Das „haarige Biest“ und die richtige Erziehung

In einem Spiegelartikel feiert Silke Burmester Abschied „Adieu, haariges Biest„. Gemeint ist der Abschied vom Machomann hin zum modernen Mann.

Sie sieht den modernen Mann sehr positiv und findet es eine gelungene Erziehungsleistung der Mütter (wer sonst?):

Dank Eures Einsatzes, liebe Mütter, habt Ihr uns eine Gesellschaft beschert, in der der junge Mann als freundliches Wesen gilt, als empathiefähig und sensibel und nicht länger – wie es in dem Film „Manche mögen’s heiß“ heißt – als „schreckliches, haariges Biest“.

Gut, an manchen Stellen ist die Entwicklung über das Ziel hinausgeschossen – sicherlich hatte keine von Euch gewollt, dass ein Mann am Ende etwas ist, das in Röhrenhosen und mit Schlabbertuch in der Ecke der Bar steht, sich an seinem Grapefruit-Bier festhält und den Mund nicht aufbekommt. Oder auch, dass die jungen Frauen meinen, Männer seien nur noch zum Bestäuben gut, sonst aber nicht zu gebrauchen. Aber das sind Schrauben, an denen kann man drehen, das lässt sich über die Feinjustierung hinbekommen.

Nein, viel wichtiger ist doch, dass Euch genau das gelungen ist, was man den Herren jetzt zum Nachteil auslegen möchte: dass aus schrecklichen, haarigen Biestern Menschen männlichen Geschlechts geworden sind, die fähig und willens sind zu reflektieren. Die sich und ihr Handeln in Frage stellen, anstatt sich als gottgegebenes Geschenk zu wähnen, an dem es nichts auszusetzen gibt. Männer, die starke Frauen aushalten und wissen, dass ein weibliches Wesen anders anzufassen ist, als wenn man im Werkzeugkasten den 12er-Schlüssel sucht.

Ich finde es schön, wie sie darstellt, dass Frau kein Weichei, aber auch keinen Macho haben will. Reflektieren soll er, und wenn er das nicht hinbekommt, dann muss man eben noch etwas an ihm schrauben.

Interessant dann ihre Betrachtung der Erwartungshaltung der jungen Frauen an die Männer:

Nun mögen die jungen Frauen – Eure Töchter – sagen, diese Röhrenheinis seien nicht männlich genug. Es fehle die breite Brust, und ein wenig Mackertum ist doch eigentlich ganz schön. Dass sie überhaupt in der Lage sind, dies sagen zu können, geht gleichfalls auf Euer Konto, denn Ihr habt nicht nur die Jungs auf einen guten Weg gebracht, sondern auch die Mädels. Noch nie gab es eine Generation Frauen, die so selbstbewusst war. Die so autonom und unabhängig dasteht und die Möglichkeiten hat, sich aus der Macht des Patriarchats zu befreien und eine neue, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu formen. Nicht zuletzt, weil die Wirtschaft nicht länger auf Sozialkompetenz und beste Abschlüsse verzichten kann.

Das finde ich etwas widersprüchlich. Zum einen sollen die Männer keine Machos mehr sein, zum anderen spricht aber nichts dagegen die Frauen dazu zu erziehen, einen Macho zu wollen. Sie stellt die Anforderungen der Mädels dar, stellt sie aber nicht in ein Verhältnis zu den Männern, die diesen Anforderungen schließlich ausgesetzt sind (ebenso wie andersherum). Hier hätte sie meiner Meinung nach zumindest den Widerspruch in ihrer Betrachtung der jungen Frauen und den Anforderungen an den Mann auflösen müssen.

Etwas geht sie das Problem in diesem Absatz an:

Zugegeben, wir müssen an die Schwachstellen noch mal ran: also die Jungs ein wenig zurückpfeifen und sie eine Balance zwischen Reflexionsvermögen und Männlichkeit finden lassen und den Mädels mitgeben, dass das Leben kein Hollywood-Film ist, kein Traum, in dem alles möglich ist. Und vor allem, dass eine breite Männerbrust die Ergänzung zur weiblichen Autonomie sein kann, nicht aber die Alternative.

Also der Bausatz ist noch nicht ganz ausgereizt: Anscheinend will sie die Männer dann doch wieder etwas männlicher, die Frauen sollen auch etwas mehr im Leben stehen und nicht von zu männlichen Männern träumen, sondern lieber ihre weibliche Autonomie wahren. Nur noch ein paar Schraubeinheiten und der neue Mensch ist fertig!

Etwas überrascht war ich dann noch von ihrem Literaturverweis:

1988 hat die Politikwissenschaftlerin und Autorin Katja Leyrer in ihrem Buch „Hilfe! Mein Sohn wird ein Macker“ die damalige Jungengeneration betreffend folgende Bedenken geäußert: „Ob sich bei ihnen schon ein Unterschied zeigen wird zu den Männern, mit denen wir uns heute abplagen, wage ich zu bezweifeln.“ Das ist 24 Jahre her. Die damals Sechsjährigen sind heute 30. Hat doch bestens geklappt!, möchte ich Katja Leyrer und Euch, den Müttern ihrer Generation, sagen. Ihr könnt wirklich zufrieden sein!

Wirklich Frau Burmester? Katja Leyrer dafür danken, dass sie ihrem Sohn keine Freiheiten gelassen und versucht hat ihm das gefürchtete Mackertum auszutreiben? Die ihren 10jährigen Sohn zu  einem verunsicherten, stotternden, bettnässenden Kind gemacht hat, das zu Hause im Schatten seiner selbstbewussteren Schwestern steht, in der Schule und im Hort von Gleichaltrigen gemobbt wird und von ihr, der Mutter, keinerlei Solidarität und liebevolle Unterstützung erfährt?  Die schreibt:

„Und trotzdem: Wir müssen den Söhnen die Privilegien nehmen! Wir können nicht Männermacht bekämpfen und die Augen vor den eigenen Söhnen verschließen. Wir haben keine neutrale Wesen an unseren eigenen Busen genährt, sondern die Patriarchen von morgen, wenn wir ihnen diese Sicherheit nicht rauben. Wir müssen unseren männlichen Kindern etwas wegnehmen, sie unterdrücken. Das tut weh.“

Sie sagt offen, daß sie keinerlei Solidarität mit ihrem Jungen emfinden könne, wenn dieser einmal Stärke und Durchsetzungsvermögen an den Tag legt. Die Entwicklung des Sohnes zum Mann bedrohe sie „existenziell. Sie selbst sagt, sie wolle nicht an der Stelle ihres eigenen Sohnes sein. Sie spricht darüber, wie ihr Sohn von anderen verlacht wird aufgrund seiner Mädchenhaftigkeit. (zitiert nach der Besprechung von Klaus Hegewald auf Amazon)

Und da sagen sie Danke?

Wo wir gerade dabei sind: Die Eltern, die das Geschlecht ihres Kindes geheim gehalten haben, damit es nicht durch die Gesellschaftsnormen in eine Richtung gedrängt wird, haben nun bei einem Alter von 5 Jahren bekannt gegeben, dass es ein Junge ist. Was zu erwarten war, denn so ein Experiment wird üblicherweise an einem Jungen durchgeführt werden, eben damit er kein Macker wird.

Aus dem „The Sun“-Bericht:

Beck Laxton, 46, and partner Kieran Cooper, 44, decided not to reveal baby Sasha’s gender in the hope it would let its ‚real‘ personality shine through.

They referred to it as „The Infant“ and only allowed their child to play with ‚gender-neutral toys‘ in their television-free home.

During the first five years of his life, Sasha has alternated between girls‘ and boys‘ outfits, leaving friends, playmates and relatives guessing. (…)

Sasha’s gender was almost revealed when he took to running around their garden naked, but Beck was resolute and encouraged him to play with dolls to hide his masculinity. (…) Sasha wears a ruched-sleeved and scalloped-collared shirt to school from the girl’s uniform list, and has been banned from sporting combat trousers. The youngster is also encouraged to wear flowery tops at weekends. (…)

„I just want him to fulfil his potential, and I wouldn’t push him in any direction. As long as he has good relationships and good friends, then nothing else matters does it?

Schon lustig, sie will ihn in keine Richtung drängen, aber er darf keine „Combat Trousers“ tragen, trägt Röcke zur Schule, soll mit Puppen spielen und darf nicht nackt durch den Garten toben. Aber sonst ist wirklich alles unproblematisch.

Der arme Kerl. Echte Freiheit hätte meiner Meinung nach darin bestanden, ihn einfach wählen zu lassen, was er möchte, ihm Spielzeug aller Art vorzusetzen und nichts dagegen zu haben, wenn er entweder mit der Puppe oder mit dem Traktor spielt. Ihn von den Extremen fernzuhalten, auch wenn er sie wählt, ist keine freie Erziehung.

Ich hatte schon ein paar Artikel zu dem Thema:

Ich bin auf das Kind in ein paar Jahren gespannt, wenn es (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aufgrund der Normalverteilung dieser Eigenschaften) ein ganz gewöhnlicher Junge von seinen Interessen her sein wird, weil er eben ein Junge ist. Bis dahin wird er aber einiges an Toben und Spielen nicht genutzt haben können und ich vermute auch weniger Umgang mit anderen Kindern gehabt haben, weil seine Eltern ja immer befürchten mussten, dass die ihn beeinflussen.

Das die feste Zuordnung zu einem Geschlecht auch so eine Rolle für das Kind spielt, dass es auch das Gefühl haben muss, diesen Bereich seiner Selbst zu erkunden und auszuprobieren, dass scheint ihnen nicht in den Sinn zu kommen. Ebenso wenig wie de Punkt, dass die Abgrenzung zum anderen Geschlecht auch ansonsten für ihn wichtig sein könnte. Er kann nicht geschlechtsneutral leben, was ihm spätestens dann bewusst werden wird, wenn er als pubertierender Junge eine Mädchenumkleide betritt. Und auch wenn er später mit Mädchen flirten will, dann wird er in einem Kleid seine Probleme haben. Weil unser Gehirn darauf gedrillt ist Anzeichen von Geschlecht aufzunehmen und dabei auch die kulturellen, erlernten Signale mit einbezieht. Das Geschlecht zu erkennen ist aus evolutionär leicht nachzuvollziehenden Gründen eine wichtige Eigenschaft, was es Transsexuellen schwer macht und zu vielen anderen Problemen führen kann, was aber dennoch nicht abschaltbar ist.

Die Eltern des Kindes mögen sich als Pionier fühlen, aber ich halte ihr vorgehen dennoch für falsch. Sein Kind wählen zu lassen halte ich immer für wichtig. Es sein Geschlecht verbergen zu lassen aber für sehr bedenklich.

vgl.:

17 Gedanken zu “Das „haarige Biest“ und die richtige Erziehung

  1. Männer, die starke Frauen aushalten und wissen, dass ein weibliches Wesen anders anzufassen ist, als wenn man im Werkzeugkasten den 12er-Schlüssel sucht.

    „die Starken Frauen, die schwache Männer nicht aushalten“ *selbstbeweihräucher -bemittleid*

    Es bedarf eben einer großen Portion nach innen gekehrten Gleichmutes, um Pauerwimmen auszuhalten die nicht wissen was sie wollen, aber das mit aller Entschlossenheit.

    Die Suche nach dem 12er Schlüssel gerät meistens zur bizarr anmutenden Handlung, weil dieser nie gebraucht wird. Der passt eben für keine Deutsche Mutter 😉

    Das mit dem Schrauben muss Frau Burmester nochmal üben. Das fängt damit an, dass man das zu „Schraubende“ jenseits von narzissmusbalsamierender lila Folklore wahrnimmt.

  2. Ja, unsere Realität ist eine aufregende Mischung aus „1984“ und „brave new world“ geworden, zu der der Fem. einen ganz gewichtigen Beitrag geleistet hat.
    Die Tatsache, daß Frauen ihr allererstes großes eigenständiges Projekt in der Menschheitsgeschichte nahezu sofort in eines der schlimmsten Dinge verwandelt hat, die sich die Menschheit zuvor jemals erträumt hat, läßt mich dann doch an der prinzipiellen Eignung von Frauen für Höheres zweifeln.
    Ist wahnsinnig schade und ich wollte es lange Zeit nicht wahrhaben, aber irgendwann muss man die Kraft des Faktischen doch anerkennen.

  3. Tja, da haben wir in Frau Burmester eine klassisch feministische Autorin. Männer sind Verfügungsmasse der Frauen. Männer und Junge – Menschen männlichen Geschlechts – haben so zu sein wie Frauen sie wollen. Eigene Wünsche, eigene Vorstellungen vom Leben zählen für Jungen und Männer nicht. Auf die Idee Männer und Jungen als Menschen zu sehen, als Menschen mit eigenen Wünschen und Vorstellungen, kommt Frau Burmester nicht in den Sinn. Der Mann wird wieder mal als Instrument zur Selbstbeglückung der Frau gesehen. Als „Trost“ kann man anfügen, mit Frauen und Mädchen scheint Frau Burmester es genauso zu halten. Allerdings scheint Frau Burmester den Menschen weiblichen Geschlechts wenigstens einen selbstbestimmten Lebensweg offenzuhalten, nämlich den, der ihrem eigenen entspricht.

    Kurzum, Menschenverachtung und Narzissmus pur. Der Verweis auf Frau Leyrer ist dementsprechend das Sahnehäubchen auf dieser in Schriftform gegossenen Verachtung für Menschlichkeit und Empathie.

    • Dabei wäre es so einfach:

      http://wiki.southparkpedia.de/index.php/Mr._Garrisons_schicke_neue_Vagina

      Diese Folge legt den ganzen Gendermüll in einem nicht zu übertreffenden „Common Sense“, einer Konfrontation mit der Natur, der Realität, offen. Herrlich die Szene bei der Geschlechtsumwandlung!

      „Mrs. Garrison: „Aber ich habe 5 000 Dollar dafür bezahlt, eine Frau zu sein. Das würde ja bedeuten, dass ich gar keine richtige Frau bin. Ich bin… ich bin nur ein Kerl mit einem verstümmeltem Penis.“
      Arzt: „Im Grunde genommen ja.“
      Mrs. Garrison: „Oh! Oh mann, ich fühle mich wie der letzte Trottel.“

    • @ Haselnuss

      Eine echte Pauerwumme, die Frau Burmeister, genau wie die Frau Leyrer.

      Dahinter gähnt das große weibiche Minderwertigkeitsgefühl, zu dessen pathogenisierender Therapie der Feminismus erfunden wurde.

      Die tiefe Verunsicherung solcher Frauen, die aus ihrem Frausein keinerlei Selbsbewußtsein generieren können.

      Weshalb das eintritt (Katja Leyrer):

      *Sie sagt offen, daß sie keinerlei Solidarität mit ihrem Jungen emfinden könne, wenn dieser einmal Stärke und Durchsetzungsvermögen an den Tag legt. Die Entwicklung des Sohnes zum Mann bedrohe sie „existenziell. Sie selbst sagt, sie wolle nicht an der Stelle ihres eigenen Sohnes sein.*

      Diese Frauen wären so gerne Mann, weil sie nicht gerne Frau sind.

      Und spüren doch, dass sie es nicht sein können, weshalb sie das bewundernd-begehrte Männliche kleinmachen, kleinhalten, verächtlich machen müssen.

      Analoges gibt es natürlich auf Männerseite, Männer, die nicht gerne Mann sind und darum zu Männern werden, die Frauen klein machen, verächtlich machen, kontrollieren wollen.

      Oder sie werden zu FeministInnen, unterwerfen sich der übermächtigen Mutter.

      Auch dazu gibt es bei Frauen ein Pendant.

      Die Geschlechter sind komplementär-symmetrisch, auf’s Ganze gesehen, einander wert.

  4. Ich sehe da eine verbreitete Verunsicherung unter Eltern, wie nun mit diesen Rollenmustern umgegangen werden soll – es will ja auch kein Elternteil vor den Kollegen als politisch unkorrekt da stehen, oder als derjenige der die Psyche des Kindes verbockt hat.
    Daher gibt es solche und solche Auswüchse. (die Autorin oben hat keine Kinder, oder ? liest sich nicht so als ob.)

    EInfach machen lassen, wäre wohl das einfachste. Also die Kinder selbst probieren lassen. Auch wenn der Sohn dann rote Fingernägel wie die große Schwester will. Auch wenn die Tochter alles in knallpink und später todschwarz will. Oder der Sohn eben ballern will.

    Aber das ist mitunter schwierig auszuhalten.
    Doch nützt ja nichts, will man nicht soziale Kontakte völlig verbieten.

    Das erinnert mich alles an:
    http://anniefee.wordpress.com/2011/07/02/wie-kitty-und-pony-schleichend-sympathisch-werden/

    • Die Antwort auf Verunsicherung sollte aber nicht Rigidität im Denken und Verhalten sein. Vor allem dann nicht, wenn es dabei so menschenverachtend und narzisstisch zugeht wie bei Frau Burmester. Männer müssen Frauen gefallen und Frauen haben ihren Lebensweg genauso zu wählen, wie Frau Burmester es getan hat, sonst müssen bei beiden Geschlechtern Feinjustierungen vorgenommen werden. Wer glaubt diese Frau eigentlich, wer sie ist?

  5. Die Antwort auf Verunsicherung sollte aber nicht Rigidität im Denken und Verhalten sein
    Sollte nicht, aber ist oft. Auch in anderen Bereichen. Gibt es nicht diese These, dass diverse -ismen durch Verunsicherungen in Fahrt gekommen sind ?

    • @ anniefee

      Vieles zur Verunsicherung der heutigen Eltern trägt doch gerade die These der Soziokulturalisten bei, dass Soziokultur alles sei.

      Das führt natürlich zu der Vorstellung, dass Eltern ALLES machen müssen und können.

      Wüßten sie, wieviel die Natur voreingestellt, vorreguliert, durch natürlich-instinktiv ablaufende Prozesse „abgesichert“ hat, sie könnten ihr Kind viel gelassender sehen, sie wüßten, dass von ihnen so viel gar nicht abhängt, dass sich vieles ihrem Einfluss, dem Machbarkeitswahn entzieht, könnten viel gelassender Seinlassen.

      Das Kind liebevoll begleiten, es an der langen Leine führen, nur dann an der zerren, wenn es sich und anderen weh tut, es ansonsten laufen, machen, entdecken lassen, das genügt.

      Das Bäumchen wächst weitgehend von alleine, man muss es nur ein wenig stützen, hie und da zurückschneiden, bringt aber alles wesentliche, um zu gedeihen, mit.

      • Meine Eltern haben mir Liebe Vertrauen geschenkt und mir Grundregeln der Höflichkeit und des zwischenmenschlcihen Respekts beigebracht.

        Mehr ist doch zur Erzeihung gar nicht nötig, oder? Ich frage mich immer, wie Eltern darauf kommen, ihr Kind in eine bestimmte Richtung drängen zu wollen.

        Ich erinnere mich noch, als ich mit zehn Jahren ein Spielzeugpony wollte
        http://www.meinkleinespony.com/
        ein klassisches Mädchenspielzeug. Ich hab sogar eines bekommen, galt ich doch schon immer als sensibel und emotional 🙂
        Ich glaube ich frag mal meine Eltern, und insbesondere meinen Vater, was sie sich dabei innerlich gedacht haben, als sie mir
        das geschenkt haben 😉

    • Gibt es nicht diese These, dass diverse -ismen durch Verunsicherungen in Fahrt gekommen sind ?

      Da ist ja auch imho was dran. Durch diverse Entwicklungen ist das tradionelle Selbstverständnis und -Gewißheit gerade auch von Frauen erheblich erschüttert worden. Das Abwerten und Projezieren aufs andere Geschlecht ist dann immer ein labender Balsam.

      dass aus schrecklichen, haarigen Biestern Menschen männlichen Geschlechts geworden sind, die fähig und willens sind zu reflektieren.

      Einer Gruppe von Menschen etwas so elementar Menschliches wie die Fähigkeit zu reflektieren per se abzusprechen ist schon sehr starker Tobak. Die Aussage beinhaltet gleichzeitig, dass Frauen per se über diese Fähigkeit verfügen. Imho klarer Fall von krankem Narzissmus (es gibt auch gesunden Narzissmus)

      Anders als mit einer tiefen Selbswertkrise ist auch das paranoide Weltbild der Frau Leyrer, die trotz der Tatsache dass „es sehr weh tut“ ihren eigenen Sohn geradezu gezielt seelisch verstümmelt, für mich kaum zu erklären. Die Tatsache, dass sie obendrein einen damals wohl recht populären „Erziehungsratgeber“ darüber verfasst hat, deutet auf ein weitverbreitetes Phänomen hin.

      Das „Vermeiden von Rollenmustern in der Erziehung“ läuft meistens darauf hinaus, dass Jungen die „Machoallüren“ ablegen sollen, und Mädchen „empowered“ werden. Gerade die „Rollenkritische“ Erziehung betrachtet oft ganz genau das jeweilige Geschlecht des Kindes, eben besonders Kritisch: „Oh Gott, das Mädel will ein Rosa Pony!!“/“Wow, der Junge will ein Rosa Pony!!“ „Der Junge ist ja ganz schön Machohaft!“/“Das Mädel ist ja richtig Durchsetzungsfähig!“

      Wenn man Geschlecht politsch betrachtet und „transformieren“ will, dann ordnet man es eben in einen politischen Kontext ein, wenn ein Junge sowas wie Willen zeigt.

      Ergebnis sind Mädchen, die nicht wissen was sie wollen und Jungen, die meinen sie dürften nichts wollen. In dem Sinne muß nicht an den Schrauben nachjustiert werden, da muss man mit dem Plasmaschneider beigehen.

  6. Hallo!
    Bin seit kurzer Zeit Mitleser dieses Blogs und möchte mich heute zum ersten Mal hier äußern:
    Der Artikel von Frau Burmester ist allein schon aufgrund seiner billigen Verallgemeinerungen albern und taugt allenfalls als billige Polemik. Dass mal eben einer ganzen Generation von jungen Männern pauschal das Etikett „neuer Mann“ angehängt wird, um sie dann aufgrund ihres vermeintlichen Verhaltens (oder Fehlverhaltens) besser über einen Kamm scheren zu können, hat doch keinerlei Aussagekraft. Über wie viele Männer kann Burmester außerhalb ihres persönliches Umfelds denn schon urteilen? Interessant, wie leicht und schnell man dann sogleich alle Männer um die 30 anhand einiger Bar- und Flirt-Klischees in einen Sack hauen kann!

    Dem gegenüber steht natürlich das rein willkürlich heraufbeschworene Zerrbild des „Macho-Mannes“ als billige Kontrastschablone. Wer derart leichtfertig einen „neuen Mann“ herbeifabuliert, benötigt offenbar sofort ein extremes Gegenbeispiel, damit das eigentliche Konstrukt gar nicht erst hinterfragt wird. Wir lernen: Vor 1980 kann es also für alle Männer wohl kein anderes Rollenbild als das des dominanten Machos gegeben haben! Punkt. Damit ist z.B die Vätergeneration dieser jungen Männer sogleich gebrandmarkt und bedarf im Verlauf des Artikels keiner weiteren Erwähnung mehr. Der Rest des Artikels verliert sich in selbstgerechten Bauchpinseleien einer als „Mütter“ ausgemachten Gruppe, die ihre Söhne nur noch entsprechend zu justieren hätte.

    Überhaupt platzt der ganze Artikel fast vor Selbstgerechtigkeit und Sexismus, dass es einem schon die Sprache verschlagen kann: Aus Minderheiten wird eine bauchgefühlte Gruppe konstruiert, deren Verhalten zuerst scheinheilig gelobt, dann aber sofort verächtlich gemacht wird – solange man sie eben noch als Gruppe argumentativ benötigt. Wenn es um Männer geht, scheint erstaunlich schnell zu funktionieren, was sich gegenüber Frauen als Gruppe automatisch verbieteten würde. Bei all dem selbstgefälligen Erziehungsfetisch gegenüber Männern scheint mir doch eine gehörige Portion Verachtung herauszuklingen, da der angeblich früher zuhauf existierende machistisch-dominante Mann offenbar gar nicht erst als Mensch zu gelten hat und folglich als eine Art Minderwesen zu gelten hat, das einer Umschulung bedarf. Trotzdem darf sich natürlich jeder Mann gerne angesprochen fühlen und sich bei Bedarf in die Reihe der „Halbmenschen“ einreihen. Die Implikationen sind stets vorhanden und allesamt ekelhaft.

    In Punkto „Gender“ scheint der Artikel allerdings auch nicht so recht „geeicht“ zu sein. Wieso hält die Autorin denn bitteschön an der Mär der weiblichen Sozialkompetenz fest? Mit viel mehr als „Weiblichkeit“ weiß sie diese Eigenschaft denn nun auch kaum zu begründen, wobei dies doch angeblich nur einem konstruierten Rollenbild geschuldet sein sollte.
    Bei den „besseren Abschlüssen“, die die Autorin nennt, scheint es sich mir wohl eher um ein statistisches Artefakt zu handeln, bei dem Abschlüsse aus Geistes- und Gesellschaftswissenschaften mit MINT-Fächern zusammen auf einen Schnitt geprügelt wurden, der am Ende zugunsten weiblicher Absolventen verläuft. Sollte sich daraus etwas über die Geschlechterverteilung in den Vorständen der 30 großen DAX-Unternehmen folgern lassen (was die Autorin wie viele andere vor ihr definitiv impliziert), hielte ich das für rein monokausale Spekulation. Dass sie so etwas in einem Nebensatz äußert, ist nicht ungewöhnlich – wir sollen es schlicht glauben, sofern wir denn daran glauben wollten…

    Der Artikel von Frau Burmester ist absolut unterirdisch und die größtenteils negativen Kommentare darauf sprechen eine deutliche Sprache.Am Partnerverhalten ändert dies ohnehin nichts – soll ich deswegen heulen oder jubeln? Es geht mich schlicht nichts an, und das sollten Schreiberlinge wie Frau Burmester endlich mal beherzigen….

    Gruß
    Chris

  7. Pingback: Genderneutralität in Schweden « Alles Evolution

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