„Feministinnen sind nicht der Feind, sondern du und dein Ego“

Nadine Lantzsch schreibt etwas zu „Feministische Partner_innenwahl

you have the most wonderful person/people on earth on your side. They will always appreciate you, support you, give you advice in tricky situations. They will love you for what you are and most of the time they will not try to put you in a box. They will not criticize you in order to make you a better person or for their own ego but to make a better world with you together.

Als lesbische Feministin, die eine weibliche Partnerin sucht, kann ich mir das bei Lantzschi durchaus vorstellen. Aber wenn man so tief in der Ideologie drin ist wie sie, aber leider heterosexuell, dann kann ich mir das nur schwer vorstellen. Wie will eine solche Feministin einen männlichen Partner nicht in ein Box stecken? Er steckt ja voller männlicher Privilegien, die er nicht ablegen kann?

Auch schön die moralische Rechtfertigung: Sie will nicht nur dich verbessern oder ihr eigenes Ego, nein, die ganze Welt! Was natürlich mit einem Ego nichts mehr zu tun hat. „Wenn ich mit dir gemeinsam deine männlichen Privilegien abgebaut habe, ohne die in eine Privilegienpenisschublade zu stecken, dann wird die Welt, weil befreit von deiner patriarchalischen Art, etwas besser sein. Freu dich drauf“

Feminists are feminists for some or one reason. Feminism is not a issue and not up for debate, it’s a life-altering view on society. It shatters minds, it changes lifes, it moves people, it’s an all or nothing thing. You have to deal with that. Most feminists will not change their minds because you are angry with yourself failing to be _the_ perfect feminist ally and blame it on them.

Schöner kann man eigentlich „Ich habe eine Ideologie, die immun gegen Argumente ist und in der ICH recht habe“ nicht sagen. „Komm eben damit klar, dass ich recht habe, schließlich leben wir in einer gleichberechtigten Partnerschaft. Da muss ich nicht mit dir diskutieren, dass wäre ja paternalistisch. Wenn du eine andere Meinung hast, dann liegt das nur daran, dass du noch nicht gut genug bist und das auf sie abwälzen willst (die bereits perfekt sind)

Nicht mehr diskutieren können? Was für ein trauriger Zustand. Aber eben typisch für eine Ideologie ohne Argumente.

Listen carefully and try to learn, there’s absolutely nothing you can lose within these relation- or friendships. To ask for loyalty and solidarity in situations you make a fool out of yourself and put your privileged ass over your friends’ or partners’ core values in life is definitely a bad idea.

Nichts was man verlieren kann? Wenn man bei jeder Abweichung von ihrer Meinung unrecht hat? Wenn man sich ständig unter die Nase reiben lassen muss, dass man – obwohl man nicht in eine Box gesteckt wird – Privilegien hat, die dazu führen, dass man ein Idiot ist.

Man stelle sich mal diesen Text von einem Mann vor, der das gleiche über eine Frau sagen würde. In der Art von „Ich schlau, du doof. Wenn du meinst, dass es anders ist, dann liegt das daran, dass du es noch nicht begriffen hast. Das gilt für alle Bereiche“. Natürlich wäre das sexistisch.

And no, you are not getting a cookie for showing solidarity and loyalty in situations they ask for.

Keine eigene Meinung haben dürfen und keine Widerspruch. Und wenn man so handelt wie die Ideologie es vorsieht, dann ist das eine Selbstverständlichkeit. Ein Fehlverhalten wäre eben schlecht, absolute Unterordnung hingegen ist gut.

Feminists are not the enemies, it’s you and your own ego. And your thinking to make your feminist partner/friend a person you are comfortable with.

„Wir sind super, du bist der Feind“. Gefolgt von „Wir erwarten ein bestimmtes Verhalten damit es uns mit dir gefällt. Wir sind nicht bereit auch nur die geringste Anpassung an dich vorzunehmen“. Klingt nach einer lauschigen Freundschaft/Beziehung

This is not about you, this is not about them, it’s just about showing respect for the person you love.

Und was ist ein besserer Weg Respekt in einer Beziehung zu zeigen als eine harte Arbeit an sich selbst zu fordern, damit man den Idealen des anderen genügt und absolute Unterordnung zu verlangen?

Ich wüsste keinen.

Ich vermute, dass der Einwand kommt, dass sie damit eben feministische Grundwerte meint, die nicht diskutabel sind: Frauen und Männer sind gleich und haben gleiche Rechte. Also quasi „wir wollen ja nur gleichen Lohn, wie kann man dagegen sein?“ Aber Lantzschis Feminismus geht ja deutlich weiter, ist ein poststrukturalistischer Genderfeminismus, der den Mann als Privilegiert ansieht, keinen Sexismus gegen Männer kennt, die Rape Culture als Machtmittel ansieht etc. Damit kann alles Sexismus sein. Ohne das man diskutieren darf oder Einwände erheben darf.

Ich würde auf eine solche Beziehung / Freundschaft dankend verzichten.