MacKinnon: „Ein Gender zu haben bedeutet bereits in eine heterosexuelle Beziehung der Unterordnung eingetreten zu sein“

Aus Judith Butler, Die Macht der Geschlechternormen:

Gender ist folglich eine regulatorische Norm, die aber auch im Dienste anderer Formen von Regulierung steht. Den Darlegungen von von Catharine MacKinnon zufolge wird beispielsweise im Zusammenhang mit den Regelungen zum Schutz gegen sexuelle Belästigungen üblicherweise angenommen, bei der Belästigung handele es sich um eine systematische Unterordnung von Frauen am Arbeitsplatz, in der Männer im Allgemeinen belästigen und Frauen belästigt werden.

Für MacKinnon scheint diese Rollenverteilung die Konsequenz einer grundsätzlicheren sexuellen Unterordnung von Frauen zu sein. Wiewohl diese Regelungen sexuell erniedrigendes Verhalten am Arbeitsplatz einzuschränken suchen, führen sie gleichfalls bestimmte, unausgesprochene Normen über Gender mit sich. In gewisser Hinsicht wird die implizite Regulierung von Gender durch die explizite Regulierung von Sexualität herbeigeführt.

Für Mac Kinnon ist es die hierarchische Struktur der Heterosexualität, der zufolge Männer Frauen unterordnen, die Gender erzeigt: „Stillgelegt als ein Attribut der Person, nimmt die Ungleichheit der Geschlechter die Form von Gender an; als eine Beziehung zwischen Menschen in Bewegung nimmt sie die Form der Sexualität an. Gender entsteht als die geronnene Form der Sexualisierung der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen.

Wenn Gender die geronnen Form ist, die die Sexualisierung der Ungleichheit annimmt, dann geht die Sexualisierung der Ungleichheit dem Gender voraus und Gender ist deren Wirkung. Aber können wir uns ohne eine vorausliegende Vorstellung von Gender überhaupt einen Begriff machen von der Sexualisierung der Ungleichheit? Ist es sinnvoll zu behaupten, dass Männer Frauen sexuell unterordnen, wenn wir nicht zunächst eine Idee davon haben, was Männer und Frauen sind? MacKinnon vertritt indess nicht die Ansicht, dass es außerhalb dieser Form von Sexualität, und somit implizit außerhalb dieser unterordnenden und ausbeuterischen Form von Sexualität, keine Konstituierung von Gender gibt. Indem ihr Vorschlag zur rechtlichen Regelung sexueller Belästigungen auf diese Art von Analyse des systematischen Charakters sexueller Unterordnung zurückgreift, richtet Mac Kinnon eine Regulierung eigener Art ein: Ein Gender zu haben bedeutet bereits in eine heterosexuelle Beziehung der Unterordnung eingetreten zu sein. Es scheint keine geschlechtlich geformten Menschen zu geben, die außerhalb solcher Beziehungen leben, es scheint keine unterordnungsfreien heterosexuellen zu geben, es scheint keine nichtheterosexuellen Beziehungen zu geben, und es scheint keine gleichgeschlechtliche sexuelle Belästigung zu geben

MacKinnon sieht also in einem klassischen sexnegativen Feminismus heterosexuellen Sex als Versuch der Unterdrückung der Frau. Durch das zuweisen eines weiblichen Genders unterdrückt der Mann die Frau, die sich ihm innerhalb und durch dieses Gender unterordnen muss.

Das werden viele Frauen, die gerne Frauen sind, anders sehen denke ich. Wohl auch einer der Gründe, warum ihr Butler dann entgegenhält, dass sie damit andere Beziehungen, in denen es sowohl das weibliche Gender gibt als auch die Formen der Belästigung ohne weibliches Gender.

Dennoch interessant einen so klassischen Ansatz zu sehen, von dem sich Butler letztendlich auch nicht klar abgrenzt, eher andere Aspekte mit einfließen lassen möchte, wenn ich sie richtig verstehe.

40 Gedanken zu “MacKinnon: „Ein Gender zu haben bedeutet bereits in eine heterosexuelle Beziehung der Unterordnung eingetreten zu sein“

  1. Ich glaube, Butler will einfach die, beim besten Willen nicht mehr abstreitbare Tatsache kritisieren, dass MacKinnon eine der weltgrößten Konstrukteure triefendsten und erbärmlichsten Weiblichkeitskitsches ist.

    Von der „Situation“ DerFrauen in westlichen Gesellschaften spricht sie so:

    You grow up with your father
    holding you down and covering your mouth so another man can make a
    horrible searing pain between your legs. When you are older, your
    husband ties you to the bed and drips hot wax on your nipples and brings
    in other men to watch and makes you smile through it. Your doctor will
    not give you drugs he has addicted you to unless you suck his penis.

    (MacKinnon, „Only Words“, Harvard University Press 1993, Introduction)

    Selbstverständlich richtet sich dies Kritik vor allem an den „heteronormierenden“ Gehalt dieser Mythen. Es ist ja mehr als offensichtlich, dass das ganze MacKinnonsche Geseier letztendlich ein klagender Appell an den großen Patriarchen (Pappi Staat), um Schutz, ist.

    So würde Butler das freilich nie formulieren.

  2. „Ist es sinnvoll zu behaupten, dass Männer Frauen sexuell unterordnen, wenn wir nicht zunächst eine Idee davon haben, was Männer und Frauen sind?“

    Völlig berechtigte Frage. Das ist eine bemerkenswerte Äußerung von Butler; man fragt sich, wie sie sie wohl beantworten würde?

    Bei näherem Hinsehen würde man vielleicht feststellen, dass biologisches und soziales Geschlecht sich garnicht so sehr unterscheiden, wie in diesen Kreisen immer gedacht wird.

    • Heterosexueller Geschlechtsverkehr IST Vergewaltigung, das ändert auch nichts an der Tatsache, dass die Schwarzer angeblich – laut Biografie und Interview im Schweizer Fernsehen – mehrere Jahre lang mit einem Franzosen eine Beziehung geführt hat. Jahrelanger Sexverzicht; dieser Mann tut mir im Nachhinein noch Leid 🙂

      BTW
      Wie will Sexualisierung dem Gender vorausgehen, wenn letztlich der Sexus immer schon ein kulturell überformtes, soziales Geschlecht trägt, es letztendlich keinen Sexus ausserhalb der Sprache, im Sinne Butlers gibt.

      Sexualisierung KANN dem Gender nicht vorausgehen, weil Gender Sexualisierung erst erschafft.

  3. Dieser nur kleine Auszug gibt einen schönen Einblick in das Selbstverständnis der staatsfinazierten Gender-AkrobatInnen, die ihm anhängen: verquast formulierter Verfolgungswahn, der sich die Grundfeste, auf denen er zu stehen glaubt, selber schafft. Das kommt mir vor wie ein furchtbar langatmiger mathematischer Beweis – wie z.B. der über die Fermat’sche Vermutung, der einige hundert Anläufe und ein paar zigtausend Seiten gebraucht hat, und alle (bis auf den letzten) waren falsch – der einfach in die Runde geschmissen wird, und die angegriffene Öffentlichkeit soll jetzt den Fehler finden. Die hat aber überhaupt keine Lust dazu, sich mit so einem Unsinn zu beschäftigen, also kann man ihr elegant eine latente Frauenfeindlichkeit unterjubeln.

    Das sind einfach Leute, die allen Ernstes behaupten, der Mond sei viel wichtiger als die Sonne, weil letztere ja eh nur dann scheine, wenn es sowieso schon hell sei. Und wenn Du dann sagst, „ja ey, Moment mal“, dann wird die Mitleidsdebatte um den armen Mond angestoßen, ein paar Frauen stehen mit Tränen in den Augen auf und singen solidarisch von „Der Mond ist aufgegangen“ bis „und unsern kranken Nachbarn auch“ – und Du stehst wieder dumm da. Also besser Fresse halten, dann singen sie wenigstens nicht …

    Nehmen wir einfach nur die Aussage: „Gender entsteht als die geronnene Form der Sexualisierung der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen.“

    Woher kommt das? Wo sind denn die Grundlagen für solch einen dusseligen Blödsinn? Gibt es einen eleganten Beweis dafür, gibt es irgendwo eine Lebenswirklichkeit, die damit beschrieben werden könnte?

    Nein, nichts von alledem. Die Frau hat sowas unter der Droge ihrer eigenen Paranoia in ein dickes oder dünnes oder gar kein Buch geschrieben, dazu kommt noch ein Schuß internationale weibliche Solidarität – und ab jetzt ist das ein Prinzip, auf dem weitere Prinzipien einer von vornherein elitären und auf Selektion programmierten Theorie aufgebaut werden. Und dieses Prinzip hält sich dann nur deswegen, weil die Schöpfer sie nicht mehr abschaffen können, denn dann würde die ganze Gedankenfestung pulverisiert. In dieser von außen gut alimentierten Burg haben sich aber tausende von unbelehrbaren, scharfzüngigen und argumentativ schwer bewaffneten Gender-Fetischisten warm eingerichtet, die ohne die Burg der Lächerlichkeit preisgegeben wären: eine solche Festung kann man nicht einfach schleifen, wie es dringend notwendig wäre. Also muss die Gesellschaft damit leben wie mit Zahnschmerzen, die noch nicht allzu schlimm geworden sind.

    Die Frage nach Gender ist ja durchaus berechtigt, aber sie zieht Paranoiker an wie die Motten das Licht. Deswegen halte ich hier größte Vorsicht für geboten – bei allem, was aus dieser Ecke kommt. Mit Verschwörungstheoretikern kann man nicht diskutieren.

    • Reuter

      Wenn ich als Frau hier meine wutbehaftete Erregungen gegenüber einer bestimmten Art von Männern sprechen lassen würde, hätte ich mit Sicherheit die „Gegen-Seite“ weiterhin angestiftet. Ich bin mit dir in diesen folgenden deinen Worten einverstanden:

      „Die Frage nach Gender ist ja durchaus berechtigt, aber sie zieht Paranoiker an wie die Motten das Licht. Deswegen halte ich hier größte Vorsicht für geboten – bei allem, was aus dieser Ecke kommt. Mit Verschwörungstheoretikern kann man nicht diskutieren.“

    • „Für Mac Kinnon ist es die hierarchische Struktur der Heterosexualität, der zufolge Männer Frauen unterordnen, die Gender erzeigt: „Stillgelegt als ein Attribut der Person, nimmt die Ungleichheit der Geschlechter die Form von Gender an; als eine Beziehung zwischen Menschen in Bewegung nimmt sie die Form der Sexualität an. Gender entsteht als die geronnene Form der Sexualisierung der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen.“

      Ich sehe es auch so, dass die „unsägliche“ Geschlechter-Kämpferei als Unterdrückte und Unterdrücker dem patriarchalischen System immanent ist.

      In dem Buch von W. Hugh Missildine „In dir lebt das Kind, das du warst.“ – das ich hier schon erwähnte – zeigt der Autor, wie die patriarchalisch-„christliche“ religiöse Variante als System-Legitimation im Alltag die Menschen in Unglück stürzt.

      Er spricht von der Billigung der sexuellen Massenstimulierung in unserem Kulturbereich: „…In unserem Kulturbereich wird die übertriebene Stimulierung der sexuellen Gefühle von Kindern nicht offenkundig gebilligt. Man kann ihre nur nicht entgehen. Dies trifft nicht nur für Kinder zu, sondern für uns alle. Wir sind der sexuellen Aufreizung ausgesetzt, und wir alle werden auf die eine oder andere Weise von ihr betroffen. Wir leben heutzutage in einer nahezu greifbaren Atmosphäre uneingeschränkter sexueller Stimulierung; das verführerische, verlockende und herausfordernd posierende Mädchen ist überall, erfolgreich und begehrenswert, damit die Männer auf es reagieren und an die Frauen es nachahmen. Unsere Kinder werden diesem Einfluss durch die Massenmedien ebenso ausgesetzt wie wir Erwachsenen – so wirken eben Massenmedien. In anderen Kulturen sind die Einstellungen zur Sexualität vielleicht restriktiver oder zwangsloser als bei uns, aber nirgendwo sonst sind sie so verworren und widersprüchlich wie bei uns. Diese Tatsache ist als solche eine häufige und tiefverwurzelte Ursache von Angst in allen unseren gesellschaftlichen Schichten. Die unausgesetzte und uneingeschränkte optische sexuelle Aufreizung, die für unsere Gesellschaft kennzeichnend ist, stellt die letzte Woge der Auflehnung gegen die alten puritanischen Ansichten dar, denen der Anblick eines weiblichen Fußknöchels als schockierend galt. Trotz all dieser blinden Massenstimulierung bleibt unsere Haltung gegenüber dem Streben nach sexueller Befriedigung nach wie vor erstaunlich prüde und puritanisch. Diese in sich widersprüchliche – und wieder einmal unvermeidliche – kulturspezifische Haltung ist als solche pathogen.“

      Die individuelle Begegnung mit dem Kinde von damals im engsten Bereich des eigenen Lebens, ist nach seiner Ansicht – wie die Techniken der gewalt-freien Kommunikation postulieren – eine Chance für ein besseres Leben. Sowohl das Kind von damals wie auch der Erwachsene von heute, sollen Lebensräume bekommen, damit pathogene Haltungen nicht mehr alltägliche Realität bleiben, nicht mehr bleiben müssen.

      • Ich weiß nicht recht.

        Die gewaltfreie Kommunikation setzt voraus, dass es ideale Kommunikationspartner gibt, die alle über die gleiche Kommunikationstechnik verfügen, damit Missverständnisse, die zum Kommunikationsabbruch führen, gar nicht erst auftreten können. Sowas gibt es: es heißt USB, FireWire oder TCP/IP, funktioniert rasend schnell – und ist aber leider nur für Computer. Unter Menschen gibt es das nicht, weil es zur Freiheit des Menschen gehört, auch andere Kommunikationstechniken nutzen zu dürfen. Neonazis haben da z.B. gemäß ihrer Vorbildung ein noch recht einfach gehaltenes Interface: den Baseballschläger. Deswegen reden die ja auch nicht lange, und schon bald sagt keiner mehr was. Auch eine Form von Gewaltfreiheit, und die finden das gut.

        Auch die allerfriedlichsten Diskutanten können mit jemandem, der nicht auf friedliche Weise mit ihnen reden will, keinen Gedankenaustausch realisieren: die reden einfach nicht. Und das sind beileibe nicht nur irgendwelche Taliban, die ich da meine: schon eine Diskussion auf Augenhöhe von und mit Alice Schwarzer oder Andrea Dworkin zum Beispiel ist – selbst für Frauen – vollkommen unmöglich.

        Ich glaube, wir müssen damit leben, dass es nicht immer gewaltfrei zugeht, und dass wir nicht immer einen Anspruch auf absolute Gewaltfreiheit durchsetzen können – wir können nur versuchen, den Anteil an gewaltfreier Kommunikation möglichst groß zu machen. Aber wenn einer wirklich nicht will, dann kannst Du ihn nicht zwingen – aber auch keinen anderen dafür verantwortlich oder haftbar machen.

        Das ewig vorgetragene Argument des Patriarchalismus ist aber genau das: da wird etwas benannt, das stellvertretend für einige Wenige eine Pauschal-Erklärung für individuelles Fehlverhalten abgeben soll. Und weil im Wort „Patriarchal“ das Wort „Pater“ = „Vater“ = „Männlich“ enthalten ist, wird so getan, als sei das ein von Männern gewünschtes oder unterhaltenes System.

        Das stimmt alles so nicht. Die meisten Männer leiden genauso wie die meisten Frauen unter einem rigiden ich-oben-du-unten – System, das sie ausbremst und sie an der eigenen Entfaltung hindert. Das Dumme an den FeministInnen ist nur, dass sie die männliche Komponente der Welt gar nicht mehr sehen können, weil sie immer kurz vor der wirklichen Erkenntnis nochmal abbiegen und wieder eine Runde mehr im Durchlauferhitzer drehen – denn es ist sehr praktisch, sein Weltbild nie wieder auf den neuesten Stand bringen zu müssen. Dann hat man nämlich immer recht.

      • Thomas Reuter

        „Und weil im Wort „Patriarchal“ das Wort „Pater“ = „Vater“ = „Männlich“ enthalten ist, wird so getan, als sei das ein von Männern gewünschtes oder unterhaltenes System.“

        Es wird nicht nur so getan als ob. Schon an dem aktuellen Beispiel des Christentums ist diese Tatsache evident. Die Bibel wurde von ein paar Männern geschrieben und gilt seit Jahrtausenden als Wort Gottes. Auch, wenn die Gläubigen-Schar schrumpft, hat der Pater in Rom (noch) gewisse Macht. Und viele Männer sind froh darüber, dass mindestens die göttliche Instanz Ihresgleichen ist (hi hi hi). „Schweige Weib…“ hätten sich viele Männer gewünscht.

        Was mich persönlich an dem Ausrutscher mit dem Christentum ärgert und beunruhigt ist, dass viele Frauen von Bankchefin bis Hausfrau im Hause des Herren das eingespielte „christliche“ Verhalten kultivieren.

      • @Starosczyk

        Na ja, da hätte ich eine Menge zu zu sagen: das brächte Dich Deinem inneren Kind möglicherweise so nahe, dass es Dir gar nicht mehr angenehm wäre. Denn auch das innere Kind ist männlich oder weiblich, und die christliche Philosophie stellt sich dem weit ernsthafter als die schöne neue Genderwelt.

        Aber das hier ist nicht das richtige Forum dafür. Wenn es Dich ernsthaft interessiert, schreibe ich Dir meine Meinung dazu. Aber das ist Arbeit, und das mach ich nicht einfach so. Meine Adresse wirst Du schon finden.

      • Christian

        „@Staro
        Du machst es dir mit der Bibel immer sehr einfach.“

        Sonst hätte ich es nicht verdauen können…
        „Aber sie wird ja in der Form nicht mehr angewendet.“

        Vielleicht bei Dir zuhause (??)

        „Und ein sehr hoher Anteil der heutigen Christen ist ja weiblich. Die Regeln wurden längst auf ihren noch gesellschaftskonformen Teil gekürzt“

        Habe ich doch schon längst gesagt, dass dieser Grauen durch Frauen aufrecht erhalten wird. Und, weil Frauen es auch können, dadurch wird es nicht besser!

    • „@ vergessen oder darf ich die Gymnasiasten-Anrede als mangelnde Wertschätzung interpretieren?“

      Vergesslich bin ich schon und meine Wertschätzung kann nicht alle zufriedenstellen. Ich werde mir Mühe geben und im Fall einer Anrede „Sie“ verwenden.

      • „Ich werde mir Mühe geben und im Fall einer Anrede „Sie“ verwenden.“

        Mühe geben ist immer gut. Aber das Sie kannst Du lassen, Wertschätzung gegenüber Andersdenkenden halte ich aber trotzdem für sinnvoll.

      • Reuter

        „Aber das Sie kannst Du lassen, Wertschätzung gegenüber Andersdenkenden halte ich aber trotzdem für sinnvoll.“

        Ich finde die Wertschätzung der Andersdenkenden gegenüber auch wichtig. Wie habe ich Dich bezüglich verletzt?

      • Du hast mich gar nicht verletzt, aber eine Anrede mit „Reuter“ ist im Deutschen ziemlich herabsetzend. Da bei mir der Vorname dabei steht, könnte man den nehmen, vielleicht noch ein kleines Komma dahinter, dann klingt es nicht so wie mit der Handgranate geworfen. Den Nachnamen zu verwenden, wenn der Vorname bekannt ist, ist im Internet immer ein Indiz für Distanz und Zurückweisung. Man muss sich dann nicht wundern, dass das dann auch so verstanden wird und die Diskussion vom anderen nicht weiter fortgeführt wird.

        Aber nach wie vor gilt: Du bist erwachsen. Da kannst Du machen, was Du willst.

      • 🙂

        Jedes Mal, wenn ich auf „das innere Kind“ gestoßen werde, muss ich über Anthony Burgess lachen, von derm ich mal gelesen habe: „Immer, wenn ich mein inneres Kind treffe, bekommt es eine schallende Ohrfeige“.

        Würde ich natürlich nie machen, is klar.

  4. Das Problem ist doch einfach das sie manche Menschen viel zu wichtig nehmen. Jeder sollte den anderen Respektieren, dann müssten wir uns über soetwas gar nicht unterhalten, aber Menschen sind nunmal von Grund auf dumm..

  5. hm ich bin mit nicht so sicher ob ich das nu richtig verstehe

    „…systematischen Charakters sexueller Unterordnung zurückgreift, richtet Mac Kinnon eine Regulierung eigener Art ein: Ein Gender zu haben bedeutet bereits in eine heterosexuelle Beziehung der Unterordnung eingetreten zu sein.Es scheint keine geschlechtlich geformten Menschen zu geben, die außerhalb solcher Beziehungen leben, es scheint keine unterordnungsfreien heterosexuellen zu geben, es scheint keine nichtheterosexuellen Beziehungen zu geben, und es scheint keine gleichgeschlechtliche sexuelle Belästigung zu geben…“

    definiert MacKinnon ‚gender‘ für heterosexuell, für frau als unterordnung und für mann als unterdrücker?

    und warum hat nicht frau bestimmt wer welche ‚aufgaben‘ übernimmt? gibt es objektive argumente damit meine ich ein modell das vorhersagen für die zukunft treffen kann. ein modell für wetter z.b. kann zumindest einige tage im vorraus sagen was passiert. das legt nahe das die theorie objektiv richtig ist.

    problematisch ist doch, hypothesen aufzustellen und zu behaupten das seien fakten ohne jedoch deren korrektheit nachweisen zu können. wenn millionen von menschen von solchen vorstellungen betroffen sind sollte da substanz hinterstehen.

      • @ Christian

        *@Holger

        „und warum hat nicht frau bestimmt wer welche ‘aufgaben’ übernimmt?“

        Weil sie un-ter-drü-ckt wird. Das kann sie sich ja nicht ausgesucht haben.*

        Der Witz ist ja, dass auch in Matriarchaten die Rollenverteilung nicht anders ist.

      • Der Witz ist ja, dass auch in Matriarchaten die Rollenverteilung nicht anders ist.

        Es muss doch am Heterosex liegen, wenn selbst in Matriarchaten Frauen unterdrückt werden..

      • @ Nick

        *Es muss doch am Heterosex liegen, wenn selbst in Matriarchaten Frauen unterdrückt werden..*

        So muss es sein.

        Wenn die Schwestern nicht endlich lesbisch werden, sehe ich wenig Hoffnung auf Änderung.

        Aber wie groß ist die Hoffnung darauf?

        Wenn nicht einmal in Matriarchaten der Lesbianismus blüht.

        Aber die Bonobos machen feministischen TheoretikerInnen Hoffnung.

        *Chimpanzees have dominance hierarchies for both males and females, but the dominant male tends to be dominant over all. By contrast, bonobo females seem to dominate over males. Apparently, the females form strong coalitional ties with one another—reinforced by sexual bonding—that allows them to keep the males subordinate. The females also use their power to tame male violence. Chimpanzee males in the wild have been observed launching lethal raids against those outside their own group in a pattern of behavior that resembles human warfare. Bonobos have not shown such behavior. Some feminists now look to the bonobos as a model of lesbian matriarchy that promotes peace based on a policy of „make love not war.“*

        Quelle:

        http://www.claremont.org/publications/crb/id.785/article_detail.asp

        Der ganze Artikel ist recht interessant

        Bleibt nur noch die Frage, wie wir Menschenweibchen dazu bringen, sich wie Bonoboweibchen zu verhalten.

        Das scheint mir der einzige, realistische Weg zu Kommunismus, Egalitarismus, Dominanz der Frauen über Männer zu sein.

        Sicher auch der sicherste Weg zur Abschaffung jeder Form von Hochkultur, aber die ist ja eh entbehrlich, wenn dafür alle glücklich und zufrieden-friedfertig auf Steinzeitniveau gegenseitige Fellpflege betreiben.

        Da ja, wie wir alle als fortschrittliche Zeitgenossen wissen, es nur an der sozialen Konditionierung liegen kann, sehe ich keine prinzipiellen Schwierigkeiten.

        Deshalb wäre es so wichtig, dass Frauen wie Lucia, vielleicht auch Staro, Frau Vonier & Co. endlich aktiv würden und eine Modell-Bonobo-Matriarchatskommune gründeten und dort vorexerzierten, wie das möglich ist.

        Nichts geht über empirische Evidenz.

      • Deshalb wäre es so wichtig, dass Frauen wie Lucia, vielleicht auch Staro, Frau Vonier & Co. endlich aktiv würden und eine Modell-Bonobo-Matriarchatskommune gründeten und dort vorexerzierten, wie das möglich ist.

        Nichts geht über empirische Evidenz.

        Nein! Nein! Nein!

        Die Fleischeslust wird dann doch nur die sittlich noch nicht zur Reife gelangten Töchter und Mädchen in die lüsterne Arme der verdorbensten und ungehobeltsten Burschen des Nachbardorfes treiben. Und dann kann man wieder von vorne damit anfangen, die Männlichkeit im Zaume zu halten.

        Die Erfahrung der Schwestern anno 1890 hat doch gezeigt, dass selbst die beste Erziehung, und auch die strengste Bewachung der Züchtigkeit dabei wenig auszurichten vermag.

        Ohne Sittenpoliceiliche Interventionen ist die Welt nicht zu retten.

      • es gibt vereinfacht gesagt 2 erklärungsmöglichkeiten.
        einmal frau wird gezwungen und einmal frau bevorzugt bestimmtes verhalten.

        wenn frau also selbstbewusst in verantwortung für ihr leben entscheiden würde für einen weg, dann wären feminismus überflüssig, darum muss sie gezwungen worden sein?

        die begründung warum unterdrückt wird ist demnach, das sich ein personenkreis nicht vorstellen will/kann das andere menschen andere meinungen haben als sie selber? und das es keine beweise dafür braucht weil nicht sein kann was nicht sein soll?

        warum lassen sich frauen von ‚in der regel‘ anderen frauen als sabernde vollidioten darstellen, die eigentlich in eine geschlossene anstallt gehören?
        ist das weibliche logik?

    • „und warum hat nicht frau bestimmt wer welche ‘aufgaben’ übernimmt?“

      Das ist ja gerade der Witz: Es muss einfach einen Grund geben, warum die Mehrheit der Frauen nicht viel am „Patriarchat“ auszesetzen hatte.

      Da dem Feminismus nicht auch nur die geringste politische Repressalie zuteil wurde, musste ein anderer, sehr wirkmächtiger Mechanismus gefunden werden: Es ist der Heterosex, der AllenFrauen den Kopf verdreht! Es muss sich dabei einfach um Gewalt handeln, denn sonst würden Frauen doch ihre objektiven Interessen erkennen, und dem Patriarchat den Garaus machen?

      Sie können einfach nicht freiwillg mit dem Klassenfeind schlafen.

      • @Nick

        Ich finde es immer wieder erstaunlich wie schlecht das Bild von Frauen in Teilen des Feminismus ist. Sie sind unselbständig, nicht in der Lage zu erkennen, was für sie vorteilhaft ist, lassen sich von den Männern an der Nase herumführen, wählen anscheinend auch brav was sie wählen sollen, lieben ihren Unterdrücker sogar.

        Es ist eigentlich sehr schwer ein schlechteres Bild von Frauen zu zeichnen.

      • @Christian:

        Ich finde es immer wieder erstaunlich wie schlecht das Bild von Frauen in Teilen des Feminismus ist..

        Die gute alte Bürgersdame halt. Das Volkspädagogisieren haben sie von ihren Urgroßmüttern, nur leicht abgewandelt das wohlthäthige Engagement für die allgemeine Sittlichkeit, vor allem der armen gefallenen Mädchen. Es ist ja nur das Bild der Ungläubigen schlecht..

        „Allen erzählen, was sie machen sollen“ als Beziehungsgewalt, hatten wir das nicht hier mal?

        Auf der anderen Seite wird das dann durch Heroinenmythen großer Feministinnen kompensiert, immerhin haben sie doch mindestens die eine Märtyrerin Olympe de Goughes.

        Die wurde zwar geköpft, weil sie mit dem Plakat „die drei Urnen oder das Wohl des Vaterlandes“ ein Referendum über die künftige Regierungsform gefordert hatte (der „Grande Terreur“ war voll im Gange) aber diese Lapalie war doch nur ein Vorwand.

      • @Christian

        „Es ist eigentlich sehr schwer ein schlechteres Bild von Frauen zu zeichnen.“

        Also, nachdem was ich so in verschiedenen Blogs gelesen habe geht es tatsächlich schlechter, aber ich brauche da wohl keine Namen zu nennen.

      • @Christian:
        Eigentlich ist ja Feminismus eine Interessenvertretung für Frauen, sie sind nicht nur Verbündete, sie sind das eigentliche Anliegen des Feminismus.

        Man meint halt, dass man das Übel an der Wurzel packe.

  6. Es ist eigentlich sehr schwer ein schlechteres Bild von Frauen zu zeichnen.

    Das ist ja auch der Haupt“kritik“punkt der „3. Welle“: Der allgegenwärtige Opferstatus lasse keine Ermächtigung zu. Von dem tonnenweise akkumulierten Geist will man sich aber irgendwie doch nicht befreien, solche Kampfbegriffe wie „sexual objectification“ ziehen einfach zu gut.

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