Tiefe Stimmen und Politik

Tiefe Stimmen scheinen in der Politik eine gewisse Rolle zu spielen:

Dass die Höhe respektive Tiefe der Stimme die Attraktivität beeinflusst, ist in der Anthropologie an sich nichts Neues. Männer mit tieferen Stimmen werden laut Studien als anziehend, physisch stark und sozial dominant wahrgenommen. Bei Frauen ist die Sachlage etwas komplizierter: Hohe Stimmen gelten einerseits als attraktiv, andererseits scheinen sie der sozialen Dominanz abträglich zu sein.

Anderson hat nun mit der Biologin Susan Peters und dem Politikwissenschaftler Casey Klofstad die Stimme als Faktor politischer Wahlen untersucht. Die drei Forscher baten Frauen und Männer ins Labor, um folgenden Satz ins Mikrofon zu sprechen: „I urge you to vote for me this November“ – „Ich bitte Sie mich im November zu wählen“.

Daraus stellten die drei Forscher Varianten in höherer und tieferer Stimmlage her, die sie wiederum mehr als 150 Probanden vorspielten. Das Urteil war einhellig. Sowohl Frauen als auch Männer entschieden sich für die Kandidaten mit der tieferen Stimme. Eine zweite Testrunde legte Differenzen offen: Kandidatinnen mit sonorem Organ wurden sowohl von Frauen als auch von Männern als kompetenter, stärker und vertrauenswürdiger eingestuft.

Oder wie es die Forscher selbst fassen:

It is well known that non-human animals respond to information encoded in vocal signals, and the same can be said of humans. Specifically, human voice pitch affects how speakers are perceived. As such, does voice pitch affect how we perceive and select our leaders? To answer this question, we recorded men and women saying ‘I urge you to vote for me this November’. Each recording was manipulated digitally to yield a higher- and lower-pitched version of the original. We then asked men and women to vote for either the lower- or higher-pitched version of each voice. Our results show that both men and women select male and female leaders with lower voices. These findings suggest that men and women with lower-pitched voices may be more successful in obtaining positions of leadership. This might also suggest that because women, on average, have higher-pitched voices than men, voice pitch could be a factor that contributes to fewer women holding leadership roles than men. Additionally, while people are free to choose their leaders, these results clearly demonstrate that these choices cannot be understood in isolation from biological influences.

Quelle: Sounds like a winner: voice pitch influences perception of leadership capacity in both men and women

Aus Sicht der Evolution recht einfach zu erklären. Bei Männern lassen tiefe Stimmen auf viel Testosteron und große Brustkästen schließen. Also auf jemanden, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als Sieger aus einem intrasexuellen Konflikt hervorgeht. Es lohnt sich also ihn zu bevorzugen.

Bei Frauen wirken helle Stimmen attraktiver, weil sie auf Östrogene hindeuten. Tiefe Stimmen hingegen deuten eher auf Testosteron hin und damit in der Tat auf mehr Dominanz und Wettbewerbsfähigkeit. Auch das Auseinanderdriften ist damit verständlich.

Hinzu kommt, dass Frauen in einem Kampf um die Anführerrolle gegen stärkere Männer schlechte Karten haben, sofern sie nicht selbst andere Männer auf ihre Seite zogen. Auch nicht die beste Voraussetzung für den Kampf um die Führung, was vielleicht erklärt, warum wir Frauen in diesem Bereich weniger auf unserem Radar haben.

Ungerecht? Ja, natürlich. Aber die Natur ist eben nicht gerecht, moralisch oder gut.

Nachteilig für weibliche Kandidaten in der Politik, dem Betrieb oder andere Führungspositionen? Auch das. Aber es zeigt eben auch wieder, dass wir in solchen Bereichen immer noch von unserer Biologie beeinflusst werden, auch wenn wir das gar nicht in dem Maße merken. Die Leute werden ja nicht darauf abstellen, was eine tiefere Stimme bedeutet, sondern einfach ein bestimmtes Gefühl haben, dass der mit der tieferen Stimme irgendwie vertrauenserweckender, dominanter, anführerhafter klingt.

Ich zitiere noch mal aus der Studie:

Additionally, while people are free to choose their leaders, these results clearly demonstrate that these choices cannot be understood in isolation from biological influences

Wie so häufig.

28 Gedanken zu “Tiefe Stimmen und Politik

  1. Christian: „Aus Sicht der Evolution recht einfach zu erklären. Bei Männern lassen tiefe Stimmen auf viel Testosteron und große Brustkästen schließen. Also auf jemanden, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als Sieger aus einem intrasexuellen Konflikt hervorgeht. Es lohnt sich also ihn zu bevorzugen.“
    Hier ist das NICHT: A.

    • Das A war übrigens gestern: „(…) Der Verwandtschaftsgrad steigt aufgrund der kleinen Gruppe, was intrasexuelle Kämpfe unter Männern genetisch unrentabler macht und Hierarchien verflachen hilft.“

    • @Haselnuss
      Es ist eben nicht der selbe Sachverhalt.
      Unterscheidungskriterium war: höherer Verwandtschaftsgrad.
      Evolutionär von Bedeutung: Höherer Verwandtschaftsgrad bedeutet, dass man mit Kooperation mehr eigene Gene fördert.

      Es gibt also ein A und ein B.

      • Deine Antwort verfehlt die Frage, was an meiner schlechten Darstellung des Sachverhalts liegen kann.
        Wird von Frauen nach mehr Testosteron selektiert oder nicht? Lohnt es sich als Frau, einen Mann zu bevorzugen, der einen hohen Testosteronspiegel hat, oder nicht? Wenn es sich lohnt, warum wird von Frauen nicht danach selektiert? Und wenn die Antwort darauf das nahe Verwandschaftsverhältnis ist: Warum sollte das eine solche Selektion durch Frauen verhindern? Höhere Testosteronspiel sind immer noch evolutionär vorteilhaft. Das Verwandschaftsverhältnis an sich löst den Widerspruch nicht auf, den du produziert hast.

        • @Haselnuss

          „Wird von Frauen nach mehr Testosteron selektiert oder nicht?“

          Ein hoher Testosteronstand bietet Vorteile innerhalb der intrassexuellen Konkurrenz: Mehr Muskeln etc. In der intersexuellen Selektion ist es natürlich gemischt: Für eine Kurzzeitstrategie ist ein hoher Testosteronstand interessant. Für eine Langzeitstrategie kann ein sehr hoher Testosteronstand wieder gefährlich sein (untreue etc), ein zu niedriger aber auch (schlägt sich im Status nieder). Deswegen ja die Vorliebe für den Alpha (hohes Testosteron), der gleichzeitig Bindungstendenzen zeigt. Es wird also schon nach Testosteron selektiert. Allerdings von beiden Geschlechtern.

          „Lohnt es sich als Frau, einen Mann zu bevorzugen, der einen hohen Testosteronspiegel hat, oder nicht?“

          Aus Sicht sexueller Erregung, also für eine Kurzzeitstrategie? Auf alle Fälle. Wenn er bei einer Langzeitstrategie Bindungstendenzen zeigt: Auch.

          „Wenn es sich lohnt, warum wird von Frauen nicht danach selektiert?“

          Es gibt Gesellschaftsformen, in denen ein noch höherer Spiegel interessanter ist als in anderen Kulturen. Auch in den im Artikel beschriebenen Völkern mit einem geringen Testosteronspiegel haben die Männer einen deutlich höheren Testosteronspiegel als Frauen

          „Und wenn die Antwort darauf das nahe Verwandschaftsverhältnis ist: Warum sollte das eine solche Selektion durch Frauen verhindern? Höhere Testosteronspiel sind immer noch evolutionär vorteilhaft. Das Verwandschaftsverhältnis an sich löst den Widerspruch nicht auf, den du produziert hast.“

          Weil du es auf eine Komponente reduzierst, nämlich die sexuelle Selektion. Du läßt aber die Wettbewerbssituation und den Konkurrenzdruck weg.
          Vielleicht wird es bei einem Beispiel aus der Wirtschaft deutlich:

          Du hast einen freien Markt mit hoher Konkurrenz in einem Bereich. Es lohnt sich Geld in die Entwicklung neuer Produkte zu stecken, damit man nicht ins Hintertreffen gelangt
          In einem Markt, in dem es drei Konkurrenzgeschäfte gibt, die deinen beiden Brüdern, mit denen du dich gut verstehst, gibt, wird man hingegen weniger in die Entwicklung stecken.
          Werden das die Kunden merken, wenn sie keinen Zugang und keine Kenntnis zu anderen Produkten haben? Nein, die bekannten Produkte prägen ihr Bild von der zu erwartetenden Leistung.
          Deswegen bleibt der Testosteronspiegel auf einem niedrigeren Niveau.
          Hinzu kommen die Statusbeeinflussungen. Wenn aggressiver Wettbewerb bedeuten würde, dass der Bruder weniger hat und man deswegen geächtet wird, dann baut man damit keinen Status auf, sondern eher ab. Demnach kann man auch seine Gene nur schwerer im Genpool anreichern

      • Bei dir nimmt eine Gruppe die evolutionäre Degenaration der gesamten Gruppe in Kauf, weil sie miteinander verwandt sind. Das halte ich mit Verlaub für unplausibel.

      • „Weil du es auf eine Komponente reduzierst, nämlich die sexuelle Selektion. Du läßt aber die Wettbewerbssituation und den Konkurrenzdruck weg.“
        Diese Komponenten lassen sich nicht voneinander trennen. (Der von dir angegebene Wikipedia-Artikel sagt nur, dass sich Kooperation unter gewissen Bedingungen lohnt, von denen bei dir keine einzige auftaucht.)

        „Wieso Degeneration? Sie haben ja vorteile davon: Geringere Anfälligkeit von Krankheiten und Verhinderung wettbewerbsbedingter Kosten.“
        Gegenüber Männchen anderer Gruppen verlieren sie an Konkurrenzfähigkeit. Sollte es zum Kampf oder zur Konkurrenz mit einem anderen Stamm kommen, sind sie unterlegen.

        „Die üblichen Vorteile des Wettbewerbs, nämlich weitergabe der eigenen Gene kann man bei starken verwandschaftverhältnissen eben auch über Kooperation fördern.“
        Diese These halte ich in dieser Form für unplausibel.

        • @Haselnuss

          erstmal nur kurz:

          Verwandtenselektion und Altruismus wird häufig in Verbindung gebracht:
          http://www.google.de/search?ix=seb&sourceid=chrome&ie=UTF-8&q=kin+selection+altrusim

          http://scholar.google.de/scholar?q=kin+selection+altruism&hl=de&as_sdt=0&as_vis=1&oi=scholart&sa=X&ei=h1t5T83CEMbFswbSy6XFBA&ved=0CB8QgQMwAA

          Vielleicht noch mal ein Aufsplittung, damit man der Kritik etwas mehr auf den Grund gehen kann:

          1. Gene reichern sich im Genpool an, wenn sie mehr weitergegeben werden als andere Gene
          2. Gene, die Körper produzieren, die die Weitergabe von Kopien der zugrundeliegenden Gene selbst fördern, haben eine höhere Chance sich anzureichern
          3. Es ist für diese Anreicherung egal, ob die Weitergabe der Gene direkt (Sex) oder indirekt (Förderung der Fortpflanzung von Körpern, die die eigenen Gene (vermutlich) erhalten, geschieht
          4. Um so höher der Verwandtschaftsgrad um so wahrscheinlicher ist es, dass Kopien der eigenen Gene in dem Körper vorhanden ist. Mehrfachverwandtschaften bei kleinen isolierten Gruppen erhöhen den Anteil weiter.
          5. Um so höher der Verwandtschaftsanteil in einer kleinen Gruppe um so eher lohnt sich Kooperation und Alturismus gegenüber dieser Gruppe, weil die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, damit eigene Gene zu fördern.

          Richtig ist, dass sie damit in einem Wettbewerbsnachteil gegenüber Fremden sind.
          Aber das wirkt sich nicht aus, wenn keine oder kaum Fremde vorhanden sind, wie bei isolierten Urwaldstämmen.
          Ähnlich wie bei dem Dodo, für den das Erhalten der Flugfähigkeit ab dem Eintreffen der Europäer besser gewesen wäre wird ein „besser man hat es für den Notfall“ bedeutungslos, weil Evoluion nicht zielgerichtet in die Zukunft schauen kann.

        • @Haselnuss

          „Diese Komponenten lassen sich nicht voneinander trennen“

          Ich habe mich auch etwas unglücklich ausgedrückt.
          Du reduzierst auf intersexuelle Selektion, blendest aber intrasexuelle Selektion aus.

          Wenn in intersexueller Selektion ein Hang dahin besteht, unter den Männern eine Bestenauslese durchzuführen kann intrasexuelle Selektion die Kriterien vorgeben, innerhalb derer sich die Männer messen.

          Ein Beispiel wäre:
          Frauen wollen Männer mit einem hohen Status.
          Männer konkurrieren darum, wer/wessen Team besser Fußball spielt

          Dabei ist Fußball als sportlicher Wettkampf gut geeignet für den Statusaufbau (wenn man ihn prähistorisch betrachet), aber inzwischen viel zu anonym und mit zu wenig Bezug zum Status im Umfeld und damit viel zu uninteressant für Frauen. Dennoch messen sich viele Männer hier gerne.

          Der Zusammenhang ist hier abstrakt geworden, die Ursprünge meiner Meinung nach aber deutlich vorhanden.

          Ebenso kann dies den Wettbewerb an sich betreffen.
          Selbst wenn Frauen Sieger mögen oder Anführer kann die intrasexuelle Konkurenz regeln, wie der Kampf in diesem Bereich geführt wird. Wenn Anführer wird, wer sich versöhnlich zeigt und klug vermittelt und einen Ausgleich zwischen den Verwandten schafft, dann bestimmt dies den Anführerstatus.
          Wie du ebenso richtig dargestellt hast klappt das am Besten, wenn das System der Friedfertigkeit nicht von außen unterwandert wird, weil man von dort aus Konkurrenz ausgesetzt ist, für die sich Gewalt lohnt. Um so eingebundener Völker in ihre Nachbarschaft sind und um so mehr sie haben, was man ihnen wegnehmen kann, um so eher müssen sie auch für Gewalt bereit sein.
          Es ist insofern kein Wunder, dass der „edle Wilde“ gerade auf einsamen Südseeinseln vorgefunden wurde oder eben im Dschungel/Wüsten -Szenarien.

      • Christian: „Aber das wirkt sich nicht aus, wenn keine oder kaum Fremde vorhanden sind, wie bei isolierten Urwaldstämmen.

        Es ist insofern kein Wunder, dass der “edle Wilde” gerade auf einsamen Südseeinseln vorgefunden wurde oder eben im Dschungel/Wüsten -Szenarien.“
        Ich merke an manchen Stellen (wie hier), dass dir manchmal schlicht Wissen fehlt. Die edlen Wilden auf der einsamen Inseln, isoliert von der bösen Welt, nackt im Busch tanzend, faul unter der Kokospalme liegend; wer kennt das Bild nicht. Problem: Dieser Wilde existierte erst, nachdem die jeweilige Kolonialmacht mit Militär für blutigen Frieden gesorgt hat.
        Damals wie heute handelt es sich um Projektionen übersättigter, überarbeiteter Westeuropäer, die sich nach einer besseren, einfacheren Welt sehnen.

        „erstmal nur kurz:“
        Kommt noch was?

        „Vielleicht noch mal ein Aufsplittung, damit man der Kritik etwas mehr auf den Grund gehen kann:“
        Die Kritik geht auf den Grund, sobald wir beide uns über Randbedingungen unterhalten: Wann wird nach dem Alpha ausgewählt, wann wird nach dem Beta ausgewählt.

        • @Haselnuss

          „Ich merke an manchen Stellen (wie hier), dass dir manchmal schlicht Wissen fehlt.“

          Aussagen wie diese lassen dich immer recht arrogant klingen. Nur als Tipp.

          „Dieser Wilde existierte erst, nachdem die jeweilige Kolonialmacht mit Militär für blutigen Frieden gesorgt hat.“

          Ich hatte so etwas wie Tahiti vor Augen, die auch eine recht altruistische Kultur hatten meine ich. Oder die San in Afrika.

      • „Aussagen wie diese lassen dich immer recht arrogant klingen. Nur als Tipp.“
        Ich schwäches es beim nächsten Mal ab.

        „Ich hatte so etwas wie Tahiti vor Augen, die auch eine recht altruistische Kultur hatten meine ich.“
        Die Tahitianer führten als die Europäer (Spanier) eintrafen konstant Krieg. Mit Hilfe der Europäer (jetzt: Briten) und ihrer Waffen gelang es einem Mann, Pomare, Tahiti zu einen Königreich zu vereinen. (Auch ein Muster des Kolonialzeitalters: der „dumme“ Wilde benutzt die Europäer um seine Herrschaft zu errichten/aufzubauen.) Sobald die Europäer (jetzt Franzosen) militärisch dazu fähig sind, wird der König abgedankt. Dann beginnt die endgültige Unterdrückung militärischer Auseinandersetzungen unter den Eingeborenen.

        „Oder die San in Afrika.“
        Über die San weiß ich nur, was Wikipedia hergibt.

  2. @ Christian

    *Die Leute werden ja nicht darauf abstellen, was eine tiefere Stimme bedeutet, sondern einfach ein bestimmtes Gefühl haben, dass der mit der tieferen Stimme irgendwie vertrauenserweckender, dominanter, anführerhafter klingt.*

    Es gibt Hinweise darauf, dass die Stimme auch die Dominanzhierarchie unter Männern, deren intrasexuelle Konkurrenz, beeinflusst., genauer gesagt, Frequenzbereiche der Stimme, die bei der Artikulation der Sprachlaute (deren Verständlichkeit) gar keine Rolle spielen, insoweit keine bewusst wahrnehmbare Information transportieren (unter 50 Hz).

    Männer nutzen diese Wahrnehmung von „Dominanzsignalen“ in der Stimme eines anderen Mannes, um dessen vermuteten Rang einzuschätzen und modifizieren danach ihr Verhalten („Lohnt es sich mit dem zu kämpfen oder ist der gleichrangig oder so überlegen/unterlegen, dass Rivalisieren mit dem gar nicht nötig ist.“).
    Die Anpassung ist ablesbar an veränderten Sprachmustern, die etwa der sich als niedrigrangiger einschätzende Mann gegenüber dem als höherrangig eingestuften benutzt (und vice versa) – Wortgebrauch, Stimmlage (Schallamplitude, Wellenlänge), Intonation.

    Filtert man diese Fequenzbereiche aus den Stimmen heraus, beschreiben Männer soziale Interaktionen als schwierig bis unmöglich, vielleicht weil ihnen wichtige orientierende Informationen fehlen.

    http://www.springerlink.com/content/wj6283pl12274446/

    In diesem Frequenzbereich werden auch Signale transportiert, die Respekt signalisieren, nicht im Sinne von Unterwerfung, sondern von „Ich will gar nicht mir Dir konkurrieren, ich bin nicht an Deiner Position interessiert.“

    http://www.jstor.org/discover/10.2307/1389277?uid=3737864&uid=2129&uid=2&uid=70&uid=4&sid=47698827423887

    So richtet sich der Mann, der sich als rangniedriger einschätzt, sprachlich an dem als höherrangig eingestuften aus, der wiederum an dieser Anpassung die Unterordnung seines Gegenübers erkennen kann > kein Kampf nötig > Hierarchie geklärt.

    Auch optisch scheinen Männer den Rang eines anderen Mannes an nicht offensichtlichen Rangsignalen abzulesen, quasi unbewusst -instinktiv, ohne allzu viel bewusstes Überlegen, ohne das Vorhandensein offensichtlicher Status-/Dominazsignale (Kleidung, Accessoires etc.), allein aufgrund von biologischen (Gesichtszüge, Mimik) und Verhaltenssignalen (Gesten, Körpersprache).

    http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ejsp.2420210206/abstract

    Ich nehme an, dass sogar Pheromone (Geruch) hier eine Rolle spielen, ein Bereich, der noch weitgehend unerforscht ist.

    Man kann vermuten, dass Männer ständig auf solche Statussignale achten, diese unbewusst registrieren und danach das Gehirn ebenso unbewusst entscheidet, ob sich hier ein Kampf gegen den Statushöheren lohnt oder ob es nicht kostengünstiger ist, sich widerspruchslos(er) dem zu fügen, der allzu große Überlegenheit signalisiert (Risiko der Niederlage zu hoch) – Ausgabe des „Rechenergebnisses“ als Gefühl.

    Das verringerte die Kosten von Rangkämpfen durch Vermeidung unnötiger Kämpfe, die von vorneherein als aussichstlos eingeschätzt werden, böte eine (Teil-)Erklärung, warum etablierte Hierarchien unter Jungen/Männern, sind sie erst ausgefochten, relativ stabil-akzeptiert sind, jeder seinen Rang in der Gruppe kennt und annimmt.

    • @ Adrian

      Eben gerade nicht April!
      Tiefe Stimme mit angemessenem Tempo, nicht
      schleppend, aber mit kurzen Pausen wirkt
      vertrauenserweckend.

    • @ Adrian

      Nein, kein Aprilscherz.

      Die mache ich anderswo.

      Außerdem steht mir der Sinn nicht nach Aprilscherzen.

      Mein Lieblingskusinchen (die jüngste und hübscheste meiner zahlreichen Kusinen – mir fällt das ja gar nicht auf, Tippse dafür umso mehr) hat ihre 3 Kinder bei uns abgeladen, die wir nun hüten sollen bis Gründonnerstag, weil sie und ihr Mann umziehen, im Münchner Umland.

      Obwohl sie auch noch 2 Brüder hat.

      So haben wir die Blagen nun auf dem Hals, müssen sie bespaßen.

      Ich mache gnadenlos in Kultur (Trier, Straßburg, Metz, Nancy, Wanderung zur Klosterruine Wörschweiler etc., je nach Wetter, Zeit und Gelegenheit).

      Der Älteste (ist 14), hat auch noch den ersten größeren Liebeskummer.

      Dem werde ich also Pick Up nahebringen, damit er weiß, wie er die Weiber zukünftig zu behandeln hat, um von diesen Piranhas nicht gefressen zu werden.

      Also werde ich Frauenfeindliches und Erhellendes (oft ein- und dasselbe) deklamieren von Nietzsche und Schopenhauer.

      Von wegen Aprilscherze.

      Hier ist Schluss mit lustig.

      • Wie willst du jemandem beibringen, „wie er die Weiber zukünftig zu behandeln hat, um von diesen Piranhas nicht gefressen zu werden“, wenn du selbst unter der Knute einer Frau stehst? Deine Tippse scheint mir ein überbezahltes Relikt aus vergangenen Tagen zu sein. Wieso schuftest du für ihre Rundumversorgung, wenn es heute tolle Diktiersoftware für wenige Euro gibt? Wer wird nun von einem Piranha gefressen? Da saug ich mir doch lieber hübschen Porn und trainiere meine Armmuskeln. (Christian hat mir mal zu Muskeltraining geraten.) Denn umsonst gibt es im Kapitalismus keine Liebe und wenn man dafür zahlt, ist sie keine mehr. Also genieße ich lieber das falsche Schauspiel, ohne die Schauspielerinnen durchzufüttern.

        Hast du eigentlich auch eine Putze, eine Köchin u.ä.? Versorgst du die auch?

      • „Der Älteste (ist 14), hat auch noch den ersten größeren Liebeskummer.“

        Nun in diesem Alter geht es bei Liebeskummer
        vor allem darum dem Leidenden zu helfen um
        von seiner Oneitis los zukommen.

        Für die krasseren Sachen von Nietzsche wie:
        „Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche
        nicht“ ist es vielleicht noch etwas früh. 🙂

        Die Aussage von Schopenhauer dass es sich
        bei der Attraktivität der Frauen nur um
        ein kurzes aufglühen handelt muss ihn mit
        14 noch nicht wirklich kümmern. Mädchen
        in seinem Aterssegment befinden sich ja
        normalerweise noch auf dem steigenden Ast
        der Attraktivitäts-Kurve. 🙂

        Und die Formel für das ideale Alter der
        Partnerin muss man ihm auch noch nicht
        beibringen:
        Alter des Mannes dividiert durch 2 + 7 =
        Alter der Frau.
        Ab einem gewissen eigenen Alter schaut man
        diesen Wert dann eher als maximale obere
        Grenze an. 🙂

      • Für die krasseren Sachen von Nietzsche wie:
        “Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche
        nicht” ist es vielleicht noch etwas früh.

        Nein, der Junge sollte gleich lernen, dass er für Frauen nur der Geldsklave ist. So kann er sich darauf einstellen und erspart sich viele schmerzhafte Erfahrungen. Ich wäre froh gewesen, so etwas lernen zu können. Vielleicht können ihm ja einige hier schreibende Anhänger der These, Homosexualität sei Erziehungssache, beibringen, wie er schwul werden kann.

        Formel für das ideale Alter der Partnerin

        Was für ein Blödsinn! Da braucht man ja dauernd eine neue.
        Was bedeutet überhaupt ein Altersunterschied? Er sagt fast nichts über die Reife der Partner aus und ist damit egal. Und ältere Frauen werden auch nicht schöner, wenn man selbst älter wird. Gut, 14 sollte sie sein, allein aus rechtlichen Gründen (in Deutschland), aber sonst ist das Alter egal.
        Außerdem widerspricht die Formel mit Sicherheit den eigenen Vorlieben. Ich mag z.B. eher ältere Frauen (die aber noch natürlich aussehen und nicht durch OPs verunstaltet sind).

      • @ Red Pill

        *Alter des Mannes dividiert durch 2 + 7 =
        Alter der Frau.*

        Dann ist Tippse ja viel zu alt für mich.

        Und überbezahlt erst recht.

        „Tippse, komm mal her!

        Sofort!!

        DU BIST GEKÜNDIGT!!!“

        „Was heißt hier ’so kurz vor Ostern‘ ?

        Was hat das denn mit Ostern zu tun?

        Siehst Du da irgendeinen logischen Zusammenhang?!“

        „Nun hör‘ schon auf zu heulen.

        Du weißt ganz genau, ich kann Dich nicht heulen sehen.

        Also gut, Du kannst bleiben…bis Aschermittwoch.

        Bis Aschermittwoch nächstes Jahr?

        Tippse, ….TIPPSE, WO WILLST DU HIN?!!!!

        BLEIB HIER!!!!!“

      • @Zehn

        „Und ältere Frauen werden auch
        nicht schöner, wenn man selbst
        älter wird.“

        Da sprichst du ein interessantes Phänomen
        an. Hab mal gelesen und kann das auch aus
        eigener Erfahrung bestätigen. In einer
        lang dauernden Partnerschaft mit positivem
        Verlauf, Kinder, gemeinsames erreichen
        gemeinsamer Ziele,etc. kann man noch immer
        Anziehung gegenüber seiner gleichaltrigen
        Frau empfinden.
        Und gleichzeitig fühlt man nicht mehr die
        geringste Versuchung im Umgang mit
        gleichaltrigen Frauen aus dem Bekanntenkreis.
        Frauen die einen vor vielleicht 15 Jahren
        zumindest als Zwischenverpflegung noch
        durchaus gereizt hätten. 🙂

      • @ Alexander

        Nun diese ominöse Formel ist nicht
        meiner zuweilen bösartigen Phantasie
        entsprungen. Habe sie irgendwo mal
        auf dem Netz gefunden und vielleicht
        könnte man sie ja durch entsprechende
        Zusatzterme noch etwas besser an
        individuelle Verhältnisse anpassen.

        Nun in gewissen Fällen macht sie
        aber durchaus Sinn.
        Nehmen wir den Fall eines Mannes von
        44 Jahren der sich durch die
        Wechselfälle seines Lebens gekämpft
        hat und der sich den nötigen Status
        und auch den nötigen Charakter ($$$$)
        erarbeitet hat und nun doch noch
        seine Gene weitergeben möchte, wäre
        die theoretische Zielgrösse eine Frau
        von 29 Jahren zu angeln.
        Gut er müsste dann halt ev. einen
        Suchradius von deutlich grösser als
        500 Km anpeilen.
        Und falls er nicht über gute Kenntnisse
        in „Thermodynamik der zweiten Art“
        AK Game verfügt, würde ich ihm trotzdem
        dringen davon abraten.

  3. @Zhen

    „Denn umsonst gibt es im Kapitalismus
    keine Liebe und wenn man dafür zahlt,
    ist sie keine mehr.“

    Warum begreifst du nicht dass der Mensch
    im wesentlichen eine biologische Art
    wie jede andere ist.
    Die Trennung zwischen Körper und Geist
    ist eine schöne Illusion. Sie hilft uns
    zu denken wir würden souverän über
    unseren biologischen Realitäten stehen.
    Nun das Hirn als grösstes Sexualorgan
    des Menschen ist mehrheitlich Teil
    unserer Körperlichkeit.
    Interaktionen mit Weibchen unserer
    Spezies die wir als Liebe empfinden
    oder als solche bezeichnen, sind bei
    Lichte betrachtet im wesentlichen
    biochemische Abläufe in unserem Hirn.

  4. Pingback: Fröhliche Frauen und Führungsaufgaben | Alles Evolution

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