motive der Amokläufer gibt.

        Klar wird ein sexuell erfolgreicher junger Mann sehr selten zum Amokläufer.

        Die Frage ist aber imho, ob die sexuelle Frustration nicht eher auch ein Symptom – und nicht die eigentliche Ursache – ist.

        Amokläufer wurden oft erheblich gemobbt, und mit einem Mobbingopfer gibt sich natürlich keine Frau ab.

        Naja, Pohls Erklärung als „männliches Herrschaftsproblem gegenüber Frauen“ entspringt sicherlich eher seiner wahnhaften Männlichkeitsabwehr.

        Pohl hat eben einen Weg gefunden, intellektuell Amok zu laufen 😉

      • „Die Frage ist aber imho, ob die sexuelle Frustration nicht eher auch ein Symptom – und nicht die eigentliche Ursache – ist.“

        Der letzte Schul-Amokläufer in USA
        scheint wirklich sozial völlig
        unangepasst zu sein, mit der
        entsprechenden Vorgeschichte.

        „Pohl hat eben einen Weg gefunden, intellektuell Amok zu laufen“

        Intellektueller Amoklauf scheint
        mir schon fast ein Massenphänomen
        zu sein. 🙂

    • Aber die Abgrenzung muss doch nicht zwangsläufig negativ ausfallen.

      Sie tut es aber.

      Stellst Du einfach mal so pauschal fest. Steht das auf der Steintafel, die Moses vom Berg Sinai runtergetragen hat?
      Die pauschale Zuschreibung „Männer grenzen sich stets in negativ-abwertender Weise von Frauen ab“ ist ein vulgärsexistisches Stereotyp.

      Wenn man die Gruppe der Männer höher bewertet als die der Frauen, kann man jenseits der Hierarchiekämpfe eine Gruppenidentität herstellen.

      Kann, ja kann man. Das ist nichts, was männlich konnotiert werden müsste und trifft auf Frauengruppen genau so zu. Du solltest den Gedanken zulassen, dass Frauen nicht die besseren Menschen sind.

      Deshalb kommt es in reinen Männerrunden manchmal zu Verbrüderungsszenen, in denen Frauen sexualisiert und als minderwertig markiert werden.

      Wiederum: Deshalb kommt es in reinen Frauengruppen manchmal zu Verschwisterungsszenen, in denen Männer als minderwertig markiert werden.

      Etwa beim gemeinsamen Puffbesuch: Frauen haben dort Männer zu bedienen …

      Männer haben dort Frauen zu bezahlen …

      und Männer können ihre heterosexuelle Potenz vor den anderen demonstrieren. Diese gemeinsamen Erfahrungen zur Stabilisierung einer männlichen Gruppenidentität auf Kosten abgewerteter Frauen ist ein Beispiel für das, was nach Connell als “patriarchale Dividende” bezeichnet wird.

      Ich hatte nie das Bedürfnis mit einer Gruppe von Männern den Puff zu besuchen. Und schon gar nicht, um irgendeine öminöse „patriarchale Dividende“ einzustreichen und die männliche Gruppenidentität zu festigen. Was für ein Unsinn. Deine sexuellen Phantasien in Ehren, aber Du solltest Dir bewusst sein, dass sie vor allem etwas über Dich aussagen. Findest Du diese Vorstellung erotisch, antörnend? Ich find sie abtörnend.

      Du bist eine vulgäre Sexistin. Ich hätte das auch charmanter ausdrücken können, aber ich bevorzuge eine klare Sprache und nenne die Dinge beim Namen. Die Begründung kannst Du in meinen Ausführungen zu Pohl nachlesen.

      • „Ich hatte nie das Bedürfnis … Was für ein Unsinn.“

        achso. weil DU das bedürfnis nie hattest, ist ALLES unsinn. na dann.

      • Achso, weil Einer das Bedürfnis bereits hatte, hat es jeder Mann?

        Zwangsläufig, wie Pohl schreibt.

        Bei jeder anderen Gruppe würde das als Lehrbuchbeispiel für Rassismus durchgehen:

        „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“ (Memmi, S. 103 u. 164)

        Diese Definitionen ist nicht auf rassenbiologisch begründete Rassismen beschränkt, so stützt sich die „rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschließend allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen.“(Memmi, S. 165 f.).[37][43]

        Sie beinhaltet drei Elemente, die Memmi für wesentlich erachtet und denen auch in der aktuellen Rassismusforschung zentrale Bedeutung zukommt.[44] Memmi betont, dass keines dieser Elemente für sich allein schon den Rassismus ausmache, dieser entstehe erst durch die Verknüpfung (Memmi, S. 44).

        Differenz

        Die Grundlage des Rassismus besteht in der nachdrücklichen (Über)Betonung oder Konstruktion tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen Rassist und Opfer. „Der Unterschied ist der Angelpunkt rassistischer Denk und Handlungsweise“ (Memmi, S. 48)

        [..]

        Wertung

        Das bloße Aufzeigen einer Verschiedenheit zwischen zwei Individuen oder Gruppen stellt, so Memmi, für sich allein genommen noch keinen Rassismus dar. „Der Rassismus liegt nicht in der Feststellung eines Unterschieds, sondern in dessen Verwendung gegen einen anderen“ (Memmi, S. 214).[37] „Der Rassismus ist die Wertung [..]“, er beginnt dort, wo der Unterschied eine Interpretation[45] erfährt und ihm eine (zusätzliche) Bedeutung beigemessen wird, in der Art, dass sie (ab)wertend wirkt und Nachteile für den Bewerteten nach sich zieht.

        [..]

        Verallgemeinerung

        Verallgemeinerung wird von Memmi in zweifacher Hinsicht aufgefasst, sie drückt sich zum einen als «Entindividualisierung» oder «Entpersönlichung» die gleichsam mit einer «Entmenschlichung» einhergeht, zum anderen als «Verabsolutierung» oder «Verewiglichung» aus; er spricht in diesem Sinne von einer „doppelten Verallgemeinerung“. „Die Beschuldigung richtet sich fast immer zumindest implizit gegen fast alle Mitglieder der Gruppe, so dass jedes andere Mitglied derselben Beschuldigung ausgesetzt ist, und sie ist zeitlich unbegrenzt, so dass kein denkbares Ereignis in der Zukunft dem Prozess jemals ein Ende machen kann“ (Memmi, S. 114)

        http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi

      • @ Peter

        Da Dir inzwischen womöglich auch aufgefallen ist, dass ich aus dem oben verlinkten Interview zitiert hatte, antworte ich Dir noch mal trotz der an mich addressierten Beleidigung (@ Christian: ist es zuviel verlangt Dich zu bitten derartige Ausfälle zukünftig zu löschen?).

        Du meinst also, die Abgrenzung der Männer von der Gruppe der Frauen erfolge NICHT oder NICHT NUR negativ? Dann kennst Du sicher Beispiele dafür?

        Her damit!

        Gern möchte ich von Männern lesen, die bspw. ihre Mütterlichkeit entwickeln wollen, die sich in Sachen Gesundheitsfürsorge an Frauen versuchen zu orientieren u.v.m.
        Sich einfach nur zu schminken, wär als Beispiel nicht gut genug…

      • Du meinst also, die Abgrenzung der Männer von der Gruppe der Frauen erfolge NICHT oder NICHT NUR negativ? Dann kennst Du sicher Beispiele dafür?

        Geht’s noch?

        Du willst Belege dafür haben, dass Männer ihre Frauen und Töchter lieben, also menschlich sind?

        Vielleicht willst du auch einen Beleg dafür, dass Schwarze nicht jede Frau vergewaltigten, wenn man sie nur ließe?

        Was ich fast nicht glauben kann ist die Selbstverständlichkeit, dass sowas offenbar nicht die Spur von peinlich ist.

        Gern möchte ich von Männern lesen, die bspw. ihre Mütterlichkeit entwickeln wollen..

        Wie bitte? Männer sollen Mütterlichkeit entwickeln?

        Das kann ja nur eine schlechtere Kopie sein.

        Überhaupt, wenn sich das Ressentimentopfer zu assimilieren versucht, gilt, dass sie das nur aus den ihärenten niederen Beweggründen tun:

        ..aber unbewusst weiter seine Frau abwerten, etwa weil er sich als Supervater inszeniert, der alles besser kann. Dann hat er wieder das traditionelle Männlichkeitsbild vermittelt.

        Wer sich hier abwertend abgrenzt ist ja dann wenigstens klar.

        Selbstverständlich grenzen sich Männer von Frauen und Frauen von Männern ab, das ist der Kern der Geschlechtsidentität.

        Zu behaupten, dass dies bei Männern per se negativ erfolgt zeugt nicht nur von einer kaum zu überbietenden Ingoranz, sondern ist haargenau selbst eine identitätstiftende negative Abgrenzung.

        Eine lupenreine Projektion des eigenen Geschlechterhasses.

      • Gern möchte ich von Männern lesen, die bspw. ihre Mütterlichkeit entwickeln wollen..

        ..interessant ist ja auch die Deutung, dass Männer so etwas elementar menschliches wie Fürsorge für ihre Kinder angeblich erst entwickeln müssen.

        Die Menschwerdung des Mannes durch den Feminismus.

        In den 1950ern galt das offenbar eher als selbstverständlich, das Verkehrsschild „Fußweg“ zeigte noch einem Mann mit Kind.

        Es ist ekelhaft.

  12. „ab der Empfängnis *kämpft* der männliche Embryo darum, nicht weiblich zu sein. Von einer Frau geboren, in einem weiblichen Bauch ausgetragen, ist das männliche Kind, im Gegensatz zum weiblichen, einen Großteil seines Lebens zur Differenzierung verdammt. Es kann nur dadurch existieren, daß es sich seiner Mutter, seiner Weiblichkeit widersetzt. Um seine männliche Identität kundzutun, muß es sich und die anderen dreifach überzeugen: daß es keine Frau, kein Säugling, kein Homosexueller ist. (…) Die andere der Männlichkeit des Knaben eigentümliche Schwierigkeit ist die, daß sie weniger stabil ist als die Weiblichkeit des Mädchens und nicht so frühzeitig gegeben ist wie diese. Lange Zeit glaubte man, sie sei primärer und natürlicher Zustand. In Wirklichkeit ist sie sekundär, schwierig zu erlangen und immer gefährdet. Aus diesem Grund ist heute jedermann bereit, die Gültigkeit der Feststellung Helen Hackers anzuerkennen: *Im allgemeinen ist die Männlichkeit für die Männer wichtiger als die Weiblichkeit für die Frauen.*
    Seit man die Schwierigkeiten mit der männlichen Identität ins Licht gerückt hat, vertritt niemand mehr die Ansicht, die Männer seien das starke Geschlecht. Im Gegenteil, man definiert sie als das schwache Geschlecht, behaftet mit zahlreichen physischen und psychischen Anfälligkeiten. Für das männliche Wesen ist es schwieriger zu überleben, und das beginnt schon mit dem Leben im Uterus (…) gilt auch für das erste Lebensjahr (…) verfolgt die Männer ein Leben lang.“

    Elisabeth Badinter: XY – Die Identität des Mannes S. 48/49

    • Bevor hier jetzt der Eindruck entsteht, die von mir geschätzte liberale Feministin Elisabeth Badinter sei männerfeindlich, sei hier nachdrücklich betont, dass sie in dem gleichen Buch nicht nur dem Macho, sondern auch dem geschwächten, psychisch kastrierten Mann als Leitbild eine deutliche Absage erteilt. Sie wünscht sich psychisch starke und selbstbewusste Männer und lässt daran auch keinen Zweifel.

      Einige Jahre nach Verfassen von „Die Identität des Mannes“ wurde Elisabeth Badinter die Männerfeindlichkeit, Sexualfeindlichkeit und Wissenschaftsfeindlichkeit des vorherrschenden Feminismus voll bewusst. In ihrem späteren Buch „Die Wiederentdeckung der Gleichheit. Schwache Frauen, gefährliche Männer und andere feministische Irrtümer“ rechnet sie mit diesen Tendenzen im vorherrschenden Feminismus ab. Dieses Buch ist genau gut und wichtig wie die Standardwerke der Equity-Feministinnen.

      http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2004-13/artikel-2004-13-die-kaempferinne.html

      http://www.cafebabel.de/article/22665/elisabeth-badinter-es-braucht-seine-zeit-um-ein-ma.html

      • @ Leszek

        Also ehrlich gesagt, Leszek, mich amüsiert Dein tapferes Eintreten für diese oder jene Feministin, die, kratzt man ein wenig am Lack, doch auch wieder nur erkennen lässt, wie sehr Feminismus Therapie eines tiefsitzenden weiblichen Minderwertigkeitsgefühles ist.

        Aus der Fähigkeit, der einzigartigen Fähigkeit, alleine in der Lage zu sein, Menschen zur Menschwerdung zu verhelfen, können „moderne“ Frauen = Feministinnen kaum noch Selbstbewusstsein generieren.

        Schwangerschaft, Geburt, Säugen – das betrachten viele als auferlegte Einschränkung ihrer Selbstverwirklichungsmöglichkeiten, als Last.

        Bleibt nur die Möglichkeit, durch Leistung zu überzeugen, durch Leistung selbstbewusst zu werden – der „männliche“ Weg.

        Von dem allerdings nur Glanz und Gloria gesehen werden, nicht die Kosten, nicht die Anstrenungen.

        Die möchte man gerne umgehen, kann man umgehen im Frauenförderquotensänftenklima der Gegenwart.

        Bleibt die drückende Tatache, mit einer Kulturgeschichte
        konfrontiert zu sein, die in ihren offensichtlichen Spitzenleistungen zu 90 % männlich bestimmt ist.

        Dafür gibt es 2 mögliche Erklärungen: unterschiedlich verteilte Begabungen zwischen den Geschlechtern oder UNTERDRlÜCKUNG, Unterdrückung DER Frauen durch DIE Männer.

        Der Feminismus wählt das Unterdrückungsmantra – das lässt ja wenigstens noch hoffen.

        Jedenfalls zur Erklärung der einen Seite der Medaille, der Seite, die dem weiblichen Selbstbewusstsein Schmerzen zu fügt, die Augen grün färbt vor Neid.

        Das Unterdrückungsnarrativ hat nur den Nachteil, dass, wenn auch weiterhin vor allem Männer Spitzenleistungen vollbringen, FeministInnen allein aus dieser Tatsache weiterhin schließen werden. „FRAUEN WERDEN UNTERDRÜCKT! Wir müssen sie gleichstellen – Männer negativ, Frauen positiv diskriminieren.“

        Aber darunter leiden sie ja nicht, im Gegenteil, bedeutet das doch weitere Pöstchen Staatsknete, Frauenförderung, Gleichstellungsmacht = Diskriminierungsmacht gegenüber Jungen/Männern, Förder-und Patronagemacht für’s eigene Geschlecht, für die Basenwirtschaft.

        Könnte gut sein, dass dieses Spielchen bis zum jüngsten Tage gespielt wird, der dann dämmert, wenn die Masse der Männer schlicht nicht mehr kann (wahrscheinlicher) oder nicht mehr will (unwahrscheinlicher wegen unserer Instinktdispositionen).

        Natürlich sind die meisten Männer keine Genies, aber die meisten Männer sind auch keine Gewalttäter.

        Jedoch: weil die meisten Gewalttäter Männer sind, darf Gewalt im feministischen Diskurs „männlich“ genannt werden, nicht aber Genie, obwohl die meisten Genies genauso männlich sind wie die meisten Gewalttäter – es sind ja die 2 Seiten der selben Medaille.

        Wohin man schaut, wo man kratzt, offenbart sich die Funktion des Feminismus als „Empauerungsstrategie“, als Rankhilfe für ein verheerend schlechtes, weibliches Selbstbewusstsein.

        Darum auch die weitverbreitete Diskussionunfähigkeit, die Triggerwarnungen, die Blähsprache usw.

        Misandrie und Médisance, das groteske Selbstlob, das Blähbewusstsein, das immer neu und immer wieder nach erneutem Aufgepumpt-Werden verlangt, weil der Ballon die Luft nicht hält, resultiert aus dem verzweifelt-grotesken Versuch, als Frau der bessere Mann zu werden, weil man das ureigen Weibliche verachtet.

        Feminismus ist nicht einfach nur Männerverachtung/Männlichkeitsverachtung/Neid, es ist vor allem und zuallererst Selbstverachtung, Verachtung der Frau als Frau, darum auch so viel „männlicher“ Habitus.

        Die schlanke Wahrheit ist: Frauen sind als „Männer“ gegenüber Männern im Schnitt nicht in gleichem Maße konkurrenzfähig (genausowenig wie Männer es wären, versuchten sie die besseren Frauen zu sein).

        Beide Geschlechter sind evolutionär-arbeitsteilig auf verschiedene Zwecke hin optimiert worden.

        Das führt NOTWENDIGERWEISE zu Ungleichverteilungen und Ungleichstellungen, weil das gleichberechtigt Ungleichartige nur seine Ungleichartigkeit zum Ausdruck bringen kann.

        Eine Ideologie, die das nicht anerkennt, die das nicht anerkennen kann, weil das Selbstwertgefühl ihrer ProtagonistInnen von der Nichtwahrnehmung der Realität abhängt, wird darum, der Gleichstellung zuliebe, das Ungleichartige immer ungleicher behandeln müssen, die Gleichberechtigung der Männer – denn die trifft’s – immer weiter einschränken müssen.

        Ich weiß nicht, wie weit das noch gehen wird, wo das noch endet.

        Ich weiß nur, dass die Einkehr von Vernunft unwahrscheinlich ist angesichts der triebhaften Grundlage der „Bewegung“.

      • @ Roslin

        „Also ehrlich gesagt, Leszek, mich amüsiert Dein tapferes Eintreten für diese oder jene Feministin, die, kratzt man ein wenig am Lack, doch auch wieder nur erkennen lässt, wie sehr Feminismus Therapie eines tiefsitzenden weiblichen Minderwertigkeitsgefühles ist.“

        Tja, zumindest „Die Wiederentdeckung der Gleichheit“ dürfte in vielen Passagen auch Dir gefallen und Dir einen anderen Eindruck der genannten Person vermitteln.
        Und Badinter ist intellektuell schon ein anderes Kaliber als Schwarzer.

      • @ Roslin

        „Misandrie und Médisance, das groteske Selbstlob, das Blähbewusstsein, das immer neu und immer wieder nach erneutem Aufgepumpt-Werden verlangt, weil der Ballon die Luft nicht hält, resultiert aus…“

        Die entkontextualisierte Zitatauswahl von Sheera aus dem Buch hat leider einen komplett falschen Eindruck erzeugt. Was im letzten Absatz der ersten von mir geposteten Rezension steht, ist dagegen zutreffend:

        http://www.literra.info/rezensionen/rezension.php?id=409&PHPSESSID=whqjbzwp

        „Mancher Mann wird sich ärgern, dass solch ein Buch nun gerade von einer Frau geschrieben werden muss. Doch dieser Ärger ist unbegründet, verlässt Badinter die wissenschaftlichen Pfade doch höchstens, um sich ihrem Objekt auf verständnisvolle und geradezu empfindsame Weise zu nähern. Auf keinen Fall will sie weitere Zwietracht zwischen den Geschlechtern streuen, sondern für mehr Verständnis für die Spezie Mann werben. Und damit stimmt die Lektüre auch frau versöhnlich, widerlegt Badinter doch den feministisch geprägten Eindruck, Frauen hätten es so schwer. Badinter verteilt diese Bürde demokratisch auf beide Geschlechter. Mann hats nämlich auch nicht leicht!“

        Das ist die Grundhaltung, aus der heraus das Buch geschrieben wurde und nicht „Misandrie und Médisance“.

        Mal ein anderes Zitat aus dem Buch:

        „Es ist Zeit, dass wir unseren Söhnen sagen:Terminator ist nur eine erbärmliche Parodie – weit davon entfernt, ein Übermensch zu sein. UND VOR ALLEM IST ES HÖCHSTE ZEIT, DAS LOB DER MÄNNLICHEN TUGENDEN ZU SINGEN, die man sich weder passiv noch wie von selber erwirbt, die vielmehr erarbeitet und erkämpft sein wollen. Ihre Namen lauten: Selbstbeherrschung, der Wille über sich selbst hinauszuwachsen, die Bereitschaft, Risiken einzugehen, sich Herausforderungen zu stellen und Unterdrückung Widerstand zu leisten…SIE SIND DIE VORAUSSETZUNG VON KREATIVITÄT, ABER AUCH VON WÜRDE. Sie sind Teil eines jeden menschlichen Wesens UND STEHEN GLEICHBERECHTIGT NEBEN DEN WEIBLICHEN TUGENDEN. Diese wirken bewahrend, jene sprengen Grenzen. Weit davon entfernt, unvereinbar zu sein, sind sie untrennbar miteinander verquickt…“

        (Elisabeth Badinter, Die Identität des Mannes, S. 223 f.)

        Elisabeth Badinters Wunsch ist es, dass Frauen wie Männer die Möglichkeit haben, sowohl die „männlichen Tugenden“ als auch die „weiblichen Tugenden“ in sich selbst zu entwickeln und harmonisch zu integrieren. Hier wirst Du wahrscheinlich einwenden, dass es aufgrund biologischer Dispositionen auf Ebene des Durchschnitts Begrenzungen für das Ausmaß der Entwicklung der „Tugenden“ des jeweils anderen Geschlechts gibt.
        Elisabeth Badinter würde nicht bestreiten, dass es weder möglich noch wünschenswert ist, die Geschlechter vollkommen anzugleichen, auch wenn sie hier vermutlich von etwas mehr Spielraum ausgehen würde als Du.
        Ich erkläre das nicht, um in dieser Debatte Position zu beziehen (dass ich kein Genderist bin, ist ja bekannt), sondern um das tatsächlich von ihr Gemeinte zu verdeutlichen.

        Elisabeth Badinters Forderung „das Loblied der männlichen Tugenden zu singen, welche Voraussetzungen von Kreativität und Würde seien und gleichberechtigt neben den weiblichen Tugenden stünden“, sollte aber eines deutlich gemacht haben: Das „Kratzen am Lack“ bringt anstatt „Misandrie und Médisance“ nur die gleiche universalistische menschenfreundliche Haltung zum Vorschein, für die auch ihr späteres Werk bekannt ist.

        Ich bedaure das maskulistische Vorurteil von den immer und stets bösen Feministinnen mal wieder erschüttert zu haben. 🙂

      • Lange Zeit glaubte man, sie sei primärer und natürlicher Zustand. In Wirklichkeit ist sie sekundär, schwierig zu erlangen und immer gefährdet. Im Gegenteil, man definiert sie als das schwache Geschlecht, behaftet mit zahlreichen physischen und psychischen Anfälligkeiten. Für das männliche Wesen ist es schwieriger zu überleben, und das beginnt schon mit dem Leben im Uterus (…) gilt auch für das erste Lebensjahr (…) verfolgt die Männer ein Leben lang.”

        Lassen wir mal diese (feministische) Prämisse gelten, mit der Badinter ja nicht im Gegensatz zum feministischen Mainstream steht. Gleichzeitig zur Postulierung des „schwachen männlichen geschlechts“ wird die Menschheitsgeschichte der letzten paar Jahrtausende als eine Geschichte männlicher Dominanz und Herrschaft beschrieben.

        Was auch immer mit „das schwache Geschlecht“ konkret gemeint ist: Wie ist es möglich, dass das schwache Geschlecht das starke Jahrtausende unterdrückte? Das bedarf dringend einer Erklärung, denn alle mir bekannten Feminismen treten mit dem Anspruch an, diese Jahrtausende der behaupteten männlichen Herrschaft, Partiarchat genannt, zu beenden.

        Was ist der Ausweg aus diesem logischen Dilemma? Wie lässt sich dieser Widerspruch auflösen? Wenn die Prämissen nicht verworfen werden, dann bleibt im Grunde nur eine zutiefst misadrische Erklärung: Der Mann ist nur stark insofern, als er seinen Herrschaftsanspruch mit gewaltsamen Mitteln durchsetzt. Seine „Stärke“ ist seine Brutalität und Rücksichtslosigkeit.

        Kommt das irgendwem hier bekannt vor? Schon mal gehört, oder?

        Tut mir leid, Leszek, aber ich sehe Badinter nicht ganz so positiv wie Du, auch wenn ich einige ihrer Auffassungen durchaus für interessant halte und ich sie nicht in Bausch und Bogen verdammen will.

      • @ Peter

        „Tut mir leid, Leszek, aber ich sehe Badinter nicht ganz so positiv wie Du…“

        Kein Problem. Ich bin ja Freund der Meinungsvielfalt.

        „Gleichzeitig zur Postulierung des “schwachen männlichen Geschlechts” wird die Menschheitsgeschichte der letzten paar Jahrtausende als eine Geschichte männlicher Dominanz und Herrschaft beschrieben.“

        Hierbei ist aber, wie oben dargestellt, die komplementäre Betonung der positiven Aspekte der „männlichen Tugenden“ mitzuberücksichtigen.
        Das heißt: in ihren Augen gestaltet sich die männliche Identitätsbildung zwar schwieriger und ist durch eine im Schnitt stärkere Tendenz zur Abgrenzung als die weibliche Identitätsbildung gekennzeichnet, als Resultat bringt sie aber – wenn der Entwicklungsprozess positiv verläuft – die von ihr gelobten „männlichen Tugenden“ hervor: Selbstbeherrschung, der Wille über sich selbst hinauszuwachsen, die Bereitschaft, Risiken einzugehen, sich Herausforderungen zu stellen und Unterdrückung Widerstand zu leisten.
        Problematisch wird es in ihren Augen, entweder wenn diese Eigenschaften zu gering entwickelt sind oder wenn sie zu stark übertrieben werden. Wie gesagt, erteilt sie nicht nur dem Macho, sondern auch dem „Niceguy“ als Leitbild eine Absage.

        Es ist keinesfalls so, dass bei ihr Männlichkeit – typisch vulgärfeministisch – nur mit „schwachem Geschlecht“ assoziiert wird, sondern mit einem bestimmten dialektischen Verhältnis von „Schwäche“ und Stärke.

        „Was auch immer mit “das schwache Geschlecht” konkret gemeint ist: Wie ist es möglich, dass das schwache Geschlecht das starke Jahrtausende unterdrückte?“

        Auch hier findet sich bei ihr nicht einfach eine einseitige vulgärfeministische Schuldzuweisung nur an Männer. Sie betont auch die Mitverantwortung der Frauen für die Aufrechterhaltung der männlichen Vormachtstellung in bestimmten historischen Epochen und Kulturen:

        „Die Frauen fanden sich, als sie zunehmend ihre Vormachtstellung aufgaben, von der mit ihren Pflichten verbundenen Verantwortung entlastet, und was sie dabei gewannen, waren die Freuden der Passivität und vielleicht sogar die Befriedigung geheimer masochistischer Wünsche.“

        (Elisabeth Badinter – Ich bin Du. Die neue Beziehung zwischen Mann und Frau, S. 145).

        Sicherlich wird man in Elisabeth Badinters früheren Werken auch Sichtweisen finden, die aus männerrechtlicher Perspektive kritikwürdig oder zu einseitig sind. Es sind natürlich feministische Bücher. Erst „Die Wiederentdeckung der Gleichheit“ ist feministisch und maskulistisch zugleich.
        Trotzdem, auch was ihre früheren Werke angeht: Das ist kein trivialer Vulgärfeminismus a la Schwarzer/Dworkin etc.
        Bei Badinter finden sich stets auch interessante Teilwahrheiten, die die kritische Lektüre und Analyse ihrer früheren Werke lohnenswert machen.

    • @muttersheera

      “ Um seine männliche Identität kundzutun, muß es sich und die anderen dreifach überzeugen: daß es keine Frau, kein Säugling, kein Homosexueller ist. “

      Finde ich als Erklärung eher schwach. Was wäre denn ein Beleg dafür, dass sich die Identität in dieser Abgrenzung bildet und wie verhält sich dies zu den Studien betreffend der Wirkung pränatalen Testosterons?

      • „Finde ich als Erklärung eher schwach.“

        Tja, das Buch (Die Identität des Mannes) hat eine sehr starke Orientierung an psychoanalytischen Theorien der Bildung der Geschlechtsidentität – ist so natürlich nicht mit dem aktuellen Forschungsstand kompatibel. Ich müsste es bei Gelegenheit nochmal überfliegen, um genauer festzustellen, was von diesen Theorien partiell brauchbar ist und was nicht.

        Die Franzosen halt – mit ihrem extremen Hang zur Psychoanalyse. Ohne Bezug zur Psychoanalyse darf man als französischer Intellektueller kein Buch veröffentlichen – ungeschriebenes Gesetz. 🙂

      • @ Christian

        Hier sind zwei Texte, in denen diese psychoanalytisch fundierte Theorie der Bildung der Geschlechtsidentität kurz erklärt wird:

        http://www.literra.info/rezensionen/rezension.php?id=409&PHPSESSID=whqjbzwp

        http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-52691106.html

        Dass die biologischen Aspekte dabei zu kurz kommen ist offensichtlich. Da aber ja kein biologisch ausgerichteter Geschlechterforscher bestreiten würde, dass auch soziale Faktoren bei der Herausbildung der Geschlechtsidentität eine Rolle spielen, wäre also die Frage zu stellen, ob und inwieweit diese sozialen Einflussfaktoren korrekt dargestellt sind.

        Wer sich dazu zustimmend oder kritisch äußern möchte, sollte dies tun.

      • Das klingt mir leicht nach Solanas.

        Aus psychologischer Sicht würde ich das zu kompensierende Identitätsproblem diesmal auf der anderen Seite ausmachen, z.B.:

        Die andere der Männlichkeit des Knaben eigentümliche Schwierigkeit ist die, daß sie weniger stabil ist als die Weiblichkeit des Mädchens und nicht so frühzeitig gegeben ist wie diese.

        Es weiß jeder, was für ein schwieriger Prozess die weibliche Pubertät ist. Plötzlich existiert davon gar nichts mehr, alles supereasy und stark?

        Lange Zeit glaubte man, sie sei primärer und natürlicher Zustand. In Wirklichkeit ist sie sekundär, schwierig zu erlangen und immer gefährdet. Im Gegenteil, man definiert sie als das schwache Geschlecht, behaftet mit zahlreichen physischen und psychischen Anfälligkeiten. Für das männliche Wesen ist es schwieriger zu überleben, und das beginnt schon mit dem Leben im Uterus (…) gilt auch für das erste Lebensjahr (…) verfolgt die Männer ein Leben lang.”

        Man sollte eigentlich meinen, dass die Bewertung des jeweils anderen Geschlechtes als „sekundär“ eben in beiden Fällen eine identitätsstiftende, kompensatorische Abwertung ist.

        Biologisch machen solche wertende Behauptungen imho keinen Sinn. Schon gar nicht in dieser entindividualisierenden Form, es gibt sehr viele äußerst gesunde und stabile Männer.

        Vermutlich hat’s bei Badinter tatsächlich erst danach geklingelt, der cultural feminism war eben sehr hegemonial.

      • @Leszek:

        In der Rezension klingt Badinter schon erheblich ausgewogener.

        Ich denke aber, dass die „Negation“ (=“Ich bin nicht“; was nicht zwangsläufig „das Andere ist weniger wert“ heißt) generell das Kernelement von Geschlechtsidentität ist, also auch bei Frauen.

        Und zeit seines Lebens verlangt man ihm den Beweis stets von neuem ab: Sei ein Mann! (Die Umkehrung: Sei eine Frau! existiert praktisch nicht.) Dabei, so Badinter, lasse die genetisch begründete Weiblichkeit auf eine allen menschlichen Wesen eigene latente homosexuelle Veranlagung schließen – die der Mann unseres Kulturkreises strikt verleugnen muß.

        „Die Umkehrung: Sei eine Frau! existiert praktisch nicht.“

        Hä? Der halbe Feminismus beklagt das doch, und gerade auch Badinter in ihrem Kampf gegen den Muttermythos.

        Badinter zufolge müsste man eigentlich z.B. interkulturell eine große Scheu bei Männern feststellen, in der Öffentlichkeit zu weinen. Wer aber schon mal trauernde Südländer gesehen hat, der weiß wie weltfremd das ist.

        (Interessanterweise hatte Meridith Haaf in ihrem berüchtigten „Heul doch!“ Post zunächst ein Foto eines weinenden Südländers, der gerade Angehörige verloren hatte.

        Er muss wohl extrem lächerlich auf sie gewirkt haben)

      • @ Nick

        „Das klingt mir leicht nach Solanas.“

        Ich verstehe, wie Du darauf kommst, aber das ist eine Überinterpretation. Sie meint das keinesfalls wertend und wollte damit nicht auf eine Hypothese vom Mann als Mängelwesen hinaus.

        Die Hypothese, dass sich die Bildung der männlichen Geschlechtsidentität im Schnitt schwieriger gestaltet als die weibliche und es im Schnitt länger dauert, bis Stabilität erreicht ist, kann man sicherlich mit guten Gründen in Frage stellen.

        Aber bereits in diesem Buch argumentiert sie ja GEGEN den negativen Einfluss radikalfeministischer Ideologie auf die männliche Identitätsbildung.

        Worauf sie im Kontext des feministischen Diskurses damit hinaus wollte, war ja eigentlich: Mehr Sensibiltät für Männer und männliche Identitätsbildungsprozesse anstatt primitives Anti-Männer-Bashing.

        Deinen sonstigen Kritiken an dieser Theorie kann ich weitgehend zustimmen.

      • @Leszek:
        Worauf sie im Kontext des feministischen Diskurses damit hinaus wollte, war ja eigentlich: Mehr Sensibiltät für Männer und männliche Identitätsbildungsprozesse anstatt primitives Anti-Männer-Bashing.

        Es sieht ganz so aus, ja. Die von Sheera ausgewählten Passagen haben allerdings bei mir zunächst einen anderen Eindruck erzeugt.

        (Deshalb schieb ich „In der Rezension klingt Badinter schon erheblich ausgewogener.“)

      • @Leszek:

        Die Hypothese, dass sich die Bildung der männlichen Geschlechtsidentität im Schnitt schwieriger gestaltet als die weibliche und es im Schnitt länger dauert, bis Stabilität erreicht ist, kann man sicherlich mit guten Gründen in Frage stellen.

        Ich würde sie ja nicht ganz abstreiten. Kleine Jungen sind imho oft fragiler, liebebedürftiger.

      • „Ich würde sie ja nicht ganz abstreiten. Kleine Jungen sind imho oft fragiler, liebebedürftiger.“

        Mein alternativer Vorschlag wäre ja, weniger darüber nachzudenken wie bedürftig alle möglichen Jungen und Mädchen, Frauen und Männer sind, sondern sie sich einfach mal entwickeln lassen und dabei verschiedene Wege anzubieten. Aber offenbar besteht auf allen Seiten ein großes Bedürfnis Sexualität diskursiv möglichst ganzheitlich zu erfassen. Ich mag das gar nicht. Eine Welt in der alle Menschen zu Pädagogen ihrer selbst und aller anderen werden, erscheint mir nicht wünschenswert.

      • Mein alternativer Vorschlag wäre ja, weniger darüber nachzudenken wie bedürftig alle möglichen Jungen und Mädchen, Frauen und Männer sind, sondern sie sich einfach mal entwickeln lassen..

        Alternative wozu? Es ist ja erstmal nur eine Beobachtung. Mädchen scheinen mir in der Tat oft – nicht immer – robuster zu sein. Rückschlüsse auf Jungen oder Mädchen an sich wären natürlich falsch.

        Klar sollte man Kinder sich entwickeln lassen. Sie teilen einem schon mit, was sie brauchen. Dafür muss man ihnen natürlich eine gewisse Offenheit entgegenbringen. („Laissez-Faire“ funktioniert aber auch nicht, man muss schon einen gewissen Rahmen setzen)

        Aber offenbar besteht auf allen Seiten ein großes Bedürfnis Sexualität diskursiv möglichst ganzheitlich zu erfassen.

        Wie kommst du darauf?

    • *Im allgemeinen ist die Männlichkeit für die Männer wichtiger als die Weiblichkeit für die Frauen.*

      Dafür ist ja Muttersheera ein eindrückliches Beispiel.

      • ..vielleicht mal den oben zitierten Memmi lesen: Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen Abgrenzung und gruppenbezogenem Hass.

        „Der Rassismus liegt nicht in der Feststellung eines Unterschieds, sondern in dessen Verwendung gegen einen anderen“ (Memmi, S. 214)

        http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi

        Dazu bedarf es zusätzlich der Merkmale „Wertung“ und „Verallgemeinerung“ (siehe Wiki)

        Deine Badinter-Zitate sind also nicht geeignet, das von dir nahegelegte, der Männlichkeit unabwendbar inhärente, schon in der Kindheit angelegte Gewaltpotential gegenüber Frauen zu belegen.

        Dein und Pohls Vorbringen hingegen enthält sehr offensichtlich alle drei Merkmale.

        )

    • @ Leszek

      Zitat Badinter via Leszek:

      *“Die Frauen fanden sich, als sie zunehmend ihre Vormachtstellung aufgaben, von der mit ihren Pflichten verbundenen Verantwortung entlastet, und was sie dabei gewannen, waren die Freuden der Passivität und vielleicht sogar die Befriedigung geheimer masochistischer Wünsche.”*

      Unbeschadet der Tatsache, dass ich bezweifle, dass diese Vromachtstellung je bestand, äußert sie hier doch den sehr interesaanten Gedanken bzw. formuliert die Erkenntnis, dass Frauen sehr aktiv „passiv“ sein können, dadurch eine eigene „Patriarchatsdividende“ einfahren, ihre ureigenen Interessen im „Patriarchat“ bedient sehen.

      Wie gesagt: Warum schlagen vor allem Männer die Spinnen im Schlafzimmer tot.

      • @ Roslin

        „Unbeschadet der Tatsache, dass ich bezweifle, dass diese Vormachtstellung je bestand,“

        Fand ich auch eine komische Formulierung, könnte ein Übersetzungsfehler sein – die Matriarchatstheorien werden von Badinter eigentlich abgelehnt. Sie weist allerdings auf Kulturen mit hohem Status auch von Frauen und entsprechenden Mythologien hin, ohne aber zu behaupten, Männer hätten in solchen Gesellschaften keine politische Macht gehabt.

        „äußert sie hier doch den sehr interessanten Gedanken bzw. formuliert die Erkenntnis, dass Frauen sehr aktiv “passiv” sein können, dadurch eine eigene “Patriarchatsdividende” einfahren, ihre ureigenen Interessen im “Patriarchat” bedient sehen.“

        Ja, genau. Sie vertritt eben keinen Opferfeminismus. Das Patriarchat entsteht für sie historisch durch das Wirken von Männern UND Frauen. Und beide Geschlechter haben dadurch gewisse Vor- und Nachteile, wobei die Nachteile für beide Geschlechter natürlich langfristig überwiegen – aber ohne eine „Patriarchatsdividende“ auch für Frauen hätte die Sache für Badinter nicht funktionieren können.

  13. Ja, genau. Sie vertritt eben keinen Opferfeminismus. Das Patriarchat entsteht für sie historisch durch das Wirken von Männern UND Frauen.

    Wenn diese Ordnung „Patriarchat“ während Jahrtausenden sich in fast allen Kulturen etablieren konnte, dann ist es naheliegend, dass diese so dauerhafte Ordnung als die natürliche aufgefasst und deshalb gar nicht erst hinterfragt wurde. Es ist deshalb ein breiter gesellschaftlicher Konsens zu vermuten. Als Universalie behauptet, würde dies auf biologische Dispositionen hinweisen.

    Was mich an der feministischen Geschichtsdeutung am meisten stört ist, dass unsere (westlichen) moralischen Massstäbe und Überzeugungen so eben mal ahistorisch auf geschichtliche Epochen angewandt werden. Die (gewaltsame) Unterdrückung aber wird erst da notwendig, wo die herrschende Ordnung in Frage gestellt wird. Was bei Sklaven schon für die Antike belegt ist (Sklavenaufstände im Römischen Reich u.a), ist solches für Frauen geschichtlich nicht belegt. Das ist nicht verwunderlich, denn Frauen partizipierten in mannigfaltiger Weise am (patriarchalen) Profit, und DAS ist tausendfach belegt.

    Ein Blick in die Antike:

    So nebenbei bemerkt waren die grössten Gladiatorenschlächter so etwas wie antike Popstars, die von Frauen massenhaft eindeutige Angebote erhielten. Der römische Männlichkeitskult hatte also durchaus eine beachtliche weibliche „Fanbase“. Mit dem kitschigen Weiblichkeitsbild des zeitgenössischen Feminismus lässt sich das nicht vereinbaren.

    Lex Oppia:
    Als Hannibal die legendäre Schlacht bei Cannae gegen die römischen Legionen gewann, fügte er den Römern die schlimmste Niederlage ihrer Geschichte zu, wobei schätzungsweise 50.000 Soldaten ihr Leben verloren. Damit hatte fast jede Familie Roms einen Verlust zu vermelden. Die Tragweite dieser Verluste zeigte sich nun darin, dass manche Familie den pater familias verloren hatten, der das unbestrittene Oberhaupt und Inhaber der Autorität über die Familie einschließlich Sklaven und Klienten war.

    Da einige Familien, zumeist die Familien des Patriziergeschlechts bzw. der Nobiles, sehr wohlhabend waren, verfügten nun die Matronen über das Familienvermögen. Sie präsentierten dieses in Form von Purpurgewändern und Goldschmuck oder Vergnügungsfahrten mit ihren Pferdegespannen. C. Oppius empfand dieses Verhalten nach der Niederlage als unangebracht und versuchte es durch dieses Gesetz zu unterbinden. Die Frauen sollten sich wieder nach in den Sitten der Vorfahren wie Bescheidenheit, Genügsamkeit und Mäßigung üben, anstatt über die Maßen ihre Rechte ausleben. Somit versuchte er auch, die sozialen Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen zu verwischen, da für die plebejischen Familien die Verluste der Ehemänner und Söhne noch verheerender waren als für den Adel und das Patriziat. 😉

    Matronen … aber wie sagte doch Hillary Clinton: „Frauen sind Hauptopfer im Krieg. Frauen verlieren ihre Gatten, ihre Väter, ihr Söhne im Kampf.“ – Hillary Clinton, 1998. An die leidenden römischen Matronen hat sie dabei wohl nicht gedacht

    Mir ist aber der Begriff „Patriarchat“ viel zu schwammig, als dass konkreter darauf eingegangen werden könnte. Sofern „Patriarchat“ vom römischen „pater familias“ abgeleitet wird, leben wir in einem Matriarchat, denn die Verfügungsgewalt über Haushalt und Kinder wird im Konfliktfall fast ausschliesslich den Müttern zugesprochen. Der Entscheid, welches Kind geboren wird und somit leben darf liegt allein bei der Frau (ich spreche von westlichen Gesellschaften, Somalia ist nicht gemeint). Wie kann diese Ordnung eine patriarchale genannt werden?

    • C. Oppius empfand dieses Verhalten nach der Niederlage als unangebracht und versuchte es durch dieses Gesetz zu unterbinden. Die Frauen sollten sich wieder nach in den Sitten der Vorfahren wie Bescheidenheit, Genügsamkeit und Mäßigung üben, anstatt über die Maßen ihre Rechte ausleben. Somit versuchte er auch, die sozialen Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen zu verwischen, da für die plebejischen Familien die Verluste der Ehemänner und Söhne noch verheerender waren als für den Adel und das Patrizia

      Schon im atlen Rom waren die saturierten Patrizier-Pauerwummen offenbar doof wie Stroh.

      • @ Nick

        Wieso doof wie Stroh?

        Ich finde sie sehr schlau.

        Doof sind allenfalls die Männer.

        Nun ja, die römischen Männer waren nicht ganz so doof wie die heutigen, westlichen Männer, die sich von feministischen Frauen ihrer Privilegien entkleiden lassen und auf ihren Pflichten hocken bleiben und als Grünuchen darob auch noch in Begeisterung verfallen

        Im alten Rom wird Männe losgeschickt, die Kastanien aus dem Feuer zu holen, den bösen Hannibal abzuwehren, der womöglich mit seinen Mannen das Familienvermögen plündert und die Frauen vergewaltigt – Männe riskiert sein Leben, seine Gesundheit, die züchtige Hausfrau, ohnmächtig wie sie ist, feuert ihn an, beschämt ihn notfalls in die Centuria („Was Du Memme, Du willst Dich drücken, mich und unsere Kinder nicht verteidigen?!“ „Aber Julia, ich könnte dabei umkommen, einen Arm, ein Bein, weiß Jupiter was verlieren?“ „Soll ich etwa gehen? Ich, eine schwache schutzbedürftige Frau?! Willst Du das, Du Schlappschwanz?!!!“).

        Heute ist es für Männer nicht anders.
        Nur dass die „emanzipierten“ Frauen von heute all das von Männern erwarten, was römische Matronen von Männern erwarteten, allerdings keinen Gedanken darauf verschwenden, welche GEGENLEISTUNG sie Männer SCHULDIG sein könnten.

        Immerhin ließen sich die Männer in Rom für diese Pflichten belohnen mit Privilegien.

        Pflichten von Frauen gegenüber Männern = patriarchal-unterdrückerisch, ein Thema der feministischen „Befreiungsthealogie“.

        Pflichten von Männern gegenüber Frauen = eine Selbstverständlichkeit, braucht Frau gar nicht drüber nachzudenken, erwarrtet sie einfach, schließlich wird sie unterdrückt, ist das geopferteste Opfer von allen, unsere zählebige, hochgebildete Western Bitch, das verwöhnteste Wesen, das die Weltgeschichte kennt, das mit der meisten Freizeit, dem meisten Konsumgeld.

        Und „Grünuchen“ (die es auch in schwarz und rot gibt) liefern befliessen.
        Aber selbst die sind so doof gar nicht.

        Denn das, was sie bestellen, geht auf Rechnung der niedrigrangigeren Männer.

        Sie, die Lieferanten, sind die tollen Hechte, die Frauenschützer und -versorger, die Alphamänner, die tun, was des Alphamannes ist: Frauen schützen und versorgen.

        Weshalb ja gerade Frauen sie zu Alphamännern bestimmen.

      • @Roslin:

        Wieso doof wie Stroh?

        Doof wie Stroh, weil sie es jedem geradezu penetrant auf die Nase gebunden haben, dass sie enorme Privilegien haben die sie nullkomma gar nicht verdient haben.

        Eine komplette Unfähigkeit zu begreifen, wo Macht herkommt und wie man mit ihr umgeht.

        Ohne Oppius‘ einschreiten hätte man sie wohl früher oder später ans Kreuz genagelt..

  14. „Wie kann diese Ordnung eine patriarchale genannt werden?“

    Nur damit hier kein Mißverständnis auftritt: Die modernen westlichen Gesellschaften sind für Elisabeth Badinter keine Patriarchate.

  15. Das ist mir alles zu kurz gesprungen, dank meiner Abwendung von der Muttersprache ist mir ein tieferer Einblick gelungen:

    Die Stärke der Frauen, sie wächst kontinuierlich dadurch, dass ihnen immer mehr Männer blind, aber voller Hoffnung, vertrauen.

    In dieser Welt geht es darum, was der Mensch scheinbar braucht, also um den guten Brauch. Doch es gibt da auch etwas, wovon der Mensch glaubt, dass er es nicht braucht. Es ist das, was seinem gewohnten Genuss nicht zuträglich ist und ihn somit dazu anheizt sich Gedanken zu machen. In dieser scheinbaren Notlage vergeht ihm dann nämlich die Lust über andere zu lachen, da er es für lächerlich ansah, dass sie sich immer so viele Gedanken machen. Nun soll er als Mann sich aber, über das, was sie braucht, tagtäglich (um ihr seine Liebe zu beweisen) Gedanken machen, denn genau deswegen hat sie gut Lachen. Ja sie nahm ihn zum Mann, weil er das kann, und ihr herzliches Lachen macht ihn dabei immer wieder an. Warum wird er dabei wohl immer so ohnmächtig geil, Mann o Mann, ist es ihre Herzlichkeit, die ihn diesbezüglich vor ihr handlungsunfähig machen kann? Er ist der in Ohnmacht, vor ihr, zugrunde gehende Mann, zu dem sie immer wieder lachend sagt: „Mann kann!“

    Es gibt zwei Möglichkeiten: nicht zu überlegen, und die dementsprechend schmerzlichen Erfahrungen (in leidenschaftlichster Art und Weise) sammeln, oder geistig hinterfragend überlegen, um dann aus dem Resultat der Überlegungen heraus so handlungsfähig zu werden, dass es für alle konstruktiv aufbauend und ein höchster Genuss ist.

    Bei der Sexualität stellt sich heutzutage immer die Frage: „Will ich es, oder will ich es nicht?“ (Mit zunehmendem Alter legen Mann und Frau sich in einer Beziehung auf das eine oder das andere fest, er will dann zumeist dass, was sie ihm nicht gibt, und sie will es nicht, weil sie genau weiß, dass sie es jeden Tag von ihm bekommen könnte.) Ist es doch so, dass einige nur die leisesten Zugeständnisse machen bräuchten und sie würden den, der auf sie geil ist, überhaupt nicht mehr los werden, in seiner Gier nach Sex. Deswegen entscheiden sie sich einfach dafür, ihr Missfallen darüber zu äußern, indem sie, Annäherungsversuche scheinbar nicht Ernst nehmend, sich lustig darüber machen, sodass der andere lächerlich dasteht, über dessen Aktionen sie lachen. Eine weitere Art ihr Missfallen zu äußern ist es, auf die leisesten Andeutungen, in dieser Richtung, aufbrausend hysterisch zu reagieren (ihr Kampf unter falscher Flagge, z. B. weil die Klobrille nicht runtergeklappt ist, oder solch Mist). Ja der, der da von dieser gezielten Hysterie getroffen wird (sich dessen bewusst oder auch unbewusst), der neigt dann dazu, sich dafür zu hassen, dass ihn scheinbar immer wieder etwas zu dieser Annäherung (wenn auch nur gedanklich) treibt, das hieße nämlich, dass er das, was auf ihre strikte Ablehnung stößt, will. Ja er kann ihn kaum noch aushalten, ihren hysterischen Drill, und das nur, weil sie ihm ständig von seinen verschlingenden Augen abliest, was sie trotzbesessen macht und sie somit nicht will.

    Wie bekommt eine Frau den ausufernden Sexualtrieb ihre Mannes in den Griff? Ganz einfach über Suggestion. Er wird entweder über die vielen schönen Dinge, die es da scheinbar noch so auf dieser Welt gibt wegharmonisiert oder sie entdeckt ständig bei seinem Handeln ein Fehlverhalten und er wird somit von ihr wegprotestiert. Er als Mann schränkt sich dann vor ihr bis hin zur Handlungsunfähigkeit ein (er wird alsbald ein weiterer Pflegefall sein) weil er das Gefühl hat, dass er sich mit jeder Handlungsregung vor ihr blamiert.

    Warum werde ich von allen Seiten angegriffen? Weil ich den Frauen, mit geistiger Logik, die Macht nehme, die Menschheit muttersprachlich geregelt in den Tod hinein zu suggerieren. Wollen sie dabei doch nur das Beste für alle, nämlich darüber lachen, wenn süße Männer sich vor ihnen bis auf die Knochen blamieren, und es nicht kapieren.
    Männer ihr sitzt in der Falle, das haben eure Knochen wirklich nicht verdient, warum blamiert ihr sie alle.
    Unsterblichkeit? Ihr seid wahrscheinlich noch nicht so weit.

    Siegelbruch (beziehungsWEISE)

  16. Pingback: Raewyn Connell und Hegemoniale Männlichkeit « Alles Evolution

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