Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Persönlichkeit und sozialem Verhalten

Eine Studie mit Werten zu den Unterschieden der Geschlechter:

Over a wide range of personality and social variables, there is much evidence of gender similarities. For the Big Five personality dimensions, there is no gender difference in openness to experience (d=.03) and small differences in conscientiousness (-.13), extraversion or gregariousness (-.14), and neuroticism (-.25); there is, however, a large difference in one aspect of agreeableness, termed tendermindedness or nurturance (-.97). The gender difference in self-esteem is small (.21). Likewise, there are many gender similarities in the realm of social behavior. The direction of the gender difference in helping behavior depends largely on the situation. In small groups, men and women are similar in their instrumental and expressive behaviors. The gender difference in democratic vs. autocratic leadership style is small (-.22 for democratic style). The research evidence does not support popular media claims about enormous gender differences in language use. The gender difference in self-disclosure is small (-.18). There are several exceptions to this pattern of gender similarities. Gender differences are moderately large for aggression (.50), smiling (-.63), and sensitivity to nonverbal cues (-.52).

Quelle: Gender Differences in Personality and Social Behavior

Nimmt man dazu die Gesetze der Verhaltensgenetik spricht vieles dafür, dass diese Unterschiede auch einen starken biologischen Anteil haben.

Hier noch einmal eine Auflistung:

  • Offen für neue Erfahrungen: 0.03
  • Gewissenhaftigkeit: -0.13
  • Geselligkeit: -0.14
  • Fürsorglichkeit -0.97
  • Selbstwertgefühl: 0.21
  • demokratischer vs autokratischer Führungsstil: -0.22
  • Selbst-Offenlegung: 0.18
  • Aggression 0.50
  • Lächeln -0.63
  • Sensibilität für nonverbale Signale: -. 52
Interessant wären natürlich auch die Schwankungen.

15 Gedanken zu “Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Persönlichkeit und sozialem Verhalten

  1. off topic

    könnten einige interessant finden.

    anthony daniels schreibt unter dem namen Theodore Dalrymple von seinen erfahrungen als artzt und psychiater. ( glaube 2004 erschien der artikel )

    er geht dabei auf mögliche ursachen für das, im artikel geschilderte, destruktive verhalten ein. die plünderrungen in uk könnte man, in diesem kontext, als folge geselschaftlicher werteveränderrungen ansehen.

    http://ef-magazin.de/2008/07/05/379-kultur-der-unterschicht-die-unertraegliche-leichtigkeit-des-boesen

  2. @Christian:
    Du hast in dem Blogeintrag die Quelle des Artikels/Abstracts vergessen. Interessant fände ich – und kann es leider nicht nachlesen im Orginal – was die angegebenen Zahlenwerte bedeuten. Beim ersten angegebenen Zahlenwert steht „d=“. Dass könnte jetzt für „difference“ stehen, also den Mittelwertunterschied der Geschlechter. Oder auch, was ich für wahrscheinlicher halte, für den Wert „Cohen’s d“ als Effekstärkemaß bei solchen Mittelwerunterschieden.
    Falls es letzteres ist: Dann sind die Streuungen, nach denen du fragst, hier schon drin. Der d-Wert als Effektstärkermaß bedeutet nämlich, die Mittelwertunterschiede an den Streuungen zu relativieren.

    • Es handelt sich mit Sicherheit um die Effektgröße d = (M1 – M2) / SD, also die Differenz der Mittelwerte geteilt durch die Standardabweichung. In der Regel sollten negative Werte für eine stärkere Ausprägung bei Frauen, positive Werte für eine stärkere Ausprägung bei Männern stehen, soweit nicht anders angegeben.

      Einige weitere Unterschiede aus einer Metaanalyse von Eaton & Enns (1986) – Link habe ich leider nicht, da mir nur eine Zusammenfassung in Papierform vorliegt.

      Räumliche Wahrnehmung: 0,44
      Mathematische Fähigkeiten
      – Alter 8-10: -0,06
      – Alter 15-18: 0,29
      – Alter 25 und höher: 0,59
      – Hochbegabte: 0,54
      physische Aggressivität: 0,74
      physische A. gegenüber Partner: -0,05 (!)
      Alter beim Ersten Sex: 0,38
      Erwünschte Partnermerkmale
      – phys. Attraktivität: 0,53
      – hoher soz. Status: -0,75
      – hohe Ambitionen: -0,55

      Bei den Unterschieden in den Big-Five (Openness, Conscientiousness, Extraversion, Agreeableness, Neuroticism) würden mich vor allem die Unterschiede auf den einzelnen Facetten interessieren, von denen einige in der im Artikel genannten Studie scheinbar erfasst wurden (tendermindedness für agreeableness – die deutsche Bezeichnung ist übrigens Gutherzigkeit) und andere nicht.

      Die spannendste Frage ist nun natürlich, wie stark die Unterschiede kulturell bedingt sind.

      • @ Faulgor

        Hier eine interessante Studie, die die OCEAN-Unterschiede zwischen den Geschlechtern kulturübergrreifend untersuchte (55 Kulturen).

        Für mich das interssanteste Ergebnis, konsistent mit anderen Studien, Zitat:

        *One unexpected finding has been that sex differences in personality traits are often larger in prosperous, healthy, and egalitarian cultures in which women have more opportunities equal with men (Costa et al., 2001; McCrae, 2002). Both in self-report and in other-report data, Asian and African cultures generally show the smallest sex differences, whereas European and American cultures—in which living standard and gender equity indexes are generally higher—show the largest differences (McCrae et al., 2005). With improved national wealth and equality of the sexes, it seems differences between men and women in personality traits do not diminish. On the contrary, the differences become conspicuously larger.

        This study provides strong support for the claim that with greater human development and with greater opportunities for gender equality, the personalities of men and women do not become more similar (see also Costa et al., 2001; McCrae, 2002; McCrae et al., 2005). To the contrary, in more prosperous and egalitarian societies the personality profiles of men and women become decidedly less similar. Moreover, these changes appear to result from men’s cross-cultural personality variation. In more traditional and less developed cultures a man is, indeed, more like a woman, at least in terms of self-reported personality traits.*

        Das heißt, je freier und gleichberechtigter die Geschlechter, um so unterschiedlicher verhalten sie sich.

        Gleichberechtigung in Freiheit bringt also den Geschlechtsunterschied erst recht zum Ausdruck.

        Wer Gleichstellung will, muss demzufolge Gleichberechtigung und Freiheit abschaffen.

        Für Jungen/Männer wird das ja mehr und mehr angedacht und umgesetzt.

        Die Studie:

        http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18179326

      • Das heißt, je freier und gleichberechtigter die Geschlechter, um so unterschiedlicher verhalten sie sich.

        Gleichstellung sollte kein gesellschaftspolitisches Ziel sein. Wenn die Genderisten recht hätten, d.h wenn sich die Geschlechter in ihren Fähigkeiten und vor allem ihren Neigungen nicht unterscheiden würden, dann würde sich Gleichstellung als natürlicher Ausdruck der Wahlfreiheit von selbst ergeben, denn nichts ist näherliegend, als dass sich der Mensch, grösstmögliche Wahlfreiheit vorausgesetzt, gemäss seinen Neigungen entscheiden wird.

        Daraus ergibt sich folgerichtig das Ziel, welches durch gesellschaftspolitische Massnahmen angestrebt werden sollte: grösstmögliche Wahlfreiheit für das Individuum.

        Sozialingenieure aber erkennen nicht das Individuum, sondern nur die Masse, die es zu verwalten, zu steuern und zu manipulieren gilt, um ihr angestrebtes Gesellschaftsideal zu erzwingen. In der Methode sind sich sowohl Rechts- wie Linksextreme einig, auch wenn ihre Ideale völlig verschieden sind.
        Sie sind beide keineswegs einer pluralistischen Gesellschaft verpflichtet. Der Pluralismus der extremen Linken ist kein Bekenntnis zur Vielfalt der Meinungen und Ansichten, sondern bloss eine inhaltsleere Attitüde.

        Es muss an dieser Stelle wieder einmal festgestellt werden: Gleichstellung und Gleichberechtigung sind zwei unvereinbare Prinzipien. Leider hat ein grosser Teil der Männerrechtsbewegung den orwellschen Sprachgebrauch der Genderisten übernommen und verwendet die zwei Begriffe so als seien es Synonyme. Derlei Einfalt ist nicht verwunderlich, wenn nur zwischen links und rechts unterschieden wird und das Wörtchen gleich irgendwie links klingt, wobei links bei manchen Maskulisten ein Synonym für pöööhse ist.

  3. Ich würde mal vermuten, dass Fürsorglichkeit und Agression Hormonell gesteuert sind.

    Die Frage ist jetzt, wo Lächeln und das Erkennen von Nonverbalen Signalen herkommen. Lächeln macht Frauen attraktiver, also ist es logisch, dass sie mehr lächeln als Männer.
    Aber wieso sind Frauen besser im Erkennen von nonverbalen Signalen? Ist das etwas was sich evolutionär herausgebildet hat, oder irgendwie hormonell gesteuert ist?

    Die Demokratieneigung finde ich auch faszinierend… Da schwindet die feministische Propaganda, dass Frauen mehr zur Demokratie neigen würden als Männer… Ach ja, das kooperative Matriarchat – ist offensichtlich nicht demokratisch ^^

    • @ Omti

      *Aber wieso sind Frauen besser im Erkennen von nonverbalen Signalen? Ist das etwas was sich evolutionär herausgebildet hat, oder irgendwie hormonell gesteuert ist?*

      Das wäre ja kein Gegensatz.

      Auch eine hormonelle Beeinflussung und/oder ein entsprechend besserer Ausbau der dazu nötigen Hirnbestandteile, genetisch codiert, wären evolutionär selektiert (im Gegensatz zur rein kulturellen Erzeugung, die ausscheiden dürfte wegen der kulturübergreifenden Universalität).

      Zudem entsteht kultur nicht einfach beliebig-willkürlich, sondern ist immer Ausdruck der menschlichen Natur, um die sie herum gebaut wird, wie ein gut sitzendes Kleidungsstück um die Anatomie des Menschen herumgeschneidert werden muss, auf die es Rücksicht zu nehmen hat, die natürlich vorgegeben ist und ja trotzdem eine breite Vielfalt unterschiedlichster Gewänder zulässt, die aber doch alle gewisse funktionelle Bedingungen erfüllen müssen, deren Formenvielfalt also nicht beliebig sein kann.

      Ich denke, dass Frauen als das schwächere Geschlecht besser überlebten, wenn sie Gesichter besser lesen konnten, also sich ankündigende Handlungen besser vorausahnen konnten, um sie noch rechtzeitig beeinflussen zu können, denn sie körperlich abzuwehren, dazu waren sie nicht so gut in der Lage wie Männer.

      Frauen, die da weniger erfolgreich waren, werden sich weniger erfolgreich fortgepflanzt haben.

      Die meisten Grabbefunde deuten daraufhin, das Frauen ihren Clan verließen und in den Clan ihres Mannes ausheirateten (Mineralienuntersuchungen an Knochen und Zähnen lassen Bestimmungen zu, wo der Mensch sich in seiner jungend ernährt hatte, ob das abwich von der Gegend seiner Bestattung).

      Sie kamen also in eine fremde Umgebung, ohne den Schutz zahlreicher Verwandter/Vertrauter.
      Auch hier dürfte es einen Vermehrungsvorteil dargestellt haben, wenn man in der Lage war, sich schnell in die Gruppe einzufügen, die verborgenen Gedanken/Emotionen aufgrund des Lesens von Körpersprache schneller und besser decodieren zu können. Mädchen/Frauen, denen das weniger rasch und sicher gelang, waren da im Nachteil, Männer auf diese Eigenschaft weniger angewiesen, weil sie häufiger in ihrer vertrauten Umgebung blieben.

      Zudem sind Frauen das auf Kinderaufzucht hin optimierte Geschlecht, das als stillendes Kinder an der Brust und später am Wickel hatte, die noch nicht sprachfähig waren. ließen sich doch die arbeitsteiligen Aufgaben der Frau (Sammeln, Kleintierjagd, vielleicht Herstellung von Kleidung/Fellbearbeitung) eher mit Kinderbetreuung vereinbaren als die der Männer.
      Also musste die Mutter das Befinden des Kindes an seiner Mimik, seinem Verhalten ablesen.
      Frauen, die das besser konnten als andere, brachten mehr Kinder durch.

      So könnten viele solcher Selektinsdrücke dafür gesorgt haben, dass sich Frauen, die nonverbale Signale besser dechiffrieren konnten als andere Frauen, sich erfolgreicher fortpflanzten, während für Männer diese Eigenschaft so wichtig nicht war, da sie weniger häufig und intensiv mit Kindern umgingen und Konflikte eher physisch austrugen als diplomatisch abwehrten, so dass für sie die Entwicklung von Kraft/Körpergröße/Reaktionsschnelligkeit einen wichtigeren Vermehrungsvorteil bot.

      Bevor ein Mann das Verhalten seines Gegners aus nonverbalen Signalen ausgelesen hätte, hätte dieser ihn vielleicht schon in den Boden gerammt gehabt.

      Möglich wär’s.

      Diskurshoheit durch Reaktionsschnelligkeit und hartes, präzises Zuschlagen.

    • „Die Demokratieneigung finde ich auch faszinierend… Da schwindet die feministische Propaganda, dass Frauen mehr zur Demokratie neigen würden als Männer… Ach ja, das kooperative Matriarchat – ist offensichtlich nicht demokratisch ^^“

      Da handelt es sich um einen Übertragungsfehler aus dem Abstract: Dort wird der unterschied mit -0.22 angegeben; Das Merkmal ist bei Frauen also stärker ausgeprägt, wenn auch nur um eine fünftel Standardabweichung.

  4. Mal eine Anmerkung: Wissenschaftliche Texte auf Englisch sind der Horror, für jeden Mainstream-Blogleser, zumal die komischen Zahlen nicht wirklich erklärt werden.

    • @ Karen

      Kibbuzgeschichten sind ja ohnehin der Horror für alle, die an die geschlechterklassnlose Gleichheitsgesellschaft in Utopia glauben wollen.

      Vielleicht werden sie deshalb so konsequent ignoriert von Genderisten.

      Kibbuzim begannen vor 100 Jahren als fanatisch Egalität erstrebende Idealisten (Männer und Frauen gleichermaßen), uniformierten ihre Kinder, lagerten die Erziehung dieser Kinder aus der Kernfamilie aus, kollektivierten sie, ließen Männer und Frauen in dentischen Bereichen arbeiten, wollten unbedingt alle Faktoren ausschalten/kontrollieren, die Ungleichheit hätten kulturell erzeugen können.
      Mit einem Wort: Sie waren vor 100 Jahren bereits dort angekommen, wohin wir nach dem Willen der Gendermainstreamer erst noch hin sollen.

      Und sie sind gescheitert.
      Es war, trotz des fantisch guten Willens aller Beteiligten, nicht durchzuhalten.

      Die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen stellte sich wieder ein, sobald die Kinder wieder zu Vater und Mutter zurückgeholt wurden, die Kinderhäuser aufgelöst wurden.

      Das geschah übrigens vor allem auf das Drängen der Frauen hin, die mehr von IHREN Kindern haben wollten, intensiver und enger mit ihnen zusammenleben wollten.

      Und die uniforme Aufzucht von Jungen und Mädchen bis hin zu einheitlicher Kleidung, konnte ihre Auseinanderentwicklung auch nicht verhindern.

      Das Gehampel um gleiche Erziehung etc., dieses ganze krampfige Streben nach Gleichartigkeit, das ist ja alles nicht neu, alles schon erprobt und wieder und wieder gescheitert.

      Aber Ideologen, die eine männlich/weibliche Natur, die nicht gleichartig ist, sondern nach Verschiedenheit drängt, nicht anerkennen wollen, lassen sich in ihrem Wahn durch nichts beirren.
      Dabei müssten sie nur Pferde auf der Weide, Hunde und Hündinnen, Kater und Katzen in ihrer Wohnung beobachten.

      • Selbst nach Verweis auf die konsistentesten Befunde wird noch dreist oder naiv oder dümmlich gefragt, was das nun mit dem Menschen zu tun habe.

      • Wer nichts sehen will der wird auch nichts sehen.
        Wenn diese Leute nicht solche Macht hätten könnte man sie nur bemitleiden. So stellen sie allerdings ein Problem für die ganze Gesellschaft dar.

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