Christian Wulff: Scheidungsfolgen und Allgemeines

In einem Bereicht über unseren Bundespräsidenten Christian Wulff findet sich der folgende Abschnitt:

Wie in Wulffs neuer Gattin, so materialisierte sich auch im Eigenheim die Sehnsucht nach ein bisschen mehr Glanz, als ihm in den Jahren des Aufstiegs vom Ratsherrn der Stadt Osnabrück über den niedersächsischen Landtag bis in den Amtssitz des Ministerpräsidenten in Hannover vergönnt war. Obwohl Wulff in den Nullerjahren als Lichtgestalt der deutschen Politik galt, war er nach seiner Scheidung 2008 anscheinend derart mittellos, dass er den Kauf einer bescheidenen Immobilie komplett fremdfinanzieren und dabei auch die Hilfe von befreundeten Unternehmern annehmen musste.

Ich hatte die Ansprüche bei einer Scheidung schon einmal dargelegt. Üblicherweise wäre maximal die Hälfte des Vermögens abzugeben. Es wäre interessant zu sehen, wie viel Wulff damals abgeben musste.

Von einem Ministerpräsidentengehalt kann man üblicherweise schon ein wenig was zurücklegen. Allerdings kann man eben auch schnell meinen, dass man sich auch etwas mehr leisten kann.

Politisch trotzdem unklug, sich solche Darlehen zu nehmen und sich die Zinsen von der Bank zu zahlen. Wahrscheinlich hat er damals einfach nicht drüber nachgedacht.

Allerdings hat der Bundespräsident nahezu keine wichtige Funktion. Er unterschreibt Gesetze nahezu ohne Prüfungsrecht (was er an Prüfungsrecht hat ist zudem noch höchst umstritten) und kann politisch Reden halten ohne zu gestalten.

Aber er ist eben ein Oberhaupt und von einem solchen erwarten wir eben eine untadelige Amtsführung.

21 Gedanken zu “Christian Wulff: Scheidungsfolgen und Allgemeines

  1. Vielleicht liest sich ein jeder die Ausführungen des Herren Geis auf meine Frage bei abgeordnetenwatch genauer durch:

    http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37585–f261790.html#q261790

    Hoffentlich wird anhand des Beispiels Wulff klar, dass Scheidungsrecht nicht immer mit dem Gesetz konform ausgesprochen wird. Unter https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/10/anspruche-bei-scheidung-bzw-beendigung-der-ehe/ scheint man noch vom Glauben beseelt zu sein, dass die Gerichte hierzulande immer nach Recht und Gesetz urteilen.

    Das Beste Gegenbeispiel: Das Kippen des §1626a BGB durch das EUMRGH, Fall Zaunegger, in Sachen Recht auf gemeinsames Sorgerecht der Väter nicht ehelicher Kinder.

    Es freut mich allerdings, dass es ihn getroffen hat. Wer nämlich Frau Edith Schwab den Bundesverdienstkreuz, trotz Proteste,

    http://femokratie.com/parteiprotest-bundesverdienstkreuz-an-edith-schwab/08-2010/

    verleiht, ist selber Schuld. Er hätte ein Zeichen setzen können.

    Aber was kann Mann von einem erwarten, der mit Maschmeier sehr gut befreundet ist.

    • Ja und Juppi Hesters wurde ausgeladen, ganz „politisch korrekt“ 🙂 Ich wusste gar nicht, dass der einmal in Osnabrück war, schöne Stadt, schöne Etablissements und kulturelle Wahrzeichen.

  2. Hallo Christian,
    leider hatte ich den „Hallo Welt“ Post bereits gelöscht, bevor ich bemerkte, dass du da kommentiert hast. Deswegen danke an dieser Stelle.

    Ich selbst bin schon länger ein stiller Mitleser deines Bloggs, ich finde das Konglomerat Feminismus-Evolutionsbiologie-PUA und deren Interdependzen eine sehr interessante Sache. die einem manchmal sehr interessante Einblicke verleiht.

    Ein Beispiel : In vielen Diskussionen mit Feministinnen beschlich mich oft der Gedanke bzw. das Erstaunen das zu einem beliebigen Fall X die ungeheuerliche Ungerechtigkeit doch auf der Hand liegt und sie vom Gegenüber dennoch nicht erkannt bzw. wegdiskutiert wurde. Das war bevor ich hier gelesen hatte, das sich Frauen (oder neutraler ausgedrückt : testosteronarme Personen) mit dem Thema Gerechtigkeit und Fairness offenbar von Natur aus schwer tun.

    Nun zum eigentlichen Thema :
    Als Österreicher habe ich mit der Causa Wulff natürgemäß eher weniger am Hut. Aber beim Durchlesen stellte ich mir dieselbe Frage, die ich mir in dieser oder ähnlicher Form schon oft stellte :
    Alphas (bzw. was ich dafür halte) machen mir oft den Eindruck von Getriebenen. Getrieben, wie oben, von dem Druck Status haben und zeigen zu müssen, getrieben davon, Dominanz zeigen zu müssen mit den damit oft verbundenen negativen Konsequenzen.
    Das führt mich zu der Frage wie erstrebenswert es überhaupt ist ein Alpha sein zu wollen ?
    Ist der Alpha Begriff rein steinzeitlich zu deuten oder ist man, so wie im Fall Wulff dann eigentlich kein Alpha (no true-scotsman?).

    • @ Clochard
      Den Eindruck hast nicht nur du. Ich stelle mir einen Alpha immer wie einen Alpha-Hirsch vor. Er bekommt alle Kühe die er will, der Hirsch, muss aber seinen Status immer verteidigen und reibt sich darin auf.

      • Ja genau so meinte ich das.
        Der Alpha als bedauernswertes Tamagotchi der eigenen Gene.
        Dass die Gene nicht das Glück des Genträgers der aktuellen Generation im Auge haben wurde hier im Blogg ja schon thematisiert.

    • Ich finde den Begriff „Alpha-Mann“ auch schwierig zu verstehen und ziehe ihn von Herzen gerne durch den Kakao 🙂

      Meiner bescheidenen Meinung als Frau nach, kann ein Mann aber durchaus „Alpha-Qualitäten“ haben, ohne gleich zum Platzhirschen werden zu müssen. Eigentlich bedeutet es doch nicht viel mehr, als ein gesundes Selbstwertgefühl zu haben, sich nicht zu sehr von der Meinung anderer beeinflussen zu lassen, die Fähigkeit zu haben, sich auf Menschen einzulassen und die Bereitschaft zu zeigen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Noch eine Prise Humor und ein äußeres Erscheinungsbild, das, wenn überhaupt, positive Gänsehaut erzeugt und fertig ist ein prima Mann. Ich finde, PU übertreibt den Alpha-Status viel zu sehr.

      • @ Helena

        * Ich finde, PU übertreibt den Alpha-Status viel zu sehr.*

        PU weist junge Männer nur drastisch-plastisch darauf hin, worauf sehr, sehr viele Frauen abfahren.

        Was sehr viele Frauen gar nicht wahrhaben wollen.

        Weshalb in einer femizentrischen Gesellschaft junge Männer mit dieser Seite weiblichen Begehrens auch nicht bekannt gemacht werden.

        PU tut das in Selbsthilfe.

      • Deine Meinung „als Frau“ ist deswegen nicht gleich automatisch bescheiden 🙂

        Zu deiner Kategorisierung, ja, der kann ich größtenteils zustimmen.
        Was für mich beim PU-Alpha immer ein diffuses, unstimmiges Gefühl hinterlässt : Nach meiner „inneren“ Alphadefinition passt es einfach nicht zum Bild eines Alphas das Frauen-hinterher-hecheln zu seinem Lebensinhalt zu machen.

        Außerdem habe ich dazu noch einen anderen Gedanken :
        Die Punkte die du ausführst wäre ja auch in der Person einer Frau sowohl für eine Beziehung als auch für eine genetische Neukombination hervorragende Vorraussetzungen. Irgendwie scheint mir da das abstellen auf Schönheit/Gesundheit der Frau nicht ausreichend bzw. zielführend. Manchmal Frage ich mich ob es sowas wie genetische vs. kulturelle Alphas gibt (auch anknüpfend an die Ausführungen von Roslin weiter unten).

      • @Clochard

        PU ist aber auch nur bedingt geeignet, um eine Beziehung aufzubauen. Da geht es in erster Linie um das Kennenlernen. Und um eine Frau kennenzulernen, kann es vielleicht durchaus von Vorteil sein, sich etwas aufzuspielen, um überhaupt aufzufallen. Es ist ein Flirtratgeber für schüchterne, unsichere, in der Hauptsache noch sehr junge Männer, denke ich. Und wenn es nur ums Kennenlernen geht, ist es absolut richtig, sich zu sagen, wenn die eine nicht interessiert ist, dann eben die Nächste. Das muss ja nicht zwingend bedeuten, dass man wahllos ist. Schwierig wird es meiner Meinung nach erst, wenn der junge Mann PU zu wörtlich nimmt und vor lauter Angst, einer Oneitis (was für ein dämliches Wort) zu erliegen, überhaupt nicht mehr bereit ist, sich auf etwas Festeres einzulassen. Dabei leiden die meisten fiktiven „Alphas“ an einer mehr oder minder katastrophalen Oneitis, z.B. der hier schonmal erwähnte Rhett Butler.

        Meine bescheidene Meinung, weil: Woher soll ich wissen, wie sich ein „Alpha-Mann“ fühlt?

  3. @ Clochard

    *Das führt mich zu der Frage wie erstrebenswert es überhaupt ist ein Alpha sein zu wollen ?*

    Wenn Du Dich fragen musst, ob es erstrebenswert ist, einer sein zu wollen, ist es für Dich nicht erstrebenswert.

    Will sagen: Es kommt auf das männliche Individuum an, ob es von seinen Voraussetzungen her einer sein kann und will, oder nicht.

    Ist es erstrebenswert, um jeden Preis Frauen gefallen zu wollen?

    Nein.

    Ist es erstrebenswert, unter allen Umständen eine Alphaposition anzusteuern, allein um der Position und des damit verbundenen Erfolges bei Frauen willen?

    Kommt auf den Mann an. Er muss das entscheiden, nach seinem je eigenen Wertekanon.
    Alphapositionen anzustreben, ist anstrengend, erfordert Opfer, Preise, die gezahlt werden müssen.

    Ob das lohnt, muss jeder Mann für sich selbst abwägen, wie jeder Mensch abwägen muss, was ihm das Erlangen von Führungspositionen in einem bestimmten System und unter den Voraussetzungen des jeweiligen Systems wert ist, ob ihm die Belohnungen, die das System verspricht, genügen.

    Unter den Bedingungen eines femizentrischen Systemes lohnt es sich für Männer in der Regel nicht mehr, Alphapositionen anzustreben.

    Zur Causa Wulff:

    Er ist ein bemühter Alpha, also kein naturbegabter, sondern ein Streber, der durch Überanpassung aufstieg, darum eigentlich überfordert.

    Unbeschadet der Tatsache, dass ich unter den heutigen Bedingungen jedem Mann rate, es tunlichst zu vermeiden, zu heiraten und Vater zu werden, da verheiratete Väter keine Möglichkeit haben, eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen – sie sind jederzeit durch die mit dem femizentrischen Staat qua Geschlecht verbündete Frau und erst recht dirch die de facto kinderbesitzende Mutter erpressbar – hält sich mein Mitleid mit Wulff in Grenzen.

    Er hat die Ehe gebrochen, seine Frau mittels einer Jüngeren eretzt. Sollte man nicht tun.

    Wer ein Versprechen bricht, sollte sich nicht beklagen, wenn er zahlen muss.

    Schade, dass der femizentrische Staat nur Männer zahlen lasst, sogar dann, wenn sie es nicht sind, die das Versprechen der ehelichen Gemeinschaft und Treue brechen.

    Weshalb Ehe ein Vertrag ist, der Männern nur real abforderbare Pflichten, aber keine realen Rechte verschafft.

    Mir unverständlich, wie man einen solchen Vertrag bei klarem Verstand abschließen kann.

    Wenn ich aber eine Frau heirate, ihr vor diesem femizentrischen Staat (auf dem Standesamt) und vor Gott (er ist ja Christ) die Treue verspreche und das Versprechen dann breche, kann man sich nicht beklagen, wenn man zahlen muss.

    Alles in Allem: Wulff ist in meinen Augen eine Peinlichkeit.

    Damit ein würdiger Repärsentant einer westlichen Demokratie in ihrem gegenwärtigen Verfallsstadium.

    • @Roslin

      „Wenn ich aber eine Frau heirate, ihr vor diesem femizentrischen Staat (auf dem Standesamt) und vor Gott (er ist ja Christ) die Treue verspreche und das Versprechen dann breche, kann man sich nicht beklagen, wenn man zahlen muss.“

      Meinst du damit Ehebruch oder Trennung allgemein?

  4. OT :
    Nachdem ich ja hier brandneu bin, vielleicht könnte mir jemand von euch bei zwei Dingen weiterhelfen :

    1) Wenn der Name eines Kommentators nicht rot unterlegt ist, dann betreibt er hier auch keinen Blog, ist das richtig ?
    Oder kann man das auch einfach abschalten ?

    2) Ich habe in meinem Dashboard schon an allen Stellen die ich finden konnte Bilder hinterlegt. Trotzdem ist der Avatar neben meinen Kommentaren immer noch dieses hässliche kaleidoskopartige grüne Etwas.
    In welchem Menüpunkt muss ich mein Bildchen hochladen oder vielleicht bloß aktivieren, sodass es neben meinen Kommentaren angezeigt wird ?

    Vielen Dank im Voraus !

    • 1. Ich poste hier meist mit der Mailadresse von WordPress und meinem dort angegebenen Nick, daher dann auch die Unterlegung.

      2. Du kannst auf gravatar.com ein Profil anlegen, das müsste auch über das wordpress Konto gehen, glaube ich und dort dann einen Avatar anlegen.

  5. Wulf: Er muss (meine ich) in erster Linie ein Weibchen finden (anscheinbar hatte er schon gefunden: 2 Ehe-Frau), das ihm den Rücken frei halten wird, Subsistenzarbeit (keine Arbeit) im Abgeschiedenen leisten wird und für „Gemütliches“ sorgt. Dann hat er eine vorzügliche Bühne! – Allerdings, jedes Amt ist irgendwann zu Ende.

  6. Ich bin wahrlich ganz bestimmt kein Fan von Wulf, alleine schon deshalb weil Präsidenten vom Volk gewählt gehören.

    Aber diese Schlammschlacht jetzt von der Bild (und anderen) ist einfach nur widerlich.

    Als ob es der Bild um Wahrheit oder Aufklärung geht…ja sicher doch. Wäre aber das erste Mal.

    Da steckt viel mehr dahinter.

    Es sollte ja auch mitlerweile bekannt sein, dass so gut wie alle Politiker, die was zu sagen haben, Leichen im Keller haben um sie so erpressbar zu machen.

    Wulf wollte nicht Deutschland an die EU verscherbeln. Das ist die Wahrheit.

    Dieser Springerkonzern gehört zerschlagen, endgültig.

    Lügen Lügen Lügen.

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