Gender Mainstreaming

Der Begriff Gender Mainstreaming bedeutet laut Wikipedia

den Versuch die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen.

Gender-Mainstreaming soll dabei im Gegensatz zu Frauenpolitik beide Geschlechter berücksichtigen.

Eine andere Definition an gleicher Stelle meint, dass unter Mainstreaming #

der Versuch zu verstehen ist, benachteiligte bzw. Randgruppen in die Mitte der Gesellschaft (Mainstream) zu bringen.

Auch der nächste Satz ist bezeichnend:

„Davon ausgehend, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt, ist Gender Mainstreaming nach dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland (2004) ein Auftrag an die Spitze einer Verwaltung, einer Organisation, eines Unternehmens und an alle Beschäftigten, die unterschiedlichen Interessen und Lebenssituationen von Frauen und Männern in er Struktur, in der Gestaltung von Prozessen und Arbeitsabläufen, in den Ergebnissen und Produkten, in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und in der Steuerung (Controlling) von vorneherein zu berücksichtigen und das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern effektiv verwirklichen zu können.

Die Methoden sind dabei die Folgenden

  • Aufstellung geschlechtsspezifischer Statistiken
  • Kosten-Nutzen-Analysen nach Geschlecht und Geschlechterrollen
  • Erarbeitung von Gender-Analysen
  • Checklisten
  • Die 3-R-Methode. Unter den drei Kategorien Repräsentation, Ressourcen und Realität wird jede politische Maßnahme geprüft.
  • Das Gleichstellungs-Controlling als betriebswirtschaftliches Instrument des Gender-Mainstreaming

Vieles daran klingt ja grundsätzlich nicht schlecht. Es klingt aber leider sehr nach Umsetzung eines  Poststrukturalismus.

Dies zeigt sich bereits daran, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit geben soll, was ein klassischer Gedanke des „Doing Gender“ und der Konstruktion der Geschlechterrollen ist. Das ist aber nur sehr eingeschränkt richtig. Über den Schnitt der Männer und Frauen betrachtet gibt es durchaus eine geschelchtsneutrale Wirklichkeit.

Es ist bedauerlich, dass innerhalb der Methoden kein eigener Punkt enthalten ist, der sich darauf richtet, Erklärungen auch in biologischer Hinsicht für bestimmte Bereiche zu finden und dann nicht auf eine Gleichstellung ausgerichtet zu sein, sondern auf die Beseitigung von Diskriminierungen.

Frauen sind in der Mitte der Gesellschaft. Nur eben auf ihre Weise. Und Männer sind ebenso in der Mitte der Gesellschaft . Auch auf ihre Weise.

Einfach darauf abzustellen, dass man künstlich eine 50% Männer, 50% Frauen Verteilung in jedem Bereich erzwingen kann bringt nichts.