Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 6. Februar 2012

Frauenquote in den Parteien am Beispiel der Grünen

Über Dingosaar fand ich diesen Text bei Felix Werner Ludwig in dem Beitrag „Wie ein Pirat den Feminismus kennen lernte

Auf der Mitgliederversammlung wurden die Delegierten für die nächste Bundesdeligiertenkonferenz gewählt. Es standen sechs Plätze zur Verfügung, drei für Männer und drei für Frauen. Die zehn männlichen Bewerber kämpften um jeden Platz, kannten jede Beschlussvorlage und verteidigten verbissen ihre politischen Positionen. Bei den Frauen lag dies anders, es waren nämlich nur drei Frauen anwesend. Die Erste bewarb sich, weil sie schließlich auch zu den letzten vier BDKs gefahren sei, die Zweite wollte sich „so eine BDK auch mal anschauen“ und die Dritte konnte erst zu einer Teilname überredet werden, nachdem man ihr die Übername der Reisekosten versprochen hatte. Da soll sich jetzt jeder selber eine Meinung drüber bilden. Der Arbeitskreis für Gender-Politik hat jedenfalls bis heute nicht getagt (ca. sechs Monate), „weil der Arbeitskreis leider nur zwei aktive Mitglieder hat“ (bei 400 Mitgliedern im Kreisverband).

Das scheint mir ein Problem zu sein, dass nicht über Quote gelöst werden kann. Die Quote bringt in solchen Fällen nichts sondern verstärkt allenfalls bestehende Vorurteile

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Responses

  1. […] https://allesevolution.wordpress.com/2012/02/06/frauenquote-in-den-parteien-am-beispiel-der-grunen/ Share this:FacebookGefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Artikel wurde in Feminismuskritik, Politskandal veröffentlicht und mit Die bessere feministische Welt, Die Grünen, Gleichberechtigung, Gleichstellung, Männerdiskriminierung getaggt. […]

  2. Hallo Christian,
    ich hab deinen heutigen Eintrag als Inspiration genommen, um auch über das Thema zu schreiben (nämlich die Hintergründe dieses Zustands, die sich speziell bei den Grünen nicht in der Quote erschöpfen)
    http://maennergedanken.wordpress.com/2012/02/06/das-rassenstatut-der-grunen/
    Meine allgemeinen Gedanken zur Quote :
    Absoluter Unfug ! in der Wirtschaft geht es um Gefährdung des Privateigentums in der Politik um die Gefährdung der Demokratie. Das „Recht zur Teilhabe“ auf welches sich Femis gerne stützen bedingt nämlich eines, und das ist Engagement auch in entsprechend großer Zahl, was dann eine Auslese der Besten ermöglicht. In Österreich sind die selbstauferlegten Frauenquoten einiger Parteien prozentual weit über dem Geschlechterverhältnis der Parteimitglieder. Die unselige Schwarzer hatte mit dem Sager das Private sei politisch etwas ganz anderes im Sinn, nämlich die Auffassung das Männer auch im öffentlichen Leben den weißen Ritter spielen sollen und Frauen überall den Vortritt lassen (nichts anderes ist die Quote).
    Ich finde schon im Privaten das Gentleman-getue absurd und lächerlich (um nicht zu sagen clownesk) im öffentlichen Raum hat das mE gar nichts zu suchen, insbesondere wenn es die Demokratie gefährdet.
    lg, clochard

    • Okay, ich gestehe, ich bin auch mal zu einer Konferenz gefahren, „um mir eine Landesdelegiertenkonferenz mal anzugucken und mal zu verreisen.“, aber auch die männlichen Mitfahrer waren zu 4/5 nur mit, weil es eine Festlegung gab, wieviele Menschen aus jedem Kreisverband mitsollten – egal wieviele engagierte Mitglieder der Verband überhaupt hatte.
      So saßen 4/5 der Mitgefahrenen im Saal und verstanden nur Bahnhof bzw. hätten kein kompetentes Gespräch führen können, wenn sie jemand nach ihrer Meinung zu einem politischen Sachverhalt gefragt hätte. – während von größeren Verbänden sich mehrere sehr kompetente und engagierte Mitglieder ärgerten, dass sie nicht mitfahren durften, weil ja die Quote schon voll war.

      So ähnlich stell ich mir das auch mit dem Geschlechtsdings vor – engagierte und alt eingesessene Herren werden zu Gunsten von interessierten, aber unbedarften Damen verdrängt. Vielleicht entscheidet sich durch ein solches Erlebnis die ein oder andere Dame dafür, später mal mehr politisches Engagement zu zeigen, aber erstmal ist es ein Performanceverlust für die Saaldiskussion.

      • Es geht ja nicht um die Performance der Diskussion, sondern um die Vertretung der Ortsverbände bzw. der Parteimitglieder.

        Wenn alle weiblichen Bewerber gewählt werden müssen, dann kann von innerparteilicher Demokratie nicht mehr die Rede sein. Dann ist es sogar besser, wenn sie die Klappe halten.

        Die BDK ist das höchtse Parteigremium der Grünen.

        „Mal zum Guken“ darf sowieso jeder hinfahren.

      • @Nick:
        Viel bizarrer im orwellschen Sinne finde ich die Redelistenordnung der Grünen. Wenn keine Frau mehr etwas zu sagen hat, kann auch kein Mann mehr etwas zu sagen haben.

        Neben der Reflexion über die Chuzpe Redebeiträge nach Geschlechtsorganen zu normieren, sinniere ich auch darüber, ob es etwas bringen würde, wenn sich Mann als Frau fühlt? Ich kann mir schon richtig vorstellen, wie entsprechende Einwände mit: „Ihr [Restgrüne] müsst die heteronormative Matrix überwinden!“ abgewertet würden.

      • ..nein, da gibt es kein Vertun: Der Mann, der sich als Frau fühlt wird von der Gesellschaft dennoch als Mann betrachtet, und ist somit qua Penis Privilegiert.

        Keine Grüne Feministin ist in der heteronormativen Zwangsmatrix, sonst wäre sie doch gar keine Grüne Feministin.

        Man hatte imho mal einen Frau-Mann Transsexuellen, nach der OP flog der dann stante pede raus: Nur die echte, tatsächliche BildungsbürgersFrau ist Benachteiligt, und überhaupt ist:

        Die Krise [..] männlich. Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise, Hunger- und Gerechtigkeitskrise, all dies sind direkte Folgen einer vor allem „männlichen“ Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsweise, die unseren Planeten an den Rand des Ruins getrieben hat. Entfesselter Wachstum und ungehemmter Profit müssen ein Ende haben.

        (Zitat: Grünes Männermanifest. Hach nein, mit völkischen Weiblichkeitsmythen und -Verschwörungsbildern haben WIR doch nichts gemein. Schließlich schreibt doch auch die Connell was von der transnationalen Unternehmermännlichkeit, die ihren Anteil am internationalen Sexhandel will. Die „männliche Lebensweise(!)“ hat doch das Patriarchat selbst konstruiert, wir doch nicht!)

      • Die Krise [..] männlich. Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise, Hunger- und Gerechtigkeitskrise, all dies sind direkte Folgen einer vor allem „männlichen“ Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsweise, die unseren Planeten an den Rand des Ruins getrieben hat. Entfesselter Wachstum und ungehemmter Profit müssen ein Ende haben.

        Kurz und bündig zusammengefasst: Am weiblichen Wesen soll die Welt genesen.
        Es ist die Kapitulation vor den Problemen einer komplexen Welt, eine infantile Regression: Muddi wirds schon richten.

      • Ergänzung: das sind dann die Leute, die anderen vorwerfen, in Geschlechterstereotypen zu denken. Das eigene Verhalten zu reflektieren ist deren Stärke nicht.

  3. Schließlich schreibt doch auch die Connell was von der transnationalen Unternehmermännlichkeit …

    Klingt in meinen Ohren so ähnlich wie „internationales Finanzjudentum“. Hauptsache die einfach Gestrickten kriegen ihr simples Weltbild, wo das Böse so griffig benannt und der Feind so klar erkennbar ist.

    Mein Gott, ist diese Connell eine Einfaltspinselin, typisch Frau 😉

    • ..mit sowas profiliert man sich eben in der „wissenschaftlichen Männerforschung“

      Eifrig plapperns alle Kriecher nach.

    • @ Peter
      Ja wie sagte einst Volker Pispers zum Thema Feminismus so schön :
      Hauptsache ein klares Feindbild, dann hat der Tag Struktur.

  4. He, finde es immer toll, gelesen zu werden, hoffe, viele haben sich den (mit viel Mühe geschriebenen) Ursprungsartikel bei DingoSaar durchgelesen. 😉

    Wenn ich es richtig verstanden habe, hat vor allem Gerhard Amendt am Feminismus die Nähe zum „Weiblichkeitsideal“ der NS-Zeit kritisiert; Mitscherlichs „Die Friedfertige Frau“ hat er im „Jüdischen Echo“ rezensiert: http://www.vafk.de/themen/wissen/gleichstellung/Jued._Echo_Amendt.pdf

    Thomas Gesterkamp für die FES und irgendein ander Schmierfink für die GRÜ-Stiftung (Heinrich Böll-Stiftung?) hat die ganze Vaterrechtsbewegung, inclusive(!) Amendt, „rechts“ verortet. Ach ja, Amendt ist Jude. (Ja, es gibt rechtsradikale Juden – aber Amendt hat, außer auf die Rolle der Frau im NS-Reich und Antisemitismus hinzuweisen, nichts rechtsradikales getan. Wenn man deshalb schon in der „taz“ Juden als „rechts“ bezeichnen kann, dann sollten diese Publiszisten langsam mal den tonnenschweren Magnetstein neben ihrem „politischen Kompaß“ wegschaffen!)

    Ich warne allerdings davor, Quoten allgemein in die Nähe des „Rassenbegriffs“ zu rücken. Erstens, es bagatellisiert Rassisten genauso, wie Gesterkamp den Rechtsextremismus. Zweitens, es ist ein „Buzzword“, nach dem keiner mehr weiterliest (in der Regel ich auch nicht). Und drittens, es ist gar nicht notwendig, mit dem Holzhammer auf einen Irrweg zu schlagen, der sowieso nicht mehr viel braucht, um endgültig umzustürzen.

    Quoten waren ein Versuch, seinerzeitig reale Ungerechtigkeit zu bekämpfen; in der „GRÜ“-Form der WMFs (Weiße Mittelstands-FeministINNEN) hat er versagt, ebenso wie die „Sprachgerechtigkeit“ (die m.E. durch Zementierung der Geschlechtsunterscheidung sogar der BRD nachhaltig geschadet hat). Der Fehler waren nicht die Einführung (temporärer) Quoten, der Fehler ist , nicht nachzubessern und immer noch an ihnen festzuhalten. (Was zu einem Kreislauf führt: „vernünftige“ Frauen beteiligen sich wegen praktischer Unwirksamkeit nicht mehr an der Diskussion, so daß diese nur noch von Leuten wie Nadine Lantzsch, die Rechtsstaat und Menschenrechtskonventionen in extremistischer Weise ablehnt, und Antje Schrupp, die die „Matriarchatsforschungs“-Sekte bewundert, weitergetragen wird.

    Es gibt jedoch sinnvolle Quoten, z.B. bei Erziehern (sogar eine Männerquote), Polizisten (nicht nur eine Frauen-, sondern auch eine „Türkischstämmigen“- und andere ethnische Quoten – mit SEHR gutem Grund, Stichwort „Community Policing“).

    Daneben blockieren gerade Frauenquoten – und auch die Reduktion männlichem Schulversagens auf Jungen! – jedoch sowohl sinnvolle „Empowerment“-Aktionen (mein momentaner Favorit: die Häcksen http://www.haecksen.org/ ), als auch die Suche nach über das Geschlecht hinausgehenden Urschen (ADS z.B. tritt genetisch bedingt – ein oder mehrere der auslösenden Gene sind rezessiv auf dem X-Chromosom, das sich bei Männern – XY – IMMER ausbildet – im Geschlechterverhältnis 3:1 Jungen:Mädchen auf; im hyperaktiven Typus sogar 9:1).

    Deshalb liebe ich den – leider gefährdeten! – Post-Gender-Ansatz der Piratenpartei – damit die Geschlechter-Scheuklappen von Feministen WIE Maskulisten endlich abgelegt und die Suche nicht beim Geschlecht aufgegeben wird.

    • @dingosaar
      „Quoten waren ein Versuch, seinerzeitig reale Ungerechtigkeit zu bekämpfen“
      Welche waren das?

    • @dingosaar
      „Polizisten (nicht nur eine Frauen-, sondern auch eine „Türkischstämmigen“- und andere ethnische Quoten – mit SEHR gutem Grund, Stichwort „Community Policing“).“
      Diese quote ist in keinem Fall zu befürworten. Es sollten die Realen Probleme mit der integration angegangen werden und diese nicht durch Pseudoaktionen wie der Migrantenquote verschleiert werden. Dazu ist es aber notwendig, eine gescheite Integrationsdebatte zu führen, was leider durch unsere linken Gutmenschen regelmässig verhindert wird.

      • ad 1) Sogar die Bundeswehr in Afghanistan hat die Erfahrung gemacht, daß sie einen bestimmten Frauenanteil in Kommunikation mit Einwohnern /braucht/. „Community Policing“ hat sich in den USA bewährt, in Großbritannien, und in Frankreich – jede mit sehr viel größeren Migrantenanteilen als in Deutschland. Fakt ist, von Spätaussiedlern, die gerade mal 20 Jahre in Deutschland leben, kann man gar keine völlige Assimilation verlangen. „Interkulturelles Management“ wird in der Wirtschaft zu Recht sehr ernstgenommen. Aufgrund einer betonierten Assimilatins-Ideologie (die in der Vergangenheit – siehe Preußen – nie so umgesetzt wurde, weil sie m.E. gar nicht umsetzbar *ist*) diese Erkenntnisse zu ignorieren, bringt die real existierende Integration keinen Millimeter weiter.

        ad 2) Das (uralte) Personalitätsprinzip der Sozialethik (auf der die soziale Marktwirtschaft der Nachkriegs-BRD beruht) erklärt, daß der Mensch nicht als gesichtsloses Element einer zusammengefaßten Schicht gesehen werden darf, sondern als Person, als Individuum gesehen werden muß. Auch damit kann man „Community Policing“ (neben dem empirischen Beleg der Wirksamkeit in anderen Ländern oder bei Auslandseinsätzen oder im Wirtschaftsbereich) auch aus den Ur-Grundsätzen der Bundesrepublik begründen. Daß „linke Gutmenschen“ (im ursprünglichen Wortsinn, es ist leider gerade von konservativer Seite zu „Dummdeutsch“ verkommen, das für alle politisch Andersdenkenden angewandt wird – und damit die Abwendung gewisser konservativer Kreise vom Pluralismus markiert) Migrantenquoten auch befürworten (i.d.R. aber meines Wissens nicht aufgrund der „Community Policing“- und Interkulturalitäts-/Erfahrung/, sondern aufgrund einer fehlgeleiteten und unpraktikablen „Multikulturalitäts“-Ideologie – die mit „Intelligent Design“ sehr viel und mit dem Wachsen und der Weiterentwicklung von Kulturen durch „fremde“ Einflüsse sehr wenig zu tun hat), entwertet die Position nicht – genauso wenig, wie Bio-Bauern („Artamanen“) und Naturschutz (ein Steckenpferd Hermann Görings) in der NS-Zeit beide Bewegungen jetzt nicht entwerten. – Oder der ideologische Feminismus den szientistischen Femalismus, zwischen beiden Strömungen gibt / gab (es ist leider beunruhigend still um den Femalismus geworden) es viele Schnittmengen.

      • @dingosaar
        Die Situation in Afghanistan ist eine vollkommen andere, dort befinden wir uns in einer anderen Kultur, dort sind wir „Gast“ und müssen uns den gepflogenheiten des Landes anpassen. Genau das gleiche kann ich auch von Menschen verlangen, die hier leben möchten. Und weist du, die Spätaussiedler, die vor 20 Jahren hierhergekommen sind, die machen am allerwenigsten Probleme. Aber das wort Assimilation sagt schon alles. Weist du, was gescheite Integration ist? Solange sich die Menschen an unsere Werte und Gesetze halten, können sie ihre Kultur ausleben, kommt es zum wiederspruch mit unseren Gesetzen, gewinnt unsere Kultur, so einfach ist das. Aber genau das wird verhindert, wird schlecht geredet mit Worten wie Assimilation.

        Und Interkulturelles Management ist mal wieder so was, was ihr Linken nicht verstanden habt, dort geht es um internationale Beziehungen, das findet nicht im nationalen Rahmen statt, aber genau das wollt ihr und genau dort macht es keinen Sinn.

        Was hälst du von der Scharia, möchtes du sie hier haben, oder ist das schon assimilation, weil das abgelehnt wird?

      • @dingosaar
        Ich empfehle dir dringend, diesen Artikel zu lesen:

        http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8115426/Falsche-Toleranz-loest-Probleme-der-Integration-nicht.html

        „Der Besuch der Mullahs in Vaters Metzgerei

        Anfang der Achtzigerjahre wurde zum Beispiel meinem Vater, dem eine der ersten türkischen Metzgereien in Köln gehörte, von den Vorbetern einer Hinterhofmoschee systematisch die Kundschaft entzogen – nicht ohne ihn vorher gewarnt zu haben. Zwei Mullahs besuchten ihn und forderten ihn auf, das Bild vom Gründer der laizistischen türkischen Republik, Kemal Atatürk, aus dem Laden zu entfernen und den Raki aus den Verkaufsregalen zu nehmen.

        Mein Vater schmiss die beiden aus dem Geschäft und schimpfte ihnen hinterher, sie seien Heuchler und keine Gläubigen. Noch nicht einmal ein Jahr später blieb fast die gesamte türkische Kundschaft weg, sodass er sich nach einem neuen Laden in einem anderen Stadtteil umsah. Heute ist die Keupstraße in Köln-Mülheim nicht nur in den vielen bekannten Restaurants eine alkoholfreie Zone und natürlich fest in türkischer Hand. „

    • Ich warne allerdings davor, Quoten allgemein in die Nähe des „Rassenbegriffs“ zu rücken. Erstens, es bagatellisiert Rassisten genauso, wie Gesterkamp den Rechtsextremismus.

      Berechtigter Einwand. Der „Sexismus“ ist allerdings eine begriffliche Analogiebildung zu Rassismus.

      Weil diese Analogiebildung im gesamtgesellschaftlichen Diskurs vorherrscht ist es eben sehr schwierig, Andersbehandlungen aufgrund des Geschlechtes anzugreifen, ohne damit indirekt auf Rassismus anzuspielen.

      Der vorherrschende Feminismus lebt davon, das Ungerechtigkeitsempfinden gegenüber Rassismus auf die „Frauenfrage“ umzulenken, teilweise ja auch zu recht: Es ist ebensowenig einzusehen, warum Frauen in einen Topf geworfen werden und anders behandelt werden wie es einzusehen ist, Schwarze ohne Ansehen des Individuums anders zu behandeln.

      Wenn aber im Namen des Feminismus Männer in einen Topf geworfen werden, und ohne Ansehen des Individuums anders behandelt werden, dann ist der Einwand, dass das doch wohl gleichermaßen analog zu Rassismus ist, gerechtfertigt.

      (Die weitverbreitete feministische Argumentation, derzufolge „Männer“ eine „Privilegierte Gruppe“ seien verfängt dabei nicht, weil sie eben genau darauf beruht, Männer in einen Topf zu werfen. Ein Zirkelschluss)

      Es gibt jedoch sinnvolle Quoten, z.B. bei Erziehern (sogar eine Männerquote), Polizisten (nicht nur eine Frauen-, sondern auch eine „Türkischstämmigen“- und andere ethnische Quoten – mit SEHR gutem Grund, Stichwort „Community Policing“).

      Dem liegt die Annahme zugrunde, dass z.B. Männer anders mit Kindern umgehen, und ein türkischer Polizist eher Zugang zur „türkischen Mentalität“ (was auch immer das sein mag)

      Das halte ich für einen Fehlschluß, weil das allenfalls Wahrscheinlichkeitsprognosen sein können.

      Man müsste sich schon die Mühe machen, die Anforderungen zu spezifizieren und damit entsprechende Auswahlkriterien festzulegen, deren Erfüllung dann im Einzelfall geprüft wird. Unabhängig von solchen schwammigen Kriterien wie „Türkischstämmig“.

      Genau genommen ist das Kriterium „Mann“ auch unter biologischen Gesichtspunkten Schwammig. Es gibt zwar Merkmalshäufungen, allerdings lässt das keinen Rückschluß auf den jeweiigen Bewerber, sondern eben nur eine Wahrscheinlickeitsprognose zu.

      als auch die Suche nach über das Geschlecht hinausgehenden Urschen (ADS z.B. tritt genetisch bedingt – ein oder mehrere der auslösenden Gene sind rezessiv auf dem X-Chromosom, das sich bei Männern – XY – IMMER ausbildet – im Geschlechterverhältnis 3:1 Jungen:Mädchen auf; im hyperaktiven Typus sogar 9:1)

      Auch das ein berechtigter Einwand, der aber eigentlich, weitergedacht, zu dem Schluss führen müsste, dass es „no female Mozart“ gibt, weil es „no female Jack the Ripper“ gibt.

      Insofern stellt sich dann die Frage, welche „Ungerechtigkeit“ Quoten „Ausgleichen“ sollen.

      • (Der Hauptunterschied zwischen Rassismus und Sexismus ist imho der, dass Minderheiten entindividualisiert und „gemobbt“ werden.

        Das hat in der Tat eine ganz andere Qualität als eine Frauenquote und die feministische Dämonisierung von Männern)

      • Dem liegt die Annahme zugrunde, dass z.B. Männer anders mit Kindern umgehen, und ein türkischer Polizist eher Zugang zur „türkischen Mentalität“ (was auch immer das sein mag)

        Meines Wissens ist es vielmehr die Annahme, daß das Erleben von realen und authentischen Männern die Entwicklung von Kinder (Jungen wie Mädchen) positiv beeinflußt, bzw. daß Mitglieder ausländischer Parallelgesellschaften einem Polizisten, den sie als „einen von ihnen“ betrachten (wobei es da auch bei Integrierteren Tendenzen zu einer Gruppenidentität als „wir Ausländer“ gibt), positiver gegenübertreten als einem, den sie als Vertreter einer ihnen primär repressiv gegenübertretenden Leidkultur sehen.
        In beiden Fällen geht es also weniger um tatsächliche Eigenschaften des Betreffenden, als vielmehr um seine Wahrnehmung durch andere. Also ist das Mann-Sein oder Türkisch-Sein tatsächlich das Kriterium, das für die angenommene bessere Eignung verantwortlich ist.

        Der Unterschied zu Quoten für Leitungsfunktionen ist also, daß es nicht um Repräsentation geht. (Das Argument, daß Firmen nicht gezwungen werden müßten, wenn „Diversity“ tatsächlich den Gewinn erhöhen würde, haben wir ja oft genug wiederholt.)
        Aber trotzdem sind sie natürlich auch in diesem Fall abzulehnen, weil sie Individuen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit benachteiligen.

        Bombe 20

      • Aber trotzdem sind sie natürlich auch in diesem Fall abzulehnen, weil sie Individuen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit benachteiligen.

        Im Falle der Polizisten wird eine Quote meist gar nicht erforderlich sein, weil es zumeist genug Bewerber gibt, die die allgemeinen Kriterien erfüllen.

        Was die Erzieher betrifft könnte ich gut nachvollziehen, dass eine Erzieherin ziemlich sauer wäre wenn sie die zehnte Absage mit der Begründung erhielte, dass man einen männlichen Erzieher suche.

        Die Einführung einer Quote bedeutete, wie auch im umgekehrten Fall der Frauenquote, dass eine ganze Weile erstmal fast gar keine Erzieherinnen eingestellt würden.

        In der Tat eine grobe Ungerechtigkeit gegenüber den Individuen, die gerade das Pech haben eine Stelle zu suchen.

  5. […] hängen, dass Frauen ein geringeres Interesse daran haben, solche Ämter zu bekleiden. (vgl. auch Frauenquote in den Parteien am Beispiel der Grünen) Teilen Sie dies mit:TeilenDruckenE-MailTwitterFacebookStumbleUponRedditDiggGefällt mir:Gefällt […]

  6. Frauenqute?
    Wie ist die Frauenquote bei den „gefallenen“ Soltatinnen und Soltaten?
    Wer macht sich hier Gedanken über „Geschlechtergerechtigkeit“?

  7. […] Frauenquote in den Parteien am Beispiel der Grünen […]

  8. […] Frauenquote in den Parteien am Beispiel der Grünen […]

  9. […] Das war schon einmal Gegenstand eines Artikels, in dem ich folgendes zitierte: […]


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