Ein Betrieb mit nur weiblichen Angestellten

Der Spiegel berichtet über einen Betrieb, in dem außer dem Chef nur Frauen angestellt sind.

Zu seinen Gründen für diese Einstellungspolitik:

Mägli zählt ihre Qualitäten an beiden Händen auf: Eine Frau sei kommunikativer, zielstrebiger, kostenbewusster, besser in Fremdsprachen und besser im Team, zudem setze sie schneller Prioritäten als ein Mann. Vor allem aber tue sie eines, sagt Mägli: „Eine Frau dient der Sache.“ Dies sei das entscheidende Merkmal. „Männer kämpfen um die eigene Position, um Geld und den Status. Frauen tun dies bei uns – meines Erachtens – nicht.“ (…)

Die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Mann und Frau seien ihr da erst richtig bewusst geworden. „Wenn Männer im Team arbeiten, schaut jeder nur für sich. Sie kommunizieren weniger und lassen sich kaum helfen.“ Im reinen Frauenteam sei dies anders: „Dann geht es weniger um Hierarchien, sondern darum, gemeinsam die vorhandene Arbeit zu bewältigen.“

Nur Frauen unter sich, kommt es da nicht zum Zickenkrieg? „Nein“, sagt Vogt. „Aggressives Verhalten wird bei uns nicht belohnt. Wer manipuliert und intrigiert, kriegt hier keinen besseren Job – im Gegenteil.“ Das eigentliche Geheimnis dieses Erfolgsmodells sei es nämlich, die richtigen Frauen für die richtigen Aufgaben zu finden. Und darin sei Mägli nun einmal unschlagbar.

Interessant wäre, was passieren würde, wenn er Männer ebenfalls entsprechend selektieren würde.

Eine Studie, die in die gleiche Richtung geht:

Although theory suggests that testosterone should facilitate competitive performance, empirical evidence has been mixed. The present study tested the hypothesis that testosterone’s effect on competitive performance depends on whether competition is among individuals (individual competition) or among teams (intergroup competition). Sixty participants (50% women) provided saliva samples and were randomly assigned to complete an analytical reasoning test in individual or intergroup competition. Testosterone was positively related to performance in individual competition, but testosterone was negatively related to performance in intergroup competition. There were no sex differences in performance or in the magnitude of testosterone-performance relationships. These results are consistent with the hypothesis that high testosterone individuals are motivated to gain status (good performance in individual competition), whereas low testosterone individuals are motivated to cooperate with others (good performance in intergroup competition). Theoretical and practical implications are discussed.

Quelle:  When are low testosterone levels advantageous? The moderating role of individual versus intergroup competition

Demnach kommt es also sehr darauf an, was für ein Geschäft man führt. Sind in dem Geschäftsbereich Einzelwettbewerbe häufiger, dann lohnt es sich Personen mit viel Testosteron anzustellen, kommt es auf den Gruppenerfolg an, dann lohnt es sich Personen mit einem geringen Testosteronlevel anzustellen.

Es scheint aber als würde der Testosteronspiegel relativ zum Normalstand des Geschlechts eine Rolle spielen, da sich in der Studie keine Vorhersage nach dem Geschlecht ergab:

The sex of the participant did not predict performance (t(53) =.25, p N .80), nor did it interact with competition condition (F(1, 51) =.43, p N .50) or T level ((F(1, 51) =.14, p N .70) to predict performance. In addition, the sex ×T ×competition condition three-way interaction was also non-significant (F(1, 47) =.33, p N .50). Thus, participant sex was excluded from the following analysis.

33 Gedanken zu “Ein Betrieb mit nur weiblichen Angestellten

  1. Wirklich interessant finde ich an der Studie, dass bezüglich der Wirkung von Testosteron (ist ja das Lieblingsthema des Hausherren hier 😉 ) nicht die absolute Testosteronkonzentration entscheidend ist, sondern wie die einzelnen Probanden relativ zum Mittelwert ihres Geschlechts liegen. So wurde das in der Studie nämlich operationalisiert: Die Testosteronwerte wurden z-standardisiert, aber separat nach Geschlecht. Sprich: Der z-Wert reflektiert mein Position in der Verteilung meines Geschlechts, nicht in der Gesamtverteilung.

    Das finde ich ein wirklich ganz erstaunliches Ergebnis. Und ich habe einmal geschaut: Die Effektstärken sind in ganz beträchtlichen Bereichen. Varianzaufklärungen von 15 bis 20% (bei den relevanten Interaktionseffekten). Das ist richtig viel. Und: Es ist eben nicht das Geschlecht für sich genommen, was hier wirkt. Statistisch gesprochen: Es sind nicht die sog. Haupteffekte. Wirklich ganz erstaunlich und hochinteressant.
    Viele andere empirische Studien zu Geschlechterunterschieden kommen zwar zu statistisch signifikanten Unterschieden, aber oft bei marginalen Effektstärken. So dass die Signifikanz – die man gerne berichten möchte – über extrem große Fallzahlen sozusagen künstlich herbeikonstruiert wird.

    Wenn wir vereinfacht einmal das Testosteron als Indikator für „Männlichkeit“ im Verhalten nämen (sicherlich arg vereinfacht), würde das ja bedeuten: Frauen sind selbst dann bedeutend „männlicher“ im Verhalten, wenn sie hormonell nur ein kleines bisschen in Richtung „männlich“ verschoben werden. Sie müssten gar nicht genauso viel oder mehr „testosterongetränkt“ sein wie ein Mann. Sie müssen sich nur von ihren Mitfrauen abheben.

    Nebenbei: Dies könnte auch erklären, warum im Sport die Hormon-Dopings der Ostblockstaaten vor allem bei den Frauen so besonders eindrucksvolle Erfolge zeitigte. Die sich bei den Männern nicht so erzielen ließen – obwohl man das natürlich versucht hat.

    Bezüglich des Betriebes aus dem SPIEGEL-Artikel ist eines interessant: Was der Herr Mägli hier ja völlig unverstellt propagiert, ist Sexismus im Wortsinne. Und würde in Deutschland nach dem AGG (sog. „Antidiskriminierungsgesetz“) juristisch angreifbar sein.

    DAS es sich hier um Sexismus handelt, ist ja offensichtlich und wird vom Entscheider in Personalfragen ja gar nicht bestritten oder bemäntelt, sondern offensiv propagiert.

    Interessant ist nun die öffentliche Reaktion. Der Artikel im Spiegel ist ja wohlwollend befürwortend geschrieben. Ich denke, dies wäre in einem Fall mit umgekehrten geschlechtlichen Vorzeichen nicht vorstellbar, dass dies positiv konnotiert kommentiert wird.

    An dieser Stelle sehen wir, was die kulturelle Hegemonie des Feminismus bedeutet. Sexismus wird „abgefeiert“, wenn er Männer benachteiligt. Dann ist er gut, in Ordnung, beispielgebend, nachahmungswert. Für den umgekehrten Fall wäre es
    a) nicht möglich, dass es überhaupt so offen propagiert würde. Eine entsprechende Einstellungspolitik würde schlicht in Grund und Boden geklagt werden.
    b) nicht denkbar, dass positiv darüber in „Mainstream“-Medien berichtet würde.

    Schlaglichtartig sagt es etwas über den Stand des Sexismus in unserer Kultur aus.

    [ceterum censeo: Feminismus muss als das benannt werden, was es ist – Sexismus in seiner reinsten Form.]

    • „Wenn wir vereinfacht einmal das Testosteron als Indikator für „Männlichkeit“ im Verhalten nämen (sicherlich arg vereinfacht), würde das ja bedeuten: Frauen sind selbst dann bedeutend „männlicher“ im Verhalten, wenn sie hormonell nur ein kleines bisschen in Richtung „männlich“ verschoben werden. Sie müssten gar nicht genauso viel oder mehr „testosterongetränkt“ sein wie ein Mann. Sie müssen sich nur von ihren Mitfrauen abheben.“

      Die Probanden – arme Psychologiestudenten mal wieder – wurden in gleichgeschlechtliche Paare aufgeteilt. Damit ist das nicht mehr so verwunderlich. Interessant ist, dass sich damit auf Grundlage eines „männlichen“ Hormons eine entsprechende Hierarchie unter Frauen ausbildet. Interessant wären noch Mann/Frau-Vergleiche in verschiedenster Testosteronkonzentration.

  2. Kleiner Nachtrag:

    So ganz kann ich mir die Anmerkung nun doch nicht verkneifen, dass es sich bei dem Unternehmen, was hier als Beispiel für die generelle Überlegenheit von Frauen als Belegschaft angeführt wird, um eine Reederei handelt.

    Im SPIEGEL-Artikel wird aber nur über die Verwaltung gesprochen. Die Kernaufgabe einer Reederei aber ist der Fracht- und Personentransport mittels Schiffen. Die kommen überhaupt nicht vor. Über die Frauenquote im Kerngeschäft, in dem, was das Unternehmen spezifisch ausmacht, wird nichts gesagt.

    Aber vielleicht wird das als unwichtig angesehen ….

    Ist ja eigentlich egal, was ein Unternehmen macht. Wichtig ist nur, das Rechnungen geschrieben werden können. Oder so …

    • Im SPIEGEL-Artikel wird aber nur über die Verwaltung gesprochen. Die Kernaufgabe einer Reederei aber ist der Fracht- und Personentransport mittels Schiffen. Die kommen überhaupt nicht vor. Über die Frauenquote im Kerngeschäft, in dem, was das Unternehmen spezifisch ausmacht, wird nichts gesagt.

      Aber vielleicht wird das als unwichtig angesehen

      Ein Unternehmen optimieren kann nur die Verwaltung. Und da die meisten Frauen pragmatischer als Männer sind, ist die Verwaltung auch optimal besetzt.

      Für die Erstellung sowie den Qualitätsstandard des Produkts ist Pragmatismus nicht unbedingt nötig, zumal viele Produktionsabläufe automatisiert sind.

      • ²Ein Unternehmen optimieren kann nur die Verwaltung.“
        Nein, gerade nicht. Das können nur die Mitarbeiter vor Ort, die die Arbeitsabläufe kennen. Es wurde schon mehr als ein Unternhemen in den Ruin getrieben, weil BWLer frissch von der Uni meinten, sie könnten das Unternehmen vom Büro aus optimieren. Nennt man dann Unternehmensberater.

        Und wo sind denn bitteschön Frauen Pragmatischer? Wenn schon beim Schminkekaufen nicht auf das Produkt an sich, sondern nur auf die Verpackung geschaut wird. Oder Öffentlicher Dienst, 64% Frauenanteil, und wir wissen alle, wie gut der ÖD funktioniert.

      • @imion

        Dass du Pragmatismus mit blödsinnigem Konsumverhalten verwechselst, wundert mich nicht. Pragmatismus ist eine Fähigkeit, die vorhandenen Umstände optimal für die Aufgabe zu nutzen. Dadurch reduziert sich sowohl der Zeitaufwand als auch die Kosten.

        Der ÖD ist a) kein Wirtschaftsunternehmen, und b) nicht auf Profit gebürstet – und nur darum geht es hier.

      • @lucia
        „Pragmatismus ist eine Fähigkeit, die vorhandenen Umstände optimal für die Aufgabe zu nutzen. Dadurch reduziert sich sowohl der Zeitaufwand als auch die Kosten.“
        Eben, und das kann jemand im Büro nicht entscheiden, weil er die Abläufe vor Ort nicht kennt, das musst du diesen Menschen überlassen.

        „Der ÖD ist a) kein Wirtschaftsunternehmen, und b) nicht auf Profit gebürstet – und nur darum geht es hier.“
        Der ÖD muss auch Wirtschafte, muss mit den Steuergeldern sorgsam umgehen, eigentlich, tut es aber nicht, zu viel Verwaltung, die alles kaputtreglementiert anstatt Praktisch zu denken. Aber interessant, wie überreizt du reagierst, wenn man Frauen mal nicht als das überwesen präsentiert.

        Daher liegt der Erfolg der Verwaltung diese Unternehmens in der Auswahl der Mitarbeiter. Interessant wäre, wie viel Bewerber man benötigt um auf die geforderte Anzahl Mitarbeiter zu kommen, nach Geschlecht, nur dann liese sich herausfinden, ob es Unterschiede gibt und, wenn ja, welches Geschlecht besser ist. Dieser Spiegel Artikel taugt dafür aber nicht, weil er keinerlei Hintergründe liefert, sondern nur oberflächlich ist, um irgendeine Weibliche Erfolgsstory zu Präsentieren.

      • „Ein Unternehmen optimieren kann nur die Verwaltung. Und da die meisten Frauen pragmatischer als Männer sind, ist die Verwaltung auch optimal besetzt.“

        Oh Gott, ein weiblicher Sarrazin. Gibst du auch noch „Tatsachen“ über genetisch bedingte Eigenschaften von Völkern zum besten?

      • Ein Unternehmen optimieren kann nur die Verwaltung.

        Absolut unkorrekt. Jegliche Art von Optimierung setzt Information voraus. Nun ist das Wissen in den Betrieben aber verteilt. Keiner Verfügt über das gesamte Know-How, vielmehr verfügt jeder über das mit seiner Tätigkeit Zusammenhängende. Da einer zentralen Verwaltung das lokale Know-How fehlt, kann sie nur selten effizient optimieren. Viel lokales Know-How lässt sich weder artikulieren, noch formalisieren, und kann deshalb auch nicht an eine zentrale Stelle weitergeleitet werden.

        Die meisten Optimierungen in Betrieben finden nicht explizit statt. Mit zunehmender Erfahrung werden effizientere Vorgehensweisen übernommen, ohne dass jemals explizit nach ihnen gesucht worden wäre.

        Im Reederei-Bereich gibt es nun gewisse Problemstellungen, die sich tatsächlich formalisieren lassen, so wie zum Beispiel die Routenplanung für Container. Diese werden aber nicht von Menschenhand optimiert, sondern von Großrechenanlagen. Menschen müssen nur noch die Information eingeben, wann welcher Container von wo nach wo transportiert werden muss. Das aber ist Tipsen-Arbeit; nichts, das besondere Fähigkeiten verlangen würde..

  3. Gott Testosteron sprach:
    Hört ihr Männer, glaubt meinem Propheten Christian, nur das Hormon Testosteron macht euch zum Mann.

    Andere Ansichten neben dieser dulde ich nicht, denn ich bin ein eifersüchtiger Gott.

    Hach, endlich kommt die MännerWelt wieder in Ordnung.
    Zwar simpel gestrickt, aber besser als nix. 🙂

  4. @christian
    Gibt es irgendwelche Informationen darüber, ob diese Firma besondere Zuwendungen vom Staat erhält, oder Aufträge, aufgrund der Frauenpolitik, die sie betreiben?

  5. @imion

    Nein, keine. In den Kommentaren zum Artikel beim Spiegel war nur die Rede davon, dass er ein ziemlicher Billiganbieter mit entsprechender Leistung ist, ob es stimmt kann ich nicht sagen.

    @lucia

    Testosteron ist nun einmal ein wichtiges Steuerungshormon in der Geschlechterabgrenzung. Dass da immer wieder der gleiche Mechanismus verwendet wird erscheint mir auch logisch, alles andere würde zusätzlichen Aufwand bedeuten

    • @ Christian

      *@imion

      Nein, keine. In den Kommentaren zum Artikel beim Spiegel war nur die Rede davon, dass er ein ziemlicher Billiganbieter mit entsprechender Leistung ist, ob es stimmt kann ich nicht sagen.*

      Das könnte den Erfolg erklären.

      Frauen können sich Billiglöhne iel eher leisten als Männer, weil ihre erotische Attraktivität von ihrem Status viel weniger abhängt, weil sie meist einen Partner haben, der sie mitfinanziert, viel seltener einen Partner mitfinanzieren müssen.

      So werden Billiglohnbranchen weiblich, die auch noch viel seltener aufmucken, nicht nur, weil sie in ihrem Status als Frau von guter Bezahlung unabhängiger sind, sondern auch, weil sie Frauen sind.

    • @ Shirin

      Eben.

      Erstaunlich, dass das hier übersehen wird.

      Der Chef ist ein Mann.

      Mich erinnert die Politik des hageren Herrn Mägli an den hageren Diktator Cäsar: „Lasst dicke Männer um mich sein.“

      Es ist einfacher, für hagere Diktatoren, ungefährlicher, angenehmer, von fügsameren Menschen umgeben zu sein.

      Zum Verständnis: Dicke Männer sind „weiblicher“ als hagere, wegen der Biochemie der Fettzelle, die Testosteron zu Östradiol aromatisiert..

      Sexualhormone sind Psychopharmaka.

      Cäsar Mägli sagt: „Lasst Frauen um mich sein.“

      Klappt.

      Wenn der Chef ein Mann ist.

      • Anders herum wäre effektiver. Chefin und Arbeiter. Die Männer schuften sich den Buckel krumm und sie lobt und schenkt ihre Gunst dem Tagessieger. Es gibt kein effektiveres System. Aber es muss eine schöne Chefin mit natürlichem Sexappeal sein.

        Denn merke: Männer brauchen Lob und Liebe von schönen Frauen! Und sie brauchen Konkurrenz! 😉

      • Nein Helena!

        Ich brauche kein Lob von einer schönen Frauenbeauftragten!
        Hauptsache die Kohle stimmt. 😆

        Und wer braucht Konkurrenz?
        „Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?“

  6. Wenn denn, nach Mägli, Frauen in allem besser sind,
    warum hat er als Mann denn dann seinen Posten noch?
    Warum fragt der „Spiegel“ nicht danach?
    Diese Frage drängt sich doch geradezu auf?

  7. Nur eine (vermutlich dämliche) Theorie: Er hat die Frauen eingestellt, weil sie sich eher rumschubsen lassen, sich mehr gefallen lassen, mit weniger Gehalt zufrieden sind (Männer würden irgendwann um eine Erhöhung anfragen) und ihm seinen Posten nicht abspenstig machen. Nachdem mein Freund (bei weitem überqualifiziert, da Akademiker) bei seiner alten Arbeitsstelle gekündigt hatte, stellte der Chef auch zwei Frauen ein. Aus genau dem Grund.

    @ichichich: „Oh Gott, ein weiblicher Sarrazin. Gibst du auch noch „Tatsachen“ über genetisch bedingte Eigenschaften von Völkern zum besten?“

    Über negative genetisch bedingte Eigenschaften von Frauen regst du dich ja auch nicht auf – wieso also jetzt plötzlich? 😉

    • @Syzygy
      „Er hat die Frauen eingestellt, weil sie sich eher rumschubsen lassen, sich mehr gefallen lassen, mit weniger Gehalt zufrieden sind (Männer würden irgendwann um eine Erhöhung anfragen) und ihm seinen Posten nicht abspenstig machen. “

      Das kann sein. Ist natürlich ein wenig spekulativ. Wir wissen es nicht. Und er SPIEGEL-Artikel gibt es nicht her. Aber es könnte etwas daran sein. Dass z.B. auch sehr qualifizierte Frauen im Beruf, wenn sie im AT-Bereich sind, größere Hemmungen haben, in Gehaltsverhandlungen einzusteigen, dafür kenne ich in meinem persönlichen Umfeld einige Beispiele.
      Allerdings muss man zu den Beispielen, die ich kenne auch sagen: Da ist jeweils ein Mann/ferster Partner im Hintergrund, der noch mehr verdient als die Frau. Das (finanzielle) Statusgefälle in den privaten Partnerschaften ist also jeweils Wasser auf Gebetsmühle des Haushernn hier. Und das bedeutet dann eben auch: Für Frauen besteht einfach gar kein so großer Druck, unbedingt mehr verdienen zu wollen oder zu müssen.

      Wie auch immer. Wenn – aus welchen Gründen auch immer – an deinen Vermutungen etwas dran wäre, dass wäre diese Firma jedenfalls alles andere als der feuchte feministische Wunschtraum 😉

      Überhaupt ist meine Erfahrung mit Unternehmen, dass man immer dann, wenn etwas besonders forciert nach außen propagiert wird (aus Image-Gründen), man gut beraten ist, besonders kritisch hinzuschauen. Oft ist es reine Fassade. Aber auch Organe wie der SPIEGEL schauen ja nicht mehr hinter die Fassade. Es könnte ja die „Story“ gefährden.

      Ich hatte mal das Erlebnis, bei einem Unternehmen hinter die Fassade schauen zu können, dass sich öffentlich und in Artikeln der überregionalen Presse als Musterbeispiel für betrieblichen Umweltschutz feiern ließ.
      Tatsächlich haben die nur alle Entsorgungsfragen „outgesorced“ – und zwar jeweils auf die billigsten externen Diensleister. Und diese haben sich dann als die richtigen Umwelsäue verhalten.

      Gesundes Misstrauen ist m.E. nach immer angebracht, wenn sich Unternehmen in einer ganz bestimmten Richtung im öffentlichen Image positionieren wollen.

    • „Über negative genetisch bedingte Eigenschaften von Frauen regst du dich ja auch nicht auf – wieso also jetzt plötzlich?“

      Welche genetisch bedingten negativen Eigenschaften haben Frauen? Und über welchen Kommentar hätte ich mich aufregen sollen (bitte mit Link)?

      • PS:
        Kann schon sein, dass es ähnliche Kommentare von der „maskulistischen Fraktion“ gibt, aber weniger hier als in gewissen „gelben Foren“. Wenn wir festhalten können, dass Leute wie Lucia denen in Sachen Chauvinismus in nichts nachstehen, sind wir uns aber schon einig.

      • „Welche genetisch bedingten negativen Eigenschaften haben Frauen?“

        Schlechteres räumliches Vorstellungsvermögen, im Durchschnitt, z.B.

        „Kann schon sein, dass es ähnliche Kommentare von der „maskulistischen Fraktion“ gibt, aber weniger hier als in gewissen „gelben Foren“. Wenn wir festhalten können, dass Leute wie Lucia denen in Sachen Chauvinismus in nichts nachstehen, sind wir uns aber schon einig.“

        Ja, das stimmt.
        Und wir sind uns einig.

        @virtual-cd: „Und das bedeutet dann eben auch: Für Frauen besteht einfach gar kein so großer Druck, unbedingt mehr verdienen zu wollen oder zu müssen.“

        Naja … im Durchschnitt. Aber es MUSS ähnlich viele weibliche Singles geben, wie männliche. Und auch die weiblichen Singles trauen sich nicht, Gehaltserhöhungen einzufordern, bzw. allgemein etwas mehr ihren Willen im Job durchzusetzen. In meinem Umfeld gibt es relativ viele davon, und auch die kuschen eher, lassen sich mehr Arbeit aufhalsen und verlangen keine Gehaltserhöhung.

        „Wie auch immer. Wenn – aus welchen Gründen auch immer – an deinen Vermutungen etwas dran wäre, dass wäre diese Firma jedenfalls alles andere als der feuchte feministische Wunschtraum“

        Das stimmt schon alleine deswegen, weil der einzige Mann im Betrieb auch der Chef ist *fg*

      • @Syzygy
        „Naja … im Durchschnitt. Aber es MUSS ähnlich viele weibliche Singles geben, wie männliche. Und auch die weiblichen Singles trauen sich nicht, Gehaltserhöhungen einzufordern, bzw. allgemein etwas mehr ihren Willen im Job durchzusetzen. „

        Ja, ich denke schon, da wirken zwei unterschiedliche Kräfte, aber in dieselbe Richtung. Bzw.: Ein und dieselbe Kraft in unterschiedlicher Form.

        Wenn ich an die Fälle aus meinem Freundeskreis denke, die ich beschrieb: Die waren verpartnert. Und der Mann jeweils gut verdienend. Und bei den weiblichen Singles wirkt sozusagen prospektiv etwas ähnliches. Die meisten wünschen sich einen Partner, der mehr verdient als sie selber. (Sie geben das nicht immer so zu und sagen erst einmal: „Ja, Männer wollen ja statusniedere Frauen, die zu ihnen aufschauen“. Tatsächlich geht das nach meinem Eindruck mehr von den Frauen aus.)
        Und da ahnt das Unbewusste der weiblichen Singles natürlich, dass je mehr sie finanziell aufsteigen, desto dünner wird der Kreis der Männer, die dann da noch drüber stehen können. Das ist ja im Randbewusstsein durchaus präsent – wenn es auch meist verleugnet wird. Von daher ist hier eben keine besonders starke Motivation geschaffen, besonders viel verdienen zu wollen. Solange es auch so gut zum Leben reicht. Aber genau dieses Stück „Extra-Motivation“ für eine höhere Gehalt ist bei durchaus qualifizierten und gut ausgebildeten Frauen nicht nur weniger vorhanden, sondern eher als Negativ-Motivation ausgeprägt. Wie Christian sagen würde: Es steigert nicht ihre Attraktivität auf dem Partnermarkt. Tendenziell eher im Gegenteil.

        Und wenn man dann noch hier liest, dass die Reederei, der Herr Mägli vorsteht, offenbar im low budget Bereich angesiedelt ist und die Konkurrenzvorteile über den Preis erzielt, dann kann man schon sagen: „Eine Frau sei kommunikativer, zielstrebiger, kostenbewusster, besser in Fremdsprachen und besser im Team, zudem setze sie schneller Prioritäten als ein Mann“ – ein Schelm, wer hier an etwas ganz anderes denkt bzw. das „kostenbewusster“ noch ganz anders interpretiert.

        Abgesehen davon ist die ganze sexistische Argumentation von Herrn Megli ja verlogen. Wenn er es ernst meinen würde, müsste er zurücktreten und dafür sorgen, dass eine Frau seine Nachfolgerin wird. Weil – wenn das so stimmt – dann ist er ja eben auch unkommunikativ, nicht zielstrebig, nicht kostenbewusst und kann keine Prioritäten setzen. Oder zumindest: Eine Frau an seiner Position könnte das besser.

        Diese Konsequenz zieht er aber nicht. Von daher glaube ich ihm kein Wort. Ich habe bei solchen Theorien immer ein zentrales Prüfkriterium: Ist die Theorie selbstanwendungsfähig. Halten sich die Prediger der Theorie auch bezogen auf sich selbst an die Theorie. Wenn nein: Dann Bullshit. Ideologischer Bullshit. So einfach ist das.

        „Das stimmt schon alleine deswegen, weil der einzige Mann im Betrieb auch der Chef ist *fg*
        You nailed it!

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