Nochmal: Schlank als Schönheitsideal

 Für die Frage, wie sich Schönheitsideale entwickeln, ist es interessant, wie dick Männer und Frauen in der Steinzeit geworden sind. Denn es könnten daraus bestimmte Selektionskriterien hergeleitet werden. Ich hatte in dem Beitrag „Schönheit: Kultur oder Biologie“ schon etwas zum Thema sportlich-schlank als Schönheitsideal geschrieben. Ich halte Schönheitsideale nicht nur für kulturelle Mythen, weil sie häufig zumindest dem Grunde nach etwas über die Attraktivität des anderen als potentieller Partner aussagen.

Dass Menschen bereits in der Steinzeit dick geworden sind, könnte man daraus schließen, dass Fettablagerungen in der Menschheit nicht so unterschiedlich sind. Männer werden eher am Bauch dick, Frauen eher an den Beinen und am Po, aber weniger am Bauch.

Die Anlagerung von Fett unterliegt natürlich einer Selektion, sowohl einer natürlichen als auch einer sexuellen.

Fett sollte nach Möglichkeit so angelagert werden, dass es die weiteren Funktionen so wenig wie Möglich beeinträchtigt. Bei zu starker Fettablagerung an den Beinen können diese beispielsweise beim Laufen aneinanderreiben und die Beweglichkeit einschränken. Der Genitalbereich muss ebenfalls einigermaßen frei gehalten werden. Gene, die eine Fettanlagerung dort ermöglichen und darüber den erfolgreichen Geschlechtsverkehr verhindern, selektieren sich sehr schnell aus dem Genpool.

Daran, dass eine Selektion in diesem Bereich stattfinden konnte, kann man zumindest ersehen, dass es dicke Leute gegeben haben muss.

Andere Faktoren sprechen allerdings gegen zu viele dicke Leute. In der Steinzeit waren die Leute Jäger und Sammler. Dies erfordert zum einen eine gewisse Beweglichkeit und bringt zum anderen eine gewisse Unstetigkeit in der Versorgung mit sich.

Wildtiere allgemein haben selten eine starke Fettschicht, sofern sie nicht in besonders kalten Gegenden leben, um die als Isolierung benötigen.

Es spricht aus meiner Sicht daher vieles dafür, dass es eher kurze Perioden gab, in denen das Essen so reichlich war, dass die Leute dick wurden und andere Perioden, in denen von diesen Vorräten gezerrt werden musste.

Zudem ist zu bedenken, wie man dick werden konnte: Ich gehe davon aus, dass über eine vegetarische Ernährung, gerade im Winter, nur selten ein wirklich großer Leibesumfang erzielt werden konnte. Zu bedenken ist dabei, dass es heute zwar dicke Vegetarier gibt, diese aber auch viele Fette und andere Kalorienträger nutzen können, die durch Weiterverarbeitung konzentriert wurden. Zuckerhaltige Nahrung wie Süssigkeiten mit aus Zuckerrüben etc gewonnen Zucker oder aber Milchprodukte wie stark fetthaltiger Käse waren in der Steinzeit weit weniger vorhanden. Auch hatten die anderen Früchte nicht die durch die Zucht im Ackerbau erreichte Nahrhaftigkeit.

Proteine und Fette werden Steinzeitmenschen insbesondere durch Fleisch zu sich genommen haben.

Gerade die Großwildjagd mag es dabei ermöglicht haben, erhebliche Kalorien zu sich zu nehmen und dabei Fette abzulagern.

Auch Spezialisierungen und Handel könnten dazu beigetragen haben, dass einige Leute sich den Luxus geringerer Bewegung und beständiger guter Nahrung leisten konnten.

Bezüglich des Fleisches wird die These vertreten, dass hier der Jagderfolg auf die Sippe umgelegt wurde. So kann sich beispielsweise die reziproke Großzügigkeit entwickelt haben, ein eingeschränkter Altruismus auf der Grundlage gegenseitiger Unterstützung in Notzeiten. Gerade bei Fleisch, dass schnell verdirbt, lohnt sich eine Vorratshaltung von vorneherein nicht. Ein erlegtes Mammut wird der Jäger nicht alleine essen können, eine gewisse Großzügigkeit lohnt sich, gerade wenn man davon ausgehen kann, dass der nächste der einen Mammut erlegt, ihn wiederum mit einem selbst teilt. Selbst wenn Frauen kein Mammut jagen konnten und sich insoweit nicht revanchieren konnten, lohnt es sich unter dem Gedanken, dass eh keine Vorratshaltung möglich war, umfassend großzüggig zu sein und so seine eigene Stärke darzustellen. Wer Fleisch verschenken kann, der muss ein guter Jäger sein, der muss eher als andere seine Kinder im Notfall versorgen können, dessen Kinder werden eher überleben, es lohnt sich also der andere Teil dieser Gene zu sein, die in diesen Kindern stecken.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen, die dick waren, daher bereits einen Mann hatten, und zwar einen, der gut im jagen und damit wahrscheinlich auch im kämpfen war, müßte damit recht hoch gewesen sein. Sofern sie nicht bereits einen Partner hatten, der sie versorgt, werden sie zumindest einen höhergestellten Vater, Bruder oder sonstigen männlichen Ersatzversorger etc gehabt haben. Es kann auch sein, dass der Stamm, in dem sie lebte, gerade zufällig Großwild erlegt hatte, es reicht aber nicht sehr weit zurück. Der Umstand, dass eine Frau dick war, musste daher nicht unbedingt etwas über ihre Fähigkeit dauerhaft Essen herbeizubringen, sondern evtl. nur etwas über die Fähigkeit bestimmter Männer, Essen herbeizubringen aussagen. Eine solche Frau zu umwerben musste damit nicht unbedingt vorteilhaft für die eigenen Gene sein.

Hingegen reicht die Vermutung, dass sie eine gute Kandidatin für gesunden Nachwuchs ist, bei einer sportlichen Frau weiter zurück. Denn der Aufbau von Muskeln erfordert ein eigenes Tun der Frau über einen längeren Zeitraum und nicht die Handlungen anderer. Es zeigt, dass sie über einen längeren Zeitraum die passende Energie hatte um die Muskeln aufzubauen.

An den Hinternmuskeln kann man beispielsweise sehen, dass sie entweder viel gelaufen ist oder aber sich mit Gewichten häufig gebückt hat.

Allerdings deuten zu viele Kraftmuskeln eher auf zuviel Testosteron hin, weswegen wir eher Ausdauermuskeln bei Frauen interessant finden.

Eine Bewertung solcher Muskeln ist natürlich bei einer schlanken Frau wesentlich einfacher als bei einer sehr dicken Frau.

Es erscheint mir daher durchaus logisch, wenn Männer im Schnitt schlanke, sportliche Frauen interessanter finden als dicke Frauen.

Warum Menschen an Gott glauben

Hier zwei mögliche Gründe, warum die Idee der Religion so verführerisch für uns Menschen ist:

1. Das Hierarchieargument

Der Mensch ist ein in Gruppen mit Hierarchien lebendes Tier. Der Gedanke, dass es immer jemanden geben könnte, der in der Hierarchie über uns steht, und dessen Anweisungen daher für uns verbindlich sind, fällt uns daher leicht.

Die Ergänzung der Hierarchie durch ein höchstes, unbestimmtes Wesen ermöglicht uns sowohl Verantwortung abzugeben als auch andere Menschen unter Berufung auf diese höhere Hierarchie zu einem bestimmten Handeln zu veranlassen.

2. Das Handelsargument

Vieles spricht dafür, dass wir eine Gefühl dafür haben, was ein gerechten Geschäft ist. Die Forschung zur Entwicklung des Altruismus stellt verschiedene Modelle, ausgehend vom „Prisoner Dilema“ dar, aus der heraus es sinnvoll ist, Regeln zu entwickeln, nach denen man dabei vorgeht. Effektiv ist dabei die Regel, nach der Mann mit Leuten kooperiert, solange diese mit einem kooperieren und Personen, die lediglich Nutznießer sind, also die Früchte des Kooperierens nutzen, aber selbst nichts für die Gemeinschaft beisteuern, mit unkooperativen Verhalten und Verachtung straft, meidet oder gar aus der Gruppe ausschließt.

Danach erwarten wir, dass jemand, dem wir einen Gefallen tun, uns in Zukunft auch einen Gefallen tun wird. Wer zum Essen einlädt, der erwartet auch demnächst zum Essen eingeladen zu werden. Wer jemanden beim Umzug hilft, der erwartet, dass der andere auch bei seinem Umzug mit anpackt usw.

Der Glaube an einen Gott ermöglicht uns dieses Verhalten auch auf abstrakte Zukunftspläne und das allgemeine Schicksal zu erstrecken. Deswegen haben Opfer immer eine so große Bedeutung in den Religionen gespielt. Weil man dem Gott gab, konnte man erwarten, dass er einem auch gab. Weil man ihn verehrte, konnte man auch erwarten, dass er einem etwas gutes tat. Weil man seinen Regeln folgte, konnte man auf Belohnung hoffen.

Die christliche Lehre beispielsweise baut auf dem Grundgedanken auf, dass man für das Befolgen bestimmter Regeln das ewige Leben bekommt. Folgt man den Reglen hingegen nicht, bekommt man auch nichts von Gott.

vgl. auch:

Männliche und weibliche Superhelden und Attraktivität

Ich gucke Spiderman 3 mit einer Freundin.

Wir kommen etwas ins philosophieren. Ich meine, dass Peter Parker ein ziemlicher Beta mit einer Oneitis ist, dazu noch mit einer recht stressigen Frau. Mit dem Status als Spidermann müssten eigentlich massenhaft Frauen hinter ihm her sein.

Aber es ist eben das alte Superheldendilema. Viele wie Spiderman sind eher Looser außerhalb ihrer Superheldenidentität, damit der Leser sich besser mit ihnen identifizieren können und dann den Aufstieg zum Superheld erleben können. Und Superheld bedeutet ja auch nichts anderes als Status pur. Der Gedanke eines solchen Doppellebens ist für viele Jungs denke ich sehr verführerisch, weil sie davon träumen können, dass in Wahrheit alles besser ist. Es ist das männliche Aschenputtelmärchen, wo sie eine unscheinbare Putzmagd ist und dann plötzlich als schön erkannt wird.

Als Peter Parker ein Weichei, als Venom sozial unangepasst und needy.

Als Spiderman könnte er es sich echt einfach machen. Ich jedenfalls könnte mir recht gut vorstellen, dass man da bei so einigen Frauen gut mit landen könnte. Das einzige Problem wäre es wohl, eine Frau zu finden, die die Klappe hält über die geheime Identität.  Aber selbst wenn man keine dauerhafte Freundin haben wollte wäre das Sexleben als Spiderman mit einer leichten Veränderung des Kostüms sicherlich gar nicht so schlecht.

Ich frage sie, was sie machen würde, wenn sie Spiderwomen wäre.

Sie versteht mich erst einmal falsch, überlegt, was sie machen würde, wenn sie mit Spiderman zusammen wäre. Meint, dass sie jedenfalls sehr eifersüchtig wäre.

Wir spinnen etwas rum. Das Spidermankostüm ist nicht so vorteilhaft. Sie meint, dass die meisten Frauen über eine Frau in einem solchen Kostüm wohl sagen würden, dass sie entweder zu fett dazu ist oder das sie wie eine Schlampe aussieht. Dazu noch die Glatze, es wäre eine modische Katastrophe, das Kostum wäre einfach nicht für Frauen gemacht.

Womit sie denke ich durchaus recht hat:

Hier ein weiterer Versuch, der zeigt, dass ein solches Kostüm zwar gar nicht so schlecht aussehen kann, die Kapuze es aber immer noch gewaltig runterzieht:

Tatsächlich hatte Spider-Women in anderen Kostümen dann auch Haare:

Sie ist auch relativ muskulös in der Zeichnung, was ihr, wenn sie nicht so enorme Brüste hätte, sicherlich auch nicht stehen würde.

Superheldenkostümen wird gerne vorgeworfen, dass die Frauen zuviel Haut zeigen und auf zu sexy getrimmt sind. Meiner Meinung nach zeigt dies aber allenfalls die Bedeutung von sexueller Anziehungskraft bei Menschen. Ein nicht begehrenswerter Held bietet eben wenig Identifikationspotential und erfährt bereits dadurch eine Abwertung. Beide Geschlechter müssen als Superhelden attraktiv sein, Männer haben allerdings den Vorteil, dass bereits der Umstand, dass sie als Superhelden Status haben, attraktiver macht, während Frauen hiervon nicht profitieren. Ihnen bleibt insoweit nur der Körper, weil Status für Männer keine so hohe Bedeutung hat. Attraktion is not a choice, was sexy ist, kann man sich eben nicht aussuchen. Es ist das gleiche Problem, das auch ansonsten bei Rüstungen besteht. In effektiven Rüstungen kann man kaum sexy aussehen.

Bill Maher zur Vorherrschaft weiblicher Werte

Der Comedian Bill Maher zur Vorherrschaft weiblicher Werte, Frauen und Männern etc:

Er stellt meiner Meinung nach schön dar, dass man bestimmte Sachen über Frauen nicht sagen darf, hingegen über Männer schon (vgl. den Extremfall „Penis abschneiden ist lustig“) und das die Rücksichtsnahme auf weibliche Werte und Vorstellungen sehr weitgehend ist, wenn man politisch korrekt sein will.

Wer Sexismus finden will, findet ihn auch

Die feministische Fachzeitschrift „Women Quarterly“ hat eine Studie dazu, dass Sexismus eher auffällt, wenn man dafür sensibilisiert ist (die Mädchenmannschaft berichtet ebenfalls):

Three experiments were conducted in the United States and Germany to test whether women and men endorse sexist beliefsbecause they are unaware of the prevalence of different types of sexism in their personal lives. Study 1 (N = 120) and Study 2 (N = 83) used daily diaries as a method to encourage individuals “to see the unseen.” Results revealed that encouraging women to pay attention to sexism, in comparison to attention to other social interactions, led to a stronger rejection of Modern Sexist, Neosexist, and Benevolent Sexist beliefs (Studies 1 and 2) and to negative evaluations of Modern and Benevolent Sexist men described in profiles as well as to more engagement in collective action on behalf of women (Study 2). In contrast, for men, paying attention to sexism did not have these effects. Results from Study 2 suggest, and from Study 3 (N = 141) confirm, that men’s endorsement of Modern and Neosexist beliefs can be reduced if attention to sexism and emotional empathy for the target of discrimination is encouraged. Finally, a follow-up survey indicated that the attitude change in women and men was stable over time. The implications of these findings for interventions to reduce women’s versus men’s endorsement of sexist beliefs are discussed.

Quelle: Seeing the Unseen

Zunächst erst einmal zu den Sexismus Definitionen:

Modern Sexist (…) and Neosexist (…) beliefs both originate from the same concept of Modern Racism (…) and have been developed to measure “hidden” prejudice against women. Theoretically, both are indicated by

(a) beliefs in the rarity of discrimination against women,

(b) antagonism toward women’s demands, and

(c) resentment of efforts to address gender inequality.

Wer also meint, dass Diskriminierungen von Frauen selten sind erhöht damit den Sexismus in der Gesellschaft. Wer Forderungen von Frauen ablehnt ist sexistisch und wer dagegen ist, Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern anzusprechen ist auch sexistisch.

Was Ungleichheiten sind und wie hoch Diskriminierungen seien dürfen oder welche Forderungen gerecht sind, wäre dabei natürlich erst einmal eine zu diskutierende Frage, über die man geteilter Meinung sein kann.

Weiter in der Studie:

We propose that women and men endorse Modern Sexist and Neosexist beliefs to some extent because they are not aware of the overall prevalence and extent of sexism in their personal lives.

Die Frauen selbst haben solche sexistischen Ansichten, weil sie nicht wissen, wie der Sexismus ihr Leben betrifft. Wie könnten sie auch, bevor der Feminismus es ihnen gesagt hat?

Und natürlich der Benevolent Sexism, der wohlwollende Sexismus:

Benevolent Sexist beliefs represent a particular type of sexism that might be disregarded because of its ostensibly positive qualities (Glick & Fiske, 1996). It portrays women as “pure,” the “better” sex, and as idealized caregivers. Moreover, it reinforces the idea that women should be protected and financially provided for by men. Although these beliefs can be perceived as being subjectively affectionate, they are condescending because women are perceived as weak and incompetent. Consequently, Benevolent Sexist ideology reinforces power differences between women and men. For instance, Benevolent Sexist justifications heighten women’s acceptance of discriminatory acts (Moya, Glick, Expósito, de Lemus, & Hart, 2007). Moreover, relative to blatantly Hostile Sexism, exposure to Benevolent Sexism increases women’s satisfaction with the societal system (Jost & Kay, 2005) and undermines women’s participation in collective action to counter gender discrimination (Becker & Wright, in press). Further, patronizing behavior, which represents one aspect of Benevolent Sexism, diminishes women’s cognitive performance (Dardenne, Dumont, & Bollier, 2007; Vescio, Gervais, Snyder, & Hoover, 2005). Despite its negative implications and consequences, Benevolent Sexism is not recognized as a type of sexist prejudice among many women and men (e.g., Barreto & Ellemers, 2005; Bohner, Ahlborn, & Steiner, 2010; Glick et al., 2000; Swim, Mallett, Russo-Devosa, & Stangor, 2005).

Das wesentliche habe ich dazu eigentlich schon in dem Artikel „Männliche Privilegien, weibliche Privilegien und wohlwollender Sexismus“ gesagt. Es ist ein geschickter Zug, Vorteile von Frauen als Nachteile auszugeben und einfach nur diese Spiegelseite zu betrachten und sich dann noch darüber zu wundern, dass die Leute eine andere Betrachtung vornehmen und die Nachteile nicht wahrnehmen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Benevolent Sexism, also der wohlwollende Sexismus. Dabei geht es darum, dass bestimmte Verhaltensweisen, die Frauen bevorzugen, diese eigentlich diskriminieren, weil sie sie abwerten, ihnen nicht zugestehen, so etwas selbst zu machen, ihnen Erfahrungen vorenthalten oder was auch immer.

Ein Mann, der einer Frau die Tür aufhält diskriminiert diese eigentlich, denn er stellt sie als zartes gebrechliches, jedenfalls nicht vollwertiges Mitglied der Gesellschaft dar.

Ein Mann, der einen schweren (aber nicht zu schweren) Kasten für eine Frau trägt, bevormundet diese und spricht ihr die Fähigkeit ab, dies selbst zu tun.

Ein Mann, der eine Frau ins Rettungsboot steigen läßt, weil sonst kein Platz frei ist, ist ein elendiger Sexist, aber nicht gegenüber seinem eigenen Geschlecht und damit sich selbst, sondern gegenüber der Frau, die er als nicht hart genug ansieht, um mit dem Schiff unterzugehen.

Mir erscheint diese Theorie des wohlwollenden Sexismus als eine so gewagte Konstruktion, bei der ein Vorteil in einen Nachteil umgemünzt wird, dass ich es erstaunlich finde, dass dieser in der feministischen Kultur nicht mehr Widerstand hervorruft.

Natürlich KANN ein solches Verhalten nachteilig sein. Etwa wenn Frauen von „Kavalieren“ von einer Tätigkeit ausgeschlossen werden, weil sie nach deren Auffassung „zu gefährlich/belastend für eine Dame sind“. Aber die Vorzüge in Nachteile zu verwandeln und sich dann noch zu beschweren und den anderen einen Sexisten zu nennen, dass ist eine Menge Chuzpe.

Eigentlich sollte man den Hut ziehen, aber ich bin nicht sicher, ob diese Form der Ehrerbietung nicht auch sexistisch gegenüber einer Frau ist.

Nach meiner Einschätzung sehen Frauen an sich dies gemischt. Aufdringliches Kavaliertum wird in der Tat als nachteilhaft angesehen, es zeigt ja schließlich auch „Neediness“, also den Umstand, dass man meint, sie auf diese Weise für einen gewinnen zu müssen, weil normales Verhalten nicht ausreicht oder eben tatsächlich Ablehnung.

Nichtaufdringliches Kavaliertum hingegen wird durchaus geschätzt und als normale Höflichkeit empfunden, die keine Ehrverletzung oder Benachteiligung darstellt.

Viele Frauen wünschen sich nichtaufdringliche Kavaliere, weil es eine Form des Umsorgens und des auf den anderen Achtens ist.

Aber wie sagte bereits David Chapelle in dem ersten hier verlinkten Video:

„Chivalry is Dead–and Women Killed it“

Hübsch sind auch die Testfragen:

“Over the past few years, the government and news media have been showing more concern about the treatment of women than is warranted by women’s actual experiences”

Wenn jemanden dann Aussagen wie „bei dem Unglück wurden 11 Menschen getötet, darunter 5 Frauen, getötet“ vor Augen hat, dann ist er ein Sexist.

Interessant sind die Beispiele:

Incidents: Awareness of Sexism Condition

Benevolent Sexist Incidents

Observed a man helping a woman with a task because he assumed that, as a woman, she should not have to grapple with it (e.g., long drive, selection of a new laptop, carrying shopping bags).

Alles schwere Vorfälle. Frauen sollten dagegen energisch vorgehen. „Lass mich das für dich tragen, es ist schwer“ ist eine Unterdrückung der Frau. Es ist gut, dass dafür sensibilisiert wird.

Heard someone compliment a woman, because she exhibited behavior he or she assumed was an ability particularly well suited and appropriate for women (e.g., compliment how skillful she cared for her child as a woman or how well she cooked dinner for her family as a woman).

Also „Du bist eine hervorragende Hausfrau, der Braten ist köstlich“ oder „Du bist echt eine gute Mutter, wie zufrieden dein Kind aussieht“ sollte man nicht mehr sagen.

Observed a man acting chivalrous toward a woman because he thought that women needed special attention although she said she didn’t need this special treatment (e.g., by insisting on paying for her dinner, by insisting on bringing her home).

„Ich bring dich noch nach Hause, es ist schon dunkel – Nein, lass nur, es ist kein Problem – Mach ich doch gerne“ -Sexismus. „Lass nur, ich übernehme die Rechnung – Ich kann auch was zahlen – Nein, nein, ist schon okay, ich lade dich ein“ – Sexismus

Blatant Sexist Incidents

Observed a man sexually harassing a woman (e.g., staring, ogling, unwanted touching, unwanted flirting, catcalling).

Kann natürlich alles in der Tat eine Belästigung sein. Aber es hängt natürlich auch davon ab, was die Frau so anhatte und inwiefern das ungewollte Flirten aufdringlich war.

Heard derogatory terms used to refer to women (e.g., bitch, chick).

„Die Schlampe hat mich betrogen“ Sexismus. „Der Schlappschwanz verdient nicht genug“ – nicht hinterfragt.

Heard beliefs that women were not as able to do things traditionally associated with men (e.g., bad at math, sports, cars, leadership).

Das sie sie gar nicht können wäre in der Tat falsch. Ansonsten ist die Bemerkung, dass Frauen im Schnitt schlechter einparken können ja zB zutreffend.

Die Studie hat so viele Grundannahmen, die nicht hinterfragt sind und Ideologie wiederspiegeln, dass es erstaunlich ist. Die Definition von Sexismus ist sehr ideologisch.

Das hat auch andere zu einer kritischen Stellungnahme veranlasst:

What sort of examples qualified as sexism? Based on a list of behaviors in the paper, sexism was essentially considered to be any differential treatment based on gender, regardless of whether it was good or bad. A man telling a woman to stay in the kitchen qualified as sexism. But a man opening a door for a woman or believing that women should be rescued first in a disaster qualified as „benevolent sexism.“ Tired of hearing about sexism? That’s sexist, too.

As it turns out, if everything is defined as sexism, then sexism ends up being everywhere.

The goal of the study was to determine whether alerting men to sexism made them more understanding toward women. The authors concluded that it did, but they also unsurprisingly found that men and women disagree on the severity of sexist beliefs.

Es ist eben genau diese Ausweitung der Definitionen, die es schwierig macht. Nicht jeder Mann, der für eine Frau Elektronik kauft, ist ein Sexist. Mitunter sind Frauen recht froh, wenn man dies für sie macht, weil sie sich für diesen Bereich in der Tat im Schnitt seltener interessieren.

Es ist gut auf Sexismus zu achten und ihn sich bewusst zu machen- Aber man sollte es auch nicht so sehr übertreiben, dass man nur noch Sexismus sieht.

Vererbbare Faktoren in der sexuellen Orientierung bei Frauen

Eine Studie zu vererbbaren Faktoren in der sexuellen Orientierung bei Frauen:

Homosexual female probands with monozygotic cotwins, dizygotic cotwins, or adoptive sisters were recruited using homophile publications. Sexual orientation of relatives was assessed either by asking relatives directly, or, when this was impossible, by asking the probands. Of the relatives whose sexual orientation could be confidently rated, 34 (48%) of 71 monozygotic cotwins, six (16%) of 37 dizygotic cotwins, and two (6%) of 35 adoptive sisters were homosexual. Probands also reported 10(14%) nontwin biologic sisters to be homosexual, although those sisters were not contacted to confirm their orientations. Heritabilities were significant using a wide range of assumptions about both the base rate of homosexuality in the population and ascertainment bias. The likelihood that a monozygotic cotwin would also be homosexual was unrelated to measured characteristics of the proband such as self-reported history of childhood gender nonconformity. Concordant monozygotic twins reported similar levels of childhood gender nonconformity.

Quelle: Heritable Factors Influence Sexual Orientation in Women

Also die Zahlen noch mal kurz aufgeschlüsselt:

  • Eineiige Zwillinge: 48%
  • Zweieige Zwillinge: 16%
  • adoptierte Schwestern: 6%
Es wird also deutlich, dass bei mehr genetischer Übereinstimmung die Chancen steigen, dass die sexuelle Orientierung bei beiden homosexuell ist.
Die adoptierten Schwestern liegen im Schnitt der Homosexualität, insofern scheint der Erziehungsanteil gering zu sein.
Vgl. auch:

Besprechung: Heinz-Jürgen Voss: Making Sex Revisited

Ich habe „Making Sex revisited“ von Heinz-Jürgen Voss durch. Einen ersten Eindruck hatte ich ja bereits in „Heinz Jürgen Voß zu pränatalen Hormonen“ mitgeteilt. Dieser ist nicht positiver geworden.

Es heißt, dass im wesentlichen Konzepte aus dem Poststrukturalismus angewendet werden und theoretischer Konstruktivismus, Dekonstruktion, Diskursanalyse, feministische Wissenschaftskritik und Systemorginasationstheorie den Hintergrund bilden. Es handelt sich damit im wesentlichen um ein ideologisches Buch.  Voss stellt gleich auf einer der ersten Seiten dar, dass er als wissenschaftliches Mittel die Diskursanalyse wählt und dabei die gesellschaftliche Ansicht, dass es strikt männlich und weiblich hinterfragen will.

Diese Annahme selbst ist allerdings, und das ist einer der großen Kritikpunkte, letztendlich ein klassischer Strohmann, denn auch in der Gesellschaft sind Transsexuelle und männliche Frauen und weibliche Männer bekannt. Es ist der Umstand, dass man bei wahrscheinlich 99,5% der Menschen recht problemlos dem Phänotyp nach einordnen kann, der dazu führt, dass man von Männern und Frauen ausgeht und die Zwischenfälle eben sehr selten sind und daher nicht so häufig besprochen werden, der dazu führt, dass diese Zwischenfälle im Alltag eine geringe Bedeutung haben. Wenn man allerdings einen nicht eindeutigen Fall präsentieren würde, dann würde ich vermuten, dass die meisten Menschen durchaus zugeben würden, dass dieser nur schwer einzuordnen ist und eine Mischung der Geschlechter darstellt.

Voss läßt auch unklar, was seine Diskursanalyse eigentlich genau ergeben soll. Da er ja davon ausgeht, dass „Geschlecht gemacht ist“ und anspricht, dass es darum geht, wie die Geschlechter auch biologisch entstehen, scheint er ermitteln zu wollen, wo die Trennlinien zwischen Mann und Frau eigentlich verlaufen und wo die Gesellschaft sie bildet. Er zieht dabei allerdings gemäß seinem Anspruch, Biologie und Philosophie in Einklang zu bringen, und das in dem Bereich des Poststrukturalismus, der keine Fakten akzeptiert und damit auch keine biologischen Ergebnisse, keine Linie zwischen Ansichten und biologischen Stellungnahmen und Theorien, so dass es ihm wohl durchaus darum geht, hier zu Ermitteln wie Geschlecht entsteht.

Das ist allerdings mit den Mitteln der Diskursanalyse nicht möglich, wenn Biologie tatsächlich einen biologischen Ursprung hat. Eine Diskursanalyse kann ermitteln, wie Leute Fakten präsentieren und welche sie Weglassen, wie sie trotz entgegenstehender Fakten eine Meinung erzeugen und wie ein Konsenz über ein Thema geschaffen wird. Sie kann aber Fakten nicht überprüfen und damit Ergebnisse über ein Thema ermitteln, dessen Fakten nicht durch den Diskurs hergestellt werden. Es kann also beispielsweise ermittelt werden, wodurch ein gesellschaftliches Konstrukt wie der Status einer Person durch diskursive Mittel geschaffen wird, indem zB eine Heldenlegende gestrickt wird oder das obligatorische Politker-küsst-Baby-Foto gemacht wird. Es kann ermittelt werden, wie beispielsweise Gerüchte um den Geburtsort eines Präsidenten geschaffen werden oder Zweifel hieran kommuniziert werden und welcher Effekt damit erreicht werden soll. Aber es kann die Frage, wo ein Präsident geboren ist, nicht beantworten, weil dieser Fakt außerhalb des Diskurses liegt.

Daran kranken die ersten zwei  Kapitel, die den Großteil des Buches ausmachen, und damit letztendlich das gesamt Buch. In diesen ersten zwei Kapiteln legt Voss verschiedenste Theorien zu den Geschlechtern dar, historische Überlieferungen solcher Theorien, die belegen sollen, dass es keineswegs so war, dass es immer zwei Geschlechter gab. Dabei reißt er die meisten Theorien nur kurz an, es erfolgt keine sehr tiefe Beschäftigung mit diesen. Es ist eher die Anzahl der Theorien, die zu dem Umfang des Buches beiträgt. Auch hierbei verkennt er, dass die Herleitung der Geschlechter zB die Auffassung, dass eine Frau nur ein minderbegabter Mann ist, nie dazu geführt hat, dass man die Unterteilung in Mann und Frau aufgegeben hat oder üblicherweise, also von Ausnahmefällen abgesehen, Probleme mit der Abgrenzung hatte.

Die modernen Theorien zu pränatalen Hormone und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Geschlechter, die Stelle, an der es interessant geworden wäre, handelt er dann auf einer halben Seite ab (S. 232 ), er fasst sie so stark zusammen, dass jemand, der sich in diesem Bereich nicht auskennt, sich kein Bild von diesen Theorien machen kann, nicht verstehen kann, was sie eigentlich aussagen und auf welche Argumente sie sich stützen und warum sie den wissenschaftlichen Diskurs bestimmen. Ich hatte ihn hier bereits fast vollständig zitiert.

Würde man die Diskursanalyse von Voss auf ein anderes Gebiet, in dem es um naturwissenschaftliche Fakten geht, übertragen, dann würde sich das wie folgt lesen (leicht übertrieben):

„Was der Mond eigentlich ist, ist in der Geschichte umstritten gewesen. Ein Volk nahm an, dass es sich um die Göttin X handelt, die in eine Liebesgeschichte mit der Sonne verstrickt ist. Andere nahmen an, dass es der Hintern einer dicken Frau ist. Wieder andere sahen darin eine Riss im Himmelszelt, der das Licht des Paradises durchscheinen läßt, andere einen Käseleib, der von Mäusen angekabbert wird und sich beständig erneuert…. (232 Seiten später) Erst in neuerer Zeit trat aufgrund optischer Betrachtungen und einem aus dem USA stammenden Apolloprojekt die Meinung in den Vordergrund, dass es sich um einen Erdtrabanten aus Fels handelt.“

Wer mir mit Hilfe einer Diskursanalyse ohne Hinzuziehung von Fakten darstellen kann, dass die letzte Auffassung die richtige ist, der möge dies bitte in den Kommentaren tun.

Ich hingegen bin der Auffassung, dass über eine Diskursanalyse wie oben dargestellt eine Ermittlung der Fakten gerade nicht möglich ist. Der Mond ist nicht der Hintern einer dicken Frau, er ist ein Felsbrocken, der um die Erde kreist. Alle Diskurse dieser Erde können hieran nichts ändern. Dies ergibt sich daraus, dass wir den Mond mit Teleskopen beobachtet, mit Satelliten umflogen und auf ihm Gestanden und Proben zur Erde gebracht haben. Wir haben seine Gravitationskräfte gemessen und messen sie täglich und diese in eine schlüssige Theorie eingebunden. Eine Diskursanalyse käme allenfalls dann zum Zug, wenn man darstellen könnte, dass die Fakten gefälscht sind, also das Apolloprojekt eine Lüge ist und lediglich ein diskursives Mittel war um, um den Eindruck zu erwecken, dass der Mond ein Felsbrocken und nicht der Hintern einer dicken Frau ist. Dann aber müßte man auch die Fakten analysieren und nicht den Diskurs. Die Analyse der Fakten, die einem Diskurs zugrunde liegen erfolgt nicht im Diskurs, sondern außerhalb des Diskurses.

Das erste Kapitel kann daher seinen Zweck, die Geschlechterentstehung darzustellen, nicht leisten. Es kann allenfalls den Diskurs dazu wiedergeben, ohne das dies etwas über die Geschlechterentstehung aussagt.

 Voss folgert:

„Biologisch-medizinische Theorien über Geschlecht waren und sind in Gesellschaftliche Bedingungen eingebunden…. Herausgearbeitet wurde, dass die Merkmale, die in biologisch-medizinischen Theorien als kennzeichnend für Geschlecht angesehen werden, keineswegs fest und unveränderlich waren. Sie veränderten sich mit der Entwicklung von Wissenschaft und Gesellschaft und waren auch abhängig von der verfügbaren und eingesetzten technisch-wissenschaftlichen Instrumentarium“

Das sich die Forschung entwickelt hat ist richtig und fast eine Selbstverständlichkeit. Auch hier wird aber meiner Meinung nach ein falscher Eindruck erweckt.. Denn die Geschlechterzuordnung war keineswegs Problematisch, sofern es nicht um Sonderfälle ging. Die Unterscheidung „ein Penis=ein Mann, eine Scheide= eine Frau“ ist für den allergrößten Teil eine ausreichende Vorsortierung, die nur in wenigen Fällen falsch ist. Natürlich hat sich dies später verfeinert, wie es bei Wissenschaft nun einmal so ist und die Möglichkeit Chromosomen zu erkennen etc hat da sicherlich geholfen. Aber das bedeutet nicht, dass eine Grundeinteilung besonders viel Fachwissen erfordert – wir erkennen üblicherweise recht schnell, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist, von Sonderfällen abgesehen.

Im dritten Kapitel möchte Voss den Blick auf Chromosomen und Gene lenken und die ihnen zugeschriebenen Anteile an der Ausbildung von Geschlecht in der Embryonalentwicklungdarstellen. Es geht hauptsächlich darum, wie die primären Geschlechtsorgane entstehen und er verweist dabei darauf, dass dies recht kompliziert ist. Es würden viele genetische Faktoren zusammenspielen, die keineswegs nur auf dem Y-Chromosom angesiedelt sind. Es wird das SRY-Gen behandelt und verschiedene andere Abschnitte. Dabei geht es auch um die Entwicklung des Hodens, die in der Wikipedia wie folgt dargestellt wird:

Der Hoden-determinierende Faktor (abgekürzt TDF, von engl. testis determining factor) ist ein Protein, welches von dem Gen Sex determining region of Y, kurz SRY-Gen, auf dem kurzen Arm des Y-Chromosom codiert wird. TDF bestimmt, ob sich aus der zunächst indifferenten Gonadenanlage ein Hoden zu entwickeln beginnt. Fehlt er, entsteht aus dieser ein Ovar. Seine Anwesenheit bzw. Funktionsfähigkeit ist – abgesehen von der Frage, ob eine Samenzelle mit einem Y-Chromosom oder eine solche mit einem X-Chromosom die Eizelle befruchtete – der primäre Auslöser für die Entwicklung zu einem männlichen Individuum.

Genau diese Darstellung kritisiert Voss allerdings. Es wird dargelegt, dass das SRY-Gen auch einmal nicht auf dem Y-Chromosom liegen kann und das als Beleg dafür gesehen, dass alles bei der Geschlechterherausbildung undeutlich ist. Er stellt dar, dass weitere Gene nach und vor dem SRY-Gen bei der Erstellung der Geschlechtsorgane tätig sind und diese auch bei Frauen nicht einfach passiv erfolgt, sondern bestimmte Schritte erfordert.

Hier setzt sich einer der großen Fehler aus dem ersten Kapitel fort, nämlich der Umstand, dass Voss nie darstellt, was eigentlich gegenwärtig vertreten wird. Wenn er dargestellt hätte, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern durch pränatale Hormone, insbesondere Testosteron herausgebildet werden, dazu aber erst einmal durch die Gene etwas erzeugt werden muss, was Testosteron produziert, nämlich die Hoden, dann wäre dem Leser einiges deutlicher (allerdings Voss´ Theorie schwerer zu vermitteln) gewesen. Wenn er dargelegt hätte, dass bei Personen mit einem Y-Chromoson, aber fehlerhaften Testosteronrezeptoren innenliegende Hoden gebildet werden, aber ansonsten weibliche Geschlechtsteile (mit einigen Einschränkungen), dann wäre es leichter zu verstehen gewesen, warum nur ein Teil der Geschlechtsorgane , aber nicht die gesamte Entwicklung der Geschlechtsorgane über das SRY-Gen erfolgt. Wenn er dargestellt hätte, dass die primären Geschlechtsorgane teilweise nur Umformungen von einander sind, dann wäre auch verständlich, warum bestimmte Gene bei beiden Geschlechtern in Kraft treten müssen. Voss stellt sogar in einem Nebensatz dar, dass bestimmte Gene Hormongesteuert sind, aber er will damit nur darauf verweisen, dass alles von äußeren Faktoren abhängt. Das diese Faktoren Hormone sind, die bei funktionierenden Hoden in dem einen Geschlecht in einer deutlich höheren Menge vorkommen und daher die Entwicklung bei einer Steuerung durch diese auch geschlechtsbezogen ist, verschweigt er. Er listet eine Vielzahl von Genen auf, denen eine Bedeutung bei der Geschlechtsentwicklung zugeschrieben werden, ohne die Systeme im Grundsatz zu erläutern. Häufig geht es darum, wann das SRY-Gen aktiv ist, aber was genau an dieser Stelle bewirkt wird oder wie sich dies auf seine Theorie auswirkt, ja welche Theorie er eigentlich hat und welche insgesamt noch vertreten werden, bleibt unklar. Voss scheint im wesentlichen Aufzeigen zu wollen, dass die Wege noch nicht hinreichend klar sind und das Zusammenspiel der Gene noch besser erforscht werden muss.

Er stellt dann fest, dass auch bei der Eierstockentwicklung bestimmte genetische Faktoren als notwendig erachtet werden. Aber wie sollen die Eierstöcke auch sonst entstehen? Bestimmte Gene müssen sie natürlich erstellen. Aber die Frage ist eben, wie diese aktiviert werden und ob es in diesem Zusammenhang wieder eine Steuerung durch andere Gene und Hormone gibt. Dies legt Forschung nahe, die aber von Voss nur kurz zitiert wird, weil er auf Hormone ja nicht eingeht: Bei Patienten mit CAH wurde zB nachgewiesen, dass die Gene, die Eierstöcke entwickeln nicht aktiv waren, sie war steril. CAH hat insbesondere den Effekt, dass mehr Testosteron vorhanden ist. Hier spricht also vieles für eine hormonelle Steuerung.

Voss folgert:

Für die zentrale Frage der Geschlechtsentwicklung ergeben sich die Folgerungen: Es reicht nicht aus, Chromosomen und Gene als beteiligt an der Geschlechtsentwicklung auszuweisen, sondern es gilt zu betrachten und zu untersuchen

  1. durch welche – auch äußere – Faktoren und Prozesse einzelne Gene im spezifischen Gewebe im bestimmten Maße exprimiert werden
  2. welchen Prozessabläufen die Produkte von Transkribtion und Translation unterliegen und
  3. welche Bedeutung anderen molekularen Komponenten als Genen zukommen. Außerdem ist
  4. die Abkehr von der Voraussetzung binärer Geschlechtlichkeit in Forschungsfragen und Methoden nötig
Bei dem ersten Punkt könnte es bereits helfen, wenn Voss sich mit Hormonen mehr beschäftigen würde. Bei dem letzten Punkt bin ich anderer Meinung: Es bringt nichts das Vorhandensein zweier Geschlechter zu leugnen.
Voss Abneigung gegen Hormone wird auch etwas in den folgenden Sätzen deutlich (S.306):
Für die Geschlechtsentwicklung wurden Interaktionen zwischen Embryo und maternalen Einflüssen bereits zu Beginn dieses Kapitels angedeutet. So erfolgte die als geschlechtlich bedeutsam angenommene Testosteron-Produktion zunächst angeregt durch das maternale Hormon Choriongonadotropin (hGG) (vgl. S. 243) solche Interaktionen gehören zu den Bedingungen, die die Embryonalentwicklung erst ermöglichen, und sie sind auch für die Geschlechtsentwicklung bedeutsam.
Die geschlechtlich bedeutsame Testosteronproduktion wird allerdings in dem Buch, wie bereits dargestellt, nicht weiter behandelt. Warum auch, wenn es um die Geschlechtsentwicklung geht?
Das neben der Mutter auch der männliche Fötus recht früh Testosteron produziert geht unter.Soweit ich weiß beginnt schon ab der achten Schwangerschaftswoche im Körper des männlichen Fötus die Produktion von Testosteron. Ab diesem Zeitpunkt ist der Testostonspigel bei männlichen Föten höher als bei weiblichen Föten und erreicht bis zum Zeitpunkt der Geburt den Testosteronwert eines 12-jähriger Jungen. Ein paar Monate später sinkt der Testosteronspiegel um etwa 80 Prozent ab und pendelt sich während der Kleinkindphase auf diesem niedrigen Niveau ein. Mit etwa vier Jahren verdoppelt sich dann der Testosteronspiegel wieder. All dies lässt Voss weg, geht nur auf äußere Einflüsse ein, weil das besser in seine Theorie passt. Ein männlicher Fötus ist pränatal einer wesentlich höheren Testosterondosis ausgesetzt. Und das hat seinen Einfluss auf die Geschlechtsentwicklung.

Voss führt zudem noch aus, welchen Einfluss die herrschende patriarchische Ideologie auf die Forschung hat. Dabei ist für ihn das Denken in zwei Geschlechtern an sich schon Beleg dafür, dass die Forschung ideologiegesteuert ist. Das damit die Forschung auf anderer Forschung aufbaut und diese Fakten dazu daher begründete Vorannahmen sind, blendet er aus. Er kritisiert sozusagen, dass man davon ausgeht, dass der Mond eine Felskugel, ein Erdtrabant ist, weil die Diskursanalyse doch ergeben hat, dass es auch der Hintern einer dicken Frau sein könnte.

Auch hier zeigt sich wieder, dass er die herrschenden Theorien hätte darstellen sollen, weil er sie kritisiert, ohne sie zu nennen. Die Wissenschaft gehe davon aus, dass die Entwicklung zur Frau passiv und automatisch, die Entwicklung zum Mann aber aktiv ablaufe. Das tut sie natürlich nicht. Sie geht davon aus, dass bestimmte Prozesse über Gene gesteuert sind und ein bestimmter Teil über Hormone. Ein Teil der Steuerung über Hormone erfolgt dabei so, dass bei dem Vorhandensein von Testosteron das „männliche Bauprogramm“ und bei dessen Nichtvorhandensein oder Nichtwirksamkeit das „weibliche Bauprogramm“ gewählt wird. Dies ist bei CAIS-Frauen auch gut nachzuvollziehen. Voss versucht jetzt über seine Darlegungen zu den nichthormongesteuerten GENEN nachzuweisen, dass die Steuerung bei den HORMONEN nicht passiv ist. Damit macht er aber allenfalls deutlich, dass er das System nicht verstanden hat und Äpfel mit Birnen vergleicht.

Zur Begründung verweist er des weiteren auf ein Einzelfallbeispiel, eine Studie von Nef. Da ich diese nicht vorliegen habe, kann ich zu den Einzelheiten nichts sagen, aber auch hier scheinen mir einfach die Ansätze auseinander zu gehen. Nef möchte nicht nachweisen, dass es keine Abweichung von Mann und Frau gibt. Er möchte bestimmte allgemeine Grundsätze bei Mann und Frau überprüfen.

Aus dem Umstand, dass eine komplexe Anzahl von Prozessen notwendig ist, um die primären Geschlechtsorgane zu errichten, schließt Voss, dass dies dann aufgrund der Komplexität ein nicht mehr gesteuerter, zufälliger Prozess ist. Der Schluß hat allerdings den Denkfehler, dass komplexe Abläufe gesteuert ablaufen können. Aus der Komplexität eines Vorganges läßt sich nur ableiten, dass dieser Komplex ist.

Im Folgenden wirft dann Voss ohen auf die Grundlagen näher einzugehen noch schnell ein paar Begriffe wie Epigenetik etc in den Raum und behauptet, dass diese ebenfalls eine Zufälligkeit hineinbringen. Wie diese Zufälligkeit aber aussieht und innerhalb welchen Spektrums sie sich bewegt erläutert Voss allerdings nicht. Er führt keine Studien oder zumindest Einzelfälle an, in denen ein epigenetischer Effekt statt zu einer männlichen Entwicklung zu einer weiblichen Entwicklung der Geschlechtsorgane geführt hat. Solche Effekte sind meines Wissens nach auch nicht bekannt, obwohl ansonsten entsprechende Fälle, etwa bei CAIS-Frauen etc nachhaltig untersucht werden.

Voss weist auch nicht nach, dass bestimmte gesellschaftliche Einflüsse zu einer Veränderung führen. Er behandelt eben nur einen sehr schmalen Bereich, die Geschlechtsorgane, und deutet Schwachstellen in biologischen Theorien, die aber aufgrund seiner Ausblendung der Hormone eher Strohmanntheorien sind und den tatsächlichen Forschungsstand nicht wiedergeben, an. Das biologisches Geschlecht „gemacht“ ist, gar gesellschaftlich gemacht ist, ist aus dem Buch nicht herzuleiten.

Dennoch heißt es in den Schlußfolgerungen auf Seite 313 dann:

Naturphilosophische und biologisch-medizinische Geschlechtertheorien sind eingebunden in gesellschaftliche Zusammenhänge zu betrachten. Sie werden gesellschaftlich hergestellt.

Es ist erstaunlich, dass Voss im Vorfeld bestimmte Genwirkungen darstellen kann, die er nicht in gesellschaftliche Zusammenhänge einbettet und dann ausführt, dass die Geschlechtertheorien gesellschaftlich hergestellt werden, also eine reine Konstruktion sind. Damit beraubt er seine Arbeit jedes Aussagegehalts, da sie ja auch nur einen gesellschaftlichen Herstellungsprozess abbilden. In gewisser Weise widerspricht er sich damit selbst.

Das Buch bespricht Unterschiede zwischen Mann und Frau nicht. Es geht auf die wesentlichen Unterschiede weder in körperlicher noch in psychischer Hinsicht gar nicht ein. Es stellt lediglich die irgendwann einmal vertretenen Theorien zur Abgrenzung der Geschlechter dar und macht dann Ausführungen zur Entwicklung der primären Sexualorgane, die die dazu vertretenen Theorien nicht darstellen und fehlerhaft auf sie eingehen.

Weil Voss konsequent Hormone ausblendet, kann er die Entstehung der primären Geschlechtsorgane und insbesondere die Geschlechtsentwicklung nicht nachvollziehen

Betreuungsunterhalt: von 15 auf 3 Jahre in ca. 2 Jahren

Der BGH hat gerade mal wieder das getan, was ein Gericht auch tun sollte: Das Gesetz angewendet, Dennoch erstaunt das immer noch.

Die Süddeutsche titelt: BGH verpflichtet Alleinerziehende zu Ganztagsjobs:

Geschiedene Alleinerziehende müssen nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) einen Vollzeitjob annehmen, sobald ihr Kind drei Jahre alt ist. Anspruch auf Unterhalt vom Ex-Partner haben sei nur dann, wenn sie konkret nachweisen können, dass sie nicht in vollem Umfang arbeiten können. Die Betreuung eines Grundschulkindes stehe einer Vollzeittätigkeit nicht entgegen – vorausgesetzt, nach der Unterrichtszeit besteht eine Betreuungsmöglichkeit. Das hat der BGH am Dienstag entscheiden. (Az.: XII ZR 94/09).

Zum Vergleich das Gesetz:

§ 1570

Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes

(1) Ein geschiedener Ehegatte kann von dem anderen wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes für mindestens drei Jahre nach der Geburt Unterhalt verlangen. Die Dauer des Unterhaltsanspruchs verlängert sich, solange und soweit dies der Billigkeit entspricht. Dabei sind die Belange des Kindes und die bestehenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu berücksichtigen.

(2) Die Dauer des Unterhaltsanspruchs verlängert sich darüber hinaus, wenn dies unter Berücksichtigung der Gestaltung von Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit in der Ehe sowie der Dauer der Ehe der Billigkeit entspricht.

Der BGH hat hier festgestellt, dass Möglichkeiten der Kinderbetreuung bestehen und demnach eine Vollzeitstelle für angemessen gehalten. Man könnte bei der Frage, was der Billigkeit entspricht natürlich auch zu einem anderen Ergebnis kommen, aber das Gesetz sieht erst einmal nur eine Auszeit von drei Jahren vor.

Hierbei ist zu bedenken das vorher das 0-8-15 Modell oder auch Alterphasenmodell galt. Das sah vor, dass die Mutter bis zu einem Alter von 8 Jahren keine Arbeit aufnehmen musste, dann eine Halbtagsstelle und ab 15, also 12 Jahre früher als heute, eine Vollzeitstelle. Das wurde meines Wissens nach auch gerne von den Frauen angenommen, die damit dem Arbeitsmarkt auf Kosten der Männer nicht zur Verfügung standen.

Das sollte bei einer Frauenquote vielleicht auch nicht gänzlich unbeachtet bleiben: Frauen wurde es recht bequem gemacht, sich in der Mutterschaft einzurichten.

Auch jetzt ist allerdings noch ein Aufstockungsunterhalt zu zahlen, wenn sie in dem neuen Job nicht soviel verdient, wie es vorher den ehelichen Lebensverhältnissen entsprach. Dabei hat sie auch an Beförderungen teil, die planmäßig erfolgen, bekommt also dann mehr Unterhalt.

Er muss nach wie vor, auch wenn sie voll verdient, den Unterhalt für das Kind alleine aufbringen. Sie leistet Betreuungsunterhalt, der erst ab 18 Jahren wegfällt, wenn die beiderseitige Barunterhaltspflicht beginnt. Meiner Meinung nach sollte dies früher erfolgen, insbesondere wenn sie Vollzeit arbeitet.

Es hat sich hier meine ich dennoch eine erstaunliche Wandlung vollzogen, eben eine erhebliche Reduzierung des Unterhaltsanspruchs. Viele Frauen werden diese Folgen einer Gleichberechtigung verfluchen. Ich finde es nur konsequent.

Update:

In einigen feministischen Blogs erntet das Urteil deutliche Kritik:

  • Nele Tabler findet das Urteil weltfremd (Karnele / Mädchenmannschaft)
  • Antje Schrupp plädiert dafür den Unterhalt über Steuern zu finanzieren und dann gleich die Väterrechte abzuschaffen (!)

Grosse Brüste und schmale Taille: Schönheitsideale für Frauen und Fruchtbarkeit

Eine interessante Studie untersucht die Schönheitsideale „Große Brüste und schmale Taille“:

Physical characteristics, such as breast size and waist-to-hip ratio (WHR), function as important features used by human males to assess female attractiveness. Males supposedly pay attention to these features because they serve as cues to fecundity and health. Here, we document that women with higher breastto- underbreast ratio (large breasts) and women with relatively low WHR (narrow waists) have higher fecundity as assessed by precise measurements of daily levels of 17-β-oestradiol (E2) and progesterone. Furthermore, women who are characterized by both narrow waists and large breasts have 26% higher mean E2 and 37% higher mean mid-cycle E2 levels than women from three groups with other combinations of body-shape variables, i.e. low WHR with small breasts and high WHR with either large or small breasts. Such gains in hormone levels among the preferred mates may lead to a substantial rise in the probability of conception, thus providing a significant fitness benefit.

Quelle: Large breasts and narrow waists indicate high reproductive potential in women (PDF)

Ich würde vermuten, dass es eine gegenseitige Beeinflussung war:

Die Entwicklung hin zu schmalen Hüften könnte so abgelaufen sein. Mit dem sich immer mehr vergrößernden Gehirn mussten die Frauen auch immer breitere Becken bekommen, damit sie die Kinder gebären konnten. Demnach war es für Männer interessant auf Frauen mit breitem Becken zu stehen. Also hat sich dieses Merkmal im Wege der sexuellen Selektion verfestigt. Allerdings wurde es damit gleichzeitig für die Frauen ein Vorteil im Rahmen der sexuellen Selektion breite Becken zu haben. Allerdings kann man das Becken nicht beliebig verbreitern, weil dies wiederum Schwierigkeiten beim Laufen etc mit sich bringen würde. Also blieb nur der Weg, die Taillen enger werden zu lassen, damit das Becken breiter wirkt. Da das Merkmal bereits im Wege der sexuellen Selektion festgeschrieben war, brachte es damit auch für Männer etwas diesen Trick mitzumachen, da sie dann eine Chance auf Töchter mit breiten Becken, aber schmalen Taillen hatte, die dann wieder attraktiver für Männer war. Das ist das bizarre an sexueller Selektion: Bis zu einem bestimmten Grad benötigt sie keinen Sinn. Da die Steuerung dabei über Hormone erfolgte liegt es nahe, die beste Kombination von Hüfte und Taille bei dem höchsten Fruchtbarkeitsstand zu erreichen. Deswegen waren diese Merkmale auch gleichzeitig wieder ein Zeichen für Fruchtbarkeit, was die sexuelle Selektion gleich noch einmal verstärkt.

Bei Brüsten ist eine Theorie, dass sie ein Fitness Indicator sind, ein costly signal für Jugend. Geoffrey Miller erklärt das in „The Mating Mind“ (S. 245):

Breasts also make good fitness indicators because they come in symmetric pairs. I mentioned earlier that many bodily ornaments in many species advertise an aspect of fitness called developmental stability When body traits grow in pairs, perfectly symmetric development of the pair indicates high fitness. The paired traits tend to grow large to make their symmetry more obvious during mate choice. Evolutionary psychologists John Manning and Randy Thornhill have shown that women with more symmetric breasts tend to be more fertile. It is possible that bipedalism made breasts a useful potential cue of developmental stability for male mate choice. Once men started paying attention to the symmetry of breast development, high-fitness women could better display the symmetry by evolving large breasts. The larger the breasts, the easier it is to notice asymmetries. Perhaps single mastectomies are so distressing to women because breast symmetry has been such an important fitness cue during human evolution. Large human breasts may have evolved to advertise fitness through their symmetry, not just youth through their pertness.

Finally, breasts are pretty good indicators of fat reserves. In the Pleistocene, starving was more of a problem than overeating. It was harder to have good fat reserves than to be extremely thin,  because women had to use their own energy and intelligence to gather food from their environment. It would be possible to spread one’s fat evenly over the whole body surface, like a porpoise, but that would make it hard for men to compare females, and it would give females too much insulation under the scorching African sun. Females who concentrated their fatdisplays in breast and buttocks could attract male interest without overheating. Also, by not depositing too much fat on the abdomen (as males tend to), females could avoid appearing pregnant already—a sure sign of not being fertile at the moment, which might inhibit male sexual attention. Breasts appear to have evolved as highly condition-dependent indicators of a woman’s nutritional state. Most women who have tried dieting know that breast size is the first thing to shrink when food intake is restricted. The role of breasts as fitness indicators may help to explain why there is so much variation in breast size among women. If large breasts were critical for breast-feeding, which is one of the single most important stages in mammalian reproduction, all women would have large breasts. But as we have seen, fitness indicators do not tend to converge on a single size in a population. They maintain their variation indefinitely, due to the effects of genetic mutation and variation in condition. It has sometimes been argued that men’s preferences for larger-than-average breasts must be an artifact of modern culture, because, if it were ancient, all women would have already have evolved large breasts. This argument is wrong if breasts evolved as fitness indicators. Bra manufacturers offer a range from A-cups to D-cups because evolution amplifies the variation in each fitness indicator rather than using it up.

Es spricht demnach vieles für eine biologische Begründung des Schönheitsideals. Diese Faktoren erscheinen mir wesentlich plausibler als eine reine Begründung über die Kultur, weil sie erklären können, warum Körper auf eine gewisse Weise entstanden sind und warum wir bestimmte Merkmale erregend finden. Die Queertheore muss zum einen die Frage, warum weibliche Menschen Brüste haben ausklammern und zum anderen sexuelle Selektion, die vererbbare Attraktivitätsmerkmale erfordert ausblenden. Es ist wenig plausibel, dass Menschen mit ihrem sehr entwickelten Gehirn nicht auch auf Fruchtbarkeitszeichen geachtet haben und die Vorteile sexueller Selektion genutzt haben.