Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Effektstärken

Eine Metastudie (Hyde 2005, PDF) listet einige interessante Zahlen zu den Unterschieden zwischen Männern und Frauen auf:

(ich hätte sie gerne als Text eingefügt, aber da ist WordPress etwas eigen)

Hyde, Professorin für Psychologie und Women Studies, leitet daraus ihre These her, dass Männer und Frauen sich recht ähnlich sind und nur in einigen kleinen Punkten abweichen. In ihrer Zusammenfassung heißt es:

A few notable exceptions are some motor behaviors (e.g., throwing distance) and some aspects of sexuality, which show large gender differences. Aggression shows a gender difference that is moderate in magnitude

Ich würde es anders sehen. Es zeigen sich durchaus deutliche Unterschiede im sprachlichen Bereich (Spelling – 0,45 Language 0,40); Mechanical Reasoning (+0,76), Spatial perception (+0.44); Mental rotation (+0.73); Sexuality: Masturbation (+0.96) Sexuality: Attitudes about casual sex (+0.81); Agreeableness: Tendermindedness (-0.91);

Agression, von ihr als „Moderat“ bewertet liegt bei +0.50;

„Unterbrechung von Reden anderer“, in vielen Feministischen Texten als typisch männliches, dominantes Redeverhalten dargestellt, liegt bei +0,15.

Hier noch einmal eine Darstellung eine Effektstärke von 0,21

Hier sieht man, dass sich viele Unterschiede bei geringer Effektstärke im täglichen Leben nicht auswirken, aber bereits geringe Effektstärken in den Endbereichen zu erheblichen Abweichungen in den Zahlenverhältnissen von Männern und Frauen führen. Wenn man dann bedenkt, dass ein Studium in einem Bereich üblicherweise höhere Anforderungen stellt und man zudem in diesem Bereich jeweils mit den Besten konkurriert bzw. mit dem Lerntempo des Durchschnitts vorgeht, dann wird deutlich, dass beispielsweise Studiengänge mit höheren Anforderungen an Mechanical Reasoning (+0,76), Spatial perception (+0.44) und Mental rotation (+0.73) wesentlich mehr männliche Studenten anziehen werden.

Hinzu käme noch, dass die kleinen Unterschiede sich gegenseitig verstärken. Eine Frau, die etwas besser in Sprachen ist und etwas schlechter in „Mechanical Reasoning“ wird ihre Stärke eben eher im Sprachlichen Bereich sehen und daher eher diesen Bereich wählen, wenn nicht wirtschaftliche oder gesellschaftliche Gründen deutlich für einen anderen Bereich sprechen.

Ein weiterer Grund für eine Verstärkung von Unterschieden wäre evtl. die Unterscheidung zwischen emotionalen und systematische Gehirn. Eine Person mit einem emotionalen Gehirn mag die passenden Fähigkeiten in anderen Bereichen auch haben, aber Bereiche, die eher mit Personen und Emotionen zu tun haben, ziehen diese dann stärker an. Umgekehrt kann sich eine Person mit einem analytischen-sachlichen Gehirn eher vorstellen, an einem bestimmten Problem zu arbeiten, auch wenn dabei der Kontakt mit anderen Personen und Emotionen begrenzter ist.