Warum Väter keine Elternzeit nehmen

Aus einem Spiegelartikel zu Vätern und Elternzeit

Vielleicht sind es Fälle wie dieser, die deutsche Männer davon abhalten, für die Familie im Beruf zu pausieren. Drei von vier, die bald Vater werden, schrecken davor zurück, Elterngeld wenigstens für die beiden – exklusiv für sie reservierten – „Partnermonate“ in Anspruch zu nehmen.

Zwar nehmen heute mehr Männer als vor Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 eine Babypause – doch oft nur sehr kurz und mit großen Bauchschmerzen. 3,4 Monate betrug die durchschnittliche „Bezugszeit“ für Väter bei der letzten Erhebung; Frauen blieben im Schnitt 11,7 Monate beim Kind. Und das, obwohl sie „nur“ 648 Euro Elterngeld bekamen, während ihre Partner 1045 Euro kassierten.

Offenbar wollen viele Männer mit familiären Anliegen im Betrieb keine Wellen schlagen und halten sich zurück. Bei einer Forsa-Umfrage unter 1000 Männern im Alter zwischen 20 und 55 Jahren offenbarten 45 Prozent der Befragten ihre Furcht vorm Karriereknick, wenn sie die Partnermonate beantragten: Sie rechneten mit „sehr oder eher negativen“ Konsequenzen. Und laut einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung erwarteten sogar 80 Prozent jener Männer, die dann doch eine kürzere oder längere Elternzeit nahmen, zunächst negative Reaktionen im Unternehmen.

Ralf Specht, der bei der Hamburger Initiative Väter e.V. Arbeitnehmer zum Elterngeld berät, kennt Papas Angst vorm Elterngeld. „Etwa zwei Drittel der Männer, die Vater werden und über eine Elternzeit nachdenken, fürchten berufliche Nachteile und vermeiden das Gespräch mit dem Vorgesetzten“, schätzt er.

(…)

 „Etwa 17 bis 18 Prozent hatten negative Erfahrungen gemacht – aber kaum jemand bekam langfristig und nachhaltig Probleme.“ Das gelte vor allem für eine Elternzeit von zwei bis sechs Monaten, so Reuyß. „Schwieriger wurde es für diejenigen, die ihr geändertes berufliches Engagement institutionalisieren wollten, etwa indem sie Teilzeit arbeiteten.“

Ich finde 17-18% schon gar nicht so wenig. Zumal man damit rechnen kann, dass viele ihren Chef oder ihre Chefin einordnen können und die, die in jedem Fall Probleme bekommen würden, eher zu denen gehören, die dann keine Elternzeit nehmen.

34 Gedanken zu “Warum Väter keine Elternzeit nehmen

  1. „Negative Erfahrungen“ ist immer eine subjektive Bewertung. Wenn einer einen Witz reißt kann es eine negative Erfahrung sein oder eben auch nicht.

    Meines Erachtens ist sicherlich auch ein Mitgrund, warum Männer nicht in „Karenz“ gehen (wie es bei uns heißt) in der unterschiedlichen Biologie zu suchen und zu finden. Wer im Schnitt eher sachorientiert ist wird im Schnitt weniger dazu neigen, in Karenz zu gehen, als sein weibliches, eher personenorientiertes Pendant.

    Außerdem wird sich gegenteilige Meinung nicht durchsetzen können, da der staatstragende Feminismus auch auf ihr ruht. Frauen sind sanfter, friedfertiger, besser im Umgang mit Menschen und Kindern. Männer das Gegenteil. Machtbesessen, objektorientiert. Vergewaltigung ist ein Machtspiel, Vergewaltigung ist männlich.

  2. „Vielleicht sind es Fälle wie dieser, die deutsche Männer davon abhalten, für die Familie im Beruf zu pausieren. Drei von vier, die bald Vater werden, schrecken davor zurück, Elterngeld wenigstens für die beiden – exklusiv für sie reservierten – „Partnermonate“ in Anspruch zu nehmen.“

    Also ich muss – glaube ich – als Anwalt der Männer (würde lieber Kerle sagen, weil es mir vertraulicher ist, aber will hier nicht wieder falsch beschuldigt werden) auftreten: Lass die Männer ihren Weg gehen. Wenn es Kandidaten für die „Aus-Zeit“ gibt, soll es ihnen gegönnt werden. Schrecken sie aber zurück, lass sie laufen!

    „Zwar nehmen heute mehr Männer als vor Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 eine Babypause“

    Vielleicht hat der Burnout: http://de.wikipedia.org/wiki/Burnout-Syndrom sie dazu gebracht, lieber zuhause beim Baby zu sein als in einer Klapsmühle zu landen? Falls es so ist, sag es alles über die Qualität der Betreuung in „unserer“ Gesellschaft!

    „..45 Prozent der Befragten ihre Furcht vorm Karriereknick, wenn sie die Partnermonate beantragten“

    Also das hält die Männer vor dem Baby-Glück zuhause ab?

    „Etwa 17 bis 18 Prozent hatten negative Erfahrungen gemacht“

    Das gönne ich dem männlichen Anteil der Gesellschaft, dass sie an dem „weiblichen Schicksal“ teilnehmen dürfen. Sie sollen sich selbstverständlich dazu freiwillig entscheiden dürfen!

    • @ Starosczyk

      Welches weibliche „Schicksal“ meinst Du?

      Das Schicksal, entscheiden zu müssen, die Pille zu nehmen, die davor oder die danach, entscheiden zu müssen, ob man das Kind austrägt oder abtreibt, ob man es verklappt oder behält?

      Oder das Schicksal, die allein getroffene Entscheidung einem unwilligen Mann aufdrücken zu dürfen, der dem Schicksal, Vater zu werden, nicht mehr entgehen kann, ist das Kind erst gezeugt?

      Im Gegensatz zur Frau.

      Während die Frau ja („Mein Bauch gehört mir!“ Nur die Verantwortung für MEINE Entscheidung soll doch bitte auch ein anderer übernehmen, wenn’s lästig wird) auch nach der Zeugung nicht Mutter werden MUSS, wenn sie nicht will – im Gegensatz zum Mann.

      Das SCHICKSAL meinst Du, das Schicksal, als Frau nur die Kinder gebären zu müssen, die man haben will, nur die und keine anderen?

      Also eines, das Frauen sich selbst bereiten?

      Frauen sind wirklich vom SCHICKSAL gebeutelt, die OPFA des Schicksals.

      • Alexander

        o „Frauen sind wirklich vom SCHICKSAL gebeutelt, die OPFA des Schicksals.“

        Komm, wir warten einfach, bis der letzte aus Deiner „kirchlichen“ Katholiken-Gemeinde seinem Herrn endlich folgt…

        Ich als Frau, bin davon überzeugt, dass Frauen keine Opfer sind; keine Opfer im „männlichen“ Sinne sind. Die Bibel zeigt Frauen zuteil als Bums-Objekte. Nicht nur, dass Maria als Mutter des Herren auftreten darf. Als ein Familien-Haus im alten Testament überfallen wurde, gab der Vater seine Tochter den Angreifern zur Vergewaltigung, damit ihm nichts passiert (weißt Du Alexander, wo es in der Bibel steht?). Jahrtausende-lang haben sich bestimmte Verhaltensweisen u. a. durch die Bibel den Menschen in die Köpfe, Körper und Seelen eingeprägt, die unser heutiges Verhalten mitprägen. Die Frau gilt – wenn schon – dann als Mutter-Tier als Opfer durch den Sohn gemacht: Jesus weist da in der Bibel Maria irgendwie doch zurecht: Frau, was willst du von mir! (…) Es könnte interpretiert werden, dass er als Mann von seinem Gott und Vater auf Erde geschickt über den Verstand für die Welt verfügt und Weiber als Trümmer-Frauen sich im Einsatz erweisen können. Du Alexander als Katholik könntest die Mit-Blogenden besser aufklären. http://www.youtube.com/watch?v=58op9kusXHI

      • Alexander

        Ps.:

        Wusstest Du Alexander, dass die Kirche die Farb-Kombination weiss (Papst), rot (Bischof) und schwarz (Pfarrer) dem matriarchalen Farben-Inhalt entnommen hat. Wusstest Du, dass dir Trinität (Vater, Sohn und der hl. Geist, auch die Weisheit genannt) der matriarchalen Genealogie (Groß-Mutter, Mutter und Tochter) auch als 3 Matronen (u. a. in Nettesheim auf der Römer-Strasse gefunden) zu entdecken als Lebensursprung symbolisiert wird? Wusstest Du…

      • Alexander

        Ps. 2

        Wusstest Du, dass Himmler Hexen-Prozesse studierte, um dem Nazismus zum Erfolg zu verhelfen? http://www.fipaz.at/werlhof2.pdf Die Frauen haben sich – wie hier zu lesen war – dem Hitler als Mütter scharenweise angeboten… Aber die Geschichte kannst du auch ohne mich studieren.

      • @ Staro

        Himmler sammelte Hexenakten, nicht um daraus etwas für seine Terropraxis lernen zu wollen – das hatte er nicht nötig.
        Sondern weil er glaubte, persönlich von eine Hexe abzustammen, worauf er stolz war, hielt er doch Hexen für altgermanische Priesterinnen, verfolgt von den christlichen Kirchen, vor allem der römisch-katholischen, diesen Propagandisten der jüdisch-dekadenten Rückenmarkserweichung, diese Prediger des Juden Jesus (igitt) als dem Sohn Gottes, den auch Germanen anbeten sollten (igittigitt).

        Das Hexenarchiv des Herrn Himmler, die von ihm aufgegriffene Lüge des Völkermordes an den weisen Frauen („9 Mio. Tote“) sollte der antichristlichen Propaganda dienen, der Befestigung der schwarzen Legende von der völkermörderischen Verfolgung der germanischen Frau durch die Propagansten Judas, durch die katholische Inquisition.

        Eine Lüge, die auch schon völkische „FeministInnen“, Mutti-kulti-Propagandistinnen wie Mathilde Ludendorff nutzten zur Diffamierung der Kirche, zur Befreiung der germanischen Frau von römisch-jüdischer Knechtschaft.

        Eine Lüge, gerne wiederaufgegriffen von den FeministInnen nach 1945.

        Aber das weißt Du ja schon, hast doch sicher den Artikel gelesen über die „9 Millioinen Hexen“?

        http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/thementexte/rezeption/art/Neun_Millionen/html/ca/0e43e9dea3/

        Obwohl ich denke, Du machst es wie Lucia: Alles ignorieren, was das schlichte Weltbild verunklärt.

        Lucia zu ihrer feministischen „Klatschwech“-Epistemologie:

        *Die Erklärungen dafür liefern meistens Wissenschaftler_innen, die nicht auf einem anderen Planeten eine dem Individuum gerechte Sozialisierung genossen haben.

        Oder anders; auch ihnen wurde die systemgerechte Sozialisierung männlich dominierter Gesellschaften (im Folgendem kurz -> System) sowohl an den Kopf als auch zwischen die Beine geklatscht. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass auch sie, so wie wir alle auch, nur subjektiv wahrnehmen können.

        Demzufolge können alle aber auch wirklich alle noch so schlüssig scheinenden Erklärungen über Sex & Gewalt auch falsch sein.
        Da es leider nur wenige Wissenschaftler_innen gibt, die mehr oder weniger vom System unabhängig sind, macht eine Erklärungssuche nicht einfacher. Denn sie findet frau nicht auf den Titelseiten der Medien und ihre Bücher werden nur sehr sehr selten Bestseller. Damit ich trotzdem Erklärungen nicht auf den Leim gehe, benutze ich den Filter -> „Systemkonform“. Alles, was dem entspricht, landet auf meiner virtuellen Müllhalde. *klatschwech* *

        Zu finden ist die Einführung in die Klatschwech-Epistemologie hier:

        http://lucia6bi.wordpress.com/2011/11/26/das-phanomen-sex-gewalt-kommt-nur-in-mannlich-dominierten-gesellschaften-vor/

        Orientierung kann so einfach sein.

      • @ Terminatus

        50000 Hexen und Hexer (je nach Territorium waren bis zu 40 % der Getöteten Männer, im Schnitt vielleicht insgesamt 20-25 %) wurden in ganz Europa hingerichtet, von Lissabon bis Moskau, von Bergen bis Palermo, in 200 Jahren, schwerpunktmäßig in Deutschland zwischen 1550 und 1650 ca. 20000, das macht pro Jahr im Schnitt 200 Hexen und Hexer, wahrlich alles andere als ein Völkermord, schlimm genug, aber kein Völkermord.

        Je direkter der Durchgriff der Päpste auf ein Territorium war, desto weniger Hexen und Hexer wurden verbrannt, je katholischer, desto weniger. In des Papstes eigenem Machtbereich wurde meines Wissens nie auch nur eine einzige Hexe verbrannt.

        Das ist eine der vielen schwarzen Legenden -„Die katholische Kirche hat die Hexen verfolgt“, die im Umlauf sind, die aus politisch-ideologischen Gründen immer wieder bedient wurden und werden, in populären Medien (Film, Fernsehen, Romanen, Illustrierten) wieder und wieder als Wahrheit verkauft wurden und werden. Die Kirche hat Hexen verfolgt, ja, aber oft nur deshalb, weil der Verfolgungsdruck von unten kam, aus einer Bevölkerung, die an Hexerei glaubte, die von einer guten Obrigkeit erwartete, forderte, dass sie sie vor Hexen und ihrem Übeltun schütze.

        Die katholische Kirche war nicht sehr eifrig beim Verfolgen von Hexen, eher unwillig. Wenn der Hexerei Angeklagte der Spanischen Inquisition in die Hände fielen, konnten sie von Glück reden. Die war an Ketzern interessiert, nicht an Hexen, weshalb sie die meist wieder frei ließ. Es sind Fälle bekannt, dass frei gelassene „Hexen“, zurückgekehrt in ihre Dörfer, von den Dorfbewohnern gelyncht wurden.

        Aus den Akten geht auch klar hervor, dass die meisten Porzesse von Frauen initiiert wurden. Diese waren es, die sich oft verhext fühlten, unklare Beschwerden, Kindstod etc. auf Hexerei zurückführten und dann die Schuld einer Nachbarin, einer Wochenbettaushilfe, einer Amme, Verwandten etc. zuwiesen, wobei nicht selten private Streitigkeiten auf diese Weise zum Austrag kamen.

        Auch das wird von feministischen „Völkermord-an-den-Frauen“-Theoretikerinnen gerne verschwiegen.

        Nebenbei, auch die Spanische Inquisition ist von einer schwarzen Legende umgeben. Sie tötete in den schlimmsten 100 Jahren ihres Bestehens in Spanien ca. 10000 Menschen, also rund 100 Menschen pro Jahr, ein Horror, gewiss, ein schlimmes Verbrechen.

        Aber was ist das gegen die Horrorzahlen, die die Jakobinerdiktatur in Frankreich innerhalb weniger Monate produzierte (ca. 12000 Tote alleine durch die Guillotine).

        Nicht zu reden von den säkularen, antichristlichen Schreckensherrschaften des 20. Jhdts.

        !0000 Tote wurden in Auschwitz innerhalb einer Woche produziert, mehrere 10000 polnische Offiziere hat der NKWD innerhalb einiger Tage in Katyn erschossen.

        Und das ist jeweils nur ein kleiner Ausschnitt des ganzen Grauens, dass die NS- und die KPDSU-Diktatur im 20. Jhdt. erzeugten.

      • Die Texte von dir werden immer besser und jegliche „Einwände“ der Femanzen wirken nur noch lächerlich.

        GEnauso so lässt man sie ins Leere laufen bzw. ihre Dummheit kommt so am Besten zum Vorschein 😉

      • Die feministische Folklore braucht die Gynozid-Legende gar nicht mehr.

        Der Mythos, dass für Frauen das finsterste Mittelalter erst mit Alice Schwarzer endete hat sich so tief ins kollektive Unterbewußtsein eingegraben, dass niemand mehr nach historischen Hintergründen fragt.

        Insofern war Herstory durchaus erfolgreich: Man muss nur über eine gewisse Zeit hinweg genug schlimmste Horrormärchen erzählen. Die einzelnen Horrormärchen werden bald wieder vergessen, was bleibt ist der Gesamteindruck, die „gefühlte“ Geschichte.

        Inklusive dem gefühlten, kollektiven Ressentiment gegen die pösen Männer.

      • @ Roslin
        Ja, hier wurde immens viel ideologisch verzerrt. Ich neige dazu Behringer, Irsigler, Rummel und Voltmer mehr zu glauben als Frau Daly. Man muss sich ja nur vor Augen führen, wie irrsinnig die Hochrechnung auf 9 Millionen ist:

        „Um die Gefahr eines Rückfalls in den Hexenwahn kräftig an die Wand zu malen und seine Vorstellung von der unbedingten Notwendigkeit einer weitergehenden Volksaufklärung zu untermauern, kritisiert Voigt die Angabe Voltaires von den als Hexen hingerichteten „Ein hundert tausend Menschen“ [18] und stellt eine eigene Berechnung auf der Grundlage des Quedlinburger Archivs an, dessen Verwaltung ihm unterstand. Für die Jahre 1569 bis 1598 habe er hier Akten von 30 Hexenprozessen mit Todesurteilen gefunden. [19] Auf die- [668] ser Basis begann Voigt nun mit seiner Hochrechnung, ausgehend von der Annahme, daß seine Akten unvollständig seien:

        „Ich will daher nur annehmen, daß in dem genannten Zeitraume von 30 Jahren zum wenigsten 40 Personen durchs Feuer als Hexen hingerichtet sind; ob ich gleich glaube, daß ich, ohne die Sache zu übertreiben, 60 annahmen könnte. Nach diesem Verhältniß würden nun in jedem Jahrhunderte allher in Quedlinburg ungefährt 133 Personen als Hexen verbrannt worden sein […]. Seit der Zeit also, da Quedlinburg […] einen eigenen Staat ausgemacht hat, sind allhier in einem Zeitraum von 650 Jahren wenigstens 866 Menschen um der Hexerei willen zum Scheiterhaufen geführet [worden].“ [20]

        Ohne den geringsten Beweis für Hexenprozesse außerhalb des Zeitraums zwischen 1569 und 1598 rechnete Voigt Todesurteile mit einem einfachen Dreisatz hoch: Wenn in dreißig Jahren vierzig Hexen verbrannt wurden, dann seien es in hundert Jahren 133 Hexen. Wenn in einem Jahrhundert 133 Hexen verbrannt wurden, dann in 6,5 Jahrhunderten 866 Hexen. [21]
        Doch damit nicht genug. Voigt wollte nicht als Lokalhistoriker glänzen, sondern der europäischen Aufklärung einen Dienst erweisen. Daher suchte er nach einem Multiplikator zur Hochrechnung auf europäische Verhältnisse. Als Parameter schienen ihm die Einwohnerzahlen geeignet:

        „In Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und England, und überhaupt in dem Theile Europens, welcher seit dem Ausgang des 6. Jahrhunderts sich zur christlichen Religion bekannt hat, sind wenigstens 71 Millionen Einwohner anzunehmen. Wenn nun in einem so kleinen Bezirk Deutschlandes, welcher kaum 11 bis 12000 Menschen fasset, in einem Jahrhunderte auf 133 Personen als Hexen hingerichtet sind; so beträgt dieses in der ganzen christlichen Kirche auf jedes Jahrhundert 858.454, und auf den von mir bezeichneten Zeitraum von elf Jahrhunderten 9 Millionen vierhundert zwei und vierzigtausend neunhundert vier und neunzig Menschen.“ [22]“

        Quelle: http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/thementexte/rezeption/art/Neun_Millionen/html/ca/0e43e9dea3/

    • @ Starosczyk

      *Wusstest Du…*

      Ja, ich weiss, Staro, ich weiss.

      Ich weiss,was ich von feministischen und Matriarchatsideologinnen zu halten habe hinsichtlich Konsistenz und Stringenz des „Denkens“.

      Ich weiß, was ich von deren gewahrfühlter Empirie zu halten habe, die meist ganz ohne statistische Evidenz und andere Belege auszukommen versteht.

      Ich weiß es.

      Wüsste ich es nicht, Du und einige andere führten es mir wieder und immer wieder vor Augen.

      Deshalb danke ich Dir und Lucia et. al.

      Sie klären auf.

  3. Meist einigen sich Paare einfach darauf, dass die Person mit dem größeren Einkommen weiter voll arbeitet, Elterngeld sind eben doch nur knapp 70% davon – und die meisten bilden sich ein, zum Elternglück bräuchte es massig Konsum, das kreditfinanzierte Einfamilienhaus, größeres Auto etc.

    Neulich las ich einen angenehm entspannten Artikel eines Schriftstellers und (in manchen Jahren) Vollzeitvaters, Arne Ulbricht. Will sagen: es gibt ehrgeizige Männer, ehrgeizige Frauen; soziophobe Frauen und networkende Männer – warum nicht entspannt jedem und jeder das passende Modell gönnen..

  4. @ anniefee

    *warum nicht entspannt jedem und jeder das passende Modell gönnen..*

    Finde ich ja auch.

    Aber die Lobby der FeministInnen will GLEICHSTELLUNG, also 50/50 in allen Lebensbereichen, mindestens (nur nicht in den unangenehmen, die männlich dominiert sind, die können weiterhin gerne männlich dominiert bleiben, da kühlt der Wunsch nach Gleichstellung überraschend schnell ab bzw. ist gar nicht vorhanden – was etwas verrät über den „Gerechtigkeitssinn“ jener, die „Gleichstellung“ propagieren und die sich so leidenschaftlich gerechtigkeitsliebend gerieren)..

  5. @ Christian

    *Ralf Specht, der bei der Hamburger Initiative Väter e.V. Arbeitnehmer zum Elterngeld berät, kennt Papas Angst vorm Elterngeld. „Etwa zwei Drittel der Männer, die Vater werden und über eine Elternzeit nachdenken, fürchten berufliche Nachteile und vermeiden das Gespräch mit dem Vorgesetzten“, schätzt er.

    (…)

    “Etwa 17 bis 18 Prozent hatten negative Erfahrungen gemacht – aber kaum jemand bekam langfristig und nachhaltig Probleme.“ Das gelte vor allem für eine Elternzeit von zwei bis sechs Monaten, so Reuyß. „Schwieriger wurde es für diejenigen, die ihr geändertes berufliches Engagement institutionalisieren wollten, etwa indem sie Teilzeit arbeiteten.“*

    Ich finde 17-18 Prozent auch nicht wenig, zumal im Falle einer Scheidung die Frau als Kinderbesitzerin vom Platz geht und kein Hahn danach kräht, wie sehr sich der Vater bemüht hat, neben seiner Haupterwerbstätigkeit, sich um die Kinder zu kümmern. Dann wird er eh dazu verdonnert, den Unterhalt heranzuschaffen und darf noch froh sein, wenn die Mutter ihn die Kinder alle 14 Tage sehen lässt.
    So ist es ohnehin klüger, gleich durchzuarbeiten, dann kann er später wenigstens leichter den Unterhalt verdienen.

    • ach Alexander,

      bei mir zu Hause gibt es 7 dicke Ordner zu diesem Thema. Ich habe zwar das Sorgerecht bekommen hat aber ein paar Jahre gedauert. Es macht sicher keine Laune aber ich bin trotz allem gerne Vater. Es ist unser Rechtssystem das hier versagt.

      Gruß anonym

      • Ja, weil ich finde, dass es normal ist, wenn die Mutter beim Kind bleibt, da sie die Kinder jeweils neun Monate im Bauch trägt und auf die Welt bringt. Die kleinen Kinder brauchen nun einmal zuerst die Mutter.

        Ausnahmen, die es geben mag und gegen die ich nichts sagen will, sind nicht die Regel.

        Männerkarenz gibt es meistens bei selbständigen Unternehmern, Haupterwerbslandwirten, Künstlern und dergleichen. Oder wenn gerade ein Haus gebaut wird (alles selber im Bekanntenkreis mitbekommen)…
        Es ist gut, dass es möglich ist, dass der Vater in Karenz gehen kann. Aber er soll es nicht müssen.

  6. Nun ja, frau muss sich schon ganz emanzipieren, nicht nur den schönen Teil mitnehmen.
    (wenn mensch davon ausgeht, dass Kinder bespaßen und Unterhalt empfangen der schönere Teil ist)
    Der karenznehmende Vater entwickelt eine qualitativ andere Beziehung zum Kind (nicht immer, aber tendenziell) und wird sich dann nicht mit Zahlen- und 14tägiges Besuchsrecht zufrieden geben.
    Ich bin allerdings optimistisch, dass das Teils/teils-Modell zunehmen wird —> also nicht „ganz oder gar nicht“, sondern Kind hat Doppelwohnsitz nach der Trennung und keiner zahlt.
    Das können die Ämter aktuell noch nicht elegant abbilden und so muss doch das Kind nur bei einer Person gemeldet sein, die das Kindergeld beantragen muss – aber das lässt sich ja unter vernünftigen Erwachsenen aufteilen.

    Bzw. für die Männer noch mehr Optimismus:
    wenn ihr euch um schreiende Säuglinge und trotzige, kotzende Kleinkinder kümmert, steigt die Chance, dass die Frau im Trennungsfall dankbar genug ist, friedlich Geld und Kind zu teilen.
    Es erhöht auch die Parnterschaftsqualität, wenn jede/r mal jeden Bereich ausprobiert hat, dazu sollte wohl dieses „Windelpraktikum“ dienen.
    Man kann sich optimaliter danach so Streits verkneifen von wegen:
    „du hast dich ja heute schön im Büro entspannt“
    — „aber du hast doch nur faul beim Kind rumgesessen“

    • anniefee

      „Bzw. für die Männer noch mehr Optimismus:
      wenn ihr euch um schreiende Säuglinge und trotzige, kotzende Kleinkinder kümmert, steigt die Chance, dass die Frau im Trennungsfall dankbar genug ist, friedlich Geld und Kind zu teilen.“

      Nichts gegen Rechte der Männer, aber ich habe entschieden was gegen Kinder-Teilung! Es sind Lebewesen und nicht Speise-Fleisch!! Es ist kein Spiel-Ball zwischen zwei erwachsenen Kindern.

      • Richtig. Den Willen des Kindes (soweit erkennbar) sollte man / frau schon mit einbeziehen.
        Und die Chance, dass es ein Papakind wird, steigt mit jedem Späßchen, das Papa macht, und mit jedem Trösten.
        Ich bin geneigt zu denken, da sei jeder seines Glückes Schmied.

  7. Der Grund für die männliche „Zurückhaltung“ ist ganz einfach: bisher konnten nur Frauen schwangerschaftsbedingt ausfallen. Entsprechend vorsichtig (und für Frauen mi Karrierenachteilen verbunden) setzten Unternehmen Frauen ein. Seit nun auch Männer „schwanger“ werden können (aus Sicht der Unternehmen) werden sie auch ähnlich eingestuft – es sei denn, sie senden eindeutige Signale an ihre Vorgesetzten. Und da es politisch verfänglich ist, das so offen auszusprechen .. handelt man eben stillschweigend.

  8. Pingback: Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht | Alles Evolution

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