Das Patriarchat als die Wurzel der weiblichen Unterdrückung

In dem Artikel „Radical Feminism = / = The Highlander“ geht es darum, auf was sich der radikale Feminismus konzentrieren sollte. In diesem Zusammenhang geht es auch um das Patriarchat:

And as radical feminists, we should also understand that patriarchy is the root of female oppression — and patriarchy isn’t just men and the way men are taught to/permitted to behave, it is also the entangled web of male-created systems. Everything around us is a male-created system. Legislation (the laws we have, the ways they are enforced, and why), education (the things we learn, the way we learn, who is given the opportunity to learn, and why), finances (who makes and spends money, how and why they make and spend money), everything that makes up life as we know it — all are male-created, male-centric, systems. They aren’t just influenced by patriarchy — they are patriarchy.

Life without patriarchy would not just mean “women getting better educations and better jobs, therefore making more money.” Life without patriarchy would likely revolve around a completely different form of exchange, and therefore we would have no money. “Education” and “jobs” would mean completely different things, to which point that we would not recognize them from here. The ways we define “success” and “quality of life” would change drastically. The ways we eat and the things we eat, the ways we live and the places we live, the things we prioritize above other things, the ways we decide to spend our time and our lives and our energies, the ways we look at and think about other human beings (especially other women) — all of these things would change without patriarchy.

Kurzum: Das Patriarchat ist schlecht. Ist es erst beseitigt bricht hingegen das Paradies an. Es ist schade, dass man so im abstrakten bleibt. Im Prinzip wird die Leistungsgesellschaft schlicht als patriarchalisch angesehen und damit als böse. Das sie von vielen Frauen schlicht wegen des damit verbundenen Fortschritts geschätzt wird, geht dabei unter.

Es sind im Endeffekt Sündenbocküberlegungen, bei denen das Patriarchat, eigentlich aber Männer für alles an vermeintlich schlechten herhalten müssen. Insoweit scheint mir der dort vertretene Femininismus eine klassische Oppositionsideologie zu sein: Sie darf nie richtig an die Macht kommen weil sie dann konkret handeln und umsetzen müßte, was dazu führen würde, dass man merken würde, dass die Einrichtung eines Paradieses gar nicht so einfach ist.

Dann aber wird es wohl eher heißen, dass das Patriarchat einfach zu stark ist. Es ist insoweit einfacher Opfer zu sein und gar keinen Handlungsspielraum zu haben. Wer nicht handeln kann, der kann sich einreden, dass wenn er denn Handeln könnte alles besser wäre.

65 Gedanken zu “Das Patriarchat als die Wurzel der weiblichen Unterdrückung

  1. (… und wenn der Messiah wiederkehrt, entsteht der Himmel auf Erden. Die Aussätzigen werden gesund, die Blinden werden sehen.)

    „Leider“ können die Anhänger jener These das nicht beeinflussen, es liegt ausserhalb ihrer Macht. Bis es soweit ist, müssen sie unter der brutalen Welt da draussen leiden. Aber das Leiden vereint. In der Gemeinschaft sind sie stark.

    Und auf wundersame Weise tragen sie eine antidemokratische Struktur, die Selbstdarstellern und Blendern (Hier mal bewusst kein „-innen“) einen hohen Lebensstandard auf Kosten der Gesellschaft bietet.

    Die gemässigten AnhängerInnen finden sich im Mainstream, erregen wenig Anstoss, aber die Radikalen – naja, Realität und Illusion unterscheiden die wohl nicht mehr.

  2. Das ist halt die übliche Utopie: alles wird ganz anders und viel besser sein, aber wie genau weiß man nicht. Und man darf auch nicht konkreter werden, denn dann wird´s kompliziert.

  3. Es stellt sich dann die Frage, warum „das Patriarchat“ wenn es denn so schlecht ist, gleichwohl seit so langer Zeit so erfolgreich ist. Schließlich begünstigt es nach feministischer Logik ja nur einen kleinen Teil der Bevölkerung (da ja angeblich auch Männer von seiner Abschaffung profitieren sollen).

    Weiterhin stellt sich die Frage, warum der Feminismus gleichzeitig das System zerstören und daran teilhaben will (Frauenquote).

    • @ elitemedium

      *Es stellt sich dann die Frage, warum “das Patriarchat” wenn es denn so schlecht ist, gleichwohl seit so langer Zeit so erfolgreich ist. Schließlich begünstigt es nach feministischer Logik ja nur einen kleinen Teil der Bevölkerung (da ja angeblich auch Männer von seiner Abschaffung profitieren sollen).*

      Genauso drängend sollte sich die Frage stellen, warum Matriarchate/matriineare Gesellschaften so erfolglos sind.

      *Weiterhin stellt sich die Frage, warum der Feminismus gleichzeitig das System zerstören und daran teilhaben will (Frauenquote).*

      Weil sie unfähig sind, eine Alternative zu entwerfen?

      Und das auch wissen?

      Weshalb sie es nicht einmal versuchen?

      Weil es bequemer ist, funktionierende, bestehende Systeme für sich auszubeuten als eigene aufzubauen und zum Efolg zu führen?

    • Es stellt sich dann die Frage, warum “das Patriarchat” wenn es denn so schlecht ist, gleichwohl seit so langer Zeit so erfolgreich ist…

      Naheliegend ist doch, dass eine gesellschaftliche Ordnung, die Jahrtausende überdauert und sich somit in dieser Hinsicht als ausserordentlich stabil erwies, sich auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens stützen konnte, dass die geschlechtsspezifischen gesellschaftlichen Aufgaben, die Mann und Frau übernahmen, als natürliche Ordnung verstanden wurde und deshalb weder von den Männern noch von den Frauen hinterfragt wurde.

      Da aber der Begriff „Patriarchat“ so vage ist und so pauschal gebraucht wird, ist auch keine diffenrenzierte Kritik möglich. Im Grunde ist es bloss eine pauschale Anklage der Männer aller Zeiten, aller Kulturen und aller Klassen. Undifferenzierter gehts ja wohl gar nicht.

      Es lässt sich in diesem Fall auch wieder einmal feststellen, dass der vulgärfeministische Geschlechteressentialismus sich nicht von einem vulgär-abwertenden Biologismus unterscheidet (ausser dass der Geschlechteressentailismus in der Theorie zumindest die Umerziehung zum vollwertigen Menschen als Möglichkeit bereithält). Dieser Kokolores begegnet uns dann wieder in den feministischen Forderungen nach „neuen Männlichkeitsentwürfen“, „neuen Männern“ und was sonst noch so an pädagogischen Instruktionen in der feministischen Parallelwelt angedacht wird.

  4. als ich ‚radical feminism‘ gelesen habe ist mir ein artikel eingefallen der link etwas weiter unten.

    kurze zusammenfassung:

    ‚Lebensrechtler mit weißen Holzkreuzen durch die Innenstadt der westfälischen Metropole, um für das Lebensrecht aller Menschen einzutreten und vor allem für schwangere Frauen und Mütter in Not zu beten, damit sie mit Gottes Hilfe ihr ungeborenes Baby lieben lernen und leben lassen.‘

    ich kann die reaktionen auf so ein anliegen nicht nachvollziehen.

    oder:
    ‚Viele der gegröhlten Parolen wie etwa “Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat” oder “Abtreibung ist Frauenrecht” sind seit Jahren stets dieselben. Doch der besonders üble, blasphemische Ruf “Nieder mit Jesus”, den auch viele Frauen unter den Störern mitgeschrien hatten,…‘

    http://charismatismus.wordpress.com/2012/03/10/linksradikale-storungen-beim-1000-kreuze-marsch-in-munster/

  5. „Everything around us is a male-created system.“

    Na ja, ganz Unrecht hat sie da nicht. Nur, wie genau sieht die Alternative aus? Das Paradies auf Erden sollte ja schon mehrfach geschaffen werden. Es entpuppte sich dann aber doch jedes Mal als nicht ganz so paradiesisch. Da leben wir doch in diesem Patriarchat weitaus angenehmer. Das gilt auch für die Damen, die sich so gern darüber beklagen.

  6. Masturbation ist auch Abtreibung. Und die Regelblutung ebenso.

    Naja, das ist jetzt nur Polemik.

    Die erste Frage, die sich stellt und beantwortet werden muss ist: Wann beginnt menschliches Leben? Wer der Auffassung ist, dass der Beginn des menschlichen Lebens die Verschmelzung von der Eizelle mit der Samenzelle ist, der wird Abtreibung als unmoralisch ablehnen.Wer aber den Fötus erst ab einer gewissen Ausdifferenzierung als Menschen sieht, der wird die Abtreibung bis zu einem gewissen Zeitpunkt befürworten.

    Sind diese Lebensrechtler für das ungeborene Leben nicht oft die gleichen, die auch für die Todesstrafe eintreten?

    Das ist auch mein Eindruck, vor allem mit Blick auf die US-amerikanischen Verhältnisse. Und Schwule heilen wollen sie auch. Sie sind also auch um dein Wohl besorgt, Adrian. Du solltest ihnen also mit etwas mehr Empathie begegnen 😉

  7. @ Adrian

    Meiner Meinung nach ist das Christentum nicht wirklich sexfeindlich. Es trägt nur der Eigenschaft des Menschen als soziales Wesen Rechnung. Du wirst doch irgendwo zugeben?, dass durch die hemmungslose Promiskuität beider Geschlechter und dem zügellosen Geschlechtsverkehr, der auf den bloßen Akt reduziert wird und dadurch jedwede Unschuld verliert (Stichwort Nietzsche: Über sich selbst hinaus schaffen ist Unschuld), die Gesellschaft Schaden genommen hat. Auf diese Schäden möchte ich nicht zusprechen kommen. Vieeeeeeel schlimmer am Christentum ist die Tendenz der Selbstunterdrückung und Selbstkastration, die sich in dem Spruch „Wenn jemand dich schlägt halte die andere Wange hin“ zum Ausdruck kommt. So funktioniert das Leben nunmal nicht. Gerade weil das Christentum diese Passivität sakrosankt macht, kann es sich nicht erhalten und durchsetzen. Im ISlam ist das anders. Hier ist alles zu finden. Aus diesem Grund wird die Verwestlichung es schwer haben moslemische Kulturen für sich zu gewinnen (es geschieht natürlich trotzdem). Da herrscht noch Gottesfurcht und kollektiver Druck. Deswegen versuchen sie es in der Türkei auch über die Emanzipation. Man verführt auch dort die Frauen für eigene Zwecke. Und hier kommen wir erneut zum Schluss:

    Eine Moral bloß um ihretwillen zu lehren, ohne Hinsichten oder Rücksichten des Lebenes, ist ein spezifischer Irrtum mit dem man kein Mitleiden haben darf. (FN)

    • „Du wirst doch irgendwo zugeben?, dass durch die hemmungslose Promiskuität beider Geschlechter und dem zügellosen Geschlechtsverkehr, der auf den bloßen Akt reduziert wird und dadurch jedwede Unschuld verliert (Stichwort Nietzsche: Über sich selbst hinaus schaffen ist Unschuld), die Gesellschaft Schaden genommen hat.“

      Nein, denn ich sehe diesen Schaden nicht. Zumal es keine hemmungslose Promiskuität gibt.

  8. Patriarchat bedeutet hier: Männliche Vorherrschaft über die Jahrtausende, die eine männliche Welt geschaffen hat, wo Frauen keine Möglichkeit hatten, diese Welt mitzugestalten, weil sie unterdrückt wurden.

    Gemäss dieser simplen Geschichtsdeutung, die so eben mal ein paar Jahrtausende umfasst, müsste aber auch alles Gute in dieser Welt den Männern zugeschrieben werden, denn Frauen schauten ja nur zu, hatten keinerlei Einfluss, standen bloss am Herd und glotzten blöd.

      • Kannst Du diesen Code “111!1″ für mich decodieren?

        ..ein derart hoher Aufregungspegel, dass die Shift-Taste beim Tippen der eigentlich beabsichtigten Ausrufezeichen nicht mehr kontrolliert betätigt werden kann.

    • Ergänzung: Die Frauen als Gafferinnen der Weltgeschichte.

      „Bitte gehen sie fort, es gibt hier absolut nichts zu sehen, gehen sie nach Hause!“

      Die heilsgeschichtliche Erwartung des Paradieses auf Erden macht klar: Wir reden hier über eine Religion, über religiösen Glauben mit unhinterfragbaren Dogmen, der Beschuldigung der Ketzerei mit Inquisitoren (Torquebrock und Rosenmada), mit Märtyreinnen und heiligen Schriften, virtuellen Scheiterhaufen sowie der Identifizierung und dem Kampf gegen das Böse als die heiliige Mission, die es zu erfüllen gilt (Patriarchat = das Böse).

      Apropos: Wo ist eigentlich das nette Fräulein aus Polen geblieben (wie war doch gleich ihr Name?), das uns hier ab und zu mit ihren Beiträgen aufheiterte?

      Es ist ein Glaube, der so allmählich zur Staatsreligion wird und das Christentum in dieser Funktion ablöst.

    • @ Peter

      *…wo Frauen keine Möglichkeit hatten, diese Welt mitzugestalten, weil sie unterdrückt wurden.*

      Wobei die Frage sich stellt, wie das möglich sein soll, ein Geschlecht, das gleich dem andeen ist, jahrtausendelang weltweit auf allen Kontinenten so zu unterdrücken.

      Das ist das große Minderwertigkeitsgefühl, das feminsitische Frauen umtreibt: diese karge Beteiligung von Frauen an offenbarer Weltgestaltung.
      So karg ist sie nicht: Frauen formen Kinder mehr als Männer – sie sind das „Kunstwerk“ der Frau, aber für die feminisitische Frau kein Grund für Selbstbewußtsein, denn sie erlegbt als eher „männlich“ disponierte Frau Schwangerschaft und Kinderaufzucht weniger als Frreude, eher als ihre „männlich“ gedachte Selbstverwirklichung erschwerende Last.

      Außerdem betreiben Frauen Weltgestaltung über die Motivation/Manipulation von Männern, über erotische Belohnung/Bestrafung männlichen Verhaltens.

      Es gibt ja nur 2 Möglichkeiten, diese karge Beteiligung von Frauen zu erklären.

      Entweder man nimmt an, dass Männer und Frauen eben nicht gleichartig sind, unterschiedliche Begabungsprofile zeigen, unterschiedlich motivierbar sind und so, systematisch, unterschiedliche Entscheidungen treffen, die die Männer im Schnitt eher zur Weltgestaltung motivieren (der ferneren Umwelt) und Frauen eher zur Gestaltung der engeren, näheren, intimeren Umwelt.

      Oder man nimmt an, Männer und Frauen sind gleichartig. Dann ist aber die „Unterdrückung“ der Frau nur erklärbar, wenn ich trotzdem eine Ungleichheit annehme, eine moralische.

      Genau das tut der Feminismus. Er muss annehmen, dass Männer gegenüber Frauen inhärent bösartig sind (ob nun das inhärente Moment in die Männer hineinsozialisiert wird oder angeboren ist oder eine Mischung aus beidem ist zunächst zweitrangig).

      Denn die gleichartige, dem Manne gleichartige Frau kann von diesem nur unterdrückt werden, wenn sie dem Manne in einer Hinsicht überlegen ist: an Selbstlosigkeit und der Mann ihr in einer Hinsicht überlegen ist: an Bosheit/Egoismus.

      Was den Mann befähigt, ihre Gutheit skrupellos auszubeuten.

      Das ist die fundamentale, fundamental misandrische Prämisse aller Feminismen.

      Männerhass ist hier nicht akzidentiell, sondern dieser Ideologie essentiell.

      Sie funktinoniert nicht ohne.

      Frauen sind eigentlich besser als Männer, aber schwächer.

      Männer sind eigentlich böser als Männer, aber leider, leider stärker, brutaler.

      Darum diese ständige Doppelbödigkeit: „Wir Frauen sind furchtbar stark!“- und gieren doch ständig nach EMPAUERUNG.

      „Männer sind eigentlich furchtbar unfähig“ – und müssen doch
      ständig zurückgehalten, kontrolliert, gedeckelt werden.

      FeministInnen als geschlechtersozialistische EtatistInnen machen den Staat zum Instrument der Befreiung der schwachen, weiblichen Gutheit von der starken, männlichen Bosheit.

      Er wird zum starken Verbündeten der gut-schwachen Frau, zum guten „Mann“ an ihrer Seite, der den bös-starken Mann frauendienlich reglementiert und unterdrückt.

      Weshalb Gleichberechtigung nicht Ziel feministischer Politik sein kann.

      Sondern real Frauenprivilegierung.

      Nur offen sagen will man’s nicht.

      Aber es ergibt sich zwingend aus den Prämissen dieser Ideologie, den ausgesprochenen und und den ungenannten, aus ihren Widersprüchen, die nur auflösbar sind, wenn man Männer für inhärent böse, Frauen für inhärent gut hält.

      Daraus erwächst nie und nimmer Gleichberechtigung, sondern konsequent das, was wir realiter erleben: das Streben nach weiblich monopolisierter Definitionsmacht, nach weiblicher Suprematie.

      Weshalb ich die Suche nach einem „guten“ Feminismus für naiv halte.

      Er könnte nur „gut“ sein, also beiden Geschlechtern gerecht werden, wenn er kein Feminismus mehr wäre, aufhörte, Männern prinzipiell inhärente Bösartigkeit gegenüber Frauen zu unterstellen.

      • Korrektur:

        *Männer sind eigentlich böser als Männer, aber leider, leider stärker, brutaler.*

        Sollte heißen:

        „Männer sind eigentlich böser/unfähiger/asozialer als Frauen, aber leider stärker, brutaler.“

  9. Nur kurz angemerkt (habe leider keine Zeit)…

    Eine gängige Definition von Patriarchat beinhaltet sinngemäß:
    Männer verfügen über die Ressourcen, die Frauen benötigen um (sich und) den Nachwuchs durchzubringen.

    Die bei wikipedia aufgeführten Merkmale (Patrilokalität, -linearität, Androzentrismus, männliche Gottesvorstellungen sowie Kontrolle über die Sexualität der Frauen ausüben) sind Anhaltspunkte, im Kern geht es imho aber über den Zugang zu Ressourcen.

    • @ Sheera

      *Eine gängige Definition von Patriarchat beinhaltet sinngemäß:
      Männer verfügen über die Ressourcen, die Frauen benötigen um (sich und) den Nachwuchs durchzubringen.*

      Das heißt, alle Männer verfügen über die Ressourcen und alle Frauen nicht?

      Warum verfügen denn Männer über die Ressourcen und Frauen nicht?

      • @ Sheera

        Noch einige Fragen:

        Frauen bringen den Nachwuchs durch.

        Männer nicht?

        Haben nur Frauen ein Interesse daran, den Nachwuchs durchzubringen?

        Wenn Männer auch ein Interesse daran hätten, den Nachwuchs durchubringen, müssten sie dann nicht auch ein Interesse daran haben, Frauen, die für die Durchbringung des Nachwuchses notwendig sind, die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen?

        Wie vertrüge sich das mit Deiner Definition von „Patriarchat“ als Unterdrückung der Frau durch Ressourcenmonopolisierung?

      • „Das heißt, alle Männer verfügen über die Ressourcen und alle Frauen nicht?“

        Für mein Verständnis reicht es, wenn Männer mehrheitlich die Vermögenderen sind. Ob es tatsächlich immer noch so (extrem) ist, dass Männer 99 %, Frauen und Kindern dagegen bloß 1 % des Weltvermögens beanspruchen, kann ich weder belegen, noch möchte ich es glauben.

        „Warum verfügen denn Männer über die Ressourcen und Frauen nicht?“

        Global wie historisch betrachtet hängt das ursächlich mit diskriminierenden Gesetzen und Traditionen (Mitgift z.B.) zusammen, der Gender-pay-gap wirkt dem auch nicht gerade entgegen.

        „Frauen bringen den Nachwuchs durch.
        Männer nicht?
        Haben nur Frauen ein Interesse daran, den Nachwuchs durchzubringen?“

        Soweit ich weiß, werden Männern und Frauen verschiedene evolutionäre Strategien unterstellt, bei Männern liege der Schwerpunkt auf Quantität, bei Frauen dagegen eindeutig (und notgedrungen) auf Qualität. Außerdem hat sich die sogenannte „Angeber-Hypothese“ als häufig richtig erwiesen, d.h. für Männer hat „Angeberei“ Vorrang vor Wirtschaftlichkeit. Zusammengefasst heißt das: der Zustand und die Bedingungen für Kinder verbessern sich nachweisbar mit/bei steigendem Einkommen der Mütter – und zwar wesentlich deutlicher als bei steigendem Einkommen der Väter.

        „Wenn Männer auch ein Interesse daran hätten, den Nachwuchs durchubringen, müssten sie dann nicht auch ein Interesse daran haben, Frauen, die für die Durchbringung des Nachwuchses notwendig sind, die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen?“

        Ohne direkt-erbrachte Gegenleistung sind sie das eher weniger. Ich glaube, dass an der alten Statistik, nach der Männer regelmäßiger die Leasingrate für ihr Auto begleichen als vollständigen Kindesunterhalt zu zahlen, immernoch was dran ist (und dass Männer keine Schwierigkeiten hätten das „logisch zu begründen“).

        Bis in ein paar Stunden oder so…

        • @Sheera

          Zu den Leasingzahlen:
          Leasingraten haben den Vorteil gut als Betriebsausgabe von der Steuer absetzbar zu sein, weswegen Leasingverträge eher von Betrieben und Freiberuflern abgeschlossen werden. Leasingverträge lohnen sich also für gutverdienende Personen.

          Unterhalt hingegen wird über alle Schichten gezahlt. Wenn jemand nicht viel verdient und zwei Kinder hat, dann ist er recht schnell nicht in der Lage den Mindestunterhalt zu zahlen (er schuldet allerdings dann auch nur den Unterhalt, den er zahlen kann, er zahlt also so gesehen nicht zu wenig)

          Die Rechnung ist so:
          Selbstbehalt von 950 €
          Erste Zeile der Düsseldorfer Tabelle (bis 1500 € Einkommen, Zahlbeträge):
          Kind ist o-5: 225 €
          Kind ist 6-11: 272 €
          Kind ist 12-17: 334 €
          Kind ist 18: 304 €

          Ein Mann mit einen 7 und einem 8 Jahre alten Kind muss daher folgendes Netto(!)Einkommen haben:

          950 € + (2*272 €) = 1.494 € Netto

          Das kann für eine ungelernte Kraft schon einiges sein. Bei drei Kindern oder mehr wird es noch fordernder.
          Hat der Mann in dem obigen Beispiel nur ein Einkommen von 1.300 €, dann zahlt er 350 € Unterhalt, muss aber nachweisen, dass er alles tut um ein höheres Einkommen zu erzielen, sonst wird ihm ein fiktives Einkommen zugerechnet (wenn ein höheres Einkommen in seinen Möglichkeiten liegt) und er macht jeden Monat schulden.

          Man vergleicht hier also Äpfel mit Birnen:

          Den Männern gelingt es nicht ihre Leasingraten zu bedienen, während sie sich um den Unterhalt drücken. Sondern die Männer, die keinen Unterhalt zahlen können, haben meist keine Leasingverträge.
          (Das Erhöhen von Betriebsausgaben kann ein Weg sein, Unterhalt abzusenken, der Versuch unter den Mindestunterhaltzu kommen wird allerdings selten gelingen, da dort sehr starke Erwerbsobliegenheiten bestehen)

      • @Sheera

        *dass Männer 99 %, Frauen und Kindern dagegen bloß 1 % des Weltvermögens beanspruchen, kann ich weder belegen, noch möchte ich es glauben.*

        Woher stammen diese Zahlen?

        Sie sind völliger Unsinn.

        Wer verbreitet das?

        Wenn Männer mehr Unternehmen gründen als Frauen, im Schnitt – und das tun sie – ist es dann nicht gerecht, dass sie über mehr Vermögen verfügen als Frauen?

        Wenn Männer im Schnitt ökonomisch erfolgreicher sind als Frauen, ist es dann nicht gerecht, dass sie im Schnitt vermögender sind?

        Wenn Männer im Schnitt sehr viel mehr erfinden als Frauen – und das tun sie – ist es dann nicht gerecht, dass sie im Schnitt vermögender sind?

        *Global wie historisch betrachtet hängt das ursächlich mit diskriminierenden Gesetzen und Traditionen (Mitgift z.B.) zusammen, der Gender-pay-gap wirkt dem auch nicht gerade entgegen.*

        Nur dass der Gender Pay Gap in der Realität nicht existiert, jedenfalls nicht für die gleiche Arbeit.
        Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer, weil sie weniger erwerbsarbeiten als Männer, bevorzugt in Berufen arbeiten, in denen ALLE weniger verdienen (dort lässt sich dafür oft eine Frauen genehmere Work-Life-Bilanz realisieren), häufiger Teilzeit arbeiten, häufiger Verkäuferin werden als Automechanikerin, häufiger Familienarbeit leisten und sich Männer suchen, die ihnen die finazieren können.

        Weshalb Männer häufiger Automechaniker werden als Verkäufer, mehr Überstunden leisten, mehr erwerbsarbeiten usw.

        *Zusammengefasst heißt das: der Zustand und die Bedingungen für Kinder verbessern sich nachweisbar mit/bei steigendem Einkommen der Mütter – und zwar wesentlich deutlicher als bei steigendem Einkommen der Väter.*

        Zusammengefasst sieht es in der Realitöt so aus, dass Kinder am besten in Familein mit Vater und Mutter aufwachsen. Da geht es ihen am besten, dort haben sie die wenigsten Probleme, die besten Chancen auf gutes Gedeihen (weniger Drogen, weniger Kriminalität, weniger Schulversagen, weniger Selbsttötungen, weniger Frühschwangerschaften usw.).

        Zusammengefasst heißt das, das Alleinerziehende ein gesteigertes Einkommen vor allem dann erzielen können, wenn sie die Allgemeinheit anpumpen.

        Zusammengefasst heißt das, vor allem männliche Steuerzahler finanzieren die Alleinerziehendenselbstverwirklichung von Frauen, denn Männer leisten 2/3 des Steueraufkommens (in Schweden, bei uns noch mehr, denn in Schweden ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen höher, erwirtschaften wahrscheinlich noch sehr viel mehr, Stichwort: Arbeitsmarktsegreagation – 75 % der erwerbstätigen Frauen im ÖD, dessen Wertschöpfung legendär ist, 75 % der erwerbstätigen Männer in der Privatwirtschaft, die für diesen ÖD die Einnahmen auf Märkten unter Konkurrenzbedingungen verdienen muss).

        Was gewisse Motivationsprobleme schafft, allmählich, gerade in einer immer misandrischer werdenden „Kultur“.

        *Ohne direkt-erbrachte Gegenleistung sind sie das eher weniger. Ich glaube, dass an der alten Statistik, nach der Männer regelmäßiger die Leasingrate für ihr Auto begleichen als vollständigen Kindesunterhalt zu zahlen, immernoch was dran ist (und dass Männer keine Schwierigkeiten hätten das “logisch zu begründen”).*

        Auch hier wieder ein Sammelsurium feministisch-misandrischer Propagandamythen.

        Unterhaltspflichtige Männer sind mit Abstand zuverlässigere Unterhaltszahler als unterhaltspflichtige Frauen.

        *Bis in ein paar Stunden oder so…*

        Bis später.

        Ich freu‘ mich.

      • “Das heißt, alle Männer verfügen über die Ressourcen und alle Frauen nicht?”

        Für mein Verständnis reicht es, wenn Männer mehrheitlich die Vermögenderen sind.

        Ein imho recht merkwürdiges Verständnis, aus „mehrheitlich vermögender“ „Männer verfügen über die Ressourcen, die Frauen benötigen um (sich und) den Nachwuchs durchzubringen“ zu machen.

        Ich sehe da keine Substanz.

        Ganz abgesehen davon, dass das Vermögen der meisten Männer – auch rechtlich einklagbares – Familienvermögen ist. Es ist somit nicht „ihr Vermögen“.

        Da fehlt mir jegliche empirische Basis.

        Zusammengefasst heißt das: der Zustand und die Bedingungen für Kinder verbessern sich nachweisbar mit/bei steigendem Einkommen der Mütter – und zwar wesentlich deutlicher als bei steigendem Einkommen der Väter.

        Schlicht und ergreifend Unsinn. Nachweislich ist das Gegenteil der Fall.

        Ich glaube, dass an der alten Statistik, nach der Männer regelmäßiger die Leasingrate für ihr Auto begleichen als vollständigen Kindesunterhalt zu zahlen, immernoch was dran ist

        Welche „alte Statistik“ soll das sein? Aus dem journalistischen „Qualitätsblatt“ EMMA? Das Niveau selbst der Blödzeitung ist jedenfalls mit Alice Schwarzer erheblich gesunken.

        Ich glaube eher, du hegst ein dumpfes männerhassendes Ressentiment, das sich in etwa auf dem Niveau wie das der dümmsten Frauenhasser aus dem Gelben Forum bewegt.

        Keine mir bekannte Statistik stützt dein Vorurteil auch nur ansatzweise. Es gibt keinen Anhaltspunkt für deine Hetze.

        Menschen zu unterstellen sie liebten ihre Kinder nicht, ist normalerweise eher Standard bei entmenschlichender Kriegspropaganda.

      • Ich glaube, dass an der alten Statistik, nach der Männer regelmäßiger die Leasingrate für ihr Auto begleichen als vollständigen Kindesunterhalt zu zahlen, immernoch was dran ist

        Ah, verstehe: Da hat mal eine ganz schlaue Feministin einfach die Ausfallquoute bei Kfz-Leasingverträgen denjenigen gegenübergestellt, die die Unterhaltssätze nach der Düsseldorfer Tabelle nicht begleichen können („Mangelfälle“)

        Das ist nicht einmal gefälschte Statistik, da ist nicht einmal eine statistisch fundierte Grundlage vorhanden, die man irgendwie fälschen könnte.

        Dumpfe, quasibiologistische Hetze eben.

        Cultural Feminism der Mary Daly’schen Machart.

      • @ Nick

        *Menschen zu unterstellen sie liebten ihre Kinder nicht, ist normalerweise eher Standard bei entmenschlichender Kriegspropaganda.*

        Da ich gerade auf Genderama gelesen habe, zitiere ich mal, was Deutschlands größte Feministin aller Zeiten laut Arne Hoffmann (er bloggt wieder, Gott sei Dank – auch wenn ich seine Einschätzung von Rosenbrocks „Expertise“ unverständlich finde, vorsichtig formuliert, so unverständlich wie seine reichlich beckmesserische Attacke auf M. K., der Rosenbrocks „Expertise“ sehr verständlich zerpflückte) einmal sagte:

        *Unser Feind ist meist nicht, wie im großen Krieg, der klar bestimmbare Fremde, sondern häufiger der eigene Mann: der Vater, Bruder, Geliebte, Sohn.*

        http://genderama.blogspot.com/2012/03/warum-ich-wieder-blogge.html

        Viele FeministInnen führen Krieg gegen Männer/Männlichkeit. Ihr Feminismus ist eine Hassideologie, bedient sich des Vokabulars der Kriegspropaganda.

        Das haben viele Männer noch nicht realisiert.

        Ihre „Feinderkennung“ versagt, wenn es sich um Frauen handelt, eher als bei männlichen Feinden.

        Darum wird dieser „Krieg“ seit Jahrzehnten sehr einseitig geführt.

        @ Leszek

        Arne Hoffmann macht Dich prominent(er) :), findet lobende Worte für Deine politische Positionierung der Männerbewegung:

        http://genderama.blogspot.com/2012/03/die-mannerrechtsbewegung-muss-eine.html

      • Alexander Roslin: „auch wenn ich seine Einschätzung von Rosenbrocks “Expertise” unverständlich finde“
        Kannst du bitte auf seine Einschätzung verlinken?

      • @ Haselnuss

        Ich sehe gerade, dass Du die Einschätzung von Arne Hoffmann meinst. Es ist eigentlich nur eine (anerkennende) Bemerkung, keine eigentliche inhaltliche Auseinandersetzung mit den darin vertretenen Thesen. Aber da soll ja noch was kommen:

        Ich werde die der Männerbewegung gemachten Vorwürfe der „hate speech“ näher betrachten. Und ich werde erklären, warum eine gewisse meines Erachtens zu Unrecht heftig angegriffene Studie der Heinrich-Böll-Stiftung, die ebenfalls gegen Rassismus in der Geschlechterdebatte plädiert, so schlecht nun wirklich nicht ist, sondern sehr lesenswert und Erkenntnisse enthält, denen man nur zustimmen kann.

        http://genderama.blogspot.com/2012/03/warum-ich-wieder-blogge.html

        Eine gewisse Studie der HB-Stiftung. Namentlich genannt wird sie nicht, die rosenbrocksche Studie, aber sie ist wohl gemeint, zumindest versteht das jeder so.

      • @ Roslin:

        „Woher stammen diese Zahlen?

        Sie sind völliger Unsinn.

        Wer verbreitet das?“

        Wie ich bereits schrieb kann ich diese Zahlen (die ihren Ursprung evtl. im Umfeld der 95er Weltfrauenkonferenz haben) weder belegen noch glauben. Weißt Dus zufällig?
        Für Deutschland hab ich nur gefunden, dass Männer im Durchschnitt doppelt so viel Geld hätten wie Frauen (manager-magazin 2007), und bei wikipedia steht:

        „Sozialstrukturanalysen zeigen große Unterschiede im individuellen Netto-Vermögen zwischen Männern und Frauen (96.000 Euro beziehungsweise 67.000 Euro) sowie zwischen Personen ohne und mit Migrationshintergrund (87.000 Euro beziehungsweise 47.000 Euro).“

        Was die Frage der gerechten Entlohnung in Männer- bzw. Frauenjobs (inkl. Gender-pay-gap) angeht, so möchte ich Dich lieber auf ein andermal vertrösten, die Auslassungen zur „Wurzel allen Übels“, der Alleinerziehenden, lass ich auch mal für sich selbst stehen (btw: mein Instinkt sagt mir, dass Christian bei einer AE aufgewachsen ist. Hab ich Recht?) – na, da hab ich mir heut‘ aber wohl noch kein Fleißmärkchen verdient… aber der Tag ist ja noch lang.

      • Hey Nick,
        Du wirkst aufgebracht.
        Was soll ich sagen?
        Immer weiter atmen…

        „Ganz abgesehen davon, dass das Vermögen der meisten Männer – auch rechtlich einklagbares –Familienvermögen ist. Es ist somit nicht “ihr Vermögen”“

        Drei Einschränkungen:
        – gilt für Deutschland
        – für Verheiratete
        – seit (geraten) den 70ern? Oder doch schon seit den 50ern? In jedem Fall nicht über allzuviele Generationen und auch nicht gleichzeitig/mäßig global/Familienstandunabhängig.

        Die von Kristen Hawkes vorgebrachte „Angeber“-Hypothese besagt, dass schon die ollen Jäger Nahrung gegen Sex tauschten, was also als väterliches Bemühen wirken konnte war zu einem nicht geringen Anteil Bemühen um einen größeren, eigenen Fortpflanzungserfolg.
        Diese Idee wird durch (britische) Verbraucherstudien gedeckt (Männer kaufen weniger wirtschaftlich ein, andere, teurere Marken, finden die Aussicht auf Angeberei/die „großzügige Geste“ verlockender als Frauen).

        Und jetzt bitte nochmal tief Luft holen… denn auch den Rest hab ich mir nicht etwa ausgedacht:

        Sarah Blaffer-Hrdy (Mutter Natur, S. 273):
        „Wirtschaftliche Erhebungen in geographisch wie kulturell so weit auseinanderliegenden Entwicklungsländern wie Indien, Guatemala und Ghana belegen, dass sich der Ernährungszustand der Kinder nicht direkt proportional zum Einkommen des Vaters verbessert. Nur ein steigendes Einkommen der Frauen zeigt direkte Auswirkungen. Die Angeber-Hypothese (…) passt auch zu den aktuellen Statistiken des United States Department of Health and Human Services über die große Zahl von Männern, die lieber ihr Auto abbezahlen, als für den Unterhalt ihrer eigenen Kinder aufzukommen.“

        Ich teile Deine Hoffnung, dass sich das (allmählich) als überholt rausstellt.

        Greetz

      • Außerdem hat sich die sogenannte “Angeber-Hypothese” als häufig richtig erwiesen, d.h. für Männer hat “Angeberei” Vorrang vor Wirtschaftlichkeit. Zusammengefasst heißt das: der Zustand und die Bedingungen für Kinder verbessern sich nachweisbar mit/bei steigendem Einkommen der Mütter – und zwar wesentlich deutlicher als bei steigendem Einkommen der Väter.

        Vulgärfeministische Hetzpropaganda.

        In Haiti wurden Männer von Lebensmittelzuteilungen der Hilfswerke ausgeschlossen. In afrikanischen Staaten wie Rwanda und Burundi u.a werden Männer von vielen Förderungen von vornherein ausgeschlossen, weil sie Männer sind. Das stört hier fast niemanden, weil die Entmenschlichung des Mannes als „Angeber, der sich nicht um seine Kinder kümmert“ propagandistisch vorbereitet wurde.

        Wie lautet doch gleich ein Slogan der SPD: Wer die menschliche Gesellschaft will, der muss die männliche überwinden. Haitianische Männer nach einem Erdbeben und folgender Hungersnot von Lebensmittelzuteilungen auszuschliessen ist da nur konsequent. Man muss die Dinge auch mal zu Ende denken.

      • @ sheera

        *Die von Kristen Hawkes vorgebrachte “Angeber”-Hypothese besagt, dass schon die ollen Jäger Nahrung gegen Sex tauschten, was also als väterliches Bemühen wirken konnte war zu einem nicht geringen Anteil Bemühen um einen größeren, eigenen Fortpflanzungserfolg*

        Zu einem solchen „Handel“ gehören immer 2: Einer der kauft – und einer der sich kaufen lässt.

        Männer würden nicht angeben, wenn ihr „Angeben“ nicht erfolgreich wäre, erfolgreich bei dem Geschlecht, das sie durch ihre „Angeberei“ beeindrucken wollen.

        Viele Frauen lassen sich nicht einfach nur kaufen.

        Sie SUCHEN AKTIV statushohe Männer.

        Diese Seite, die weibliche Seite, die weibliche Verantwortung für die Welt, wie sie ist, wird von der feministischen Opfer-Täter-Dichotomie, dem feministischen Manichäismus (Gute, selbstlose Frau – böser, egoistischer Mann) in der Regel ausgeblendet.

        Frauen sind in feministischer Sicht hauptsächlich unschuldige Lämmchen gegenüber bösen männlichen Wölfen.

        Es wird immer nur gesehen, dass Männer Frauen „kaufen“, nie gesehen, wie sehr Frauen aktiv nach einem Käufer suchen, wie sehr sie oft danach streben, gekauft zu werden.

        Das

        http://www.dailymail.co.uk/femail/article-1343899/Gender-equality-myth-Women-want-rich-husbands-careers.html

        wird vehement verleugnet.

        Diese Seite der Medaille wird nur von WissenschaftlerInnen aufgedeckt, die von staatsfemijistischer Seite erbittert angefeindet werden.

        Sie stören das Mantra: „Wir Frauen sind unschuldige Opfer böser Männer. Darum sollen DIE Männer gefälligst Reparationen leisten an uns, die unschuldigen Frauen!!!“.

        Doeses Mantra, dieses grundverlogene Mantra, ist jedoch ehernes Fundament feministischer „Gleichstellungspolitik“, Generalabsolutionsformel für die feministische Frauenprivilegierungspolitik, Rechtfertigung feministischer Jungenbenachteiligungs- und Männerbestrafungspolitik.

        Die soll nicht gestört werden durch die Tatsache, dass Frauen die Männer formen, die sie begehren und Männer die Frauen, die sie begehren.

        Es wird immer nur letzteres gesehen: Böse männliche Ansprüche formen Frauen so, wie FeministInnen sie nicht haben/sehen wollen.

        Wie sehr Frauen Männer formen, aus eigenem Recht, in eigener Verantwortung, wie sehr autonomes weibliches Begehren über die Mütter Jungen, über sexuelles Locken Männer/männlliches Verhalten formt, das wird konsequent ausgeblendet und verleugnet.

        Denn diese Sicht gefährdete die Geschäftsgrundlage der
        feministischen Fraunprivilegierungspolitik und die Einkommen ihrer institutionalisierten Spesenritter.

      • @Sheera:
        Drei Einschränkungen:
        – gilt für Deutschland
        – für Verheiratete
        – seit (geraten) den 70ern? Oder doch schon seit den 50ern? In jedem Fall nicht über allzuviele Generationen und auch nicht gleichzeitig/mäßig global/Familienstandunabhängig.

        Drei Sachen, von denen du offensichtlich wenig weißt. Was dich freilich nicht davon abhält, den Teufel „DieMänner“ an die Wand zu malen.

        Selbstverständlich haben Unverheiratete vermögensrechtlich weniger Ansprüche.

        Diese Idee wird durch (britische) Verbraucherstudien gedeckt (Männer kaufen weniger wirtschaftlich ein, andere, teurere Marken, finden die Aussicht auf Angeberei/die “großzügige Geste” verlockender als Frauen).

        Und Frauen finden „Angeber“ attraktiver..

        „Die Angeber-Hypothese (…) passt auch zu den aktuellen Statistiken des United States Department of Health and Human Services über die große Zahl von Männern, die lieber ihr Auto abbezahlen, als für den Unterhalt ihrer eigenen Kinder aufzukommen.“

        Warst du schon mal in den USA? Ohne Mietwagen? Jenseits von allenfalls einigen wenigen Ballungsräumen ist ohne Auto nichts mit Arbeit.

        Das ist wohl ein ziemlich unausgegorener Propagandamythos, den du dann obendrein universalisierst.

        Die miserabelsten Unterhaltszahler sind in erster Linie Unterhaltspflichtige Frauen.

        Wirtschaftliche Erhebungen in geographisch wie kulturell so weit auseinanderliegenden Entwicklungsländern wie Indien, Guatemala und Ghana belegen, dass sich der Ernährungszustand der Kinder nicht direkt proportional zum Einkommen des Vaters verbessert. Nur ein steigendes Einkommen der Frauen zeigt direkte Auswirkungen.

        Welche Erhebungen sollen das sein?

        Der Satz „Nur (sic!) ein steigendes Einkommen der Frauen zeigt direkte(sic!) Auswirkungen.“ Entwertet das Ganze ohne weiteres komplett. Die Universalisierung sowieso.

        Dumpfer Männerhass.

      • was also als väterliches Bemühen wirken konnte war zu einem nicht geringen Anteil Bemühen um einen größeren, eigenen Fortpflanzungserfolg

        ..und Mütter bemühen sich demzufolge wohl völlig selbstlos um das Wohl der Kinder.

        Noch mehr Selbstverkitschung und -Überhöhung geht wohl nicht?

        Du deutest, in deinem Eifer, Zahlen aus Entwicklungsländern, die sich ausdrücklich auf Einkommenskontrolle beziehen (Pappi gibt Mutti Geld, damit sie Futter für die Kinder kauft) einfach komplett nach deinem Gusto um:

        „Zusammengefasst heißt das: der Zustand und die Bedingungen für Kinder verbessern sich nachweisbar mit/bei steigendem Einkommen der Mütter – und zwar wesentlich deutlicher als bei steigendem Einkommen der Väter.“

        Um deine „These“ (Ressentiment wäre der passendere Begriff) zu untermalen, derzufolge Väter ihre Kinder nicht „durchbringen“, sprich: ihre Kinder nicht lieben.

        Naja, real existierender Feminismus eben: Ein erzreaktionäres Bürgersdamen-Geschlechterbild.

      • @ Sheera

        „Und jetzt bitte nochmal tief Luft holen… denn auch den Rest hab ich mir nicht etwa ausgedacht:

        Sarah Blaffer-Hrdy (Mutter Natur, S. 273):
        “Wirtschaftliche Erhebungen in geographisch wie kulturell so weit auseinanderliegenden Entwicklungsländern wie Indien, Guatemala und Ghana belegen, dass sich der Ernährungszustand der Kinder nicht direkt proportional zum Einkommen des Vaters verbessert. Nur ein steigendes Einkommen der Frauen zeigt direkte Auswirkungen. […]“ “

        Dann hat sich halt Frau Blaffer-Hrdy ausgedacht. „Person X hat aufgezeigt, dass Y zutrifft“ ist keine wissenschaftliche Aussage und keine korrekte Quellenangabe. Ein Prof pflegte bei so etwas immer zu sagen: „So etwas können Sie an der Fachhochschule machen.“, wobei ich selbst das bezweifeln würde.

      • Sarah Blaffer-Hrdy (Mutter Natur, S. 273):
        “Wirtschaftliche Erhebungen in geographisch wie kulturell so weit auseinanderliegenden Entwicklungsländern wie Indien, Guatemala und
        Ghana belegen, dass sich der Ernährungszustand der Kinder nicht direkt proportional zum Einkommen des Vaters verbessert. Nur ein steigendes Einkommen der Frauen zeigt direkte Auswirkungen. […]” ”

        Belastbare Sozialstatistiken aus Ghana? Ich vermute, dieser Schmarrn wurde von den mir bereits mehrmals beschriebenen Gender Mainstreaming-Missionaren produziert, die ihre Religion in die auf Entwicklungshilfe angewiesenen Länder exportieren.

        Ihre Werke:
        Mutter Natur: Die weibliche Seite der Evolution, Berlin Verlag, 2000
        Mütter und Andere: Wie die Evolution uns zu sozialen Wesen gemacht hat, Berlin Verlag, 2010

        http://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Blaffer-Hrdy

        Mit einem Wort: Muddigedöns

      • Ups, da habe ich wohl kürzlich versehentlich auf ein Buch von einer männerfeindlichen Person verwiesen. Ja, diese Passage von Sarah Blaffer-Hrdy ist höchst fragwürdig und unglaubwürdig und am Ende klar männerdiskriminierend. Schade, was ich ansonsten bisher von ihr in Artikeln und Interviews gelesen hatte, war interessant, aber da ging es auch um andere Themen.

        Bei meinen Recherchen im Netz zu ihrer Theorie des „Cooperative Breeding“, auf die ich kürzlich verwies, war ich bislang auf keine misandrischen Äußerungen gestoßen.

        Ich hatte da eher den Eindruck, dass ihre hauptsächliche Theorie für Männerdiskriminierung nicht zu gebrauchen ist. Sie vertritt ja gerade die Ansicht, dass Kinder die besten Entwicklungsmöglichkeiten hätten, wenn sie außer der Mutter auch noch andere dauerhafte Bezugspersonen zur Verfügung haben (darauf bezieht sich der Titel „Mütter und Andere“). Der Ausschluss des Vaters aus der Familie (oder der Großeltern oder anderer wichtiger Bezugspersonen) ist in dieser Sichtweise ja gerade nicht zu rechtfertigen. So habe ich ihre Theorie jedenfalls bisher verstanden.

        Sarah Blaffer-Hrdy ist als Soziobiologin meines Wissens grundsätzlich auch durchaus anerkannt.

        Sie ist allerdings tatsächlich Feministin, wie ich gerade durch Recherche herausfand – und in ihrem Fall scheinen damit wohl leider auch männerfeindliche Ressentiments einherzugehen.

        Vielleicht kann uns Sheera ja etwas mehr über Sarah Blaffer-Hrdy erzählen, um sie weltanschaulich ein bisschen besser einordnen zu können.

      • Ja, diese Passage von Sarah Blaffer-Hrdy ist höchst fragwürdig und unglaubwürdig und am Ende klar männerdiskriminierend.

        Vielleicht ist sie in dem tatsächlichen Kontext ganz anders gemeint.

        Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine renommierte Soziobiologin nichts von einer Langzeitstrategie bei Männern wissen will.

        Das ist ja auch sehr Unplausibel: Wenn es so wäre wie Scheera es darstellt, dann müsste Männern die Attraktivität ihrer Partnerinnen doch piepegal sein. Hauptsache, sie hat eine Gebärmutter..

        Weiterhin führt sie so selbst jegliche Patriarchatsthese ad absurdum: Warum sollten Männer, die „die Macht“ haben, sich gegen jegliche Instinktdisposition dazu zwingen lassen, sich für ihren Nachwuchs zutode zu schuften?

        Demzufolge wäre wohl ganz eindeutig von einer Frauenherrschaft auszugehen.

      • @ Leszek

        Ich sehe gerade, dass ein Beitrag von Dir auf Genderama veröffentlicht wurde.

        Sehr oft teile ich Deine Ansichten, den auf Genderama habe ich aber kritisiert, weil er zwar eine treffende Zustandsbeschreibung vornimmt, aber teilweise, so seh ich es, die notwenigen radikalen Schlussfolgerungen vermissen lässt. Aber gut, die Argumente wurden ausgetauscht. War eine ziemlich engagierte Debatte 🙂

        Trotzdem ein guter Beitrag. Man muss ja nicht immer einer Meinung sein.

        Warum erstellst nicht Du eine Expertise „Die Männerrechtsbewegung“. Wär mal was anderes als diese hasstriefenden Hetzschriften der bekannten Mietmäuler.

      • @ Peter

        Danke.

        In der zweiten Jahreshälfte werde ich voraussichtlich etwas mehr Zeit haben. Ich werde dann vermutlich erstmal das männerrechtliche Intersektionalitätsmodell, dass ich vor einigen Monaten hier angekündigt hatte, weiter ausarbeiten.

        Ich freue mich natürlich auch über weitere Ausarbeitungen Deiner Sichtweisen zur Kritik am Gender Mainstreaming und zur Kritik an der Überbetonung evolutionärer Sichtweisen.

    • Eine gängige Definition von Patriarchat beinhaltet sinngemäß:

      Das Schlüsselwort hier ist „eine“. Hast Du einen Überblick, wie viele und welche Definitionen es insgesamt gibt? Ich habe ja den Eindruck, die Anzahl ist größenordnungsmäßig eine Funktion der Anzahl der existierenden Feministinnen und der Situationen, in denen sie diskutieren. Einschließlich nicht ganz unbedeutender Fragen wie der, ob wir heute in Mitteleuropa („noch“) in einem Patriarchat leben oder nicht. Oder ob „Kyriachat“ (falls das die richtige deutsche Übersetzung ist) nicht die bessere Bezeichnung wäre.

      Männer verfügen über die Ressourcen, die Frauen benötigen um (sich und) den Nachwuchs durchzubringen.

      Die böse Antwort wäre jetzt „Jaja, am Ende geht es den Feministinnen doch immer nur um’s Geld“. Aber stattdessen hätte ich eine Nachfrage: Männer als „Klasse“ oder die individuellen Männer? Im letzteren Fall wäre ja eine Hausfrauenehe, in der er sich um die Finanzen kümmert, ein kleines Mini-Patriarchat.

      (Ein) aktueller Stand der „feministischen Wissenschaft“ ist ja meines Wissens, daß das Patriarchat seit 6000 Jahren existiert. Damit wären die Gesellschaften in der Steinzeit, in der Männer das Fleisch erjagten, während Frauen pflanzliche Nahrung und Kleintiere sammelten, nicht patriarchalisch gewesen.
      Was zu der spannenden Frage führt, ob ein Stamm ohne den gelegentlichen Mammutbraten überleben konnte. Ich stelle mir das zumindest im Winter schwierig vor.

      Die bei wikipedia aufgeführten Merkmale (Patrilokalität, -linearität, Androzentrismus, männliche Gottesvorstellungen sowie Kontrolle über die Sexualität der Frauen ausüben) sind Anhaltspunkte,

      Interessant ist, daß wir, wenn man diese Kriterien zugrunde legt, heute in einem Matriachat leben.

      Ich würde mich mal ganz weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, daß eine Gesellschaft, die (den Wert von) Frauen nicht über ihre Fähigkeit definiert, Kinder zu gebären und aufzuziehen, und den von Männern nicht darüber, daß sie die Ressourcen dafür bereitstellen können (einschließlich befruchtungsfähigem Sperma), nur unter außergewöhnlichen Bedingungen langfristig überlebensfähig ist.
      Wobei ich inständig hoffe, daß der heutige (oder nah zukünftige) Stand der Technologie eine solche außergewöhnliche Bedingung darstellt, wir dazu kommen können, den Wert eines Menschen schon in seinem Menschsein selbst zu erkennen, und die natürlichen Dispositionen den Rest erledigen. Allerdings fürchte ich, daß genau diese Dispositionen das verhindern werden.

      Bombe 20

  10. @ Sheera

    Ich glaube eher Männer kämpfen um die Ressourcen, die Frauen wollen um ihre Kinder durchzubringen.

    Und heutzutage kontrollieren doch auch die Frauen die Sexualität.

  11. @ Christian

    Diese radikalfeministischen Auslassungen sind rationalisierter Verfolgungswahn, Opferwahn, auf die Spitze getriebener Opfernarzissmus, ideologischer Masochismus mit sadistischer Komponente.

  12. Was ich nicht begreife, und das soll keinesfalls als Provokation verstanden werden, ist, warum man sich mit radikalfeministischen Positionen befassen sollte. Radikal beinhaltet an sich doch schon eine fanatische Konnotation.

    Wer den Ausschluss der Frauen an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen mit der Begründung der Unterdrückung und des Sexismus beklagt, kann doch logischerweise nicht im gleichen Atemzug die Umkehrung der Verhältnisse, also den Ausschluss der Männer, fordern. Das ist nicht ernst zu nehmen. Steht nicht von vorne herein fest, dass eine Diskussion zu keinem Ergebnis führen kann?

    • @Helena

      Ich würde die Position auch dem radikalen Feminismus zurechnen. Allerdings ist ja vieles davon auch Bestandteil des weniger radikalen Feminismus und des akademischen Mainstreamfeminismus.
      Dass das Patriarchat an allem Schuld ist, wahlweise die hegemoniale Männlichkeit, und Frauen nicht schuld sind, sondern sogar passiv darauf warten können, dass die Männer endlich ihre Privilegien abbauen, sogar bei Bevorzugungen anführen können, dass sie ja eigentlich benachteiligt werden, weil die Bevorzugungen sie zu gut darstehen lassen, dass sie sie an einem Aufstand hindern (benevolent sexism), dazu muss man ja nicht weit gehen. Da ist man schon bei einer Lantzschi, wahrscheinlich auch bei dem gegenwärtigen Rest der Mädchenmannschaft, immerhin dem größten deutschen feministischen Blog, dabei, ebenso wie bei dem Mädchenblog, dem zweitgrößten feministischen Blog.
      Und auch bei der Emma wird man mit dem Patriarchat noch recht weit kommen.

      Oder siehst du Distanzierungen von diesen Theorien im Feminismus? Was ist denn die diesbezüglich moderne Auffassung im Feminismus, die ohne Patriarchat/hegemoniale Männlichkeit/Phallokratie als übel der Welt auskommt? Wer vertritt sie?

      „Wer den Ausschluss der Frauen an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen mit der Begründung der Unterdrückung und des Sexismus beklagt, kann doch logischerweise nicht im gleichen Atemzug die Umkehrung der Verhältnisse, also den Ausschluss der Männer, fordern. “

      Natürlich, über einen kulturellen Feminismus durch die Hintertür: Weibliche Regeln sind ja gut für alle, wir müssen die Männer nur daran hindern, zu ihrem eigenen besten, ihre Vorstellungen der Gesellschaft durchzusetzen.

      „Steht nicht von vorne herein fest, dass eine Diskussion zu keinem Ergebnis führen kann?“

      Ich würde mich freuen, wenn es anders ist. Wie würdest du denn die Patriarchatsfrage sehen? Gibt es eine Unterdrückung der Frau durch hegemoniale Männlichkeit/Phallokratie/Patriarchat?
      Wie kann man dafür sorgen, dass beide Geschlechter zu einer Lösung kommen, die für sie zusammen passt und wie schätzt du die Gesprächsbereitschaft im Feminismus ein? (auch im Teilen des Maskulismus ist sie natürlich nicht vorhanden, das ist dann die Kehrseite)

      • „Oder siehst du Distanzierungen von diesen Theorien im Feminismus? Was ist denn die diesbezüglich moderne Auffassung im Feminismus, die ohne Patriarchat/hegemoniale Männlichkeit/Phallokratie als übel der Welt auskommt? Wer vertritt sie?“

        Dazu kann ich dir leider überhaupt nichts sagen, da ich mich nicht damit auskenne. Dass es sich hier um eine radikalfeministische Position handelt, habe ich auch nur dem Zitat aus deinem Artikel entnommen.

        „Natürlich, über einen kulturellen Feminismus durch die Hintertür: Weibliche Regeln sind ja gut für alle, wir müssen die Männer nur daran hindern, zu ihrem eigenen besten, ihre Vorstellungen der Gesellschaft durchzusetzen. “

        Ja, das ist die feministische Erklärung, soweit ich sie kenne. Für einen Laien wie mich, ist das eine Behauptung, die erst noch bewiesen werden muss. Mich würden da auch mal die konkreten Vorschläge interessieren, wie eine „weiblich gestaltete Welt“ aussehen könnte, und ob sie wirklich funktionieren würde, global gesehen.

        „Ich würde mich freuen, wenn es anders ist.“

        Vielleicht hast du mich falsch verstanden. Ich meine, dass eine Diskussion mit Fanatikern, die nicht logisch sondern ideologisch argumentieren, zu keinem Ergebnis führen kann.

        „Wie würdest du denn die Patriarchatsfrage sehen? Gibt es eine Unterdrückung der Frau durch hegemoniale Männlichkeit/Phallokratie/Patriarchat?“

        Ich denke, dass die Welt für Frauen sehr lange Zeit sehr begrenzt war, für einige Frauen auch heute noch ist. Das Patriarchat in der lexikalischen Bedeutung hat es einmal gegeben, gibt es in einigen Teilen der Welt auch heute noch. Die Konsequenz daraus ist, dass die „öffentliche“ Welt, wie wir sie heute kennen, von Männern entworfen und gestaltet wurde. Das kann man vielleicht metaphorisch als patriarchale Welt betrachten. Die Behauptung, dass die Welt schöner, gerechter, gesünder etc. pp. wäre, wenn nur endlich die Frauen ans Ruder kämen, halte ich allerdings für ausgesprochen anmaßend, da man aus der Retrospektive immer alles besser machen könnte. Es wird sich nicht beweisen lassen, da wir keine Tabula Rasa machen können, um bei Null neu zu beginnen.

        Angenommen, Matriarchate hätten sich global durchsetzen können und dafür der technische Fortschritt nicht statt gefunden. Das Leben wäre, zumindest für den entwickelten Westen, nicht so komfortabel, die Lebenserwartung wäre niedriger und es gäbe keine Unterhaltungsindustrie. Stellt man mich vor die Wahl, wähle ich sicherlich das bequeme Leben. Gäbe es die Möglichkeit, meine Kenntnis auszulöschen, bin ich mir da schon gar nicht mehr so sicher. Aber das sind nur Spekulationen, die zu nichts führen.

      • Vielleicht hast du mich falsch verstanden. Ich meine, dass eine Diskussion mit Fanatikern, die nicht logisch sondern ideologisch argumentieren, zu keinem Ergebnis führen kann.

        Dummerweise hat radikales (kulturell-) feministisches Gedankengut den ganzen Geschlechterdiskurs maßgeblich beeinflußt.

        „Radikal“ impliziert ja leider nicht gleichzeitig „eine kleine Minderheit ohne Einfluß“

        Man kann den radikalen (kulturellen) Feminismus schlicht nicht ignorieren.

        Beispielsweise ist die Idee, dass weibliche Bänker keine Finanzkrise verursacht hätten sehr weit verbreitet.

        Die logische Konsequenz daraus ist, dass die Finanzkrise ein männlichkeitsinduziertes Problem sei.

        Dass ca. 99,999999% der Männer wenig damit zu tun hatten, und dass gerade eine Frau (Blythe Masters) die schärfste finazielle „Massenvernichtungswaffe“ (Warren Buffett zu CDS) erfunden hat, geht an solchen schlichten Muttikitschgemütern spurlos vorbei.

    • Was ich nicht begreife, und das soll keinesfalls als Provokation verstanden werden, ist, warum man sich mit radikalfeministischen Positionen befassen sollte. Radikal beinhaltet an sich doch schon eine fanatische Konnotation.

      Ich habe ja Christian auch schon vorgeschlagen, mal liberale Feministinnen (Cathy Young, Wendy McElroy, Camille Paglia, Christina Hoff Sommers usw.) und deren Ansichten zur Diskussion zustellen. Da gäbe es vielleicht etwas grössere Schnittmengen als die leere Menge.

      Allerdings ist es so, dass der Vulgärfeminismus in der BRD den Sieg davongetragen hat, vernünftigere Strömungen wurden marginalisiert und sind in die politische Bedeutungslosigkeit abgedrängt worden. Es sind Exotinnen, die sich mal fragen sollten, warum sie sich immer noch Feministen nennen.

  13. finances (who makes and spends money, how and why they make and spend money)

    Gerade die Finanzen legen die Existenz eines Feminats nahe. Männer lassen sich fürs Kapital und für Frauen ausbeuten. Männer sind die Esel, das Kapital schwingt die Peitsche und vor der Schnauze baumeln die Möhren (=Frauen). Männer erwirtschaften das Geld und ihre Edel-/Ehe-Nutten verprassen es, eine kuriose „Arbeitsteilung“ also. Wenn diese Feministinnen dieses System abschaffen wollen, können sie mit meiner Unterstützung rechnen.

    Zum Thema Prostitution übrigens, falls jemand zu niedrigen Blutdruck hat:
    Heute, ARD, 22:45, Menschen bei Maischberger:

    Ob Billigsex oder Edelpuff: Schafft Prostitution ab!
    Gäste: Alice Schwarzer (EMMA-Herausgeberin), Kyra (Prostituierte), Sabine Constabel (Prostitutions-Kritikerin), Volker Beck (Parl. Geschäftsführer Bündnis90/Grüne), Jürgen Rudloff (Bordellunternehmer)

    Dann sollen die Frauen mal anfangen, Prostitution abzuschaffen. Das liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Frau. Niemand zwingt Frauen dazu, für Sex außer Sex auch noch Geld oder andere Leistungen zu verlangen, erst recht keine Männer und kein „Patriarchat“.

  14. „“Wirtschaftliche Erhebungen in geographisch wie kulturell so weit auseinanderliegenden Entwicklungsländern wie Indien, Guatemala und Ghana belegen, dass sich der Ernährungszustand der Kinder nicht direkt proportional zum Einkommen des Vaters verbessert.“

    Das ist wahrscheinlich richtig, aber für Europa oder dei USA gilt es sicher nicht. Soweit diese Länder auch kulturell auseinander liegen mögen, den Machismo haben sie gemeinsam. Wenn die dortigen „PoC“ sich so verhalten würden wie die weißen, heterosexuellen Mitteleuropäer wäre für die Frauen schon einiges gewonnen.

    • Es ist kaum nachzuprüfen, da Sheera keine Quellenangabe gemacht hat. (Wenn Hrdy keine Quelle benannt haben sollte, dann kann man ihr Buch tatsächlich getrost in die Lila Tonne werfen)

      Die Erhebungen, die ich kenne, beziehen sich auf Einkommenskontrolle, wobei sehr oft die Aufgabe der Nahrungsbeschaffung eben bei den Frauen liegt. Die Kontrolle über entsprechendes Einkommen wird also oft den Frauen überlassen.

      Weiterhin muss bedacht werden, dass es sehr oft um extreme Armut handelt, gepaart mit einem oft brutalen Kampf um Ressourcen.

      Darüber hinaus, dass Männern sehr oft nur ihre ökonomisch verwertbare Arbeitskraft bleibt um ihre Kinder zu unterstützen: Sie müssen also eher Ressourcen dafür verwenden, um diese herszustellen und aufrecht zu erhalten (z.B. ein Auto in den USA) Es hat auch bzgl. der Kinder wenig Sinn, wenn sie das Auto verkaufen und dann ganz ohne Einkommen dastehen.

      Mag ja sein, dass Frauen tendenziell eher an ihre eigene körperliche Substanz gehen, um die Kinder durchzufüttern. Das ist eben extreme Armut. Es ist aber auch das global weitverbreitete Phänomen bekannt, dass Männer sich buchstäblich zutode schuften (teils mit einer dadurch bedingten Lebenserwartung von etwa 30 Jahren) um allzu schlimme Armut der Familie zu vermeiden. Es hängt evtl. damit zusammen, dass Männer, die ihre Kinder verhungernlassen oft überhaupt keine Perspektive dazu haben, ihrer Familie zu helfen, und deshalb in soziale Agonie und in Alkoholismus fallen.

      Eine Betrachtung alleine des Ernährungszustandes ist auch unter dem Aspekt sehr reduktionistisch, dass extreme Armut oft extreme Gewalt hervorbringt. Es ist meistens den Männern überlassen, diese Gewalt auszutragen, was sie ja schlecht können wenn sie in Puncto Ernährung zu sehr an ihre die Substanz gehen.

      Der Sheera’sche Schluß, dass „nur Frauen die Kinder durchbringen“ ist schlicht Feminonsense. Als saturierte westliche Mittelschichtbürgerin kann man sehr bequem arrogant die Nase Rümpfen über Männer in extremer Armut.

    • ..es stellt sich auch die Frage, warum Frauen auch in Indien, Guatemala und Ghana eine wesentlich höhere Lebenserwartung als Männer haben, wenn sie doch so sehr an die eigene körperliche Substanz gehen um ihre Kinder durchzufüttern.

  15. Ich mach mal hier unten weiter…

    @ Christian

    „Interessant. Was macht mich denn aus deiner Sicht so typisch, dass du das vermutest?“

    Hui, Glatteis (wenns der Kuh zu gut geht…)!

    Ich würde sagen, weil Du redlich bemüht bist die „andere“ (auch: die weibliche) Seite zu sehen, die Beschäftigung mit pick up gleichzeitig den Gedanken nahe legt, dass Dir ein männliches Vorbild (im Umgang mit Frauen) gefehlt hat. Ich kann mir jemanden, der so schreibt wie Du, gut als Nesthäkchen mit 1-2 Schwestern bei einer Single-Mom vorstellen, aber das ist pure Phantasie…

    @ Peter

    „In Haiti wurden Männer von Lebensmittelzuteilungen der Hilfswerke ausgeschlossen. In afrikanischen Staaten wie Rwanda und Burundi u.a werden Männer von vielen Förderungen von vornherein ausgeschlossen, weil sie Männer sind. Das stört hier fast niemanden, weil die Entmenschlichung des Mannes als “Angeber, der sich nicht um seine Kinder kümmert” propagandistisch vorbereitet wurde.“

    Hast Du dazu Quellen? MICH stört sowas nämlich…
    Den Satz von der SPD versteh ich allerdings/natürlich anders als ein (insbesondere feministisch ungebildeter) Mann.

    @ Roslin

    Also mir ist schon klar, dass für Sex bezahlt werden Männern wie ein Traumjob erscheinen kann und viele Männer Frauen dieses „Privileg“ neiden. Sidestep: was denkst Du eigentlich über die Grundannahme Keynes‘, der Markt würde durch die Nachfrage gesteuert?

    „Die soll nicht gestört werden durch die Tatsache, dass Frauen die Männer formen, die sie begehren und Männer die Frauen, die sie begehren.“

    Zur klassischen Evolutionsbiologen gehören doch die Annahmen, dass es
    – Konkurrenz um den Zugang zu, sowie
    – eine Auswahl durch die Weibchen gäbe
    – etwa doppelt so viele Weibchen wie Männchen hätten sich fortgepflanzt
    – weshalb auf Männchen ein größerer Evolutionsdruck lastete
    – kurz: Keine (sexuelle) Selektion = keine Evolution

    Gehst Du von Reziprozität aus? Ein natürliches (Macht-)Gleichgewicht?

    @ Nick

    „Drei Sachen, von denen du offensichtlich wenig weißt. Was dich freilich nicht davon abhält, den Teufel “DieMänner” an die Wand zu malen.

    Selbstverständlich haben Unverheiratete vermögensrechtlich weniger Ansprüche.“

    Huh? Äh, ich glaube, Du hast da den Teil mich zu widerlegen, belehren oder verbessern übersprungen. Hol das doch bitte noch nach, ja?
    Mmh, welche Aussage ist mir denn als nächstes un-emotional genug, um mich darauf zu beziehen?
    Ah, hab eine…

    “ ..und Mütter bemühen sich demzufolge wohl völlig selbstlos um das Wohl der Kinder.“

    Mütter haben Kinder erstmal „an der Backe“, müssen eine „Hypothek“ von etwa 70.000 Kalorien ableisten, bevor das Kind halbwegs selbstständig ist. Unter männlichen Primaten stellt es einen Ausnahmefall dar, wenn das Männchen über einen langen Zeitraum mit-sorgt. (Also allmählich versteh ich den Reiz biologistischer Erklärungsmuster)

    „Du deutest, in deinem Eifer, Zahlen aus Entwicklungsländern, die sich ausdrücklich auf Einkommenskontrolle beziehen (Pappi gibt Mutti Geld, damit sie Futter für die Kinder kauft) einfach komplett nach deinem Gusto um … Um deine “These” (Ressentiment wäre der passendere Begriff) zu untermalen, derzufolge Väter ihre Kinder nicht “durchbringen”, sprich: ihre Kinder nicht lieben.“

    Ich habe zitiert bzw. Thesen wiedergegeben (Quellenangabe dazu lautet: Judith Bruce, „Homes Divided“, 1989 s. 979-991), und meiner Lesart zufolge gehts da um was anderes als Du behauptest. Quantität statt Qualität legt zudem nahe, dass es so sein könnte. Beweis mir das Gegenteil.

    Sarah Blaffer-Hrdy ist übrigens emeretierte Professorin für Anthropologie (University of California), Soziobiologin(, Mutter-) und Primatenforscherin und spart auch nicht an der Dokumentation „unweiblichen“ Verhaltens weiblicher Akteure…

    …TIME-OUT…

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