Evolution, Evolutionäre Psychologie und das Fehlverständnis dieser im Feminismus

Ein interessanter Artikel betrachtet das Verhältnis von Feminismus und Evolution:

I comment on Eagly and Wood’s biosocial constructionist evolutionary theory (2011; DOI: 10.1007/s11199-011-9949-9). Although this gender feminist theory allows for evolved physical differences between men and women and evolved psychological similarities for men and women, it fails to consider evolutionary accounts of psychological sex differences. I hypothesize that gender feminists’ reluctance to acknowledge that evolution has left different fingerprints on men’s and women’s bodies and brains stems from two common misunderstandings of evolutionary psychology: the myth of immutability and the naturalistic fallacy. I conclude that although evolutionary psychology is eminently compatible with equity feminism, evolutionary psychology and feminist psychology will conflict as long as the latter adheres to gender feminism and its unwillingness to acknowledge the evidence for evolved psychological sex differences. Gender feminism’s dualistic view of evolution hinders the search for and understanding of the proximate and ultimate causes of inequality. Feminist psychology needs to evolve by embracing equity feminism, which has no a priori stance on the origin or existence of differences between the sexes.

Quelle: Evolutionary Psychology is Compatible with Equity Feminism, but Not with Gender Feminism: A Reply to Eagly and Wood (2011)

Der Artikel ist unter dem Link im Volltext vorhanden und insgesamt interessant:

By limiting the realms within which evolution has shaped humans, biosocial constructionist evolutionary theory invokes a variant of Cartesian dualism. Whereas Descartes (1641/1993) advocated a mind/body dualism in which the mind is a non-physical substance, biosocial constructionist evolutionary theory advocates a “minddifferences/ everything-else” dualism (Friedman, Bleske, and Scheyd, 2000).

According to gender feminism and its unwarranted claims about human nature, psychological sex differences are uniquely immune to natural selection. This convoluted conceptualization of evolution misunderstands how adaptations are fashioned and function. An adaptation is an “inherited and reliably developing characteristic that came into existence as a feature of a species through natural selection because it helped to directly or indirectly facilitate reproduction during the period of its evolution” (Buss, Haselton, Shackelford, Bleske, and Wakefield, 1999, p. 535). In domains in which the sexes recurrently faced different adaptive problems, evolution is likely to have fashioned different adaptive solutions. These adaptations often involve the intertwining of physical and psychological traits.

Und das ist in der Tat ein Vorwurf, den sich der Genderfeminismus bzw. der Gleichheitsfeminismus insgesamt machen muss: Warum sollen sich überall am Körper Zeichen einer Differenzierung zwischen Männern und Frauen finden, das Gehirn, das aber auch nur durch Evolution entstanden ist, davon aber ausgenommen sein? Wenn verschiedene Tätigkeiten und Interessen verschiedene Selektionsdrücke auf den Körper ausüben, dann ist zu erwarten, dass auch das Gehirn nach diesen Drücken selektiert wird und sich auch in diesem Bereich jeweils für das betreffende Geschlecht vorteilhafte Mutationen oder Kombinationen von Genen durchsetzen und weitergegeben werden.

Kurth geht dann über zu den Gründen, aus denen heraus der Genderfeminismus so ablehnend ist:

An important question for future research is why gender feminists unnecessarily wed themselves to a dualistic conceptualization of evolution and human nature that is theoretically untenable and empirically unsupported.

Da spricht es jemand mal deutlich aus. Der Blank Slate, also das unbeschriebene Blatt, dass allein durch Kultur befüllt wird, ist heute nicht mehr vertretbar und wird auch nicht durch wissenschaftliche Beweise unterstützt.

I suspect that gender feminists’ reluctance to acknowledge that evolution has left different fingerprints on men’s and women’s bodies and brains stems from two common misunderstandings of evolutionary psychology (Buss, 2012; Confer et al., 2010).

Jetzt also zu den Gründen, aus denen sich dies ergibt. Was natürlich erst einmal voraussetzt, dass man sich überhaupt damit auseinandersetzt, was meist nicht der Fall ist.

The first misunderstanding, the myth of immutability, is evidenced when one erroneously concludes that “if it’s evolutionary, then we can’t change it.” As has been discussed at length elsewhere (Buss, 1996; Buss, 2012; Confer et al., 2010; Geher, 2006), evolutionary psychology does not view human behavior as impervious to change. In fact, evolutionary psychologists have cogently argued that knowledge of the informational inputs to evolved psychological mechanisms is a crucial first step toward changing the behavioral output of these mechanisms (Buss, 1996; Buss, 2012; Confer et al., 2010; DeKay and Buss, 1992; Geher, 2006).

In der Tat ein häufig gehörtes Argument. Ich habe es anlässlich eines Kommentars bereits im ersten Monat dieses Blogs einmal aufgegriffen: „Wahrheit vs. Wollen: Feministische Theorie und die eigene Suppe“, damals in der schönen Form:

Als Historikerin und Feministin bin ich davon einfach nicht zu überzeugen. Und zwar nicht nur wegen meiner intellektuellen Verortung, sondern auch aus strategischen Gründen:

Wenn die ‘Natur’ oder ‘Evolution’ für die Geschlechterdifferenz verantwortlich gemacht wird, bleibt für gesellschaftliche Veränderungen kein Raum. Den braucht es aber dringend, denn so wie es ist, ist nichts gut.

Was genau das oben angeführte Argument ist, dass es nicht so sein darf, weil man es dann nicht ändern kann. Meiner Meinung nach muss der Haupteinwand gegen das Argument sein, dass man sich die Welt nicht schön denken darf, sondern Fakten hinnehmen muss, wenn sie nun einmal so sind. Allerdings ist es durchaus richtig, dass uns das Wissen um bestimmte biologische Unterschiede auch Handlungsmöglichkeiten geben kann. Wenn wir wissen, wie Menschen auf etwas reagieren, dann kann man Möglichkeiten schaffen, diese Reaktion zu vermeiden oder abzufangen. Es bringt nichts, einfach davon auszugehen, dass man ein bestimmtes Verhalten durch gesellschaftliche Maßnahmen ändern kann. Das wird dann nur dazu führen, dass man sich ärgert, dass es nicht klappt. Wenn Jungen im Schnitt Raufen und Toben („Rough and Tumble Play“) bevorzugen, dann bringt es mehr dieses in vernünftige Bahnen zu lenken als ihnen eine Puppe in die Hand zu drücken und sie auszuschimpfen, wenn sie Toben wollen.

The second pervasive misunderstanding is the naturalistic fallacy, which rears its illogical head when one concludes that “if it’s evolutionary and hence natural, then it’s okay and hence good.” Numerous evolutionary psychologists have unpacked the mistaken inference that if something is the case then it ought to be the case (Buss, 2003; Geher, 2006; Pinker, 2002). Evolutionary psychology does not excuse, justify, or rationalize any human’s thoughts, feelings, or actions (Buss, 1996; Geher, 2006). It merely seeks to discover and detail the design of the information-processing mechanisms that underlie our psychology. If some women have been subjugated because they were regarded as different than (and inferior to) men and some men have excused their misogynistic behavior as being an inevitable consequence of their genes, then a reluctance to embrace a discipline which viewed such pernicious behavior as immutable and excusable would be understandable. But evolutionary psychology is not that discipline (Buss, 1996).

Ich denke, dass diese Unterscheidung vielen schwer fällt. Die Reaktion „Wie kannst du so etwas unmoralisches/nüchternes schreiben“ kommt ja auch hier häufig, wenn man Selektionsdrücke und abstrakte Vorteile bestimmter Verhalten oder Auswahlkriterien anführt. „Es ist nicht gut, also darf es nicht sein“ ist aber ebenfalls kein tragendes Argument, es verkennt eben, dass die Evolution durch Mutation und Selektion arbeitet und das einzig wesentlich ist, welche Gene für langfristig mehr Nachkommen sorgen. Ein unmoralisches Verhalten, dass dauerhaft zu 50 Kindern führt, wird sich gegen ein moralisches Verhalten, das dauerhaft 1 Kind zur Folge hat, durchsetzen, wenn es auf genetischen Grundlagen beruht, einfach, weil die Gene von dauerhaft 50 Kindern sich dann schneller verbreiten. Das bedeutet nicht, dass unmoralisches Verhalten sich immer durchsetzt: Gerade die Spieltheorie hat gezeigt, dass moralisches Verhalten und Kooperation in einer Gemeinschaft Vorteile für den Einzelnen bringen können,  wenn man sie gegen ein Ausnutzen absichert. Zu Bedenken ist dabei auch, dass unsere Moral ebenfalls teilweise Ergebnis unserer Biologie ist: Weil wir aufgrund biologisch-hormoneller Vorgänge Liebe zu unseren Kindern empfinden, gilt es nicht als moralisch unanständig sie gegenüber unbekannten Dritten zu bevorzugen etc. In der Tat ist aber der Vorwurf, dass man etwas als gerecht bewertet, weil es so ist, ein beständiger Vorwurf. Ein Beispiel wäre „Wer meint, dass sich Frauen an die Kindererziehung angepasst haben und Männer an die Jagd, der meint, dass Frauen in die Küche und ins Kinderzimmer gehören, und Männer das Geld verdienen müssen“. Was natürlich nicht der Fall ist, denn zum einen ist es eh nur eine Betrachtung über den Schnitt und zum anderen geht der Mann eben nicht mehr jagen und ist sicherlich nicht für einen Bürojob evolutionär angepasst. Auch die Kinderbetreuungssituation ist eine andere als die in der Steinzeit. Es ist auch keine Wertung dieser Art, wenn man dennoch vertritt, dass viele Frauen eher als die Männer die Kinderbetreuung übernehmen wollen. Denn daraus kann nicht folgen, dass Frauen das immer wollen müssen.

However, evolutionary psychology and feminist psychology will conflict as long as the latter adheres to gender feminism and its unwillingness to acknowledge the evidence (Buss, 2003; Geary, 2010; Mealey, 2000; Pinker, 2002) for evolved psychological sex differences. It is tragically ironic that feminist psychology—a discipline in part dedicated to shedding light on women’s struggles with inequity—struggles to consider any and all insights into the origin of the inequities faced by women. Gender feminism’s dualistic view of evolution hinders the search for and understanding of the proximate and ultimate causes of inequality. Feminist psychology needs to evolve.

Future research might explore whether those who fallaciously believe that evolutionary psychologists view nature as immutable and suitable for justifying the status quo are more likely to endorse gender feminism and its untenable conception of sex differences than to self-identify as equity feminists.

In der Tat macht der Genderfeminismus eher vieles unklarer. Er sieht falsche Gründe für Ungleichheiten und verschenkt damit Energien in Lösungen, die nicht funktionieren können. Es wäre eine Öffnung des Genderfeminismus hin zu moderner Wissenschaft dringend notwendig.

Dazu müssen aber viele ideologische Barrieren im Feminismus abgebaut werden.

79 Gedanken zu “Evolution, Evolutionäre Psychologie und das Fehlverständnis dieser im Feminismus

  1. Warum sollen sich überall am Körper Zeichen einer Differenzierung zwischen Männern und Frauen finden, das Gehirn, das aber auch nur durch Evolution entstanden ist, davon aber ausgenommen sein?

    Da der Körper von uns Frauen wesentlich komplexer ist, als der von Männern, das belegt alleine unsere Gebärfähigkeit, ist es nur logisch, dass es unser Gehirn auch ist.

    Dazu müssen aber viele ideologische Barrieren im Feminismus abgebaut werden.

    Das sollten sich auch die Maskulisten hinter die Ohren schreiben, zumal sie gesellschaftlich nichts dafür tun. (editiert: Bitte keine Beleidigungen)

    • @Lucia

      „Da der Körper von uns Frauen wesentlich komplexer ist, als der von Männern, das belegt alleine unsere Gebärfähigkeit, ist es nur logisch, dass es unser Gehirn auch ist.“

      Weil die Gebärfähigkeit soviel Zusatzintelligenz benötigt?

    • @ Lucia

      Die Gebärfähigkeit wird an dieser Stelle zum Non-Plus-Ultra erhoben an anderer Stelle als Fluch dargestellt, wie man es eben braucht. Außerdem: Was nützt die Gebärmutter, wenn sie nicht besamt wird? Ihr könnt es echt nicht lassen^^ Immer weniger Männer fallen aber auf die „moderne Beziehung“ auf „Augenhöhe“ rein.

      Gehirn? Erspar uns das bitte…..

    • @lucia
      „Da der Körper von uns Frauen wesentlich komplexer ist, als der von Männern, das belegt alleine unsere Gebärfähigkeit, ist es nur logisch, dass es unser Gehirn auch ist.“
      Nö, es zeigt einen Unterschied, es macht den weiblichen Körper aber nicht Komplexer, was sich auch auf das Gehirn niederschlägt. Das weibliche Gehirn ist nicht Komplexer, das einzige was euch etwas undurchschaubbar macht, ist die Tatsache, das Frauen um sich herum gerne ein Mysterium aufbauen, indem sie nichts von sich verraten. Hat Mann einmal hinter diese Fassage geblickt, seid ihr ganz einfach gestrickt, wesentlich einfacher als Männer, allein schon, was die Soziale interaktion anbelangt und geht weiter auf das Beuteschema, alles in allem, ein sehr begrenzter Rahmen, was zu einem fast an „Kennste eine, kennte alle“ führt. Daher ja auch die Abneigung von Frauen gegen diesen Spruch, da sie wissen, das sie recht gleich und Uniform sind, versuchen sie Individualität zu erheucheln, zu erschleichen.

    • @ Lucia

      Du leidest unter einem tiefen Minderwertigkeitsgefühl, das Dich für den Rest Deines Lebens beschweren wird, wenn Du Dich nicht in Behandlung begibst.

      Es wird Dich belasten und all jene, die Dich lieben (wollen).

      Tu was dagegen.

      Das meine ich ernst und ob Du’s glaubst oder nicht, das ist ohne Diffamierungsabsicht gesagt.

      • Das sagt der Richtige. LOL

        Kümmer dich um dich und lass dir lieber deine Schweizer Käse Depression behandeln, als anderen diese tagtäglich unterzujubeln.

        Richtig ist, dass hier zu kommentieren zweifellos reinste Zeitverschwendung ist.

        Experten für Volksverdummung sind resistenter als jeder Virus.

        Tschüss.

  2. Warum sollen sich überall am Körper Zeichen einer Differenzierung zwischen Männern und Frauen finden

    falsche prämisse. es finden sich nicht „überall am körper zeichen einer differenzierung …“.

  3. @lucia

    dann erklär doch mal, wie Gebärfähigkeit logisch mit einem komplexeren Gehirn zusammenhängt.
    Weil das eine komplex ist muß auch das andere komplex sein? Das wäre nur wahr, wenn die Komplexität in einer Verbindung steht.
    Allerdings bestätigt es ja das Hauptargument, dass Genderfeminismus falsch ist.

    • @christian

      1. ist mir dazu die Lust vergangen.

      2. merkt man, dass du wegen deiner Art und Weise des ständigen Herumreitens auf Biologie kein Wissenschaftler bist.

      2a. Ein Segler, der über seine Weltumseglung berichtet, erwähnt ja auch nicht dauernd, dass sein Segelboot auf dem Meer schwimmt.

      3. Tschüss

    • Christian

      „..wie Gebärfähigkeit logisch mit einem komplexeren Gehirn zusammenhängt. ..“

      Stell Dir vor, dass eine „moderne“ Mutter nicht nur Verantwortung für das Leben des Kindes hat (von Natur aus – wie die Patriarchen abwertend erklären), sondern, sie muss auch „arbeiten“ und kaufen gehen, damit das „Leben“ im wirtschaftlichen Kreislauf stimmt! Wenn Du eine unlogische Mutter bist, wird dein Kind vor deinen Augen sterben! – so viel zum Patriarchat!!

      • @Staro

        Das war mal wieder eine Antwort, die mit der Frage wenig zu tun hatte.
        Die Frage war nicht, ob Frauen unlogisch ist, sondern warum ihr Gehirn aufgrund ihrer Gebärfähigkeit komplexer sein sollte als das eines Mannes, wie es Lucia behauptet hat.

      • Staro, hallo, dich gibts also auch noch!

        „..wie Gebärfähigkeit logisch mit einem komplexeren Gehirn zusammenhängt. ..“

        Hühner legen fast täglich Eier. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass die besonders schlau wären …

  4. @ hottehü
    Na ja, für Knochen und Muskeln gilt das schon einmal, für die inneren Organe auch, auch für das Gehirn – freilich im Schnitt. Auch für den Phänotyp, die Haare, den folgenden Haarausfall, die Stimme – bestimmte Stimmlagen können im Schnitt nur von Frauen erreicht werden -, die Körperbehaarung im Schnitt, die Brüste, die Körpergröße, die Poform, die Handlungsweisen, die Interessen, das Gehör für höhere Töne, ….

    Bist du wie Arnie in „Twins“ auf einer fernen Insel großgeworden? Siehst du das alles nicht tagtäglich?

  5. @lucia

    Wie immer passt bei dir (und den meisten Frauen) der alte Spruch: „Mädel, lern erst mal Logik.“ Deine (gespielte?) Naivität ist wirklich amüsant. Ich verstehe gut, dass viele Männer auf so extreme kognitive Hilflosigkeit bei Frauen hereinfallen und ihrem Beschützerinstinkt nachgehen. Wenn Mann die Masche aber erstmal durchschaut hat, ödet sie einen nur noch an.

  6. @ Christian

    Schön, von einer Feministin (Gleichheitsfeministin im Gegensatz zu einer Genderfeministin) zu hören, dass sie die empirische Realität anerkennt.

    Fragwürdig, dass auch sie als Feministin Gleichheit in der sozialen Sphäre per se als „gut“ anzusehen scheint und nur nahelegt, dass man ja jetzt die Erkenntnisse der Evolutionspsychologie nützen könne, um diese Gleichheit „herzustellen“.

    Das müsste konkret näher aufgeschlüsselt werden.

    Aber hier beginnen meine Bauchschmerzen mit „feminisitscher“ Evolutionspsychologie.

    Ich höre hier schon wieder Ergebnisgleichheit heraus, nicht Gleichheit der Chancen und Rechte/Pflichten, sondern Gleichheit des Endergebnisses = Gleichstellung.

    Denn Ungleichartigkeit wird in Freiheit zur Ungleichheit führen, zwangsläufig.
    Das kann nur verhindern, wer die Freiheit der einen oder der anderen Eigenart einschränkt

    Oder beider.

    Mit meinem geliebten Seinlassen wird jedenfalls keine Gleichheit im Sinne von Gleichstellung (50/50 in allen Bereichen) entstehen, wenn, was sie ja einräumt, die Geschlechter ungleichartig sind.

    Aber hier müsste man konkreter werden, was in einem solchen kurzen Grundsatzartikel nicht möglich ist.

    Vielleicht ist es nur eine Unterstellung meinerseits, die entsteht, weil ich reflexhaft Feminismus mit geschlechtlichem Gleichverteilungssozialismus assoziiere aus der Erfahrung mit all den gängigen Feminismen heraus, die sich als Propagandisten des Prokrustesbettes erweisen, mit dessen Hilfe sie „Gleichheit“ herstellen wollen.

    Wenn das Prokrustesbett nur eine evolutionär gepolsterte Matratze bekommen soll, kann mir feministische Evolutionspsychologie gestohlen bleiben.

    Ich bin ein Gegner einer notwendigerweise Ungleichberechtgiung erzwingenden Gleichstellung des Ungleichartigen.

    Das Ungleichartige hat das gleiche Recht zu haben, in Freiheit zu sein.

    • „Fragwürdig, dass auch sie als Feministin Gleichheit in der sozialen Sphäre per se als „gut“ anzusehen scheint und nur nahelegt, dass man ja jetzt die Erkenntnisse der Evolutionspsychologie nützen könne, um diese Gleichheit „herzustellen“.

      Ich höre hier schon wieder Ergebnisgleichheit heraus, nicht Gleichheit der Chancen und Rechte/Pflichten, sondern Gleichheit des Endergebnisses = Gleichstellung.“

      Woran meinst du diese Einstellung zu erkennen? Nach meinem Verständnis hat die Kommentatorin ein ideologiefreies Interesse an der Evolutionspsychologie.

      „Vielleicht ist es nur eine Unterstellung meinerseits, die entsteht, weil ich reflexhaft Feminismus mit geschlechtlichem Gleichverteilungssozialismus assoziiere aus der Erfahrung mit all den gängigen Feminismen heraus, die sich als Propagandisten des Prokrustesbettes erweisen, mit dessen Hilfe sie „Gleichheit“ herstellen wollen.“

      Könnte ich verstehen, macht mir in diesem Fall aber nicht den Eindruck.

  7. All diese männlichen bzw. wissenschaftlichen Versuche feministischen Unfug zu widerlegen sind lieb, aber wirkungslos.

    Am Besten passt da ein Zitat aus „Enthüllung“ als Ratschlag für die ganzen fassungslos den Kopf schüttelnden Wissenschaftler und Rationalen :

    „You are playing their game. Play your game“

    • @Clochard

      Meiner Meinung nach sollte man immer versuchen, die Argumente seiner Position darzustellen. Vielleicht nicht um die mit festen anderen Auffassungen zu überzeugen, sondern eher die, die noch keine feste Meinung haben.

      Um so mehr man den Menschen Gelegenheit gibt, zu erkennen, dass die andere Meinung keine Argumente hat und entscheidende Gegenargumente nicht widerlegen kann und die moderne Forschung entgegensteht, um so eher werden sie sich gegen diese Meinung entscheiden.

      Und um so mehr Leute wenn eine solche Position kommt erwidern können, dass dagegen dieses und jenes spricht, um so eher verliert die andere Auffassung an Substanz, kann ihre ideologische Absicherung nicht mehr aufrechterhalten, wird durch die andere Meinung ersetzt.

      • „Um so mehr man den Menschen Gelegenheit gibt, zu erkennen, dass die andere Meinung keine Argumente hat …“

        Wie kann man nur so selbstverliebt sein?! DU gibst höchstens Gelegenheit, zu erkennen, OB DU Argumente hast und OB DU die Argumente anderer anerkennst, und nicht DASS andere keine haben.
        Und jetzt verschone mich mit deinen üblichen Fangfragen, welche Argumente ich denn habe. Ich halte dir nur vor Augen, dass du die Wissenschaft und die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen hast.

        • @onyx

          „DU gibst höchstens Gelegenheit, zu erkennen, OB DU Argumente hast und OB DU die Argumente anderer anerkennst, und nicht DASS andere keine haben.“

          Das sieht man ja durchaus im Vergleich. Oder welche Argumente sprechen deiner Meinung nach für einen Genderfeminismus? Soweit ich das gesehen habe wurde selbst in der Dsikussion bei dir angeführt, dass eine Meinung, nach der alles sozial begründet nicht haltbar ist. Und das ist ja das was der Genderfeminismus vertritt. Insbesondere Butler geht davon aus, ebenso wie Beauvoir, die eben keine Differenzfeministin ist.

          Aber du kannst die Argumente gerne noch einmal darlegen, die aus deiner Sicht den Genderfeminismus stützen. Überzeugt er dich denn selbst oder was vertrittst du überhaupt?

          „Und jetzt verschone mich mit deinen üblichen Fangfragen, welche Argumente ich denn habe.“

          Das sind keine Fangfragen Onyx. Der Genderfeminismus hat keine Argumente. Was ich ja oben anführte.

          „Ich halte dir nur vor Augen, dass du die Wissenschaft und die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen hast“

          Ich muss auch gar nicht behaupten, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe. Ich kann Wissenschaftler und Studien zitieren. Wird ja oben auch gemacht:

          However, evolutionary psychology and feminist psychology will conflict as long as the latter adheres to gender feminism and its unwillingness to acknowledge the evidence (Buss, 2003; Geary, 2010; Mealey, 2000; Pinker, 2002) for evolved psychological sex differences.

          Geary habe ich zB hier besprochen:
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/28/david-geary-male-female/

          Lies ihn mal. Sein Buch liefert eine solche Fülle an Belegen, dass ich denke, dass es dich überzeugen wird. Es zitiert eine große Anzahl an Studien und ordnet alles in sehr logische Konzepte ein.

          Pinker hatte ich zB hier zitiert:
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/06/15/steven-pinker-zur-biologische-grundlage-der-unterschiede-zwischen-mannern-und-frauen/

          Auch in der Diskussion bei dir wurden gegen seine Argumente keine Gegenargumente gebracht.

          Ich würde mich freuen, wenn du ebenso verfahren würdest und einmal Bücher und Stellen zitieren würdest, die deine Ansicht (welche eigentlich?) wiedergeben, dann kann man ja sehen welche überzeugender sind. Oder einfach nur Argumente für den Genderfeminismus, unabhängig davon ob du ihn vertrittst, wenn du meinst, dass er entsprechend abgesichert ist.

      • @ Christian

        Ich wünschte du hättest recht.
        JA, das wünschte ich wirklich. In der Realität wird es leider nicht am Wissenschaftstisch entschieden. So irritierend, bedauerlich und schrecklich ich das auch finde, aber Politik wird nicht auf der Sachebene gewonnen, sondern auf der emotionalen Ebene.
        Europaweit können (die wenigen) Sachpolitiker ein Lied davon singen.
        Im Geschlechterkampf ist es ist ein unfruchtbarer Nebenschauplatz, der (bewusst gesteuert) Energie bindet.

        Ich weiß, dass du den N-Vergleich hier nicht möchtest, deswegen nur soviel : Die Parallelen zwischen der N- und der F- Methodologie (natürlich nicht das angestrebten Endergebnis betreffend) sind erschreckend. In den Jahren 1933 ff. gab es ducrhaus auch Wissenschaftler, die gegen diesen „wisschenschaftlichen“ Unsinn anschrieben,mit bekanntem Ausgang. Bei den Menschen kam nur der sie emotional aufladende Teil an, nicht der die Ratio ansprechende Teil. Das mag uns beiden nicht gefallen (so schätze ich dich zumindest ein) ist aber leider Tatsache.

        • @Clochard

          „In der Realität wird es leider nicht am Wissenschaftstisch entschieden. So irritierend, bedauerlich und schrecklich ich das auch finde, aber Politik wird nicht auf der Sachebene gewonnen, sondern auf der emotionalen Ebene.“

          Teils Teils. Emotionen sind die eine Sache. Aber ich denke schon, dass Unlogik bemerkt wird und sich dann schlechter durchsetzt. Wir wissen immer mehr über die Biologie des Menschen und das wird es immer schwieriger machen so etwas wie einen Poststrukturalistischen Feminismus durchzuziehen. Um so bekannter das Wissen wird, um so weniger greift das Taboo sich gegen diese Meinung zu stellen.

          „Bei den Menschen kam nur der sie emotional aufladende Teil an, nicht der die Ratio ansprechende Teil.“

          Ich möchte als Gegenbeispiel die Religion nehmen. Heute kann man eine reine Schöpfungsgeschichte mit Paradies und Adam und Eva im wörtlichen Sinne nicht mehr vertreten. Wer heute sagt, dass er nicht an Evolution, sondern die Schöpfung glaubt, der wird komisch angeschaut. Jetzt muss man nur noch die Verknüpfung herstellen und deutlich machen, dass Gleichheitsfeminismus und Poststrukturalismus damit schwer zu vereinbaren sind.
          Ich denke die Leute sehen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen mehr als dies die feministische Theorie will. In vielen Gremien mag Genderfeminismus verbreitet sein, aber das ändert nichts daran, dass die dortigen Konzepte der Geschlechtslosigkeit den Menschen fremd sind.

          Weil es nicht ihrer Lebenserfahrung entspricht.

  8. @Roslin

    Der Autor, Barry Kuhle, ist ein Mann. Ich denke man sollte seine Einordnung als Feminist nicht überbewerten. Pinker und Geoffrey Miller bezeichnen sich IMHO auch als Equityfeministen, schon um Angriffen vorzubeugen, das sie gegen Gleichberechtigung sind. In dem Sinne bin ich auch Equityfeminist, weil ich natürlich auch für Gleichberechtigung bin

  9. „.. Feministische Psychologie muss sich entwickeln, Billigkeitsfeminismus umarmend, der keine a priori Positur zum Ursprung oder der Existenz von Unterschieden zwischen den Geschlechtern hat.“

    Vielleicht hängt es mit der schlechten Übersetzung des Textes zusammen oder mit „meinem“ Infantilismus. Ich verstehe es nicht so recht.

    „Geschlechtfeminismus“

    Zu diesem Begriff liefert Google gar nichts. Kannst Du es kurz erläutern?

    Das wird wohl Allen einleuchten, dass Frauen und Männer unter verschiedenen Lebens-Bedingungen unterschiedliche Kreationen der eigenen Person zustande bringen. Das verstehen sogar Infantile wie ich.

    Mich stört bei der Entwicklungs-Psychologie, dass da eben diese deppe „Mutter-Lösung“ als entwicklungs-notwendig betrachtet wird. Leg dich auf die Couch von Freund und lasse dich berieseln. Dann kommt deine Identität! Ich spitze zu: Wenn Du dich an einen Hund bindest, weil er eben Wärme gibt, ist es o.k. Wenn Du aber dich an deine Mutter bindest, bist Du infantil. Blöder kann es nicht werden. Zum Beispiel das am Computer-Hocken als Zeitvertreibung ist legitim (bringt Geld!). Das Helfen der Mutter bei der Arbeit im Haushalt ist aber infantil. – Es sagt alles über „unsere“ Gesellschaft.

    „..Wie ausführlich anderswohin besprochen worden ist (Kuss, 1996; Kuss, 2012; sich Beraten u. a. 2010; Geher, 2006), sieht Entwicklungspsychologie menschliches Verhalten als undurchdringlich nicht an, um sich zu ändern.. ..“

    Der Göttin sei dank!

    „„Wer meint, dass sich Frauen an die Kindererziehung angepasst haben und Männer an die Jagd, der meint, dass Frauen in die Küche und ins Kinderzimmer gehören, und Männer das Geld verdienen müssen“.“

    Kirsten Armbruster, die sich für Partnerschaft zwischen Männern und Frauen ausspricht, beschäftigt sich in ihrem Buch „Das Muttertabu oder der Beginn von Religion.“ Mit der „steinzeitlicher“ Periode und dem Entstehen des Patriarchats. Sie schreibt: „Menschliche Gesundheit ist an Mütterlichkeit geknüpft. Da das Mütterliche aber die letzten Jahrtausende völlig ins Abseits gedrängt wurde, leben wir heute in einer neurotischen Welt. Das mütterliche, das fürsorgliche Lebensprinzip muss wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt werden, und das Männliche darf nicht länger von dem mütterlichen Kontext abgekoppelt sein.“ (Armbruster 2010, S. 240)

    „In der Tat macht der Genderfeminismus eher vieles unklarer. Er sieht falsche Gründe für Ungleichheiten und verschenkt damit Energien in Lösungen, die nicht funktionieren können. Es wäre eine Öffnung des Genderfeminismus hin zu moderner Wissenschaft dringend notwendig.“

    Mindestens an dieser Stelle musste meine infantile Verletzung nicht bluten. Aber doch ist es nicht alles. Die Wissenschaft muss neu definiert werden, damit patriarchalische Exzessen wie HAARP-Unterfangen mit den vorhandenen rechtlichen Instrumentarien verboten werden und sich nicht länger hinter der Heiligkeits-Maske (Wissenschaftlichkeit) verstecken können!

  10. @ Staro

    Wissenschaft muss neu definiert werden? Sag mal geht es dir noch gut? Ganz gefährliche Menschen seid ihr, ganz ganz gefährlich. Denkverbote, Doppelmoral, doppelte Standards, Neudefinition der Wissenschaft….euer Narzissmus kennt keine Grenzen mehr. ich bin so schnell wie möglich raus aus diesem Land und bete für einen dritten Weltkrieg. Mal sehen, was dann von euren hoch gelobten Idealen übrigbleibt.

    Weisst du, man kann es sich auch sparen überhaupt etwas eurer „intellektuellen“ Ergüße zu kommentieren. Es hilft schlichtweg nichts. Ich mein welcher Vegrleich würde auf diesen Umstand passen, wenn nicht der N-Vergleich.

    @ Christian

    Was können wir dagegen tun, dass die Wissenschaft unter dem weiblichen Narzissmus und der weiblichen Herrschsucht nicht leidet, ohne jemandem auf die Füße zu treten? Sie sind immun gegen Argumente, mekrst du es nicht? Und stell dir vor ihre Zahl wird immer größer aber sie treten nicht öffentlich auf den Plan und geben Transparenz…..Neeeeeeein!!!! Ganz gemäß weiblicher Verschleierungstaktik!!!!! Verstehst du worauf ich hinaus willl:

    „Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muss sie in den Angriff übergehen“ >>>>>>> Oh jaaaaaa, das werde ich und wie ich das werde.

    Un wenn wir nichts tun wird eben keine metaphysische Gerechtigkeit uns zur Hilfe eilen kein liebevolles Zeichen Gottes. Wir sind verantworlich für unser Leben. Und es wird Zeit, dass wir das Dasein und die Welt wieder in ihrer umfänglichsten Art als Verantwortung fassen. Wir dürfen der Verantwortung nicht mehr entfliehen. Wir müssen den dunklen Charakter des Daseins akzeptieren. Jede Wahrheit repräsentiert Leben dass sich durchsezten will. Willst du dass sich solche HAssnelken durchsetzen sollen? Immer sind wir es die die Verantwortung tragen muessen. Niemals eine Frau. Es wird Zeit, dass wir unsere Verantwortung in der umfänglichsten Form wahrnehmen, Die Verantwortung Wehe zu tun, umd ie Zukunft zu sichern. Ja was glaubst du werden sie machen, wenn sie sich erst mal unter dem Deckmantel der Demokratie und des humanismus alle Macht an sich gerissen haben.

    Weisst du eigentlich dass ich bis gheute darauf warte dass eine Frau mich erobert. Undf glaub mir da kann ich lange warten. Es gibt keine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern es ist immer Kampf und Enewrgie aus dem Leben enststeht. Entweder ist die eine Seite übervorteilt oder die andere. Jeder der sich nicht scheut auch unkonventionelle Methoden (dasd darf nicht zensiert werden, ich überlasse es jedem, was man darunter versteht) zu verwenden möchte ich an dieser Stelle fdolgendes Zitat nahelegen:

    „Eine Moral, die verurteilt ohne Hnsichten oder Rücksichten des Lebens, ist ein spezifischer Irrtum mit dem man kein Mitleid haben darf. Eine Philosophen-Ideosynkrasie, die unsäglich viel Schaden gestiftet hat“

    Weisst du was das heißt und was gemeint ist??????

  11. TV-Tipp: Transgender Children Geboren im falschen Körper – Wenn Kinder das Geschlecht wechseln | RTL2, 22:15

    Bailey (12), Chris (16), Josie (8) und Kyla (8) sind transsexuell. Die vier Kinder wussten bereits früh, dass sie im falschen Körper geboren wurden. Chris nimmt Hormone seit er 12 Jahre alt ist. Mit 16 sieht er nun aus wie jeder andere Junge seines Alters. Er hat eine dunkle Stimme, einen Bart und Haare am ganzen Körper. Chris hat auch eine Freundin, die weiß, dass er transsexuell ist. Nun steht der letzte große Schritt, eine Geschlechtsumwandlung, bevor. Der zwölfjährige Bailey steht noch ganz am Anfang. Er wurde als Mädchen geboren und will nun durch eine Hormonbehandlung männlicher werden.
    Josie hingegen möchte nichts lieber als weiblich sein. Als Junge geboren lebt die Achtjährige nun schon seit zwei Jahren als Mädchen: Sie hat lange Haare, trägt Ohrringe und weibliche Kleidung. Ihren Namen hat sie von Joseph in Josie geändert.
    Auch die gleichaltrige Kyla liebt typische weibliche Dinge wie Shopping und Styling. Sie weiß, dass sie durch und durch ein Mädchen ist, auch wenn sie in dem Körper eines Jungen geboren wurde. Ihre Eltern vermuteten zunächst, dass Kyla schwul sei und konnten sich erst langsam mit der Transsexualität ihres Kindes abfinden.
    Die meisten Eltern sind mit der außergewöhnlichen Situation überfordert. Sie wissen nicht, was in ihren Kindern vorgeht und wie sie damit umgehen sollen. Sie müssen akzeptieren, dass es nicht nur eine Phase ist, die ihre Söhne und Töchter durchleben. In „Geboren im falschen Körper – Wenn Kinder das Geschlecht wechseln“ berichten vier transsexuelle Kinder und ihre Eltern von den Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit denen sie jeden Tag zu kämpfen haben.

    • Zehn

      „Auch die gleichaltrige Kyla liebt typische weibliche Dinge wie Shopping und Styling. ..“

      Das ist ein guter Beispiel dafür, was ich meine: Die patriarchalische Vorstellung definiert Mädchen als stylisierte „Käufer-Oper“!

      • @lucia
        Was hat marketing damit zu tun? Marketing zwingt Mädchen nicht, etwas zu kaufen, das tun sie von sich aus, sie kaufen das, worauf sie lust haben. Mit Werbung versuchen Firmen nur, das das Geld bei ihnen landet, das wars, auch ohne Werbung und Marketing kaufen sich Frauen und Mädchen schöne kleider usw., schau mal in die Geschichte.

      • Imion

        „..sie kaufen das, worauf sie lust haben.“

        Ja. – Warum kaufen sie es? Weil… (mache bitte hier keine Kausalitäts-Erklärung und sage nicht, weil es ihnen gefällt) Sie müssen als Menschen ein Ziel darin sehen, dies zu kaufen. Sie mussten zuerst ihre Zeit opfern und bei KapitalistInnen Geld verdienen gehen und dann dürfen sie es kaufen. Einfacher wäre es, in die Kleiderkammer beim Roten Krezu zu gehen und sich Klamotten umsonst holen. Na ja, dort gibt es mit Sicherheit nicht die Top-Stücke…

         „@staro
        Nein, da machen die Mädchen von sich aus. Niemand zwingt sie.“

        Sie kaufen es von sich aus, da hast Du Recht. Ich habe behauptet, dass „..liebt typische weibliche Dinge wie Shopping und Styling.“ Ja Imion, sie „liebt…“ Aber warum? Was will sie mit den schönen Dingen erreichen? Mit dem Besorgen dieser Dinge hat sie schon das Geschäft angekurbelt! Woran erkenne ich es, dass es sich beim Shopping und Styling um weibliche Eigenschaften handelt? Sind die Jungs dazu unfähig?

      • Imion

        „..Mit Werbung versuchen Firmen nur, das das Geld bei ihnen landet ..“

        Und bevor sie den Eigen-Schweiß in der Firma verausgaben, haben sie in der Kirche inständig gebetet: „Lieber Gott gibt mir Kraft den Letzt meines Powers in der Firma „sounso“ einzusetzen, damit das Geld rollt und die Mädchen sich schöne Klamotten kaufen können und das Gewinn des Unternehmens steigern?

  12. War das deine Absicht oder ein Versehen mit einem Artikel, der zwischen verschiedenen feministischen Strömungen unterscheidet, pauschal gegen „den Feminismus“ zu argumentieren oder zumindest diesen Eindruck zu erwecken? Es ist ja immer gut, Fehlschlüsse aufzudecken und zu vermeiden – das gilt auch für „wenn es biologische Ursachen hat, lässt es sich nicht ändern“ und „wenn es biologische Ursachen hat, ist es richtig so“ – aber dafür benötigt man eigentlich keine wissenschaftlichen Studien. Vor allem sind die Widerlegungen nicht Argumente gegen Feminismus sondern gegen Dummheit, egal von welcher Seite. Dass diese Dummheit vor allem vom Feminismus vertreten wird, wage ich zu bezweifeln. Vielmehr wird gegen ein selbst konstruiertes Feinbild argumentiert, um von den eigenen Dummheiten und der eigenen Bequemlichkeit abzulenken. Auch das ist ein Fehlschluss.

    • @Jakob

      „War das deine Absicht oder ein Versehen mit einem Artikel, der zwischen verschiedenen feministischen Strömungen unterscheidet, pauschal gegen „den Feminismus“ zu argumentieren oder zumindest diesen Eindruck zu erwecken?“

      Ich spreche in dem Artikel ja weitestgehend vom Genderfeminismus. Der ja einen großen Teil des heutigen modernen Feminismus ausmacht. Der Equityfeminismus würde von den meisten Feministen in der Form wie Sommer-Hoff oder Pinker ihn vertreten nicht einmal zum Feminismus gezählt werden.

      „Es ist ja immer gut, Fehlschlüsse aufzudecken und zu vermeiden – das gilt auch für „wenn es biologische Ursachen hat, lässt es sich nicht ändern“ und „wenn es biologische Ursachen hat, ist es richtig so“ – aber dafür benötigt man eigentlich keine wissenschaftlichen Studien.“

      Die Wissenschaftlichen Studien sind allerdings da interessant, wo es um biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern geht. Man kann der Gegenseite ja schlecht eine Fehlannahme vorwerfen, wenn man das Gegenteil nicht belegt.

      „Vor allem sind die Widerlegungen nicht Argumente gegen Feminismus sondern gegen Dummheit,“

      Es sind Argumente gegen den Genderfeminismus, was der Autor ja auch direkt anführt.

      „Dass diese Dummheit vor allem vom Feminismus vertreten wird, wage ich zu bezweifeln.“

      Nicht aussschließlich. Aber es geht ja auch meiner Meinung nach weniger um die Gründe, weswegen sie das glauben (da ist es häufig schlichte Ignoranz und Unkenntnis der Gegenposition) sondern vielmehr darum, dass ihre eigentliche Ansicht, dass „Gender“ keinen biologischen Ursprung hat und nicht evolutionären Einflüssen unterliegt, wissenschaftlich gegenwärtig nicht mehr haltbar ist.

      „Vielmehr wird gegen ein selbst konstruiertes Feinbild argumentiert, um von den eigenen Dummheiten und der eigenen Bequemlichkeit abzulenken. Auch das ist ein Fehlschluss.“

      Inwiefern? Was sind denn deiner Meinung nach die eigenen Dummheiten und die eigenen Bequemlichkeiten?

      • „Inwiefern? Was sind denn deiner Meinung nach die eigenen Dummheiten und die eigenen Bequemlichkeiten?“

        Aus einer priveligierten Position ist es halt bequemer, sich nicht mit dem Patriarchat und der eigenen Männlichkeit auseinanderzusetzen, sondern sich auf den Feminismus als Überbringer der schlechten Nachricht einzuschießen. Frustrierte und ängstliche Männer, die Beifall klatschen gibt es genügend, so dass das eigene Weltbild nicht zu sehr aus den Fugen gerät.

      • „Aus einer priveligierten Position ist es halt bequemer, sich nicht mit dem Patriarchat und der eigenen Männlichkeit auseinanderzusetzen, sondern sich auf den Feminismus als Überbringer der schlechten Nachricht einzuschießen.“
        Was ist denn diese „priviligierte Position“ [der Männer]?

      • Die Existenz dieser angeblich privilegierten Position ist ja grade das, was in Frage steht. Und es ist keine überzeugende Argumentationsstrategie, sie einfach weiter zu unterstellen.

    • Welche nicht? So ist halt das Feminat. Männer erst aussaugen, dann entsorgen lassen. („Aussaugen“ ist nicht buchstäblich zu verstehen. 🙂 Also mach dir keine Hoffnung, Adrian.)

  13. „Evolutionary Psychology is Compatible with Equity Feminism, but Not with Gender Feminism“

    Eine an sich triviale Aussage präzise auf den Punkt gebracht.

    Ich freue mich, dass der Equity-Feminismus innerhalb der Wissenschaft zunehmend an Anerkennung und Popularität gewinnt.
    Ich gehe davon aus, dass dies auch in andere gesellschaftliche Bereiche ausstrahlen wird.

    Hier ein schöner Artikel von der Equity-Feministin Wendy Mc Elroy aus dem Jahre 2001:

    Good Will Toward Men

    http://www.ncc-1776.org/tle2001/libe153-20011224-02.html

      • Solange du pauschal Antifeministische Kommentare in deinem Blog stehen lässt und dich vorangig mit Feminismus-Kritik statt mit Feminismus beschäftigst, bezweifle ich das du dir einen Bedeutungsgewinn überhaupt irgend eines Feminismus wünschst.

      • @ Jakob

        „Solange du pauschal Antifeministische Kommentare in deinem Blog stehen lässt…“

        Freu dich doch, wenn deine Gegner so platt kommentieren, wenn das denn der Fall sein sollte. Weshalb appellierst du an das Mittel der Repression? Mach die „frustrierten und ängstlichen“ „privilegierten“ Männer doch einfach argumentativ lächerlich, das sollte ein Leichtes sein. Mangelt es dir an rhetorischen Fähigkeiten?

    • Danke auch von mir für diesen Artikel, Leszek.

      Mit einem Feminismus à la McElroy könnte ich leben.

      Jedoch, der Artikel ist 10 Jahre alt und an der Dominanz des männerhassenden Genderfeminismus, des Dworkin-Schwarzer-McKinnon-Feminismus hat sich nichts geändert. Mit welchen Methoden der arbeitet, ganz öffentlich und regierungsamtlich unwidersprochen arbeitet, beschreibt sie ja (die öffentliche, unwidersprochene Beleidigung von Hoff Sommers bei einer Regierungskonferenz durch eine gendergelehrte Lehrstuhlinhaberin, die Verleumdung von McElroy selbst – angebliche Affäre mit einem Studenten).

      Das ist ja nur möglich, weil das ganze System der geschlechterpolitischen staatlichen Exekutivorgane, der Genderwissenschaften, totalitär beherrscht wird von IdeologInnen dieser Richtung, die ihre AnhängerInnen auch in den Medien in den entsprechenden Ressorts haben.

      Tausende von Politruks leben von dieser Ideologie, müssen sie am Leben halten, weil ihre Dotationen davon abhängen.

      Sie kämpfen ja um ihren Lebensstandard, für ihre Karrieren, um ihre Arbeitsplätze, indem sie dafür kämpfen, dieses Lügengebäude vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

      Es geht längst nicht mehr um „wahr – falsch“.

      Schlagendstes Beispiel für die Verlogenheit dieser Kreise, ihre intellektuelle Unredlichkeit und Unehrenhaftigkeit, ist für mich nach wie vor dieser Artikel von Murray Straus über weit verbreiteten Betrug der sich feministisch verstehenden Sozialwissenschaft:

      http://pubpages.unh.edu/~mas2/V74-gender-symmetry-with-gramham-Kevan-Method%208-.pdf

      Ich nehme an, der Equity – Feminismus einer McElroy, einer Christina Hoff-Sommers, spielt innerhalb der feministischen Bewegung die Rolle der Reform – oder Eurokommunisten innerhalb der kommunistischen.Bewegung: nette Deko, ohne Macht und Einfluss, verketztert und höchst offiziell zum Anpöbeln freigegeben von der nach wie vor mächtigen männerhassenden Orthodoxie.

      So steht der Equity-Feminismus auch in Gefahr, mit der Orthodoxie unterzugehen, hier ebenfalls dem Modell des real existierenden Sozialismus folgend, wenn der Bankrott dieser korrumpierten Ideologie beim besten Willen nicht mehr vertuscht werden kann, also in vielleicht 20 – 30 Jahren.

  14. „Warum sollen sich überall am Körper Zeichen einer Differenzierung zwischen Männern und Frauen finden, das Gehirn, das aber auch nur durch Evolution entstanden ist, davon aber ausgenommen sein? Wenn verschiedene Tätigkeiten und Interessen verschiedene Selektionsdrücke auf den Körper ausüben, dann ist zu erwarten, dass auch das Gehirn nach diesen Drücken selektiert wird und sich auch in diesem Bereich jeweils für das betreffende Geschlecht vorteilhafte Mutationen oder Kombinationen von Genen durchsetzen und weitergegeben werden.“

    Was ist denn der evolutionäre Vorteil den der Mensch gegenüber dem Bakterium hat? In einer sich ständig ändernden Umwelt, in potentiell ständig wechselnden „Selektionsdrücken“ dieser sich ändernden Umwelt?
    Was ist denn die optimale Anpassung an eine sich ständig ändernde Umwelt? Eine genetische? Bei der die Auslese Fortschritte „vergessen“ kann, die nicht mehr angepasst an neue Anforderungen sind?
    Die in Sackgassen führen kann, wie bei 99% der bereits ausgestorbenen Arten?

    Warum hat sich der Mensch in allen Klima- und Vegetationszonen ausgebreitet?

    Warum verbringt der Mensch – im Vergleich zu allen anderen Säugetieren –
    so viel Zeit mit der Aufzucht von Kindern?
    (Ein Menschenkind ist unglaublich lange Zeit auf die Eltern angewiesen, bevor es laufen oder selbstständig überleben kann. Ein kleines Krokodil geht sofort auf die Jagd, wenn es geschlüpft ist.)

    Wenn man wirklich den Clou nicht begriffen hat, sollte man lieber bei „einfachen“ Lebewesen, wie Bakterien und primitiven Mehrzellern bleiben und sich nicht an populärer Biologie versuchen.

    Die Natur hat die Entwicklung ausgelagert aus den Genen. Die Anpassung an wechselnde Bedingungen ist FLEXIBILITÄT – Umprogrammierbarkeit.
    Die genetische Evolution kann bloss in eine Richtung gehen.
    Ändert sich die Umwelt von Zustand A nach Zustand B (, C, D … ) und irgendwann wieder nach Zustand A, dann sind die an A angepassten Individuen (deren Erbgut) unwiderbringlich verloren, auch wenn sie an den neuen Zustand eigentlich besser angepasst wären.
    In dem die Entwicklung „ausgelagert“ wird, an die entsprechende Kultur und korrespondierende „Werte“ entsteht ein Überlebensvorteil vor jeder anderen Art, die sterben muss, um zu lernen.

    Aber man muss auch da die Biologie nicht überstrapazieren. Wenn alles tatsächlich Evolution ist, wozu dann gegen Feminismus opponieren?
    Schließlich kann dieser ja dann nicht außerhalb der Biologie existieren und stellt dann eben auch einen Teil der „Entwicklung“ dar.

    Oder um es mit FvD zu sagen: Wir sollten endlich Menschen werden, denn Affen sind wir ja schon.

    Dass es irgendwelche archaischen Muster gibt, darauf bauen ja genug Ideologien auf, sei es Fremdenhass oder Feminismus.
    Und dass geschlechtliche Unterschiede bestehen (aber dafür in jeweils recht großer Varianz) legt auch nicht alles fest oder sagt etwas über die Güte aus. (Aus dem Bestehenden kann man kein „moralisches“ Urteil fällen, genau den Fehler machen aber die vorgeblich „objektiven“ Wissenschaften – Sie haben Gott abgeschafft, um dann ihr theologisches Bedürfnis in der Anbetung von Fachgebieten zu befriedigen, mit den schlimmsten Auswüchsen, wie eben z.B. dem Sozialdarwinismus )

    Die gegebene Individualität ist vielmehr die Sprache in der etwas ausgedrückt werden kann, den Inhalt bestimmen wir selbst.
    Weder Nature (Stichwort Genexpression) noch Nurture finden unabhängig voneinander statt. Eine Idealisierung zugunsten des ein oder anderen macht für mich keinen Sinn.
    Ich halte es demnach auch nicht für gut biologisch gegen den Feminismus zu argumentieren. Grundlage sollte das selbstbestimmte Individuum sein, mit seinen festen und veränderlichen Eigenschaften und Bedürfnissen. Und das ist zu schützen, einerseits vor archaischem Reflexgehabe der andern als auch gegen zentralisierte Erziehungsvergewaltigung.

    • @Jan

      „Was ist denn der evolutionäre Vorteil den der Mensch gegenüber dem Bakterium hat?“

      Es handelt sich um nicht vergleichbare Lebewesen, insofern ist die Frage nicht zu beantworten. Die Zwischenschritte hatten jeweils kleine evolutionäre Vorteile gegenüber ihren direkten Verwandten und wurde daher selektiert. Da Evolution kein Ziel hat sind wir keine besseren Bakterien. Wir sind nur anders.

      „Was ist denn die optimale Anpassung an eine sich ständig ändernde Umwelt? Eine genetische? Bei der die Auslese Fortschritte „vergessen“ kann, die nicht mehr angepasst an neue Anforderungen sind?“

      Nocheinmal: Evolution hat kein Ziel. Man kann sich nicht aussuchen, ob eine Mutation selektiert wird. Und wenn ein Selektionsdruck vorhanden ist, dann wird eben selektiert.

      „Die in Sackgassen führen kann, wie bei 99% der bereits ausgestorbenen Arten?“

      Das waren meist keine Sackgassen. Es waren ja keine Fehlentwicklungen. Einige waren sogar immens erfolgreich, Gerade im Vergleich zum Menschen, der noch nicht so lange auf der Erde ist. Und viele sind ja nur verändert, nicht verschwunden.

      „Warum hat sich der Mensch in allen Klima- und Vegetationszonen ausgebreitet?“

      Weil er intelligent ist und sich anpassen kann. Ich nehme an, darauf wolltest du hinaus. Aber auch in diesen Klima- und Vegetationszonen haben wir uns angepasst. Eskimos sind klein und kompakt, weil das in der Kälte wichtig ist. Helle Haut erlaubt Vitaminproduktion, Mandelaugen erlauben ein besseres Sehen in der Steppe.

      „Warum verbringt der Mensch – im Vergleich zu allen anderen Säugetieren –
      so viel Zeit mit der Aufzucht von Kindern?(Ein Menschenkind ist unglaublich lange Zeit auf die Eltern angewiesen, bevor es laufen oder selbstständig überleben kann. Ein kleines Krokodil geht sofort auf die Jagd, wenn es geschlüpft ist.)“

      Klar, wegen der Kultur. Aber das macht uns nicht zu Lebewesen ohne Anpassung, ohne Selektion- Wenn die lange Betreuungszeit hauptsächlich von den Frauen aufgebracht wurde und die Männer jagen gegangen sind, dann führt das zu einer Selektion hin zu besseren Betreuerinnen (bessere Empathie, bessere Geschmackssinne zum Erkennen von geeigneten Nahrungsmitteln um die Kinder zu schützen, eher Aufwachen durch Kindergeschrei, bessere periphere Sicht etc) und besseren Jägern (besserer Orientierungssinn, kräftigere Muskeln etc). Und natürlich entwickelt sich da auch die passende Software dazu, eben das Gehirn

      „Wenn man wirklich den Clou nicht begriffen hat, sollte man lieber bei „einfachen“ Lebewesen, wie Bakterien und primitiven Mehrzellern bleiben und sich nicht an populärer Biologie versuchen.“

      Da wäre nur die Frage, was der Clou ist und wessen Ansicht besser abgesichert ist.

      „Die Natur hat die Entwicklung ausgelagert aus den Genen. Die Anpassung an wechselnde Bedingungen ist FLEXIBILITÄT – Umprogrammierbarkeit.
      Die genetische Evolution kann bloss in eine Richtung gehen.“

      Allerdings zeigen genug VErsuche, dass wir eben keinen Blank Slate haben, den man beliebig programmieren kann. Und auch die Umprogrammierbarkeit hat ihre Nachteile, gerade wenn es eh eine strenge Geschlechtertrennung gab. Was sind denn die Belege aus deiner Sicht für die Umprogrammierbarkeit? Es gibt zahlreiche Belege, dass vieles an den Geschlechtereigenschaften aufgrund pränataler und postnataler Hormone entsteht. Viele Eigenschaften, auch die Big Five, weisen eine starke Vererbbarkeit auf.

      „Ändert sich die Umwelt von Zustand A nach Zustand B (, C, D … ) und irgendwann wieder nach Zustand A, dann sind die an A angepassten Individuen (deren Erbgut) unwiderbringlich verloren, auch wenn sie an den neuen Zustand eigentlich besser angepasst wären.“

      Das mag der Fall sein, wenn Erbgut nur absolute Regelungen festlegen könnte. Aber es ist eher wie bei der Sprache: Wir haben eine Universalgrammatik vorgegeben, die den Sprachen zugrundeliegt und erlernen dann die Kulturellen Besonderheiten.

      „In dem die Entwicklung „ausgelagert“ wird, an die entsprechende Kultur und korrespondierende „Werte“ entsteht ein Überlebensvorteil vor jeder anderen Art, die sterben muss, um zu lernen.“

      Zum Teil. Aber ein Mann musste dennoch überwiegend ein Kämpfer bzw. Jäger sein. Deswegen erhält er aufgrund der Biologie mehr Körperkraft, über die anabole Wirkung von Testosteron. Klar kann eine Frau mehr trainieren, aber das ändert nichts daran, dass ein Mann mit gleichem Training stärker ist. Die Studien legen nahe, dass es bei vielen geistigen Fähigkeiten ebenso ist

      „Wenn alles tatsächlich Evolution ist, wozu dann gegen Feminismus opponieren?“

      Weil der Genderfeminismus unlogisch ist (der Equityfeminismus hingegen nicht). Es bleibt auch bei meiner Meinung genug Platz für Kultur. Biologie legt die Grundlagen, Kultur gestaltet sie aus.

      „Schließlich kann dieser ja dann nicht außerhalb der Biologie existieren und stellt dann eben auch einen Teil der „Entwicklung“ dar.“

      Es ist ein relativ schwaches Argument mir etwas zu unterstellen, was ich gar nicht gesagt habe, und es dann ins lächerliche zu ziehen.

      „Oder um es mit FvD zu sagen: Wir sollten endlich Menschen werden, denn Affen sind wir ja schon.“

      Menschen sind auch Primaten. Wir können nicht mehr werden als wir sind.

      „Dass es irgendwelche archaischen Muster gibt, darauf bauen ja genug Ideologien auf, sei es Fremdenhass oder Feminismus.“

      Was ist daran jetzt genau das Argument?

      „Und dass geschlechtliche Unterschiede bestehen (aber dafür in jeweils recht großer Varianz) legt auch nicht alles fest oder sagt etwas über die Güte aus.“

      Nicht bei der Einzelperson. Aber es sagt etwas über Verteilungen innerhalb großer Gruppen aus und über Vorlieben und Fähigkeiten dieser Gruppen. Und das kann wiederum dazu führen, dass die einen andere Interessen haben als die Anderen. Und deswegen in bestimmten Bereichen in anderer Zahl vertreten sind als die andere Gruppe.

      „Die gegebene Individualität ist vielmehr die Sprache in der etwas ausgedrückt werden kann, den Inhalt bestimmen wir selbst.“

      Bis zu einem bestimmten Grad.

      „Weder Nature (Stichwort Genexpression) noch Nurture finden unabhängig voneinander statt. Eine Idealisierung zugunsten des ein oder anderen macht für mich keinen Sinn.“

      Sie finden nicht unabhängig voneinander ab, aber sie haben bestimmte Wirkungen, die man nicht einfach ignorieren kann. Und die Biologie hat hier, soweit sie die Grundlage vorgibt, eine gewisse Vorrangstellung, weil sie den Rahmen bestimmt, innerhalb dessen sich die Kultur bewegt.

      „Ich halte es demnach auch nicht für gut biologisch gegen den Feminismus zu argumentieren.“

      Ich bin auch nicht gegen jede Art von Feminismus, wie gesagt, der Equityfeminismus gefällt mir durchaus. Aber der Genderfeminismus ist mit den Ergebnissen diverser Studien nun einmal nicht in Einklang zu bringen. Er kann die Unterschiede im Körperbau, im Gehirn, die Folgen von pränatalen Testosteron, von Empfindlichkeiten von Rezeptoren, von umoperierten Kindern, von den Wirkungen von Hormonen, von Medikamenten etc nicht erklären.

      „Grundlage sollte das selbstbestimmte Individuum sein, mit seinen festen und veränderlichen Eigenschaften und Bedürfnissen.“

      Klar. Und das muss sich keinen Geschlechterklischees unterordnen. Aber dennoch können diese innerhalb von Gruppen und über Häufungen und Tendenzen ihre Berechtigung haben und bestimmte Vorhersagen über Verteilungen ermöglichen.

      „Und das ist zu schützen, einerseits vor archaischem Reflexgehabe der andern als auch gegen zentralisierte Erziehungsvergewaltigung.“

      Das Individuum ist etwas ganz anderes. Es kann seiner Biologie auch nicht entfliehen, wie zB gerade Transsexuelle zeigen, aber es muss nicht dem Schnitt entsprechen. Ich vertrete ja keinen Essentialismus, sondern fließende Geschlechtergrenzen, zwei Normalverteilungen mit verschiedenen Mittelwerten, deren Träger überlappen

      • @Christian

        „Es handelt sich um nicht vergleichbare Lebewesen,“

        Ganz genau. Warum also unterstellen, beide unterlägen weiterhin den selben evolutionären (genetischen) Gesetzmäßigkeiten?
        Sprich genetische Determiniertheit kultureller Faktoren.

        „insofern ist die Frage nicht zu beantworten. Die Zwischenschritte hatten jeweils kleine evolutionäre Vorteile gegenüber ihren direkten Verwandten und wurde daher selektiert. Da Evolution kein Ziel hat sind wir keine besseren Bakterien. Wir sind nur anders.“

        Ja, deswegen meine ich, muss auch die Herangehensweise eine andere sein. Was ein Gen (Merkmalsträger) ist und welche Rolle es spielt, insbesondere auf das Verhaltensspektrum bezogen.

        „Nocheinmal: Evolution hat kein Ziel. Man kann sich nicht aussuchen, ob eine Mutation selektiert wird. Und wenn ein Selektionsdruck vorhanden ist, dann wird eben selektiert. “

        Natürlich hat sie kein Ziel. Aber in Bezug auf das Überleben, kann etwas angepasst sein an die umgebenden Bedingungen.
        Und die Anpassung an sich wechselnde Bedingungen (wie ein Exkurs in die Erdgeschichte verdeutlicht) zeigt ja, dass sich das immer wieder geändert hat). Und das Lebewesen selbst ja nicht nur ihr Milieu annehmen sondern dieses auch gestalten – und da ist der Mensch von Anfang an das Vorzeigeexemplar.

        >>„Weder Nature (Stichwort Genexpression) noch Nurture
        >> finden unabhängig voneinander statt. Eine Idealisierung
        >> zugunsten des ein oder anderen macht für mich keinen Sinn.“

        „Sie finden nicht unabhängig voneinander ab, aber sie haben bestimmte Wirkungen, die man nicht einfach ignorieren kann. Und die Biologie hat hier, soweit sie die Grundlage vorgibt, eine gewisse Vorrangstellung, weil sie den Rahmen bestimmt, innerhalb dessen sich die Kultur bewegt.“

        Es macht aber einen Unterschied, ob man Tendenzen erkennt oder mit ihnen quasi Religion betreibt.
        Biologie ist eine Sache und was man spekuliert eine andere.
        Ich denke dass in vielen Bereichen, was man über die Biologie glaubt, mehr Einfluss hat, als die Biologie selber.
        Und für viele Phänomene glaube ich nicht, dass die Biologie (als Fach) das richtige Werkzeug zur Analyse ist. Oder man muss halt die Definition und die „Sprache“ der Biologie erweitern.

        >„Ich halte es demnach auch nicht für gut biologisch gegen den >Feminismus zu argumentieren.“

        „Ich bin auch nicht gegen jede Art von Feminismus, wie gesagt, der Equityfeminismus gefällt mir durchaus. Aber der Genderfeminismus ist mit den Ergebnissen diverser Studien nun einmal nicht in Einklang zu bringen. Er kann die Unterschiede im Körperbau, im Gehirn, die Folgen von pränatalen Testosteron, von Empfindlichkeiten von Rezeptoren, von umoperierten Kindern, von den Wirkungen von Hormonen, von Medikamenten etc nicht erklären.“

        Ich habe ja auch nicht gesagt, dass man nicht gegen den Feminismus argumentieren soll, sondern dass es vielleicht keine gute Idee ist, es vorwiegend biologisch begründen zu wollen. Die Basis sollte eine andere sein. Die Vorstellung Menschen (in Bezug auf Verhalten) seien vorwiegend biologisch determiniert ist für mich genauso problematisch, wie die Umerziehungsbestrebungen des Feminismus (dass diese in sich total widersprüchlich sind kommt noch dazu).
        Deswegen tat ich meine Bedenken kund.

    • „Oder um es mit FvD zu sagen: Wir sollten endlich Menschen werden, denn Affen sind wir ja schon.

      Und dass geschlechtliche Unterschiede bestehen (aber dafür in jeweils recht großer Varianz) legt auch nicht alles fest oder sagt etwas über die Güte aus. (Aus dem Bestehenden kann man kein „moralisches“ Urteil fällen, genau den Fehler machen aber die vorgeblich „objektiven“ Wissenschaften – Sie haben Gott abgeschafft, um dann ihr theologisches Bedürfnis in der Anbetung von Fachgebieten zu befriedigen“

      WORD!

    • „Grundlage sollte das selbstbestimmte Individuum sein, mit seinen festen und veränderlichen Eigenschaften und Bedürfnissen.“

      Das Individuum gibt es nicht ohnen einen Körper, der in die materielle, biologische Welt eingebunden ist und bleibt, solange es lebt. Dadurch ist menschliche Selbstbestimmung grundsätzlich eingeschränkt.

      Der gesamte Genderfeminismus ist ein krampfhafter Versuch, dies auszublenden und zu verdrängen.

    • „Aber man muss auch da die Biologie nicht überstrapazieren. Wenn alles tatsächlich Evolution ist, wozu dann gegen Feminismus opponieren?“

      Das Opponieren gegen Feminismus folgt nicht aus biologischen Erkenntnissen – die vermeindlich biologische Thesen dienen nur als Mittel zum Zweck: sie vermitteln den Eindruck von Wissenschaftlichkeit und sind dabei noch schön einfach. Gesellschaftliche Verhältnisse mit „natürlichen“ oder „biologischen“ Ursachen zu erklären, hat nämlich den Vorteil, dass mann sich nicht mit den komplexen gesellschaftlichen Verhältnissen beschäftigen muss. Die Alternative wäre, sich eben der Entwicklung zu widmen, den die Evolution, wie du schreibtst „ausgelagert“ hat. Dazu gibt es genügend Disziplinen, die sich mit Individuen beschäftigen z.B. Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie, Psychologie, Philosophie etc. Im besten Fall berücksichtigen diese Disziplinen auch, dass sie selbst in ihren Untersuchungsgegenstand eingebettet statt von einer vermeintlichen Objektivität auszugehen.

      • „Im besten Fall berücksichtigen diese Disziplinen auch, dass sie selbst in ihren Untersuchungsgegenstand eingebettet statt von einer vermeintlichen Objektivität auszugehen.“

        Hört, hört.

  15. Objektiv gesehen stimmt das, wir kennen ja die üblichen Vorwürfe (Biologismus, Rassismus, „rechts“).

    Subjektiv gesehen halte ich schon eine nicht unbeträchtliche Verdrängungsleistun für nötig, um die Massen von Evidenz, die die Wissenschaft inzwischen zum Thema bietet, zu ignorieren.

    • @ El Mocho

      Das zu verdrängen fällt doch diesen biologischen Illiterati leicht.

      Sie wissen nichts und wollen auch gar nichts wissen.

      So einfach ist das.

      Das Zusammenbrechen ihrer Positionen ist trotzdem unveremeidlich, weil sie schlicht die NATUR des Menschen verkennen.

      Die Relaität setzt sich durch, das ist nur eine Frage der Zeit.

      • Sehe ich ähnlich; in der Regel erfolgt dann eine Konversion ins Gegenteil, etwa zum Islam mit seiner Frauenfeindlichkeit.

        Ich hatte mal eine Kunstlehrerin die Mitglied der DKP war und uns mit dem Sozialistischen Realismus quälte. Heute gibt sie Kurse über Zen-Buddhismus.

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