Berichte aus dem Patriarchat: Ursula Piëch

Den Nachrichten ist zu entnehmen, dass Ursula Piëch in den Aufsichtsrat von VW kommen soll.

Was qualifiziert sie dazu? Aus einem FAZ-Artikel:

Ferdinand lernt sie 1982 über ein Inserat kennen. Der damals 45 Jahre alte Piëch ist Technikvorstand von Audi und hat, wie er es nennt, eine Jugend-Ehe hinter sich. Corina und er haben fünf Kinder. Zwei Kinder hat er mit Marlene Porsche, mit der er zusammenlebt, zwei weitere Kinder waren auf der Welt, die „einer anderen Connection entstammen“. Marlene Porsche also sucht per Inserat eine Gouvernante. Selbständigkeit, guter Umgang mit Kindern und Mobilität sind Voraussetzung. Es meldet sich die 25 Jahre alte Ursula Plasser aus Braunau in Oberösterreich. Sie leitet einen Kindergarten, möchte aus der Enge von Braunau heraus, aber weiterhin mit Kindern zu tun haben.

Also nicht gerade die Person, die man im Aufsichtsrat eines großen Autobauers erwartet.

Aber durchaus nicht ungewöhnlich, wie der Spiegel berichtet:

Friede Springer und Liz Mohn stiegen vom Kindermädchen und der Telefonistin zu den mächtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft auf. Jetzt rückt Ursula Piëch in den VW-Aufsichtsrat auf. Denn wenn es ums Erbe geht, vertrauen die Bosse ihren Frauen. (…) Protegiert vom mächtigen Ehemann haben Frauen offenbar gute Chancen, sich in der Wirtschaft zu etablieren. Piëchs Strategie haben andere Unternehmer bereits umgesetzt. Die Verleger Axel Springer und Reinhard Mohn, der Industriezulieferer Georg Schaeffler und der BMW-Großaktionär Herbert Quandt – sie alle zogen ihre Ehefrauen als Nachfolgerinnen heran. Die Lebenswege dieser Frauen weisen überraschende Parallelen auf.

Und auch im übrigen ist Ursula Piëch die Ehe nicht schlecht bekommen:

Piëch ist dem Bericht zufolge mit knapp sieben Prozent an der Porsche Automobil Holding beteiligt, die wiederum die Mehrheit an den Autoherstellern Porsche und Volkswagen innehat. Außerdem hält Piëch eine zehnprozentige Beteiligung an der Salzburger Porsche Holding, Europas größtem Autohändler. (…)

Solange Piëch lebt, hat in den Privatstiftungen Ferdinand Karl Alpha und Ferdinand Karl Beta laut dem „Focus“-Bericht nur er selbst das Sagen. Die Stiftungsurkunden regeln, wie mit den Beteiligungen umgegangen werden soll. Ehefrau Ursula spielt dabei eine überragende Rolle.

Die 19 Jahre jüngere Ehefrau soll das Vermächtnis bewahren, mit einer einzigen Einschränkung: Trennt sich das Ehepaar oder heiratet Ursula nach Piëchs Tod wieder, verliert die einstige Kindergärtnerin alles – ihre Stellung als Stifterin und den Sitz im Stiftungsbeirat.

Stirbt Piëch verwaltet seine Frau damit Milliarden. Das eine Ehe mit dem Tod des meist älteren und kurzlebigeren Mannes zu erheblichen Vermögensübertragungen an die Ehefrau führt ist meiner Meinung nach ein Punkt, der innerhalb der Geschlechterdiskussion häufig zu kurz kommt. Es passt nicht ganz zu den Vorstellungen eines Patriarchats, dass an der Unterdrückung der Frau arbeitet und dabei erhebliche Vermögensteile immer wieder auf die Frauen (Ehefrauen und Töcher) überträgt. Eine patriarchale Ordnung wäre besser bedient eine Vermögensübertragung an den ältesten Sohn vorzunehmen. Was aber natürlich nicht der Fall wäre und ungerecht wäre.

Gibt es eigentlich feministische Texte, die dazu Stellung nehmen?

Viel besser als zu einem Patriarchat passt dies dazu, dass wir nicht in Geschlechtergruppen denken, sondern eher in Verwandtschaftsverhältnissen und Liebesbeziehungen. Die meisten Männer haben ein engeres Verhältnis zu ihrer Ehefrau, Freundin oder ihren Töchtern als zur Gruppe der Männer an sich. Ebenso wie die meisten Frauen ein engeres Verhältnis zu ihren Ehemännern, Freunden und Söhnen haben.  Bereits aus diesen Interessen heraus ist der Geschlechterkrieg nicht mit den klaren Fronten versehen, die hier gerne aufgebaut werden. Wir alle kommen, wie ich irgendwo mal gelesen habe, eben aus „gemischten Familien“, also solchen, die beide „Feindparteien“ enthalten.

Das sollte man sich meiner Meinung nach immer wieder mal bewusst machen.

Das Patriarchat als die Wurzel der weiblichen Unterdrückung

In dem Artikel „Radical Feminism = / = The Highlander“ geht es darum, auf was sich der radikale Feminismus konzentrieren sollte. In diesem Zusammenhang geht es auch um das Patriarchat:

And as radical feminists, we should also understand that patriarchy is the root of female oppression — and patriarchy isn’t just men and the way men are taught to/permitted to behave, it is also the entangled web of male-created systems. Everything around us is a male-created system. Legislation (the laws we have, the ways they are enforced, and why), education (the things we learn, the way we learn, who is given the opportunity to learn, and why), finances (who makes and spends money, how and why they make and spend money), everything that makes up life as we know it — all are male-created, male-centric, systems. They aren’t just influenced by patriarchy — they are patriarchy.

Life without patriarchy would not just mean “women getting better educations and better jobs, therefore making more money.” Life without patriarchy would likely revolve around a completely different form of exchange, and therefore we would have no money. “Education” and “jobs” would mean completely different things, to which point that we would not recognize them from here. The ways we define “success” and “quality of life” would change drastically. The ways we eat and the things we eat, the ways we live and the places we live, the things we prioritize above other things, the ways we decide to spend our time and our lives and our energies, the ways we look at and think about other human beings (especially other women) — all of these things would change without patriarchy.

Kurzum: Das Patriarchat ist schlecht. Ist es erst beseitigt bricht hingegen das Paradies an. Es ist schade, dass man so im abstrakten bleibt. Im Prinzip wird die Leistungsgesellschaft schlicht als patriarchalisch angesehen und damit als böse. Das sie von vielen Frauen schlicht wegen des damit verbundenen Fortschritts geschätzt wird, geht dabei unter.

Es sind im Endeffekt Sündenbocküberlegungen, bei denen das Patriarchat, eigentlich aber Männer für alles an vermeintlich schlechten herhalten müssen. Insoweit scheint mir der dort vertretene Femininismus eine klassische Oppositionsideologie zu sein: Sie darf nie richtig an die Macht kommen weil sie dann konkret handeln und umsetzen müßte, was dazu führen würde, dass man merken würde, dass die Einrichtung eines Paradieses gar nicht so einfach ist.

Dann aber wird es wohl eher heißen, dass das Patriarchat einfach zu stark ist. Es ist insoweit einfacher Opfer zu sein und gar keinen Handlungsspielraum zu haben. Wer nicht handeln kann, der kann sich einreden, dass wenn er denn Handeln könnte alles besser wäre.

Ergebnisunbekümmertheit beim Flirten („Outcome Indifference“)

Roissy schreibt in dem Artikel „The Aloof Alpha Attitude Explained“ über „Aloofness“ als eines der wichtigsten Merkmale des attraktiven Mannes. Er zitiert dazu wie folgt:

The attitude dictates that you don’t care whether she comes, stays, lays, or prays. I mean whatever happens, your toes are still tappin’. Now when you got that, then you have the attitude.

Wir hatten das Thema schon einmal bei dem Artikel „Flirten in Deutschland“ und ich denke es ist einiges dran. Es nimmt einem die „Neediness“, also das Gefühl bei der Frau, dass sie dich nicht los wird, dass du verzweifelt sie brauchst, weil du keine andere bekommst wohingegen Gleichgültigkeit signalisiert, dass du auf den Erfolg bei ihr nicht angewiesen bist (selbst wenn du ihn gut finden würdest).

Das ein solches Attraktivitätsmerkmal im Wege der Evolution schnell entstehen kann ergibt sich eben genau daraus, dass derjenige, dem der Ausgang egal ist, genug andere Möglichkeiten haben wird, daher also wohl Erfolg bei anderen Frauen haben wird, daher also gewisse Qualitäten besitzen muss. Genau wie es einem Millionär egal sein kann, ob er ein paar hundert Euro Gewinn macht, einem Obdachlosen aber nicht, sagt auch in Flirtsituationen Bedürftigkeit etwas aus (nicht zu verwechseln damit in der Beziehung im Komfortbereich Verbundenheit zu zeigen).

Ein Anwendungsbeispiel aus dem Film Black Dynamite, (in den Kommentaren bei Roissy gefunden)

Die Entwicklung des Menschen: Ein paar Wegpunkte

Hier mal ein paar Überlegungen zu ein paar Entwicklungsschritten, die dazu beigetragen haben, uns zu dem zu machen, was wir sind. Ich habe die Liste mal angefangen, natürlich gibt es wahnsinnig viele Zwischenschritte über unsere Evolution.

  • Als Fruchtesser entwickelte der Mensch die Fähigkeit zum Farbensehen zum erkennen des Reifegrads der Früchte (die meisten Raubtiere haben kein Farbensehen)
  • Als Baumbewohner die Fähigkeit zum Greifen und räumlichen Denken um sich von Baum zu Baum zu schwingen
  • Als Savannenbewohner den Aufrechten Gang zum Überblicken des hohen Grases
  • als Aufrechtgehender Mensch entwickelte er aus den Baumgreifhänden die zu Feinmanipulationen nutzbare Hand und damit die Werkzeugnutzung. Hierbei kam ihm dann das in den Bäumen entwickelte räumliche Denken zugute, mit dem er sich Konstruktionen aus mehreren Objekten besser vorstellen kann
  • Als Wesen mit der Möglichkeit zur Herstellung von feinen Gerätschaften entwickelte er die Fähigkeit sich zu spezialisieren.
  • Als Gruppentier entwickelte er reziproke Zusammenarbeit.
  • Aus dem zusammenarbeitenden Gruppentier entwickelten sich Hierarchien, Statusdenken und die Attraktivität für Status
  • Aus der Zusammenarbeit entwickelte er echten Tausch, also die Fähigkeit zum abstrakten Handel, dem Austausch von Dienstleistungen und Waren, die in keinem Zusammenhang stehen
  • Als Säugetier mit langer Unselbständigkeit des Kindes und gleichzeitig der Fähigkeit zum abstrakten Tausch entwckelte er die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern.
  • Aus der Möglichkeit zu Tausch und Handel enstanden größere Märkte, die weitere Spezialisierungen ermöglichten (es lohnt sich eher spezielle Werkzeuge und Techniken für zB Pfeilspitzen zu entwickeln, wenn man 50 Stück pro Woche macht als wenn man 5 pro Monat macht)
  • Aus den Märkten entwickelte sich noch mehr Arbeitsteilung, noch mehr Spezialisierung und noch mehr Wissen, sie erlaubten zudem größere Ansammlungen als die Jäger und Sammlertradition. Dies vergrößerte die Märkte noch mehr, was weitere Spezialisierungen zuließ.
  • Weil er ein Wesen war, dass Status mochte, konnte er Statusobjekte entwickeln und darüber eine Vorstellung von Wert und einen Ansporn zur Anhäufung von Ressourcen über das tägliche Sammler und Jäger Leben hinaus.

Die Grünen, der Frauenanteil in der Politik und die Quote

Die Grünen wollen gerade ihren Frauenanteil erhöhen und starten eine Kampagne deren Slogan wohl sein soll:

„Besser Du als irgendein Kerl.“

Das ist meiner Meinung nach erst einmal eine Abwertung von Männern. Und auch eine Abwertung der Männer, die nach oben kommen, denn die haben meist hart dafür gearbeitet, vielleicht nicht unbedingt am Thema, aber auf jedem Schützenfest und bei jedem Kaninchenzüchterverein.

Es ist auch ein schlechter Spruch: Wer einem Gruppenbestandteil indirekt erklärt, dass er Verantwortung für die Gruppe übernehmen soll, der wird meist wenig Erfolg haben, weil jeder meint, dass es ja der andere für die Gruppe tun könnte. Denn der Einzelne müsste ja die Last tragen, damit die Gruppe Vorteile hat, was unter Betrachtung von Game Strategie meist eher dazu führen wird, dass jeder hofft, dass es der andere tut, um so größer und unabgrenzbarer die Gruppe und um so anonymer die Gruppe, um so wahrscheinlicher wird sich niemand melden, insbesondere wenn das Ziel so abstrakt ist wie „irgendeinen Kerl“ zu verhindern.

Vielleicht sollte man eine direktere Taktik verwenden, beispielsweise über Beschämung:

Eine Frau, die nicht in einer Partei mitarbeitet, ist unemanzipiert

So könnte man wenigstens sozialen Druck aufbauen.

Oder:

Wer die Politik den Männern überlässt und sie nicht selbst mitgestaltet, der kann sich auch nicht beschweren. Mach mit, wenn du mitreden willst.

Oder so was in der Art. Aber das wäre wahrscheinlich schon wieder Victimblaming.

Aber gut, es wirkt immerhin herrlich emanzipiert, wir verhindern den „Kerl“ und so.

Interessanterweise wird in dem Artikel auch der Frauenanteil in den Parteien angegeben:

Von den aktuell gut 59.000 Grünen sind rund 62,6 Prozent männliche und nur etwa 37,4 Prozent weibliche Mitglieder.

Tatsächlich stehen die anderen Parteien noch viel schlechter da in Sachen Frauenanteil:

Die FDP kommt auf lediglich 23 Prozent,

die CDU auf 26, die CSU sogar nur auf rund 19 Prozent

und die SPD auf 31 Prozent.

Nur die Linke liegt mit etwas mehr als 37 Prozent weiblicher Mitglieder ungefähr bei dem Grünen-Wert.

Da haben wir also mit den Grünen eine Partei, die Frauenfragen und dem Feminismus sehr zugetan ist, in dem ein beachtlicher Teil der Parteien Frauen sind, die harte Quoten für diese Frauen hat und sogar umfangreiche Rederechtvorzüge beeinhaltet. Was hindert Frauen eigentlich daran, umfassend die Grünen zu wählen und so dem Patriarchat ein Ende zu bereiten? Naja, es ist das übliche Problem:

Doch das eigene Missverhältnis wiegt für die Grünen besonders schwer, zumal ihnen die Quote als eine Art Glaubensbekenntnis gilt. Und offenbar fällt es auf Landes- und Kreisebene oft schwer, überhaupt Frauen für die quotierten Positionen aufzubieten. Das Dilemma hat inzwischen auch die Grünen-Führung erkannt.

Die Frauen wollen also nicht nach oben. Das muss natürlich daran liegen, dass die Grünen einfach noch zu patriarchisch sind und es kann unmöglich damit zusammen hängen, dass Frauen ein geringeres Interesse daran haben, solche Ämter zu bekleiden. (vgl. auch Frauenquote in den Parteien am Beispiel der Grünen)

Erbgut des Gorillas entschlüsselt: Wie nahe sind wir verwandt?

Ein Bericht im Spiegel zur Entschlüsselung des Erbguts von Gorillas:

Die Genom-Analyse bestätigte zudem, dass der Schimpanse und nicht der Gorilla der nächste Verwandte des Menschen ist. Das Erbgut enthüllte aber auch Unerwartetes: 15 Prozent des menschlichen Genoms sind dem des Gorillas ähnlicher als dem des näher verwandten Schimpansen. Umgekehrt teilen Schimpansen 15 Prozent ihrer Gene nur mit dem Gorilla – obwohl sie mit ihm weniger nahe verwandt sind als mit dem Menschen.

„Wir haben herausgefunden, dass Gorillas viele genetische Veränderungen mit dem Menschen gemein haben, darunter die Entwicklung des Gehörs“, sagte Mitautor Chris Tyler-Smith vom Sanger Institute. Bisher hatte man angenommen, dass die rasche Entwicklung des menschlichen Gehörs im Zusammenhang mit der Sprachentwicklung steht. Beim Gorilla hat sich das Gehör dem Genomvergleich zufolge jedoch ähnlich schnell entwickelt.

Alle drei – Mensch, Schimpanse und Gorilla – teilen zudem rund 500 Gene, die sich besonders schnell im Laufe der Evolution verändert haben. „Diese Gene sind mit Funktionen wie der Sinneswahrnehmung, dem Gehör und der Gehirnentwicklung verknüpft“, berichten die Forscher.

Das finde ich sehr interessant. Zum einen stützt es Theorien von David Geary, die er in „Male / Female“ darlegt. Dieser meint, dass unsere Vorfahren unter ähnlichen Verhältnissen wie die Gorillas gelebt haben, mit starker intrasexueller Konkurrenz unter Männchen. Es zeigt auch unsere sonstige Gemeinsamkeit mit den Menschenaffen

David Geary zu den Ähnlichkeiten mit Gorillas (PDF):

For reasons described next, we suggest that certain features of the social behavior of australopithecines may have been more similar to that seen in modern gorillas than in chimpanzees or bonobos. We are not arguing that australopithecines were gorilla-like in every sense, as they clearly were not (e.g., they were bipedal). Rather we believe that a gorilla-like model for australopithecine social dynamics provides an evolutionary launching point that more readily accommodates certain patterns of human parental behavior, such as male parenting, and family formation than does either a chimpanzee-like or bonobo-like social structure. At the same time, there are also similarities between human and chimpanzee behavior, especially male coalitions, and thus arguments can be made that australopithecines also evidenced this form of social competition. This is, of course, a possibility that cannot be ruled out. We are suggesting that an alternative be considered: Male coalitional behavior may have evolved independently in humans and chimpanzees and may not have been an important feature of the reproductive strategy of male australopithecines.

Male – male competition, social structure, and brain size. The degree of sexual dimorphism in A. anamensis and A. afarensis suggests intense one-onone male – male competition and perhaps a gorilla-like social structure (Leakey et al., 1998). Although other social structures are, of course, possible (Plavcan, 2000), a gorilla-like social structure is consistent with many features of human social organization. The modal social organization of both lowland gorillas (Gorilla gorilla gorilla) and mountain gorillas (Gorilla gorilla beringei) is single-male harems, which typically include one reproductive male, many females, and their offspring (Fossey, 1984; Stewart & Harcourt, 1987; A. B. Taylor, 1997). In lowland gorillas, several of these families may occupy the same geographical region and are often in proximity, whereas in mountain gorillas they are geographically isolated. In both cases, adult male and female gorillas often form long-term social relationships, and male gorillas, presumably due to high levels of paternity certainty associated with single-male harems, show high levels of affiliation with their offspring. “Associated males hold, cuddle, nuzzle, examine, and groom infants, and infants turn to these males in times of distress” (Whitten, 1987, p. 346). The reduction in the magnitude of the sexual dimorphism, combined with coalitional aggression in extant human populations (e.g., Chagnon, 1988; Keeley, 1996), is consistent with the emergence of coalition-based male – male competition during hominid evolution, perhaps with the emergence of H. erectus. Still, coalitional behavior is more typical among female primates than among male primates. In these species, females are the philopatric sex — that is, the sex that stays in the birth group (Wrangham, 1980). Female-biased philopatry results in a degree of genetic relatedness among females that supports coalition formation when such behavior covaries with survival or reproductive outcomes (Sterck, Watts, & van Schaik, 1997). For human beings, chimpanzees, bonobos, and gorillas (sometimes sons inherit the harem), philopatry is male biased, not female biased, suggesting that the male-biased philopatry has a long evolutionary history in African hominoids (Ghiglieri, 1987; Pasternak et al., 1997; Stewart & Harcourt, 1987). Male-biased philopatry is important because it creates social conditions that can lead to the evolution of male kin-based coalitions (Foley & Lee, 1989). Unlike female coalitions, male coalitions are focused on competition for mates rather than competition for food (Wrangham, 1999). As described for chimpanzees, a coalition of male hominids would have had a competitive advantage over a lone male, even a larger male.

(…)

Paternal investment, concealed ovulation, and female – female competition. If the social structure of A. anamensis and A. afarensis was similar to that found in gorillas, then it would be possible that there are continuities in male parenting, male – female relationships, and family structure between these australopithecines and human beings. In fact, if the social structure of these australopithecines were similar to that found in gorillas, then the evolutionary emergence of human families would be straightforward. Once lone males were replaced by kin-based multimale coalitions, the males and females of these species would likely maintain the preexisting social deep structure — a basic social organization that included one adult male, one or a few adult females, and their offspring, as well as long-term male – female relationships and male parenting (Lovejoy, 1981; Stewart & Harcourt, 1987). The primary difference is that these families would be nested within the larger community rather than being geographically (mountain gorillas) or socially (lowland gorillas) separated. As noted, lowland gorilla families are often in proximity, but they are not socially bonded together through a kin-based coalition or social network. In other words, human families are similar in many respects to gorilla families, with the addition that in most preindustrial societies human families are nested within a larger male kin-based community (Pasternak et al., 1997). The emergence of male kin-based coalitions and thus multimale, multifemale communities with many reproductive males (see Table 1) would have resulted in an exponential increase in the complexity of social relationships relative to that evident in gorillas. In particular, this change in social structure increases the mating opportunities of both males and females, increases the risks of cuckoldry, and thus creates a social ecology that could potentially result in the evolution of reproductive dynamics similar to that found in other mammals — a male focus on mating and a female focus on parenting (Clutton-Brock, 1989). The issue is the mechanisms responsible for the maintenance of a family-focused social organization rather than the eventual evolution of the standard mammalian pattern.

Der verlinkte Text ist 63 Seiten lang, ich rege dazu an, es sich durchzulesen.

Ob der Mensch dabei etwas mehr mit dem Schimpansen oder mit dem Gorilla gemein hat erscheint mir dabei nebensächlich. Denn die Linien trennten sich eben irgendwann und der Mensch hat sich verändert. Die zeitliche „Einbettung“ zwischen Gorilla und Schimpansen, die beide eine starke intrasexuelle Konkurrenz zeigen, macht aber deutlich, dass auch unsere Linie eine solche Konkurrenz einmal kannte. Meiner Meinung nach spricht viel im menschlichen Verhalten dafür, dass davon auch noch etwas übrig geblieben ist.

Machtmittel im Diskurs: Sexismus und „Definitionsmacht des Betroffenen“

Auf dem Blog „Elitemedium“ setzt sich der Autor in dem Artikel „Sexismus? Bitte keine Logik“ mit Forderungen aus dem Feminismus auseinander, dem Betroffenen die Definitionsmacht darüber zu geben, ob er diskriminiert ist.

Die Theorie der Definitionsmacht kommt, wenn ich es richtig verstehe, aus dem epistemischen Privileg, also der Theorie, dass eben gerade nur der Betroffene richtig erkennen kann, dass er diskriminiert ist. Man trifft diese Theorien bei Diskriminierungen, aber etwa auch bei der Vergewaltigung (vgl. Falschbeschuldigung und Vergewaltigung II)

Der Artikel legt dabei den Finger in die Wunde:

Hier beginnt nun ein logisches Problem, denn wenn Betroffen schon derjenige ist, der sich selbst als Betroffen fühlt und damit bereits die alleinige Definitionsmacht über die Verletzung erhält, die ihn erst zum Betroffenen macht (und dafür auch noch Solidarität einfordern kann), haben wir einen uferlosen Sexismusbegriff. Motto:

“Wenn ich mich durch eine Handlung diskriminiert fühle, dann liegt damit eine objektiv Diskriminierung vor, denn mir als Betroffener steht schließlich das Definitionsrecht darüber zu.”

Und später noch mal in einem Kommentar unter dem Artikel:

Wer hat die Definitionsmacht? Der Betroffene. Wer soll keine Definitionsmacht haben? Der Nichtbetroffene. Wie unterscheide ich die beiden? Kann man nicht, da sich jeder selbst als Betroffener deklarieren kann, ohne das man es ihm absprechen dürfte.

Wenn also jetzt z.B. jemand behaupten würde die Mädchenmannschaft hätte ihn sexistisch, rassistisch etc. diskriminiert wäre derjenige nach diesem System automatisch Betroffener und damit allein definitionsberechtigt über seine Betroffenheit. Er könnte dann Solidarisierung verlangen, wogegen es der Mädchenmannschaft nicht einmal erlaubt wäre sich gegen diesen Vorwurf zu verteidigen, denn als Nichtbetroffener steht ihr keine Definitionsmacht zu.

Und das ist eben in der Tat das Problem. Wenn man selbst definieren kann, ob man Betroffener ist, dann ist alles reine Willkür. In der internen Gedankenwelt vieler Feministinnen wird sich das Problem denke ich einfach dadurch lösen, dass man ja nicht willkürlich ist, sondern Recht hat, auf der Seite der Guten ist, bereits deswegen es ein schlichtes Scheinproblem ist. „Aber ich BIN ja Betroffener“ bzw. „Aber Frauen SIND ja betroffen“. Der Glaube, dass ein „Opfer“ niemals zum eigenen Vorteil seine Position über die eigentliche Opferstellung hinaus erweiteren würde (genau wie der Gedanke „eine Frau würde niemals eine Vergewaltigung erfinden“) ist eigentlich hoffnungslos naiv.

Es sei denn man sieht ihn als reines Machtmittel im Diskurs.

Gesucht: Eine Gesellschaft ohne „Rape Culture“

Nachdem ich gestern schon einen Text aus dem Blog „Gender Trouble?“ zitiert hatte, hatte ich unter diesem noch kommentiert. Dabei interessierte mich insbesondere die Frage, welche Kriterien Carsten an eine Rape Culture anlegt. Nachdem er das ausgeführt hatte fragte ich ihn, welche Gesellschaft aus seiner Sicht denn keine Rape Culture ist. Seine Antwort:

Eine Kultur, die keine rape culture wäre, kenne ich nicht.

Das finde ich interessant. Von den vielen Nationen dieser Welt ist seiner Ansicht nach keine einzige keine Rape Culture. ALLE verharmlosen  systematisch Vergewaltigungen. Ich vermute mal, dass Lanzschi und Co ihm da zustimmen würden, würde mich aber auch über Stellungnahmen anderer, die die „Rape Culture Theorie“ unterstützen freuen:

Welche „Nicht-Rape-Cultures“ gibt es? Ich vermute mal man wird auf kleinere Matriarchate verweisen, in denen es keine Vergewaltigung geben soll (allerdings meist auch kein Meldewesen, keine Beweissicherung, keine Gerichtsverfahren etc).

Ist das nun aber ein Anzeichen für zu harte Kriterien, die offenbar keine Gesellschaft erfüllen will oder kann oder ist dies einfach ein Zeichen der „Allmacht des Patriarchats“? Es scheinen ja selbst Länder mit durchaus starker feministischer Lobby, wie etwas die skandinavischen Länder, nicht immun dagegen zu sein.

Humor und Ideologie

Bei der Mädchenmannschaft hat Lantzschi einen Artikel mit dem Titel „Du hast den Witz einfach nicht verstanden”. Es geht um diesen Werbespot

Falls jemand das Video nicht sehen kann:

Ein paar liegt im Bett, sie relativ sexy, sie murmelt leicht leidend „Ich kann nicht einschlafen“. Er beugt sich liebevoll wie zu einem Kuss zu ihr… um sie dann mit einem Headbutt in das Reich der Träume zu schicken. Message: Eine einfache Lösung, genau wie der Wechsel zu E wie einfach.

Der Humor soll hier – wie meist bei Humor – aus der Überraschung kommen und aus dem Gegensatz zu dem was man eigentlich erwartet. Statt Liebe gibt es Gewalt. Ein recht klassischer Ansatz, einen überraschenden Gegensatz zu konstruieren. Über diese Konstruktion als überraschender Gegensatz wird gerade deutlich, dass sie eben nicht normal ist – sonst wäre es nicht lustig.

Aber natürlich ist es sexistische Kackscheiße, denn Gewalt gegen Frauen kann nie lustig sein, sie beschönigt immer reale Gewalt, erzeugt sie, und ist damit sexistisch.

Lantzschi dazu:

Letztlich steckt immer der Wunsch dahinter nicht als schlechter Mensch zu gelten, der diskriminierende Inhalte lustig findet. Da die Sichtbarmachung von -Ismen in den meisten Fällen mit Tabus belegt wird, die zu durchbrechen angeblich den höchsten Frevel der Menschheit darstellt, werden Kritiker_innen mit allerlei rhetorischen Strategien beschäftigt gehalten, um ja nicht noch mehr Menschen vom diskriminierenden Inhalt des kritisierten Gegenstandes zu überzeugen. Eine Strategie neben Bildungsforderungen, Beschimpfungen und Alltagswissen ist die Degradierung der Kritiker_innen zu Menschen, die nicht mehr ganz bei Sinnen sind, mittels oben genannten Aussagen: Die Betroffenen haben einfach nicht verstanden, dass die sexistische Kackscheiße einfach nur witzig gemeint war.

Das ist in gewisser Weise lustig. Denn in der Tat wird hier die Gewalt gegen Frauen mit einem Tabu belegt, die Sichtbarmachung dieses Tabus gilt als hoher Frevel und es gibt allerlei rhetorische Strategien – Privilegien, heteronormative Matrix, hegemoniale Männlichkeit oder auch schlicht Rage und Snark – damit das nicht auffällt. Lantzsch Degradiert hier die Leute, die den Spott als nicht so schlimm ansehen zu hinterwäldlerischen Idioten, die einfach nicht erkennen, wie starkt der Sexismus ist. Die von dieser Kritik betroffenen haben einfach nur nicht verstanden, dass solche Werbung ein Kampfmittel der hegeominalen Männlichkeit ist.

Meine ich damit, dass man die Werbung gut finden muss? Nein, keineswegs. Natürlich kann man gegen jegliche Gewalt gegen Menschen sein und eine solche nicht lustig finden. Aber daraus gleich den Untergang des Abendlandes zu zimmern, eine Entschuldigung für häusliche Gewalt und was weiß ich noch alles, dass muss trotzdem nicht sein. Man kann sogar, wenn man den entsprechenden Humor hat, über den unerwarteten Sprung lachen und gleichzeitig etwas gegen häusliche Gewalt, welches Geschlecht sie auch immer erleidet, haben.

Die perfide Botschaft hinter Aussagen wie “Du hast den Witz nicht verstanden” ist: Ich nehme deine Kritik nicht zur Kenntnis (weil ich’s kann/weil ich nicht muss) und unterstelle dir, dass du eine Perspektive auf den Gegenstand legst, die nicht der objektiven/neutralen/realitätsnahen entspricht. Der Zynismus hinter der Aussage könnte deutlicher nicht sein, denn Betroffene von Sexismus und anderen -Ismen sind in einer Welt sozialisiert worden, die ihnen täglich zu verstehen gibt, dass Unterdrückung Normalität ist und daher Witze darüber oder über bestimmte Gruppen völlig akzeptiert sind. Sie haben gelernt ihre Umwelt immer durch zwei Brillen zu sehen: die eigene und die der Mehrheitsgesellschaft. Sie haben gelernt, dass die “Default-Brille” die der Mehrheitsgesellschaft ist.

Da sind wir wieder bei „Frauen sind von Gewalt betroffen, Männer hingegen privilegiert“. Diese „Default-Brille“ legt man sich nicht in der Mehrheitsgesellschaft zu, sondern im radikaleren Genderfeminismus. Denn hier ist eben alles Konstruktion von Macht. Auch diese Werbung. Und wenn man meint, dass sie nicht so schlimm ist, dann ist das schlimm, dann wertet man die Perspektive ab, denn kritische Perspektiven sind wichtig und die wichtigste ist die der Opfer, alles andere wäre Opferblaming.
Natürlich wertet man damit auch diejenigen ab, die eben nicht alles unter dem Machtaspekt sehen wollen, die nicht in jeder Grenzüberschreitung zu Lasten bestimmter Gruppen gleich eine Unterdrückung sehen.

Lantzschis Fazit:

Ergo ist “Gaslightening” keine Form der Argumentation, sondern eine Form der Degradierung des_der Gegenüber_s, der Versuch Unterdrückung wieder in die Unsichtbarkeit zu verbannen und Problemverlagerung auf Betroffene. “Du hast den Witz nicht verstanden” ist Gewalt, da die kritisierte Diskriminierung noch einmal auf die Betroffenen zurückfällt.

 Richtig: Wer nicht meint, dass jede Darstellung, die ich als problematisch ansehe, eine Degradierung ist, der übt Gewalt aus. Wie kommt Lantzschi eigentlich darum herum, die Darstellung, dass man es eben auch anders, entspannter, sehen kann, ebenfalls zudegradieren und damit dann wieder Gewalt gegen diese Menschen auszuüben? Naja, sie haben eben die falsche Opfergruppe, Humorvoll wird durch Frauen (unterdrückte Frauen) selbstredend getoppt.

Daher dann auch Lantzschis Schluß, mit dem sie noch einmal die eigene moralische Überlegenheit feiert:

Allerdings wird mit “Du hast den Witz nicht verstanden” deutlich, dass es nicht die Betroffenen sind, deren Weltsicht eingeschränkt ist. Denn wir beide haben den Witz verstanden, ich bin nur schon einen Schritt weiter als du.

Natürlich ist sie weiter, ideologisch weiter. Daran kann kein Zweifel bestehen. Sie schränkt nur Weltsichten ein, die noch nicht so weit sind, will den anderen insofern bei ihrer Horizonterweiterung helfen. Weg von ihrem Sexismus, hin zur feministischen Ideologie.

Deutlich wird das auch noch mal bei „Gender Trouble?„, der auf Lantzschis Text Bezug nimmt:

Was all diesen Reaktionen gemein ist, ist dass sie grundsätzlich missverstehen, was es bedeutet, auf Sexismus hingewiesen zu werden. Es geht nämlich (meist) nicht darum, auf persönliche Fehler hinzuweisen oder einzelnen Schuld zuzuweisen, sondern es geht darum, die Strukturen aufzuzeigen, die Sexismus hervorbringen und zur Reflektion darüber anzuregen, wie mensch selbst in diese Strukturen verstrickt ist.

Dieser Werbespot ist eine Struktur, die Sexismus hervorbringt. Denn jede Gewaltdarstellung gegen Frauen erleichtert über die daraus resultierenden Normen weitere Gewalt gegen Frauen. Dass dabei in allen Medien weit weit weitaus mehr Gewalt gegen Männer gezeigt wird, das ist dann wahrscheinlich nur eine Ablenkung von der Frauengewalt, eine neue Struktur, die man aufzeigen kann.

Dort weiter:

Wenn A einen “Witz” über Vergewaltigungen macht, dann ist das verwerflich. Auch, weil dieser eine spezielle “Witz” Menschen verletzt, aber vor allem, weil er nur deshalb vermeintlich witzig ist, weil wir in einer rape culture leben. Wenn die männliche Verfügungsgewalt über weibliche Körper nicht so selbstverständlich wäre, wie sie das leider immer noch ist, würde der “Witz” völlig seine Funktion (Aufrechterhaltung der rape culture) verlieren und aufhören “witzig” zu sein.

Hier ist es noch klassischer. Der Witz über eine Vergewaltigung (zB dieser gerade ergoogelte:  „Anruf bei der Polizei: „Hilfe, in unserem Nonnenkloster gab es eine Vergewaltigung!“ „Das ist ja schrecklich, wer wurde denn vergewaltigt?“ „Der Briefträger.“) dient dazu die Vergewaltigungskultur aufrechtzuhalten. Wer das nicht zugibt, der ist eben verblendet oder unterstützt die Vergewaltigungskultur. Wer zuviel Betonung dieser  Verschwörungstheorien Theorien kritisiert, der nimmt die Vergewaltigungskultur und damit den Sexismus in Schutz.

Ich denke es ist dieser ideologische Ansatz, nachdem bestimmte Themen per se nicht witzig sein können, sondern immer Ausdruck von Unterdrückung sind, der dem Feminismus seinen Ruf eingetragen hat, humorlos zu sein. Den gerade über Unterdrückung oder Missstände oder schreckliche Ereignisse wurden schon immer Witze gemacht. Das wird hier verboten und das ohne jede Diskussionsmöglichkeit. Weil jeder Humor hier Unterdrückung ist, wird alles humorlos.

Interessant dazu auch der Soup „Sexistische Kackscheiße, indem eifrige Feministinnen jedes Bild, was einen Geschlechterzusammenhang hat und bei 9gag,com etc läuft einstellen.

Beispiele wären:

Das Gamer Girl

Eine kleine Abgrenzung des Begriffs „Gamer Girl“: Eben nicht das Mädel, was irgendwie mal einen Controller in der Hand hat und damit possiert, sondern eine Mädchen, dass sich richtig in Games reinsteigert. Ich vermute mal, dass hier insbesondere die Abwertung „Slut“ diesen Titel der „Sexistischen Kackscheiße“ eingebracht hat. Hier würde mich auch interessieren, ob das Bild von einer Frau oder einem Mann gemacht wurde, die damit etwas In- und Put-Grouping betreiben wollte. Die Posergirls ohne Substanz gegen die wahren Fans.

Das Ballspiel:

Was hieran eine sexistische Kackscheiße ist, erschließt sich mir nicht. Es sei denn vielleicht man sieht es als einen essentialistischen Vorschlag an, nachdem jeder Mann und jede Frau so handeln würden. . Mir scheint es aber eine durchaus präzise, wenn auch überspitzte Darstellung der Realtität im Schnitt zu sein. Frauen reagieren eben eher als Männer mit emotionaler Unterstützung (Tend and Befriend) und können es sich eher leisten, Gefühle zu zeigen, während Jungs im Rahmen des „Rough and Tummble„-Play das ganze in einen Wettbewerb einordnen und sich daher eher ein paar Sprüche drücken.

Macht Pickup nicht alles sehr kompliziert und zu technisch?

Aus meiner Sicht nicht. Ich meine, dass man sich mit Struktur und Theorie in einem Bereich meist sicherer bewegt als ohne diese

Es ist vergleichbar mit jemanden, der einfach ein Instrument spielen gelernt hat ohne sich mit der Theorie oder Notenlesen zu beschäftigen.

Hier könnte man auch sagen, dass so jemand, wenn er spielt, ja gar keine Freiheiten mehr hat und beständig beim Komponieren Tonfolgen und Höhen berechnet und überlegen muss, welcher Ton das nun genau ist oder man könnte kritisieren, dass das Aufschreiben der Noten doch niemals die Schönheit und die Seele der Musik erfassen kann.

Man solle – so könnte eine analoge Argumentation gehen – einfach der Musik anderer Musiker lauschen und sie nachspielen oder aber selbst spielen und beobachten, wie es beim Publikum ankommt. Diese Form sei flexibler und daher freier und dem Wesen der Muskik gerechter.

Hier hätten die meisten wohl kein Problem damit, wenn man sagen würde, dass ein Musikstudium und eine umfassende theoretische Ausbildung sowie das Notenlesen und das Analysieren und die Kenntnis der Strukturen anderer Musikstücke hilfreich ist.

Wer bestimmte Schemata kennt, kann eher ein wohlklingendes Lied erstellen, Fehler heraushören, sich selbst korrigieren oder ein Lied, von dem er die Noten kennt nachspielen und auch variieren.

Natürlich besteht hier nach wie vor künstlerische Freiheit und man kann der Musik eine eigene Note verpassen. Natürlich gibt es Personen, die das System nicht brauchen und so wunderbare Musik machen. Und natürlich bedeutet mehr Theorie nicht, dass man ein besserer Musiker wird als jemand, der Talent hat. Und natürlich kann auch einem Talent eine Untermauerung durch Theorie helfen.

So geht es mir mit Pickup.

Es gibt mir Systeme und Erklärungen, die mir eine Einordnung erleichtern. Innerhalb dieser Systeme ist viel Spielraum, so wie innerhalb eines Notensystems viel Platz für Kreativität ist. Dennoch kann mir das System sagen, dass einige Noten zusammen nicht klingen bzw. bestimmte Elemente bei einem Kennenlernen üblicherweise eine bestimmte Wirkung haben.

Wo sich andere beständig Fragen stellen wie: Soll ich ihr das Getränk ausgeben, soll ich ihr das Getränk ausgeben und den Eintritt zahlen, wird sie mich mehr mögen, wenn ich die ganze Zeit lustig bin oder sollte ich lieber die ganze Zeit sie erzählen lassen? Sollte ich auf brav machen oder lieber etwas versuchen? Warum lächelt sie so komisch? Was bedeutet es, dass sie auf einmal so rumzickt, habe ich was falsches gemacht? wie bringe ich das wieder in Ordnung? habe ich den Vorteil wesentlich entspannter zu sein, weil sich die meisten Fragen bereits aus dem System beanworten. ich kann entspannt sein, wenn sie mich etwas provozieren will und einfach schauen, wie sie die Antworten aufnimmt und danach beurteilen, ob ich zB mit meiner Einschätzung eines Shittests richtig lag. Ich weiß, dass ich mich nicht verstellen muss und es gut ist, ihr ein paar Sprüche zu drücken, ich weiss ihre Antworten besser einzuschätzen. ich weiß, dass den Abend über rumalbern nichts bringt, sondern man irgendwann etwas ernster werden muss und den jeweiligen als Mensch kennenlernen muss, ich weiß auch, wie ich eine Verbindung erstelle und nicht einfach nur beständig Fragen stelle, die sie schon ein paar tausend Mal bei anderen Männern beantwortet hat. ich verstehe, dass es wichtig ist, dass mir die Sache Spass macht und sie es merkt, dass wir gegenseitig etwas Spannung aufbauen und wie man sie am Leben hält. Insbesonder weiß ich, dass etwas Spannung gut ist und nicht sofort abgebaut werden muss, sondern man sie lieber zwischen sich halten soll, mit ihr spielen soll. Ich habe Spass daran, wenn ich sehe wie sie die Bälle aufnimmt und zurückspielt und sie hat Spass daran, dass ich sie ihr wieder zurückschlage.

Ich habe sehr positive Erfahrungen mit Pickup gemacht und mache sie noch heute. Mir wurde vieles, was ich falsch gemacht habe schmerzlich klar und bei vielem, was ich richtig gemacht habe, habe ich erst im Nachhinein verstanden, was ich da – teilweise aus Versehen, teilweise aus einer gewissen Ahnung – richtig gemacht habe und warum es angekommen ist.

Eine der positivsten Erfahrungen ist, dass es mir in vielen Punkten eine gewisse Ruhe gegeben hat, was Frauen angeht. Wo ich mich früher über Verhalten aufgeregt habe und mich gefragt habe, warum sie so einen Stress machen wegen nichts und angefangen habe, mich zu streiten oder mich zu ärgern, bin ich jetzt viel entspannter. Weil ich das Gefühl habe zu verstehen, was sie verärgert, inwiefern sie Grenzen austesten, inwiefern sie einfach Shittesten oder inwiefern ich einfach mal Mist gebaut habe.

Welch Entspannung und wieviel unkomplizierter!