Auswirkungen von Misshandlungen auf das Gehirn

Eine interessante Studie zu den Auswirkungen von Mißhandlungen auf das Gehirn:

Childhood maltreatment or abuse is a major risk factor for mood, anxiety, substance abuse, psychotic, and personality disorders, and it is associated with reduced adult hippocampal volume, particularly on the left side. Translational studies show that the key consequences of stress exposure on the hippocampus are suppression of neurogenesis in the dentate gyrus (DG) and dendritic remodeling in the cornu ammonis (CA), particularly the CA3 subfield. The hypothesis that maltreatment is associated with volume reductions in 3-T MRI subfields containing the DG and CA3 was assessed and made practical by newly released automatic segmentation routines for FreeSurfer. The sample consisted of 193 unmedicated right-handed subjects (38% male, 21.9 ± 2.1 y of age) selected from the community. Maltreatment was quantified using the Adverse Childhood Experience study and Childhood Trauma Questionnaire scores. The strongest associations between maltreatment and volume were observed in the left CA2-CA3 and CA4-DG subfields, and were not mediated by histories of major depression or posttraumatic stress disorder. Comparing subjects with high vs. low scores on the Childhood Trauma Questionnaire and Adverse Childhood Experience study showed an average volume reduction of 6.3% and 6.1% in the left CA2-CA3 and CA4-DG, respectively. Volume reductions in the CA1 and fimbria were 44% and 60% smaller than in the CA2-CA3. Interestingly, maltreatment was associated with 4.2% and 4.3% reductions in the left presubiculum and subiculum, respectively. These findings support the hypothesis that exposure to early stress in humans, as in other animals, affects hippocampal subfield development.

Quelle: Childhood maltreatment is associated with reduced volume in the hippocampal subfields CA3, dentate gyrus, and subiculum

Hier zeigt sich mal wieder, dass wir eben keinen Bauplan, sondern einen Wachstumsplan haben. Und das bei diesem eben einiges schief gehen kann. Aus einem Bericht über die Studie:

Teilnehmer, die über Misshandlungen in der Kindheit berichteten, hatten im Vergleich zu anderen Probanden einen verkleinerten Hippocampus.

Diese evolutionär gesehen sehr alte Hirnregion wird unter anderem mit Gefühlen und Gedächtnis in Verbindung gebracht. (…) Die Forscher vermaßen den Hippocampus und betrachteten vor allem drei Schlüsselgebiete. Vorhergehende Studien hatten bereits gezeigt, dass Zellen dort ein Hormon als Reaktion auf Stress ausschütten, wenn das Gehirn noch nicht ganz ausgereift ist. Möglicherweise werde durch ein Übermaß des Stresshormons die Entwicklung der Nervenzellen des Hippocampus gestört, meinen die Forscher. Am anfälligsten sei die Region vermutlich im Alter von drei bis fünf Jahren.

Veränderungen im Hippocampus wurden laut Studie bereits bei einer ganzen Reihe von psychischen Erkrankungen beobachtet, beispielsweise bei Depressionen, Schizophrenie, Posttraumatischen Belastungsstörungen und Borderline-Störungen. In der aktuellen Studie waren bei Teilnehmern, die in der Kindheit misshandelt wurden, drei Schlüsselbereiche des Hippcampus um 5,8 bis 6,5 Prozent kleiner als bei den anderen Probanden. Teicher arbeitet am der psychiatrischen Klinik McLean Hospital, die zur Harvard Medical School gehört.

Die Studie könnte nach Meinung der Autoren auch zur Klärung eines bestimmten Phänomens beitragen: warum Menschen, die in der Kindheit Gewalt erlebten, leiden häufiger an psychischen Krankheiten wie Depressionen, Sucht oder anderen Störungen. Die Gehirnentwicklung in den ersten Lebensjahren könnte einer der Gründe dafür sein.

Es zeigt auch, dass Nature und Nurture miteinander verbunden sind. Es geht nicht nur einfach darum, dass ein Blank Slate einen bestimmten Zustand verarbeitet, sondern es gibt direkte Auswirkungen auf das Gehirn.

Ideen zur Änderung des Familienrechts

Ein paar Vorschläge zur Änderung des Familienrechts (zu den aktuellen Regelungen vgl. „Ansprüche bei Scheidung bzw. Beendigung der Ehe„)

1. Zugewinn

Ein Ausgleich findet nur dann statt, wenn ehebedingte Nachteile bestehen. Ehebedingte Nachteile sind Verdienst- und Vermögensausfälle, die dadurch entstanden sind, dass einer der Ehepartner im Einverständnis beider Ehegatten Aufgaben innerhalb der Ehe übernommen hat und daher finanzielle Einbußen hatte.

Sofern beide Ehegatten in Vollzeit gearbeitet haben wird vermutet, dass ehebedingte Nachteile nicht entstanden sind.

Sind ehebedingte Nachteile entstanden, so sind diese auszugleichen. Die Grenze bildet der Halbteilungsgrundsatz.

2. Kindesunterhalt

 Kindesunterhalt bei minderjährigen Kindern wird dahingehend modifiziert, dass beide Eltern gegenüber dem Kind barunterhaltspflichtig sind. Bei der Berechnung der Anteile ist der Betreuungsaufwand und das Alter des Kindes zu berücksichtigen.

(Erläuterung: Bis zu einem Alter von 3 jahren wird meist eine Vollzeitbetreuung erforderlich sein, deswegen wird kein Einkommen angerechnet. Bei einer Halbtagsstelle ist anzunehmen, dass diese unter dem Selbstbehalt liegt oder nur ein kleiner Teil angerechnet werden kann. Ab einer Vollzeitstelle muss aber ein Anteil übernommen werden. Grund: die Mutter eines 17 jährigen, die in Vollzeit arbeitet, sollte sich am Unterhalt beteiligen. Sie kann sich ab einem gewissen Alter des Kindes nicht mehr darauf berufen, dass die Betreuung gleichwertig ist. So wird zudem eine größere Berufstätigkeit der Mutter gefördert (über die gesteigerte Erwerbsobliegenheit gegenüber Minderjährigen, die Zurechnung eines fiktiven Einkommens etc).

3. nachehelicher Unterhalt

Nachehelicher Unterhalt wird nicht nach den ehelichen Lebensverhältnissen, sondern als Nachteilsausgleich gezahlt. Es gilt das zum Zugewinn ausgeführte. Hat also ein Krankenpfleger eine Oberärztin geheiratet und dann die Kinder betreut, dann kann er nur verlangen, so gestellt, zu werden, wie er auch stehen würde, wenn er die Kinder nicht betreut hätte, also als Krankenpfleger mit den potentiellen Karriereoptionen, wenn diese dargelegt werden können.

Sofern beide durchgehend Vollzeit gearbeitet haben wird vermutet, dass ein Nachteil nicht eingetreten ist.

4. Umgang

Leben die Kinder nach der Trennung bei einem der Eheleute, dann entsteht automatisch ein Umgangsrecht, dessen Titulierung auf Antrag des Elternteils, das die Kinder nicht hat, beim Jugendamt erfolgen kann und von diesem lediglich dann verweigert werden kann, wenn eine Kindeswohlgefährdung hierdurch zu erwarten ist. Der Umfang wird auf das Wochenende alle 14 Tage festgelegt. Ist der Andere hiermit nicht einverstanden, dann muss dieser hiergegen Klage erheben.

5. Sorgerecht

Es besteht ein sofortiges gemeinsames Sorgerecht der biologischen Eltern (verheiratet oder unverheiratet)

Gut oder nicht gut?

Der Rücktritt des Bundespräsidenten: Christian Wulff geht

Das Christian Wulff ja nun mal um 11:00 Uhr als Bundespräsident zurücktritt (alles andere würde mich doch sehr überraschen) können wir hier ja schon mal wild darüber diskutieren.

Ich finde Folgendes interessant:

  •  Der Bundespräsident ist letztendlich eine nette Statusposition ohne wirkliche Aufgabe außer moralischer Kompetenz vorzugeben. Diese konnte Wulff nicht mehr erfüllen.
  • Die Abneigung, Wulff an der Spitze zu lassen und ihm seine früheren Fehltritte nachzusehen (als Bundespräsident an sich hat er ja nichts falsch gemacht) passt gut zu unserem Hierarchiedenken und unserem Gerechtigkeitsgefühl. Der oben an der Spitze muss, gerade bei einer Repräsentationsfunktion eine gewisse moralische Überlegenheit verkörpern können oder zumindest eine gewisse Alphafunktion. Interessant wäre die Frage, ob jemand mit mehr Charisma, beispielsweise ein Clinton, das hätte das eher überspielen können. Dagegen würde sprechen, dass einfach nach und nach zuviel rauskam, was ihn angreifbar machte und man sich festgebissen hatte.
  • Wer ist ein guter Nachfolger? Kommt die weibliche Doppelspitze? Wie wäre es mit einer Person mit deutsch/griechischen Hintergrund, um die Wogen andererweits etwas zu glätten (mir fällt da allerdings niemand mit entsprechenden „Migrantionshintergrund“ ein, der eine entsprechende Akzeptanz hat)?

Beleidigungen und evolutionärere Partnerwert

Eine Vorherssage aus unserer Evolutionsgeschichte wäre, dass Abwertungen anderer Personen aufgrund der Bedeutung der Partnerwahlkriterien insbesondere genau diese betreffen müssten, weil dies letztendlich alles ist, um das sich unsere Gesellschaft als ultmiate Cause dreht. Die Abwertungen müßten dann natürlich nich direkt die Fortpflanzung betreffen, sondern eher die „proximate causes“, die die Fortpflanzung mit einem biologisch günstigen Partner ermöglichen und einem einen hohen Wert auf dem Partnermarkt zusprechen.

Das wären unter Berücksichtigung der Sexual Strategies Theory verschiedene Punkte:

  • Beim Mann natürlich insbesondere der Status innerhalb der Gemeinschaft („Versager, Looser, Wicht“), das Absprechen des Erfolges bei anderen Frauen („Wichser“) und natürlich auch körperliche Attribute, die wertvolle Fähigkeiten in der Steinzeit und in der (damaligen) intrasexuellen Konkurrenz betreffen („Schwächling“). Ich denke hierunter fallen auch generelle Abwertungen seiner sexuellen Leistungsfähigkeit („kleiner Schwanz, hält eh nur 30 Sekunden durch“), die einmal den Erfolg bei Frauen absprechen (wer lange keinen Sex hatte, der kommt eben schneller als jemand, der eh viel Sex hat) als auch deren Attraktivität für Frauen (wobei Genitalgröße vielleicht auch ein Mittel der intrasexuellen Konkurrenz war, da es teilweise (zumindest ab einer gewissen Größe) eher Männer zu interessieren scheint). Hinzu kommen auch Punkte, die gerade Alphamannverhalten betreffen, also bei Männern mit einem hohen Testosteronspiegel anzutreffen sind („Weichei, weinerlich, Opfer“) und solche, die eben mit klassischer Männlichkeit in Verbindung stehen, der Beschützerrolle (in Pickupterminologie: Protector of loved ones) und der Risikobereitschaft in Verbindung stehen („Feigling, Angsthase“), oder schlicht das ganze Konzept einbeziehen („Kein echter Mann“ „Kein Kerl“). Da auch Intelligenz ein Attraktivitätsmerkmal ist (vergleiche „The Mating Mind“) sind natürlich auch allgemeine Beleidigungen dieser interessant („Trottel“)
  • Bei Frauen wäre dies natürlich zuallererst körperliche Attraktivität („fette Kuh“), dann aber insbesondere Treue („Schlampe“,“schläft eh mit jedem“ „Hure“) aber auch solche, die ihren Spass am Sex in Zweifel ziehen („frigide“). Der Gegensatz entsteht durch die Betrachtung als Kurzzeit und Langzeitstrategie. In der Abwertung der „Langzeitattraktivität“ fliesen Betrachtungen der potentiellen Vaterschaftswahrscheinlichkeit für einen Mann ein (bei einer „SChlampe“ eben vermindert) und damit eben auch ihrer Bindungsfähigkeit: Eine Frau, die nur die Versorgung will, aber keine Gefühle und keine Bindung eingeht, sondern über Extra Pair Copulations entweder zusätzliche Versorgungsleistungen oder besseres Genmaterial erhalten will kann hierüber abgewertet werden (eben zB als „Hure“ oder im englischen als „Gold Digger“).

Zu Bedenken ist dabei, dass die Herabsetzung des Partnerwertes insbesondere in der intrasexuellen Konkurrenz von Bedeutung sein kann. Das – und nicht die Prägung durch eine hegemoniale Männlichkeit, die die weibliche Sexualität einschränken will oder ein Patriarchat – dürfte wesentlich dazu beitragen, dass Frauen andere Frauen gerne als „Schlampen“ bezeichnen, ebenso wie Männer ander Männer gern als Versager darstellen. Aber natürlich besteht auch außerhalb der intrasexuellen Konkurrenz viel Gelegenheit dazu: Etwa indem man eine betrügende Freundin einen hohen Partnerwert abspricht („eh eine Schlampe“) oder allgemein über andere Personen lästert. Gerade der Informationsaustausch in einer Gruppe ist ja ein wesentlicher Vorteil der Menschen und da die wichtigste Information biologisch gesehen der Partnerwert anderer Personen innerhalb der Gruppe ist, verwundert es nicht, dass überall getratscht, gelästert und Celebrity-Klatsch begierlich verfolgt wird.

Versorgereigenschaften als Attraktivitätsmerkmale und Gründe für die Paarbindung

Was wirklich vielen Probleme zu bereiten scheint ist „Der Mann als guter Versorger“ als Attraktivitätsmerkmal aus Sicht der Frau und dem Ausnehmen von Männern oder gar die Abgrenzung zu purer Gier abseits von Liebe, wenn man so verdreht wie imion und Zhen denkt. Meiner Meinung nach ist diese Abgrenzung gut vorzunehmen ohne dabei eine Abwertung von Frauen zu Huren vorzunehmen. zu Bedenken ist dabei zunächst die Ausgangslage und dann die Umsetzungsmechanismen. Des weiteren ist zu bedenken, wie sich eine dauerhafte Versorgung sicherstellen läßt.

1. Ausgangslage

Die Ausgangslage ist dabei, dass die Aufzucht eines Menschenkindes sehr aufwändig ist. Menschenkinder sind von allen Primaten am längsten unselbständig, sie haben noch nicht einmal mehr einen stark ausgeprägten Greifreflex, mit dem sie sich selbständig an der Mutter festhalten können, sondern müssen aktiv getragen werden. Ihre Sillzeit ist lang, erst mit ca 14 Jahren, unter steinzeitlichen Bedingungen erst später, erreichen sie überhaupt eine eigene Fortpflanzungsfähigkeit und erst mit ca. 18 jahren sind sie ausgewachsen. Innerhalb dieses Zeitraums profitieren Menschenkinder enorm von einer Unterstützung und Versorgung. Daher besteht eine hohe Motivation sich einen Partner zu suchen, der erstens eine Versorgung übernehmen kann und zweitens auch bereit ist sie zu übernehmen.

2. Anzeichen für eine gute Versorgungsmöglichkeit 

Interessant sind damit bei der Partnerwahl Anzeichen dafür, dass der potentielle Partner ein guter Versorger ist. Dabei ist zu bedenken, dass in der Steinzeit, da die Leute Nomaden waren, wenig Wert angesammelt werden konnte. Natürlich konnten Kleidung, Waffen, sonstiger Besitz diese Funktion erfüllen, aber eine übermäßige Anhäufung von Reichtum war nicht möglich. Auch Nahrung konnte vor der Sesshaftigkeit nur eingeschränkt gelagert und damit angesammelt werden. Interessante Faktoren für die Beurteilung waren damit körperlich: Wie ist sein Versorgungszustand, welche langfristigen Zeichen einer guten Ernährung lassen sich finden (Haar, Muskeln), aber eben auch, da wir Gruppentiere sind, die Eingebundenheit in die Gruppe. Selbst der stärkste Mann konnte nicht gegen mehrere Männer, die sich verbunden bestehen, so dass Bündnisse entsprechend wichtig wurden und damit die Frage, wer wen unterstützt, letztendlich der Status innerhalb der Gruppe, der daher auch heute noch von erheblicher Bedeutung ist. Hinzukommt, dass Männer mit einem hohen Status auch eher bei Jagden anderer an der Beute beteiligt sein würden, was sich ebenfalls vorteilhaft auswirkt.

3. Anzeichen für einen Versorgungswillen 

All dies bringt für eine Langzeitstrategie wenig, wenn derjenige seine möglicherweise vorhandenen Versorgungsleistungen nicht in zB eine bereits Schwangere oder seine Kinder investieren will, sondern sie zB lieber zur Werbung einer neuen Partnerin einsetzt. Es war also wichtig zu erkennen, inwieweit sich der Mann an die Frau binden will, sein Versprechen, mit ihr zusammenzubleiben und sie zu unterstützen, ernst gemeint war. Damit haben Männer ebenfalls einen guten Grund genau diese Eigenschaft zu signalisieren. Ich hatte in „Rache, starke Gefühle, Ehrenkodexe und Verhandlungspositionen“ bereits dargelegt, dass es hierfür günstig sein kann, deutlich zu machen, dass man über seine Logik hinaus durch Gefühle, Bindungshormone etc gebunden ist, dass man also selbst wenn man wollte den anderen nicht verlassen könnte. Liebe, wie wir sie empfinden ist damit zum einen tatsächliche Bindung an eine Person, zum anderen aber auch Zeichen an den anderen, dass man nicht mehr rational, sondern gefühlsmäßig gebunden handeln wird. Es ist insoweit umgesetzte Spieletheorie, nach der ein Versprechen, dann sicherer ist, wenn man die Entscheidung für die Erfüllung aus der Hand gibt, weil der andere so (eher) vertrauen kann, dass man auch so verfährt, wie man es verspricht. Deswegen ist es auch attraktiv bei einem Mann, wenn dieser Gefühle darstellen kann, man erkennt, dass er Bindungen aufbauen kann etc.

4. Anzeichen dafür, dass er nicht nur ausgenutzt wird

Wenn der Mann aber signalisiert, dass er ihr so verbunden ist, dass er sie und ihren Nachwuchs versorgen will, weil er sie liebt, über Bindungshormone mit ihr verbunden ist, bei ihr bleiben wird, dann werden im Gegenzug auch seine Anforderungen relevant, weil die Männer, die ihre Versorgungsleistungen in eigene Kinder investiert haben, mehr Gene im Genpool hinterlassen haben, als die Männer, die Versorgungsleistungen in fremde Kinder investiert haben. Damit der Mann bereit ist zu investieren bzw. für eine positive Selektion auf Männer, die bereit für eine Investition sind, ist damit Vaterschaftswahrscheinlichkeit ein wesentlicher Punkt. Um so sicherer ein Vater sein kann, dass er der Vater ist, um so eher lohnt sich eine väterliche Investition. Frauen, deren Gene sie zu einer „echten Bindung“, eben einem Verliebtsein befähigen, die eine Bindung an einen sie ebenfalls liebenden Mann errichten konnten, konnten hierfür die beste Absicherung bieten. Denn auch hier sind die Gefühle, die das logische Denken überschreiben, wie bereits hier dargestelllt, dass beste Signal in dieser Richtung. Ein „Ich kann gar nicht anders wollen als dir treu sein, weil ich voller Hormone bin, die dich besonders machen und an mich binden“. Auf diese Weise ist verständlich, dass gegenseitige Bindungen entstehen können, mit denen das gegenseitige Versprechen durch entsprechende irrationale Gefühle abgesichert wird.

5. Einordnung in proximate cause und ultimate cause

Zu bedenken ist hierbei, dass die Versorgung zunächst nur ultimate Cause ist. Gerade in Verbindung mit der angestrebten Sicherheit für den Mann ist es zur Umsetzung dieses Ziels im proximate Cause zieldienlicher, diese Betrachtung nur Unterbewußt vorzugeben. Demnach müsste eine Frau nicht bewusst einen Versorger suchen, sondern nur im proximate cause eine Vorliebe für Männer entwickelt haben, die in der Steinzeit eine Versorgung sichergestellt haben. Das würde nicht erfordern, dass tatsächlich eine Versorgung als attraktiv empfunden wird, aber eben Status, gutes Aussehen, gewisse Resourcen, und Verbundenheit zu der jeweiligen Frau. Im Gegenzug dann eben auch gutes Aussehen der Frau, Treue etc

6. Berücksichtigung von anderen Strategien

Zudem ist natürlich auch hier zu berücksichtigen, dass Menschen nicht alle gleich sind, sondern ein menschlicher Genpool besteht, der viele verschiedene Strategien zuläßt. Innerhalb einer Welt, in der Frauen und Männer sich verlieben und tatsächlich an den Partner gebunden sind kann ebenso eine Variante betehen, die die Liebe auf beiden Seiten ausnutzt. Entweder bei Männern, die gut darin sind Gefühle vorzutäuschen oder bei Frauen, die dies ebenfalls gut können und dadurch Versorgungsleistungen erlangen können. Dies bedeutet aber nicht, dass alle Männer und alle Frauen diesem Typus entsprechen würden.

Zudem ist auch zu  berücksichtigen, dass innerhalb der vorherrschenden, gerade dargelegten Strategie weitere Unterstrategien erfolgreich eingebunden werden können. „Liebe deine Partnerin, aber begehre gleichzeitig andere fruchtbare Frauen, gerade wenn es deine Partnerin nicht merkt“ kann ebenso eine solche Unterstrategie sein wie „Liebe deinen Partner, aber wenn ein Mann dich besonders erregt, dann begehre ihn ebenfalls, gerade wenn dein Partner nichts merkt“.

Traumfrau gesucht (RTL2)

In der RTL2-Show „Traumfrau gesucht“ begleitet ein Fernsehteam Männer in osteuropäische Länder, wo sie mittels einer Heiratsagentur und teilweise auch eigenständig die Frau fürs Leben finden wollen.

Nachdem ich recht zufällig bei der Show gelandet bin, verfolge ich sie nunmehr wann immer ich kann. Dabei ist mir bewusst, wie solche Shows arbeiten und das die Darstellung möglicherweise gerade diesen Eindruck erwecken soll, so gestaltet ist, aber dennoch:

Die Show ist das Äquivalent eines Verkehrsunfalls: Grauenhaft, aber man muss hinschauen.

Grund dieser Grauenhaftigkeit sind die dort vorhandenen Männer, die an Armseligkeit und fehlenden Flirttalent nur schwer zu überbieten sind.

Einmal haben wir da den Manfred, schon etwas älter, und klassisch steif, der grundsätzlich versucht, die Frauen zu kaufen.

Er überhäuft sie mit Geschenken und meint so Gefühle für sich entstehen lassen zu können. Dabei sind die Geschenke teilweise auch noch lüstern-sexuell, etwa nach kurzem Kennenlernen Unterwäsche, bei der man merkt, dass er es kaum abwarten kann, sie darin zu sehen, was er auch noch dadurch unterstreicht, dass er keine Gelegenheit ausläßt, sie zu begrabbeln und viel zu früh und ohne Anzeichen eines Gefallens sexuell zu werden. Er überschätzt sich dabei maßlos und denkt, dass er damit den potenten, großzügigen Liebhaber gibt. Er lebt also in gewisser Weise in einer Zhenschen Welt, in der Frauen hauptsächlich auf das materielle aus sind und natürlich kann er damit selbst Frauen, die sich für ausländische Männer interessieren und bei denen man ein gwisses Interesse an einer finanziellen Absicherung gerne unterstellt, nicht überzeugen.

Der weitere Kandidat, Manfred, ist nie zufrieden mit einer Frau, lehnt sie meist bereits nach reiner Optik ab, es sei denn es sind Modelschönheiten. Dann fängt er erkennbar an zu sabbern, bekommt ein Grinsen wie ein Kind, das die Möglichkeit auf unbegrenzten Süssigkeitenzugriff vor Augen sieht und wird schmierig-sexuell. Er versucht dann mit „Witz“ ihr herz zu gewinnen, wirkt dabei aber eher albern. Natürlich hat auch er einen Anteil „zhensche Welt“, bei einem ersten Date versuchte er beispielsweise einer Frau sogleich Schuhe zu kaufen und seinem Sabbern und dem bestehenden Grinsen war ein SChuhfetischismus für hochhackige Schuhe zu entnehmen, aus dem er auch keinen Hehl machte. Gegen einen solchen Fetisch ist aus meiner Sicht auch nichts zu sagen, aber er bewertet die Frauen erkennbar nur nach ihren Körpern, wirkt lüstern und needy dabei. Das bemerken die Frauen natürlich recht schnell und haben kein Interesse. Er betont dann bereits nach dem ersten Date, dass er eine Frau fürs Leben sucht und die eben perfekt – gemeint ist erkennbar körperlich attraktiv – sein muss und meint damit Werte zu verkörpern, er erkennt nicht, dass er dafür zumindest mal ein Interesse an Ihnen als Person darstellen müßte.

 

Der Dritte im Bunde, Elvis, ist ein dicker, ungepflegt wirkender Griesgram, der aber meint, dass er Frauen echt durchschaut hat, dabei aber vollkommen uninteressiert an einem Kennenlernen und einer gewissen Empathie ist. Auch ihm sind alle Frauen – trotz seinem eigenen Äußeren – zu hässlich, was er ihnen auch durchaus sagt, etwa mit den Worten „Ich bin hässlich und du bist hässlich, da kann es ja nicht funken“ – wer wollte sich nicht in einen solchen Mann verlieben? Er scheint zudem von einer recht männlichen Art des verliebens auszugehen – die Frau sieht ihn und ist verliebt (was bereits optisch schwierig ist). Deswegen will er dann beispielsweise von den Frauen wissen, ob sie denn nun verliebt sind (investment bisher Null) und teilt ihnen mit, dass er sonst eben zur nächsten gehen würde. Wie könnte man Interesse besser signalisieren? Wohlgemerkt: Desinteresse kann ein wichtiges Mittel des Mannes sein und interessant wirken: Aber dazu muss man ansonten Werte verkörpern, die für Frauen interessant sind, während er eher noch seinen niedrigen Partnerwert betont, indem er betont, dass die Frauen zuvor ihn abgelehnt haben und er dann eben zur nächsten ist, die ihn wieder abgelehnt hat. Eine markante Szene war eine Frau, die ihn zunächst erst einmal zum Friseur gebracht hat, was er auch über sich hat ergehen lassen. Danach hatte sich sein fettig herabhängendes längeres Nerd-Haar in eine durchaus schicke modische Frisur verwandelt. Er sah wesentlich besser aus. Gleich einem Samson sah er sich aber mit jedem Haar seiner Manneskraft beraubt und warf der Frau vor, ihn verunstaltet zu haben. Er hat wahrscheinlich noch nicht einmal gemerkt, wie erbärmlich er mit den Vorhaltungen wirkte, den er hatte sich ja in den Friseurstuhl gesetzt und dem Schneiden zugestimmt.

Es ist also eine illustre Schar an schmierigen Betas, die hier vorgeführt wird und das (der Show nach) noch nichteinmal merkt. Es ist interessant die Gesichter der Frauen und ihre Abwehrhaltung zu sehen.

Sie sollten jedem Mann ein abschreckendes Beispiel sein.

(Kleiner Tipp an RTL2: Wenn die Zuschauerzahlen sinken, dann engagiert doch einfach einen Pickup-Trainer für die drei, der ihnen Tipps gibt. In den ersten paar Folgen bitte nur die Fehler der Männer mit den Frauen analysieren. Und dann die Männer nach ein paar Lektionen betreut erneut in den Ostblock. Wenn er es schafft, die drei in attraktive(re) Männer zu verwandeln, dann sollte das für genug Gesprächsstoff sorgen. (Solltet ihr einen überbezahlten Berater für das Konzept brauchen, meine Email-Adresse ist im „About“;-))

Hierarchien bei Primaten

Frans de Waal schreibt in „Der Affe in uns“ etwas zum Thema Hierarchie:

Je klarer die Hierarchie, desto weniger bedarf sie der Bestätigung. Bei Schimpansen eliminiert eine stabile Hierarchie Spannungen so sehr, dass Konfrontationen zu einer Seltenheit werden: Die Untergeordneten vermeiden Konflikte, und die von höherem Status haben keinen Grund sie zu suchen. Alle sind besser dran. (…)

Die Statusrituale der Schimpansen drehen sich also nicht nur um Macht, sondern auch um Harmonie. Nach einer perfekten Machtdemonstration steht das Alphamännchen mit gesträubten Haaren selbstherrlich da und achtet kaum auf die Untergeordneten, die sich ihm mit respektvollen Lauten unterwerfen und ihm Gesicht Gesicht, Brust und Hände küssen. Indem sie sich ducken, und zum Alphamännchen aufblickenm machen die Hechelgrunzenden klar, wer der Boss ist, was den Weg für ein friedliches, freundliches Zusammenleben ebnet. Nicht nur das: Die Klärung der Hierarchie ist auch für effiziente Kooperation von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund haben diejenigen menschlichen Organisationen, bei denen es am meisten auf Zusammenarbeit ankommt – beispielsweise große Unternehmen und das Militär – die am klarsten definierten Hierarchien. Eine Kommandokette ist demokratischen Strukturen immer überlegen, wenn es auf entschlossenes Handeln ankommt. Je nach Umständen schalten wir spontan auf einen eher hierarchischen Modus um. Bei einer Untersuchung wurden zehnjährige Jungen in einem Sommerlager in zwei Gruppen eingeteilt, die miteinander konkurrieren. Herabwürdigungen der anderen Gruppe – beispielsweise indem sich die Jungen angewidert die Nase zuhielten, wenn sie Mitglieder der anderen trafen – waren rasch gang und gäbe. Andererseits nahm der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe zu, genau wie die Durchsetzung sozialer Normen und das Anführer-Mitläufer-Verhalten. Das Experiment bewies die Bindungsqualitäten von Statushierarchien, die sich verstärkten, sobald aufeinander abgestimmtes Verhalten verlangt war

Ich denke auch, dass Hierarchien immer noch in uns stecken und wir sie im sozialen Leben errichten wollen. Sie sind deswegen in Unternehmen wichtig, weil wir ihre Wirksamkeit instinktiv verstehen, weil sie Teil unseres evolutionären Erbes sind. Das kann man Ausnutzen, indem man einen Anführerkult errichet, wie es genug Staatsoberhäupter versucht haben oder indem man sich selbst als Sektenführer mit göttlicher Macht auflädt. Man kann es auch nutzen, um Arbeitsstrukturen zu gestalten. Kinder, gerade Jungs, nutzen es ebenfalls, um ihre sozialen Gruppen zu gestalten.

Dass diese Mittel effektiv sind, bedeutet natürlich nicht, dass sie gut sind. Das wäre ein naturalistischer Fehlschluss. Aber sie helfen uns häufig unser Leben konfliktfreier zu gestalten und Strukturen zu schaffen, die eine Kooperation ermöglichen. Das sollte man auch nicht vergessen.

Der Weg zum Sex: Klassischer Ansatz oder Zustimmungskonzept?

Holly von Pervocracy stellt drei Geschichten vor: Die klassiche Anbahnung, die überkorrekte Anbahnung nach dem Zustimmungskonzept und die „sexy Version“ davon:

Version 1:

Active partner (generally male) and receptive partner (generally female) are alone together. They’re chatting, drinking, or watching a movie. Active partner detects (or wishful-thinks) the whiff of romance/lust in the air. Active partner gradually increases his physical closeness to receptive partner and makes some sexual innuendos. Eventually A goes ahead and kisses R. If she doesn’t object, A leads R to a bed or sofa and lies her down. A kisses R more and gropes her. If she doesn’t object, A then puts on a condom and R is expected to spread her legs and stuff. Intercourse happens.

Dieses Modell, wenn auch bei weitem nicht perfekt, hat in der Praxis viel für sich, weil es nicht viel Absprache benötigt und beide üblicherweise in der Lage sind, dass, was sie wollen, indirekt zu sagen und so Gesicht zu wahren. Meiner Meinung nach ist der Übergang vor dem ersten Kuss etwas grob dargestellt. Der „Überfallkuss“ kommt ja eigentlich recht selten vor. Meist wird man eher erst anderweitigen Körperkontakt herstellen, vielleicht einfach näher aneinanderrücken bis man sich berührt, man stellt soviel Körperlichkeit her, dass man davon ausgehen kann, dass der andere zumindest ein gewisses Interesse hat und dann deutet man den Kuss an und schaut wie sie reagiert. Natürlich muss der andere nicht passiv sein, wenn er dann gleich zu wilderen Aktionen übergeht, dann wird das beiderseits recht sein. Es wird glaube ich unterschätzt, wie gut Menschen auch indirekte Kommunikation und Körpersprache an einander beurteilen können. Und es wird auch unterschätzt, dass der andere mitunter passiver sein will und sich nicht unbedingt festlegen will, wie weit er geht ohne damit zu erklären, dass er damit auch den Versuch ablehnt und nicht auch den Prozess selbst als Abstimmung ansieht ohne das eine Handlung, die dauerhaft geduldet wird, damit gleich eine beeinträchtigende Grenzverletzung sein muss

Es folgt Version zwei:

Active partner and receptive partner are alone together. They’re chatting, drinking, or watching a movie. Active partner detects (or wishful-thinks) the whiff of romance/lust in the air. A breaks into the conversation and asks R, „may I kiss you?“ If she says yes, they kiss, although he is careful not to place his hands anywhere not specifically pre-approved. A breaks off the kiss, ceases all physical contact, stares politely into the middle distance, and asks R, „may I touch your left breast? may I touch your right breast also?“ If she says yes, he touches her breasts. After some silent, tentative, arms-length touching he breaks off again and composes himself before asking, „would you like to have sex?“ If R responds positively, he clarifies: „with me?“

Das ist in der Tat eine Horroversion vollkommen übertriebenen Absicherung. In der Übertreibung wird auch recht gut deutlich, warum eine solche Absicherung letztendlich jede Spontanität vertreibt und auch, dass man eigentlich nur auf diesem Weg das Konzept voll umsetzen kann.

Dann die von Holly bevorzugte Version:

Partners A and B are alone together. A detects (or wishful-thinks) the whiff of romance/lust in the air. A says to B, „You are so goddamn cute, you know that? I’d really like to make out with you.“ B answers by leaning in and passionately kissing him.

B puts a finger on A’s top button and asks „may I?“ with a wicked grin and a raised eyebrow. He nods and she opens his shirt, touching and kissing down his chest. „Shall we take this to the bedroom?“ she asks, looking up at him, her lips brushing his skin just above the line of his jeans. A responds by taking her hand and leading her there. B sits on the bed and starts undoing her clothes. She pulls A into the bed with her.

„Do you want to have sex?“ A asks.

„Oh hell yes,“ B says, and starts kissing A again. She brings her hand down to the level of his zipper but hesitates, making eye contact before going further.

„Hang on,“ A says, „just so you know, I really don’t like having my balls touched.“

„Okay,“ B says, „but can I play with your cock?“

„Please,“ A replies, and she slips her hand into his pants, his answer turning to a groan as she wraps her hand around his cock and begins to stroke.

Das Problem ist eben, dass man bei jemanden, der so enthusiastisch zustimmt eh alles einfacher ist. Aber mit jemanden, meist eine Frau, die das nicht macht wird es schon deutlich schwieriger. Es scheint mir das richtige zu sein, für Leute, die gerne beim Sex reden und die das anmacht. Aber das ist eben nicht bei allen der Fall und die meisten Frauen würden denke ich die dauernde Rumfragerei eher nervig finden und einem mitteilen, dass man doch wohl merkt, was sie mag, dass sie einem schon sagen, wenn sie etwas nicht mögen etc. Es wird meist eher nicht der Fall sein, dass sie  auf die Aussage, dass man gerne mit ihr rummachen will, einen küsst. Zudem ist das Risiko eben auch deutlich höher, dass man abgelehnt wird oder sie eine solche Aussage zu deutlich findet. Die andere Version hat eben den Vorteil, dass man über kleinere Zeichen vorfühlen kann. Und den Vorteil, dass man nicht pausenlos überlegen muss, wie man Zustimmung gerade wieder sexy ausdrückt bzw. anfragt. Und den großen Wert dabei, dass man vorher bereits sagen soll, was man mag sehe ich auch nicht. Auch hier würde ich zustimmen, dass die meisten Menschen recht gut erkennen, was man mag und was nicht und es weit weniger technisch wirkt, wenn man es so deutlich anspricht.

Was sagt ihr zu den Schilderungen?

Testosteron und seine Wirkung auf den Sexualtrieb

In „Sex at dawn“ findet sich eine interessante Stelle zu Testosteron:

A man who suffered a hormonal disorder that left him with almost no testosterone for four months discussed his experience (anonymously) in a radio interview. Without testosterone, he said, “Everything I identified as being me [was lost]. My ambition, my interest in things, my sense of humor, the inflection of my voice…. The introduction of testosterone returned everything.” Asked whether there had been an upside to being testosterone-free, he said, “There were things that I find offensive about my own personality that were disconnected then. And it was nice to be without them…. I approached people with a humility that I had never displayed before.” But overall, he was glad to have it back, because, “When you have no testosterone, you have no desire.”

Griffin Hansbury, who was born female but underwent a sex change after graduating from college, has another well-informed view of the powers of testosterone. “The world just changes,” he said. “The most overwhelming feeling was the incredible increase in libido and change in the way I perceived women.” Before the hormone treatments, Hansbury said, an attractive woman in the street would provoke an internal narrative: “She’s attractive. I’d like to meet her.” But after the injections, no more narrative. Any attractive quality in a woman, “nice ankles or something,” was enough to “flood my mind with aggressive pornographic images, just one after another…. Everything I looked at, everything I touched turned to sex.” He concluded, “I felt like a monster a lot of the time. It made me understand men. It made me understand adolescent boys a lot.”

Was gut zu den Funden der hier aufgeführten Metastudie zum Sexualtrieb und dieser Schilderung des Journalisten Andrew Sullivan passt (über Pinker).

Es zeigt auch gut, wie die Hormone unser Verhalten mit Disponieren. Wir können eben tun, was wir wollen, aber wir können nicht wollen, was wir wollen, wie Schopnehauer schon sehr richtig feststellt.

Aus dem Mehr an Testosteron folgt eben auch eine gänzlich andere Sexualität des Mannes, die wesentlich triebhafter ausgerichtet ist. Wer objektiv an die Sache ran geht und sich zum einen die Wirkung von Testosteron anschaut und zum anderen die Mengenabweichungen zwischen Männern und Frauen bei diesem Hormon, der kann daran auch kaum vorbei.

Warum sind Frauen lauter beim Sex?

Ich habe „Sex at Dawn“ angefangen und bin erstaunt, wie sehr dort auf Strohmänner eingedroschen wird. Die Theorien dort scheinen mir – wenn auch vieles interessant sind – größtenteils falsch und die Argumente recht oberflächlich. Aber vor einer Besprechung muss ich ja erst einmal ganz durch sein.
Eine der Thesen ist wohl, dass Männer und Frauen in der Steinzeit keineswegs monogam waren (das sie monogam gewesen sein sollen ist einer der Strohmänner), sondern eher zu Gruppensex neigten.
Eines der Argumente – neben Vergleichen mit Bonobos – ist, dass Menschenfrauen beim Sex laut wären, lauter als Männer. Bei anderen Primaten diene dies gerade dazu, andere Männer ebenfalls zur Paarung hinzuzuholen und so eine Spermienkonkurrenz herbeizuführen.
Die Erklärung kommt mir nicht sehr logisch vor, sie passt nicht zu der Sexual Strategies Theorie, sie berücksichtigt nicht unsere Liebeschemie und sie erklärt viele andere Punkte nicht, auf die das Buch (zumindest nach meinem Stand) noch nicht eingegangen ist. Vielleicht kommt dazu später mehr.
Ich finde diesen Punkt aber tatsächlich interessant und er verdient, da stimme ich den Autoren zu, innerhalb dessen was sie die „Standardtheorie“ nennen, eine Erklärung.
Mir würden dazu zwei Erklärungen einfallen:
1. Wie bereits hier dargelegt, kann Gruppensex eigentlich nur unter bestimmten Bedingungen für Frauen günstig sein. Gruppensex an sich würde bei hinreichend Zeit dazu führen, dass das Interesse an väterlicher Unterstützung der Kinder und Mitversorgung abnimmt, da damit die Vatersicherheit fällt.
Auch aus Sicht des Mannes ist es nicht sinnvoll sich beim Sex der Gefahr auszusetzen, dass andere Männer der Sex erregt und sie die Gelegenheit nutzen um ihrerseits Sex zu haben (evtl. gegen den Willen der Frau und des Mannes). Das dürfte der Grund sein, warum Männer eher leise sind. Ein weiterer Grund wäre das Anlocken von Tieren.
Allerdings könnte es vorteilhaft für die Frau sein, so laut zu sein, dass der Mann, um die Gefahr eines Nebenbuhlers gering zu halten, seinerseits gezwungen ist, vorsichtiger zu sein.
Eine ähnliche Strategie fahren nach einer Theorie laut lärmende Vogelkücken im Nest. Sie ziehen durch ihren Lärm potentielle Raubtiere an, die ihnen selbst gefährlich werden können. Aber die Eltern haben gleichfalls etwas zu verlieren, nämlich ihre gesamte Brut, und die Kücken haben zudem die Chance, dass ein Raubtier nur ihre Geschwister frisst und zudem die Gefahr, dass ein Geschwisterteil die Erpressungsstrategie zuerst einsetzt und dann das Fressen erhält. Also kann es sich für sie trotz der Eigengefährung lohnen, möglichst laut um Essen zu betteln und die Eltern mit ihrem eigenen Leben zu erpressen (ich meine das Beispiel gab es bei Dawkins in „Das egoistische Gen“.)
Hier könnte die Lautstärke der Frau ein „Mach es sicher oder riskiere, dass ein anderer Mann oder andere Männer auch Lust auf mich bekommen“ sein.
2. Des weitern könnte es auch in der Tat ein Zeichen an die anderen Männer sein. Wenn der eigene Mann dann nicht genug Status hat und ein anderer Mann tatsächlich eingreift, dann könnte dies durch aus zum (genetischen) Vorteil der Frau sein, wobei sie wiederum unschuldig wäre, weil sie es ja nicht kontrollieren kann. Gegenüber dem Mann, mit dem sie schläft wäre es insofern in gewisser Weise ein Shittest: Kommst du damit klar, dass ich laut bin und andere es hören?
3. Es könnte sich auch einfach daraus entwickelt haben, dass weibliche Lust und Orgasmus ein wichtiges Zeichen für den Mann sind und daher „Laute Frauen“ trotz der Risiken erfolgreicher in der Weitergabe der Gene waren
Das sind recht spontane Gedanken dazu. Vorher müsste man natürlich noch die Frage stellen, ob Frauen überhaupt tatsächlich lauter sind. Das würde ich durchaus bejahen. Dann wäre noch hinzuzufügen, dass es sicherlich auch möglich gewesen wäre, Sex leise zu machen. Dann stellt sich die Frage, warum keine Selektion in diese Richtung stattgefunden hat, sondern Frauen laut sind.