Männlichkeit und Feminismus

Ein paar Darstellungen zu Männlichkeit:

Hugo Schwyzer zu falscher Männlichkeit:

There is nothing either guilty or shameful about living in a male body. There is nothing wrong with wanting sex with women, liking football, or enjoying beer. There is something wrong with deriving one’s self-worth from how many women one takes to bed, or how well one plays football, or how much beer one can drink. And there is something very wrong—something worth feeling guilt over—about promoting that narrow definition of masculinity to other men.

Natürlich sollte man kein zu starres Konzept davon haben, wie Männer sich zu verhalten haben. Viele Sachen sind eben nur Verteilungen im Schnitt. Bei Hugo Schwyzer scheint mir aber immer im Hintergrund zu stehen, dass man bestimmte Sachen, eben solche Tätigkeiten, gar nicht gut finden sollte, sondern eher ablehnen sollte. Dem würde ich zustimmen, was eine Verpflichtung zu einem solchen Handeln angeht. Dennoch kann man genau daran und eben auch am Wettbewerb (mehr Frauen, besseres Football und mehr Bier) Spass haben.

Der Dammend old man nimmt das Zitat von Schwyzer zum Anlass über Männlichkeit  im Feminismus nachzudenken:

Feminists frequently use shame and guilt to make men feel bad about being men. Male sexuality is attacked and condemned with regularity. Masculinity and masculine values are frequently associated with patriarchal oppression of women. And any male who expresses himself sexually is automatically deemed a threat to every woman in existence. But being male, being or acting in a traditionally masculine manner, and/or wanting sex with a woman is nothing to be ashamed of or to feel guilty about. In fact, it should be celebrated and applauded. Men who were unafraid to be men are the men who built the world. This is nothing to be ashamed of or to feel guilty about.

Schwyzer is correct though, in stating that a man should not build his self-worth around his ability to act in a traditionally masculine fashion. Self-worth isn’t about how much beer a man can drink, or how many women he can bed, or how many countries he can conquer. All those things can be taken away and once gone, if a man has based his self-worth on them, he becomes worthless.

Und aus einem anderen Artikel noch ein kleiner Lobgesang auf das Männliche „The Magnificent Appeal of Masculinity„:

Aside from the obvious factors that are necessary for marital success, I believe men and women should derive pleasure from each other’s femininity and masculinity. Regardless of sexual orientation, if you can not revel in your partner’s distinct gender traits, I firmly believe you are with the wrong person.

It is an effortless joy to celebrate my husband’s masculinity. I love Rob’s physical manly prowess and the way he moves in his powerful six foot frame. I love his chest hair and facial hair, as well as his shaved balding head. His manhood can be seen in every pore. I love Rob’s deep baritone voice. His words shape my world; I continually receive a refreshing perspective on life and love.

My husband’s masculinity is incredibly sexy. I love how our bodies interlock with intense passion. I love feeling the weight and size of his body pressed against me as we snuggle in a warm cocoon. When I am enveloped by his physical and emotional nakedness, I feel exceptionally loved and protected.

Ich halte dieses Bild sich an der Andersartigkeit des anderen zu berauschen für eines, dass viele (heterosexuelle) Menschen anspricht. Dazu muss man natürlich Differenzen eingestehen und sie nicht zu einem Unding erklären

47 Gedanken zu “Männlichkeit und Feminismus

  1. @ Lucia

    Wenn du nur den Funken von Aufrichtigkeit in dir hättest, würdest du eingestehen müssen, dass dieses „Klischee“ öfter zutrifft als deine perverse Utopie….

    • Tit

      Ich bin pervers? Pah.

      Hier wird ständig zwischen den Zeilen übers Vögeln geschrieben. Tatsächlich kommt keiner von euch zum Stich, ihr schielt nämlich schon vor Notgeilheit und die, lässt euch gerade noch so eben eure Maskulistenideologie erkennen.

      Das ist pervers, Mister

      • bzw. Maskulistenideologie

        Oder hat dich gestört, dass ich euch für Notgeile halte, weil ihr ständig übers Vögeln zwischen den Zeilen redet?

        Pero, me importa un pepino 😀

      • @ Lucia

        „Maskulistenideologie“

        Ideologie ist falsches Bewusstsein, daraus folgt, dass nicht jedes Bewusstsein Ideologie ist. (Adorno)

        Schwyzer und seine Anhängerinnen scheinen aber auch ganz schön notgeil zu sein.

      • „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“ ist eine der dümmsten Phrasen aller Zeiten.

        Woher weiß Adorno denn so genau, was ein richtes und was ein falsche Leben ist?

      • Man muss Zitate halt mal ganz lesen, ihr Leuchten: Minima Moralia, 18, „Asyl für Obdachlose“.

        „Woher weiß Adorno denn so genau, was ein richtes und was ein falsche Leben ist?“

        Wenn du selbst nicht weißt, was für dich ein richtiges oder falsches Leben ist, bist du bei den kapitalistischen Einpeitschern, die für dich die erlaubten Gedanken vordenken, gut aufgehoben. Dir ist nicht zu helfen. Immer wieder erstaunlich und schockierend, wie sich angeblich erwachsene Menschen in ihrer Unmündigkeit einrichten.

      • Oh, ich weiß sehr gut, was für mich ein richtiges Leben ist, aber ich maße mir nicht an, das auch noch für andere über deren Kopf hinweg zu entscheiden wie dieser Adorno und sonstige idealistische Theoretiker.

      • El Macho

        „Oh, ich weiß sehr gut, was für mich ein richtiges Leben ist..“

        Ich auch. Ich muss nur noch die Anderen finden, die es auch um mich herum auch lustig finden.!

      • @ Lucia

        *Oder hat dich gestört, dass ich euch für Notgeile halte, weil ihr ständig übers Vögeln zwischen den Zeilen redet?*

        Was Du alles zwischen den Zeilen liest, Lucia.

        Das grenzt ja schon an’s Visionäre.

      • @lucia

        Du kannst sie natürlich pervers nennen. Aber dann eben sachlich und ohne Beleidigungen. Versuch es doch mal mit etwas, was man „Argument“ nimmt. Tipp: Die Häufigkeit, mit der andere Kommentatoren oder ich deiner Meinung nach Sex haben ist kein Argument.

  2. „Natürlich sollte man kein zu starres Konzept davon haben, wie Männer sich zu verhalten haben. “

    Darin liegt die Krux. Niemand hat mir oder sonstirgendeinem Mann zu sagen wie wir uns zu verhalten haben. Natürlich passiert es trotzdem, aber das geht zum einen Ohr rein, und zum anderen wieder raus.

    Die Antwort auf die Frage, was adäquates Verhalten ist, kann nur von einem Ort kommen, aus dem Manne selbst.

    Die Geschichte ist voll von Losern, die ihre Männlichkeit über die Peer-Group definieren haben lassen. Am Lächerlichsten ist, wenn Frauen definieren wollen, was männlich ist. Frauen definieren als männlich, was Frauen nützt, darauf sollte man keinen Pfifferling geben, das ist ein alter Hut.
    (Dieses uralte, manipulative Verhalten ist im Feminismus gar zur groteske verzerrt).

    Die Quintessenz :
    Alles was ich tue wird allein schon deswegen männlich, weil ich ein Mann bin und es tue.
    Und wenn das irgendeine Frau oder irgendeinen Kerl stört dann können sie mir den Buckel runterrutschen.

      • Das ich ein Junge bin wird mir gesagt, weil ich einen Pimmel habe, genau wie man dir gesagt hat, dass du ein Mädchen bist, weil du über das entsprechende Organ verfügst.

        Und wer ist für das Vorhandensein der betreffenden Organe verantwortlich? Wahrscheinlich die Gesellschaft.

      • El Macho

         „Was männlich und was weiblich ist definiert die Natur, sprich:niemand.“

        Stimmt nicht! Die in den Jahrtausenden entwickelten patriarchalischen Verhaltens-Regeln definieren sehr wohl dies und jenes, s. z. B. die guten muslimischen Ehe-Regeln. Sie definieren sowohl das Verhalten des Mannes wie der Frau: http://www.youtube.com/watch?v=cioIp333fLc

      • @ El_Mocho

        “ Und wer ist für das Vorhandensein der betreffenden Organe verantwortlich? Wahrscheinlich die Gesellschaft“

        LOOL

        Nein das Patriach 😉

      • Tim

        @ El_Mocho
        “ Und wer ist für das Vorhandensein der betreffenden Organe verantwortlich? Wahrscheinlich die Gesellschaft“
        LOOL
        Nein das Patriach

        „Bedeutung: schuldig
        [Adjektiv]
        haftbar, haftpflichtig, ersatzpflichtig, schadenersatzpflichtig, verantwortlich“

        Eine ganze Reihe Synonyme gibt es für „verantwortlich“ (Googel).

        Zu Deiner Frage: Vielleicht die „Produzenten“ (Mann/Frau), die in der Gesellschaft leben „dürfen“? – Die Natur mit Sicherheit, deswegen wird sie strafsüchtig vernichtet, oder?

    • Clochard

      „Am Lächerlichsten ist, wenn Frauen definieren wollen, was männlich ist. Frauen definieren als männlich, was Frauen nützt, darauf sollte man keinen Pfifferling geben, das ist ein alter Hut.“

      Auch, wenn Du mit mir nicht redest, ist es mir wichtig Dir dies zu sagen:

      Du hast Recht. Kein Mann soll sich drum scheren, was Frauen über ihn denken. Die männliche Göttlichkeit aber soll sich jeder Mann irgendwo reinstecken. – Ich kenne Dich nicht, so habe ich keinen Anlass Dich persönlich zu beleidigen!

  3. Hugo Schwyzer:

    „There is something wrong with deriving one’s self-worth from how many women one takes to bed, or how well one plays football, or how much beer one can drink. And there is something very wrong—something worth feeling guilt over—about promoting that narrow definition of masculinity to other men.“

    Hugo Schwyzer:

    „I was trying to get sober and failing. I stashed drugs in the same file cabinets that held student papers, gave lectures with booze in my bloodstream. I had sex with students on my office desk. “

    http://www.hugoschwyzer.net/2011/04/09/stop-before-you-become-the-dirty-old-man-a-remembered-morsel-of-advice/

    Alles klar, Schwyzer. *facepalm*

    • Ohh Sex mit Studentinnen, was wird da wohl die Gleichstellungs-Frauinnen-Beauftragte dazu sagen? Schwanz ab? Lebenslänglich? Straflager??

      Btw Ich find’s auch nicht in Ordnung und wenn er es gemacht hat, soll er doch wenigstens die Klappe halten, andere können’s ja auch 😉

      • NTr.
        Was habt ihr denn immer mit diesem Schwyzer? Ein Genderist der brav Frau und Tochter und 6 Hündchen hat (nachdem er wohl einige Studentinnen, sicher Feministinnen! auf dem Schreibtisch, natürlich ganz vanilla-style, nachdem er vorher mit ihnen einen Vertrag über Stellung und Dauer usw. gemacht hat, geknallt hat), hat wohl etwas falsch gemacht.

      • @ Terminatus

        Dafür tut er ja jetzt Buße und pudelt als treuer Feminist seinen Frauchen hinterher, bekämpft an DEN Männern, was er in sich selbst, möglicherweise zu Recht, verachtet..

  4. @Christian

    „Bei Hugo Schwyzer scheint mir aber immer im Hintergrund zu stehen, dass man bestimmte Sachen, eben solche Tätigkeiten, gar nicht gut finden sollte, sondern eher ablehnen sollte.“

    Ich kann mich jetzt nur auf das kurze Zitat von Schwyzer beziehen, aber ich denke, du unterstellst ihm eine ablehnendere Haltung, als er tatsächlich hat. Er schreibt, es sei nichts Falsches dabei, Bier, Frauen und Sport zu mögen. Er findet es nicht gut, wenn ein Mann sein Selbstwertgefühl ausschließlich aus dem Erfolg in den Disziplinen Bier, Frauen und Sport bezieht. Und er findet es schlicht kacke, wenn ein Mann allen Männern per se nur diese drei Disziplinen als Maßstab der Männlichkeit zugesteht.

    Das ist doch eine gesunde Einstellung und es nimmt den Druck von denjenigen Männern, die diesen drei Disziplinen nicht so viel abgewinnen können wie andere.

    • @ Helena

      Hier ist der gesamte Text: http://goodmenproject.com/ethics-values/guilt-is-good-but-responsibility-is-better/

      „There is something wrong with deriving one’s self-worth from […] how well one plays football“

      Im Gegensatz zum exzessiven Biertrinken ist gutes Fussballspielen etwas, was man sich hart erarbeiten muss, weshalb wirft er beides zusammen? Dass es nicht darum geht, auch in anderen Aktivitäten Meisterschaft zu erlangen, auf die man dann stolz sein kann, wird im Zusammenhang des ganzen Artikels klar, wenn von „collaboration in the Great Crime“ (Patriarchat) die Rede ist.

      • @ichichich

        Es bedarf auch einigen Trainings, bis man alle anderen unter den Tisch saufen kann. 🙂

        Als Gender-Ungebildete lese ich aus seinem Artikel, dass es auch für Männer wichtig ist, sich von alten Rollenbildern frei zu machen, da sie die eigene Freiheit beschneiden wie eine Zwangsjacke. Anstatt Schuld und Scham zu empfinden, sollte jeder Mann für sein Handeln ethische Verantwortung übernehmen und weder biologische noch evolutionspsychologische Entschuldigungen als Schutzschild verwenden. Was ich nicht beurteilen kann, ist, ob er Recht damit hat. Ich kann nur aus meiner naturgegebenen weiblichen Sicht argumentieren. Und für mich klingt es vernünftig, was er sagt. Aber wer weiß, ob es nicht mein Steinzeit-Hirn ist, das mir vorgibt, das vernünftig zu finden…

    • Absolution vielleicht nicht, aber bei manchen weiblichen Fans scheint’s ja ganz gut anzukommen:

      „Anna on April 9, 2011 at 9:05 pm said:

      On the desk in your office… damn. Such a fantasy I’ve had about some of my profs. Hugo, I’m sure that the students you did on that desk still relive that as rockingly hot. […]“

      „Xena on April 13, 2011 at 1:30 pm said:

      I’m with the commenters who think that gettin jiggy on the desk is sexy, tho. I daydream about hot desktop sex with my prof crush all the time. I find naughty uses for office furniture quite erotic too.

      It’d be even better on the desk of a hated prof with a sweet young cub of a classmate 😛 (I’m 38 and I still get checked out by twenty somethings. So there!)

      Und bei den Männern ist die Botschaft wohl auch „falsch“ angekommen:

      „Thomas on April 9, 2011 at 6:06 pm said: […]

      And high five for the sex on the office desk!“

      Hahaha. 🙂

  5. Sport ist ein Kampfplatz für Nationalisten, Bier ist eine tödliche Droge wie jede andere und Frauen sind Parasiten, die den Wirt von sich wie von einer Droge abhängig machen. Wer so blöd ist und das Zeug braucht, soll darin umkommen. Nationalisten braucht eh keiner.

    • @ Zhen

      Sport und Sex sind aber gut für die Gesundheit, und Bier in Maßen (nicht Massen) soll es auch sein – verdünnt das Blut (besser: Rotwein). 🙂

    • Zehen

      „Sport ist ein Kampfplatz für Nationalisten“

      Stimmt nicht. Ich meldete mich in der Schule für jegliche Sportaktivitäten – musste so nicht ständig in der Schulbank sitzen, durfte ich während des Unterrichts zu Sport-Aktivitäten hin – und bin keine Nationalistin!

      „Frauen sind Parasiten..“

      Ich frage mich, wo lebst Du eigentlich?

  6. @ichichich

    dass das ankommt wundert mich nicht.
    Der Prof, der der Klasse etwas beibringt, und das auch noch in einer Ideologie, also ihre Werte und Normen und die der Gruppe bestimmt, kann einfach viel Status und Attraction aufbauen. Männliche Studenten führt er an, weibliche schenken ihm aufmerksamkeit, sein Thema erzeugt Emotionen, die er lenkt. Gute Ausgangsbasis.

    • @ Christian

      An die Pickup-Analogie musste ich auch sofort denken.Insbesondere an Storytelling „früher war ich voll der kaputte Typ, ich habe betrunken Vorlesungen gehalten und Studentinnen auf dem Schreibtisch gevögelt. Heute bin ich gottseidank reifer.“
      In dem ideologischen Zusammenhang eine ziemliche Hypokrisie.

    • @ Christian

      Ich glaube nicht, dass er viele männliche Studenten hat.

      Gender Studies (unter Medizinern als „Frauenheulkunde“ bekannt). hat vielleicht einen Anteil von 10 % Studenten, davon viele nicht hetero.

      Wenn es das als Seniorenstudium gibt, werde ich mich da mal anmelden.

      Es würde mir ein Vergnügen sein, mich dort in Seminaren zu Wort zu melden, Fragen zu setellen.

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