Machtmittel im Diskurs: Themenbegrenzung

Die Themenbegrenzung ist ein gutes Mittel zur Machtsicherung im Diskurs.

Nehmen wir an, dass es einen Diskurs um das Wesen des Mondes gibt. Ein Teil vertritt hier die Auffassung, dass der Mond der Hintern einer dicken Frau ist. In dem Blog Mondmannschaft, ein Blog von Befürwortern dieser Eigenschaft betrieben wird, erscheint nun ein Artikel der sich mit der Frage beschäftigt, ob früher das Gesicht der Frau der Erde zugewandt war und diese nur das patriarische Treiben und die Objektifizierung durch männliche Teleskope nicht mehr ertragen konnte und der (patriarischen) Erde deswegen ihren Hintern zeigt oder ob sie der Erde schon immer den Hintern zeigte und was der Grund dafür sein könnte (ein galaktisches Schuhgeschäft in der Ferne?).

In den Kommentaren führt nunmehr ein Vertreter der Mond-als-Fels-These an, dass beides falsch ist, da der Mond eben ein Fels ist. Der Kommentar enthält Details zum Apolloprojekt und zu Gesteinsanalysen des Mondgesteins.

Sein Kommentar wird unter Hinweis darauf, dass man über die Objektifizierung von Frauen und Schuhe und nicht über Raketen und Gesteinsproben redet als nicht zum Thema gehörend abgelehnt.

Ein einfacheres Mittel wäre es dann, wenn man am Thema „Was ist der Mond?“ tatsächlich interessiert ist, einen Extra-Beitrag zu dem Thema zu machen, ggfs gelegentlich, und alle Kommentare in dieser Richtung darauf zu verweisen („Das ist eine Themeninterne Diskussion, diskutiere bitte in diesem Artikel weiter“).

Ganz bedenklich finde ich aber, wenn man den Extraartikel macht und dann dort die Gegenmeinung nicht zulässt.