Pornographie und Erwartungen an die Attraktivität

Eine Studie hat untersucht, welchen Einfluss Pornographie auf unsere Vorstellungen von Attraktivität hat:

Two studies were done to investigate the influence of exposure to centerfold erotica on sexual attraction judgments. In Experiment 1, college students judged a photograph of a nude female after being exposed either to control stimuli (abstract art or other average nudes) or to photographs taken from popular erotic magazines. The target was judged as less sexually attractive after subjects had been exposed to popular erotica. Male and female subjects showed parallel patterns of attraction ratings. In Experiment 2, male and female subjects were exposed to opposite sex erotica. In the second study, there was an interaction of subject sex with stimulus condition upon sexual attraction ratings. Decremental effects of centerfold exposure were found only for male subjects exposed to female nudes. Males who found the Playboy-type centerfolds more pleasant rated themselves as less in love with their wives. Results are discussed in light of general gender differences in sexual behavior, and are related to the current controversy about pornography.

Quelle: Influence of popular erotica on judgments of strangers and mates

Aus meiner Sicht eine zu erwartende Reaktion. Wenn man eine 10 zur Auswahl hat, dann erscheint die 6 eben weniger attraktiv als wenn sie nur mit einer 8 verglichen wird. Und da bei Männern Schönheit ein höheres Gewicht in den Partnerwahlkriterien hat beeinflusst es auch die Wertung mehr.

Ich meine auch nicht, dass Pornos zwangsläufig unrealistische Schönheitsideale vorgeben. Klar, Silikonbrüste sind das eine, aber natürliche Brüste und ein normales 75B findet man auch genug und die künstlichen Megabrüste gelten eher als billig. Viele Pornodarstellerinnen haben eine sportlich-schlanke Figur, die durchaus nicht unerreichbar ist, aber eben viel Sport erfordert. Darin unterscheiden sie sich nicht von männlichen Modells oder Schauspielern.

Interessant wäre es, den Frauen Statusmänner zu zeigen und zu schauen, ob sie sich dann als weniger verliebt ansehen.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass der Anblick der nackten Schönheit den Testosteronspiegel hochtreibt und das dann folgende Programm bei Männern eher auf Sex ausgelegt ist, was langzeitige Bindung in den Hintergrund treten lässt. Testosteron scheint ja insofern ein gewisser Gegenspieler zu Oxytocin zu sein, was wiederum ein Bindungshormon ist.

Spricht das gegen Pornos? Meiner Meinung nach nicht. Es ist letztendlich auch nur eine Frage des intrasexuellen Wettbewerbs unter Frauen. Damit müssen sie letztendlich fertig werden. Den Pornos kann man eh nicht verbieten. Außerdem haben die Frauen ja auch Vorteile: Pornos scheinen Vergewaltigungen zu reduzieren.

117 Gedanken zu “Pornographie und Erwartungen an die Attraktivität

  1. Das stimmt einer diskutierten Hypothese zu ansteigenden Trennungsraten zu: Wahrgenommene potentielle Partner senken die partnerschaftliche Bindung, weil man vermeintlich überall „was besseres“ kriegt.
    Das hat nicht spezifisch etwas mit Pornos zu tun, auch wenn es sich dadurch sicherlich gut experimentell nachweisen lässt. Vielmehr werden die Hauptgründe allgemeine starke Medienpräsenz von attraktiven Menschen (sowohl äußerlich als auch vom Status her – Frauen sollen sich ja auch angesprochen fühlen) als auch hohe Bevölkerungsdichte sein. Letzters wird vor allem durch höhere Trennungsraten in Großstädten plausibel.

    • Sehe ich ähnlich. Solange der Jugendschutz gewährleistet ist und es sich nicht um Kinderpornografie oder nicht konsensuales pornografisches Material handelt – sprich die Gesetze eingehalten werden, sehe ich da kein Problem.

  2. Wie üblich Christians hochwissenschaftlich undifferenziertes Schubladengewäsch.

    Der von Männern bevorzugte Porno spiegelt vor allem sowohl ihre Abhängigkeit von weiblichen Reizen als auch ihre kaputte männliche sexuelle Fantasie wieder. Die nicht mehr leistet als ein ewig williges Weib, dass er zu jeder Zeit ficken kann. Dass damit ein völlig unrealistisches Frauenbild entsteht, schadet sowohl ihm selbst als auch dem männlichen Nachwuchs, zumal Letztere hauptsächlich den aus der kaputten väterlichen Fantasie entstandenen Pornoschrott im Internet konsumiert.

    Demütigungspraktiken und Gewaltpräferenzen sind in vielen einschlägigen Internetangeboten an der Tagesordnung und es ist naiv anzunehmen, dass durch solche Bilder und Filme nicht auch die sexuelle Präferenzstruktur Heranwachsender beeinflusst wird. Die jungen Nutzer_Innen identifizieren sich bei der Betrachtung mit Rollen, die oft wirklichkeitsfern sind, wobei etwa Mädchen lernen könnten, als Objekt behandelt zu werden und später sich genötigt sehen, durch Konformitätsdruck in Gruppen solche Rollen auch zu übernehmen.

    In einer wesentlich höher liegenden Niveauliga spielen Pornos für Frauen, die ob ihrer realistischen Darstellung weiblicher Sexualität folglich auch ein realistisches Frauenbild vermitteln.

    Und das Pornografie Vergewaltigungen verhindern soll, widersprechen Forschungen an Sexualstraftätern. Sie belegen, dass Sexualstraftäter selten durch von der Norm abweichende Moralvorstellungen auffallen, vielmehr sind diese im Gegenteil oft rigide Moralisten. Vergewaltiger konsumieren weniger Pornografie als Nicht-Vergewaltiger, dies gilt auch für die meist besonders kritisierte sadomasochistische Pornografie. Vergewaltiger sind sexuell weniger aufgeklärt und entstammen einem sexuell restriktiven Elternhaus. Vergewaltiger wurden häufig rigide religiös indoktriniert und verfügen über eine nur unzureichende Sexualausbildung. Sexualstraftäter kommen meist aus einem sexualrepressiven Elternhaus.

    • „Der von Männern bevorzugte Porno spiegelt vor allem sowohl ihre Abhängigkeit von weiblichen Reizen als auch ihre kaputte männliche sexuelle Fantasie wieder.“

      Als „kaputt“ kann man die männliche sexuelle Fantasie nur dann bezeichnen, wenn man männliche Sexualität im Allgemeinen für kaputt hält.

      „Die nicht mehr leistet als ein ewig williges Weib, dass er zu jeder Zeit ficken kann.“

      Bei Pornos geht es nun mal um Sex und Männer stehen auf Sex. Was sollen Pornos denn anderes zeigen als ewig willige Weiber?

      „Dass damit ein völlig unrealistisches Frauenbild entsteht, schadet sowohl ihm selbst als auch dem männlichen Nachwuchs“

      Männer sind nicht so blöd, als dass sie das Frauenbild in Pornos nicht von der realen Frau unterscheieden könnten. Die Hälfte der Gesellschaft ist weiblich. Der Mann braucht bloß vor die Tür zu gehen, um zu merken, dass Pornos Märchen für Erwachsene sind.

      „In einer wesentlich höher liegenden Niveauliga spielen Pornos für Frauen, die ob ihrer realistischen Darstellung weiblicher Sexualität folglich auch ein realistisches Frauenbild vermitteln. “

      Wie sehen solche Pornos aus? Muss man sich da erste eine halbe Stunde lang anschauen, wie Mann Frau umwirbt, mit Blumen und Geschenken überhäuft, sie drei Mal zum Essen ausführt, bis es endlich zum Sex kommt?

      „Die jungen Nutzer_Innen identifizieren sich bei der Betrachtung mit Rollen, die oft wirklichkeitsfern sind, wobei etwa Mädchen lernen könnten, als Objekt behandelt zu werden“

      Du schaust nicht viel Pornos, oder? Gerade Frauen übernehmen dort oft die Initiative eben weil sie stets als willig dargestellt werden.

      „Vergewaltiger konsumieren weniger Pornografie als Nicht-Vergewaltiger“

      Was ja die These bestätigt, dass der Konsum von Pornografie Vergewaltigungen reduziert.

      • Was ja die These bestätigt, dass der Konsum von Pornografie Vergewaltigungen reduziert.

        1. Ergibt es aus dem Kontext gerissen einen anderen Sinn.

        2. Erklärst du damit alle Männer zu potenziellen Vergewaltigern.

        Du scheinst Männer wirklich zu lieben. *smile*

      • „Erklärst du damit alle Männer zu potenziellen Vergewaltigern.“

        So wie ich jeden Menschen für einen Mord fähig halte, halte ich auch jeden der Vergewaltigung für fähig. Den einen mehr, den anderen weniger.

      • Nachtrag:
        Im Übrigen sehe ich auch keine Unterschiede in der Wahl der Darsteller. Welcher Idiot nimmt diesem gestressten – gefakten – Modelpärchen, beide mitte, hoch Zwanzig, sehr attraktiv, erfolgreich, Eltern zweier Kinder, das auch nur im Geringsten ab. Das ist natürlich schon realer. 🙂 🙂

        Und übrigens, sie räumt den Geschirrspüler ein, das geht gar nicht. Mir zeigt der Frauenporno, was immer das sein soll, nur ganz deutlich, wonach sich Frauen sehnen, es aber eigentlich gar nicht mehr dürfen. Den dominanten, attraktiven, hochintelligenten Familienvater, erfolgreich und zugleich Hausmann mit 20cm in der Hose kannste lange suchen.

      • @ terminatus

        „Mir zeigt der Frauenporno, was immer das sein soll, nur ganz deutlich, wonach sich Frauen sehnen, es aber eigentlich gar nicht mehr dürfen. Den dominanten, attraktiven, hochintelligenten Familienvater, erfolgreich und zugleich Hausmann mit 20cm in der Hose kannste lange suchen.“

        Guter Punkt. Den „neuen Mann“ sucht man in den Videos tatsächlich vergebens. Hausmann scheint er aber auch nicht zu sein – das gehört wohl nicht zum Repertoire weiblicher Fantasien – schließlich räumt SIE die Spülmaschine ein.

    • @ lucia
      Ach immer derselbe Schrott. Der dritte deiner „Frauenpornos“ mit dem Titel „Married with Children“ zeigt auch „soft“ BDSM, da kniet die Frau genauso auf allen Vieren vor dem Mann, wie es in „hetero“ Pornos auch der Fall ist. Aber sobald hier „Married with Children“ dabei steht und der weibliche Folklore-Heidi-AlleswirdGut Kitsch aktiviert wird, werden dieselben Handlungen auf einal anders bewertet. Solange „hart ficken“ mit „intensiv Liebe machen“ umschrieben wird, ist alles ok. Hundehalsband und Leine inklusive. Blödsinniges vorgeschobenes Theater.

      • *weibliche Folklore-Heidi-AlleswirdGut Kitsch aktiviert wird, werden dieselben Handlungen auf einal anders bewertet.*

        So´n Quatsch. Ich hab mir jetzt die Dinger nich angeguckt, aber ich kann auf den ersten Blick erkennen, dass z.B. die Leute hübscher sind, natürlicher. Viele Frauen stehen halt nicht auf aufgepumpte Brüste, weder bei Männern noch bei Frauen.

        Vielleicht ist es ja so, das Frauen sich eher von jemanden angetörnt fühlen, den sie so auch im echten Leben treffen könnten. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber mit den meisten Typen in Pornos würd ich nicht gern Sex haben. Da finde ich die hier schon ansprechender. Zudem wird sowas wie ne Handlung eingebaut.

        Und wo du jetzt Folklore-Heidi-Kitsch sehen willst ist mir jetzt auch nicht klar.

        Oder ist das jetzt so, alles was auf Frauen zugeschnitten ist und auch noch von Lucia angepriesen wird muß erstmal niedergemacht werden?

      • @ Maren
        Schaus dir an, dann diskutieren wir. Es ist doch ganz einfach. Ich kann nicht einerseits gegen BDSM-Spielchen, wenn sie in „Männerpornos“ unter dem Titel „Erziehung der Schlampe“ vorkommen, im Hinblick auf die Handlung!! argumentieren „Hundehalsband, Leine sind diskriminierend“ und dann für dieselben BDSM-Spielchen, wieder mit Hundehalsband und Leine, nur, weil sie anders betitelt sind: „Glücklich verheiratetes Paar entdeckt die Sexualität neu“. Das sollte sogar dir einleuchten. Das ist weiblicher, heile-Welt-Umschreibungskitsch. So habe ich das gemeint.

      • @ Maren

        „So´n Quatsch. Ich hab mir jetzt die Dinger nich angeguckt, aber ich kann auf den ersten Blick erkennen, dass z.B. die Leute hübscher sind, natürlicher. Viele Frauen stehen halt nicht auf aufgepumpte Brüste, weder bei Männern noch bei Frauen. “

        Viele Männer stehen auch nicht auf Silikontitten. Nach der Ansicht der Trailer fällt in erster Linie auf, dass die Kameraeinstellungen und Schnitte, Ausleuchtung etc. recht aufwendig sind. Das große Schlagwort scheint „storyline porn“ zu sein, also ein Handlungsrahmen (filmisches Äquivalent zum Vorspiel?). Insgesamt durchaus ansprechend, aber nicht unbedingt realistischer – die Frau lässt sofort die Hüllen fallen, wenn der attraktive Pizzabote vor der Tür steht?. Aber „den“ Männerporno gibt es auch nicht. Da gibt es doch tausende von Fetischen und Nischen. Die „geile Oma“-Pornos dürften sogar noch viel weniger als „Frauenpornos“ die gesellschaftlichen Erwartungen an Körper und Aussehen von Frauen hochschrauben ;-).

      • @terminator
        *Ich kann nicht einerseits gegen BDSM-Spielchen, wenn sie in „Männerpornos“ unter dem Titel „Erziehung der Schlampe“*

        Oh, ich wunder mich, warum Frauen nicht ZUHAUF auf so einen Titel anspringen, der ist doch kein bisschen degradierend und löst auch auf keinen Fall innere Konflikte aus, sollten einem die Praktiken gefallen, weil keine Frau hat ja ein Problem damit Schlampe genannt zu werden…. *ironieoff*

        Nee ernsthaft, du checkst es echt nicht, was an Frauenpornos anders ist oder? Erstmal, diese Menschen kennen sich sehr gut, was eine gewisse Vertrauensbasis impliziert (Für die meisten Frauen ist das Szenario des wildfremden, der einen in seinem dreckigen Van fesselt und schlägt Nightmare Fuel), das heißt, eine Frau kann die Story nachvollziehen (!) Ob sie realistisch ist, sei mal dahingestellt, aber manche Pornos zeigen Frauen in Situationen, die sie sich für sich nicht vorstellen können, die sie reizen könnte.
        Dann: schöne Menschen, Ansätze einer Story, gutes Handwerk.
        Etwas wo man sich nicht denkt: Oh Gott diese Trottel! oder anfängt zu lachen, weil es so unfreiwillig komisch ist.
        Und natürlich, wo Frauen nicht sofort anfangen ekstatisch zu kreischen, wenn man einmal „möp“ macht.

        @3xich
        *Nach der Ansicht der Trailer fällt in erster Linie auf, dass die Kameraeinstellungen und Schnitte, Ausleuchtung etc. recht aufwendig sind. Das große Schlagwort scheint „storyline porn“ zu sein, also ein Handlungsrahmen (filmisches Äquivalent zum Vorspiel?*

        Kann schon sein, Frauen legen generell mehr wert auf Szenerie, das ganze drumrum. Mag evtl. auch damit zusammenhängen, dass für Frauen Sex (nicht evolutionär!) auch immer mit Aufwand zusammenhängt, rasieren, eincremen, parfümieren, schminken etc. Da mag man dann nicht auf der Couch gepoppt werden, während der Fernseher nebenbei läuft. 🙂

        Ich persönlich find die Männer ansprechender, aus dem was ich gesehen hab.
        Und es geht ja nicht in erster Linie um die äusserlichen Erwartungen, sondern darum, wie das Verhalten von Frauen beim Sex dargestellt wird.

      • @ Maren

        „(Für die meisten Frauen ist das Szenario des wildfremden, der einen in seinem dreckigen Van fesselt und schlägt Nightmare Fuel)“

        Ich habe mal in einem Manga&Anime-Forum einen Diskussionsstrang gelesen, wo über sehr harte (Snuff) Pornocomics diskutiert wurde. Zumindest eine weibliche Foristin fand die Sachen eines bestimmten Zeichners – den Namen möchte ich hier nicht nennen, das Zeug ist einfach zu krass – erregend, in dem Sinne, dass sie es erregend fand, sich gedanklich an Stelle des Opfers zu sehen. Dass das eher eine Minderheitenmeinung ist, glaube ich gerne, aber zumindest scheint es Frauen zu geben, die auch auf sowas stehen (zumindest in der Fantasie, in der Realität wohl weniger). Bei Männern gibt es natürlich analog auch Kastrationsfantasien oder noch Extremeres (s. Kannibale von Rotenburg).

      • @ maren
        Nix kapieren. Wie immer. Die Handlung bleibt dieselbe! Wenn ich generell gegen BDSM bin, weil ich dies für erniedrigend für Frauen halte, kann ich nicht für BDSM in der Partnerschaft argumentieren. Logik und Frauen mann o mann.

      • Wenn ich generell gegen BDSM bin, weil ich dies für erniedrigend für Frauen halte, kann ich nicht für BDSM in der Partnerschaft argumentieren.

        Natürlich. Als von Dworkin/MacKinnon geprägte Feministin kann ich das.

        Wenn Frauen sowas machen ist es eine tiefgründige, mit Niveau und psychologischer Raffinesse inszenierte Meditation über das dialektische Spannungsverhältnis von Hingabe und Beherrschung. Eben die Fortentwicklung solcher herausragenden Werke der Weltliteratur wie Samuel Richardsons „Pamela, or Virtue Rewarded“

        Dass Frauenpornos Niveauvoller sind erkannt man ja insbesondere auch an den aufwendigen und mit sehr viel Liebe produzierten Artzromanen. Wie vollkommen und niveauvoll wird doch dort die hohe Cultur des weiblichen Sexualwesen an sich celbibriert!

        Man erkennt es auch sofort, sobald man männliche und weibliche Homosexuelle beobachtet: Während Frauen stundenlang vorher bei Kerzenschein Rotwein trinken, begnügen sich *Männer* mit dem hemmunslosen schnellen Fick in schmutzigen Aborten. Welch dufmpfe und animalische Triebabfuhr!

      • Nick

         „Wenn ich generell gegen BDSM bin, weil ich dies für erniedrigend für Frauen halte, kann ich nicht für BDSM in der Partnerschaft argumentieren.
        Natürlich. Als von Dworkin/MacKinnon geprägte Feministin kann ich das.
        Wenn Frauen sowas machen ist es eine tiefgründige, mit Niveau und psychologischer Raffinesse inszenierte Meditation über das dialektische Spannungsverhältnis von Hingabe und Beherrschung.“

        Was ist denn BDSM? (Bundes-deutsche-Sozial-Ministierium)? Und was haben die dann mit Pornographie zu tun??

         „Man erkennt es auch sofort, sobald man männliche und weibliche Homosexuelle beobachtet: Während Frauen stundenlang vorher bei Kerzenschein Rotwein trinken, begnügen sich *Männer* mit dem hemmunslosen schnellen Fick in schmutzigen Aborten. Welch dufmpfe und animalische Triebabfuhr!“

        Entschuldige Nick, aber Deine Mann-Frau-Wahrnehmung scheint mir ziemlich gestört – wie eben bei Vielen hier in diesem Blog.

      • Entschuldige Nick, aber Deine Mann-Frau-Wahrnehmung scheint mir ziemlich gestört – wie eben bei Vielen hier in diesem Blog.

        Genau, du hast es erkannt: Die gestörte Mann-Frau-Wahrnehmung des hegemonialen Feminismus, die an allen möglichen Ecken und Enden immer wieder zu leidenschaftlichem weibchenkitsch-Squirting führt. Tons of cum..

        Frauen wollen auch mal abspritzen 😉

        Deinen Ironiedetektor müsstest du allerdings dringend mal nachjustieren.

        http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2007/juliaugust-2007/lieber-schwuler-freund/

      • @Terminierer
        *Nix kapieren. Wie immer. Die Handlung bleibt dieselbe! *
        Der Kontext ist aber ein anderer. Die Story ist ne andere. Das macht ne Menge aus.
        Ich denke, dass muss ich dir als Studienfachmann (hust), der zu jeder Meinung 500 Studien hervorzaubern kann, nicht erklären. Hab ich ja eigentlich auch schon.

        @Nick
        *Dass Frauenpornos Niveauvoller sind erkannt man ja insbesondere auch an den aufwendigen und mit sehr viel Liebe produzierten Artzromanen.*

        Hört man einmal die Phrase „Groschenromane sind Pornos für Frauen“, muss man es auch in jede Argumentation bzgl. weiblicher Pornografie einflechten, oder wie?
        Was hat das jetzt miteinander zu tun?

        Wo ist jetzt dein Standpunkt? Frauen stehen nur auf Blümchensex ala Arztroman, oder Frauen stehen alle auf Krawallsex und verdrängen nur ihr inneres Tier, weil wegen postvictorianischen Moralvorstellungen. Und was ist gegen Frauenpornos einzuwenden? (Das wüsst ich sowieso ganz gerne, was habt ihr alle dagegen?)

      • @ Maren
        Scheinbar bin ich echt zu dumm für weibliche Unlogik. Deine Logik ist also, wenn ich dir ohne Kontext den Arsch versohle wird er rot, wenn ich es dir im Kontext tue, nicht. Ok, gut zu wissen.

        Ob der Kontext ein anderer ist, ist jedoch schnurz, piep, furzegal für mein Argument. Ich will dich ja nicht enttäuschen aber nur weil im BDSM, sofern konsensual gewollt, aus der Erniedrigung (D/S) für beide Partner „Lust“ gezogen wird, heißt das nicht, dass es keine Erniedrigung gibt, sie wird nur von Lust „überhöht“, löst diese aus – freilich nur in der Situation. Also, wenn ich generell gegen Demütigung bin, muss ich auch gegen situative Demütigung sein, denn die gegenteilige Begründung ist austauschbar, obs nun „Lust“ ist, „Langeweile“, „Interesse“ ist dann ganz Apfelstrudel.

        Ich habe nichts gegen Frauenpornos, bestätigen sie doch zu 90% was ich sage, zaubern sie gerade die Wünsche auf den Tisch, die es ja laut feministischer Agitation gar nicht gibt. Darum auch die starke Gegenwehr der PorNO Aktivistinnen.

      • @ Maren

        „Und was ist gegen Frauenpornos einzuwenden? (Das wüsst ich sowieso ganz gerne, was habt ihr alle dagegen?)“

        Ich glaube, die wenigsten haben hier etwas gegen Frauenpornos. Terminatus‘ Argument war ja auch in erster Linie, dass er keinen wesentlichen Unterschied zwischen „Frauenpornos“ und den von feministischer Seite (in erster Linie von Seiten der Emma) inkriminierten Bestandteilen „männlicher“ Mainstreampornografie erkennen kann (dominante und potente Männer, BDSM-Unterwerfungsspiele, „von hinten“ etc. – was sich hat anhand der Trailer feststellen lässt).

      • *Scheinbar bin ich echt zu dumm für weibliche Unlogik. Deine Logik ist also, wenn ich dir ohne Kontext den Arsch versohle wird er rot, wenn ich es dir im Kontext tue, nicht. Ok, gut zu wissen.*

        Jetzt fang mal nicht an zu geifern, und auf der „Weiber sind blöd“- Schiene musst du auch nicht fahren. Das ist immer ein Zeichen von Schwäche.

        OK, nochmal ganz langsam. Wir haben 2 Pornos mit BDSM Anteil: Einer, wo die Frau in einen dreckigen Van geschleift wird, verprügelt, beschimpft und vergewaltigt wird, bzw das namenlose Flittchen des namenlosen Masters ist.
        Der andere, wo ein Paar, was schon jahrelang zusammen ist einige BDSM-Praktiken ausprobiert, die sich im Einzelnen nicht unterscheiden. Der entscheidende Unterschied (und jetzt pass auf ich erklärs nicht nochmal) ist, dass in Nr. 2 die Protagonisten als Paar gezeigt werden, die sich schätzen,die es beide wollen, selbst wenn im Verlauf Sachen passieren, die man als demütigend empfinden würde.
        Das ist der Kontext, und das macht nen Unterschied für viele Frauen, dass sie sich NICHT ständig fragen, ob das alles so freiwillig ist. Schön ist auch wenn dem Mädel kurz die Gesichtszüge entgleisen, (wenn du genau siehst, das macht ihr keinen Spaß) sie sich aber kurz darauf wieder fängt, und ihr Sexkitten face aufsetzt. Das möcht ich in Pornos nicht sehen, da vergeht mir alles bei. Und das ist der Unterschied. Mag sein, dass es in deiner Argumentation keine Rolle spielt, in meiner schon.

        BTW, PorNo gibts noch? Ach ja, in solchen Fällen werden ja gerne Thesen von vor 30 Jahren hervorgeholt.
        Jungs seid doch froh, dass es sowas gibt, worüber sollte man sich sonst aufregen?
        Der sexpositive Feminismus gibt da natürlich nicht soviel her, wenn Feministinnen selber schon Pornos drehen 🙂

      • @maren

        Dazu hatte ich mal eine von den Pornotubeseiten gefunden, die eine Kategorie „selected and recommended by women“ führte. Hatte mich dann aufgrund dem feministischen Porno Hype interessiert was Frauen so vorrangig als empfehlenswert an Pornos fänden. Das widerspricht sich aber vollkommen davon was du da oben beschreibst. Ich war eigentlich eher überrascht wie sich das mit dem Hype der feministischen Pornos, die wie ich denke sowieso schon wieder von der Bildfläche verschwunden sind, nicht so ganz vereinbaren lassen. Mit ganz oben rangierten ziemlich viele Pornos der Sorte „zum Sex gezwungen“ und „Erniedrigung“, wobei es dabei egal ist ob von Mann oder Frau gezwungen oder erniedrigt. Auffallend war die Härte, es machte sogar den Anschein, dass die „Emotionen“ dabei besonders authentisch rüber kommen müssten.

        Ansonsten mit ganz oben rangierten auch „hart durch genommen“, „schwarze Monsterschwänze“ und „Seitensprung/Ehemann betrogen mit..“. Dazwischen immer mal wieder ein Lesbenporno der Sorte „Sie verführt Sie“ oder „Sie zeigt ihr wie es geht“.

        Zimperlich waren die Pornos überwiegend auf jeden Fall nicht, wohl deshalb auch weit davon entfernt etwas zu sein was du anschauen würdest.

        Das ist aber zumindest für mich nichts neues, dass Feministinnen zwar viel erzählen was Frauen angeblich lieber in Pornos sehen würden, aber dummerweise schauen sich Frauen trotzdem andere Pornos an. Aber das hatte eigentlich schon damals der erste Pornokanal für Frauen in den USA noch vor dem feministischen Porno Dingens bewiesen.

      • @maren:

        Hört man einmal die Phrase „Groschenromane sind Pornos für Frauen“, muss man es auch in jede Argumentation bzgl. weiblicher Pornografie einflechten, oder wie?

        Haha, wenn Frauen äußerst billig gemachte Medienprodukte zur sexuellen Stimulation konsumieren dann ist es eben keine Pornografie, sondern anregende Unterhaltung. Das Patriarchat hat sie bis zur Besinnungslosigkeit verblödet, nicht wahr?

        PorNo ist nicht Schnee von gestern, sondern nach wie vor eine tragende Säule feministischer Wertvorstellungen. Es ist nur Chic geworden, das ganze Ideologiefundament in Sprachregelungen á la „niveauvolle Pornografie“ zu verpacken.

        Wo ist jetzt dein Standpunkt? Frauen stehen nur auf Blümchensex ala Arztroman, oder Frauen stehen alle auf Krawallsex und verdrängen nur ihr inneres Tier, weil wegen postvictorianischen Moralvorstellungen. Und was ist gegen Frauenpornos einzuwenden? (Das wüsst ich sowieso ganz gerne, was habt ihr alle dagegen?)

        Die Bandbreite ist groß, und selbstverständlich ist das was du aufzählst dabei. Über Quantitäten und Verteilungen könnte man sich trefflich streiten, aber mir deucht dass die Empirie da eine andere Sprache spricht als dein und Lucias Ideal.

        Du und Lucia sind hier diejenigen, die qua Definition was Weiblich sein soll versuchen, ihre Moralvorstellungen zu transportieren. Not me.

      • @terminatus:
        Du schreibst: „Scheinbar bin ich echt zu dumm für weibliche Unlogik. Deine Logik ist also, wenn ich dir ohne Kontext den Arsch versohle wird er rot, wenn ich es dir im Kontext tue, nicht. Ok, gut zu wissen.“

        Hilfsmittel, um Frauen zu verstehen: füge an jede ihrer Aussagen im Geiste ein „jetzt gerade im Moment“ dran 😉

        Der „Kontext“ ändert/beeinflusst stets die Bewertung eines Sachverhalts durch eine Frau. ABER: das Abstraktionsvermögen, um dies wahrnehmen zu können, und demzufolge bei einer Kritik den Kontext mitzuberücksichtigen, fehlt den meisten Frauen.
        Konkretes Beispiel: wenn ich z.B. meiner Freundin auf den Hintern schlage, dann ist das für sie anregend und erotisierend (u.a. erhöhte Durchblutung des Unterleibs 😉 ). Wenn jemand anderer ihr da draufhaut, ist das eine Unverschämtheit. Und betont wird bei der entsprechenden Kritik, daß er ihr AUF DEN HINTERN GESCHLAGEN hat (was ich ja darf ;)), nicht, dass ER das gewagt hat.

        Seit ich das berücksichtige, verstehe ich Frauen viel besser (in dem Sinne, daß mich ihre augenscheinlich unlogischen Reaktionen nicht mehr so sehr überraschen und verwirren) 😉

      • @ Maren, Robert, ichichich, Goofos
        Maren, deine Meinung scheint mir voll von „irrationalen Feldern“ zu sein. Ich finde, Robert erklärt das sehr gut. Viele Frauen scheinen wirklich zu glauben, dass allgemeine Aussagen – für alle x gilt, z – durch situative Einzelfälle, wenn das Gefühl passt – für einige x gilt, nicht z – negiert werden könnten ohne den Wahrheitsgehalt der allgemeinen Aussage anzutasten. Diesen Zwiespalt kennen Männer meiner Erfahrung nach viel weniger.

        Goofos, ich kenne solche Seiten, allerdings musst du da nur anklicken, ob du männlich oder weiblich bist. Sogesehen nicht aussagekräftig. Wenn es jedoch aussagekräftig ist, setzen wir es voraus, dann teile ich deine Einschätzung. Erniedrigung, je „realer“ umso besser, spielt eine sehr große Rolle. Meiner Meinung nach erleben wir seit der zweiten Welle des Feminismus einen eklatanten Verrat am Manne. Die heutige Generation an Gutmännern sieht sich damit konfrontiert, dass ihre unantastbaren Frauen zwar den sprachgewandten Akademiker overflächlich wollen, Sex haben sie dennoch lieber mit einem Handwerker, einem aus der „Gosse“, Schwarzen, Strippern usw. Dies scheint mir ein Verrat am Manne zu sein, welcher gerade die Generation U30 zu treffen scheint. Ältere Generationen wurde noch teilweise anders sozialisiert, können hier kombinieren. Die Generation Ü30, knapp 40 hat zwei Vorteile. 40 jährige erfolgreiche Männer können sich durchaus 25 jährige, Freundinnen anlachen oder haben meist kein Problem, erfolgreiche Single-Frauen ab mitte 30 zu gewinnen. Als 30 jähriger, intelligenter Typ lachst dir selten eine 18 jährige an und bei den „erfolgreichen“ Frauen bist noch zu jung – in den Startlöchern quasi.

        ichichich
        Ja, so in etwa habe ich es gemeint. Ich sehe den Unterschied nicht, und würde, wie viele Männer, wenn dann nicht generalisierend argumentieren. Frauen können das nicht, bringen das „situative Gefühlsleben“ ein in den Diskurs, was manchmal angebracht sein kann, generell aber verheerend wäre.

    • „kaputte männliche sexuelle Fantasie“
      Warum soll denn die männliche Fantasie kaputt sein?
      Ich behaupte, dass die weibliche Fantasie kaputt ist. Warum nur sind Frauen nicht die ganze Zeit willig? Das versteht doch kein Mann 😉

      • Ich behaupte, dass die weibliche Fantasie kaputt ist. Warum nur sind Frauen nicht die ganze Zeit willig? Das versteht doch kein Mann…

        @ Kommutator

        Doch, das verstehe ich sehr gut. Die Verknappung eines Guts erhöht seinen Marktpreis. Die Mumu ist das Pfund, mit dem das Weib wuchert, um sich die ökonomische Ressource Mann zu sichern. Bei Bedarf poste ich gerne ein paar tausend Beispiele, um das „weibliche Prinzip“ konkret aufzuzeigen.

      • Kommutator

        o „„kaputte männliche sexuelle Fantasie“
        Warum soll denn die männliche Fantasie kaputt sein?
        Ich behaupte, dass die weibliche Fantasie kaputt ist. Warum nur sind Frauen nicht die ganze Zeit willig? Das versteht doch kein Mann “

        Es versteht kein matriarchal geprägter Mensch, wie kann sich jemand Sex kaufen (ich bin kein matriarchaler Typ, habe nur davon gelesen)

    • lucia: „Der von Männern bevorzugte Porno spiegelt vor allem sowohl ihre Abhängigkeit von weiblichen Reizen als auch ihre kaputte männliche sexuelle Fantasie wieder. Die nicht mehr leistet als ein ewig williges Weib, dass er zu jeder Zeit ficken kann.“

      Du hast null Ahnung von Pornografie. „Den bevorzugten Porno“ gibt es schon mal nicht. Die realen Frauen sind halt permanent abweisend und zickig, sprich sexuell kaputt. Was bleibt den Männern anderes als ihre Fantasie? Die willst du ihnen auch noch nehmen, du Gedankenpolizistin.

      „Demütigungspraktiken und Gewaltpräferenzen sind in vielen einschlägigen Internetangeboten an der Tagesordnung und es ist naiv anzunehmen, dass durch solche Bilder und Filme nicht auch die sexuelle Präferenzstruktur Heranwachsender beeinflusst wird.“
      Au ja, total schlimm!. Präferenzen ändern sich, wie schrecklich. Soll alles beim Alten bleiben? Von Neuerungen beim Sex profitieren Männer und Frauen. Dir ist doch sicher ein variantenreicher Sex wie in Pornos lieber als zwei Minuten Zucken. Du pathologisierst ja sogar das „zu frühe“ Abspritzen.

      „In einer wesentlich höher liegenden Niveauliga spielen Pornos für Frauen, die ob ihrer realistischen Darstellung weiblicher Sexualität folglich auch ein realistisches Frauenbild vermitteln.“
      Was soll das sein, realistisches Frauenbild? 2 Stunden Migräneanfall auf DVD? Samenraub? Weibliche Vergewaltigung? Date robbery? Um ein realistisches Frauenbild zu sehen, brauche ich keine Pornos. Von den ganz realen Frauen haben Männer, die Pornos konsumieren, mehr als genug.

      „Und das Pornografie Vergewaltigungen verhindern soll, widersprechen Forschungen an Sexualstraftätern.“
      Das ist die falsche Methode. Man müsste Pornokonsumenten mit Nicht-Pornokonsumenten in bezug auf Vergewaltigungen untersuchen. Wer seine Untersuchung nur auf Straftäter einschränkt, darf sich nicht wundern, nur Straftäter vorzufinden.
      Wie Stephi richtig sagt, ist die Delinquenz bei Vergewaltigungen in Japan, einem Land mit einer vielfältigen und verbreiteten Pornografiekultur, geringer als in anderen Staaten. Dass Pornos merklich Vergewaltigungen fördern, lässt sich damit schon ausschließen. Das Gegenteil ist plausibler.

      • @Zhen

        „Von den ganz realen Frauen haben Männer, die Pornos konsumieren, mehr als genug.“

        Von welchen Männern redest du eigentlich? Wie ich unten bereits schrieb, mein Freund konsomiert regelmäßig Pornos, und wenn er deswegen zu den Männern gehört, die von ganz realen Frauen genug haben, ja warum verlässt er mich dann nicht? Wir sind immerhin schon seit über sieben Jahren zusammen.

        Also hör gefälligst auf, ständig so zu tun, als würdest du im Namen aller Männer sprechen. Du bist wirklich eine Blamage für das männliche Geschlecht.

      • @Stephi
        Was ich meinte, ist: Männer brauchen im Porno kein „realistisches Frauenbild“, weil sie das ja ohne Porno kriegen. Der Zweck von Pornokonsum ist, es zu genießen, wie Menschen hemmungslos Sex haben oder Sex in einer bestimmten Weise (Fetische, BDSM, …) haben. Jeder Mann würde es vorziehen, sich selbst an solchem Sex zu beteiligen, statt nur zuzuschauen und sich vorzustellen, er wäre an der Stelle einer männlichen Figur im Porno. Doch in der Realität gibt es das selten.
        Wie du auf die Idee kommst, ich hätte irgendwie angedeutet, diese Praxis des Pornokonsums sei mit einer Beziehung zu einer Frau nicht vereinbar, weiß ich nicht. Jedenfalls ist für mich das Bild, das du für deine Beziehung schilderst, absolut stimmig. Es ist tendenziell so, dass Männer einen stärkeren Sextrieb haben als Frauen. Pornokonsum ist eine gute Möglichkeit, sexuelle Befriedigung zu erreichen.

        @lucia
        Deine Vorstellung von Pornos für Männer oder Frauen ist veraltet. Ich kenne Pornos, die m.E. nicht für ein Geschlecht produziert werden. (Bekanntlich schauen Frauen auch nicht nur Frauenpornos.) Sie sind Mainstream und sie haben eine gewisse Handlung. Ich beziehe mich auf japanische Pornos (JAV). Vielleicht trifft das auch nur auf diese zu und westliche Pornos sind da ganz anders. In vielen der JAVs wird die Kennenlernphase gezeigt, sie haben definitiv eine Handlung, nicht nur in den beliebten Geschichten mit Lesben. Dass es wiederkehrende Motive (erster Sex eines jungen Paares, Reise, Ehebruch, Beziehung mit Kollegen, generationenübergreifende Liebe u.v.m.) gibt, ist nicht zu vermeiden. Das ist im Drama seit Menschengedenken so. Die Handlung wird aber immer wieder neu inszeniert, neu ausgestaltet, neu modifiziert.

      • Zehen

        „Was bleibt den Männern anderes als ihre Fantasie? Die willst du ihnen auch noch nehmen, du Gedankenpolizistin.“

        Also, wenn Du mich so ansprechen würdest, würde ich dir sagen: Mein Mann ist für sein Sexual-Leben selbst verantwortlich. Sehe es wie du es willst.

    • @ Lucia

      „Der von Männern bevorzugte Porno spiegelt vor allem sowohl ihre Abhängigkeit von weiblichen Reizen als auch ihre kaputte männliche sexuelle Fantasie wieder. Die nicht mehr leistet als ein ewig williges Weib, dass er zu jeder Zeit ficken kann.“

      Wie schätzt du die für männliches Publikum produzierten Pornos ein, die unter den Begriffen femdom (female domination), cuckold (der männliche Protagonist muss zusehen, wie seine Freundin/Frau vor seinen Augen mit einem anderen schläft und von ihr dabei verhöhnt wird) oder humiliation-Sachen, wo z.B. ein nackter Mann mit kleinem Schwanz vor bekleideten Frauen steht, die sich über seinen kleinen Schwanz lustig machen?

      • Wie ich bereits erwähnte, hat lucia keine Ahnung von Pornografie. Hier könnte sie Nachhilfe bekommen. Die Vielfalt ist überwältigend. Von einem Mainstream kann nicht die Rede sein, außer man fasst alle diese Genres als Mainstream zusammen.

    • „In einer wesentlich höher liegenden Niveauliga spielen Pornos für Frauen, die ob ihrer realistischen Darstellung weiblicher Sexualität folglich auch ein realistisches Frauenbild vermitteln.“

      Beispiele?
      Welche Pornos für Frauen gibt es denn?
      Und welche Liga?
      Bitte Beispiele? War? Warum? Wann?
      Welche Darsteller?

      • „Beispiele?
        Welche Pornos für Frauen gibt es denn?
        Und welche Liga?
        Bitte Beispiele? War? Warum? Wann?
        Welche Darsteller?“

        Beispiele hat sie ja geliefert, zumindest als Trailer. Von der filmischen Qualität her kann man durchaus ein deutlich über dem Durchschnitt liegendes Niveau erkennen (Kameraführung, Beleuchtung usw.). Realistisch aber nur in dem Sinne, dass sie offenbar die Fantasien der vorwiegend weiblichen Zielgruppe widerspiegeln. Durchaus hübsche Mädels, ich hatte mir „Frauenpornos“ schlimmer vorgestellt.

  3. Lucia

    „Und das Pornografie Vergewaltigungen verhindern soll, widersprechen Forschungen an Sexualstraftätern. Sie belegen, dass Sexualstraftäter selten durch von der Norm abweichende Moralvorstellungen auffallen, vielmehr sind diese im Gegenteil oft rigide Moralisten. Vergewaltiger konsumieren weniger Pornografie als Nicht-Vergewaltiger, dies gilt auch für die meist besonders kritisierte sadomasochistische Pornografie. Vergewaltiger sind sexuell weniger aufgeklärt und entstammen einem sexuell restriktiven Elternhaus. Vergewaltiger wurden häufig rigide religiös indoktriniert und verfügen über eine nur unzureichende Sexualausbildung. Sexualstraftäter kommen meist aus einem sexualrepressiven Elternhaus.“

    Wicki: „Unter den Begriff Gewalt (von althochdeutsch waltan – stark sein, beherrschen) fallen Handlungen, Vorgänge und Szenarien, in denen bzw. durch die auf Menschen, Tiere oder Gegenstände beeinflussend, verändernd und/oder schädigend eingewirkt wird. Gemeint ist das Vermögen zur Durchführung einer Handlung, die den inneren bzw. wesentlichen Kern einer Angelegenheit oder Struktur (be)trifft.“

    Jemandem Gewalt antun, würde für mich (Deutsch ist nicht meine Muttersprache!) heißen: ver-gewaltigen wie z. B. kaufen und ver-kaufen. Vergewaltigung ist allerdings mit sexueller Nötigung konnotiert:

    „Vergewaltigung ist nach „Duden Recht“ die Nötigung zum Beischlaf oder zu ähnlichen sexuellen Handlungen, die das Opfer besonders erniedrigen, wobei diese mit Gewalt, durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist, erfolgen kann.[1] Eine Vergewaltigung bedeutet eine massive Verletzung der Autonomie, des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung und der psychischen Integrität des Opfers und hat entsprechend gravierende psychische Folgen.“

    So eine Multi-Kulti-Gesellschaft – wie heute (allein schon von der Sprache her) – kann echt problematisch werden. Ich habe allerdings jetzt für mich was gelernt, und zwar: Mir wird keine sexuelle Gewalt angetan (werde zum Beischlaf nicht genötigt) also werde ich nicht ver-gewaltigt und trotzdem fühle ich mich ver-gewaltigt, weil einfach meine „Würde“ als weibliches Wesen quasi wie im Mist getrampelt wird. Ja, systemimmanent bin ich als Frau heruntergestuft und ver-gewaltigt (Patriarchalismus)! 1.Mose 3,16: Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber [a]er soll dein Herr sein. a) Eph 5,22-23; 1.Tim 2,12

    Eine weitere Beschäftigung mit dem Begriff der „Macht“ würde weitere Kuriositäten sichtbar machen, da Macht so schleifend an Herrschaft streift. Ein gewonnener Krieg zeigt doch die Macht der Angreifer (Vorgehen im Patriarchat) oder? Ist es an sich nicht Ver-gewaltigung?

    Das Benutzen einer Peitsche ist eben was es ist, egal ob Weiblein oder Männlein sich zu schaffen machen: http://www.youtube.com/watch?v=rX5wrlRCKYw

  4. Soll hier diskutiert werden oder geht es nur um die üblichen Klischees, Frauen sind alle prüde und haben ein Problem mit Sex und deshalb muss sich der arme Kerl ja nen Porno reinziehen, was unvermeidlich wieder Theater gibt?

    Ja, ich gebe Lucia Recht, der „klassische“ Porno, wie er auf einschlägigen Portalen zu sehen ist, birgt deutliche Probleme im Rollenverständnis.
    Bei Mädchen einerseits zur bereits geschilderten „Objekt-identifikation“ – zusätzlich bekommen viele das Gefühl, irgendwas „stimmt nicht“ mit ihnen, weil sie eben NICHT dauertgeil sind oder bei Analverkehr ohne Stimulation abgehen. Oder sich bei dieser ewigen Rumschreierei beim Sex einfach komisch vorkommen.

    Bei Jungs können Minderwertigkeitskomplexe aufkommen, da der Porno wieder die Klischees „belegt“, dass a) die Penisgröße alles ist (und Sachen wie Zuwendung, Zärtlichkeit, Leidenschaft oder einfach ne vernünftige, gute Technik egal) und b) der Mann eine Niete im Bett ist, wenn er nicht binnen einer Dreiviertelstunde (Minimum!) sechs Stellungen (Minimum) abarbeiten kann.

    Dass dem so ist, zeigt Fachliteratur, die in jedem Buchladen steht, und die man sich auch in der Stadtbücherei ausleihen kann. Zuviel Pornographie erschwert die eigene Sexualität und steht einem freimütigen Umgang mit Sex innerhalb einer Beziehung im Wege.

    Das kann also sowohl für Jungs wie auch für Mädchen nicht Sinn der Sache sein.

    Ach so: Produzenten wie „x-art“ auf youporn (beispielsweise) zeigen, dass es durchaus auch „quality porn“ gibt, auf den sowohl Männer als auch Frauen stehen.

    Internettipp an alle, die sich vernünftig und ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen wollen: http://enagoski.wordpress.com/ . Die Dame ist Sexualforscherin und weiß, wovon sie redet. Einfach mal durchklicken, der Blog ist hochinteressant. Ansonsten sollte man sich einfach mal mit der Tatsache anfreunden, dass sich die sexuellen Phantasien von Frauen und Männern durchaus unterscheiden: Männer wollen Bilder, Frauen Szenarien. Kann man auch im Netz nachlesen. Allerdings nicht auf youporn.

    • Vielleicht sind die meisten Menschen im Stande Film von Realität zu trennen. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Dass Jugendliche leicht zu beeindrucken sind, ist klar. Aber meiner Erfahrung nach kommen Jugendliche umso besser mit der Trennung von Fiktion und Realität klar desto höher ihre Bildung ist. Und das Umfasst auch Videospiele und normale Filme.

    • Zuviel Pornographie erschwert die eigene Sexualität und steht einem freimütigen Umgang mit Sex innerhalb einer Beziehung im Wege.

      Einspruch. Jene Forschung, die mir bekannt ist, kommt zum Ergebnis, dass Pornografie inspirierend wirkt und der sexuellen Befreiung zuträglich ist und z.B. zum Ausprobieren neuer Stellungen und Szenarien animiert. Dass ist übrigens der Grund, warum Ultrakonservative, die nicht mehr als die Missionarsstellung tolerieren wollen, schon mal ein Bündnis mit PorNO-FeministInnen eingehen.

      • Und wenn Pornos auf einen selber nicht diese Wirkung hat, ist man dann ein Freak oder prüde oder ein ultrakonservativer PorNo-Aktivist? Ich kann mir schon vorstellen, dass eine bestimmte Art Pornos auf bestimmte Frauen (und Männer) eine eher einschüchternde Wirkung haben kann.
        Schon alleine aus den Gründen die du genannt hast.
        Es KANN inspririrend wirken, es kann aber auch genau die gegenteilige Wirkung haben, besonders wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt, weil lt. „Forschung“ ja Pornos auf alle anderen (inklusive den Darstellerinnen mit ihren quasi ununterbrochenen Orgasmen, die bereits bei minimalen Hautkontakt einsetzen) so super stimulierend wirken, während man selber das eher so meh findet.

      • Böse Wolf

        „Zuviel Pornographie erschwert die eigene Sexualität und steht einem freimütigen Umgang mit Sex innerhalb einer Beziehung im Wege.
        Einspruch. Jene Forschung, die mir bekannt ist, kommt zum Ergebnis, dass Pornografie inspirierend wirkt und der sexuellen Befreiung zuträglich ist und z.B. zum Ausprobieren neuer Stellungen und Szenarien animiert. Dass ist übrigens der Grund, warum Ultrakonservative, die nicht mehr als die Missionarsstellung tolerieren wollen, schon mal ein Bündnis mit PorNO-FeministInnen eingehen.“

        Du bleib mir lieber vom Leibe. Du hast schon die Großmutter verspeist. Ich kenne die Märchen. Ich falle auf diese Tricks nicht ein!

    • @ notizbuchfragmente
      Die Dame ist Sexualforscherin und weiß, wovon sie redet.

      Ja, wenn sie Sexualforscherin ist, dann ist das natürlich was anderes. Die sind rein objektiv, wie in den 70ern, wo sie – gegen jedes normale Anstandsgefühl, getragen von den Linken des Landes – doch tatsächlich einen „Konsens“ zwischen Erwachsenen und Kindern angenommen haben; geht übrigens zurück bis auf Kinsey. Der gute alte Freud sagte einmal: Wo die Scham aufhört, fängt der Schwachsinn an. Recht hatte er.

      SexualforscherInnen argumentieren in der Regel postmodern, das solltest du berücksichtigen.

      • Teminatus 30

        „Der gute alte Freud sagte einmal: Wo die Scham aufhört, fängt der Schwachsinn an. Recht hatte er.“

        Und er hat seine Kariere mit den „Besudelungen“ der Frauen gemacht. Soll heißen: Frauen haben auf seiner Quatsch ihre Tränen geflossen.

      • Freud sagte auch mal sowas von Penisneid und Kastrationsangst und Reinlichkeitserziehung, die zu Geiz führen kann und so´n paar Sachen.

        Er fing auch an mit dem Ödipus/Elektra Ding. Nur mal so.

      • @ marenlein
        Ja und Einstein hat mal einen Brief geschrieben, in welchem er indirekt den Bau einer Atombombe „gutgeheißen“ hat, darum ist die Allgemeine und die Spezielle Relativitätstheorie, der Nobelpreis nix mehr Wert – nur mal so.

    • Notizbuchfragmente

      „Soll hier diskutiert werden oder geht es nur um die üblichen Klischees, Frauen sind alle prüde und haben ein Problem mit Sex und deshalb muss sich der arme Kerl ja nen Porno reinziehen, was unvermeidlich wieder Theater gibt?“

      Hier geht es darum festzustellen, dass jeder erwachsener Mensch nach seiner Möglichkeit Folgen seiner Entscheidung zu tragen hat. Ich bin als Frau nicht prüde und über meinen Sex werde ich hier nicht reden. Ob sich mein Mann Porno reinzieht oder warme Socken anzieht, ist seine Entscheidung.

      „Ja, ich gebe Lucia Recht, der „klassische“ Porno, wie er auf einschlägigen Portalen zu sehen ist, birgt deutliche Probleme im Rollenverständnis.
      Bei Mädchen einerseits zur bereits geschilderten „Objekt-identifikation“ – zusätzlich bekommen viele das Gefühl, irgendwas „stimmt nicht“ mit ihnen, weil sie eben NICHT dauertgeil sind oder bei Analverkehr ohne Stimulation abgehen. Oder sich bei dieser ewigen Rumschreierei beim Sex einfach komisch vorkommen.“

      Du magst Deine Gründe fürs Verfassen dieses Absatzes haben. Übringens: Mit Porno kannst Du Geld verdienen!

      „Bei Jungs können Minderwertigkeitskomplexe aufkommen, da der Porno wieder die Klischees „belegt“, dass a) die Penisgröße alles ist (und Sachen wie Zuwendung, Zärtlichkeit, Leidenschaft oder einfach ne vernünftige, gute Technik egal) und b) der Mann eine Niete im Bett ist, wenn er nicht binnen einer Dreiviertelstunde (Minimum!) sechs Stellungen (Minimum) abarbeiten kann.“

      So weit sind die Jungs mit der Liebesbotschaft des „Christentums“ gekommen? – Auch, wenn die Bloger persönlich nicht glauben, bitte beachten, dass 2 Tausende Glaubens-Geschichte kein Luft-Hauch sind.

      „Ach so: Produzenten wie „x-art“ auf youporn (beispielsweise) zeigen, dass es durchaus auch „quality porn“ gibt, auf den sowohl Männer als auch Frauen stehen.“

      Immer noch behaupte ich: Mit Porno wird Geld gemacht. Oder glaubt einer hier, dass die Produzenten so Art Samariter sind, die sich der Lust der Verbraucher verpflichtet fühlen?

      „Tatsache anfreunden, dass sich die sexuellen Phantasien von Frauen und Männern durchaus unterscheiden: Männer wollen Bilder, Frauen Szenarien. Kann man auch im Netz nachlesen. Allerdings nicht auf youporn.“

      Da jegliche Studien falsifizierbar sind, müsste eigentlich ein Frage-Zeichen im Kopf des Betrachters erscheinen: http://www.youtube.com/watch?v=6vSdAsAV7LE&NR=1

      • @ lasdochdiedinger

        *Was bitte ist der „klassische “ Porno?*

        Na, Catull, Boccaccio, Chaucer, Aretino, Mirabeau, Cleland, Restif de la Bretonne, Nerciat, Goethe, Louÿs etc.

        So was halt.

        (De Sade ist langweilig, eine öde Enzyklopädie aller möglichen Perversionen – eher was für Briefmarkensammler, die auf Komplettheit wert legen, nichts für Tippse)

      • @ Alexander
        Kann ich nur zustimmen, DeSade hat, soweit ich mich noch erinnern kann, eine extreme Fixierung auf das „katholische Schulmädchen“ an den Tag gelegt, dass man schon gelangweilt sein kann. Natürlich kann man De Sade auch mit Adorno lesen, ihn selbst als das größte Opfer begreifen. Das ist wohl eine der besten Deutungen.

      • @ Terminatus

        Mein Lieblings“porno“ ist übrigens „Nur eine Nacht“ von Vivant Denon.

        Mit wieviel Anmut und Eleganz vermochte das 18. Jahrhundert pronographisch zu sein.

        Sollte sich Lucia mal zu Gemüte führen.

        Dann bekommt sie einen etwas weniger männerhassend eng geführten Blick auf männliche Sexualität.

        Eine Frage der Bildung.

        Nicht einmal zuerst eine der des Verstandes.

    • @ terminatus30

      Soweit ich weiss hat Einstein den Nobelpreis NICHT für die Relativitätstheorie bekommen, sondern für irgendwas mit Photonen.

  5. @Lucia

    „Und das Pornografie Vergewaltigungen verhindern soll, widersprechen Forschungen an Sexualstraftätern.“

    Also, ich habe von wissenschaftliche Untersuchungen gelesen, demnach Japan einer der niedrigsten Verbrecherrate bezüglich Sexualdelikten vorzuweisen hat, obwohl dieses Land gekannt ist für seine Vielfalt an Gewaltpornos.

    Und die meisten Männer können durchaus zwischen Pornografie, die lediglich Fantasien widerspiegeln, und der Realität unterscheiden. Mein Freund konsumiert auch oft Pornos, und finde das völlig okay. Oder gibt es irgendeinen plausiblen Grund, warum ich mir da Sorgen machen muss?

    • 1. Sind diese Forschungen mit deutschen sexual Straftätern gemacht worden.

      2. Woher soll ich wissen, ob es einen Grund für dich gibt, dir Sorgen zu machen? Ich bin ja nicht prinzipiell gegen Pornos, sondern nur gegen den Mainstream-Porno-Mist.

      • Geliebte Lucia,

        meinst Du jene Studie, in der ein Herr Glogauer 18, in Worten: Achtzehn Vergewaltiger im Knast befragte, ob Pornos die Schuld tragen und die daraufhin antworteten: „Ja natürlich, isch bin eigentlich Opfa“? Jene Studie also, die dann in feministischen Kreisen als Beleg der Theorie, dass Pornografie zu Vergewaltigung führt, rumgereicht wurde, ohne allerdings genauer zu erläutern, wie diese Studie durchgeführt wurde?

      • Was ist Mainstream Porno?
        Und welche Pornos sind gut, oder hinnehmbar?
        Hast Du für beides Beispiele?

        Du hast ja offensichtlich beide Arten von Pornos
        schon gesehen?
        „Konsumierst“ Du eigentlich regelmäßig, um auf dem
        Stand der „Forschung“ zu bleiben?

        Gibt es tatsächlich Genderpornos (Patent angemeldet)?
        Wenn nicht, wie ich hoffe, habe ich ja schon die Patentrechte.

      • Böser wolf

        „Geliebte Lucia,
        meinst Du jene Studie, in der ein Herr Glogauer 18, in Worten: Achtzehn Vergewaltiger im Knast befragte, ob Pornos die Schuld tragen und die daraufhin antworteten: „Ja natürlich, isch bin eigentlich Opfa“? Jene Studie also, die dann in feministischen Kreisen als Beleg der Theorie, dass Pornografie zu Vergewaltigung führt, rumgereicht wurde, ohne allerdings genauer zu erläutern, wie diese Studie durchgeführt wurde?“

        Es gibt matriarchale Völker (wo habe ich es wieder gelesen), die keine „Erzwinguns-Maßstäbe“ (Göttner-Abendroth), d. h Militär oder Knast kennen.

      • @ Starosczyk

        „Es gibt matriarchale Völker (wo habe ich es wieder gelesen), die keine „Erzwinguns-Maßstäbe“ (Göttner-Abendroth), d. h Militär oder Knast kennen.“

        Was machen diese Völker mit Vergewaltigern oder Mördern? Einfach ignorieren oder Lynchjustiz?

      • @ ichichich
        Ne, die schmeißen, wie bei „Die Götter müssen verrückt sein“, nicht die Cola-Flasche sondern den Menschen, der das getan hat, einfach irgendwo runter. Problem gelöst, dafür brauche ich keine Worte 🙂

    • Oder gibt es irgendeinen plausiblen Grund, warum ich mir da Sorgen machen muss?

      Wenn er eine Vorliebe für eine einzelne Darstellerin entwickelt?

      • „Wenn er eine Vorliebe für eine einzelne Darstellerin entwickelt?“

        Und wenn es irgendeine Darstellerin gäbe, die ihm besonders gefällt, was soll daran so schlimm sein? Sie ist auch nur eine Fantasie.

      • Hi Böser Wolf,
        mal interessehalber „Gegenstudien“ gegoogelt. Zur „Mainstreampornografie“ gibts wirklich wenig, allerdings zur „Gewaltpornografie“ einiges an Material.

        This document reports on a rapid evidence assessment (REA) of the evidence of harm to adults relating to exposure to extreme pornographic materials. It was conducted for the Home Office and Department of Health as part of a programme of research being conducted by the Department of Health on the health and mental health effects of prostitution, pornography and trafficking, rape and sexual assault, and sexual offending. This REA was commissioned by the Home Office before the Ministry of Justice was formed.

        Quelle: http://www.justice.gov.uk/publications/docs/280907.pdf

        Sehr interessante Metaanalyse von 100ten Studien.

      • 100e von Studien? Muss nicht viel heißen. Erstmal sind eine Unmenge von glühenden Pornografiegegnern angetreten, die genau die Ergebnisse ermittelten, die sie haben wollten. Zum Beispiel die „Toronto-Einsatzgruppe gegen Frauengewalt“. Diese beauftragte eine Feministin, die Beweise für den Zusammenhang zwischen Pornografie und sexueller Gewalt herbeizuschaffen. Die Frau kam zum gegenteiligen Ergebnis. Also ließ man die Studie verschwinden und versuchte es erneut mit David Scott, einem Gegner von Pornografie, et voilà! Häufig zitiert wird auch die Meese-Kommission, die zum Ergebnis kam, dass Pornografie „sozialschädliches“ Verhalten auslöse. Nicht gesagt wird dabei, was unter „sozialschädlich“ verstanden wird: Nämlich außerehelicher Verkehr, Selbstbefriedigung und Oralsex.

        Ein ganz wichtiger Punkt: Pornografie führt tatsächlich zu einer Steigerung der Aggressivität, aber nur dann, wenn dem Rezipienten das gezeigte nicht gefällt. Überspitzt ausgedrückt: Der prüde Konservative aus erzkatholischen Elternhaus, der keine „Rumhurerei“ sehen will, wird bei solcher tatsächlich aggressiv. Dieser Effekt tritt nicht auf, wenn einem das Material gefällt. Studien, die nicht um diesen Effekt bereinigt sind, sind wertlos.

      • @ Böser Wolf
        Nun mal langsam Cowboy. Ich bin ganz deiner Ansicht was Mainstream-Pornografie angeht. Was „Gewaltpornografie“ angeht bin ich anderer Meinung. Man könnte hier auch die Befürworter anführen, von denen ja auch „nicht wenige“ in paraphilen Zirkeln unterwegs sind 😉 Pauschalisieren möchte ich hier nicht.

        Diese Aussage übernehme ich allerdings – leider hier nur über Männer:
        „The findings of the meta-analyses indicated an increased susceptibility to the influence of pornographic material on men who are measured as having a combination of high predisposing aggression levels, past histories of sexual and other aggression, self-reported likelihood to rape and sexual arousal to rape depictions.“

        Und was das Verbot von Gewaltpornografie für Kinder und Jugendliche angeht, sind wir wohl einer Meinung.

      • Böser Wolf

        „Oder gibt es irgendeinen plausiblen Grund, warum ich mir da Sorgen machen muss?
        Wenn er eine Vorliebe für eine einzelne Darstellerin entwickelt?“

        Und dabei die Souveränitäts-Grenzen der Anderen nicht verletzt… Du – wie wir schon feststellten, hattest mal Vorliebe fürs Verspeisen so einiger weiblicher Wesen, oder?

    • @Lucia

      „1. Sind diese Forschungen mit deutschen sexual Straftätern gemacht worden.“

      Das ändert trotzdem nichts daran, dass es in Japan weniger Sexualstraftäter gibt trotz Gewaltpornos. Woran liegt es deiner Meinung nach?

      „2. Woher soll ich wissen, ob es einen Grund für dich gibt, dir Sorgen zu machen? Ich bin ja nicht prinzipiell gegen Pornos, sondern nur gegen den Mainstream-Porno-Mist.“

      Sag du mir doch, welche Sorgen ich mir machen muss! Mein Freund bevorzugt nämlich diese Mainstream-Pornos, was immer du dir darunter vorstellst magst.

      • @ Stephi
        Ich würde hier schon unterscheiden. Die japanische Kultur ist in meinen Augen (noch) nicht generell mit der unseren vergleichbar. Außerdem „trotz Gewaltpornos“ stimmt auch nicht in der Art, wie du es vorbringst. In japanischen Mainstreampornos dürfen nicht einmal die männlichen Geschlechtsteile unverpixelt gezeigt werden. Niemand bestreitet, dass es eine „verbreitete Subkultur“ vom „normalen“ BDSM über Genki-Genki und anderes gibt, die kulturübergreifenden Schlussfolgerungen teile ich nicht.

        Zur Frage nach dem Rückgang der Übergriffe wird immer auf Milton verwiesen.
        http://www.hawaii.edu/PCSS/biblio/articles/1961to1999/1999-pornography-rape-sex-crimes-japan.html

        Andererseits werden jedes Jahr mehr als 4000 Männer in Japan inhaftiert, weil sie „ihre Finger nicht an sich lassen“ konnten – „Groping“

        http://www.japanfortheuninvited.com/articles/train-groping.html

        Es ist letztlich sicher alles ein für-und-wider.

      • Dann eben USA intern: In New Hampshire mit einer liberalen Gesetzgebung bezüglich Pornografie sind sexuelle Übergriffe seltener als in Utah, wo Pornografie am schwersten zu beschaffen ist.

      • @Stephi

        Auch Du scheinst zu wissen, was „Mainstream Pornos“
        sind?
        Wie könnte Dein Freund diese sonst bevorzugen?
        Sind das „Gender Mainstream“ Pornos?

      • Sag du mir doch, welche Sorgen ich mir machen muss! Mein Freund bevorzugt nämlich diese Mainstream-Pornos, was immer du dir darunter vorstellst magst.

      • *Dann eben USA intern: In New Hampshire mit einer liberalen Gesetzgebung bezüglich Pornografie sind sexuelle Übergriffe seltener als in Utah, wo Pornografie am schwersten zu beschaffen ist.*

        Hm, irgendwie erscheint es mir unwissenschaftlich, aufgrunddessen eine Kausalität herzustellen… Besonders wenn man bedenkt, dass sich diese beiden Bundesstaaten doch sehr voneinander unterscheiden (Mormonen, Klima, Geschichte). Müsste man andere Faktoren da nicht auch mit einbeziehen?

      • @Starosczyk

        Bist du mein Immitator oder was?

        @lasdochdiedinger

        „Auch Du scheinst zu wissen, was „Mainstream Pornos“
        sind?“

        Ich würde nicht sagen „wissen“, aber unter einem sogenannten Mainstream-Porno verstehe ich Pornos, in der ein gutbestückter, omniptenter Mann eine gutaussehende, leicht zu habende Frau Sex hat, und das beginnt mit Oralsex (Blowjob), Geschlechtsverkehr in ein paar verschiedene Stellung und endet damit, dass der Mann in den Mund der Frau ejakuliert. Das ist zumindestens das, was ich meistens sehe.

        „Sind das „Gender Mainstream“ Pornos?“

        Wie kommst du denn darauf?

      • Stefie

         „@Starosczyk
        Bist du mein Immitator oder was?
        @lasdochdiedinger
        „Auch Du scheinst zu wissen, was „Mainstream Pornos“
        sind?“
        Ich würde nicht sagen „wissen“, aber unter einem sogenannten Mainstream-Porno verstehe ich Pornos, in der ein gutbestückter, omniptenter Mann eine gutaussehende, leicht zu habende Frau Sex hat, und das beginnt mit Oralsex (Blowjob), Geschlechtsverkehr in ein paar verschiedene Stellung und endet damit, dass der Mann in den Mund der Frau ejakuliert. Das ist zumindestens das, was ich meistens sehe.
        „Sind das „Gender Mainstream“ Pornos?“
        Wie kommst du denn darauf?“

        Hä? Wenn mir die Spucke ausbleibt, sage ich zu meinem Mann: „Ich habe dich auch lieb.“

  6. *Males who found the Playboy-type centerfolds more pleasant rated themselves as less in love with their wives.*
    *aus meiner Sicht eine zu erwartende Reaktion. Wenn man eine 10 zur Auswahl hat, dann erscheint die 6 eben weniger attraktiv als wenn sie nur mit einer 8 verglichen wird. Und da bei Männern Schönheit ein höheres Gewicht in den Partnerwahlkriterien hat beeinflusst es auch die Wertung mehr.*

    Ich sach mal so: Wie kaputt muss man denn bitte sein, dass sowas Auswirkungen hat.
    Ich lehn mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und sage, die meisten Leute haben ihre Frau nicht in erster Linie wegen ihrer strammen Möpse geheiratet (und wenn es so ist haben wir hiermit die Erklärung für die Scheidungsrate, nicht die Feministinnen, nein der natürliche Alterungsprozess jeder Frau. Puh! -.-)
    Zu sagen, man fände eine Frau optisch ansprechender als die eigene ist das Eine. Aber zu sagen, man liebe seine Frau weniger deswegen ist… Mein Gott,das ist ja wie in American Psycho!

    • „Ich sach mal so: Wie kaputt muss man denn bitte sein, dass sowas Auswirkungen hat.“
      Das ist bei Männern nun mal so. Das Aussehen spielt eben eine ganz große Rolle. Dieselben Männer würden nach einem romantischen Wochenende zu zweit ihre „Liebeswertung“ wieder nach oben schrauben.
      Wo ist eigentlich dein Problem? Ich fühle mich hier als Mann persönlich angegriffen. Ich finde dicke Frauen nicht attraktiv. Fange ich deswegen jetzt an, deren Charakter in Frage zu stellen? Wie kaputt muss man denn sein, um sich so gehen zu lassen?

      • Kommutaror

        „Das ist bei Männern nun mal so. Das Aussehen spielt eben eine ganz große Rolle.“

        Vielleicht muss ich ohne einen Mann leben…

      • @Kommutator
        *Das ist bei Männern nun mal so. Das Aussehen spielt eben eine ganz große Rolle. Dieselben Männer würden nach einem romantischen Wochenende zu zweit ihre „Liebeswertung“ wieder nach oben schrauben.*

        Aha? Trotzdem sie genauso aussieht wie vorher? Also doch nur Gelaber?

        Und du fühlst dich als MANN (!) angegriffen, wenn ich Männern im Allgemeinen mehr Tiefsinn und Charakter unterstelle als hier angegeben?
        Das ist echt gut. 😀

  7. Passiert das bei Männern über 16?

    Anscheinend, eine Frau formulierte jene Sorge in einem Forum. In einem anderen Forum („Brigitte“) erlaubten Frauen den (ihren) Männern Pornografie, solange sie sich nicht auf eine einzelne Darstellerin fixierten.

      • Lassdochdiedienger

        o „Also kein „Mainstream“ Porno?
        Eine ist immer die Schönste?
        Vielleicht die Rothaarige? “

        Wenn Du dir mich als potenzielles Opfer aus-ersonnen hast, kannst Du es vergessen. Ich bin nicht rothaarig.

    • Der böse Wolf

      „Passiert das bei Männern über 16?
      Anscheinend, eine Frau formulierte jene Sorge in einem Forum. In einem anderen Forum („Brigitte“) erlaubten Frauen den (ihren) Männern Pornografie, solange sie sich nicht auf eine einzelne Darstellerin fixierten.“

      Nur eine Mahlzeit wäre bisschen knapp oder?

  8. Interessant fand ich die jüngste Debatte über den Zusammenhang von Jugendsexualität und Pornografiekonsum in Deutschland, der durch diese beiden Stern-Artikel ausgelöst worden war:

    Generation Porno – Je mehr Sex, desto besser

    http://www.stern.de/tv/sterntv/generation-porno-je-mehr-sex-desto-besser-639443.html

    Sexuelle Verwahrlosung. Voll Porno

    http://www.stern.de/politik/deutschland/sexuelle-verwahrlosung-voll-porno-581936.html

    In den Artikeln wurde die Ansicht vertreten, dass es insbesondere in der Unterschicht eine besorgniserregende Tendenz gebe, dass Kinder und Jugendliche zu früh mit pornographischem Material konfrontiert würden und dies prägend auf ihre eigenen sexuellen Verhaltensweisen wirken würde.

    Die von mir geschätzte Feministin Elisabeth Badinter bemerkte zu diesem Thema einmal treffend:

    „Pornographie ist immer kriminell, wenn sie mit Minderjährigen in Kontakt kommt. Für Erwachsene ein Spiel, kann Porno schnell zum sexuellen Vorbild für Jüngere werden. Und das ist nicht akzeptabel. Ansonsten sollte man nicht zu scharf zensieren: nicht nur Männer sehen sich Pornographie an.“

    http://www.cafebabel.de/article/22665/elisabeth-badinter-es-braucht-seine-zeit-um-ein-ma.html

    Dass eine sexuelle Sozialisation primär durch Pornographie, insbesondere durch Extrem-Pornographie, sich nur negativ auf Kinder und Jugendliche auswirken kann, ist natürlich unumstritten. Die zu klärende Frage, welche die Artikel aufwerfen, ist, wie verbreitet die dargestellten Phänomene wirklich sind, ob hier im Wesentlichen Einzelfälle stark verallgemeinert werden oder ob in der Unterschicht tatsächlich eine signifikante Häufung entsprechender Fälle zu verzeichnen ist.

    Interessanterweise wurde die Art und Weise, wie der Stern das Thema behandelte, unabhängig voneinander speziell von zwei Personen kritisiert, die ansonsten recht wenig gemeinsam haben: Andreas Kemper und Arne Hoffmann.

    Andreas Kemper hält die Stern-Artikel für klassistisch. Sie diskriminierten pauschal und ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage Angehörige der Arbeiterklasse als sexuell verwahrlost.

    Kemper dazu: „ArbeiterInnen wird, wie auch die aktuelle „Unterschicht“debatte zeigt, nach wie vor hohe sexuelle Aktivität zugeschrieben, was heute an der Anzahl der Kinder abgelesen wird oder auch an einem zugeschriebenen freizügigen Umgang mit Pornographie. In diesem Zusammenhang initiierte das Magazin „Stern“ im Frühjahr 2008 eine Medienkampagne über die „Sexuelle Verwahrlosung“ der „Unterschicht“. SozialarbeiterInnen und KriminologInnen konnten Stories über Eltern liefern, die in bestimmten Vierteln gemeinsam mit ihren Kindern Pornos schauten; darüber, dass bereits 9-jährige regelmäßig Pornofilme schauten; dass diese Kinder über keine Medienkompetenz verfügten und das dort geschaute 1:1 nachspielten. Außerdem wäre bei Jugendlichen aus der „Unterschicht“ auffällig, dass sie sich nicht mehr küssten, sondern nur noch emotionslos Sex praktizierten.
    Zeitungsartikel und Fernsehberichte über die „sexuelle Verwahrlosung der Unterschicht“ folgten. Seriöse Untersuchungen hierüber gibt es allerdings nicht. Zumindest nicht in Deutschland. Sigusch zufolge ist die letzte Untersuchung zum Pornokonsum so alt, dass sie sich auf die Auswertung von Dias stützte, da es noch keine Videos als Massenkonsumartikel gab. Greift man hingegen auf eine jüngere skandinavische Untersuchung über den Pornografiekonsum von Heranwachsenden zurück, dann relativiert sich das Bild sehr stark: Tatsächlich habe ein enormer Anstieg des Pornografiekonsums unter Jugendlichen beiderlei Geschlechts stattgefunden. Allerdings ist in dieser Studie weder die Rede von einem Unterschichtenproblem, noch von einer 1:1 Umsetzung. Die Jugendlichen verarbeiteten die Inhalte, indem sie darüber untereinander kommunizierten. Es konnte allerdings eine leichte Verstärkung von Geschlechterrollen festgestellt werden.“ (Andreas Kemper & Heike Weinbach – Klassismus. Eine Einführung, 2009, S. 151 f.)

    Andreas Kemper ist hier mit seiner Forderung nach seriösen Untersuchungen zum Zusammenhang von Pornografiekonsum und Sexualverhalten von Jugendlichen sicherlich Recht zu geben. (Es erstaunt allerdings schon, solche Forderungen nach Seriosität und Wissenschaftlichkeit ausgerechnet von Kemper zu vernehmen, der ja mit seiner im stalinistischen Geiste verfassten Anti-Männerrechtler-Hetzschrift „(R)echte Kerle“ den vermutlich mit Abstand dümmsten, unsachlichsten, undifferenziertesten und argumentationsfreiesten Text abgeliefert hat, der bislang zum Thema verfasst worden ist und der mit der seriösen biologischen Forschung z.B. zu Geschlechterfragen in geradezu fanatischer Weise auf Kriegsfuß zu stehen scheint. Es würde dem guten Kemper gewiss nicht schaden seine berechtigte Forderung nach Sachlichkeit, Wissenschaftlichkeit und Seriosität auch mal auf seinen eigenen Umgang mit dem Themenkomplex Feminismus/Männerrechtsbewegung zu übertragen, anstatt sich im Malen von plumpen und dümmlichen Schwarz-Weiß-Bildern zu gefallen. Er kann nämlich tatsächlich auch anders – zwischen seinem Klassismus-Buch und seinem Anti-Männerrechtler-Pamphlet liegen Welten hinsichtlich Niveau und Qualität.)

    Auch der links-liberale, von mir geschätzte Männerrechtler Arne Hoffmann, den Kemper nicht leiden kann, hat sich kritisch zu der Thematik geäußert.

    Hoffmann dazu: „Pornos sind die Theorie, Vergewaltigung ist die Praxis“ – solche ideologisch aufgeladenen Sprüche aus den Siebziger Jahren mögen vielen aus heutiger Sicht vorkommen wie finstere Vergangenheit. Allerdings tritt die Angst vor erotischen Fotos und Filmen alle paar Jahre wieder zum Vorschein, zuletzt 2007, als eine Stern-Reportage die Furcht vor einer angeblichen „Generation Porno“ schürte. Gemeint war damit eine durch die leichte Verfügbarkeit von Pornos im Internet sexuell angeblich immer aggressivere und enthemmtere Jugend.
    Erst der angesehene Jugendforscher Professor Klaus Hurrelmann brachte in einem Interview mit der Zeit das Schrillen der Alarmglocken zum Verstummen: „Die Generation Porno ist ein Schreckgespenst“, erklärte Hurrelmann. „das kann man schon nicht mehr in Prozenten ausdrücken – es sind Promilleanteile eines Jahrgangs, bei denen es, wie wir das sagen, zu riskantem Sexualverhalten kommt. Die Zahl ist seit Jahren gleich.“ Etwa ein Jahr später gab die Studie Jugendsexualität 2010 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Hurrelmann Recht (…).“

    Das von Arne Hoffmann angesprochene Interview mit Klaus Hurrelmann findet sich hier:

    http://www.zeit.de/2009/30/Jugend-Erstes-Mal-Interview-30

    Die angesprochene Studie „Jugendsexualität 2010“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung findet sich hier:

    http://www.forschung.sexualaufklaerung.de/fileadmin/fileadmin-forschung/pdf/Jugendsexualitaet.pdf

    Ein Spiegel-Artikel dazu hier:

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,715103,00.html

    Und hier habe ich noch einen Bericht einer Fachtagung zu „Jugendsexualität und Neue Medien“ gefunden:

    http://landesblog.de/2011/06/voll-krass-porno-fachtagung-zur-jugendsexualitat-und-neue-medien/

    Bislang konnte die in den obigen Stern-Artikeln befürchtete signifikante Zunahme sexuell verwahrloster Jugendlicher in Deutschland glücklicherweise also nicht empirisch belegt werden. Hoffen wir, dass dies langfristig auch so bleibt.

    Ich sehe trotzdem einige Pornographie-Sparten als problematisch an und möchte, dass sie verboten werden. (Arne Hoffmanns Plädoyer auch für Gewaltpornos teile ich z.B. nicht.) Während ich der Ansicht bin, dass die konventionelle Männer- und Frauenpornographie in einer freien Gesellschaft grundsätzlich erlaubt sein sollte, sehe ich sehr wohl eine deutliche Tendenz zur Verrohung bezüglich der Existenz einiger anderer Pornographiesparten, z.B. Gewalt- und Vergewaltigungspornographie, Fäkalienpornographie, Double Anal, Anal Fisting, Eye-Cum und ähnliches.
    Insbesondere auch ein Verbot von Schwangerenpornographie würde ich sehr begrüßen.

    Ich bedaure, dass hinsichtlich der genannten Pornographiesparten (und einiger anderer) ein Verbot nicht selbstverständlich ist. Die Freiheit zur Darstellung von Sex ist ein hohes Gut, aber sie sollte nicht die Freiheit zur Darstellung jeglicher sexuellen Pathologie bedeuten.

    Die radikalfeministische Diskriminierung von Pornodarstellerinnen als grundsätzlich „psychisch krank“ sollte zurückgewiesen werden. Was aber besonders extreme und entwürdigende, schmerzhafte oder potentiell gefährliche Pornografiesparten angeht, besteht für mich wenig Zweifel daran, dass hier tatsächlich ein hoher Anteil von Darstellerinnen (oder im Falle von Schwulenpornos von männlichen Darstellern) mit psychischen Störungen von der Pornoindustrie verheizt wird.

    • @ Leszek
      Ich gratuliere dir zu dieser, wie ich finde sehr ausgewogenen Darstellung. Ich stimme dir in Vielem zu, gebe jedoch Folgendes zu bedenken: Wenn Jugendliche z.B. BDSM konsumieren heißt das nicht unbedingt, dass sie verhaltensauffällig werden, d’accord, aber anzunehmen ist, dass sie das, was sie sehen auch oftmals in Beziehungen mit hineintragen. Und da sehe ich schon Gefährdungspotential. Ein 17jähriger Junge, der sieht, wie „Frauen abgehen“ – gespielt oder nicht -, wenn man ihr „devotes Potential“ anspricht, wird das auch wollen und sich denken, warum soll ich mir die Mühe machen, wenns so auch geht. Viele Mädchen werden dann mitmachen, weil sie die Jungs ja lieben. Solche Faktoren findest du in keinen Studien.

      Gewaltpornografie hat nichts bei Kindern und Jugendlichen verloren. Da stimme ich dir zu 100% zu. Eine Radikalisierung im Pornomarkt ist in meinen Augen ebenfalls nicht mehr verleugbar. Was ich so als „Otto-Normalverbraucher“ mitbekomme ist sehr wohl eine Steigerung von vormals „Analverkehr“ hin bis jetzt zu „Väkalpornografie oder auch KV Pornografie genannt“ bis hin zu öffentlichen! verbotenen SM-Sessions (Stichwort: Kink) auch in Deutschland. Ich frage mich, wann der/die erste öffentlich zu Tode gefoltert wird. Stichwort: Snuff.

      Dass viele Darstellerinnen verheizt werden, vor allem in diesen Sparten scheint mir eine Tatsache zu sein. Ich finde es auch schade, dass es „evangelikaler Fundamentalisten“ wie Frau Lubben oder von anderer Seite, Frau Schwarzer bedarf um dies festzustellen.

      36 porn stars died that we know of from HIV, suicide, homicide and drugs between 2007 and 2010.

      http://www.thepinkcross.org/

      Wenn das stimmt, ist das ein Skandal!

      Ob es in der „Mainstreampornografie“ so ist, wage ich zu bezweifeln.

      Wenn du Arne Hoffmann hier als Leumundszeugen nennst, muss ich dir postmodern antworten, dass ich Hoffmanns Urteil als „befangen“ hierzu zurückweise. Jemand, der auf seiner Homepage zur „Sadomasochistischen Jugend“ verlinkt, kann in meinen Augen nicht vorurteilsfrei über BDSM und Jugend handeln, ganz ungeachtet seiner Verdienste um Männer- und Jungenrechte. Ich persönlich halte eine solche Organisation – nicht seine Verlinkung hierzu – für äußerst fragwürdig. „Jugend“ beginnt nicht erst ab dem 18ten Lebensjahr, wie dort weisgemacht wird. Fraglich und zu beobachten!

      Das erinnert mich so ein wenig an verschiedene Pädophilenorganisationen, die sich für Kinderrechte starkmachen um dann das Recht des Kindes auf seine Sexualität einzuklagen.

      • @Terminatus 30

        Mit Deiner Kritik an der BDSM-Pornographie hast Du m.E. Recht.

        Wer die entsprechende Neigung hat, muss auf jeden Fall die Freiheit haben, sie auszuleben. Aber es muss auch meiner Ansicht nach nicht unbedingt entsprechende Pornos geben.

        Ich sehe gerade, dass ich weiter oben hinsichtlich der Rechtslage in Deutschland und in anderen Ländern eine zu wenig differenzierende Formulierung benutzt habe.
        Daher kurz noch mal dazu:

        In den meisten Ländern, in denen es Pornographie gibt, sind Darstellungen sexueller Gewalt nicht verboten.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Pornografie#Rechtslage

        In Deutschland ist die Verbreitung von Gewaltpornographie und Vergewaltigungspornographie im eigentlichen Sinne verboten, was ich für richtig halte.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltpornografie

        Einzelne Gewalthandlungen in der Mainstream-Pornographie kommen leider trotzdem nicht selten vor. Und manches andere kranke Zeug ist in Deutschland auch straffrei.

        Warum gibt es in der Pornographie überhaupt diese häufige Tendenz Sexualität mehr oder weniger stark mit Dominanz und Gewalt zu vermischen?

        Der Humanethologe Irenäus Eibl Eibesfeldt ist der Auffassung, dass sich dies von den dem Reptilienhirn entsprechenden Anteilen des menschlichen Hirnstammes herleitet.

        (Eigentlich bin ich kein so großer Fan von Irenäus Eibl Eibesfeldt, dessen Neigung zum biologischen Determinismus mir häufig zu weit geht, aber bei dieser Sache halte ich seine Erklärung für plausibel.)

        Irenäus Eibl Eibesfeldt:

        „Männliches Dominanzverhalten ist eng mit männlicher Sexualität verknüpft. Das ist wohl altes Wirbeltiererbe, von dem wir uns allmählich befreien. Bei vielen Fischen aber auch einigen höheren Säugetieren besteht die Balz zunächst im gegenseitigen Imponieren. Auch das Weibchen drohimponiert in solchen Fällen. Wer dabei siegt, übernimmt die Rolle des Männchens – und das sind meist die Männchen. Zu einer erfolgreichen Verpaarung kommt es also nur, wenn es dem Männchen gelingt über den Geschlechtspartner zu dominieren. Männliche Sexualität verträgt sich dementsprechend mit Aggressivität, nicht aber mit Angst. Bei der weiblichen Sexualität ist es dagegen genau umgekehrt: Aggressive Motivation hemmt sie bei den meisten Wirbeltieren, während Fluchtmotivation die sexuelle Bereitschaft des Weibchens keinesfalls unterdrückt. Das Werben der männlichen Meerechsen besteht zum Beispiel aus Drohimponieren. Paarungsbereite Weibchen antworten darauf mit Unterwerfung, indem sie sich flach auf den Bauch legen, ein Signal, das zur Kopulation auffordert. Männliche Dominanz und weibliche Unterwerfung sind die Kennzeichen der Dominanzsexualität der Reptilien.
        Mit der Entwicklung der Prosozialität bei Vögeln und Säuglingen wurde diese archaische Dominanzsexualität durch neue fürsorgliche Verhaltensmuster und Motivationen überlagert und die Fähigkeit zu individualisierten Bindungen ausgebildet. Die menschliche Sexualität ist durch Liebe und Fürsorglichkeit charakterisiert. Die Anlagen zur archaischen Dominanz- und Unterwerfungssexualität haben sich jedoch nicht aufgelöst. (Die dem Reptilhirn entsprechenden Anteile des menschlichen Hirnstammes bilden immerhin noch eine faustgroße Masse.) Sie wurden von der affiliativen Sexualität überlagert, spielen aber immer noch eine große Rolle. Zwischen Sexualität und männlichem Dominanzverhalten bestehen nach wie vor starke Beziehungen. (…) Es gibt eine männliche sexuelle Dominanzlust, die allerdings normalerweise durch die prosoziale, fürsorgliche Sexualität unter Kontrolle gehalten wird. Entsprechend gibt es auch eine Unterwerfungslust der Frau, was sich aus der Verbindung von Angst und sexueller Erregung schlussfolgern lässt. (…) Das heißt jedoch nicht, dass Frauen sexuelle Gewalt erleben wollen, noch dass Männer getrieben werden, solche auszuüben. Dominanz und Unterwerfungsbereitschaft halten sich normalerweise in Grenzen. Zärtlichkeit und Liebe überlagern diese alten Dispositionen (…).

        Irenäus Eibl Eibesfeldt – Die Biologie menschlichen Verhaltens, S. 361 f.

        Dominanz und Gewalt in der Pornographie also als Reinszenierung von Tendenzen des Reptiliengehirns.

        • @leszek

          Sehr interessant!
          Man darf auch nicht vergessen, dass intrasexuelle Konkurrenz bei vielen Tierarten eine Rolle spielt und diese bei den Männchen häufig über (Wett-)Kämpfe ausgetragen wird. Männer-Männer-Wettbewerb führt üblicherweise dazu, dass das Männchen in der Spezies größer ist als das Weibchen. Das dies bei uns Menschen der Fall ist, spricht für eine Geschichte eines starken intrasexuellen Wettbewerbs zwischen Männern. Zumal einer unser nächsten Verwandten, der Gorilla uns ja recht nachdrücklich zeigt, wie so etwas geht.

      • @ Leszek

        Was sollte denn ein Verbot von Gewaltpornographie umfassen?

        Nur bildliche Darstellungen?

        Auch schriftliche Gewaltpornographie?

        Dann müsste de Sade auch verboten werden.

        Ein Pasolinifilm wie die 100 Tage von Sodom müsste verboten werden.

        Wie grenzt man Pornografie von Kunst ab?

        Ist de Sade Kunst?

        Ich werde immer nervös, wenn staatliche Verbote in’s Spiel gebracht werden, besonders dann, wenn keine klaren Abgrenzungen möglich sind.

        Denn der Staat hat die Tendenz, scheibchenweise seine Macht auszudehnen, immer weiter und tiefer zu überwachen und zu kontrollieren.

        Daraus zieht er seine Legitimation.

        Am Ende bleibt von persönlicher Freiheit nur ein kümmerlicher Rest.

        Man wird immer gute Gründe finden, Rede -, Kunst – ,Wissenschaftsfreiheit einzuschränken.

        Die eindeutigen Fälle sind einfach.

        Aber wie grenzt man ab?

        Wie hält man es mit de Sade und Pasolini z.B.?

        Wenn Darstellung von Gewalt in Zusammenhang mit Sex verboten wird, was macht man mit Gewaltdarstellungen in Western/Kriegsfilmen?

        Vom Autor vielleicht gedacht als Kritik, wird sie von Zensoren als zur Unterhaltung eingeseitzt eingestuft und das kritisch Gedachte bequemerweise verboten.

      • Tja Roslin,
        wie findet man das richtige Gleichgewicht zwischen dem destruktiven „alles (oder fast alles) ist erlaubt“ und dem ebenso destruktiven „alles (oder fast alles) ist verboten“? Es gibt m.E. keine einfachen Antworten auf Fragen dieser Art. Es sind immer schwierige ethische Abgrenzungsfragen, aber man kommt nicht ohne aus, denke ich.

        In literarischer Hinsicht teile ich grundsätzlich Susan Sontags in ihrem Essay „The Pornographic Imagination“ dargestellte Auffassung von der Legitimität der Pornographie als anspruchsvolles literarisches Genre. De Sades Werke halte ich an sich durchaus für wichtiges europäisches Kulturgut und würde mich gegen ein Verbot wenden. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass es tatsächliche schon sadistische Mörder gegeben hat, die sich auf seine Weltanschauung berufen haben. Auch bei De Sade ist es also schon nicht ganz so einfach. Andererseits gibt es auch die psychoanalytische Interpretation, dass De Sades Werke ein wesentlicher Faktor gewesen seien, der es der französischen Kultur ermöglicht habe, sich mit den destruktiven Aspekten der menschlichen Natur auf eine Art und Weise zu beschäftigen, die sie letztendliche für faschistische Bestrebungen weniger anfällig gemacht habe. Schwierig zu belegen, aber man kann ruhig mal drüber nachdenken.

        Ich tendiere an sich dazu, dass Gewalt und Sex in der bildlichen Pornographie weitgehend getrennt werden sollte. Terminatus obige Argumentation hinsichtlich des Lerneffektes von gewalttätigen Handlungen in der Pornographie hat m.E. schon etwas für sich und ist ja auch mit aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung gut im Einklang. Vielleicht dehne ich sein Argument jetzt weiter aus, als er es eigentlich gemeint hat, aber an sich würde ich meine Position kurz zusammenfassen: Pornographie ja, Gewalt in der Pornographie nein.

        Wer BDSM-Neigungen hat, soll die Freiheit haben diesen nachzugehen, würde ich auch, wenn ich sie hätte – aber was pornographische Bilder und Filme angeht, finde ich Einflüsse zur starken Aktivierung archaisch-aggressiver Reptiliengehirneinflüsse nicht wünschenswert.

        Die Porno-Industrie hat – aus Gründen der Profitmaximierung, nicht aus patriarchalischen Gründen – die Tendenz jegliche moralische Grenze so weit hinauszuschieben, wie es ihr irgendwie erlaubt ist. Man sollte ihr eine klare Grenze setzen und sie zur Einhaltung zwingen.
        Und da finde ich „keine Gewalt“ ein gut begründbares und relativ einfach zu handhabendes Kriterium. Potentiell riskante und gesundheitsschädliche sexuelle Praktiken sollten natürlich auch unterbunden werden.
        Ich hätte da noch einige weitere Vorschläge zur „Humanisierung“ der Pornographie, aber es fehlt die Zeit.

        (Aber schon amüsant, dass Du als Konservativer hier liberaler argumentierst als ich.)

        Was Literatur angeht, finde ich BDSM grundsätzlich nicht problematisch. BDSM-Romane oder Sachbücher werden vermutlich primär von Personen gekauft, die diese Neigung bereits haben und sind für diese Personengruppe hilfreich. Die leichte Verfügbarkeit von BDSM-Pornographie zieht dagegen potentiell auch viele neugierige Jugendliche an und die unmittelbare bildliche Darstellung erleichtert die Nachahmung.

        Gewaltdarstellungen in Western/Kriegsspielen sind m.E. dann potentiell schädlich, wenn sie über allgemeine Gewalthandlungen hinaus spezifische potentiell zur Nachahmung geeignete, stark grausame und sadistische Akte in konkreten und unmittelbaren Bildern darstellen. Das kann Personen mit schweren Persönlichkeitsstörungen zur Inspiration anregen, und so was ist auch schon häufiger passiert. Diese Leute hätten zwar sowieso gewalttätige Handlungen begangen – das wird nicht durch Filme erzeugt – aber sie hätten ihre Opfer dann nicht in dieser spezifischen grausamen Weise behandelt, die sie sich aus den entsprechenden Filmen abgeguckt hatten.

    • Leszek

      Hä? Wenn mir die Spucke ausbleibt, sage ich zu meinem Mann: „Ich habe dich auch lieb.“

      Was? Nur, weil ich keiner Sahne-Schicht angehöre, soll ich mit Porno-Konsum in Zusammenhang gebracht weden?

      „SozialarbeiterInnen und KriminologInnen konnten Stories über Eltern liefern, die in bestimmten Vierteln gemeinsam mit ihren Kindern Pornos schauten; darüber, dass bereits 9-jährige regelmäßig Pornofilme schauten; dass diese Kinder über keine Medienkompetenz verfügten und das dort geschaute 1:1 nachspielten.“

      Vielleicht waren die unterschichtigen Eltern-Teile dermaßen apathisch, dass sie nicht mal wahrnahmen, was grade die Fernseher-Bilder liefern? Wurde eine derartige Überlegung angestellt?

      Ich habe als Kind eine 1:1 Übertragung der Supermänner geliefert.

      „Es würde dem guten Kemper gewiss nicht schaden seine berechtigte Forderung nach Sachlichkeit, Wissenschaftlichkeit und Seriosität auch mal auf seinen eigenen Umgang mit dem Themenkomplex Feminismus/Männerrechtsbewegung zu übertragen, anstatt sich im Malen von plumpen und dümmlichen Schwarz-Weiß-Bildern zu gefallen. Er kann nämlich tatsächlich auch anders – zwischen seinem Klassismus-Buch und seinem Anti-Männerrechtler-Pamphlet liegen Welten hinsichtlich Niveau und Qualität.)“

      Diese Forderung nach Sachlichkeit, Wissenschaftlichkeit und Seriosität ändert nichts daran, dass auch der untersuchende Wissenschaftler seinen eigenen Senf zu seiner Studie gibt.

  9. So richtig zugegeben, dass Pornographie die eigenen Wünsche verändert, hat unlängst Peter Redvoort in „Pornos machen traurig“. Offen ist, wieviele Pornos er sich angeguckt hat …

    Volker

  10. @ Volker
    Es wäre ja auch vermessen, zu behaupten, dass fortgesetzter Pornografiekonsum nicht die eigene Wunschdimension berühren würde. Ansich ist dagegen ja auch nichts einzuwenden, mit ein wenig Neugier kann das eine Partnerschaft durchaus bereichern, wenn …, ja wenn da nicht die prinzipielle Unterschiedlichkeit der Zugangsweise erstens der Geschlechter und zweitens der Individuen ansich wäre. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Paare scheinen mir da Konflikte schon vorprogrammiert zu sein.

  11. Ohne mir jetzt alles durchgelesen zu haben,
    fällt mir noch zu der BDSM-Diskussion („muss das Frauen Angst machen? Gefährdet das die Jugend ?“) ein, dass bei großen amerikanischen Firmen (bzw. deren Erzeugnissen) stets alle Darsteller(innen) nochmal im Bademantel nach dem eigentlichen Dreh zusehen und zusammen rumkichern, einen Eindruck von „wir machens gerne und haben uns alle lieb“ machen wollen.
    Das finde ich eine schöne Geste dem Konsumenten gegenüber.
    Humor überhaupt, das wurde glaube ich noch nicht angesprochen, macht Pornos sympathischer. Wenn nicht jeder Patzer rausgeschnitten wurde und auch mal über-sich-selbst-Lachende Darsteller zu sehen sind.
    Hat vielleicht was mit diesem Menschlichem, dem Vertrauen wollen, zu tun. Könnte mir vorstellen. dass Frauen eher daran interessiert sind, als an „kalten Schauspiel“.

    • @ anniefee
      Du sprichst hier wohl von kink und deren BDSM Produktionen. Die Titel haben sie teilweise nach AbuGhraib angepasst: Waterbondage, Waterboarding – teilweise im BDSM-Bereich auch Pornos mit dem Titel „Auschwitz“ usw. Großteils handelt es sich bei solchen Produktionen um Sessions mit bekannten oder weniger bekannten Darstellerinnen: Katja Kassin, Sasha Grey usw. Andererseits sind auch mal Akteurinnen dabei, welche dann ihre Sessions meinen öffentlich zelebrieren zu müssen (publicdisgrace). Jedenfalls sehe ich die starke Tendenz in Richtung Steigerung und in Richtung Illegalität. Das sollte man berücksichtigen, wenn man die beiden Darsteller im Nachhinein im Bademantel sitzen und lachen sieht. Es könnte übrigens auch ein Teil der Inszenierung sein, sollte man nie vergessen.

      BTW
      Es gab einmal, meines Wissens, die härteste legale BDSM-Produktion in Europa, welche u.a. TTG herausbrachte. Soweit ich informiert sind, wurden Teile dieser Firma hochgenommen, weil starke Drogen gefunden wurden. Soll heißen, die Darstellerinnen haben sich vor den – für mich Folter- Szenen zugekokst und zugedröhnt mit Schmerzmitteln. Ich glaube hier ist eine Grenze erreicht, die man nicht überschreiten sollte.

      @ Alexander Roslin und Leszek
      Eigentlich wäre schon viel gewonnen, wenn die Gesetze, die schon jetzt Bestand haben, eingehalten würden. Ein einfaches Klicken auf einen Button „Über 18“ ist mir hier persönlich zu wenig um Jugendliche vor solchen pornografischen Darstellungen fernzuhalten. Es wäre so, alsob Jugendliche in einen Sexshop ohne Angestellte gingen und in das Hinterzimmer „BDSM“ kommen könnten, nur wenn sie auf einem Bildschirm davor „Über 18“ bestätigen würden.

      • @Terminatus:
        Gute Anmerkung (weiter oben von dir) mit den Frauen und dem emotionalen-zeitlich-schwankenden Kontext. Würde ich, kraft meiner unempirischen Beobachtungen, unterschreiben.
        Deshalb sollte der „Frauenporno“ auch primär der Rezipientin versichern können (ob das nun nur geschauspielert ist, oder nicht… kann mensch Wohlfühlen schauspielern?), dass der Dreh in einem sicheren Rahmen ablief.
        Gerade im härteren Bereich (es muss ja nicht gleich ums Foltern gehen) ist das sicherlich öfter nicht der Fall, da gebe ich dir Recht. Ich hatte den Eindruck, dass die Teilnehmerinnen (oder zum Teil auch Herren, die sich quälen lassen) umso mehr über sich ergehen lassen, umso weniger sie den gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Und das gibt mir zu denken und ist mächtig unerotisch, der zurschaugestellte Selbstwertgefühlmangel.

        Dass einmal „ich bin 18“-Klicken reicht, ist doch im Deutschen Bereich nicht so, oder ? Da handelt es sich doch um übersetzte Startseiten von ausländischen Anbietern..

  12. @anniefee
    Ich habe etwas Interessantes gefunden, vielleicht schaust es dir an:
    http://www.internetsexsucht.at

    Ich persönlich teile nicht alle Ansichten der Vortragenden, sehe jedoch schon auch den Druck für die Frauen, der aus fehlgeleitetem Pornografiekonsum beider Geschlechter entstehen kann (Stichwort: Vaginalchirurgie, Brustvergrößerung usw) – 40.000 angenommene Internetsüchtige minimum in Österreich gibt zu denken – aber eben auch für die Männer, vor allem die jungen Männer: Ist er ihr lang genug, sehnt sie sich nach anderen, will sie dass ich dominanter bin, länger, härter kann (Sänger sagt ja auch offen, dass Mädchen und Frauen nicht selten in Chats (Cybersex, langen Rollenspielen usw.) die intimsten Wünsche und Fantasien ausleben, hier wohl eher kontextual und situativ – hier hast Recht Maren 😉 Wie damit umgehen als Mann? Spricht für die Evolution: Er: Es hat mit dir nichts zu tun, ist nur Sex, Masturbation. Sie: Ich gehe nicht fremd – verschweigt aber die gefühlsmäßige Bindung.

    „Dass einmal „ich bin 18″-Klicken reicht, ist doch im Deutschen Bereich nicht so“

    Generell wohl nicht, da das Internet allerdings ein Dorf ist, macht die Endung .de nicht wirklich etwas her.

    • Die Meinung, dass Sex drogenartig ist, habe ich sowieso. Entsprechend braucht es auch Aufklärungs- bzw. Präventionsarbeit, wie eben bei Alkohol etc. auch. Einzelne Initiaven gibt es bereits, da reden dann Mitzwanziger/innen mit Schülern über Erwartungshaltungen, die aus Pornos entstehen usw.
      Finde ich gut, sollte so ausgeweitet werden, wie auch Aufklärung über MMORPG-Sucht oder Internetmobbing.

      Da deutsches Recht ausländische Server nicht berührt und es keine weltweiten Zensurgesetze gibt, hilft Informieren m.E. grundsätzlich mehr als verbieten. (Medien, die offensichtlich Verbrechen zeigen bzw. dazu anstiften, mal ausgenommen. Na, das ist ein weites Feld, jetzt nicht verzetteln..)

      Diese unterschiedliche Bewertung, was Fremdgehen ist, war schonmal ein extra Artikel hier, wimre. Aber da wurde irgendwie empirisch festgestellt, dass „frau“ eher bereit ist „es war nur Sex ohne Gefühl“ zu verzeihen und „mann“ eher „das ist nur platonisch, wir poppen nicht“.

  13. Pingback: Pornographie und Evolution « Alles Evolution

  14. Pingback: Pornos auf dem Computer des Sohnes « Alles Evolution

  15. Pingback: Andrea Dworkins “Pornographie” « Alles Evolution

  16. Pingback: John Millwards Studie zu Aussehn, Praktiken und allgemein zu Porno-Stars | Alles Evolution

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