Pränatales Testosteron und geschlechtertypisches Verhalten

Hier noch einmal eine Studie zum Thema pränatales Testosteron und den Auswirkungen:

Testosterone plays an important role in mammalian brain development. In neural regions with appropriate receptors testosterone, or its metabolites, influences patterns of cell death and survival, neural connectivity and neurochemical characterization. Consequently, testosterone exposure during critical periods of early development produces permanent behavioural changes. In humans, affected behaviours include childhood play behaviour, sexual orientation, core gender identity and other characteristics that show sex differences (i.e. differ on average between males and females). These influences have been demonstrated primarily in individuals who experienced marked prenatal hormone abnormalities and associated ambiguities of genital development (e.g. congenital adrenal hyperplasia). However, there is also evidence that testosterone works within the normal range to make some individuals within each sex more sex-typical than others. The size of testosterone-related influences, and perhaps even their existence, varies from one sex-typed characteristic to another. For instance: prenatal exposure to high levels of testosterone has a substantial influence on sex-typical play behaviour, including sex-typed toy preferences, whereas influences on core gender identify and sexual orientation are less dramatic. In addition: there appears to be little or no influence of prenatal testosterone on mental rotations ability, although mental rotations ability shows a marked sex difference. These findings have implications for basic understanding of the role of testosterone in normative gender development, as well as for the clinical management of individuals with disorders of sex development (formerly called intersex syndromes).

Quelle: Prenatal testosterone and gender-related behaviour

Ich denke der weniger dramatische Effekt ist so zu verstehen, dass hier ein größerer Spielraum vorhanden ist. Das sieht man eben zB an den CAH-Frauen, die zwar ein männlicheres Verhalten zeigen, aber eben nicht alle lesbisch sind (wenn auch ein deutlich höherer Anteil als bei sonstigen Frauen). Die sexuelle Identität verläuft hier eben weniger graduell. Zumal auch bei CAH-Frauen die Effekte des postnatalen Testosteron je nach Behandlung nicht so leicht herauszufiltern sind.

18 Gedanken zu “Pränatales Testosteron und geschlechtertypisches Verhalten

  1. „Ich denke der weniger dramatische Effekt ist so zu verstehen (…)“

    Also wieder nicht gelesen? Nur Abstracts zu zitieren, um seine evolutionsbiologisch geprägte Position „wissenschaftlich“ zu festigen, ist peinlich.

  2. @ Haselnuss

    Warum beleidigst Du Christian? Kritik erfordert Argumente, keine Spucke. Wenn Du glaubst, etwas besser zu wissen, lege die Inhalte dar, anstatt Dich selbst mit dem Vakuum des von Dir Verschwiegenen aufzublasen. So machst Du Dich selbst zur hohlen Nuss.

    • Ich beleidige im Gegensatz zu dir (Zitat von dir: „hohle Nuss“) niemanden. Aber ein wunderbarer Einstieg in die Diskussion!

      Wissen wird seit Platon als gerechtfertigte, wahre Meinung definiert. Wenn Christian die Studien nicht liest hat er kein Wissen bzgl. pränatalem Testosteron. Alles was er dann hat sind Autoritätsargumente und den Anschein der Wissenschaftlichkeit.

  3. @haselnuss

    Siehst du denn einen inhaltlichen Widerspruch zur Studie?
    Natürlich, in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publizieren könnte ich meine Beiträge lange nicht, aber das ändert ja nichts daran, dass ich in der wissenschaft vertretene Positionen wiedergebe. Und eine Meinung dazu zu haben sehe ich auch nicht als problematisch an.
    Welche Meinung vertrittst du eigentlich, nur damit man dich mal einordnen kann?

    • Diesmal (ein wichtiges Wort) nicht. Beim letzten Mal gab es (nicht nur) einen Widerspruch zwischen Studie und von dir Geschriebenem.

      • „Wissen wird seit Platon als gerechtfertigte, wahre Meinung definiert. Wenn Christian die Studien nicht liest hat er kein Wissen bzgl. pränatalem Testosteron. Alles was er dann hat sind Autoritätsargumente und den Anschein der Wissenschaftlichkeit.“

        Diese Aussage ist so nicht richtig, insinuiert sie doch, dass bis heute Wissen als gerechtfertigte, wahre Meinung definiert wird.

        Dass diese Definition nicht mehr allgemeinhin gültig ist, zeigte Gettier – http://de.wikipedia.org/wiki/Gettier-Problem . Es könnten Fälle vorliegen, wo jemand über eine gerechtfertigte, wahre Meinung über einen Sachverhalt x, dennoch nicht über Wissen verfügt. Sogesehen geht deine Kritik an Christian, was diesen Aspekt betrifft, fehl. Der philosophische Diskurs ist schon 5 Jahrzehnte weiter.

      • @haselnuss

        Dazu, wie die Geschlechterunterschiede entstehen.

        Wenn du zum Beispiel eine dekonstruktive, poststrukturelle Auffassung vertreten würdest, dann hättest du immer noch recht, dass es begrüßenswert wäre, wenn ich alle Studien im Volltext lesen könnte, aber es würde deine Kritik in einem anderen Licht erscheinen lassen, weil der Poststrukturalist ja noch nicht einmal die Abstracts lesen würde.

        Wenn du der biologischen Auffassung nahe stehen würdest, dann wäre es eben als Wunsch nach noch mehr Genauigkeit zu lesen, was ja durchaus zutreffend sein mag.

        Auch für die Meinungen dazwischen ergeben sich entsprechende Varianten. Deswegen frage ich.

        Ich finde: „Ich kritisiere alles, aber sage nie was ich denke, dann kann man mich auch nicht kritisieren und ich behalte automatisch recht“ immer etwas anstrengend. Was nicht bedeutet, dass du dies vertrittst.

      • Ich habe zu wenig Ahnung vom Thema Herausbildung von Geschlechtern, als dass ich ein endgültiges Urteil abgeben will. In meiner Laienmeinung denke ich: Beides wird einen Einfluss haben. Dafür finden sich auch in der von dir zitierten Studie belege.

        Wie man mich zum Poststrukturalismus stecken will, wenn auch nur um mir nichts „aufzuzwingen“, verstehe ich allerdings beim besten Willen nicht. Wenn etwas in meinen Beiträgen durchgekommen sein muss, dann mein Anspruch Empriker zu sein. Ein Empiriker übrigens der Schindluder mit Wissenschaft überhaupt nicht abkann. Weder von professioneller noch von nichtprofessioneller Seite.

  4. @ Haselnuss

    *Wissen wird seit Platon als gerechtfertigte, wahre Meinung definiert.*

    Daran sehen wir, welch geistige Schäden der vielleicht grösste Philosoph angerichtet hat! Wahrheit ist gerechtfertigt, muss es nicht werden. Ihm ging’s darum, Meinungen in Wahrheiten zu verwandeln. Ein solch kluger Kopf wie Platon kann offenbar leicht seine Spielchen mit Dir treiben, aber Du kannst es nicht mit mir. Das einzige, was ich von Haselnuss weiss, ist, was sie schreibt. Solange sie dann keine Argumente sondern nur Allgemeinplätze wie: „Alles was er dann hat sind Autoritätsargumente und den Anschein der Wissenschaftlichkeit.“ schreibt, ohne diese zu begründen, ist „hohle Nuss“ keine Beleidigung, sondern eine Beschreibung.

  5. Messi

    „*Wissen wird seit Platon als gerechtfertigte, wahre Meinung definiert.*“

    Und vor Platon gab es kein wissenhaftes Wissen? Die Menschen haben davor wie stumpfe Kartoffeln in einer Kiste gehäuft vegetiert?

    • Kartoffeln gibts erst seit dem 17. Jht. in Europa, und den bescheuerten Platonsatz hab ich von Haselnuss zitiert, um ihn zu kritisieren. Wenn Du den Diskussionsverlauf ganz liest, kannst Du das sehen.

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