Schlechte Geschenke und ihr Einfluss auf eine Beziehung

Passend zur Weihnachtszeit hier noch eine interessante Studie zur Auswirkung auf die Partnerschaft:

We tested the hypothesis that gifts act as markers of interpersonal similarity for both acquaintances and close relationship partners. Participants were led to believe that a new opposite sex acquaintance (Experiment 1) or romantic partner (Experiment 2) had selected either a desirable or undesirable gift for them. In Experiment 1, men viewed themselves as less similar to their new acquaintance after receiving a bad versus good gift from her, whereas women’s perceived similarity ratings were unaffected by gift quality. In Experiment 2, men reported decreased similarity to their romantic partner after receiving a bad gift, whereas women responded to the bad gift more positively; perceived similarity, in turn, had an impact on participants‘ evaluations of the relationship’s future potential. This research highlights the need for more experimental work on gift-giving, which has been largely overlooked by mainstream social psychologists despite its economic and interpersonal significance.

Quelle: The Gift of Similarity: How Good and Bad Gifts Influence Relationships

Also nochmal: Bei Männern findet sich die zu erwartende Wirkung: Bei schlechten Geschenken fühlen sie sich weniger gleich, sehen eine Differenz zum Partner, ein „Wie kann er denken, dass ich dieses Geschenk gut finde?“-Effekt.+

Frauen hingegen fanden den Partner nach einem schlechten Geschenk positiver.

Eine Erklärung dazu aus dem PsyBlog:

Dunn and colleagues explain that the more threat women felt to their relationship (i.e. from the poor gift), the more they tried to protect against this threat. With a new acquaintance in the first experiment there wasn’t much relationship to protect, so the bad gift had no effect compared to the good gift. But when there was a substantial existing relationship to protect, women were motivated to guard against this potential threat. Men, in contrast, made no such effort, saying they didn’t like their partner’s choice and, by extension, their partner.

Now before men start thinking they can use these experiments to justify giving their partners poor gifts, remember that these studies are short-term and probably only represent men and women’s first instinct when receiving good and bad gifts.

The real lesson is that women are more motivated than men to marshal psychological defence mechanisms to protect against the damaging effects of poor gifts. Over the long-term the story is likely to be the same for both sexes: bad gifts damage relationships by chipping away at their heart; the feeling that in this big, bad world you’ve found someone who really understands you, and knows what you like.

Die psychologischen Verteidigungsmechanismen sind interessant. Roissy würde hier von dem „Rationalisation Hamster“ sprechen, bei dem sich Frauen entweder die Bestimmung schön denken und die Schlechtigkeit runterspielen oder aber sich selbst schlechter denken, weil er ihnen ja sonst etwas besseres geschenkt hätte. Der gleiche Ansatz, der auch den Neg oder den False Disqualifer eine Rolle spielt.

Es gibt uns Männern zudem eine schöne Entschuldigung: Warum ich dir so etwas schlechtes geschenkt habe? Weil mir unsere Beziehung etwas bedeutet mein Schatz!

Ich vermute allerdings, dass sie den wenigsten Frauen genügen wird 😉

Frohe Weihnachten 2011!

Allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest, wenn sie denn feiern!

Ich sehe es eher als Familienfest, da mich der religiöse Aspekt nicht interessiert, aber ich mag unsere Familientraditionen, mit gemeinsamen Singen unter dem Weihnachtsbaum, einer genau geplanten Geschenkeverteilung in bestimmten Reihenfolgen, überschwenglicher Freude über die Geschenke, Kartoffelsalat und Würstchen heute, dann morgen die Weihnachtsgans.

Das alles sind schöne Sachen, und es ist zudem eine gute Gelegenheit auch ein paar Schulfreunde wiederzutreffen, da es ja gerade an Weihnachten die Leute immer mal wieder zu ihren Eltern zieht.

Ein Thema für die, die nicht feiern oder zwischendurch natürlich gerne hier etwas diskutieren wollen um nicht aus der Übung zu kommen ;.)

Weihnachten ist das Fest der Geschenke. Geschenke sind aus evolutionärere Sicht zunächst erst einmal etwas merkwürdiges, weil man damit Ressourcen weggibt ohne etwas zu erhalten.

Allerdings wird Schenken dann sinnvoll, wenn man davon ausgehen kann, dass Großzügigkeit durch ein Geschenk der anderen Seite ausgeglichen wird. Es ist die Reziprozität, also das Prinzip der Gegenseitigkeit, dass Schenken biologisch ermöglicht. Ich hatte dazu auch schon einmal etwas in „Kooperatives Verhalten und Gruppenbildung“ geschrieben. Ein Großteil menschlichen Handelns und Denkens ist darauf ausgerichtet diese Reziprozität zu ermöglichen, sei es unser Gedächtnis für Personen, unser Gerechtigkeitssinn, unser Gefühl der Dankbarkeit und unserer Verständnis von Schuld. Wir sind darauf ausgerichtet etwas zurück zu bekommen, wenn auch möglicherweise erst später und auf andere Art. Deswegen kann Schenken eine Verpflichtung begründen und das zu geringe Geschenk peinlich sein und Verärgerung auslösen. Und deswegen kann ein zu großzügiges Geschenk ebenfalls Verärgerung auslösen, weil es als eine Gegenschuld begründend angesehen wird. Schenken ist also eine heikle Sache.

Etwas abgemildert wird dies dadurch, dass man mit Schenken auch einfach nur Darstellen kann, dass man jemand ist, der schenkt, der also das System nicht ausnutzt und daher eines eigenen Geschenks würdig ist. Schenken kann zudem ein „Costly Signal“ sein, dass die eigene Fähigkeit dazu darstellt. Das Ermöglicht großzügige Spenden an „Die Armen“, die das natürlich nicht zurückgeben können oder an die Gemeinschaft an sich.

Wo seht ihr die Grundlagen des Schenkens? Über welches Geschenk habt ihr euch am meisten geärgert, mit welchem ganz daneben gelegen?

Jedenfalls noch einmal: Frohe Weihnachten!

„Die Evolution hat kein Ziel, folglich gibt es auch keinen evolutionären Druck“

Lucia merkt folgendes an (um Beleidigungen gekürzt):

„Die Evolution hat kein Ziel und folglich gibt es auch keinen evolutionären Druck. Der kann nur durch die Lebensbedingungen entstehen, an die sich die Lebewesen anpassen oder aussterben.“

Richtig daran ist natürlich erst einmal, dass die Evolution kein Ziel hat. Da sie auf Mutation und Selektion beruht ist sie ein endloser Prozess, der kein Endstadium erreichen kann. Es gibt kein „perfektes Lebewesen“ und auch kein „unfertiges Lebewesen“. Deutlich wird dies auch an der Red Queen Theory, die die Konkrurrenz der Lebewesen untereinander betrachtet. Da Lebewesen miteinander agieren und miteinander konkurrieren müssen sie sich zumindest untereinander anpassen und ein „perfektes Lebewesen“ wäre nur bis zur nächsten positiven Mutation seines Feindes oder Konkurrenten perfekt.

Das bedeutet aber nicht, dass Evolution nicht ein bestimmter Prozess in eine Richtung sein kann, der sich (kurzzeitig) anhand bestimmter Sachzwänge entwickelt. Den neben der zufälligen Mutation besteht Evolution eben auch aus Selektion. Und es lassen sich gewisse Kriterien für eine Selektion aufstellen, wenn sich auch daraus die tatsächliche, konkrete Evolution nicht vorhersagen läßt.

Ein Beispiel wäre das Erreichen eines flugfähigen Vogels auf einer Insel ohne natürliche Feinde. Durch das Wegfallen der Fressfeinde sind bestimmte Selektionsfaktoren, die bisher auf den Vogel einwirkten, weggefallen. Es spricht damit vieles dafür, dass sich bei diesem Vogel Systeme, die gerade unter diesen Selektionsfaktoren entstanden sind, wegfallen werden und andere Faktoren, die bisher durch diese Selektion unterdrückt werden, nunmehr aufleben. Das Fliegen erlaubt einem Vogel beispielsweise die schnelle Flucht vor einem Fressfeind. Im Gegenzug verbietet ihm das Fliegen die Bildung vieler Nahrungsmittelreserven, die Bildung stabiler, aber schwerer Knochen etc. Zudem bedeutet Fliegen, dass man sich kostenintensive Flugmuskeln zulegen muss und diese unterhalten muss, was selbst bei Nichtnutzung zum Fliegen erhebliche Verursacht. Der allgemeine Druck, einen möglichst kostensparenden Körper zu haben, kann sich daher ohne natürliche Feinde wesentlich besser entwickeln. Natürlich kann auch die Nahrungssuche ein Fliegen erfordern, etwa bei steilen Küsten und Fischfang bei ansonsten bestehender Nahrungsknappheit.Natürlich kann die Flugfähigkeit auch im Rahmen der sexuellen Selektion eine richtige Rolle spielen und deswegen erhalten bleiben. Dennoch kann man beobachten, dass Vögel unter diesen Umständen sehr häufig ihre Flugfähigkeit einbüssen werden, dicker und stabiler werden, ihre Fluchtinstinkte verlieren.

Das bekannteste Beispiel ist der Dodo. Wie an der allseits bekannten Geschichte des Dodos deutlich wird ist dieser Verlust der Flugfähigkeit natürlich kein Ziel im Sinne eines Plans der Evolution gewesen. Aber weil Evolution eben planlos verläuft und daher überlegungen wie „Irgendwann wird einmal ein Raubtier auf die Insel kommen, es wäre besser für die Gattung, wenn auch nicht unbedingt für das jetzt lebende Einzelwesen, sich die Flugfähigkeit und die Fluchtinstinkte zu erhalten“ innerhalb des Prozesses natürlich nicht stattfinden können, ist es nicht fehlerhaft davon zu sprechen, dass ein selektiver, evolutionärer Druck weggefallen ist. Ebenso kann man natürlich auch den Menschen betrachten. Über den weitaus größten Teil der Menschheitsgeschichte (also zumindest etwa 4,5 Millionen Jahre) bestand ein höherer Selektionsdruck für Menschenfrauen als für Menschenmänner sich einen Partner zu suchen, der bereit war, Teile der Kosten einer Schwangerschaft zu übernehmen.

Dieser Selektionsdruck macht sich auch beim Menschen bemerkbar, die deswegen seltener als der Mann reinen Sex ohne gefühlsmäßige Bindung will und formt im Gegenzug aufgrund der Ausgestaltung bei der Frau im Wege der sexuellen Selektion auch wieder die Partnerwahl des Mannes. Das Ergebnis dieses Prozesses und des damit einhergehenden Red Queen Races betrachtet insbesondere die Sexual Strategies Theory. Inzwischen ist der diesbezügliche Selektionsdruck weggefallen. Veränderungen ergeben sich insbesondere daraus, dass Verhütung eine Abkoppelung von Sex und Fortpflanzung ermöglicht hat und zudem das hochentwickelte Sozialsystem, Unterhaltsgesetze, die verbesserte Möglichkeit einer Drittbetreuung etc in modernene Staaten Frauen ermöglichen, die Kosten einer Schwangerschaft an den Mann auch gegen dessen Willen oder an die Gemeinschaft weiterzureichen. Das Wegfallen des Selektionsdruckes in diese Richtung bedeutet aber nicht, dass die durch diesen Selektionsdruck entstandenen biologischen Grundlagen wegfallen.

Dabei sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen:

a) Zeit

Der Wegfall des Selektionsdruck ist noch nicht lange her. Effektive Verhütung ist erst mit der industriellen Herstellung von Verhütungsmitteln möglich, Kondome etwa seit ca. 1930, die Pille etwas später. Erst ca. etwa den 70ern, also seit nunmehr gerade einmal 3 Generationen, ist effektive Verhütung möglich

b) Sexuelle Selektion

Sexuelle Selektion funktioniert über biologisch verankerte Partnerwahlkriterien. Diese stabilisieren das System, da sie zu einem Selbstöläuferprozess führen können. Wenn Männer Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern aufgrund dieser Kriterien als weniger attraktiv für eine Langzeitbindung ansehen, dann bleibt es auch bei Wegfallen des Selektionsdrucks hierfür vorteilhaft, entsprechende Frauen nicht zu wählen bzw. Männer, die sich mit entsprechenden Frauen für eine Langzeitbindung einlassen nicht zu wählen, weil aufgrund der abgespeicherten Partnerwahlkriterien Töchter bzw. Söhne, die nach diesen Kriterien entstehen, schlechtere Chancen auf dem Partnermarkt haben. Die Söhne würden von den Frauen abgewertet werden, weil sie sich mit entsprechenden Frauen auf Langzeitbindungen einlassen, die Töchter für Langzeitbindungen uninteressanter werden. Diese Nachteile stellen also ebenfalls einen Selektionsdruck dar, der das System stabilisieren kann.

c) Fehlende Selektion in eine abweichende Richtung

Die Kriterien, die sich nach dem bisherigen Selektionsdruck aufgebaut haben, verschwinden nur dann, wenn der wegfallende Selektionsdruck zu Veränderungen im Genpool führt. Bei dem Dodo beispielsweise konnte ein Vogel, der schwächere Flugmuskeln hat, genauso gut überleben. Wenn Dodos aufgrund eines reichhaltigen Nahrungsangebots und weniger Fluchtnotwendigkeit insgesamt fetter wurden, flogen vielleicht auch die Dodos mit besseren Muskeln weit aus weniger. Insgesamt wirkten sich daher solche Nachteile nicht aus, hingegen mussten die Vögel mit guter Flugmuskulatur diese nach wie vor unterhalten und starben daher vielleicht in Dürrezeiten eher. Die Gene für schwache Flugmuskeln könnten sich daher gut im Genpool anreichern. Die Frauen, die dank Verhütung folgenlosen Sex mit vielen Partnern haben konnten, bekommen aber nicht mehr Kinder als die Frauen, die das nicht wollten. Denn das verhindert die Verhütung ja gerade. Sie bekommen vielleicht sogar deswegen später Kinder als Frauen, die früh eine feste Partnerschaft eingehen und konzentrieren sich eher auf Karriere etc. Eine gentische Veränderung stellt sich nicht ein, weil ein bestimmtes Verhalten praktiziert wird. Das wäre Lamarckismus. Sie würde sich hier einstellen, wenn Frauen, die mehr Sexualpartner haben als der Schnitt mehr Kinder haben würden als Frauen, die weniger Sexualpartner haben als der Schnitt.

„Ultimate Cause“ und „Proximate Cause“

Eine wichtige Unterscheidung zum Verständnis von Evolutionsbiologie und damit auch für das Verständnis des Menschen und der Geschlechterunterschiede ist die Unterscheidung zwischen Ultimate Cause und Proximate Cause.

  • Unter dem Proximate Cause versteht man ein Ereignis, dass direkt zu dem Endzustand geführt hat.
  • Unter dem Ultimate Cause versteht man den „eigentlichen Grund“, der das Ereignis erklärt

Ein Beispiel außerhalb der Biologie wäre (aus dem Wikipedia-Artikel übernommen):

Warum sank das Schiff?

  • „Proximate Cause“: Weil es aufgrund eines Lochs in der Schiffshülle unterhalb der Wasserlinie und des durch dieses eindringende Wasser mehr Gewicht erhielt als das Wasser, was es verdrängte und daher sank.
  • „Ultimate Cause“: Weil es einen Eisberg rammte, der ein Loch in der Hülle verursachte.

In der Biology bietet sich diese Unterscheidung ebenfalls an. Mit dem „Ultimate Cause“ wird dabei der evolutionäre Druck beschrieben, der zur Ausprägung bestimmter Eigenschaften eines Lebewesens geführt hat. Mit dem „Proximate Cause“ wird hingegen die Auswirkung dieses evolutionären Drucks auf das Lebewesen dargestellt.

Ein einfaches Beispiel wäre, die Frage, warum viele Lebewesen mit ihrer Nahrund Fette, Proteine, Kohlenhydrate aufnehmen

Ultimate Cause: Lebewesen benötigen zum Betreiben der Körperfunktionen bestimmte Nährstoffe. Es besteht daher ein evolutionärer Druck sich diese Nährstoffe anzueignen. „

Proximate Cause“: Lebewesen haben Geschmacksnerven, die auf bestimmte Muster, die üblicherweise bei wichtigen Nährstoffen vorliegen ansprechen. Sie haben zudem Geruchssinne, die ebenfalls bestimmte Gerüche, die bei Nährstoffen und deren Zubereitung anfallen, entsprechende Signale senden. Daher bevorzugen Lebewesen Nahrungsmittel, die diese Sinnesorgane ansprechen.

Wie man an der modernen Lebensmittelindustrie des Menschen sieht müssen die Erklärungen nicht übereinstimmen. Süssstoffe beispielsweise haben – zur Freude der Hersteller von Diätprodukten – keinerlei Nährwert. Sie erfüllen also den „Ultimate Cause“ nicht, den Körper mit Nährstoffen zu versorgen. Weil sie aber entsprechende Signale an die Geschmacksnerven senden erfüllen sie den Proximate Cause, nämlich Lebensmittel essen, deren sensorischer Input darauf hindeutet, dass sie den Ultimate Cause dienen. Es handelt sich insoweit um eine „unzureichende Umsetzung“, da eine Täuschung möglich ist. Diese Täuschung war aber evolutionstechnisch egal, da die Umsetzung „dicht genug“ an einer Lösung war um den Ultimate Cause zu erfüllen.

Es finden sich viele solche Fälle in denen die Umsetzung des „Ultimate Cause“ gut genug war, heute aber „fehleranfällig“ ist.

Beispiele:

a. verschiedene Partnerwahlkriterien bei Männern und Frauen

  • Ultimate Cause: Die verschiedenen Kosten der Fortpflanzung (Frau: minimal Schwangerschaft, Stillen etc, minimaler Zeiteinsatz: 9 Monate plus, eher 6-7 Jahre; Mann: minimal Ein Schuß Sperma, 3 Minuten) führen dazu, dass Männer andere Kriterien an einen Partner anlegen, die bei Frauen die Bereitschaft und Möglichkeit, sich an den Kosten der Schwangerschaft und Aufzucht zu beteiligen höher Bewerten als bei Männern.
  • Proximate Cause: Biologisch einprogrammierte Attraktivitätsmerkmale, die Anzeichen dafür geben, inwieweit der andere den biologischen interessen entspricht. Bei Männern in bezug auf Frauen insbesondere Anzeichen für Gesundheit und Fruchtbarkeit sowie bei Eingehung einer langfristigen Bindung Anzeichen für Gebundenheit zur Vermeidung der Fehlinvestition in fremden Nachwuchs. Bei Frauen in Bezug auf Männer Anzeichen für hinreichende Ressourcen und die Fähigkeiten, diese zu erlangen und das Interesse an einer langfristigen Bindung, also die Bereitschaft, diese Ressourcen auch zu teilen sowie Hinweise auf Gesundheit etc. Dabei können Kriterien wie Status innerhalb der Gruppe wichtige Indizien für die Fähigkeit Ressourcen zu erlangen und zu verteidigen sein. 
  • Umgehung: Ressourcen können heutzutage mittels Kredit erworben werden, Statusverhalten ist auf die Kleingruppe bezogen gewesen und erforderte unter Steinzeitbedingungen erheblich mehr Aufwand bzw. war mit einem höheren Risiko verbunden (wer zu dick auftrug wurde dadurch, dass er wenig Essen von einer Jagd mitbrachte schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, weil er betteln muss und sich dann weniger Statusdisplay erlauben kann, während wir heute einen geringen Teil unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen). Muskeln sind kein Zeichen einer guten Ernährung über einen längeren Zeitraum mehr verbunden mit vielen Tätigkeiten mehr, sondern dank billiger Nahrung und billiger Fitnessstudios für jeden zu erreichen Symmetrische, große Brüste sind nicht mehr unbedingt Zeichen guter unmutierter Gene und eines geordneten wachstums, sondern evtl. eines Schönheitschirugs oder zumindest eines gut sitzenden, gepolsterten BHs

b. Sex und Fortpflanzung

  • Ultimate Cause: Geschlechtliche Fortpflanzung erfordert eine Übergabe der Gene und deren Verbindung miteinander
  • Proximate Cause: Das Ineinanderstecken von Geschlechtsorganen spricht – richtig gemacht – gewisse Nerven an, die das Belohnungszentrum stimulieren und eine Ausschüttung von Glückshormonen und Bindungshormonen bewirken. Die Ausschüttung bestimmter Hormone durch den Sex vermindert den Sexualtrieb kurzzeitig.
  • Umgehung: Dank Verhütungsmittel haben wir zwar noch den Spass am Sex, aber nicht mehr unbedingt die Fortpflanzung. Paare können ein Leben lang Sex haben, ohne den Ultimate Cause des Sex gerecht zu werden; Cybersex, Masturbation vor Pornos; 

Pornographie und Evolution

Pornografie spricht Menschen an, Männer in anderer Weise als Frauen.

Ich hatte schon ein paar Artikel zum Bereich Pornos:

Alles, was in Verbindung mit der Fortpflanzung und sexueller Erregung steht, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit durch evolutionäre Vorgänge betroffen zu sein. Hier ein paar Mutmaßungen dazu

1. Wann wird man überlicherweise Sex gesehen haben?

Eine evolutionäre Erklärung müsste wohl bei realen Sex ansetzen, den Menschen beobachten, da der Fernseher ja relativ jung ist. Menschen haben in Bezug auf Sex ein gewisses Schamgefühl. In den allermeisten Kulturen (allen?) ist Sex etwas, was einen privaten Kontext hat und was man nach Möglichkeit abgeschieden von der Gruppe macht.

Eine Erklärung, die ich dazu gelesen habe, ist, dass Sex ein knappes Gut ist.

Für Männer lohnt es sich aufgrund geringer Kosten des Nachwuchs mit vielen Frauen Sex zu haben (Quantität des Nachwuchs) und gleichzeitig eine Frau zu monopolisieren (Erhöhte Wahrscheinlichkeit des Nachwuchs und sichere Investition (Qualität des Nachwuchs)) um , für Frauen lohnt es sich mit einem Mann Sex zu haben, der sich an den Kosten des Nachwuchs beteiligt. Männer haben daher ein hohes Interesse an Sex einfach so und Schutz der Frau, die sie monopolisiert haben sowie sich selbst, die Frau ein hohes Interesse an Bindung des Mannes und Schutz vor anderen Männern. Dies ist am einfachsten Sicherzustellen, wenn man den Sex „geheim“ hält.

Ein Bild erläutert dies: Wenn man innerhalb einer hungrigen Gruppe Nahrung hat, die nicht für die Gruppe, wohl aber für einen selbst reicht, dann ist es ungünstig, die Nahrung vor der Gruppe zu essen. Besser ist es sie zu verstecken und sie heimlich zu verzerren, damit keine Begehrlichkeiten geweckt werden, da ansonsten entweder Bettler oder gar Diebe bzw. Räuber zu befürchten sind.

Übertragen auf die konkrete Sex-Situation bedeutet das, dass Sex innerhalb einer Gruppe zunächst erst einmal offen legt, dass eine erregte Frau vorhanden ist, die bereit ist, Sex mit einem Mann zu haben, evtl. bereits feucht ist und in die ein Eindringen unproblematisch wäre. Gleich einem Schinken kann man hier versuchen nach kommen des Mannes auf eine weitere Geilheit der Frau zu setzen und ebenfalls Sex mit ihr zu haben (ungünstig für den Mann) oder aber die Gelegenheit nutzen und entweder Gefälligkeiten von dem Mann einfordern, damit dieser Sex mit der Frau (unabhängig von deren Willen) zustimmt oder gegen den Willen des Mannes etwa aufgrund höherer Körperkraft oder unter Mithilfe von anderen Männern den Sex erzwingen (quasi im Wege der Male-Male-Competition bzw. der intrasexuellen Konkurrenz). Da der Mann notgedrungen beim Sex relativ wehrlos ist, ist es ungünstig für ihn, potentielle Verhinderer in der Nähe zu haben.

Ein weiterer Grund ist, dass man verbergen möchte, dass man überhaupt Sex miteinander hatte. Grund kann sein, dass beide eine Extra-Pair-Copulation haben (also fremdgehen, etwa das Alphamännchen mit einem Betaweibchen). Oder ein Ausschalten der Überwachung durch die Angehörigen, die dies nicht billigen würden (etwa die Eltern, die meinen, dass er nicht gut genug für ihre Tochter ist).

Demnach wird ein Großteil des Sex wie auch in heutigen Zeiten nicht vor allen Augen abgelaufen sein. Sicherlich wird man unter den Felldecken auch so einiges gemacht haben, aber es spricht vieles gegen eine rein kulturelle Begründung des Schamgefühls.

2. Vorteile öffentlichen Sex

Dennoch kann öffentlicher Sex auf ungeachtet dieser Risiken und Lagen Vorteile bieten.

Für Männer habe ich dies im Prinzip schon oben geschildert. Da Sex unter steinzeitlichen Bedingungen die Chance auf Nachwuchs bietet lohnt es sich vorhande Möglichkeiten zu nutzen. War also eine Frau so geil, dass sie öffentlichen Sex hatte, dann bestand die Chance, dass man selbst zum Zug kam. Ebenso wenn der Mann, der mit ihr Sex hatte, ein geringes Interesse an ihr hatte und daher nicht die passenden Sicherungsmaßnahmen durch Absonderung von der Gruppe vornahm. Eine Möglichkeit war auch, dass die Frau als Kriegsgefangene oder Beute von dem Mann mit der Gruppe geteilt wurde, was ihm dann wieder andere Vorteile bringen konnte oder oder sie so wenig Rückhalt innerhalb der Gruppe hatte, dass sie weder ein Mann beschützen wollte noch sie monopolisieren wollte (bzw. es nach einem Überfall zu Gruppenvergewaltigungen kam). Ein Vorteil für die Frau, Sex mit vielen Männern zu haben, ist das keiner Ausschließen kann, dass ihr Kind nicht auch sein Kind ist und sowohl sie als auch das Kind sich damit die (wenn auch geringere Unterstützung vieler Männer sichern konnte. Ein weiterer Grund ist direkte Prostitution.

3. Vorteile der Erregbarkeit durch öffentlichen Sex

Für Männer ist der Vorteil recht offensichtlich und oben bereits beschrieben. Für Frauen ist er hingegen aufgrund der geschilderten Nachteile weniger offensichtlich. Allerdings ist Sex eben auch ein Bindungsmittel und gleichzeitig kann es Vorteile für Frauen bieten, durch etwas erregt zu werden, was Männer erregt. Sollte es zum öffentlichen Sex innerhalb der Gruppe im Beisein einer Frau kommen, dann kann es Vorteilhaft sein, wenn ihr Mann, den der öffentliche Sex erregt, dann Sex mit ihr hat, statt mit der Frau, die öffentlich Sex hat. Wofür es wieder vorteilhaft ist, wenn sie durch die Szene zumindest etwas erregt ist. Es kann aber auch vorteilhaft sein, nicht erregt zu sein, sondern eher angewidert, und den Partner davon wegzuziehen. Bei Sex in einem Harem kann es ebenfalls ein Vorteil sein, wenn die Frau durch den Sex des Mannes mit einer anderen Frau erregt ist.

4. Spiegelneuronen

Ein größerer Teil der Wirkung dürfte aber einfach über Empathie und Spiegelneuronen entstehen. Spiegelneuronen sind bestimmte Nervenzellen im Gehirn von Primaten, die beim betrachten eines Vorganges das gleiche Aktivitätsmuster aufweisen, wie es entstünde, wenn dieser Vorgang nicht nur passiv betrachtet, sondern selbst aktiv durchgeführt wird. Pornographie erleichert es uns also die Emotionen zu empfinden, die wir beim Sex haben. Da männlicher Sex wesentlich mehr auf reine Triebbefriedigung ausgelegt ist und auch wesentlich mehr auf optischen Kriterien beruht ist es auch leichter die entsprechenden Empfindungen bei Männern zu aktivieren. Hier stellt sich dann die Frage, was Nebeneffekt der bereits vorhandenen umfassenden Spiegelneuronen ist und was nur „proximate cause“ des „Ultimate cause“ Fortpflanzung, vielleicht nach einem der oben genannten Prinzipien, ist. Den Spiegelneuronen müßen ja nicht auf sexuelle Reize reagieren.

5. Folgerungen

Nach dem oben gesagtem müßte Sex zwischen zwei Personen der klassischste Fall sein, wobei Männer insbesondere Wert auf eine hübsche Frau legen würden, Frauen hingegen wohl entweder einen deutlichen Alphamann oder mehr Gefühle verlangen würden.

Der Gangbang mit mehreren Männern müßte bei Männern mehr Anklang finden als bei Frauen, zumindest wenn er keine Gefühle erkennen läßt (zwei gleichwertige Männer gefühlsmäßig an sich zu binden kann ja eine erfolgreiche Strategie sein)

Es wäre zudem zu erwarten, dass Frauen Pornodarstellerinnen aufgrund des Umstandes, dass Männer eher auf öffentlichen Sex ansprechen, neben evtl Stimulation auch als Konkurrenz sehen und daher eher ablehnen und evtl. andere Anregungen, etwa über Liebesgeschichten oder Erotikromane, die mehr auf gefühlsmäßige Spiegelung ausgelegt sind als auf reinen Sex vorziehen.

Der „Cum-Shot“ könnte seine Attraktivität aufgrund der Spiegelneuronen haben, bei denen das sehen eines Orgasmus ebenfalls entsprechende eigene Gefühle erleichtert. Zudem wäre es ein Gedanke, ob das kommen eines Mannes bei Gruppensex bedeutet, dass man ebenfalls besser schnell kommt, um dem Sperma des anderen innerhalb der Spermienkonkurrenz nicht zuviel Vorsprung zu geben. Aber das würde ein kommen in der gleichen Frau erfordern. BeiM Cumshot ins Gesicht der Frau könnten zwei Faktoren zusammen kommen: Der Cumshot selbst regt die Spiegelneuronen an, das Gesicht der Frau erlaubt eine Großaufnahme des Orgasmus und gleichzeitig des Gesichts der Frau, Lust bei der Frau wiederum ist, weil es Bindung signalisiert und Begehren und damit erhöhte Fortpflanzungsoptionen ebenfalls anregend. Das könnte zu dem nicht unbeliebten Ende eines Pornos geführt haben, in der die Frau durch den „Gesichts-Cumshot“ fast einen Orgasmus bekommt, ihn jedenfalls begeistert aufnimmt. Es ist zudem eine gewisse Dominanzgeste, die man am Gesicht ebenfalls am besten aufnehmen kann. Von der Frau als statushoch und dominant (=attraktiv) wahrgenommen zu werden, erhöht aber ebenfalls die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit.

Natürlich bedeutet das nicht, dass all diese Praktiken in Pornos in jeder Kultur gut gefunden werden müssen. Sie können dort auch gar nicht vorkommen. Dennoch kann es interessant sein, sich über bestimmte sexuelle Handlungen Gedanken zu machen und zu überlegen, ob etwas hinter ihnen stecken könnte

Pränatales Testosteron und „genderbezogenes Verhalten“

Eine Artikel beleuchtet eines meiner Lieblingsthemen: Pränatales Testosteron und seine Auswirkungen auf das geschlechtliche Verhalten.

Testosterone plays an important role in mammalian brain development. In neural regions with appropriate receptors testosterone, or its metabolites, influences patterns of cell death and survival, neural connectivity and neurochemical characterization. Consequently, testosterone exposure during critical periods of early development produces permanent behavioural changes. In humans, affected behaviours include childhood play behaviour, sexual orientation, core gender identity and other characteristics that show sex differences (i.e. differ on average between males and females). These influences have been demonstrated primarily in individuals who experienced marked prenatal hormone abnormalities and associated ambiguities of genital development (e.g. congenital adrenal hyperplasia). However, there is also evidence that testosterone works within the normal range to make some individuals within each sex more sex-typical than others. The size of testosterone-related influences, and perhaps even their existence, varies from one sex-typed characteristic to another. For instance: prenatal exposure to high levels of testosterone has a substantial influence on sex-typical play behaviour, including sex-typed toy preferences, whereas influences on core gender identify and sexual orientation are less dramatic. In addition: there appears to be little or no influence of prenatal testosterone on mental rotations ability, although mental rotations ability shows a marked sex difference. These findings have implications for basic understanding of the role of testosterone in normative gender development, as well as for the clinical management of individuals with disorders of sex development (formerly called intersex syndromes).

Zu Bedenken ist dabei, dass es hier um pränatales Testosteron geht, nicht um die Wirkung von Testosteron, insbesondere auch postnatalen Testosteron, dass weitere Wirkungen hat.

Aus dem Artikel selbst noch ein paar Auszüge:

Hundreds of studies on species ranging from rodents to non-human primates show that testosterone, and hormones produced from testosterone, play a primary role in neural and behavioural sexual differentiation, just as they do in sexual differentiation of the external genitalia

Also hunderte von Studien, die zeigen, dass geschlechterbezogenes Verhalten bei Menschen und Tieren in einem Zusammenhang mit den Hormonen steht. Hier stellt sich wieder die Frage an gesellschaftliche Erklärungen, warum diese Mechanismen bei Tieren bestehen,  bei Menschen aber nicht, wenn beim Menschen im Prinzip die gleichen Mechanismen vorhanden sind.

Despite these differences in the periods when testosterone manipulations alter brain structure and function, the outcomes of the manipulations are largely consistent across species. In both rodents and non-human primates, exposing developing female animals to high levels of testosterone, for example, by injecting them or their pregnant mothers with the hormone, increases subsequent levels of male-typical behaviour (1). In rats, for instance, a single injection of testosterone on the day of birth produces female animals who show elevated levels of rough-and-tumble play, a behaviour that is normally more common in juvenile males than in juvenile females. Similarly, female rats treated with testosterone neonatally show increased capacity for male-typical sexual behaviour and reduced capacity for female-typical sexual behaviour in adulthood. Removing testosterone from developing male rats (e.g. by neonatal castration) has the opposite effects, reducing male-typical behaviour and increasing female-typical behaviour. Comparable effects, on both juvenile play behaviour and on sexual behaviour in adulthood are seen following prenatal testosterone manipulations in rhesus monkeys

Man findet bei den Säugetieren und bei den Affen die diskutierten Systeme. Wenn man bedenkt, dass Menschenaffen natürlich nicht unsere Intelligenz haben, aber dennoch ein Selbstbewußtsein besitzen und in der Lage sind komplexe Sozialsysteme zu errichten und taktisch zu planen, fragt man sich wiederum, warum all diese Verhalten sich in sehr ähnlicher Form bei Menschen zeigen, aber  bei diesem Kultur sein sollen

As is the case for non-human primates, the critical periods when testosterone is higher in developing males versus females, and thus the periods when testosterone would be hypothesized to influence human neural and behavioural sexual differentiation, appear to be largely prenatal. Although information is limited, there appears to be a dramatic sex difference in testosterone levels in human foetuses from about week 8 to 24 of gestation (5). Another, smaller sex difference in circulating testosterone occurs in the early postnatal period in humans as well as in rhesus monkeys, but studies to date have produced little evidence that it plays a role in sexual differentiation of behaviour (5, 6), and research on the impact of testosterone on human development has focused largely on the prenatal period.

Es bestehen nach bisherigem Forschungsstand verschiedene Zeitfenster für verschiedene Bereiche des Gehirns. Da unser Gehirn nicht konstruiert wird, sonder wächst werden verschiedene Bereiche eben zu verschiedenen Zeiten aufgebaut.

Research on girls and women with CAH has provided some support for the hypothesized influence of testosterone on human behavioural development. Girls with CAH show increased male-typical play behaviour, including increased preferences for toys that are usually chosen by boys, such as vehicles and weapons, increased preferences for boys as playmates and increased interest in rough-and-tumble play. These findings of increased male-typical play behaviour have been seen using varied measures (interviews, standardized questionnaires, analyses of drawings and direct observation of behaviour in playroom settings), and in samples of girls with CAH in several countries (the United States, Canada, The Nether-lands, Sweden, Germany, Japan and the United Kingdom) (2). Like the CAH-related virilization of the external genitalia, CAH-related behavioural virilization is not complete. The toy, activity and playmate preferences of girls with CAH are more male-typical than those of their unaffected female relatives as well as of control girls matched for age and other aspects of demographic background, but they are not as male-typical as those of boys. For instance, in regard to playmates, 80–90% of the playmates of healthy boys and girls of elementary school age are children of the same sex, whereas girls with CAH do not appear to show a preference for playing with one sex over the other. They indicate that about 50% of their favourite playmates are girls and about 50% are boys (9)

As adults, women with CAH are less likely to be exclusively heterosexual than are their unaffected sisters, controls matched for age and demographic background, or women with other disorders that cause different hormone abnormalities or abnormalities of the external genitalia (10–12). The nature of this behavioural change is not necessarily to produce a homosexual orientation. In fact, bisexuality may be a similarly likely outcome. For instance, a study by Hines et al. (11), found that five out of 16 women with CAH reported that they were neither exclusively nor almost exclusively heterosexual. Of these five, one was exclusively homosexual, two were almost exclusively homosexual and two were equally homosexual and heterosexual in their behaviour. In addition, this study provided quantitative data, making it possible to compare the magnitude of the effect of CAH on sexual orientation with the magnitude of the effect on childhood play behaviour (see Fig. 1⇓). For childhood play behaviour, females with CAH were moved about 60% of the distance toward mean male-typical behaviour, whereas for sexual orientation, females with CAH were moved only about 10% of the distance toward mean male-typical orientation.

Hier wird noch einmal deutlich, dass CAH-Mädchen Verhaltensänderungen hin zum männlichen zeigen. Das diese sich auch gerade auf das Spielen auswirkt und diese Mädchen etwas wilder und härter sind ist gut damit zu erklären, dass Spielen dazu dient sich auch das Erwachsenenleben vorzubereiten und die dafür benötigten Fähigkeiten zu erlernen. (vgl. Lebensphasen und Geschlecht). Und das bedeutete in der Steinzeit eben, dass man sich für den intrasexuellen Wettbewerb abhärten musste.

Es folgt die zweite Gruppe: CAIS

Other situations where hormone levels or responses are altered prenatally provide additional support for the conclusion that prenatal levels of testosterone influence human psychosexual development. For instance, genetic males with complete androgen insensitivity syndrome (CAIS), an X-linked disorder in which the cells of XY individuals lack functional androgen receptors, and so cannot respond to the testosterone and other androgenic hormones produced by their gonads, are almost always female-typical not only in physical appearance, but also in terms of behaviour, including core gender identity, sexual orientation and childhood play behaviour (15, 16). This suggests that their functional lack of androgen exposure has produced female-typical psychosexual development, despite the presence of a Y chromosome.

Hieran wird deutlich, dass es sich eher nicht um genetische Unterschiede handelt, da diese ja dann bei den CAIS zu einem männlicheren Verhalten führen müßten (wobei natürlich auch auf dem Y-Chromoson einige Daten gespeichert sind). Vielmehr lässt sich in diesem Bereich gut der hormonelle Anteil erkennnen.

Es werden des weiteren verschiedene Medikamente, die die Mutter genommen hat angeführt:

Similarly, girls whose mothers were prescribed hormones that stimulate androgen receptors prenatally, like girls with CAH, show more male-typical childhood play behaviour and interests.

Zu den Unterschieden in den Fähigkeiten:

Specifically, although men perform better than women on tests of mental rotations ability (that is, the ability to rotate two-or three-dimensional figures in the mind and compare them to other figures), these differences are larger in adults than in children (29, 30). In addition, sex differences in performance on other spatial tasks are smaller than the sex differences in mental rotations performance (29, 30). Indeed, for some tasks, such as those requiring spatial visualization skills, or the ability to take spatial manipulations through several steps, sex differences are virtually non-existent (29). Similarly, sex differences in mathematics performance vary with age and the type of task. Among children, girls perform better on measures of computational ability, although there are no sex differences on computational tasks in adults (31). For mathematical concepts, there are no sex differences in children or adults, however, some standardized measures used to screen for admission to University in the United States (the Scholastic Aptitude Test and the Graduate Record Exam) show a sex difference in favour of males

Einige Fähigkeiten weisen nur geringe Unterschiede auf. Bei einigen anderen fallen diese auch erst auf, wenn man  mit höherem Schwierigkeitsgrad prüft. Zu den verschiedenen Werten hatte ich ja bereits einen Artikel eingestellt. Es ist auch zu bedenken, dass einige Fähigkeiten bei Frauen bei einem relativ (für Frauen) hohem Testosteronspiegel gut ausgeprägt sind, der beste Wert bei Männern aber bei einem für Männer niedrigen Wert erreicht wird (auch wenn dieser noch höher ist als der von Frauen).

Die verschiedenen evolutionären Interessen von Männern und Frauen und der sich daraus ergebende Konflikt

Ein interessanter Artikel zu den verschiedenen Interessen der Geschlechter und die daraus beruhenden Wettstreite:

Coevolutionary arms races between males and females have equipped both sexes with mutually manipulative and defensive adaptations. These adaptations function to benefit individual reproductive interests at the cost of the reproductive interests of oppositesex mates, and arise from evolutionary dynamics such as parental investment (unequal reproductive costs between the sexes) and sexual selection (unequal access to opposite-sex mates). Individuals use these adaptations to hijack others’ reproductive systems, psychological states, and behaviors—essentially using other individuals as extended phenotypes of themselves. Such extended phenotypic manipulation of sexual rivals and opposite-sex mates is enacted by humans with the aid of hormones, pheromones, neurotransmitters, emotions, language, mind-altering substances, social institutions, technologies, and ideologies. Furthermore, sexual conflict may be experienced at an individual level when maternal genes and paternal genes are in conflict within an organism. Sexual conflict may be physically and emotionally destructive, but may also be exciting and constructive for relationships. By extending the biological concept of sexual conflict into social and cultural domains, scholars may successfully bridge many of the interdisciplinary gaps that separate the sciences from the humanities.

Quelle: Human Sexual Conflict from Molecules to Culture (Volltext, PDF)

Fand ich ganz interessant, weil viele der bekannten Konflikte und biologische Lösungsansätze der Geschlechter noch einmal zusammengefasst werden. Auch interessant ist der Gedanke, dass Männer und Frauen einander quasi als erweiterter Phänotyp nutzen, um die eigenen Gene weiterzugeben.

Der Artikel enthält relativ nahe liegende Punkte wie:

Although physical attractiveness is usually correlated with genetic and bodily health, sometimes simply possessing “sexiness” may be enough to attract a mate (Cornwell and Perrett, 2008), even if one’s overall success at survival or parasite resistance is sub-par. Scholars should consider this possibility when accounting for the presence of seemingly useless and even harmful human traits. To stress the point again, the crucible of evolution is reproduction, not survival. Likewise, and in line with parental investment theory, members of the lesser-investing sex (usually males) who may not possess high-quality genes may nonetheless attract sexual partners if they are willing and able to invest in childrearing. Therefore, possessing and displaying material resources and empathetic qualities that communicate nurturance, may be the product of an evolved, long-term mating strategy, notably for males (Khallad, 2005; Kruger, 2008).

Oder diesem:

Sexual conflict takes on psychological dimensions when it is manifested in the expression of certain thoughts, emotions, and behaviors. Thus, sexual differences at the molecular and anatomical levels are reflected at the level of mental functions. Men’s psychology was shaped by selection to be interested in novel sexual partners and to assume that a woman may be interested in sex, whether she is or is not (Haselton and Buss, 2000). For ancestral males, this would have been a profitable reproductive strategy as it was likely to increase a man’s genetic representation in the next generation. Women, on the other hand, were selected to be wary of casual sexual encounters and to assume that a man is uninterested in a long-term relationship, whether he is or is not (Haselton and Buss, 2000). For ancestral females, this reproductive strategy would have been beneficial to their genetic interests as they were thereby less likely to invest in genetically inferior offspring or grant sexual access to males that were unwilling to provide for them or their children.

Aber auch exotischeren wie diesem:

reproductive choice (e.g., Gallup, Burch, and Platek, 2002; Goetz et al., 2005). Research suggests that the per-copulation risk of pregnancy is higher for rape than for consensual sex (Gottschall and Gottschall, 2003). There may be other explanations and criticisms of such findings, but if true, we must further examine the possibility that some men may have evolved predatory adaptations that are activated during coercive sexual encounters with women (Gottschall and Gottschall, 2003). The evidence for this comes from findings demonstrating the presence of follicle-stimulating-hormone (FSH) and luteinizing hormone (LH) in semen. These hormones normally function to stimulate the maturation of an egg and its subsequent release. That semen contains these hormones is indicative of their manipulative function in stimulating female ovulation. Rapists may possess higher concentrations of these hormones than non-rapists, or men’s concentrations of FSH and LH may increase when in coercive sexual encounters with women.