Frauen in Minijobs und die Rente

Gerade warnt das Bundesarbeitsministerium davor, dass Minijobber kaum Rente erhalten werden:

 Millionen erwerbstätige Frauen müssen befürchten, im Alter arm zu werden. Gefährdet sind vor allem diejenigen mit einem jahrelangen Minijob. Ihre Rente wird nach heutigen Werten unter 200 Euro liegen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. (…)

Danach erwirbt ein Minijobber, der ein Jahr lang tätig ist, eine monatliche Rente von 3,11 Euro. Nach 45 Versicherungsjahren beträgt der Anspruch auf Altersgeld auf Grundlage der heutigen Werte nur 139,95 Euro.

Etwas besser sehen die Zahlen des Ministeriums aus, wenn der Minijobber den pauschalen Rentenbeitrag des Arbeitgebers in Höhe von 15 auf die derzeit geltenden 19,6 Prozent aufstockt. Nach 45 Versicherungsjahren beträgt der Rentenanspruch dann 182,70 Euro und mehr als vier Euro für ein Jahr. Diese Möglichkeit nehmen die Beschäftigten jedoch nur selten in Anspruch, obwohl sie damit auch Schutz bei Erwerbsminderung bekommen. So stockten bei den Frauen mit 400-Euro-Jobs 2010 nur 6,9 Prozent auf.

Ein Alarmschrei geht durch die Medien. Frauen werden bei der Rente benachteiligt.

Lediglich ganz am Ende des Artikels heißt es vorsichtig:

 

Das Arbeitsministerium warnte davor, die Zahlen überzubewerten. „Geringe Renten sind kein Indiz für geringe Gesamteinkommen im Alter“, schreiben die Beamten des Hauses von der Leyen und belegen dies mit Zahlen: Demnach betrug die Altersrente von Frauen im Durchschnitt 535 Euro. Da aber andere Einkünfte hinzukommen, liege das Nettogesamteinkommen von alleinstehenden Frauen im Alter bei 1188 Euro. Rentnerehepaaren stand demnach sogar netto 2248 Euro zur Verfügung.

Was sind wohl diese „Anderen Einkünfte“, die da hinzukommen?

Es dürften wohl im wesentlichen die Ausgleichsansprüche gegen Männer sein, also Versorgungsausgleich, Witwenrenten und Unterhaltsansprüche (man kann übrigens auch einen Versorgungsunterhalt geltend machen, der dann nach der sog. Berliner Tabelle berechnet wird. Der reduziert aber üblicherweise den „normalen“ Unterhalt (da ja zusätzlich Geld in eine Altersvorsorge gezahlt werden muss), weswegen er selten gewählt wird).

Es gibt ja häufig einen Grund dafür, dass diese Frauen nur einen Minijob haben: Ihr Mann ist Hauptversorger und sie bessern nur auf.

Es macht mal wieder bewußt, dass die Transferleistungen der Männer selten ausgesprochen und benannt werden. So erscheint das Leben der Frauen ungerechter. Auch wenn sie, wenn sie zB mit 34 ihre 2 Kinder bekommen haben und diese mit 19 das Haus verlassen, 53 sind und damit bei einer klassischen Hausfrauenehe eine „indirekte frühe (Teilzeit)-Rente“ erleben. Natürlich muss man dagegen halten, dass Frauen in diesem Alter als ungelernte Kraft ohne Arbeitserfahrung üblicherweise auch keinen Job mehr bekommen werden. Da stellt man lieber jemanden junges ein.

Was kann nun aber die Schlußfolgerung aus einer niedrigen Rente sein? Eine Aufstockung bringt hier wenig, sie wäre unproportional zum Gehalt und letztendlich auch nichts anderes als Sozialhilfe. Die Lösung kann also nur darin bestehen, Frauen mehr in den Beruf zu bringen. Dabei aber sollte man bedenken, dass Frauen deswegen aussetzen, weil sie die Kinder betreuen. Und Arbeitgeber zurückhaltender sind, weil Frauen eher wegen der Kinderbetreuung aussetzen. Es wird damit kein Weg darum herumführen, die Kinderbetreuung durch die Mutter einzuschränken und die Drittbetreuung auszubauen.

Maßnahmen gegen Mütter wären damit Maßnahmen für eine höhere Rente für Frauen. Da allerdings wird der Feminismus ein vermittlungsproblem haben. Denn die meisten Frauen, deren Ehemann Vollversorger ist, während sie die Kinder betreuen und in einem Minijob arbeiten, werden gegen dieses Modell wenig haben und sich auch dort entsprechend abgesichert fühlen

57 Gedanken zu “Frauen in Minijobs und die Rente

  1. moin christian

    „…Es wird damit kein Weg darum herumführen, die Kinderbetreuung durch die Mutter einzuschränken und die Drittbetreuung auszubauen….“

    dir ist aber schon klar das das unlogisch ist oder weil es mehr kostet als den eltern die erziehungsarbeit ‚direkt‘ zu bezahlen.
    ein betreuungsplatz für kinder unter 3 jahren kostet monatlich ca 1100€ wenn frau 2 kinder hätte könnte mit einem bruchteil der 2200€, in die renten kasse einbezahlt oder noch besser privat vorgesorgt mehr erreicht werden.

    ansonsten halte ich mittlerweile den gedanken kinder von ihren eltern zu trennen für unverantwortlich, wenn es kinder gibt die in dem alter eine trennung von der mutter schlicht nicht ertragen und panik bekommen (ich erlebe derzeit im bekannten kreis so etwas) sobald mutter nicht in sichtweite ist.
    der begriff herdprämie in diesem zusammenhang zeigt einmal mehr das das wohl des kindes sekundär ist und hinter feministischen ideen zurückzustehen hat.

    die schlussfolgerrung kann nur sein das kindererziehung sich in der rente wiederspiegelt. gibt da ja auch urteile von karlsruhe zu die noch umgesetzt werden müssen.

    p.s.
    hier ein link zu einem video.

    ca ab 4min
    http://vladtepesblog.com/?p=46247

    michael coren spricht da über ein buch. da gibt es ein thema ‚how to beat your wife‘
    das buch wird gerne bei der hochzeiten geschenkt.
    könnten mir die mitlesende frauen fraktion erklären warum sie soetwas kommentarlos hinnehmen? ich meine frauen zu schlagen weil sie dem man ungehorsam sind wäre doch ein idealer grund für den feminismus die stimme zu erheben aber ich höre nix…. mal wieder.

    • @Holger

      Ich glaube langfristig kostet es weniger. Zumindest als eine Frau, die durchgängig in einem 400 € Job arbeitet. Es muss ja noch nicht einmal gleich von Anfang an sein, aber zumindest wenn die Kinder 3 Jahre alt sind kann man da sicher schon mehr arbeiten als 400 €, wenn man denn einen Job findet, was vielleicht eines der Probleme ist.

      Vielleicht sollten wir auch auf Ganztagsschulen umstellen. Ich könnte mir vorstellen, dass das schon einen gewaltigen Unterschied machen würde.

      Ein allgemeines Anrechnen der Kindererziehung in der Rente erfolgt ja schon innerhalb der ersten Jahre. Man bekommt jeweils ein volles Rentendurchschnittsjahr (also einen Rentenpunkt) für die ersten 3 Jahre angerechnet, wenn ich mich nicht täusche, was gar nicht so wenig ist.

      Weiter ausweiten würde ich das aber nicht.

      • „Ein allgemeines Anrechnen der Kindererziehung in der Rente erfolgt ja schon innerhalb der ersten Jahre. Man bekommt jeweils ein volles Rentendurchschnittsjahr (also einen Rentenpunkt) für die ersten 3 Jahre angerechnet, wenn ich mich nicht täusche, was gar nicht so wenig ist.

        Weiter ausweiten würde ich das aber nicht.“

        Nunja, das gilt allerdings nur für alle nach 1992 geborenen Kinder.

        Unser aller Mütter bekommen demzufolge exakt GAR NICHTS für die Kinderbetreuung auf ihre Rente angerechnet.

        Fair kann man das nicht gerade nennen…

        • @muttersheera

          Das ist so nicht richtig:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Kindererziehungszeit

          Nach der gesetzlichen Definition in § 56 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) sind Kindererziehungszeiten Zeiten der Erziehung eines Kindes in dessen ersten drei Lebensjahren. Für Kinder, die vor dem 1. Januar 1992 geboren sind, beträgt die Kindererziehungszeit nur ein Jahr (§ 249 SGB VI). Mütter der Geburtsjahrgänge bis 1920 (Beitrittsgebiet: bis 1927) erhalten keine Kindererziehungszeiten. Für sie kommen stattdessen Kindererziehungsleistungen gemäß §§ 294 – 299 SGB VI in Betracht.

          Und die Verheirateten (was früher wesentlich häufiger der Fall gewesen sein dürfte bei Kindern) bekommen natürlich die Rentenanwartschaften des anderen Elternteils.
          Der bekommt im Gegenzug übrigens auch nichts, schließlich werden die Rentenpunkte aus den Erziehungszeiten auch im Versorgungsausgleich berücksichtigt. Sie bekommt also mehr von seiner Rente ab und er hat weniger. Wenn beide verheiratet bleiben macht es sich dann eben bei der Rentenhöhe bemerkbar.

      • Oh gut, dann korrigiere ich:

        unser aller Mütter bekommen im Vergleich zu heutigen Müttern bloß 1/3 ihrer Erziehungsleistung auf ihre Rentenansprüche anerkannt. Obwohl es damals noch überhaupt keine Betreuungsplätze für U3-jährige gab.

        Fair kann man das nicht gerade nennen…

        • @Muttersheera

          Betrifft allerdings, wie bereits gesagt, nur die unverheiraten Mütter alleine. Ansonsten muss man sagen, dass die Mütter und Väter nur 1/3 der Erziehungsleistung bekommen, weil es quasi in einen Topf geht. (und es betrifft natürlich auch die Väter, die Kinder betreut haben).

          Du meinst also man sollte es rückwirkend auf 3 Jahre erhöhen?

      • muttersheera: „Fair kann man das nicht gerade nennen…“
        Ist doch egal, wie die Regelungen sind, deine Bewertung dieser steht von vornherein fest.

      • Ja, denn ich denke nicht, dass dieser Unterschied irgendwie gerechtfertigt ist.
        Oder – falls Du das anders siehst – wie würdest Du das denn begründen?

        Was die Ansprüche Verheirateter angeht: da das nichts mit Kindern zu tun hat sondern grundsätzlich gilt, halte ich das für nicht relevant. Außerdem wurde auch Anfang der 90er Jahre nicht jedes Kind ehelich geboren, und die Zeit, da wir (Mütter) uneheliche(r) Kinder offen diskriminiert haben, sollte eigentlich vorrüber sein… dachte/hoffe ich mal.

    • @holger

      der begriff herdprämie in diesem zusammenhang zeigt einmal mehr das das wohl des kindes sekundär ist und hinter feministischen ideen zurückzustehen hat.

      Besonders absurd finde ich, daß z.B. Cem Özdemir in „Hart aber Fair“ penetrant behauptet hat, das Betreuungsgeld sei eine ideologisch motivierte Einschränkung der Wahlfreiheit junger Eltern. Wenn man nicht seiner Ideologie anhängt, macht dieser Satz überhaupt keinen Sinn.
      Wobei er bei der geplanten Höhe nicht mal ganz Unrecht hat: Wahlfreiheit hätten wir, wenn wie Du schreibst U3-Plätze überhaupt nicht mehr subventioniert würden und das Geld stattdessen an die Eltern ginge. Die könnten dann frei wählen, ob von den 1100 Euro ein Elternteil im Beruf aussetzt (falls er vorher überhaupt berufstätig war) oder ein Krippenplatz bezahlt wird.
      Würde dem Staat eventuell sogar Geld sparen, wenn weniger in den Ausbau der entsprechenden Einrichtungen investiert werden müßte. (Was dank Krippenplatzgarantie ab 2013 zur Zeit absurde Formen annimmt: In einer hessischen Stadt muß bald der Kinderhort geschlossen werden, weil die Mittel für die verpflichtend bereitzustellende U3-Betreuung benötigt werden.)

      Aber vermutlich geht es Feministinnen da auch überhaupt nicht um Wahlfreiheit. Denn wie sagte die große Vordenkerin Simone de Beauvoir doch? Nun, bekanntes Zitat.
      Wobei bemerkenswert ist: Wenn ich sie richtig verstehe, favorisiert Betty Friedan das Modell, das ich oben beschrieben habe.

      michael coren spricht da über ein buch. da gibt es ein thema ‘how to beat your wife’

      Ich habe mich gefragt, warum Du das hier jetzt thematisierst, aber dann habe ich mir die verlinkte Webseite angesehen. Manchmal bin ich ja sooo müde…

      Sagt Dir LDD was, „Loving Domestic Discipline“? Die Bewegung kommt vor allem aus der traditionell christlichen Ecke.
      Im BSDM würde man sowas eine 24/7-Beziehung nennen, aber diese Leute meinen das ja nicht als Spiel. Im Prinzip ist es mir egal, was erwachsene Menschen in gegenseitigem Einverständnis tun, aber AFAIK gibt es dabei kein Safeword und ob diese Leute mit Abstürzen umzugehen wissen, bezweifle ich auch.

      Deiner Meinung nach auch ein dringendes Thema für Feministinnen?

      Bombe 20

  2. Also für Österreich habe ich mir die Daten vor einiger Zeit mithilfe der Statistik Austria angesehen.
    Für Österreich ist Fakt, dass ca. die Hälfte aller Haushalte, in denen die Frau Teilzeit arbeitet keine Kinder im Haus hat (also entweder nie hatte, noch keine hat, oder die Kinder schon draußen sind).

    Es ist also ein Märchen, dass einzig und allein die pöhse, pöhse Kinderbetreuung Frauen vom Vollzeiterwerb abhält.
    Vielleicht sollte man daher zusätzlich zum Programm „Ausbau der Kinderbetreuung“ für das Schließen der Pensionslücke ein „Frauenarschtrittprogramm“ andenken.

    • Genau so ist es. Ähnlich verhält es sich mit der Argumentation, dass Frauen zu Hause mehr leisten würden, die Kinder versorgen und dazu noch meist die Eltern oder Schwiegereltern um Quoten für Top-Jobs zu generieren. Welche Politikerin pflegt zu Hause ihre Eltern?

    • Clochard: „Es ist also ein Märchen, dass einzig und allein die pöhse, pöhse Kinderbetreuung Frauen vom Vollzeiterwerb abhält.

      Vielleicht sollte man daher zusätzlich zum Programm “Ausbau der Kinderbetreuung” für das Schließen der Pensionslücke ein “Frauenarschtrittprogramm” andenken.“
      Ehm, hätte ich eine Wahl, würde ich ebenfalls lieber Teilzeit arbeiten. Ich könnte mich ganz meinen Interessen widmen, eine Sprache lernen. Dabei macht mir meine Arbeit Spaß. Sie bedient aber nur einen Ausschnitt meiner Interessen.

      • 1) Und warum hast du keine Wahl ?

        2) Und wenn du Teilzeit arbeiten würdest, würdest du dann auch herumjammern, warum deine Rente kleiner ist als die von jemandem, der sein Leben lang Vollzeit geackert hat ?

      • @ Terminatus :
        Ach du meinst seine x-fach Belastung müsste dann natürlich auch vom Staat abgegolten werden.
        Erwerbsarbeit, Haushalt und zusätzlich noch jahrzehntelang sich selbst anziehen, duschen und selbst essen ?

      • „1) Und warum hast du keine Wahl ?

        2) Und wenn du Teilzeit arbeiten würdest, würdest du dann auch herumjammern, warum deine Rente kleiner ist als die von jemandem, der sein Leben lang Vollzeit geackert hat ?“
        1) Rollenerwartungen
        2) Nein.

      • @ Clochard
        Ja natürlich, anders ist es für die Mehrheit der „Hausfrauen“ auch nicht. 50% keine Kinder, einen 2-Personen-Haushalt schmeißen ist bei Gott kein Fulltimejob. Nachmittags-Talkshows scheinen dies ja zu bestätigen.

        Ich zitiere unsere Fems:
        „Unbezahlte Hausarbeit, die vor allem beim Vorhandensein von Kindern einen beträchtlichen Teil der täglichen bzw. wöchentlichen Arbeitszeit in Anspruch nimmt und somit die Verfügbarkeit für den Erwerbsarbeitsmarkt einschränkt, wird nach wie vor mehrheitlich von Frauen erledigt. Laut der aktuellen Zeitverwendungsstudie 2008/09 werden in Österreich noch immer zwei Drittel der unbezahlten Arbeiten von Frauen geleistet, wobei die meiste Zeit auf Hausarbeit (Frauen 81%, Männer 78%), ein weit geringerer Teil auf Kinderbetreuung (Frauen 14%, Männer: 12%) und formelle oder informelle Hilfe (Frauen 5%, Männer 10%) entfällt (Statistik Austria 2009b:34).“

        http://zummannseingeboren.wordpress.com/2011/11/16/mannerkarenz-nein-danke/

        3% Unterschied, wobei der durchschnittliche Ehemann oder Partner 4 bzw. 8 Stunden mehr extern arbeitet als die Frau.

        Wen wollen die eigentlich verarschen?

      • @ Haselnuss
        ad 1) Fuck the rollenerwartungen. Welche Nachteile drohen dir denn konkret, wenn du dein Vorhaben umsetzt ?
        ad 2) von dieser Einstellung sollten sich Feministen eine grosse Scheibe abschneiden.

      • @ Clochard
        Wie die kleinen Kinder. „Rollenerwartungen“, wo man in der Stadt nicht einmal seinen Nachbarn kennt, Leichen wochenlang in ihren Wohnungen unbemerkt dahin verwesen. Soll ich jetzt lachen?

        Nichts hindert daran halbtags zu arbeiten, aber auch gar nichts.

  3. Man muss die Dinge auch mal zu Ende denken. Aus der biologischen Vaterschaft lassen sich kaum mehr Rechte ableiten, wenn man mal vom Recht auf minimalen Umgang absieht. Da der soziale Vater („der Lebensabschnittspartner der Mutter“) an die Stelle des biologischen Vaters und die „Patchworkfamilie“ an die Stelle der Ehe getreten ist, obliegen ihm, dem sozialen Vater die allfälligen Versorgungspflichten und dies auch nur solange, wie er tatsächlich der soziale Vater ist. Ist keiner da, der für Muddis Selbstverwirklichungstrip zahlen will, muss eben der Staat blechen. So einfach ist das.

  4. Die Lösung kann also nur darin bestehen, Frauen mehr in den Beruf zu bringen.

    Falsch. Die Lösung kann nur sein, den Kapitalismus abzuschaffen. Du gehst hier stillschweigend von unhaltbaren Prämissen aus, z.B. dass der Kapitalismus in der Lage sei, alle Menschen hinreichend (was immer „hinreichend“ sei) zu versorgen, und dass Arbeit und Einkommen immer einhergehen. Dabei musst du doch nur auf dich schauen. Du versorgst dich nicht selbst und du arbeitest nicht. Trotzdem hast du ein üppiges Einkommen. Ist das Zauberei oder ist das Ausbeutung?

    Du scheinst doch sonst nicht unintelligent zu sein. Aber wenn es um die Verteidigung des Systems geht, dem du dein arbeitsloses Dasein als kapitalistischer Schmarotzer verdankst, kriegst du keinen logischen Gedanken mehr hin. (Die Standpunkttheorie lässt grüßen.)

    Wie soll ein System, das sich schon ca. 7 Mio. Ausgestoßene in der Reservearmee hält, auch noch Hausfrauen aufnehmen? Angenommen, es gelänge gegen alle kapitalistischen Rentabilitätsüberlegungen die Arbeit so umzuverteilen, dass diese Frauen Lohnarbeiterinnen sind, wer wird dann an ihrer Stelle arbeitslos? Was wäre der Nutzen, wenn Leute ihre Arbeitslosigkeit untereinander umverteilen? Wieso ist es in einer reichen Gesellschaft überhaupt erstrebenswert, dass Menschen arbeiten anstatt den Wohlstand zu genießen? Da Arbeit Mühe ist und die Freizeit mindert, wäre es vernünftig, sie auf ein notwendiges Minimalmaß zu reduzieren und jeden Menschen am Reichtum teilhaben zu lassen. Wieso sollen Leute eine Rente bekommen, also einen Tauschwert in Gestalt von Geld? Das ist doch unsinnig, weil man Tauschwerte nicht essen kann. Warum bekommt nicht jeder an Gebrauchswerten (Wohnung, Nahrung, Kultur, …) so viel, dass er seine Bedürfnisse befriedigen kann?

    Manchmal glaube ich, die fanatischen Apologeten dieses Systems (also die Kapitalisten und die allermeisten Arbeiter) begehen denselben Denkfehler wie Glücksspieler. Sie glauben, jeder habe Chancen und könne gewinnen. In gewisser Weise stimmt es: Jeder hat Chancen, aber sie sind nicht unabhängig von den Chancen der anderen. Ein Casinobesucher kann nur so viel gewinnen wie die Bank, die mit besseren Chancen ausgestattet ist, oder die anderen Besucher verlieren. Glücksspiel ist ein Nullsummenspiel mit Dummensteuer für die Bank. Noch schlimmer verhält es sich mit der Lohnarbeit. Sie ist ein garantierter Verlust für alle Arbeiter und ein garantierter Gewinn fürs Kapital. Manchmal tauschen einige Akteure ihre Positionen. Implizit akzeptiert das Christian auch. Würde er nicht davon ausgehen, dass die Masse der Verlierer für die Elite der schmarotzenden Gewinner notwendig ist, würde er den Vorschlag machen, dass wir alle Kapitalisten werden. Ja, Christian, erklär doch mal, warum sollen nicht alle Menschen Kapitalisten werden und in Saus und Braus leben wie du? Wäre das nicht die Lösung aller Armutsprobleme? Ach nein, geht nicht, es braucht ja genug Dumme, die für einen schuften. Ich hoffe, du erkennst irgendwann, dass deine Klasse die Armut der anderen braucht, um selbst reich zu sein. Es darf gar nicht „zu viel“ allgemeinen Wohlstand geben. Menschen müssen im Elend und in Unterdrückung gehalten werden, damit das System für einige Wenige funktioniert.

    • Genialer Vortrag zu Reichtum und Armut im Kapitalismus:

      Warum kann die Politik die Misere der Wirtschaft nicht stoppen?
      Obwohl wir mit so wenig Arbeit wie noch nie soviel Reichtum wie noch nie produzieren können, sollen wir immer länger arbeiten. Der alte Menschheitstraum vom guten Leben für alle ohne Mühe und Plackerei könnte in Zeiten der Mikroelektronik Wirklichkeit sein. Doch die einen sollen arbeiten bis zum Umfallen, die anderen werden für überflüssig erklärt, sprich arbeitslos.
      Was ist es, das da so grundsätzlich schiefläuft?
      Die aktuelle Krise gibt es nicht, weil sich irgendjemand falsch verhalten hätte, sondern weil sich alle „richtig“ verhalten und das tun, was die Marktwirtschaft von ihnen verlangt. Gedanken über die Verwechslung von stofflicher und abstrakter Reichtumsproduktion und deren fatale Folgen.

      • @ Zhen

        *aus Vortrag: Der alte Menschheitstraum vom guten Leben für alle ohne Mühe und Plackerei könnte in Zeiten der Mikroelektronik Wirklichkeit sein.*

        Könnte er.

        Wenn der Mensch anders wäre als er ist.

        Da der Mensch jedoch gierig ist, wird immer relative Knappheit herrschen.

        Auch im Überfluss.

        Selbstbescheidung gelingt in der Regel nur denen gut, die es müssen.

        Die es nicht müssen, tun’s auch nicht.

        Das sorgt für Knappheit bei jenen, die zwar wollen, aber nicht können.

        Unausweichlich.

        Denn der Mensch ist nicht von Natur aus gut.

        Auch und gerade nicht im Sozialismus.

        Aber das hatten wir ja schon.

      • Natürlich ist der Mensch von Natur aus auch gut – aber er sieht es halt nicht in jedem Fall ein, mit Zhen im Kollektiv zu arbeiten oder ihn an den Früchten der eigenen Arbeit zu beteiligen.

        Daran ist nichts böses.

      • @Roslin
        Hast du den Vortrag gehört? Verstanden hast du ihn anscheinend nicht. Er schlägt eine konkrete Lösung vor, nämlich die Beseitigung des abstrakten Reichtums, der zurzeit noch die Produktivkräfte der Gesellschaft beschränkt.

      • @Christian
        Deinem religiösen Wahn scheinst du total verfallen zu sein. Das ist verständlich, dass du dich lieber als Fortschrittsbringer als als Menschenschinder siehst. So rechtfertigst du nur deine Gewalt vor deinem Gewissen und lullst deine Opfer in einen Glauben an eine rosige Zukunft, die sie nie erleben werden, ein. Du hingegen lebst jetzt schon im Wohlstand. Mit dieser Haltung unterscheidest du dich von keinem Sklavenhalter und keinem Feudalherren der Vergangenheit. Reichtum für die wenigen Ausbeuter, Religion für die unterjochten Massen. Du bist, wie alle Schmarotzer deiner Klasse, gemeingefährlich und musst gestoppt werden. Ein Marxist sagte mal: „Kapitalisten erschießen hilft nichts, die wachsen immer nach.“ Ich füge hinzu, noch nichts. Du provozierst die Gewalt gegen dich und lässt deinen Opfern gar keine andere Wahl. Menschlicher Abschaum wie du produziert letztlich auch seine eigenen Totengräber. Nur weiter so! Wir Proletarier sind in der Überzahl und haben die Mittel, euch zu stürzen. Alle Ausbeuter einer alten Gesellschaft wurden von der jeweils neuen Gesellschaft gestürzt. Dasselbe wird mit dir geschehen, wenn du nicht freiwillig abtrittst.

        Um die Frage, wie materieller – nicht abstrakter – Reichtum jetzt in der Gegenwart für alle zu schaffen sei, hast du dich wieder gedrückt, weil die Antwort für dein dekadentes Parasitendasein fatal wäre.

        • @Zhen

          „Kapitalisten erschießen hilft nichts, die wachsen immer nach“

          Und weißt du warum?
          Weil Kapitalismus ein besseres Leben gibt, Fortschritt begünstigt und Wohlstand erzeugt.

          Kommunismus hingegen scheitert in der Praxis daran, dass die Leute lieber frei und kapitalistisch sein wollen.

          Wie heißt es so schön:
          Kommunismus – eine gute Idee, aber die falsche Spezies.

          Bei Ameisen mag es funktionieren. Wir sind nicht hinreichend verwandt dafür.

      • Weil Kapitalismus ein besseres Leben gibt, Fortschritt begünstigt und Wohlstand erzeugt.

        Was für ein Unsinn! Du verschweigst, dass er für 99% der Menschen ein schlechteres Leben bedeutet. Ja, Fortschritt bringt er mit sich, Fortschritt im Vernutzen und Töten von Menschenmaterial.
        Die ganze Pathologie des System wird am deutlichsten in seinem mittlerweile permanenten Krisenmodus. Ich empfehle dazu „Marx’s Theory of Crisis“ von Simon Clarke.

        Kommunismus hingegen scheitert in der Praxis daran, dass die Leute lieber frei und kapitalistisch sein wollen.

        Quatsch, du widerlegst das selbst. Wenn die unterdrückten Massen mit ihrer Lage so zufrieden sind, warum lässt du dich dann nicht selbst unterdrücken? Du verwechselst deine privilegierte Lage mit der Situation der unterdrückten Massen.
        Die nichtrevolutionären Proletarier sitzen demselben Irrtum auf wie die Glücksspieler. Sie versprechen sich vom Kapitalismus etwas, was der für sie nie leisten kann.

        • @zhen

          Wann ging es denn Menschen tatsächlich schlechter? So wie ich es sehe ist der Lebensstandard kontinuierlich gestiegen, über alle Schichten, gerade auch für Arbeiter und gerade auch in kapitalistischen Ländern. Gesunken mag er in Nordkorea etc sein.

          Wer heute Unterschicht in Deutschland ist lebt in einem komfortablen Haus, hat freie medizinische Versorgung, hat genug zu essen und Sachen zum anziehen. Wann genau war das zuvor in der Geschichte der Fall?

          „Wenn die unterdrückten Massen mit ihrer Lage so zufrieden sind, warum lässt du dich dann nicht selbst unterdrücken?“

          Mach ich ja, ich beziehe Lohn. Du siehst also: Du bist ein Arbeiterfeind.

      • „Wie heißt es so schön:
        Kommunismus – eine gute Idee, aber die falsche Spezies.“

        Da möchte ich widersprechen. Der Kommunismus ist keine gute Idee. Er ist eine schlechte Idee, schon in der Theorie.
        Ich habe auch nie verstanden, wie man ihn gut finden kann.

      • @ Adrian

        „Er ist eine schlechte Idee, schon in der Theorie.“

        Um das zu beurteilen, müsstest du dich mit der Theorie erstmal beschäftigt haben („Das Kapital“).

      • „Das Kapital“ hat mit der Theorie des Kommunismus allerdings nichts zu tun. Es ist eine marxistische Analyse des Kapitalismus.

        Im Übrigen habe ich mich mit der Theorie des Kommunismus beschäftigt: kein Privateigentum an Produktionsmitteln, Kollektiv, Basisdemokratie. Fazit: Schlechte Idee.

      • „“Das Kapital” hat mit der Theorie des Kommunismus allerdings nichts zu tun. Es ist eine marxistische Analyse des Kapitalismus.“

        Na, kann man so sehen.

      • Im Übrigen habe auch ich mich mit der Theorie des Kommunismus beschäftigt: kein Privateigentum an Produktionsmitteln, Kollektiv, Basisdemokratie. Fazit: Großartige Idee. 🙂

        Deinen Blog lese ich trotzdem gerne, Adrian.

  5. Was kann nun aber die Schlußfolgerung aus einer niedrigen Rente sein? Eine Aufstockung bringt hier wenig, sie wäre unproportional zum Gehalt und letztendlich auch nichts anderes als Sozialhilfe. Die Lösung kann also nur darin bestehen, Frauen mehr in den Beruf zu bringen.

    Jawoll, alles ab in den kapitalistischen Produktionsprozess. Mobilisiert die Massen, ab an die Arbeitsfront! Bleiben noch die Kinder. Die sind ja sowas von unrentabel! Die müssen auch irgend wann mal ran, so wie das in der wirklich freien Marktwirtschaft, Manchesterkapitalismus genannt, einmal der Fall war. Wenn die blöde Linke nicht gewesen wäre, dann würden die lieben Kleinen noch heute profitabel schuften bis zum Umfallen! Marktgerecht, versteht sich. Immer diese Linken und ihr blödes Eingreifen in die wunderbaren Kräfte des Marktes, die unsichtbare Hand behindernd, die doch alles zum Besten regelt!

    Die Sache hat aber einen kleinen Haken: Der Arbeitsmarkt benötigt gar nicht all die Menschen, die da ins Hamsterrad drängen. Es hat schlicht zu viele potentielle Arbeitnehmer und zu wenig Stellen. Das ist aber für das Plutokratengesocks gar nicht weiter schlimm, im Gegenteil: Ein Überangebot drückt die Preise, wie wir alle wissen.

    Und die Deutschen? Schuften wie die Weltmeister und subventionieren ihre eigenen Absatzmärkte bis zum Gehtnichtmehr. Darum ist Griechenland jetzt bankrott und der Deutsche, ganz gemäss der exportorientierten Niedriglohnpolitik, arbeitet zu Niedriglöhnen. Einfach genial. Und wenn jetzt all die Frauen auch noch in den Arbeitsmarkt drängen, dann wirds noch genialer, nämlich geschlechterdemokratisch geschlechtergerecht mit noch niedrigeren Löhnen.

    • @Peter

      Ich halte eine Hausfrauenehe für problematisch, was Geschlechtergerechtigkeit angeht. Eine Berufstätigkeit muss ja nicht immer gleich „totschuften“ sein.
      Letztendlich bleibt eben Arbeitsteilung mit Ausgleichsmodell (dann haben wir die niedrigen Grundrenten des Betreuenden) oder beide Arbeiten nach Möglichkeit Vollzeit (dann haben wir geringere Kinderbetreuung durch ie eltern) wleche lösung siehst du?

    • Ach, ihr Linken seid so klug. Erlöst uns doch endlich von der Arbeit und sorgt dafür, dass wir alle reich sind ohne zu arbeiten. Aber bitte mit konkreten Ansätzen und einem konkreten Plan, wie das aussieht, so dass man sich darunter etwas vorstellen kann.

      • Ach, ihr Linken seid so klug.

        Danke, Adrian. Gut, dass Du das endlich einsiehst! 😉

        Erlöst uns doch endlich von der Arbeit und sorgt dafür, dass wir alle reich sind ohne zu arbeiten.

        Reich nicht, aber bedingungsloses Grundeinkommen, was übrigens vom Kommunisten Hayek so auch vertreten wird. Nicht dass er sein soziales Gewissen entdeckt hätte, sondern im Wissen, dass ein rein marktwirtschaftliches System wegen seiner Unfähigkeit, allen ein Einkommen zu sichern, zwangsläufig zusammen brechen würde.

        Das ganze hochkomplizierte Steuersystem könnte mit der Einführung des Modells „Negative Einkommenssteuer“ wesentlich vereinfacht werden (ich hätte da allerdings einige Modifikationen vorzuschlagen). Die Idee geht meines Wissens auf Milton Friedmann zurück, auch so ein Bolschewist.
        Damit entfiele auch die Notwendigkeit, einen gewaltigen Administrationsapparat aufrecht zu erhalten, um Arbeitslose auf einen Arbeitsmarkt zu hetzen, der (für sie) nicht besteht.

        Weniger gefallen dürften den Genannten meine Vorschläge zur Einführung einer deftigen Finanztransaktionssteuer, was kurzfristige Spekulationen unrentabel machen würde, langfristig strategische Kapitalanlagen (Investition versus Spekulation) aber nahezu unbeschadet liesse.

        Ausbezahlte Löhne des Unternehmens an die Arbeitnehmer werden steuermindernd berücksichtigt, (das müsste noch präzisiert werden, eine Obergrenze müsste da festgelegt werden)

        Die FDP wird abgeschafft. Ah nee, hat sich erledigt.

        Es gäbe da noch eine Menge an Vorschlägen. Wollte nur darstellen, dass da durchaus konkrete Massnahmen möglich sind.

      • Ach, ihr Linken seid so klug.

        Dein erster wahrer Satz seit Langem.

        Erlöst uns doch endlich von der Arbeit und sorgt dafür, dass wir alle reich sind ohne zu arbeiten.

        Man merkt, dass du die Internationale nicht kennst. Die 2. Strophe geht so:

        Es rettet uns kein höh’res Wesen,
        kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
        Uns aus dem Elend zu erlösen
        können wir nur selber tun!
        Leeres Wort: des Armen Rechte,
        Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
        Unmündig nennt man uns und Knechte,
        duldet die Schmach nun länger nicht!

        Aber bitte mit konkreten Ansätzen und einem konkreten Plan, wie das aussieht, so dass man sich darunter etwas vorstellen kann.

        Steht alles schon bei Marx. Du musst es nur lesen. Einen konkreten Plan gibt es garantiert nicht, weil Marxisten keine dogmatische Herrscherelite stellen wollen. Das Volk muss sich schon selbst erlösen, selbst demokratisch entscheiden, was es will. Zu seinem Glück werden wir Marxisten niemanden zwingen. Wer das kapitalistische Elend liebt, kann es haben. Wer den Kommunismus will, soll sich uns anschließen. So einfach ist das.

      • @ Peter
        Das sind Deine Ideen? Was ist daran links? Das ist höchstens linksliberal. Mit allem kann ich leben, außer mit der Finanztransaktionssteuer.

        Mein Vorschlag wäre noch einfacher. FlatTax auf Einkommen von höchstens 25 Prozent. Damit kann der Staat die wirkich Bedürftigen finanzieren, von mir aus auch ein Grundeinkommen. Für alles andere ist er eh überflüssig.

  6. „Steht alles schon bei Marx. Du musst es nur lesen.“

    Das Problem ist halt, dass sich Marx niemals darum gekümmert hat, wie seine Ideen in die Praxis umgesetzt werden können, wodurch sich Lenin, Mao, Pol Pot usw. zurecht auf ihn berufen konnten. Sabei wusste man schon zu seinen lebzeiten, wie problematisch der ganze Ansatz ist.

    Leszek Kolakowski schreibt in seiner Geschichte des Marxismus z.B.:

    „Bakunin nahm ein Problem in Angriff, das Marx nicht erwogen hatte und das alles andere als ein imaginäres war: Auf welche Weise hat man sich eine zentralisierte Wirtschaftsmacht ohne politischen Zwang vorzustellen? Und wenn die Zukunftsgesellschaft die Scheidung in Regierte und Regierende aufrecht erhalten sollte, wie kann dann die Entstehung eines neuen Privilegiensystem verhindert werden, sofern bekannt ist, daß das Machtprivileg eine natürliche Tendenz zur Selbstverewigung aufweist? Diese Fragen sollten sich von nun an häufig in den Kritiken wiederholen, die Anarchisten und Syndikalisten gegen den Marxismus richteten. Daß Marx sich den Sozialismus nicht als eine despotische Herrschaft vorgestellt hat, in der der politische Apparat seine Privilegien auf der Grundlage des Monopols an der Verwaltung der Produktionsmittel sichern würde, scheint mehr als evident. Und doch stellte Bakunin ihm zu diesem Problem Fragen, die Marx nicht beantwortete. Man kann sagen, daß Bakunin der erste gewesen ist, der den Leninismus gewissermaßen aus dem Marxismus deduziert hat, womit er einen außergewöhnlichen Scharfsinn bewies.“

    Ich denke auch dass sich der Marxismus nur in der Form irgendeines Leninismus in die Tat umsetzen lässt, und deshalb lehne ich ihn ab, obwohl ich politisch auch links stehe.

    Aber es gab ja auch immer schon nichtmarxistische Traditionen der Linken, die leider heute fasst vergessen sind.

  7. Pingback: Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht | Alles Evolution

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