Frohe Weihnachten 2011!

Allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest, wenn sie denn feiern!

Ich sehe es eher als Familienfest, da mich der religiöse Aspekt nicht interessiert, aber ich mag unsere Familientraditionen, mit gemeinsamen Singen unter dem Weihnachtsbaum, einer genau geplanten Geschenkeverteilung in bestimmten Reihenfolgen, überschwenglicher Freude über die Geschenke, Kartoffelsalat und Würstchen heute, dann morgen die Weihnachtsgans.

Das alles sind schöne Sachen, und es ist zudem eine gute Gelegenheit auch ein paar Schulfreunde wiederzutreffen, da es ja gerade an Weihnachten die Leute immer mal wieder zu ihren Eltern zieht.

Ein Thema für die, die nicht feiern oder zwischendurch natürlich gerne hier etwas diskutieren wollen um nicht aus der Übung zu kommen ;.)

Weihnachten ist das Fest der Geschenke. Geschenke sind aus evolutionärere Sicht zunächst erst einmal etwas merkwürdiges, weil man damit Ressourcen weggibt ohne etwas zu erhalten.

Allerdings wird Schenken dann sinnvoll, wenn man davon ausgehen kann, dass Großzügigkeit durch ein Geschenk der anderen Seite ausgeglichen wird. Es ist die Reziprozität, also das Prinzip der Gegenseitigkeit, dass Schenken biologisch ermöglicht. Ich hatte dazu auch schon einmal etwas in „Kooperatives Verhalten und Gruppenbildung“ geschrieben. Ein Großteil menschlichen Handelns und Denkens ist darauf ausgerichtet diese Reziprozität zu ermöglichen, sei es unser Gedächtnis für Personen, unser Gerechtigkeitssinn, unser Gefühl der Dankbarkeit und unserer Verständnis von Schuld. Wir sind darauf ausgerichtet etwas zurück zu bekommen, wenn auch möglicherweise erst später und auf andere Art. Deswegen kann Schenken eine Verpflichtung begründen und das zu geringe Geschenk peinlich sein und Verärgerung auslösen. Und deswegen kann ein zu großzügiges Geschenk ebenfalls Verärgerung auslösen, weil es als eine Gegenschuld begründend angesehen wird. Schenken ist also eine heikle Sache.

Etwas abgemildert wird dies dadurch, dass man mit Schenken auch einfach nur Darstellen kann, dass man jemand ist, der schenkt, der also das System nicht ausnutzt und daher eines eigenen Geschenks würdig ist. Schenken kann zudem ein „Costly Signal“ sein, dass die eigene Fähigkeit dazu darstellt. Das Ermöglicht großzügige Spenden an „Die Armen“, die das natürlich nicht zurückgeben können oder an die Gemeinschaft an sich.

Wo seht ihr die Grundlagen des Schenkens? Über welches Geschenk habt ihr euch am meisten geärgert, mit welchem ganz daneben gelegen?

Jedenfalls noch einmal: Frohe Weihnachten!