Wie arbeitsintensiv sind Spitzenpositionen?

Eine der immer wieder auftauchenden Themen ist, welche Anforderungen eigentlich an eine Spitzenposition gerade in zeitlicher Hinsicht gestellt werden.

Die eine Position ist, dass Spitzenpositionen ein erhebliches Maß an Zeit erfordern, wenn man sie richtig durchführen will und mit einem geringeren Zeitaufwand schlicht nicht zu bewältigen sind.

Die andere Auffassung ist, dass der Arbeitsumfang eher künstlich aufgebläht wird, die Leute nicht deligieren können, man nicht abgeben kann und Führungspositionen eh eher das große Bild im Auge behalten müssen und es eher um Verantwortung geht, nicht darum, wie viele Stunden man im Büro ist. Man könne eh nicht mehr als 8 Stunden effektiv arbeiten, alles andere sei bloßes Zeitabsitzen.

Eng damit verwandt ist die mir insbesondere aus feministischen Diskussionen bekannte Argumentation, dass es eben die männliche Arbeitswelt ist, die diese Stunden verlangt, während Frauen, die weniger egobezogen und zugleich teamfähiger arbeiten würden, dies nicht nötig hätten und einfach effektiver arbeiten würden, dass aber, weil der Schein mehr zähle als das tatsächliche Arbeiten, nicht entsprechend gewürdigt würde.

Eine andere Variante ist einfach davon auszugehen, dass jeder Job teilbar ist und man dann eben einfach mehr Leute einstellen soll, die die gleiche Arbeit machen

Meiner Meinung nach erfordern gewisse Arbeiten durchaus einen hohen Arbeitsaufwand und das ist auch nicht immer deligierbar. Da ist zB die Arbeit von Spezialisten an einem größeren Projekt, dass zeitgebunden ist. Wenn Vorbereitungen für einen Auftrag an einem bestimmten Tag abgeschlossen sein müssen und diese Zeit knapp bemessen ist, dann kann man eben keinen 8 Stundentag hinlegen, sondern wird zwangsläufig mehr arbeiten müssen. Das gleiche ist es, wenn man den Überblick behalten möchte und dazu Fachwissen und Detailwissen braucht. Dann ist es ebensowenig möglich, sich in dem Bereich zurückzuhalten.

In dem anderen Beitrag wurde ja bereits die Abschlußarbeit eines Studiums angeführt. Die wenigesten werden hier gesagt haben, dass sie da auch gut mit 8 Stunden hinkommen, sondern sie werden echte Stressphasen gehabt haben, in denen sie gerade am Ende der Zeit „überstunden“ gemacht haben. Hier will eben auch niemand was übersehen, geht diversen Spuren nach, sichert sich durch umfangreiches sichten und lesen diverser Literaturstellen ab und baut dadurch natürlich auch zusätzliches Wissen auf.

Es ist zudem zu bedenken, dass es Menschen gibt, die vollkommen in ihrem Beruf aufgehen. Workoholics, die sich ein Leben außerhalb des Büros und ohne die Anspannung des Jobs nicht vorstellen können. Oder auch sehr sachliche Menschen, die sich ihre Bestätigung, die sie vielleicht im persönlichen Bereich nicht bekommen, innerhalb des Berufs suchen.

Denen zu sagen, dass sie es doch mal etwas entspannter angehen können, verkennt vollkommen, dass sie dies gar nicht können und wollen. Sie empfinden diesen Bereich nicht als Belastung, weil ihr Beruf ihr Hobby bzw. sie den Stress brauchen um sich wichtig zu fühlen.

So jemanden zu sagen, dass er die Arbeitswelt doch mal etwas Frauenfreundlicher gestalten soll, indem er weniger arbeitet oder die Anforderungen herunterschraubt, wird wenig bringen. Die Reaktion wird eher ein „Warum sollten wir? Uns gefällt es so.“ sein.

Das in diesem Bereich mehr Männer vertreten sind mag daran liegen, dass dies dem sachlich-analytischen Gehirn, dass häufiger bei Männern zu finden ist, eher entgegenkommt.

58 Gedanken zu “Wie arbeitsintensiv sind Spitzenpositionen?

  1. „So jemanden zu sagen, dass er die Arbeitswelt doch mal etwas Frauenfreundlicher gestalten soll, indem er weniger arbeitet oder die Anforderungen herunterschraubt, wird wenig bringen. Die Reaktion wird eher ein „Warum sollten wir? Uns gefällt es so.“ sein.“

    Karrieremenschen machen ihre Karriere mit allen daraus folgenden Konsequenzen freiwillig, völlig richtig. Insofern ist der antifeministische Mythos, Männer würden dazu gezwungen, weil Frauen das so wollen, längst obsolet. „Anforderungen runterschrauben“ hat allerdings wenig mit „Frauenfreundlichkeit“ zu tun. Auch Frauen machen Karriere freiwillig und investieren einen hohen Zeit- und Energieaufwand. Es wäre eher im Sinne der Vereinbarkeit von Karriere und Familie eine Familienfreundlichkeit, den Arbeitsaufwand zu reduzieren.

    • Was für eine Familie? Karrierefrauen haben so gut wie nie eine eigene Familie, bleib am Boden der Tatsachen.

      „Schätzungen zufolge beträgt die zusammengefasste Geburtenziffer bei Akademikerinnen ca. 0,9 Kinder je Frau, bei Frauen ohne Schulabschluss hingegen ca. 1,8, also rd. das Doppelte.“
      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Demografie

      Zwei Hündchen sind eben noch keine Familie. Man möchte lachen, wenn es nicht so traurig wäre, was uns die Femifasch. angetan haben. Das einzig Gute daran ist, dass sich auch Feministinnen in der Regel nicht fortpflanzen.

      • „Karrierefrauen haben so gut wie nie eine eigene Familie,“

        Und 3x darfst du raten warum.

        Auf den Rest deiner verbitterten und unsachlichen Polemik lohnt es sich nicht einzugehen.

      • Männer sind daran Schuld, wenn Karrierefrauen so gar nicht in ihre teilweise biologisch bedingten Attraktivitätsmuster passen?

        A ja, dass nenne ich eine sexistische zutiefst totalitäre Aussage. Ich hoffe für alle Männer, dass sie sich nicht mehr dieser genderpolitisch motivierten, moralischen Keule aussetzen. Des Weiteren zeigt sich hier, einmal mehr, der Opfernarzissmus der Frauen.

        Einmal sachlich darüber nachdenken, warum sich intelligente Männer diesen Zirkus, dieses Belehrende Umerziehen nicht mehr antun wollen, scheint zu viel verlangt zu sein.

      • „Männer sind daran Schuld, wenn Karrierefrauen so gar nicht in ihre teilweise biologisch bedingten Attraktivitätsmuster passen?“

        Das hast du gesagt, nicht ich.

        „A ja, dass nenne ich eine sexistische zutiefst totalitäre Aussage.“

        Es war deine Interpretation.

        „Einmal sachlich darüber nachdenken, warum sich intelligente Männer diesen Zirkus, dieses Belehrende Umerziehen nicht mehr antun wollen, scheint zu viel verlangt zu sein.“

        Genau lesen, was geschrieben wurde, offenbar auch.

  2. Ich finde ja immer, dass bei einer Diskussion über diesen Themenbereich zwei völlig verschiedene Aspekte zu berücksichtigen sind. Einmal geht es um „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ und einmal um „Vereinbarkeit von Karriere und Familie“.
    Ersteres halte ich für realisierbar. Beim zweiten scheitert es schon an der einheitlichen Benutzung des Wortes „Karriere“.

    Wenn man wie ich unter Karriere versteht, dass man rasch hohe, anspruchsvolle und gut dotierte Posten bekommt, dann steckt dahinter in der Regel ein hoher Arbeits- und Zeitaufwand. Da Zeit aber extrem gerecht verteilt ist und wirklich jeder Menschnur 24h am Tag davon zur Verfügung hat, muss man Prioritäten setzen. Man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen.

    Da wird mir immer entgegengehalten, aber Männer könnten auch Kind und Karriere haben. Ja können sie, aber nur, wenn sie den dritten Parameter richtig setzen: einen Partner haben, der einem bedingungslos den Rücken frei hält. Und unter diesen Umständen könnten auch Frauen Kind und Karriere vereinbaren.

    Ach ja und noch was zum Teilen von Jobs: Das funktioniert, aber zwei Leute mit den selben Fähigkeiten an einem Projekt brauchen zusammengerechnet mehr Zeit als einer allein, weil die Zeit für die Koordinierung dazu kommt. Je nach Job kann das ein hoher Prozentsatz der Gesammtzeit werden. Ganz abgesehen von den „Reibungsverlusten“ durch mangelhafte Koordination.

    • @Binchen

      „Da wird mir immer entgegengehalten, aber Männer könnten auch Kind und Karriere haben. Ja können sie, aber nur, wenn sie den dritten Parameter richtig setzen: einen Partner haben, der einem bedingungslos den Rücken frei hält. Und unter diesen Umständen könnten auch Frauen Kind und Karriere vereinbaren.“

      Richtig. Aber ich vermute mal, dass die meisten Frauen einen ganz anderen Typ Mann suchen und auch weitaus weniger bereit sind, dem Partner die Kinderbetreuung zu überlassen und in dieser Zeit Karriere zu machen. Natürlich im Schnitt. Einige Frauen werden damit ganz wunderbar zurecht kommen und auch die passenden Männer dafür finden.

      „Das funktioniert, aber zwei Leute mit den selben Fähigkeiten an einem Projekt brauchen zusammengerechnet mehr Zeit als einer allein, weil die Zeit für die Koordinierung dazu kommt. Je nach Job kann das ein hoher Prozentsatz der Gesammtzeit werden. Ganz abgesehen von den „Reibungsverlusten“ durch mangelhafte Koordination.“

      Und ich denke genau diese Reibungsverluste machen es so unattraktiv. Ich finde es schon anstrengend, wenn man in einem Bereich mit einer Teilzeitkraft zu tun hat und es beständig, wenn man was zu besprechen hat, heißt, dass sie nicht da ist.
      Zumal es eben auch die Gefahr gibt, dass Leute einen gegeneinander ausspielen, die beiden sich nicht vertragen, gegeneinander arbeiten um sich besser darstellen zu können oder abweichende Entscheidungen treffen.

  3. Abgrenzung: Gleichberechtigung Ja, Gleichstellung Nein.

    Seit Mitte der 90er sind wir im Gleichstellungsfeminismus als Staatsfeminismus angelangt. Dieser ist totalitär, agiert top/down, früher auf nationaler jetzt auf multinationaler, europäischer und auch auf internationaler, auf UN-Ebene. Meines Erachtens hatte der Feminismus, wie ich ihn wohl auch mit Professor Amendt als Gegensatz zur Frauenrechtsbewegung auffasse, nie das Ziel einer wahren Gleichberechtigung, vielmehr war da immer schon ein Hauch von „supremecy“ im Hintergrund vernehmbar. Nicht umsonst wurden radikal-anarcho Feministinnen regelmäßig als Vorbilder angesehen (u.a. Dworkin).

    Wenn man nun, als normaler Mann nicht geneigt ist mit Frauen, welche einer, wenn auch gemäßigten, feministischen – nicht gleichberechtigten frauenrechtlerischen – Position anhängen, eine Beziehung einzugehen und bei geltendem, männerfeindlichen Ehe- und Familienrecht noch dazu eine Familie zu gründen, dann ist dies für mich nicht überraschend und mit der politischen Umsetzung des Feminismus, dem Zeitgeist aber eben auch oft bestimmten nicht erfüllten Attraktivitätsmerkmalen geschuldet. Niemand hindert diese Karrierefrauen im Übrigen „nach Unten“ zu heiraten!

    Dass Karrierefrauen zumeist keine! eigene Familie haben, ist eine Tatsache und keine Unterstellung meinerseits. Du kannst natürlich Familie auch als Zweipersonen-Haushalt definieren oder als Single mit regelmäßigen ONS, das ändert nichts an meinem Gebrauch des Terms und der Wahrheit bzw. Folgerichtigkeit meiner Aussage. Ich wüßte nicht, was ich sonst noch behauptet hätte. Der Rest war meine persönliche Meinung.

    Und ja, ich finde es gut, dass solch‘ androphobe, männerhassenden Menschen sich nicht fortpflanzen um diesen Männerhass an ihren Jungen, falls sie nicht gezielt nach Geschlecht abtreiben, dann auslassen.

    • „Nicht umsonst wurden radikal-anarcho Feministinnen regelmäßig als Vorbilder angesehen (u.a. Dworkin).“

      Die definitiv keine Anarchistin war. Genausowenig wie die meisten anderen einflussreichen Radikalfeministinnen. Und es ist schon amüsant , dass hier mit Dworkin ausgerechnet eine extreme Staatsfetischistin gegen alle Fakten zur Anarchistin hochstilisiert wird.

      Die klassische frauenrechtliche Tradition des Anarchismus war weder männerfeindlich, noch sexualfeindlich, noch wissenschaftsfeindlich – ganz im Gegenteil – sondern eine absolut berechtigte und legitime Interessenvertretung für Frauen.

      Emma Goldman, immerhin die bekannteste und einflussreichste der klassischen anarchistischen Frauenrechtlerinnen gehörte zu den frühzeitigsten Kritikerinnen der „radikal-feministischen“ Tendenzen in ihrer Zeit:

      http://www.anarchismus.at/anarchistische-klassiker/emma-goldman/80-emma-goldman-das-tragische-an-der-emanzipation-der-frau

      Janet Biehl, die vermutlich heutzutage einflussreichste Theoretikerin des libertär-sozialistischen Feminismus ist bekannt für ihre scharfe Kritik an den männerfeindlichen und wissenschaftsfeindlichen Tendenzen anderer feministischer Strömungen – insbesondere ist sie eine der schärfsten Kritikerinnen des Matriarchatsfeminismus.
      Sie hatte sich übrigens vor mehreren Jahren aus der aktiven Politik zurückgezogen und den kranken libertär-sozialistischen Theoretiker Murray Bookchin jahrelang bis zu seinem Tod liebevoll unterstützt und gepflegt.

      Die individualistische Anarchistin Wendy McElroy ist als einflussreiche Unterstützerin der Männerrechtsbewegung bekannt:

      http://www.ifeminists.net/e107_plugins/content/content.php?content.333

      Dass es heutztage eine Handvoll von Radikalfeministinnen gibt, die sich ein Anarchiezeichen auf ihren Blog setzen und ohne jegliche Kenntnis der anarchistisch-frauenrechtlichen Tradition vulgärfeministischen Blödsinn propagieren, ändert nicht das Geringste daran, dass die anarchistisch-frauenrechtliche Tradition in ihren Grundlagen mit dem heute vorherrschenden Feminismus unvereinbar ist.

      Und nur zur Information: Es heißt Anarcha-Feminismus und nicht Anarcho-Feminismus.

      Und was die Nicht-Anarchistin Angela Dworkin angeht: hier noch einmal der Text von der Equity-Feministin Cathy Young über Angela Dworkin, den ich schon einmal gepostet hatte:

      http://www.boston.com/news/globe/editorial_opinion/oped/articles/2005/04/18/the_misdirected_passion_of_andrea_dworkin/

      • @ Leszek
        Und nur zu deiner Information: Da wir ja alle hier wissen, aus welcher Ecke – ideologisch – du kommst, interessiert mich deine Einlassung nicht sonderlich, zumal mir niemand oberlehrerhaft kommen muss.

        Vielleicht solltest du deine Energie dahingehend verschwenden, den Wikipedia-Eintrag und einige Lexika umzuschreiben:

        „An anti-war activist and anarchist in the late 1960s, Dworkin wrote 10 books on radical feminist theory and practice.“

        http://en.wikipedia.org/wiki/Andrea_Dworkin

      • @Terminatus

        Mit Deiner Kritik am Tonfall meines Beitrages hast Du Recht, ich entschuldige mich dafür. Gewöhnlich schätze ich viele Deiner Beiträge trotz aller weltanschaulichen Differenzen.

        Zurück zum Thema:

        Dass Andrea Dworkin in den späten 60ern in einer anarchistischen Community rumhing, ist kein Beleg dafür, dass ihre radikal-feministischen Werke, die allesamt später geschrieben wurden, irgendeine anarchistische Fundierung aufweisen. Nichts was ich je von ihr oder über sie gelesen habe, deutet darauf hin. Soweit ich weiß, hatte sie einen Partner, der sich als Anarchist verstand, sie aber regelmäßig mißhandelte (wenn es so stimmt war der Typ also ein Arschloch, weit entfernt von jeglichem anarchistischen Verhalten).

        Biographisch war dies wohl mit ein Faktor für sie gewesen sich einem staatsfixierten Radikal-Feminismus zuzuwenden. So kenne ich die Geschichte.

        Andrea Dworkin wurde für ihre unkritisch-staatsbejahende Haltung mehrfach von anarchistischen Feministinnen kritisiert.
        Im Allgemeinen gilt sie in ihrer radikal-feministischen Phase als prototypische Staatsfeministin.

        In der anarchistisch-feministischen Theorie selbst spielt Dworkin keine Rolle, weder in der libertär-sozialistischen, noch in der individual-anarchistischen. In den entsprechenden Werken, die ich kenne, findet sie keine Erwähnung. Auf die Ausformulierung anarchistisch-feministischer Theorie hatte sie meines Wissens keinen Einfluss.

        Ich lasse mich von Dir gerne eines Besseren belehren. Vielleicht habe ich etwas übersehen. Das kann immer passieren (Fallibilismus). Wenn Du mir belegen kannst, dass Andrea Dworkin sich in ihrer radikal-feministischen Phase als anarchistische Feministin verstand und dass sogar allgemein anti-männer-sexistische „radikal-anarcho Feministinnen“ in der feministischen Bewegung regelmäßig als Vorbilder angesehen wurden, werde ich mich bemühen diese Schattenseite der anarchistisch-feministischen Tradition genauestens zu durchleuchten und würde sie nicht minder kritisieren wie jeden anderen gegen Männer oder Frauen gerichteten Sexismus.

        Aber Belege dafür möchte ich schon sehen.

      • So, ich habe jetzt längere Zeit das Netz nach Hinweisen auf eine anarchistische Fundierung des radikal-feministischen Werkes von Andrea Dworkin durchforstet.

        Der einzige Hinweis, den ich bislang fand, der zu dieser Interpretation geführt haben könnte, ist, dass sie sich in ihrem Buch „Scapegoat“ offenbar in ein paar Passagen positiv zu einigen historischen Beispielen staatsloser Gesellschaften äußert. In dem selben Buch entwirft sie im Anschluss daran aber eigene Staatskonzepte, deren Umsetzung sie für wünschenswert hält. Nach meinem Recherchen gab es zwei Staatskonzepte, die sie grundsätzlich bejahte: entweder einen Nationalstaat, in dem die Macht zwischen den Geschlechtern gleich verteilt ist oder einen Nationalstaat, der nur von Frauen dominiert wird.

        Letzteres war in dem Wikipedia-Artikel „Radical Feminism“ offenbar Anlass zu folgender Bemerkung:

        „Some radical feminists called for women to govern women and men, among them Andrea Dworkin, Phyllis Chesler, Monique Wittig (in fiction), Mary Daly, Jill Johnston, and Robin Morgan.“

        http://en.wikipedia.org/wiki/Radical_feminism#Theory_and_ideology

        Genau so kenne ich Andrea Dworkin: als Staatsfeministin. Daher meine vorherige von Unverständnis getragene Reaktion ausgerechnet sie dem Anarcha-Feminismus zuzuordnen.

        Ich habe auch mehrere mir zugängliche wichtige Schriften zum Anarcha-Feminismus nochmals durchforstet: Kein Hinweis auf Andrea Dworkin, außer bei Wendy McElroy, welche Andrea Dworkin scharf kritisiert.

        Auch ansonsten kenne ich bislang GAR KEINE anarchistische Feministin, die im feministischen Mainstream überhaupt besonders große Bekanntheit und großen Einfluss erlangt hätte, geschweige denn allgemeine Vorbildfunktion gehabt hätte.

        (Im Wikipedia-Artikel „Anarcha-feminism“ fand es irgendein Schwachkopf offenbar witzig Valerie Solanas aufzuführen. Aber das ist natürlich Blödsinn und einfach den Beklopptheiten mancher Wikipedianer geschuldet.)

        Auch stellt sich mir die Frage, wie denn die Verknüpfung von Anarcha-Feminismus und „Supremacy“ eigentlich aussehen soll. Supremacy-Konzepte sind doch genau das, wogegen sich der Anarcha-Feminismus richtet.

        Erst Recht erscheint die Verknüpfung von „Anarcha-Feminismus“ und dem Gleichstellungsfeminismus als Staasfeminismus gelinde gesagt stark konstruiert. Anarcha-Feministinnen streben die Ersetzung staaltlicher Organisationsstrukturen durch basisdemokratische Föderationen an. Sie lehnen das Agieren innerhalb des Staates ja gerade ab, manchmal in geradezu fanatischer Weise:

        http://www.wendymcelroy.com/hitler.htm

        Ich bin natürlich trotzdem weiterhin offen für Informationen, die ich übersehen habe.

      • Egal, wenn sich einige Feministinnen auch für die Belange von Männern eingesetzt haben.
        Es gilt, welche Aussagen und Handlungen der heutige Staats-Femminismus über Männer von sich gibt.

    • @terminatus

      „Seit Mitte der 90er sind wir im Gleichstellungsfeminismus als Staatsfeminismus angelangt. Dieser ist totalitär, agiert top/down, früher auf nationaler jetzt auf multinationaler, europäischer und auch auf internationaler, auf UN-Ebene. Meines Erachtens hatte der Feminismus, wie ich ihn wohl auch mit Professor Amendt als Gegensatz zur Frauenrechtsbewegung auffasse, nie das Ziel einer wahren Gleichberechtigung, vielmehr war da immer schon ein Hauch von „supremecy“ im Hintergrund vernehmbar.“

      Was ich an der Bezeichnung „Staatsfeminismus“ nicht mag ist, dass er meiner Meinung nach in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt ist, aber eben in anderen Bereichen auch noch nicht. Klar, mit Political Correctness als Kampfmittel ist es schwer etwas gegen viele Positionen zu sagen. Aber der theoretische Feminismus ist in der Bevölkerung ja noch nicht angekommen und wenn man jemanden was von hegemonialer Männlichkeit und Heteronormativität erzählt, dann schauen die meisten erst einmal merkwürdig und hält dich für leicht verrückt. Der tatsächlich in der Bevölkerung gelebte Feminismus ist meiner Meinung nach eine interessante Mischung. ich denke die meisten gehen im privaten davon aus, dass Männer und Frauen verschieden sind, aber im beruflichen gleiche Fähigkeiten haben.

      „Wenn man nun, als normaler Mann nicht geneigt ist mit Frauen, welche einer, wenn auch gemäßigten, feministischen – nicht gleichberechtigten frauenrechtlerischen – Position anhängen, eine Beziehung einzugehen und bei geltendem, männerfeindlichen Ehe- und Familienrecht noch dazu eine Familie zu gründen, dann ist dies für mich nicht überraschend und mit der politischen Umsetzung des Feminismus, dem Zeitgeist aber eben auch oft bestimmten nicht erfüllten Attraktivitätsmerkmalen geschuldet. Niemand hindert diese Karrierefrauen im Übrigen „nach Unten“ zu heiraten!“

      Als ob es so viele feministische Frauen geben würde. Die meisten sind doch gerne Mutter und vollauf bereit sich einen Job zu suchen, bei dem sie nach Möglichkeit aussetzen können, weswegen Frauen ja so gerne in den Staatsdienst gehen. Natürlich finden es viele Frauen nicht einfach Job und Familie unter einen Hut zu bringen und sie wollen natürlich auch in ihrem erlernten Beruf arbeiten. Und die damit verbundenen Probleme sollte man anerkennen und die Kinderlosigkeit nicht einfach auf den Feminismus schieben. Schließlich würde in meiner Vorstellung des Maskulismus auch keine Verpflichtung für die Frau bestehen, zum Wohl der Gesellschaft Kinder zu bekommen und schließlich gibt es genug Feministinnen, die den Ausbau von Kindergartenplätzen und Krippen genau aus diesen Gründen um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu vereinfachen, fördern wollen.

      „Dass Karrierefrauen zumeist keine! eigene Familie haben, ist eine Tatsache und keine Unterstellung meinerseits.“

      Und? Das ist einfach Feminismus oder wie? Da geht meiner Meinung nach die Abgrenzung zur Gleichberechtigung und zur Emanzipation wieder verloren. Was genau würde denn der Maskulismus ändern, was zu mehr Kindern führt? Die Familie stärken? Mehr Kindergartenplätze? Großzügigere Mutterzeiten und Väterzeiten? Das müßtest du bei deiner Schuldzuweisung noch ergänzen. Mir fehlt bisher der direkte Kausalzusammenhang.

      „Und ja, ich finde es gut, dass solch’ androphobe, männerhassenden Menschen sich nicht fortpflanzen um diesen Männerhass an ihren Jungen, falls sie nicht gezielt nach Geschlecht abtreiben, dann auslassen.“

      Meinungen verbreiten sich allerdings nicht durch Fortpflanzung. Sondern durch Erziehung.

  4. Man kann doch ganz ohne Wertung und Schuldzuweisung feststellen, dass Akademikerinnen zu 40 % kinderlos bleiben.

    Wenn Männer diese Frauen nicht wollen, weil sie etwas anbieten, was die meisten Männer in Frauen gar nicht begehren und umgekehrt die meisten Männer etwas anbieten, was diese Frauen nicht begehren/brauchen, dann ist das eben so, dann kommt kein „Handel“, kein Kind zustande.

    Niemand hat einen Rechtsanspruch auf Geliebt-werden/Partnerschaft/Elternschaft.

    Er hat nur das Recht, es in Freiheit zu versuchen und ggbf. zu scheitern oder zu reüssieren.

    Manchmal denke ich, feministische Frauen denken, einen Rechtsanspruch darauf zu haben, dass Männer ihnen ihr Angebot „abkaufen“ und wenn sie das nicht tun, die verdammten Kerle, dann soll der Staat sie irgendwie dazu zwingen, sie umerziehen, möglichst vom Kindergarten an, auf dass es zum Staatsziel werde, den zu Feministinnen passenden Mann zu erzeugen.

    • Das ist auch mein Eindruck. Wenn man von den Femis was hört, ist es doch meistens nur: „Der Mann soll…“.
      Dass sie selbst was machen wollen, hört man eigentlich nicht.

    • @ Terminatus

      So ungefähr, der auftoritäre Zug am Staatsfeminismus, seine tiefe Illibralität wird da sichtbar.

      Wobei das ja meiner Meinung nach auf eine tiefe Frustrationserfahrung, Verbitterungserfahrung zurückzuführen ist.

      Ich bin der Überzeugung, dass der Eminismus vor allem in sehr „männlich“ disponierten Frauen seine Protagonistinnen findet, die aber noch insoweit feminin sind, als sie weiblich begehren, d.h. statushohe Männer, intelligente Männer, „potente“ Männer hochattraktiv finden, die daher dachten – Männer und Frauen sind in deren Vorstellung, insoweit sie Gleichartigkeitsfeministinnen sind, so gut wie identisch, im Grunde genommen – das Männer in Bezug auf Frauen ganz ähnlich begehren würden, d.h. statushohe Frauen, intelligente Frauen, „potente“ Frauen genauso stark begehren müssten, wie sie selbst es in Bezug auf Männer tun.

      Und die nun enttäuscht feststellen, dass das gar nicht der Fall ist, dass Männer ihnen ihre Bildungsanstrengungen nicht mit vermehrter erotischer Aufmerksamkeit honorieren, eher im Gegenteil.

      Das macht wütend, lädt ein zu Hass, Verachtung und zur Unterstellung von (männlicher) Bösartigkeit („Die wollen uns unterdrücken und grenzen uns deshalb aus – Na, denen werden wir’s aber mal zeigen!“).

      Dass Männer ganz einfach anders sind als Frauen (und umgekehrt), anders ticken, das will diesen Gleichheits-und Gleichartigkeitsfanatikerinen nicht in den Kopf.

  5. Hallo Christian,

    so manches Mal habe ich hier schon mitgelesen, jetzt auch einmal meine 2 Cents:

    Im Wesentlichen stimme ich Dir zu. Ich arbeite auch in einem Bereich, in dem man schlicht nicht alles auf beliebig viele Schultern verteilen kann und Teams eine gewisse Größe nicht überschreiten dürfen, weil sie sonst ineffektiv werden. Generell lässt sich sagen, dass dort einige Teilaspekte delegiert werden können (meistens leider solche, die weniger anspruchsvoll sind). Aber eben nicht alle, und zumindest die Spitzenpositionen im Team müssen so besetzt sein, dass der Betreffende stets den Überblick und im Zweifel die Zeit/Möglichkeit hat, sofort zu handeln.

    Es gilt aber hier zu differenzieren: Es gibt durchaus viele Materien, die man zeitlich flexibel gestalten kann. Es kommt aber immer sehr auf die konkreten Aufgabenbereiche an. Für mein Fach würde ich sagen, dass etwa 80% der Spezialisierungen durchaus zeitlich, örtlich und personell flexibler gestaltet werden können. 20% aber eben nicht.

    Und jetzt meine Kritik:

    >So jemanden zu sagen, dass er die Arbeitswelt doch mal etwas >Frauenfreundlicher gestalten soll, indem er weniger arbeitet oder die >Anforderungen herunterschraubt, wird wenig bringen. Die Reaktion wird >eher ein „Warum sollten wir? Uns gefällt es so.“ sein.

    Wenn Du „frauenfreundlicher“ durch „familienfreundlicher“ ersetzen würdest, könnte ich da fast zustimmen. Aber tatsächlich tritt das Problem dann – und erst dann – auf, wenn sich eine Person konkret um Kinder kümmern möchte.

    1. Zum einen könnte der „Hauptverantwortliche“ für die Kinder der Mann sein (wenn das konkrete Paar das so gestalten möchte).

    2. Und zumindest für meinen Arbeitsbereich gilt, dass auch der Partner, der nicht die „Haupt-Familienarbeit“ erledigt, durchaus so eingespannt werden kann, dass er faktisch wie ein Single lebt und seine Kinder allenfalls sieht, wenn die schlafen. Das wäre durchaus änderbar, auch wenn gewissen Stressphasen sich vielleicht nicht immer vermeiden lassen. Nur wird der Job eben manchmal tatsächlich so „familienunfreundlich“ gestaltet, dass außer Erzeugung und Finanzierung nicht viel Verbindung zwischen betreffendem Elternteil und Kind bleibt. Und die betreffenden Eltern in einer solchen Situation, mit denen ich gesprochen habe, finden das eigentlich alle nicht erstrebenswert. Eine 60-Stunden-Woche akzeptiert man oft noch, weil man eben sowieso karriereorientiert, workaholic oder was auch immer ist. Bei höheren Arbeitszeiten werden aber die meisten unglücklich.

    3. Außerdem muss der Workaholic, dem es so gefällt und der nicht weniger arbeiten und herunterschrauben will, das auch nicht tun. Aber er kann, WENN ES DIE MATERIE ZULÄSST, durchaus akzeptieren, dass andere weniger Zeit mit Arbeit verbringen bzw. ihre Zeit flexibler handhaben. (Dass Frauen generell effektiver arbeiten, will ich hier gerade nicht behaupten.)
    Wie ich schon schrieb: Vielleicht 20% der Tätigkeitsfelder für Personen mit meiner Qualifikation erfordern wirklich alles: vollen Arbeitseinsatz, vollen Zeiteinsatz, volle Flexibilität. Insbesondere muss man dort extrem schnell reagieren können, d.h. im Ernstfall darf man keinerlei weitere Verpflichtungen haben, die einen für die nächsten Stunden, Tage oder Wochen irgendwie in Anspruch nehmen könnten. Für die übrigen 80% gilt aber: Man muss das nicht zu fixen Zeiten erledigen, man muss nicht sofort reagieren, sondern hat insgesamt einige Tage oder Wochen als Deadline. Die 40- oder 50-Stunden-Woche reicht aus. Man kann es auf mehrere Personen verteilen. In DIESEN Bereichen kann man die Arbeitswelt ändern, indem man sie flexibler macht. Und warum sollte man es nicht? Die Workaholics dürfen dann trotzdem noch mehr arbeiten. Sie können auch gerne mehr verdienen. Aber wenn es die Sachmaterie zulässt, sollte es z.B. egal sein, ob man von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr, von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr oder von 13.00 Uhr bis 1.00 Uhr arbeitet.

    Und zum letzten Absatz noch:
    >Das in diesem Bereich mehr Männer vertreten sind mag daran liegen, >dass dies dem sachlich-analytischen Gehirn, dass häufiger bei Männern >zu finden ist, eher entgegenkommt.

    „dass häufiger bei Männern >zu finden ist“ ist ein Glaubenssatz. Aber das weißt Du wahrscheinlich auch.

    • —>….und zumindest die Spitzenpositionen im Team müssen so besetzt sein, dass der Betreffende stets den Überblick und im Zweifel die Zeit/Möglichkeit hat, sofort zu handeln. <—

      Die Besetzung des Teamleiters setzt bestimmte Kompetenzen voraus, die nicht geschlechtsspezifisch sind. In der Realität sitzen häufig die falschen Leute am falschen Platz. Ich kenne einige Fälle, wo viel Zeit in der Planungsphase vertrödelt wurde in der Erstellungsphase Fehler korrigiert werden mußten, die man in der Planungsphase hätte erkennen können. Dann ist natürlich klar das in der Abschlußphase die Projektzeit vor Abschluß abgelaufen ist.
      Als Teammitglied hat man dann Überstunden ohne Ende auf Grund inkompetenter Teamleiter. Ich habe außerdem den persönlichen Eindruck , daß diese Inkompetenz von Jahr zu Jahr zunimmt. Das Fachwissen wird immer schlechter , die Logistik wurde schon immer unterschätzt und Sozialkompetenz ist für fast alle Teamleiter ein Fremdwort. Wird man auf die letzte Sekunde fertig rennt der Teamleiter zum Chef mit der Meldung: ICH habe es geschafft.
      Sonst heißt es : Das TEAM hat versagt.
      Natürlich gibt es auch unter den Teamkollegen ein paar Nieten, dann hilft nur: Wenn es richtig werden soll mache es selbst.
      Das ist natürlich auch zeitaufwendig.
      Ich wünsche noch viel Spaß im realen Berufsleben.

    • @my2cents

      „Wenn Du „frauenfreundlicher“ durch „familienfreundlicher“ ersetzen würdest, könnte ich da fast zustimmen. Aber tatsächlich tritt das Problem dann – und erst dann – auf, wenn sich eine Person konkret um Kinder kümmern möchte.“

      Ich hatte ja aus der feministischen Position heraus argumentiert. Ich hatte es in dieser Form jedenfalls schon ein paar mal gehört.

      „1. Zum einen könnte der „Hauptverantwortliche“ für die Kinder der Mann sein (wenn das konkrete Paar das so gestalten möchte).“

      Natürlich

      „3. Außerdem muss der Workaholic, dem es so gefällt und der nicht weniger arbeiten und herunterschrauben will, das auch nicht tun. Aber er kann, WENN ES DIE MATERIE ZULÄSST, durchaus akzeptieren, dass andere weniger Zeit mit Arbeit verbringen bzw. ihre Zeit flexibler handhaben. (Dass Frauen generell effektiver arbeiten, will ich hier gerade nicht behaupten.)“

      Das Problem dabei ist, dass der Workaholic zum einen häufig seine Selbstbestätigung aus der Arbeit zieht und damit meist schon nicht zugeben kann, dass man seine Arbeit auch weniger intensiv gestalten kann, weil er ja damit sein eigenes Tun abwerten würde.
      Zum anderen läßt es auf einer gewissen Ebene die Materie eben nicht zu bzw. man kann immer noch etwas besser vorbereitet sein und immer noch etwas mehr machen.
      ich denke, die meisten Frauen, die sich nicht darauf einlassen wollen, wissen dies auch und entscheiden sich gerade deswegen gegen Karriere. Weil sie eben eine Entscheidung treffen, ob sie es machen können oder nicht und auch ob sie es machen wollen oder nicht und dabei die anfallende Arbeit korrekt einschätzen und einsehen, dass daneben eben ein aktives Familienleben in dem Umfang, den sie wollen, meist nicht möglich ist. Also lassen sie es entweder, was zu wenig Frauen in der Führungsspitze führt, oder entscheiden sich dafür und ziehen es dann eben durch, dann eben auch unter Verzicht auf die Familie.

      „Und warum sollte man es nicht? Die Workaholics dürfen dann trotzdem noch mehr arbeiten. Sie können auch gerne mehr verdienen. Aber wenn es die Sachmaterie zulässt, sollte es z.B. egal sein, ob man von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr, von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr oder von 13.00 Uhr bis 1.00 Uhr arbeitet.“

      Ich vermute, dass es immer schwieriger wird um so höher man kommt. In den oberen 1%, den höchsten Managerjobs, ist es denke ich nicht möglich.

      „„dass häufiger bei Männern >zu finden ist“ ist ein Glaubenssatz. Aber das weißt Du wahrscheinlich auch.“

      Was spricht denn aus deiner Sicht dagegen?
      Ich habe schon ein paar Artikel in der Richtung:
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/06/20/unterschiede-im-gehirn-von-mannern-und-frauen-struktur/
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/03/09/manner-konkurrieren-um-was-sie-tun-frauen-um-was-sie-sind/
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/02/22/feeling-style-und-thinking-style/
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/03/01/geschwind-behan-gallura-modell/

      Es ist natürlich eine starke Vereinfachung und in dieser Hinsicht wird sie den Feinheiten nicht gerecht und verallgemeinert zu stark, aber in der Tendenz ist es denke ich durchaus richtig

      • @Christian,

        wie gesagt, ich denke, im Wesentlichen liegen hier unsere Positionen – zumindest im Ergebnis – nicht weit auseinander.

        Noch zum „Workaholic“:

        Es mag sein, dass es Workaholics gibt, die sich einreden müssen, dass man ihre Arbeit nur so gestalten kann, wie sie das tun. Du schreibst ja auch, dass er dann „damit meist schon nicht zugeben kann, dass man seine Arbeit auch weniger intensiv gestalten kann“. Nur heißt das eben, dass das, was der Betreffende zugeben kann, und die objektive Situation zwei verschiedene Dinge sind.

        Es muss übrigens das Tun des Workaholics nicht abwerten. Der kann ja gerne auch weiterhin der tolle Oberguru sein. Zum Beispiel, weil er sooo viel mehr als alle anderen schafft (in der Masse). Oder weil er für die besonders kniffligen Fälle herangezogen wird. Ob der Workaholic jetzt männlich oder weiblich ist, ist mir hier auch einerlei.

        Von den Workaholics, die ich kenne, scheint übrigens ein beträchtlicher Anteil mit der Arbeit primär das Nichtvorhandensein sozialer Kontake zu kompensieren. Das aber nur am Rande.

        Und wie geschrieben, ich stimme Dir zu, dass die Materie es nicht immer zulässt, weniger zu tun. Die Materie lässt z.B. auch – leider – in einigen Bereichen keine reguläre 40-Stunden-Woche zu. Aber in anderen, oft eng benachbarten Bereichen, geht es eben doch. Nur fehlt leider oft die Differenzierung, in welchem Bereich man sich gerade befindet. Will sagen: es wird zu selten die Frage gestellt, ob im konkreten Fall die Flexibilisierung möglich ist, oder eben nicht, ob sie Vorteile bringt oder überwiegend Nachteile.

        Es stimmt sicher auch, dass es schwieriger wird, je höher man in der Hierarchie aufsteigt. Hier wäre vielleicht auch hier genauer zu unterscheiden. Ich glaube, es wurde von Bienchen schon angesprochen. Ein Beruf ist neben der Familie oft möglich. Eine moderate Karriere – bei entsprechender Motivation und Organisation vielleicht auch. Eine „richtige“ steile Karriere – ist schon eine andere Frage. Dafür braucht man wohl meistens sowieso einen Partner, der sämtliche Unterstützungsleistungen bietet. Jedenfalls scheint es mir wesentlich schwieriger, eine solche Karriere auch nur als Single zu schaffen.

        Und zum Aufbau der Hirne: Mich hat v.a. der Indikativ in Deinem Satz gestört. Im Übrigen bin ich in diesem Bereich „Gender-Agnostiker“. Scheint mir zu mulitvariat um hier konkrete Schlüsse zu ziehen, die einen gewissen Wahrheitsanspruch befriedigen.

      • @ Christian
        „„Wenn Du „frauenfreundlicher“ durch „familienfreundlicher“ ersetzen würdest, könnte ich da fast zustimmen. Aber tatsächlich tritt das Problem dann – und erst dann – auf, wenn sich eine Person konkret um Kinder kümmern möchte.“

        Ich hatte ja aus der feministischen Position heraus argumentiert. Ich hatte es in dieser Form jedenfalls schon ein paar mal gehört.“

        Und dass Feministinnen familienfreundlichere Arbeitsstrukturen wünschen, hast du noch nie gehört?

        • @onyx

          Oben ging es um eine Argumentation zu Spitzenpositionen. Da kommt eben in Bezug auf die Frauenbeteiligung der Ansatz, dass man sie dann nur frauenfreundlicher gestalten muss. Sicherlich wird als ein Aspekt angeführt, dass dann auch Männer mehr davon haben. Aber es geht ja ausdrücklich darum, so mehr Frauen in den Bereich zu bekommen.

          Was hältst du denn von dem Argument an sich? Kann man Spitzenjobs so umgestalten?

      • @onyx
        „Und dass Feministinnen familienfreundlichere Arbeitsstrukturen wünschen, hast du noch nie gehört?“
        Nein, sie wollen Frauenfreundlichere Arbeitsstrukturen, sprich, massig förderung für Frauen, damit das Arbeitsleben schön angenehm wird und man sich nicht so stressen lassen muss. Von Familienfreundlich ist nie die Rede.

      • Und dass Feministinnen familienfreundlichere Arbeitsstrukturen wünschen, hast du noch nie gehört?

        Die sogenannte Volksgemeinschaft ist die Grundlage rechtsextremer Ideologie. Da diese eine heteronormative Konstruktion von Familie voraussetzt, ist die Vorstellung von der Kernfamilie ebenfalls konstituierend.

        Und weil no true feminism Parallelen zu rechtem Gedankengut aufweist, handelt es sich bei solchen Feministinnen zweifelsfrei um Faux-Feminists, die sich nur scheinheilig vom Rechtsextremismus distanzieren.

      • Und dass Feministinnen familienfreundlichere Arbeitsstrukturen wünschen, hast du noch nie gehört?

        Familie? Feministen und Genderisten werden nicht müde, die Familie (im tradierten Sinne) zu dekonstruieren. Die (traditionelle) Familie gilt ihnen als Keimzelle allen Übels, seien es „patriarchale Strukturen“, sei es die „hegemoniale Männlichkeit“ oder weiss der Kuckuck was.

        Du solltest mal allmählich deine Ignoranz und Indifferenz gegenüber den hier andauernd geäusserten Argumenten reflektieren.

      • @ Christian

        Du windest dich. Ich habe dich gefragt, ob du das Argument der Familienfreundlichkeit in der feministischen Argumentation noch nie gehört hast. Das nehme ich dir nämlich nicht ab. Ich glaube eher, dass es immer wieder ignoriert wird, um gewisse eindimensionale Weltbilder nicht zu zerstören.
        Familienfreundliche Arbeitsstrukturen sind die einzige Möglichkeit, Spitzenpositionen für Frauen attraktiv zu machen, die auch eine Familie wollen, von der sie mehr haben als ein paar Stunden am Wochenende. Nach deiner Argumentation sind das ja die meisten.
        Und Frauen, die Karriere machen, aber keine Familie wollen, bzw sich auf einen Partner verlassen können, der sich um alles kümmert, haben auch keine Probleme mit hohem Arbeitsaufwand. Deswegen frage ich mich sowieso, wie du darauf kommst, dass „Anforderungen runterschrauben“ besonders frauenfreundlich sein soll. Frauenfreundlichkeit äußert sich für ehrgeizige Frauen ganz sicher nicht darin, dass weniger Leistung verlangt wird. Diese Annahme ist ziemlich sexistisch.

      • @onyx
        „Familienfreundliche Arbeitsstrukturen sind die einzige Möglichkeit, Spitzenpositionen für Frauen attraktiv zu machen, die auch eine Familie wollen, von der sie mehr haben als ein paar Stunden am Wochenende. “
        Siehst du, wo geht es denn bitte um Familienfreundliche Strukturen? Es geht wieder nur darum, die wünsche von Frauen zu erfüllen. Das Väter das auch wollen, interessiert niemand. Es ist wie es bleibt, Feminismus will nur Frauenprivilegien, nichts anderes und dir fällt es noch nicht mal auf, ist mir bei so eindeutigen aussagen komplett unverständlich.

      • @imion
        Ach so ein Blödsinn! Es sind nun mal in erster Linie die Frauen, die in Sachen Kinderbetreuung in die Pflicht genommen werden, das müsstest du eigentlich genausogut wissen wie ich.
        Wenn die Strukturen familienfreundlicher gestaltet werden, profitieren also in erster Linie Frauen davon. Dennoch werden auch Männer davon profitieren, sofern sie denn gewillt sind, ihre Familie als 1. Priorität zu behandeln (was, mit Verlaub, bei Frauen als selbstverständlich angesehen wird, vgl. Rabenmutterkomplex)

        Zudem, wer schreit denn hier ständig, dass die Männer ja überhaupt keine Möglichkeit haben, sich ausgiebiger um ihre Familie zu kümmern, weil wegen Alleinernähre und so? Das müsste deinem Anliegen doch eigentlich entgegen kommen?

        Wie? Das ist nur ein Alibiargument um auf Frauen rumhacken zu können? Dacht ichs mir doch…

        • „….Zudem, wer schreit denn hier ständig, dass die Männer ja überhaupt keine Möglichkeit haben, sich ausgiebiger um ihre Familie zu kümmern, weil wegen Alleinernähre und so? …“

          Und was ist mit den entsorgten Vätern, die sich gerne um ihre Kindern kümmern würden, aber das kümmern auf die monatliche Überweisung des Unterhaltes für Mutter und Kind reduziert wurden?

      • @maren
        „Ach so ein Blödsinn! Es sind nun mal in erster Linie die Frauen, die in Sachen Kinderbetreuung in die Pflicht genommen werden“
        Nein, werden sie nicht. Frauen könnten auch mehr den Alleinernährer machen, aber upps, das wollen Frauen nicht, arbeiten nicht in Jobs, die dafür genügend Geld abwerfen noch ist die Partnersuche danach ausgerichtet.

        „Wenn die Strukturen familienfreundlicher gestaltet werden, profitieren also in erster Linie Frauen davon.“
        Nein, es profitieren nur Frauen davon, die Männer dürfen dann immer noch den ganzen Tag arbeiten und sehen die Kinder nicht. Wie gehabt.

        „Dennoch werden auch Männer davon profitieren, sofern sie denn gewillt sind, ihre Familie als 1. Priorität zu behandeln (was, mit Verlaub, bei Frauen als selbstverständlich angesehen wird, vgl. Rabenmutterkomplex“
        Nein, Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit wo sie nur können, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, die Leidtragenden sind die Männer, diese werden verpflichted, das Geld beizuschaffen.

        „Zudem, wer schreit denn hier ständig, dass die Männer ja überhaupt keine Möglichkeit haben, sich ausgiebiger um ihre Familie zu kümmern, weil wegen Alleinernähre und so?“
        Ich

        „Das müsste deinem Anliegen doch eigentlich entgegen kommen?“
        Gegen Familienfreundliche habe ich auch nichts, aber wie Onyx bereits gesschrieben hat, der Fokus liegt mal wieder auf Frauen, es geht wie immer nur darum, es Frauen möglichst einfach zu machen. Dagegen habe ich etwas, wenn Familienfreundlich, dann für beide. Aber da ziehen Frauen nicht mit.

      • Ich glaube eher, dass es immer wieder ignoriert wird, um gewisse eindimensionale Weltbilder nicht zu zerstören.

        Nein, es geht um die Frage, was vorherrschend (hegemonial) Feministisch ist.

        Vorrherschend ist die Frau das Subjekt des Feminismus, und nicht die Familie. Familie wird weit überwiegend kritisch betrachtet, was sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Feminismus zieht.

      • @Maren:
        Wenn die Strukturen familienfreundlicher gestaltet werden, profitieren also in erster Linie Frauen davon. Dennoch werden auch Männer davon profitieren, sofern sie denn gewillt sind, ihre Familie als 1. Priorität zu behandeln (was, mit Verlaub, bei Frauen als selbstverständlich angesehen wird, vgl. Rabenmutterkomplex)

        Das halte ich für ein Zerrbild. Die meisten Väter wünschten sich mehr Zeit für ihre Familie, das war schon immer so. Sonst gäbe es keine sehr lange Tradition der Kämpfe um Arbeitszeitverkürzung.

        Das setzen der Priorität darauf, für die materielle Absicherung und Prosperität der Familie zu sorgen sagt nicht, dass die Familie nicht an erster Stelle stünde.

        Du betreibst einen „Rabenvater“-Diskurs.

        Das Problem ist nicht die mangelnde Familienfreundlichkeit in Top-Positionen, sondern das zunehmende Wegbrechen der Mittelschicht, und der zunehemnde Druck auf den Faktor Lohnarbeit.

        Unter diesen Bedingungen ist es schlicht effizienter, wenn einer sich voll und ganz dem Rattenrennen widmet, und der andere eher dazuverdient.

      • (Dass Frauen überwiegend eher dazuverdienen liegt an ihren Präferenzen. Vgl. Christie Hakim, die das empirisch gut fundiert nachgewiesen hat)

      • @Nick
        Aber du wirst mir sicher zustimmen, dass „Familienarbeit“ (blödes Wort),also Ärztegänge, Kuchen für Kindergartenfeste backen, Kleidung rauslegen, KIndergeburtstage koordinieren, also der ganze Kram der auch bei einer Vollzeitbetreuung liegen bleibt,eher an der Frau hängen bleibt als am Mann. Quality time mit seinen Kindern will so gut wie jeder Vater, aber hier geht es ums Alltagsgeschäft, nicht darum mit dem Filius Samstag Drachen steigen zu gehen.
        Männer haben es da leichter, sich aus der Verantwortung zu ziehen wenns um Dinge geht, die vielleicht nicht so Spaß machen.
        Das kannst du gerne Rabenvater-Diskurs nennen, aber so siehts doch leider meistens aus.

        *(Dass Frauen überwiegend eher dazuverdienen liegt an ihren Präferenzen. Vgl. Christie Hakim, die das empirisch gut fundiert nachgewiesen hat)*
        Meinst du da nicht Catherine Hakim?

      • @ Nick
        Wieder einmal eine lustige Einlassung von „I hate Austrians“. „Familienarbeit“ blödes Wort, wie mit dem Jungen Fußball spielen, ihn zum Karate bringen, das Fahrradfahren lernen, grillen, ihm das Zähneputzen und rasieren zeigen, mit ihm raufen, sein Bett zusammenbauen, ein Baumhaus bauen, den Boden legen, die Fernsehantenne justieren, ihm den Pc einrichten …, und das neben einer Vollzeittätigkeit, bleibt doch eher am Mann hängen, nicht.

      • @ all
        Macht das einen Unterschied? Noch nie etwas von Papa-Mädchen gehört? Es ist immer wieder lustig, wie substanzlos diese Argumentationen doch sind. Über 90% der Männer arbeiten Vollzeit. Frau arbeitet in der Familie in der Regel teilzeit, soll heißen zw. 4 und 6 Stunden im Tag oder bleibt ganz zur Kinderbetreuung und Haushaltsführung zu Hause.

        Daraus dann abzuleiten, dass der Mann weniger zu Hause macht, ist eine dermaßen große Idiotie, dass sie nur vom Gleichstellungsministerium kommen kann. Nur noch kopfschüttel.

        Darum gibt es ja auch Nachmittagstalkshows, weil die Männer diese konsumieren. Aber ich weiß, die Frauinnen leisten dafür in der Altersversorgung exorbitant viel. Traurig nur, dass es eben jene Frauen sind, die NICHT femanzipiert sind. Sogar hier will Karrierefrau sich noch einen Vorteil aus der Arbeit konservativer Frauen Ü40 erschleichen. Disgusting!

      • @Maren:
        Aber du wirst mir sicher zustimmen, dass „Familienarbeit“ (blödes Wort),also Ärztegänge, Kuchen für Kindergartenfeste backen, Kleidung rauslegen, KIndergeburtstage koordinieren, also der ganze Kram der auch bei einer Vollzeitbetreuung liegen bleibt,eher an der Frau hängen bleibt als am Mann.

        Es ist die Frage, wie man es „framed“ (in welchem Bedeutungsrahmen man es stellt)

        Die Aufgabe der materiellen „Betreuung“ bleibt eben am Mann hängen, könnte man ebensogut sagen. Frauen haben es da leichter, sich aus der „Verantwortung zu ziehen“. Schöner Dysphemismus.

        Wenn man von Priorität spricht, dann meint man wohl „was einem am meisten am Herzen liegt“. Allein anhand der Arbeitsteilung wird man wohl keine Aussage darüber treffen können. Etwas zu delegieren heißt eben nicht, sich aus der Verantwortung zu ziehen.

        Auch so gut wie jede Mutter will lieber mehr „Quality Time“ mit den Kindern, als z.B. die Waschmaschine zu füttern. So what?

        Wer es anders will, soll sich doch einfach voll in den rat-race des Berufslebens werfen. Es gibt sehr viele sehr Kinderliebe Männer, die beruflich kaum erfolgreich sind, und lieber nur eine Teilzeitstelle zugunsten der „Verantwortungsübernahme“ für die Kinder übernehmen würden. Vielleicht sollte ich eine Vermittlungsgentur gründen, AlleFrauen müssten mir dann ja die Bude einrennen 😉

        Meinst du da nicht Catherine Hakim?

        Warum fragst du, was du weißt? Natürlich meine ich die.

      • Nur bei der materiellen Betreuung steht einem Jahresurlaub zu, Wochenende und Feierabend. Und die materielle Betreuung gibt einem auch mehr als genug Grund, sich aus der Affäre zu ziehen. Oder zu delegieren, wie du es nennst.

        *Es gibt sehr viele sehr Kinderliebe Männer, die beruflich kaum erfolgreich sind, und lieber nur eine Teilzeitstelle zugunsten der „Verantwortungsübernahme“ für die Kinder übernehmen würden.*

        Süß wie du das in Anführungszeichen schreibst.
        Ich denke diese kinderlieben Männer haben meist auch so ein verqueres Bild von Kinderbetreuung wie Termi und du und denken dass diese bei Baumhausbauen anfängt und rasieren lehren endet. Von daher denke ich nicht dass es klappen wird, aber ich weiß deinen Einsatz zu schätzen.

        *Catherine Hakim*
        Wieso schreibst du Christie wenn du Catherine meinst.
        Und ich weiß sehr wohl, was diese über weibliche Präferenzen und Pflichten zu sagen hat und genieße ihre Aussagen daher mit einer Prise Salz. Solltest du auch tun, auch wenn es dein Weltbild bestätigen mag.

        @Termi
        „über 90%“ der Männer arbeiten Vollzeit, aber „in der Regel“ bleiben Frauen zu Hause oder arbeiten stundenweise?
        Schwach. Keine Zahlen zur Hand?

        Da hinten müsste irgendwo Imion rumsitzen, geh doch bitte zu ihm, wenn du dich über faule nutzlose Frauen ereifern möchtest, ok?

      • @ all
        „über 90%“ der Männer arbeiten Vollzeit, aber „in der Regel“ bleiben Frauen zu Hause oder arbeiten stundenweise?

        Wer hat das behauptet?

        Ich schrieb:
        „Über 90% der Männer arbeiten Vollzeit. Frau arbeitet in der Familie in der Regel teilzeit, soll heißen zw. 4 und 6 Stunden im Tag oder bleibt ganz zur Kinderbetreuung und Haushaltsführung zu Hause.“

        Möge der Leser selbst über die Methoden einiger Kommentatorinnen, mich hier ins schlechte Licht rücken zu wollen, urteilen.

        Zu den Statistiken:
        Natürlich habe ich Statistiken zur Hand, von 2001 bis 2009. Eine zur Auswahl:

        http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bevoelkerung/volkszaehlungen_registerzaehlungen/bevoelkerung_nach_sozio-oekonomischen_merkmalen/022930.html

      • Nur bei der materiellen Betreuung steht einem Jahresurlaub zu, Wochenende und Feierabend. Und die materielle Betreuung gibt einem auch mehr als genug Grund, sich aus der Affäre zu ziehen. Oder zu delegieren, wie du es nennst.

        Was aber _nichts_ darüber aussagt, was der Vater im Urlaub tut. Die meisten Väter kümmern sich dann intensiver um ihre Kinder.

        Das „aus der Affaire“ ziehen ist, wie gesagt, dein vorweggenommener Dysphemismus.

        Süß wie du das in Anführungszeichen schreibst.

        Ich setze es in Anführungszeichen, weil du unter diesem Begriff hartnäckig ausschließlich das setzt, was Mütter üblicherweise als ihre Verantwortung fürs Ganze sehen/leisten.

        Ich denke diese kinderlieben Männer haben meist auch so ein verqueres Bild von Kinderbetreuung wie Termi und du und denken dass diese bei Baumhausbauen anfängt und rasieren lehren endet. Von daher denke ich nicht dass es klappen wird, aber ich weiß deinen Einsatz zu schätzen.

        (Es ist völlig klar, dass du wieder persönlich werden musst)

        Das denkst du? Eigentlich „weißt“ du es doch „ganz genau“.

        Klingt mir eher nach Rationalisierung von „nur Frauen können das mit den Kindern richtig“.

        Es ist oft genug zu beobachten, dass Mütter das sehr ungerne aus der Hand geben.

        Es geht wohl eigentlich subkutan um die übliche Aufwertung von Mutterschaft.

        Und ich weiß sehr wohl, was diese über weibliche Präferenzen und Pflichten zu sagen hat und genieße ihre Aussagen daher mit einer Prise Salz. Solltest du auch tun, auch wenn es dein Weltbild bestätigen mag.

        Dummerweise beruft sie sich auf Tonnen an Empirie.

        Aber das muss natürlich dein Weltbild nicht stören.

      • Nachtrag:

        „nur Frauen können das mit den Kindern richtig“ sauge ich mir nicht aus den Fingern:

        Ich denke diese kinderlieben Männer haben meist auch so ein verqueres Bild von Kinderbetreuung wie Termi und du..

        Jaja:

        also Ärztegänge, Kuchen für Kindergartenfeste backen, Kleidung rauslegen, KIndergeburtstage koordinieren, also der ganze Kram der auch bei einer Vollzeitbetreuung liegen bleibt..

        So richtig Plan, was an Kinderbetreuung belastend ist hast du wohl auch nicht. Das ist etwa das gleiche Niveau wie „Baumhütten bauen“

        Du setzt einfach, dass du Plan hast – nicht etwa, weil du selbst Kinder hast, sondern offenbar „weil du Frau bist“. Aber ja, deine Schwester hat doch Kinder!

        Meine auch.

        Fakt ist, dass auch Frauen so gut wie nie vorher wissen was da auf sie zukommt, und zuallerallermeist ein „verqueres Bild von Kinderbetreuung“ haben.

      • ..aber nichts für ungut, Maren, für meine Agentur bist du ohnehin nicht die richtige Klientin.

        Als Krankenschwester, ZBWlerin und künftige Lehrerin kannst du dir einen Hausmann sowieso nicht leisten 😉

      • @maren
        Kleiner Tipp, wenn man seine Tochter oder Sohn ordentlich erzieht, dann klappt das mit dem Kleider selbst holen vor dem 45 Lebensjahr. Das was du beschreibst, sind so maginale aufgaben, diese Rechtfertigen in keinster Weise die Arbeitsverweigerung der Frauen zu lasten der Männer.

    • @ Nick
      Wir hatten vor dem 1 WK eine ähnlich hohe Frauenarbeitsquote wie sie es heute ist. So einfach ist das. Für mich deutet das ganz klar auf Präferenzen hin. Leider scheint die ‚Statistik Austria‘ so langsam auch durchgegendert zu werden. Statistiken, welche ich noch vor einem Jahr downloaden konnte sind nicht mehr eruierbar und werden durch Statistiken ersetzt, welche nicht geschlechtsspezifisch aufgeschlüsselt sind. Warum wohl?

      • In der Tat, es war von der großen Mehrheit der Frauen gewünscht – ein gesellschaftliches Ideal – nicht erwerbstätig sein zu müssen.

        Das hatte die Bürgersdame von der Adelsdame, und dass die Proletarierin nicht sehr gern am Fließband schuftete versteht sich von selbst.

  6. Spitzenpositionen erfordern genau 0 Aufwand. (Sich auf seinen Kontostand und seine dazu passend verreckenden Arbeiter täglich einen runterzuholen werte ich mal nicht als Arbeit.) Die Arbeit machen die anderen. Wer in einer Spitzenposition ist, delegiert Arbeit, weil ihm seine Freizeit wertvoller ist, als ein paar Euro einzusparen. Eigentümer rauben uns, den Übrigen, die Zeit. Sie müssen daher enteignet werden. Die Existenz von Menschen erster und zweiter Klasse ist durch nichts zu rechtfertigen. Für die klassenlose Gesellschaft, jetzt!

    Kapitalisten beziehen ihr Vermögen allein aus fremder Arbeit. Sie sind die Parasiten der Menschheit und gehören beseitigt. Bevor jetzt wieder irgendwelche Gewaltvorwürfe oder Schauermärchen rezitiert werden, möchte ich darauf verweisen, dass die kommunistische Gegengewalt so harmlos ist, dass sie sogar vom bürgerlichen Moralgrundsatz der Notwehr gedeckt ist. Gegen Notwehr kann nicht mal ein Kapitalist etwas haben. Wenn er ausgeraubt wird, behält er sich vor, sich zu wehren. Das Proletariat wird seit Jahrhunderten nur ausgenommen. Sich vom Kapital restlos und endgültig zu befreien ist der friedlichste Akt, den ich mir vorstellen kann.

    NB: Habe heute eine Doku über die Stalinallee gesehen. Stalin war wahrhaft ein großer Freund des deutschen Volkes. Er hat für Frieden und Wohlstand gesorgt, alles, was es heute im weltweiten Westen nicht mehr gibt. Tröstet euch damit, dass die Gulags heute beheizt sind und Männer dort für Analsex nicht zahlen müssen. Ein Hoch auf den zivilisierten Westen! Der „freie Markt“ regelt alles so wunderbar, auch die sozialverträgliche Entsorgung der überschüssigen Reservearmee.

  7. „…während Frauen, die weniger egobezogen und zugleich teamfähiger arbeiten würden, dies nicht nötig hätten und einfach effektiver arbeiten würden…“

    Haha, das halte ich für Wunschdenken! Komm einer ehrgeizigen Frau in die Quere und du hast nicht mehr viel zu lachen. 😀

    • Es gibt eben auch Frauen, die sich Elemente der hegemonialen Männlichkeit aneignen.

      Nennt sich dann „widerständige Weiblichkeit“ 😉

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