Ist „Geschlecht“ ein mit „Rasse“ „Schicht“ etc vergleichbares Benachteiligungskriterium?

Ist „Geschlecht“ ein mit „Rasse“ „Schicht“ etc vergleichbarers Benachteiligungskriterium?

Peter wirft in einem Kommentar die Frage auf, ob „Geschlecht“ ein Kriterium ist, was eine durchgehende Benachteiligung erkennbar werden läßt und vergleichbare Interessen begründet.

Der Begriff der sozialen Klasse verweist auf den sozialen Status des Individuums und damit auf sein Einkommen, sein Vermögen und dem daraus resultierenden gesellschaftlichen Einfluss, sprich Macht.

Im kommunistischen Manifest steht: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“. Der Kommunist geht davon aus, dass sich die sozialen Klassen durch gemeinsame Interessen auszeichnen und somit die Kategorien der sozialen Klassen die logischen politischen Kategorien sind, entlang derer sich die Fronten im Verteilkampf bilden. Das ist logisch leicht nachvollziehbar, denn der männliche Industriearbeiter und die weibliche Kassiererin an der Aldikasse haben mehr gemeinsame Interessen als die weibliche Aldikassiererin und die weibliche Betriebsrätin bei der Deutschen Bank.

Indem der Feminismus Gender und Geschlecht so behandelt, als handle es sich um soziale Klassen, pervertiert der Feminismus linke Politik als die Politik, welche sich dem sozialen Ausgleich verpflichtet fühlt, um der Akkumulation des Kapitals entgegenzuwirken.

Aber selbst dem dümmsten Feministen kann nicht verborgen bleiben, dass der männliche Obdachlose oder der männliche Harz IV – Empfänger nicht als Teil der privilegierten sozialen Klasse gelten kann. Um diese offensichtlichen Brüche in der Theorie zu übertünchen wurden Behelfskonstrukte in die feministische Theorie eingefügt. Idealtypisch steht dafür R.Connell, welche die Kategorie „männlich“ zu diesem Zweck in hegemoniale, komplizenhafte und untergeordnete Männlichkeit unterteilte. Schleierhaft bleibt bei R.Connells Kategorisierungen, warum das Hegemoniale und das Komplizenhafte an Gender und Geschlecht gebunden sein soll. In ihrem Genderwahn scheint sie die simple Tatsache nicht zu verstehen, dass die Profiteure der herrschenden Ordnung prinzipiell diejenigen sind, welche die Ordnung beibehalten wollen, womit wieder die soziale Klasse zur ersten politischen Kategorie wird und nicht Geschlecht, Gender, sexuelle Orientierung oder andere sekundäre Kategorisierungsmerkmale.

Die feministische Theorie führt zwangsläufig zur Pervertierung linker Politik. Einrücklich zeigt sich diese Pervertierung im Bestreben linker Parteien, privilegierte Frauen durch Vorstansquoten u.a noch zusätzlich zu privilegieren.

Das Argument wäre also, dass die Interessen der Männer und Frauen innerhalb der Gruppe heterogener, also unterschiedlicher sind als beispielsweise die Interessen innerhalb der „Unterschicht“, der „Mittelschicht“ und der „Oberschicht“.

Ich kann mir dies ebenfalls sehr gut vorstellen, denn in der Tat hat die Vorstandsvorsitzende mit anderen Problemen zu kämpfen als die alleinerziehende Mutter. Die eine mag eine volle Befürworterin des Kapitalismus, der Großindustrie, des Wettbewerbs und des Shareholder values sein und solche Theorien aus eigener Überzeugung aktiv stützen und den Sozialstaat klein halten wollen, die andere mag hingegen den Sozialstaat eher ausweiten wollen, weil ihr das den größten Vorteil bringt. Die Frau in einer klassischen Hausfrauenehe mit Nebenjob mag ihr Leben für perfekt halten und keine Änderungen an diesem Wünschen und sich gegen Frauenquoten aussprechen, weil sie die Karriere ihres Mannes und ihrer drei Söhne behindern und für sie nichts positives bewirkt. Der Mann mit drei Töchtern wird im Gegenzug vielleicht die Frauenquote unterstützen, weil er beruflich an der Stelle angekommen ist, die er erreichen kann und nunmehr eine Förderung seiner Töchter seine Interessen am besten verwirklicht. Die Feministin, der Frauen in hohen Positionen das wichtigste sind, will vielleicht Unterhalt, Ehegattensplitting und Kinderbetreuungszeiten einschränken, damit Frauen eher arbeiten müssen und dort geringere Wettbewerbsnachteile haben. Eine „Die Frauen schenken Leben und versinbildchen die heilige Urmutter“-Feministin mag hingegen meinen, dass das weibliche Prinzip im Staat mehr berücksichtigt sein sollte und die Sozialleistungen für Mütter ausgebaut werden müssen. Aufgrund der notgedrungenen Interessengemeinschaft innnerhalb einer Familie, die letztendlich auf den „egoistischen Genen“ beruht, sind die meisten Abgrenzungen anhand des Geschlechts wesentlich differenzierter als in anderen Abgrenzungen.

Demnach sind Geschlechterfragen wesentlich uneindeutiger und persönlicher als viele andere Fragen. Gerade in Abgrenzung zu Interessen einer „Klasse“ ist zu bedenken, dass diese Interessen eher wechseln können als das Geschlecht. Wenn der Student noch Teil der Unteren oder mittlern Schicht sein mag, kann er nach Abschluss seines Studiums Karriere machen und der Oberschicht angehören. Wenn der Arbeitervertreter innerhalb der Firma aufsteigt, dann kann er ebenso Oberschicht werden. Wenn der Oberschichter Bankrott geht, dann kann er in der Unterschicht landen. Damit ändern sich auch seine Interessen.

Natürlich kann es dennoch Interessen von Männern und Frauen geben, die typisch für das jeweilige Geschlecht sind. Diese beziehen sich aber meiner Meinung nach wesentlich mehr auf den Schnitt als auf die Einzelperson.Zudem sollte man sich davor hüten, gemeinsame Interessen zu sehr nur anhand der Position „Geschlecht“ zuzuweisen. Die Leistungsgesellschaft als „Männlich“ anzusehen und einen Kapitalismus als „patriarchisch“ und damit männerbestimmt anzusehen geht meiner Meinung nach an den tatsächlichen Gegebenheiten vorbei. Denn die meisten Frauen wollen, wenn sie sich für eine Gesellschaftsform entscheiden müssen, eben keine matriarchale Ackerbaugesellschaft, sondern eine moderne Zivilisation mit allen technischen, medizinischen und gesellschaftlichen Annehmlichkeiten dieser. Sie wollen das Patriarchat keineswegs bekämpfen, sie wollen allenfalls in diesem einen bestimmten Platz, beispielsweise den, bei dem sie die Kinder betreuen und einen Halbtagsjob haben kann, also eine für sie angenehmere Verteilung zwischen Familie und Beruf wählen kann, dabei aber die durch den Wettbewerb verursachten Vorteile auch über die Teilhabe an dem Geld durch den Beruf ihres Mannes genießen kann. Dies ist dann keine Anbiederung an die Männerwelt oder eine „Unterstützung des Patriarchats gegen ihren Willen“, sondern eine freie Entscheidung, die sie so getroffen hat und auch für richtig hält. Natürlich gibt es auch Frauen, die Karriere machen wollen und dabei Diskriminierung erfahren, was sich dann an ihrem Geschlecht festmachen läßt oder Frauen, die den Kapitalismus stürzen wollen, was sich dann nicht an ihrem Geschlecht festmachen lassen muss.

Kurz : Die Zuweisungen anhand des Geschlechts sind wesentlich schwieriger und heterogener als es in vielen, gerade vielen feministischen Schriften deutlich wird. Die Interessen der Frauen an der Beibehaltung bestimmter Zustände, die dort dem „Patriarchat“ zugesprochen werden, sind aufgrund ihres Geschlechts keineswegs so klar.

69 Gedanken zu “Ist „Geschlecht“ ein mit „Rasse“ „Schicht“ etc vergleichbares Benachteiligungskriterium?

  1. Volle Zustimmung!

    Ich habe mir hier schon oft bei Kommentaren gedacht „Wow, ich leb echt in einer anderen Welt!“ Und das stimmt auch, denn in der sozialen Klasse, in der ich mich bewege (Akademikerpaare mit höchstens einem Kind) gibt es die meisten Probleme nicht, die hier diskutiert werden. In meinem Umfeld gibt es eben nur gleichberechtigte Partnerschaften und alle Frauen lieben ihren Beruf zu sehr, als dass sie länger als nötig aussetzen wollten.

    Ich nehme die Probleme der anderen dann interessiert zur Kenntnis und erweitere daran meinen Horizont, aber das ist eine andere Teilnahme als wenn man persönlich involviert ist.

    Mit der Aldikassiererin verbindet mich die Tatsache, dass sie eine Frau ist emotional genauso sehr, wie die Tatsache, dass wir beide brünett sind.

    • „Mit der Aldikassiererin verbindet mich die Tatsache, dass sie eine Frau ist emotional genauso sehr, wie die Tatsache, dass wir beide brünett sind.“

      Falls du BWL studiert hast und entsprechende Funktionen ausübst („soziale Klasse, in der ich mich bewege (Akademikerpaare mit höchstens einem Kind)“) verbindet dich mit ihr vor allem ein objektiver Klassengegensatz, mit Marx gesprochen 😉

  2. Es ist traurig, dass gerade unter eher politisch linken Menschen, wozu FeministInnen häufig zählen, Marx überhaupt nicht gelesen wird. Folgendes zur Klärung.

    Marx kennt erst einmal genau zwei Klassen: Er kennt die Arbeiterklasse und die Bourgeoisie. Die einen verfügen über keine Produktionsmittel, die anderen verfügen über Produktionsmittel (P). Auf nichts anderes verweist der Begriff der Klasse: Besitz v. P oder nicht Besitz von P.. Marx dichotome Typologie (= 2 Klassen) war bereits auf die damalige Gesellschaft nicht mehr anwendbar. Bereits diese war eigentlich zu ausdifferenziert. Heute ist die Gesellschaft noch ausdifferenzierter. Ein Beispiel: Ein Hartz IV-Empfänger und ein Manager können bei Marx BEIDE in die Kategorie besitzlose Klasse fallen. Insofern Letzterer über keine eigenen Produktionsmittel verfügt, was Manager als Angestellte meistens nicht tun. Finden wir bei Beiden gemeinsame Klasseninteressen? Nein, natürlich nicht.
    Der Feminismus hat den Begriff der Klasse i.S. Marx‘ einfach durch Geschlecht ersetzt. Wobei Frauen zur besitzlosen unterdrückten Klasse und Männer zur besitzenden unterdrückenden Klasse wurden. Damit scheitert er – Überraschung! – an den gleichen Problemen mit der Realität wie bereits der Marxismus.

    Das bedeutet: Klasse ist nicht soziale Schicht. Klasse war als Erklärmodell für irgendwelche Probleme bereits zu Lebzeiten Marx gescheitert.

    • Mit Verlaub, du machst es dir mit Marx zu einfach. Da gibt es bei Marx neben den Hauptklassen, die als Gegensatzpaare auftreten (Adel-Leibeigene im Feudalismus, Bourgeoisie-Proletariat im Kapitalismus) auch die Nebenklassen, das Kleinbürgertum, der Beamtenstand usw.
      Der Kleinbürger ist der selbstarbeitende Produktionsmitteleigner, der eventuell auch Arbeiter beschäftigt, aber anders als der Bürger auch seine eigene Arbeitskraft ausbeutet. Beispiele für Kleinbürger sind der Arzt mit eigener Praxis, der Handwerksmeister mit seinem Meisterbetrieb usw.

      Der Hartz IV-Empfänger (den Marx dem „Lumpenproletariat“ zurechnen würde) und der Manager fallen nicht in die gleiche Klasse der Besitzlosen. Zum einen ist der Manager nicht besitzlos, sondern wird ja üblicherweise anteilig an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt, und dies nicht zu knapp, so dass er entweder Miteigentümer des Unternehmens ist (durch Aktienbesitz) oder sich mit seinem Gehalt z.B. Grundeigentum aneignen kann (Häuser, deren Wohnungen er dann vermieten kann), sich in Aktienfonds einkaufen kann usw..
      Zum anderen setzt sich das Einkommen des Managers, selbst wenn es knapper bemessen ist und nur zur kleinbürgerlichen Existenz reicht, einfach anders zusammen als das des Malochers. Der Manager vertritt nämlich Kapitalisteninteressen, wird daher anteilig an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt und steht im Gegensatz zu dem Arbeiter am Fließband. Wenn dessen Lohn steigt, sinkt der Profit des Unternehmens und damit das Einkommen des Managers, wenn der Lohn sinkt, steigt der Profit des Unternehmens und die Gewinnbeteiligung des Managers.

  3. Meines Erachtens handelt es sich hier um Scheindiskussionen, die einer postmodernen akademischen, wissenschaftlichen Gesellschaft geschuldet sind. Der Wahrheitsdiskurs ist zum gendersprachlichen Machtdiskurs verkommen, wobei der Schein der Wahrheitsfähigkeit für das dumme Publikum erhalten bleiben muss – warum sollte ich mich ansonsten auch an etwas halten, was keine Wahrheit, in einem intersubjektiv nachvollziehbaren Sinne beanspruchen kann. Gelingt dies nicht, werden totalitäre Normen etabliert, welche unter dem Diktum „Politische Korrektheit“ der Gesellschaft übergestülpt werden.

    Für mich, aus philosophischer Sicht auf diese kränkelnde Gesellschaft, ist von Interesse, dass ein solcher gruppenspezifischer Machtdiskurs in einer offenen Gesellschaft nur über erstens einen Erhaltungsmechanismus der objektivizierbaren Wahrheit für bestimmte Bereiche der Gesellschaft, das Vorgaukeln eines Solchen für ebendiese laufen kann und zweitens totalitäre Mechanismen an die Stelle treten, wo die Menschen erkennen, dass die vorgespiegelte Objektivierung, das: Es ist wahr, was wir euch sagen! – nur Exemplifizierungen gruppenspezifischen Denkens, gruppenspezifischer Interessenslagen sind. Diese Totalitarismen finden wir in der „Politischen Korrektheit“, einem ideologisch gerechtfertigtem Opferstatus, Opferritus wider.

    So ist es ja ohne Probleme möglich, reale Diskriminierungen zu etablieren um ideal postulierte Diskriminierungen abzubauen – und dies in unseren doch so überlegenen, demokratisch-menschenrechtelnden Gesellschaftsordnungen 😉

    Letztlich läuft es darauf hinaus, dass, wenn die Mainstream-Propaganda Industrie durchschaut ist, der real nicht mehr existente, gesellschaftliche Konsens als ebendieser bewußt wird.

    Warum soll ich mich an mich benachteiligende Gesetze, Verordnungen halten, wenn ich als Bürger nicht die Möglichkeit habe, in einem rechtsstaatlichen Diskurs aufzuzeigen, dass diese Regeln falsch sind?

    Grüße aus Österreich

  4. Wenn Peter in seinem Kommentar schon Marx und den Klassenbegriff bemüht, sollte dieser allerdings nicht dem Schichtenmodell durcheinandergewürfelt werden. Die gesellschaftlichen Schichten (Unter-; Mittel-, Oberschicht) sind quasi das offizielle Modell, die Selbstdarstellung der bürgerlichen Gesellschaft. Es gibt Leute, die etwas weniger haben, und andere, die etwas mehr haben. Marxens Klassenmodell geht von einem objektiven Gegensatz der Klassen aus, in dem das Bürgertum das Proletariat ausbeutet.

    Diesen Gegensatz übernimmt ja auch die feministische Gesellschaftsdeutung, nur dass hierbei das Bürgertum vom Patriarchat ersetzt ist, das Proletariat durch die Frauen. Während der objektive Gegensatz zwischen dem Unternehmer und seinen Arbeitern kaum zu bestreiten ist – der Unternehmer möchte von seinem Arbeiter, dass er möglichst viel für möglichst wenig Geld arbeitet, der Arbeiter hat das objektive (!) Interesse, seine Arbeitskraft möglichst teuer zu verkaufen und möglichst wenig zu arbeiten, muss das Patriarchatsmodell auf Hilfskonstrukte zurückgreifen, um aufzuzeigen, weshalb beispielsweise Bertelsmann-Chefin Liz Mohn unterdrückt ist, der halbblinde, leberkranke Obdachlose vor dem Bahnhof hingegen privilegiert.

    Von einem marxistischen Standpunkt aus würde man argumentieren, dass, wenn Frauen in der Gesellschaft benachteiligt sind, vor allem in Hinblick auf Lohn, dies in der Rechnungsweise des Kapitals liegt – da eine Frau schwanger werden kann und sich eventuell um ihre Kinder kümmern muss, ist ihre Arbeitskraft weniger wert als die eines Mannes, da sie weniger zuverlässig in Anspruch genommen werden kann. Ob die einzelne Frau überhaupt Kinder bekommen will, ist irrelevant, das Risiko muss der Arbeitgeber überhaupt nicht eingehen, da es genug Konkurrenz gibt.

    Direkt zu dem Thema passt übrigens der von Starosczyk in ihrem Kommentar verlinkte Audiobeitrag – den kannte ich schon vorher, sehr empfehlenswert
    https://allesevolution.wordpress.com/2011/05/30/kriterien-fur-ein-matriarchat/#comment-13875

  5. Man muss unterscheiden zwischen der Klassenzugehörigkeit und der Mengenzugehörigkeit. Letzteres ist nicht Grund für ersteres. Der Fehler des Feminismus ist, sich eine arbiträre Menge aus der Gesellschaft herauszugreifen (die Menge der Frauen) und die aus dem Vergleich mit einer anderen Menge (Männer) gewonnenen Unterschiede in ein strukturelles Unterdrückungsverhältnis zwischen den zwei Mengen umzudeuten. Dies ist wissenschaftlich nicht zulässig.

    Ebenso absurd wäre es, Menschen nach Haarfarben zu sortieren, das Einkommen in diesen Mengen (z.B. schwarz, blond, brünett, rot) zu untersuchen und Unterschiede dann auf die Haarfarbe zurückzuführen. Dann sind plötzlich Schwarzhaarige Ausbeuter der Blonden, obwohl keine Klassenidentität innerhalb dieser Mengen und kein Klassengegensatz zwischen diesen Mengen besteht. Es ist ganz simpel: Klassengegensätze bestehen zwischen Klassen, die sich ausbeuten (in unserer Gesellschaft: die Bourgeoisie beutet das Proletariat aus). Unterdrückt sind eben genau jene, die in dem Ausbeutungsverhältnis die Verlierer sind. Die Illusion, dass Frauen (so etwas wie) eine Klasse seien, ist m.E. ein semantisch-statistischer Denkfehler: Für eine Frau ist die Wahrscheinlichkeit höher, eine proletarische oder subproletarische Existenz zu fristen, als für einen Mann. Mit anderen Worten, eine Frau ist zur kapitalistischen Arbeit nicht so richtig zu gebrauchen und wird daher in der stillen Reservearmee der Mütter und Hausfrauen zwischengelagert bis der Arbeitskräftebedarf wieder so steigt (oder das Lohnniveau so sinkt), dass Lohnarbeit für sie lukrativer ist als vom Lohn ihres Partners zu leben. Aus dieser Tatsache ergibt sich der erste, der statistische Fehler, der Feministen. Aus der höheren Wahrscheinlichkeit wird irrtümlich ein kausales Verhältnis gefolgert. An die Stelle der revolutionären Erkenntnis, dass Proletarier von der Bourgeoisie ausgebeutet werden, tritt die reaktionäre Ideologie, Frauen seien gegenüber Männern benachteiligt, weil sie häufiger eine (sub-)proletarische Existenz fristen als jene. Dann wird der zweite, der semantische, Fehler gemacht: Weil jetzt quasi Frauen eher die Unterdrückten sind als Männer und dies an ihrem Geschlecht liege, kann man sich des Begriffs des Proletariats ganz entledigen. „Frau“ wird zum Synonym für den ausgebeuteten Menschen. Und „Frauen“ sind plötzlich die soziale Klasse mit der Identität, als Gesamtheit ausgebeutet zu sein. Alle Befunde zur Ausbeutung durch die Bourgeoisie werden plötzlich zum Beleg für die Ausbeutung der Frauen durch die Männer. Der Antagonismus zwischen den Klassen verläuft nun an der Geschlechtergrenze Mann/Frau. Die vielen Ausnahmen werden gerne als Bestätigung der qua feministischer Ideologie stipulierten Regel anerkannt. Die Welt steht Kopf und alles dreht sich um die Frau. Nicht die Ausbeutung soll bekämpft werden, sondern sie soll zum Vorteil der Frau instrumentalisiert werden. Frauen sind seit sie rechtlich gleichgestellt sind, in D also seit ca. 50 Jahren, an der Aufrechterhaltung der kapitalistischen Ordnung verstärkt interessiert. Und hiermit bin ich bei meiner These zu einer realen Ausbeutung durch ein Geschlecht, nämlich durch das weibliche.

    Die Ausbeutung der Männer durch die Frauen ist sekundärer Natur. Sie ist der kapitalistischen Ausbeutung nachgeordnet. Die biologisch bedingten Unterschiede zwischen den Geschlechtern resultieren in der modernen kapitalistischen Gesellschaft in einem Vorteil für Frauen. Somit kann eine Frau ohne Arbeit vom Einkommen ihres Partners leben. Die kapitalistische Konkurrenz hat sich gegen die Männer gerichtet, weil sie auf einem Partnermarkt um möglichst hohen Status konkurrieren, der auch durch das Einkommen und damit die Versorgerqualität des Mannes bestimmt wird. Ich werfe niemandem seine biologische Natur vor. Ich sage nur, dass sie sich unter kapitalistischen Bedingungen so ungünstig auf die Männer auswirkt, dass Männer und Frauen ihre Energie darauf konzentrieren sollten, den Kapitalismus zu bekämpfen, anstatt sich gegenseitig fertig zu machen. Nun gut, damit sage ich niemandem etwas Neues. Das war schon 1848 („Kommunistisches Manifest“) das einzig Richtige, als Frauen noch wirklich gegenüber Männern benachteiligt waren.

    • Der Fehler des Feminismus ist, sich eine arbiträre Menge aus der Gesellschaft herauszugreifen (die Menge der Frauen) und die aus dem Vergleich mit einer anderen Menge (Männer) gewonnenen Unterschiede in ein strukturelles Unterdrückungsverhältnis zwischen den zwei Mengen umzudeuten. Dies ist wissenschaftlich nicht zulässig.

      So ist es. Ausserdem wird bei der „feministischen Gesellschaftsanalyse“ permanent die Hälfte der Wirklichkeit ausgeblendet.

      Zwei Beispiele: Eine Einkommensdifferenz von etwa 8 % zu Gunsten der Männer gilt als ultimativer Beweis einer systematischen Benachteiligung von Frauen, während die um etwa 5 Jahre geringere Lebenserwartung von Männern ausgeblendet wird.

      Die Unterrepräsentation von Frauen in den DAX-Vorständen (gemessen am Bevölkerungsanteil von Frauen) gilt als Skandal. 90 % männliche Obdachlose sind hingegen nicht der Rede wert.

      Meine grundsätzliche Aussage aber ist: Gender, Geschlecht, sexuelle Orientierung u.a sind irrelevante Sekundärmerkmale, sofern sozialer Ausgleich das Ziel sein soll. Sozialer, d.h materieller Ausgleich kann sich nur an Einkommen und Vermögen orientieren.

      Kategorien lassen sich bilden, indem mindestens ein alle Individuen der Gruppe/Kategorie auszeichnendes Merkmal gefunden wird. Josef Ackermann gehört zur Gruppe der eher kleinwüchsigen Männer. Es lässt sich zeigen, dass eine positive Korrelation zwischen Einkommen und Körpergrösse besteht. Somit ist Josef Ackermann Teil einer benachteiligten Gruppe bezüglich Einkommen. Absurd? Das ist der Gruppismus des Genderismus. Die Tochter von Josef Ackermann (hat er eine?) ist ebenso Teil der benachteiligten Gruppe „Frauen“.

      Feminismus und sein dissoziales Töchterchen Genderismus ist die Pervertierung linker Politik als die Politik, welche sozialen Ausgleich durch Umverteilung für unverzichtbar hält.

      Zum marxschen Klassenbegriff und die hier geäusserte Kritik daran: Es ist richtig, dass sich der marxsche Klassenbegriff nicht so ohne weiteres eins zu eins auf die heutigen Verhältnisse übertragen lässt. Ob nun (soziale) Schicht oder Klasse, meine Argumentation bleibt davon unberührt. Massstab meiner Kategorisierung bleibt Einkommen und Vermögen.

      Die feministische Propaganda verwendet die Begriffe „Gleichberechtigung“ und „Gleichstellung“ oft synonym. Das ist falsch. Gleichstellung und Gleichberechtigung sind zwei unvereinbare Konzepte. Gleichstellung strebt die zahlenmässige Parität in hohen gesellschaftlichen/beruflichen Positionen für Frauen an, wo diese unterrepräsentiert sind. In unattraktiven Berufsfeldern, insbesondere schwere körperlicher Arbeit und Schmutzarbeit, die fast ausschliesslich von Männern getan wird, ist diese sogenannte Gleichstellung kein Thema. Hier sind die tradierten Rollenverteilungen plötzlich kein Problem. Gleichstellung ist nichts weiter als die Abfütterung der eigenen Klientel, die sich sexistischer und rassistischer Kategorisierungen bedient, um Privilegien zu verteilen.

      Gleichstellung muss notwendigerweise das Individuum diskriminieren, denn es fasst Rechte als Gruppenrechte auf. Nicht das Individuum ist der Rechtsträger, sondern die Gruppe. Damit wird ein Grundprinzip der Rechtsstaatlichkeit pervertiert, denn Gruppen/Kategorien lassen sich willkürlich konstruieren.

      Gender Mainstreaming ist ein totalitäres, antidemokratisches Konzept, welches top down implementiert werden soll und notwendigerweise das Individuum diskriminiert. Die Aussage; ich bin für Gleichberechtigung und Gleichstellung ist barer Unsinn.

      Der Feminismus ist geistig tot. Einige Zombies, sogenannte Untote, tummeln sich noch in den Institutionen als Gleichstellungs- und/oder Frauenbeauftragte.

      • @ Peter

        Mal wieder volle Zustimmung, Meister Bosshard, auch wenn wir uns vielleicht uber Ausmaß und Methodik des sozialen Ausgleichs heftig streiten würden.

        Das jedoch

        *Der Feminismus ist geistig tot. Einige Zombies, sogenannte Untote, tummeln sich noch in den Institutionen als Gleichstellungs- und/oder Frauenbeauftragte.*

        ist leider eine Fehleinschätzung.

        Zitat Nadine Lantzsch, genderstudiert und 25 Jahre jung:

        * Die aktuellen Vergewaltigungsfälle werden medial begleitet von Geschlechterstereotypen und Verharmlosungen sexistischer Verhältnisse. Was ja am Ende, glaubt mensch an die Macht von Sprache, Texten und Diskursen u.a. dazu führt, dass Wichser wie Strauss-Kahn trotz relativ eindeutiger Beweislage wohl am Ende freigesprochen werden. Begründet wird das dann gern mit dem Rechtsstaatlichkeitsprinzip, der Aufklärung und all dem Rotz, der von weißen europäischen Männern in mächtigen Positionen erfunden wurde, um ihren Besitzstand zu wahren und universale Menschenrechte für ihren eigenen Vorteil zu instrumentalisieren.*

        http://medienelite.de/2011/07/06/temporar-hassen-und-langfristig-dagegen-sein/

        All der Rotz, der von weißen, europäischen Männern …

        Na, zumindest das wird sich in den nächsten Jahrzehnten ändern, wenn die europäischen Männer, die von Feministinnen so brünstig gehasst werden, nicht nur weltweit in die Minderheitenposition geraten, sondern auch in den Ländern des Westens selbst,

        In den USA wird das ab 2050 der Fall sein.

        Mal sehen, wieviel Aufklärung und Rechtsstaat dann noch übrig bleibt.

        Kalifornien wird mexikanischer mit seiner wachsenden mexikanischen Minderheit, die Stadtviertel in Paris und Brüssel, in denen die Einwanderer aus Nordafrika die Mehrheit stellen, ähneln mehr und mehr den Städten Nordafrikas.

        Neukölln (Berlin) ähnelt mehr Diyarbakir als Istanbul usw.

        Der „Rotz“, den Frau Lantzsch beklagt, scheint mit den Männern, die ihn erkämpft und getragen haben, zu verschwinden.

        Was kommt danach?

        Sicher kein Matriarchat.

  6. Noch ein Gedanke zur Lösung der weiblichen Ausbeutung der Männer:
    Wie schon Esther Vilar forderte, müssen Männer als Versorger nutzlos werden. Anders als Vilar sich das ausmalte, muss dazu jedoch der Kapitalismus fallen. An seine Stelle muss eine kommunistische Gesellschaft treten, die die Bedürfnisse aller erfüllt und jedem gestattet, entsprechend seiner Leistung zu arbeiten. Eine Frau wäre also nicht mehr auf einen Versorger angewiesen, sondern erhielte alles, was sie braucht (Wohnung, Lebensmittel, Erziehung ihrer Kinder, …), von der Gesellschaft. Gleiches gilt natürlich für Männer. Die Sexualität wäre endlich von allen materiellen Abhängigkeitsbeziehungen befreit und könnte erstmal in der Geschichte der Menschheit (vielleicht abgesehen von einem umstrittenen Urkommunismus) ganz nach Lust und Laune ausgelebt werden.
    Anstatt Tauschwert zum Ziel des Wirtschaftens und der Produktion zu machen, würde dann mit dem Ziel, Gebrauchswerte zu schaffen, produziert. Dies wäre die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter unter größter Würdigung ihrer Eigenheiten. Der kommunistische Egalitarismus ist die höchste Form des Individualismus und des materiellen Reichtums. Angesichts des hohen Entwicklungsstandes der Produktivkräfte stehen die Chancen heute so gut wie nie, diesen Zustand noch lebend zu erreichen.

    • Hast du den Audiobeitrag, den ich intern verlinkt habe, angehört (Margaret Wirth, Wiwi-Prof. der Uni Bremen zur „Frauenfrage“)? Wenn du mit Marx was anfangen kannst, könnte der dich interessieren, dauert aber knapp zwei Stunden :-).

    • Sexualität würde dann aber auch nicht viel freier als jetzt sein sondern ebenso in einer sexuellen Marktwirtschaft münden von der einige wenige profitieren und die Meisten nicht. Es würden einfach andere Kriterien herangezogen die Status verweisen. Game würde sexuell Überlebensnotwendig werden. Der sexuelle Kampf umso härter.

      • „Game würde sexuell Überlebensnotwendig werden. Der sexuelle Kampf umso härter.“

        Was wäre daran schlecht? Man kann halt nicht alles gesellschaftlich verordnen, sexuelle Anziehung schon gar nicht. Da wird es immer Gewinner und Verlierer geben, selbst im kommunistischen Schlaraffenland.

      • @ichichich: Es wäre eben kein Schlaraffenland sondern würde bald wieder am Ausgangszustand angelangt sein. Und das nicht ohne viel Leid. Natürlich kann ich dann lakonisch dagegenhalten das es sowieso immer Verlierer geben würde. Das relativiert sich dann aber recht schnell wenn man selber zu den notwendigen Opfern einer Ideologie wird.

      • Ich sehe nicht, warum das so sein soll. Eine Frau hätte ja keinen materiellen Vorteil mehr, wenn sie Sexualität vorenthält (als Freundin, Ehefrau) bzw. explizit im Austausch für Geld gibt (als Prostituierte). Es gibt kein Geld mehr. Mit dem Wegfall der bürgerlichen Moral entfällt dann auch die schon immer unangebrachte Scham, als „Schlampe“ zu gelten. Was natürlich bleibt, sind die unterschiedlichen biologischen Dispositionen von Mann und Frau. Gewiss kann damit nicht jeder glücklich werden, nicht jeder findet einen Partner. Das ist jetzt aber auch nicht anders. Gegenseitige Zuneigung und Anziehung lassen sich nicht erzwingen und auch nicht kaufen. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass viele Menschen (Männer und Frauen) gelegentlich als Sexarbeiter tätig sind. Die kommunistische Gesellschaft ist höchst arbeitsteilig, sodass quasi jeder irgendwann mal jede Tätigkeit ausübt, sofern er/sie dazu in der Lage ist.

        Ansätze für diese Entwicklungen kann man m.E. schon heute erkennen. Die Partnerwahl geschieht z.B. zu einem immer größeren Teil online. Menschen wählen sich dort auch für verschiedene Zwecke (Freundschaft, Liebe, Affäre, Sex, Seitensprung, …) den passenden Partner. Menschen werden also insgesamt selbstbestimmter, finden direkt zueinander und sind weniger auf offene oder verdeckte Prostitution (d.h. die Ehe) angewiesen. Vielleicht sehe ich es zu rosig, aber m.E. hat auch das Internet bei der heutigen „sexualisierten“ Jugend ganze Pionierarbeit geleistet beim Abbau sexueller Tabus. Die kommenden Generationen werden wohl weniger verklemmt sein als alle vorherigen. Oder die Pornoindustrie z.B. schrumpft, weil Menschen das Nächstliegende tun: Sie filmen sich selbst beim Sex und teilen ihre Videos mit der Welt.

        Schließlich möchte ich noch eine Beobachtung anführen, für die ich jedoch keine harten Belege habe. Menschen in realsozialistischen Ländern waren erheblich freizügiger als Menschen im Kapitalismus. Man kann sogar einen Wandel in den allgemeinen Sitten in China auf die kapitalistischen Reformen zu Beginn der 1980er Jahre zurückführen. Kapitalismus ist wirklich die Pest. Sobald er auftaucht, bringt er Religion, viktorianische Moral und materielles Elend mit sich.

      • Zhen, ich halte Ihre Ausführungen teilweise für so realistisch wie die von Herrn Bartonitz. Die Behauptung, dass Kapitalismus Religion und viktorianische Moral mit sich bringt zeugt von Unkenntnis der Materie. Religiöse, kulthafte Handlungen können Jahrtausende zurückverfolgt werden, in Zeiten, wo selbst der einfachste Tauschhandel noch nicht etabliert war. Viktorianische Moral in Zeiten eines sexuellen Anything-goes, gerechtfertigt solange „quasi“ konsensual, scheint mir ebenfalls am Thema vorbei zu gehen.

        Falls Sie es nicht wissen, gegensätzlich der Annahme, stellen Werte wie Freundschaft, Treue, Partnerschaft und Familie regelmäßig die erstrebenswertesten Güter bei Befragungen von jungen Menschen und Jugendlichen dar – bei weit über 90%.

        Ob eine Sexualisierung befreit, ist somit für mich äußerst fraglich. Ich halte es da wie mit dem Feminismus: Je freier die Gesellschaft wird, desto mehr beklagt sie sich eingeschränkt zu sein. Je gleichberechtigter die Frauen, desto unterdrückter sind sie – gefühlt natürlich nur.

      • @Galloway
        „Natürlich kann ich dann lakonisch dagegenhalten das es sowieso immer Verlierer geben würde. “

        Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass, gäbe es eine ideale kommunistische Gesellschaft, der sexuelle Wettbewerb härter wäre. In der Regel gibt es doch im Kapitalismus doppelte Verlierer: der Hartz-IVler mit abgebrochener Hauptschule und Wampe hat doch eh schon aufgegeben, sich mit dem joggenden Anwalt zu messen. Sowohl Geldkapital als auch kulturelles Kapital (Bildung, Umgangsformen) werden ja in der Regel vererbt, der Tellerwäscher, der es zum Millionär schafft, ist ein Märchen.

  7. „Anstatt Tauschwert zum Ziel des Wirtschaftens und der Produktion zu machen, würde dann mit dem Ziel, Gebrauchswerte zu schaffen, produziert. Dies wäre die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter unter größter Würdigung ihrer Eigenheiten. Der kommunistische Egalitarismus ist die höchste Form des Individualismus und des materiellen Reichtums.“

    Mit Verlaub, ich halte dies für Schwachsinn. Es würde nicht mit dem Ziel, Gebrauchswerte zu schaffen produziert, denn mittel- und langfristig würde dieses Ziel, da auf Dauer anreizlos, da nicht innovativ, selbstreferenziell, nicht mehr-wertig, zu individueller Unzufriedenheit führen, wie ein Fußballspiel, in welchem keine Mannschaft gewinnt, in welchem nur um des-Spielens-Willen gespielt wird. Das hatten wir doch alles schon, wohl zu viel Zisek gelesen 😉

    Das vor allem männliche Ethos würde diesen kommunistischen Egalitarismus, den du im euphemistischen Neusprech als höchste Form des Individualismus‘ bezeichnest, auf Dauer nicht ertragen. Das System würde spröde werden, aus dem WIR würde langsam aber sicher wieder ein ICH und Glasnost und Perstroika 2.0 würden folgen. Nach wiederum ein paar Millionen Toten.

    1. Der kapitalistische Egoismus ist die höchste Form des Egalitarismus.
    2. Der kommunistische Egalitarismus ist die höchste Form des Individualismus.

    Wenn wir schon idealistisch argumentieren, sollten wir hier doch eher versuchen zwischen These und Antithese eine Synthese zu erzeugen.

    Wie wäre es mit Regionalisierung statt Globalisierung, mit Nationalstaat statt europäischem Zentralstaat, mit Nationalbank statt europäischer Zentralbank, mit individueller Freiheit statt egalitärem Zwang?

    • „Es würde nicht mit dem Ziel, Gebrauchswerte zu schaffen produziert, denn mittel- und langfristig würde dieses Ziel, da auf Dauer anreizlos, da nicht innovativ, selbstreferenziell, nicht mehr-wertig, zu individueller Unzufriedenheit führen, wie ein Fußballspiel, in welchem keine Mannschaft gewinnt, in welchem nur um des-Spielens-Willen gespielt wird.“

      Der Vergleich eines Fussballspiels mit der Organisation der Gesellschaft als Zwangswettbewerb hinkt aber etwas. In der Konkurrenz um Lohn und Arbeit geht es ja für den einzelnen erstmal um die bloße Existenzsicherung- Essen, Wohnung, medizinische Versorgung. Erst wenn meine materielle Existenz sichergestellt ist, kann ich mich mit sportlichen Wettkämpfen oder rhetorischen Duellen in Blogs vergnügen. Der einzige Anreiz bei Arbeiten, die nichts mit „Selbstverwirklichung“ zu tun haben (Malochen am Hochofen und im Bergwerk, Aldi …) ist ja die Angst vor Verelendung und nicht der Spaß am Wettkampf mit den Kapitaleignern.

  8. Es geht, wie bei allen Vergleichen, um das Bild. Von einer grundlegenden Sättigungskurve wird ausgegangen – was generell, ungeachtet der Armut in der westlichen Welt, für ebendiese angenommen werden darf. Die Armut, welche nach der Abdeckung des Nötigsten durch Sozialhilfe und Notstandsgeld bestehen bleibt, ist oft dem Umstand des Nicht-Teilnehmen-Könnens an gesellschaftlich normierten Aktivitäten geschuldet.

    Sogesehen gehe ich hier von einem bestehenden Unterbau aus. Wäre, ist dieser nicht gegeben – Dritte Welt -, besteht ein primärer, basaler Anreiz an einem kommunistischen System, welcher den Erhalt einige Jahrzehnte sichert – siehe ehemalige Sowjetunion. Doch auch dort, wenn eine Sättigung eingesetzt hat, kommt in meinen Augen immer stärker ein Ich ins Spiel, ein Mehr, ein dem – vor allem Männlichen – Impetus geschuldetes, inhärentes Erneuerungsbedürfnis, des Schaffen-Wollens über den gebrauchenden, verbrauchenden Status-quo hinaus. Diese männlichen Formen der Weltaneignung ziehen sich durch die Geschichte und sind zumindest ein Teilprodukt der Evolution. Ebendiese Überlegung führt mich zur oben genannten Kritik.

  9. @Zhen: Sexuelle Freiheit wird nur für eine Minderheit machbar sein. Die biologischen Dispositionen werden eben gleich belieben, d.h. einige Alpha-Männchen werden von der sexuellen Revolution profitieren und der Rest geht vor die Hunde. Das ist eine Scheinfreiheit. Die Freiheit der Mächtigen sich das zu nehmen was sie wollen und der Rest darf sich wirtschaftlich auch nicht mehr profilieren. Das Einzige was überbleibt ist die Biologische und Soziale Vorherrschaft.ein paar Weniger. Der großteil der männlichen Bevölkerung wird leer ausgehen. Ein marginales Opfer, wenn man nicht selber davon betroffen ist. Ein Utopia für ein paar Wenige. Auch sollten alle Game lernen wird es manche geben die Besser und Schlechter sind und die ursprünglichen Unterschiede bleiben erhalten. Du träumst einen Traum nur für dich.

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  11. „Peter wirft in einem Kommentar die Frage auf, ob „Geschlecht“ ein Kriterium ist, was eine durchgehende Benachteiligung erkennbar werden läßt und vergleichbare Interessen begründet.“
    Selbstverständlich! Mit einer entsprechenden Brille kannst Du es so betrachten. Du kannst auch fragen, ob es auch als Schatz-Grube gesehen werden kann. Die Fragestellung ist der Ausgangpunkt der forschenden Person (habe währende des Studiums gehört) – allerdings, diktiert von seiner/ihrer Neugier und Interessen.

    „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“.

    Nach Heides Göttner-Abendroth Auffassung stimmt dieser Satz nicht, weil matriarchal geformte Gesellschaften auf der „kulturellen Mutterstufe“ (Kirsten Armbruster) nichts von Klassenkämpfen wissen konnten. Spezialisierung und Differenzierung brachten in der Menschheits-Geschichte mit Sicherheit neue Herausforderungen und Schwierigkeiten. Eine Kassiererin kann aber doch mit Betriebsrätin befräundet werden (???) Ich habe unterschiedlich situierte FräundInnen – männliches und weibliches Geschlechts.

    „Indem der Feminismus Gender und Geschlecht so behandelt, als handle es sich um soziale Klassen, pervertiert der Feminismus linke Politik als die Politik, welche sich dem sozialen Ausgleich verpflichtet fühlt, um der Akkumulation des Kapitals entgegenzuwirken.“

    Ja, leuchtet mir ein. Wenn Frauen oder Männer das Leben für sich verpachtet sehen, ist es viel schlimmer.
    „Schleierhaft bleibt bei R.Connells Kategorisierungen, warum das Hegemoniale und das Komplizenhafte an Gender und Geschlecht gebunden sein soll.“

    Sehe z. B. die Geschichte des Christentums mit der „göttlichen“ Ideologisierung: Der schöpferische Vater-Gott sagte und basta!

    „In ihrem Genderwahn scheint sie die simple Tatsache nicht zu verstehen, dass die Profiteure der herrschenden Ordnung prinzipiell diejenigen sind, welche die Ordnung beibehalten wollen, womit wieder die soziale Klasse zur ersten politischen Kategorie wird und nicht Geschlecht, Gender, sexuelle Orientierung oder andere sekundäre Kategorisierungsmerkmale.“

    Diese Text-Passage ist für mich nicht ausgegoren.

    „egoistischen Genen“

    Schon was von Terminator-Genen gehört? – habe im Zusammenhang mit Gen-Manipulation vernommen: http://www.kontext-tv.de/node/136

    „Wenn der Oberschichter Bankrott geht, dann kann er in der Unterschicht landen. Damit ändern sich auch seine Interessen.“

    Wenn sie aber gemeinsam die Umwelt ruinieren, landen sie gemeinsam auf dem nackten Schoß der Mutter Erde.

    „Die Leistungsgesellschaft als „Männlich“ anzusehen und einen Kapitalismus als „patriarchisch“ und damit männerbestimmt anzusehen“

    Das wäre das Dümmeste dabei. Angst, der „Inovations-Treiber“ kann genau einem Mensch mit Schwänzchen wie einem ohne Schwänzchen im Nachen sitzen!

    „Denn die meisten Frauen wollen, wenn sie sich für eine Gesellschaftsform entscheiden müssen, eben keine matriarchale Ackerbaugesellschaft, sondern eine moderne Zivilisation mit allen technischen, medizinischen und gesellschaftlichen Annehmlichkeiten dieser.“

    Wie hast Du dies herausgefunden? Gibt es Studien dazu? Da ich den entgegengesetzten Eindruck habe, müssen wir uns wohl in total unterschiedlichen Kreisen bewegen. Zu den technischen Annehmlichkeiten des Patriarchats: Ich habe grundsätzlich nichts gegen die technischen Errungenschaften in der Medizin. Dass aber im Mittelalter heilkundige Frauen als „Hexen“ auf dem Scheiterhaufen landeten und heute noch belächelt werden, ist eine Tatsache (M. Daly)

    Gegen eine „angenehmere Verteilung“ habe ich nichts.

    Und komme mir nicht mit der „freie Entscheidung“! Voll Angst haben Frauen im Angesichts des Feuers des Scheiterhaufens geschrien „Ja, ich bin eine Hexe!!!“ Ich glaube nicht, dass es etwas mit der freien Entscheidung zu tun hatte.

    • Ja, die meisten Frauen würden sich für ein Leben im hier und jetzt entscheiden, weil eine Ackerbaugesellschaft sehr viel anstrengender und gefährlicher ist, besonders für Frauen. In dieser Ackerberbaugesellschaft könnten die Medizinischen Errungenschaften nämlich nicht aufrecht erhalten werden, somit würde eine Geburt wieder Lebensgefährlich, für die Mutter. Man geht davon aus, das jede 7. Geburt im Mittelalter tödlich verlaufen ist. Dazu kommt dann noch der Zwang, möglichst viele Kinder zu gebären, weil nur die wenigsten überleben, aufgrund der fehlenden Medizinischen Versorgung. Man rechnet damit, das nur 4 von 15 Kinder überlebt haben. So viel zu dem Theoretischen Komplex einer Sekte wie die von Heide Göttner Abendroth.

      Zu den Hexenverbrennungen: Unter den Opfern waren 45% Männer, in Gebieten mit grossen Werwolfglaube 80%. Wir haben also nur einen leichten Frauenüberschuss. Dieser ist aber auch dadurch zu erklären, das, gerade im Endstadium, sich Frauen untereinander bezichtigt haben, unter anderem um Nebenbuhlerinnen loszuwerden. Hexe hatte kein Geschlecht, Hexe war ein überbegriff und schloss Männer mit ein, erst in Jüngster Vergangenheit werden damit ausschlieslich Frauen assoziiert. Weiter hat die Hexenverbrennung nicht im Mittelalter stattgefunden, sondern in der Neuzeit.

      • @ Starsoczyk, Imion

        In 200 Jahren Hexenverfolgung starben nach heutigen relativ fundierten Schätzungen „nur“ ca. 50000 Menschen maximal (eher weniger), die meisten davon in Mitteleuropa (Deutschland und angrenzende Territorien – das germanische Mitteleuropa mit seinem Volksaberglauben.

        Von diesen ca. 50000 waren ca. 20 % Männer, von Territorium zu Territorium war der Männeranteil höchst unterschiedlich (bis zu 40 %).

        Je direkter der Einfluss des Papstes auf ein Territorium, desto geringer die Zahl der verbrannten Hexen/Hexer.

        Im Kirechenstaat selbst, den der Papst direkt als Landesherr und Fürst regierte, wurde in all den Jahrhunderten keine einzige Hexe verbrannt, kein einziger Hexer.

        Auch die spanische Inquisition interessierte sich kaum für Hexen, sie jagte Ketzer (ca. 10000 Tote in ihrem schlimmsten Jahrhundert, dem ersten ihrer Existenz).

        Als Hexe war man gut dran, fiel man der Inquisition in die Hände, denn in der Regel wurde man nach einigen Monaten Haft wieder frei gelassen, ganz anders, wenn man lokalen Behörden oder der hexengläubigen Bevölkerung in die Hände fiel.(Hinrichtung oder Lynchen kam da vor).

        Das wird auch übersehen: Die Menschen glaubten tatsächlich an das Wirken übler Zauberer und Hexen, der Verfolgungsdruck kam oft von unten.

        Je nach dem, wie der Herrscher des jeweiligen Staates, die Autroitäten der jeweiligen Stadt reagierten, kam es zum sprichwörtlichen Hexenwahn oder eben auch nicht.

        Manche forcierten in echter Begeisterung Thema und Verfolgung, weil sie selbst hexengläubig waren, manche auch aus Berechnung (Vermögenskonfiskation der Verurteilten als Anreiz), manche reagierten unwillig, hätten am liebsten gar nichts getan, wurden zuweilen von einer hysterischen Bevölkerung dazu gezwungen, um als gute Herrscher zu gelten, die ihre Untertanen schützen.

        Die Auswertung der in ganz Europa relativ gut und umfassend erhaltenen Akten zahlreicher Hexenprozesse ergab, das meist Frauen sich verhext fühlten (von Nachbarin/Nachbarn, Wochenbettmägden usw.), sie oft die treibenden Kräfte hinter einer Anzeige wegen Hexerei waren, weil sie psychische/körperliche Malaisen und Krankheiten, Kindstod und dergleichen auf Hexerei zurückführten.

        Auch Familienkonflikte/Erbstreitigkeiten mündeten oft in Anzeigen wegen Hexerei.

        Oder ein Streit mit der Nachbarin.

        Hexenverfolgung als Völkermord an Frauen (50000 Tote in 200 Jahren in ganz Europa sind kein Völkermord), als systematische Verfolgung, als systematische Verfolgung und Vernichtung „weiser“ Frauen/Heilerinnen usw., das alles ist PROPAGANDA, die empirisch durch die Hexenforschung der letzten 4 Jahrzehnte widerlegt werden konnte.

        Die berühmte Zahl „9 Millionen tote Frauen“ kam zustande, weil im späten 18. Jhdt ein mitteldeutscher Stadtarchivar (glaube Halbrstadt) die Hexenprozessakten in seinem Stadtarchiv auswertete.
        Dort fand er nur Akten aus der Zeit um 1550-1600, genau die Epoche des absoluten Höhepunktes der Hexenverfolgungen und das im Raum mit den meisten Hexenverbrennungen in ganz Europa (Deutschland und Nachbarn).

        Diese Zahl (glaube ca. 100 Tote in 50 Jahren fand er in seinen Akten) rechnete er, Anhänger der Aufklärung, der Munition suchte gegen die Klerisei, hoch auf alle Jahrhunderte des Christentums und ganz Europa, kam so auf 9 Millionen, natürlich barer Unsinn, dieses Verfahren, denn die meiste Zeit ihrer Existenz verfolgte
        die Kirche keine Hexerei und in weiten Teilen Europas (je katholischer desto weniger entgegen der Propagandamythe) regional auch nicht (z.B. auf der Iberischen Halbinsel, in Italien kaum eine verbrannte Hexe in all den Jahrhunderten, im ganzen romanischen Bereich sehr wenige, Ausnahme hier Frankreich, dort aber auch vor allem Nordfrankreich, das eher „germanische“ Frankreich, Hexenverfolgungen waren eher ein germanisches Phänomen).

        Die Zahl der getöteten Ketzer übersteigt die der getöteten Hexen/Hexer im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches (ca. 10 mal mehr).
        Unter denen ist der Frauenanteil unter 10 %.

        Auch mit der feministischen Behandlung der Hexenverfolgungen wird nur wieder einmal mehr der weibliche Opfernarzissmus bedient, dieses „Wir Frauen sind von allem Schlimmen am schlimmsten betroffen“.

        Setzt man Hexenverfolgungen in Relation zur Ketzerverfolgung (Hexerei wurde unter dem gleichen Rechtstitel als Glaubensabfall verfolgt – Teufelspakt als Glaubensverbrechen), dann sind auch hier Männer sehr viel schlimmer betroffen als Frauen wie in den meisten anderen Fällen von Schlimmem auch.

        Trotzdem wurde der Mythos von der Frau als Hauptopfer in Geschichte und Gegenwart als allgemeines Glaubensgut erfolgreich durchgesetzt.

        Wahrscheinlich, weil Frauen die absolute Minderheit unter den offensichtlichen Tätern stellen.

        Dass Männer nicht nur die übergroße Meheheit der Täter stellen, sndern auch die große Mehrheit der Opfer, wird übersehen ebenso wie die Tatsache, dass die überwätligende Mehrheit der Männer eben nicht aus Tätern besteht.

        Zu den Hexenverfolgungen noch dieser etwas umfangreichere Artikel, der den gegenwärtigen Forschunsstand wiedergibt:

        http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/thementexte/rezeption/art/Neun_Millionen/html/ca/0e43e9dea3/

        Lesenwert.

    • @ Starosczyk

      *Wie hast Du dies herausgefunden? Gibt es Studien dazu? Da ich den entgegengesetzten Eindruck habe, müssen wir uns wohl in total unterschiedlichen Kreisen bewegen. Zu den technischen Annehmlichkeiten des Patriarchats: Ich habe grundsätzlich nichts gegen die technischen Errungenschaften in der Medizin. Dass aber im Mittelalter heilkundige Frauen als „Hexen“ auf dem Scheiterhaufen landeten und heute noch belächelt werden, ist eine Tatsache (M. Daly)*

      Mary Daly, die Männer auf 10 % der Weltbevölkerung heruntersterben lassen wollte, um Mutter Erde vom Schmutz des Männlichen/der Männlichkeit zu reinigen, ist natürlich eine zuverlässige, unparteiische Quelle.

      Warum nicht gleich den „Stürmer“ zitieren, um die Rolle des Judentums in Geschichte und Gegenwart darzustellen?

      Ansonsten gibt es die Realität, eine einzige große Studie über das, was Erfolg verspricht, was nicht, eine Studie, die seit Jahrmillionen läuft.

      Was Frauen mehrheitlich für eine Gesellschaft wollen, zeigen die matrilinearen Gesellschaften dieser Welt: Sie schrumpfen, leiden unter Abwanderung, müssen unter Denkmalschutz gestellt werden, um zu überleben.

      Und trotzdem ist ihr Überleben nicht gesichert, schon gar nicht aus eigener Kraft.

      Wären sie attraktiv für ihre Umgebung, oder wenigstens die Frauen in den umgebenden patriarchaleren Gesellschaften, würden diese matirlinearen Gesellschaften doch unter Zuwanderung „leiden“ und nicht absterben.

      Auch in Deutschland ist die Zahl der Frauen, die sich anschicken, einen Matriclan zu gründen und auf Subsistenzlandwirtschaft umzusteigen, doch sehr überschaubar.

      Oder wo kann ich eine erfolgreiche, nicht quer subventionierte Matrikommune besichtigen?

      Von hochkulturellen Leistungen wollen lieber erst gar nicht reden, es genügte mir das schlichte Überleben aus eigener Kraft.

  12. @ imion
    „Zu den Hexenverbrennungen: …“

    Ich empfehle Angenendt: Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert.

    So zählte die spanische Inquisition angeblich „nur“ 5000 Opfer zw. 1480 und 1530. Wobei hier auch staatliche Institutionen „wüteten“; danach wären wiederum „nur“ 826 Hinrichtungen in 160 Jahren zu verzeichnen gewesen.

    Hexenverfolgung ist ein eigenes Kapitel, welches eigentlich! unter Ketzerverfolgung abgehandelt werden sollte und scheinbar keineswegs dem entsprach, was der linke Mainstream transportiert. Jedenfalls, und das ist festzuhalten, muss man das Mittelalter viel differenzierter behandeln als es uns das linke Gutmenschentum glauben machen will.

    • @Terminator
      Ja, leider findet hier viel zu viel Geschichtsverfälschung statt. Kommt auch daher, das sich Linke und Feministinnen nur das raussuchen, was ihnen in den Kram passt und ihre Kruden Thesen unterstützt. Das meiste stammt aus dem 19 Jahrhundert, und es ist mittlerweile bewiesen, das die meisten Geschichtsirrtümer eben aus dieser Epoche stammen, wie z. B. Eiserne Jungfrau, die Welt ist eine Scheibe usw usw. Ich finde es z. B. immer wieder interessant, wie über die Jahrtausendlanger Unterdrückung der Frau lamentiert wird, aber gleichzeitig z. B. in Talhoffers Fechtbuch illustriert ist, wie der Gerichtkampf zwischen Mann und Frau auszuführen ist

      • @ichichich
        🙂 Ich würde eher sagen, schon damals war man sich bewusst, das Frauen Physisch nicht mit Männern mithalten können. Deshalb kämpfen auch Männer nicht gegen Frauen beim Boxen.

      • @ Ichichich

        Gerichtskämpfe galten als Gottesurteile.
        Man vertraute darauf, dass Gott schon nicht den Falschen gewinnen lassen würde.

        Trotzdem durften Frauen, Kinder, Alte einen stellvertretenden Kämpfer benennen, wenn sie nicht selbt kämpfen wollten.

        Es gab sogar Lohnkämpfer, Profis, die man anheuern konnte.

        Unbegrenzt scheint das Gottvertrauen also auch im Mittelalter nicht gewesen zu sein.

      • @Alexander Roslin

        „Trotzdem durften Frauen, Kinder, Alte einen stellvertretenden Kämpfer benennen, wenn sie nicht selbt kämpfen wollten.“

        Also wie heutzutage auf der Straße 😉 ?

  13. Imion terminator und Fräunde

    „In dieser Ackerberbaugesellschaft könnten die Medizinischen Errungenschaften nämlich nicht aufrecht erhalten werden..

    Dazu kommt dann noch der Zwang, möglichst viele Kinder zu gebären..

    Weiter hat die Hexenverbrennung nicht im Mittelalter stattgefunden, sondern in der Neuzeit..“

    Ja Terminator, danke für der Weisheit letztes Wort.

    Ichichich

    „http://de.wikisource.org/wiki/Fechtbuch_%28Talhoffer%29/Kapitel_11“

    Ist es also nur ein Gnadenzeichen, wenn ihm ein Bein abgehackt wird??

    „Deshalb kämpfen auch Männer nicht gegen Frauen beim Boxen“

    Versuch mal imion mit Regina oder wie sie immer auch heißt ein paar Fäuste auszutauchen…

    • @ Starosczyk
      Der Verweis auf mich geht fehl, das habe ich nicht behauptet!! Der Spruch ist von imion.

      „Versuch mal imion mit Regina oder wie sie immer auch heißt ein paar Fäuste auszutauchen…“

      Wiederum ein schiefer Vergleich. Es sollte die Weltmeisterin im Schwergewicht gegen den Weltmeister im Schwergewicht boxen, dann würde sich sehr schnell zeigen, warum Männer nicht gegen Frauen boxen 🙂

      Ich für meinen Teil hätte nichts dagegen gegen die Halmich zu boxen, nach entsprechender Vorbereitungszeit versteht sich; was Stefan Raab kann, traue ich mir, 15 Jahre jünger, doch gut trainiert, auch zu.

      Ob die Halmich allerdings gegen einen großen, kräftigen jungen Mann in einer anderen Gewichtsklasse boxen würde, ich weiß es nicht 🙂

    • „Versuch mal imion mit Regina oder wie sie immer auch heißt ein paar Fäuste auszutauchen…“

      Ich fand das Fechtbuch hauptsächlich interessant, weil es doch die angeblich konstante Unterdrückung der Frauen in der vorfeministischen Zeit etwas in Frage stellt.
      Im Spätmittelalter traten also Frauen im „Gerichtskampf“ mit der Waffe gegen Männer an, wobei letztere noch ein zusätzliches Handicap erhielten als Ausgleich physischer Überlegenheit. Ähnlich interessant wie die Tatsache, dass Hexenverfolgung durchaus auch – regional unterschiedlich – sogar mehrheitlich Männer (als Zauberer oder Werwölfe) treffen konnte.

      Zu den physischen Unterschieden… es ist wohl Fakt, dass die Fussball-Frauennationalmannschaft nie gegen die Männernationalmannschaft bestehen könnte (da sie schon männlichen B- und C-Jugenden unterlegen ist).

      Dennoch habe ich keinen Zweifel, dass mir jede Vereinsfussballerin überlegen wäre, mit meinen zwei linken Füßen. Oder mich Frau Halmich K.O. boxen würde. Der Mensch ist halt ein Individuum und kein statistisches Durchschnittswesen.

    • @Staroscyk
      „Ja Terminator, danke für der Weisheit letztes Wort. “
      Zum einen habe ich das geschrieben und zum anderen, wenn man schon mit Geschichte anfängt, dann wenigstens ein bisschen genau.

      „Ist es also nur ein Gnadenzeichen, wenn ihm ein Bein abgehackt wird??“
      Welches abgehackte Bein?

      „Versuch mal imion mit Regina oder wie sie immer auch heißt ein paar Fäuste auszutauchen…“
      Zum einen, verdient sie damit Ihren Lebensunterhalt, ich frage Halmich auch nicht nach dem OSI Schichtenmodell aus und mache daran ihre Intelligenz fest, zum anderen würde ich gerne mal gegen sie Kämpfen, es wäre eine Bereicherung für mich, ein sehr gutes Sparring. Es ist nicht so, das ich ihre Leistung nicht anerkennen würde, mein Stil wurde selbst von einer Frau erfunden, aber der Vergleich zwischen Männern und Frauen, gerade im Kampfsport, ist mehr als lächerlich. Ich würde auch gegen einen Federgewichtsboxer verlieren, weil er ein Profi ist, mehr Training, besseres Training.

  14. „in Italien kaum eine verbrannte Hexe in all den Jahrhunderten, im ganzen romanischen Bereich sehr wenige“

    Nehme Dir das Buch von Luisa Muraro „Der Gott der Frauen“ zu Hand, da findest Du noch mehr interessante Aspekte, die „Deinen Erkenntnissen“ widersprechen werden.

    „Unter denen ist der Frauenanteil unter 10 %.“

    Jetzt verstehe ich es so, dass nur 10 % der „vergammelten“ Hexen Frauen waren.

    „weibliche Opfernarzissmus“ – M. Daly stellt im Vergleich dazu das „Sado-Ritual“ (Gyn/Ökologie, S. 230)

    „Trotzdem wurde der Mythos von der Frau als Hauptopfer in Geschichte und Gegenwart als allgemeines Glaubensgut erfolgreich durchgesetzt.“

    Dazu noch ausgelacht…

    „Männer nicht nur die übergroße Meheheit der Täter stellen, sndern auch die große Mehrheit der Opfer“

    In den Reihen der kämpfenden Rektuten mit Sicherheit!!!!

    „http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/thementexte/rezeption/art/Neun_Millionen/html/ca/0e43e9dea3/“

    Wo ist denn der Autor und Forscher angesiedelt und wer teilt seine Meinung?

    Deine Zähne sind so schön Terminator:

    „Wiederum ein schiefer Vergleich. Es sollte die Weltmeisterin im Schwergewicht gegen den Weltmeister im Schwergewicht boxen, dann würde sich sehr schnell zeigen, warum Männer nicht gegen Frauen boxen “

    Es wäre für die Krankenkassen-Zahler ein großer Aufwand, wenn Du die Zähne verlieren würdest.

    „Ob die Halmich allerdings gegen einen großen, kräftigen jungen Mann in einer anderen Gewichtsklasse boxen würde, ich weiß es nicht “

    Wer soll es für Dich herausfinden?

    • @ Starosczyk

      Was ist daran schwer zu verstehen?

      Als Häretiker/irrende Glaubenleherer wurden 10 mal mehr Menschen getötet als unter der Anklage Hexerei.

      Unter den Häretikern ist der Männeranteil über 90 %, unter den der Hexerei Angeklagten bei ca. 20 % über ganz Europa gerechnet.

      Die Meinung des Autors des Artikels auf historicum.net

      http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Behringer

      wird geteilt von der akademischen Hexenforschung der entsprechenden Fakultäten an deutschen Universitäten, die empirisch arbeiten.

      Sie wird sicher nicht geteilt von Sektierern in der Matrirachatsbewegung oder Mary-Daly – JüngerInnen, die auf so etwas wie Quellenkritik, Nachweis und Beleg locker verzichten können.

      Glaube an Unbelegtes, aber weltanschaulich Genehmes überzeugt da mehr, bedient das Wunschdenken besser.

      Was hältst eigentlich Du von Mary Dalys Lösungsansatz, für die Probleme der Welt, den Männernateil auf 10 % heruntersterben zu lassen?

      • @ Terminator

        *Wurde die Patriarchatsthese nicht anhand angeblicher, 9 Millionen getöteter Hexen von Daly gestützt?*

        Ja, Zitat aus dem historicum.net-Artikel:

        *Eines der einflußreichsten Produkte des akademischen Feminismus, „Gyn/Ecology“ von der amerikanischen Religionsphilosophin Mary Daly, erhebt diese Zahlen zum Zentralstück ihrer These vom unterdrückerischen Charakter „des Patriarchats“ [77]. In diesem Kontext kam es in den 1970er Jahren zu expliziten Vergleichen der Hexenverfolgung mit dem Holocaust an den europäischen Juden, wobei neben Andrea Dworkin insbesondere Mary Daly den Genozid durch einen „Gynozid“ übertreffen wollte. [78] *

      • Jaja, alles ein „System“.

        Vom „Gynozid“, der ja dann die Grausamkeit der Konzentrationslager in den Schatten stellen würde, über die Witwenverbrennung in Indien und die vermeintlich allgegenwärtige Vergewaltigungsdrohung in westlichen Industrienationen – bis hin zu Elevator Guy, der ja als Agent des Patriarchates RW malträtiert, um sie vergewaltigungsbedrohend stellvertretend für AlleFrauen von jeglicher Partizipation an der öffentlichen Sphäre abzuhalten.

        Es gab niemals und wird auch niemals ein größeres, unermeßlicheres Leid an der allgegenwärtigen globalen Unterdrückung geben als das westlichen Frau.

        Neuerdings wird sie dadurch unterdrückt, dass ihr im Matheunterricht bei gleicher Leistung bessere Noten gegeben werden. Wie perfide.

        Wozu soll man sich dann noch die Mühe machen, historische Akten durchzuarbeiten? Sie trüben doch nur die „klare Analyse“ ein.

      • @ Nick

        Feministische Horrormärchen über die Lage der Frauen im Vergleich zu der der Männer dienen dazu, den Männerhass der Ideologinnen zu rationalisieren und die Privilegierungsforderungen der Gegenwart zu legitimieren als Reparationszahlungen der schuldigen Täter-Männer (DIE Männer) an die unschuldigen Opfer-Frauen (DIE Frauen).

        Insoweit nicht weiter bemerkenswert.

        Das übliche Vorgehen politischer Lobbygruppen, die Artikulation des menschlichen Egoismus im politischen Raum – hier des weiblichen, der in der Regel dreiste Offenherzigkeit vermeidet, sich müht,nach Bemäntelungen zu suchen, nach guten, „gerechten“ Gründen für seine Ausbeutungsansprüche, hier eben an die Männer.

        Bemerkenswert finde ich, wie leicht und blöd Männer darauf anspringen, sich von Frauen bieten/aufhalsen lassen, was sie von Männern nie hinnehmen würden.

        Es erstaunt mich immer wieder, wieviel Dreistigkeit/Geschichtsklitterung sich FeministInnen unwidersprochen oder nur milde getadelt erlauben können.

        Der Frauenbonus muss weg.

        Auch hier haben Frauen eine gleichberechtigte Behandlung verdient, ohne falsche, feige Ritterlichkeit.

        Diese Schonmodus gegenüber dreisten Frauen besänftigt ja nicht, wie viele Männer wohl zu glauben scheinen, sondern beförderte über die Jahre nur die Unverschämtheit, die Beleidigungen, die Diffamierungen.

    • Es wäre für die Krankenkassen-Zahler ein großer Aufwand, wenn Du die Zähne verlieren würdest.

      Es wäre für die Gesellschaft ein großer Gewinn, wenn krude und dumpfe Gewaltphantasmen unabhängig davon bewertet würden, dass manche sie mit abstrusen Weltverschwörungsphantasmen legitimieren.

      Das Ziel des Boxsports ist es nicht, Zähne auszuschlagen.

  15. Alexander Roslin

    „Daly, erhebt diese Zahlen zum Zentralstück ihrer These vom unterdrückerischen Charakter „des Patriarchats“

    Wie unverschämt die ansonsten noch ist die Mary! Die soll sich doch ihren christlichen und nichtchristlichen Schwestern anschließen und im Schatten des glänzenden Ehemannes oder andersartigen „Finanzierers“ tappen (mit oder ohne Füsse)! Wen interessieren schon in der Experten-Runde 2 als Hexen angeklagte Frauen, weil – hier die Begründung der Anklage – sie rote Augen hatten und das Vieh in der Umgebung krank war? Die „gebildeten“ Ankläger waren männlich. Die Nazis lernten aus der Hexenverfolgungspraxis (C. von Werlhof).

    Nick

    „Es gab niemals und wird auch niemals ein größeres, unermeßlicheres Leid an der allgegenwärtigen globalen Unterdrückung geben als das westlichen Frau.

    Neuerdings wird sie dadurch unterdrückt, dass ihr im Matheunterricht bei gleicher Leistung bessere Noten gegeben werden. Wie perfide..“

    ..Und anschließend soll sie noch Kinder gebären, erziehen, pflegen, Kranken- und Altenpflege aus Liebe tätigen. Dass eingekauft, gekocht und geputzt wird, ist doch selbstverständlich – braucht nicht erwähnt werden. Außerhalb des „Liebensnestes zuhause“ werden ähnliche Tätigkeiten entgolten. Zuhause ist es keine Arbeit – kostet nicht mal einen Zeitaufwand!

    Meinst Du Nick damit, dass die westlichen Frauen die Haupt-Opfer sind? Na ja, insofern kannst Du Recht haben, dass sie in der Tat gegenwärtig als Dumme verkauft werden sollen und mit ihrem erworbenen Wissen (Mädchen sind in den Schulen angeblich besser als Jungs) sollen sie die patriarchalische Mogel-Packung aus dem Dreck ziehen – mitsamt aller patriarchalischer Strukturen. Der liebe Schöpfer-Gott passt schon auf, dass alles zu Recht verläuft! Und viele Feministinnen kämpfen nicht selten um der Weisheit letzten Tropfen unter sich. Das Geld fließt! Prost!!

    Tja, was machst Du denn Nick dann, wenn Deine Schöne vom Boxen nach Hause ohne einen vorderen Zahn kommt, und ihr sollt als liebendes Paar im Patriarchat am nächsten Tag eine Experten-Gala aufsuchen, wo Deinesgleichen ihr Experten-Wissen präsentieren dürfen?“

    • @ Starosczyk

      Was, Frau Starosczyk, halten Sie denn von den Männerdezimierungsfantasien der Frau Daly?

      Sie erinnern sich an meine Frage, auf die Sie nicht geantwortet haben, bisher.

      Was also halten Sie von der Idee, den Männeranteil an der Weltbevölkerung auf 10 % zu reduzieren?

      Ich hätte gerne eine Antwort auf diese Frage, die für mich als Mann nicht ganz bedeutungslos ist, vielleicht auch nicht bedeutungslos für die Mütter von Söhnen.

  16. Alexander Roslin

    „Männerdezimierungsfantasien der Frau Daly“: Wo hat sie sie geäußert? Insofern ich wahrnehmen kann, muss keiner und keine den Männeranteil reduzieren. Die Männer schaffen es schon allein!

    • @ Starosczyk

      Sie wissen also nicht Bescheid?

      Ja, das kommt mir bekannt vor, das Nichtwissen.

      Dann will ich Sie gerne aufklären.

      Hier nachzulesen auf der letzten Seite (S. 3)

      http://www.enlightennext.org/magazine/j16/daly.asp?page=3

      Zitat aus dem Interview:

      *WIE: Which brings us to another question I wanted to ask you. Sally Miller Gearhart, in her article „The Future—If There Is One—Is Female“ writes: „At least three further requirements supplement the strategies of environmentalists if we were to create and preserve a less violent world. 1) Every culture must begin to affirm the female future. 2) Species responsibility must be returned to women in every culture. 3) The proportion of men must be reduced to and maintained at approximately ten percent of the human race.“ What do you think about this statement?

      MD: I think it’s not a bad idea at all. If life is to survive on this planet, there must be a decontamination of the Earth. I think this will be accompanied by an evolutionary process that will result in a drastic reduction of the population of males. People are afraid to say that kind of stuff anymore.

      WIE: Yes. I find myself now thinking that’s a bit shocking.

      MD: Well, it’s shocking that it would be shocking.*

      Mary Daly findet die Idee, den Männeranteil an der Weltbevölkerung auf 10 % zu reduzieren und auf diesem Niveau zu halten keine schlechte.

      Die Interviewerin findet das immerhin „ein bißchen schockierend“.

      Frauen unter sich, die über das Schicksal der Männer verhandeln.

      Ich finde es nicht nur ein bißchen schockierend, sondern schlankweg verbrecherisch, ein solches Denken.

      Das ist Nazi-Denken, stalinistisches Denken, exterminatorisches Denken.

      Dazu auch aus dem Historicum.net-Artikel

      http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/thementexte/rezeption/art/Neun_Millionen/html/ca/0e43e9dea3/

      die Einschätzung Mary Dalys durch Diane Purkiss

      Zitat:

      *Diane Purkiss, Lecturer in English an der University of Reading, hat herausgearbeitet, in welcher Weise sich Daly dabei selbst zur Hexe stilisierte und möglichen Kritikern die Rolle der Inquisitoren zuweist, wobei sie in ihrem denunziatorischen Duktus eher den Verfassern des „Hexenhammers“ als den verfolgten Frauen glei- [679] che. Während das Schicksal historischer, tatsächlich als „Hexen“ verbrannter Einzelpersonen zum bloßen Belegmaterial verkommt, dient „The Great Burning“ als Legitimation der eigenen Radikalität. [79]*

      Noch einmal also an Sie die Frage: Halten Sie die Reduktion des Männeranteiles an der Weltbevölkerung auf und seine Stabilisierung bei 10 % für eine gute Idee, Sie persönlich, Frau Starosczyk?

      • @ Roslin

        Die Weltbevölkerung würde damit um 44-45% verringert.
        Ich selbst hege romantische Gefühle beim Gedanken, in einer Welt zu leben mit nur einem Zehntel der jetzigen GESAMTweltbevölkerung. Nur bereitet mir der Gedanke an die Reduktion „etwas Kopfzerbrechen“.

        Die Reduktion der Männer (, auch Buben?) um 90%, organisiert von weisen Frauen, könnte ja sehr human, da feminin von statten gehen, nämlich eugenisch. Und die Todesjobs sind ja auch noch zu erledigen. Ausserdem gliche die Population zahlenmässig einer Zuchtrinderherde; sehr agrarisch und muttererdelieb.

        Dem Widerstand der monogamen Frauen, die ihren „eigenen“ Mann möchten, kann mit Sensibilisierungskampagnen oder Anreitzsystemen begegnet werden.

        Renitente männer werden vom Beglückungs- und Zuchtprogramm ausgeschlossen. Die sollen dann in der Dildofabrik rackern, oder werden in den Zoo gesteckt.

        Antifeministische Gesetzesbrecherinnen werden zu diesen reingesperrt, da es in einem Feminat ja keine Gefängnisse gibt. Ururgross-, Urgross-, Grossmütter, Mütter, Töchter, Enkel-, Urenkel- und Ururenkeltöchter könnten diese wilden, putzigen Männchen und Weibchen begaffen, beneiden (, die Tiere habens schön im Femi-Zoo) und sich dabei kultiviert fühlen.

        Ps.: Den im letzten Abschnitt gemachten Vorschlag bitte ignorieren, er könnte das neue, schöne System korrumpieren.

      • @ messi

        Ich nehme an, der lesbischen Männerhasserin Mary Daly, überzeugt von der polymorph perversen Urnatur der Frau, schwebte eher die Umschulung einer Frauenmehrheit zum bekennenden, praktizierten Lesbentum vor.

        Nach Befreiung von heterosexuellen Zwangsnorm und Vätern sollte das ja problemlos möglich sein.

        Einige wenige müssen sich dann opfern und sich mit dem am Leben erhalten Zuchtstamm von Männern paaren (igitt) zur genetischen Frischerhaltung dieses Frauenparadieses.

        Die Masse der Fortpflanzung, so ist es bei der Anregerin von Daly, der Feministin Sally Miller Gearhart (auch lesbisch übrigens) angedacht, soll via noch zu entwickelnder Parthenogenesetechnik vonstatten gehen (Teilung des unbefruchteten Eies).

        Dabei entstünden ohnehin nur Mädchen, da kein Y-Chromosom mit im Spiel.

        So könnten sich die Daly-Frauen unbesorgt um Fortpflanzung ganz der Liebe zu ihren Schwestern hingeben.

        Feministische Utopien.

      • „….schwebte eher die Umschulung einer Frauenmehrheit zum bekennenden, praktizierten Lesbentum vor.“

        Nur ist das Programm noch nicht soweit gediehen, um damit schon rauszurücken.
        Mit Androzid kann fra eben auch nicht-lesbische Männerhasserinnen, masochistische Pudel und andere Geisteskranke Feministen hinter dem Ofen hervorlocken.

        Das Lesbendiktat kommt später. Es ist der utopisch-romantische Teil. Erst muss die sozialevolutionäre Stufe der staatenbildenden Insekten erklommen werden.

        Dann kann fra sehen, ob die Drohnen ganz eliminiert werden, oder ob fra sie -in Anlehnung an John Boormans Film „Zardoz“- als „Brutals“ aus dem Paradies („Vortex“) verbannt, der Unwissenheit überlässt und ausbeutet. Als „Exterminators“ böten sich Kampflesben und ehemalige Frauenhausmitarbeiterinnen an.
        Das „Tabernakel“, welches das glückseelige Leben der „Eternals“ regelt, dürfte in dieser Version eine Hightech-Vagina sein, in der Frauenersatzteile gefertigt werden.

  17. Alexander Roslin

    „Sie wissen also nicht Bescheid?“

    Nein. Danke für den Hinweis. Ich finde, es ist der einzige Weg – insofern die Welt weiterhin bestehen soll – dass Frauen ihren Platz in der Welt annehmen. Mathematik war zwar mein Lieblingsfach in der Schule, aber auf 10 % möchte ich mich an dieser Stelle nicht festlegen. Im Bezug auf Menschen wäre eine ausgewogene Geschlechts-Balance wichtig. Meine ich.

    Ich persönlich habe mehrere Bücher von Mary Daly gelesen. Der Lektüre habe ich u. a. entnommen: (um auf Deine Frage zu kommen) Mary Daly hat als Frau persönlich das Widerlichste des patriarchalischen Systems bis ins Subtilste erlebt, oder besser gesagt erleidet und den Kopf auch dabei gehabt. Sie ist dem Hexen-Thema nicht ausgewichen – wie „Feminismus“ es so grundsätzlich tut. Sehe Dir mal Alexander wie viele unterschiedliche Abzweigungen des Feminismus mittlerweile existieren… Diane Purkiss darf auch ihre Meinung haben.

    Messi

    Ich gebe zu, ich habe eine gewisse Vorliebe für Deinen Sarkasmus. In ein paar Tagen werde ich ein Mond-Fest feiern (Ernte-Dank – Schnitterin) und einiges abschnipsen!

    Roslin:

    Bist Du ein Lesben-Hasser, Roslin? Ich bin keine. Ich finde die lesbischen Frauen, die ich persönlich kenne, vernünftig in Beziehung zu Gesellschaft, soll heißen: Wenn Frau für die Gesellschaft ein Geschlecht zweites Ranges ist, mag sie mir gestoben bleiben – die Gesellschaft meine ich. Opfern müssen sich viele Frauen jetzt schon und immer noch für den Normal-Verbrauch heute. Parthenogenese und meine Hoffnung: Wenn die Menschen in weiblicher und männlicher Ausgabe sich gegenseitig fast vollständig ausrotten (sagen wir mal, es bleibt nur die siegende Person) (http://de.wikisource.org/wiki/Fechtbuch_%28Talhoffer%29/Kapitel_11) wird die Natur mit einer neuen „Menschen-Sorte“ fertig werden (M. Wex).

    Und wieder hast Du Recht: „Erst muss die sozialevolutionäre Stufe der staatenbildenden Insekten erklommen werden.“ Habe neulich gehört: 75% Energie produzieren Insekten. Und die Zivilisierten zittern, dass die Lichter ausgehen!

    Bist Du auch alchimistisch (s. C. von Werlhof) veranlagt, wie die „Herrscher der Welt“, Roslin?

    • @ starosczyk

      Ich hasse nicht Lesben, sondern Menschen, deren Denken so verkommen ist wie das der Mary Daly oder Sally Miller Gearhart, gleichgültig of Faschisten,Kommunisten, FeministInnen, Heteros, Homos oder Lesben, Katholiken oder Protestanten, Agnostiker, Kapitalisten oder was auch immer.

      Es fällt allerdings auf, dass besonders viele Lesben unter der extrem männerhassenden Sorte Feministinnen zu finden sind (Dworkin, Solanas um nur zwei weitere zu nennen).

      Daneben gibt es allerdings auch sehr jungen-/männerfreundliche Lesben, so die ersten beiden, die ich in meinem Leben kennen lernte (Lehrerinnen, Kolleginnen meines Vaters).

      Es gibt auch Camille Paglia, ebenfalls Lesbe, die einzige Feministin, die ich intellektuell ernst nehme und obendrein noch eine durchaus ansehnliche Frau.

      Leider für die Männerwelt verloren.

      Was immer Mary Daly an Schlimmem erfahren haben mag, was immer davon wahr ist, was immer Rationalisierung ihres pathologischen Männerhasses sein könnte, es rechtfertigt nicht die verkommene Bösartikgkeit ihres Denkens, so wenig wie eine grausame Mutter den Vergewaltiger/Serienkiller rechtfertigt.

      Nein, ich halte nichts von Alchemie.

      Meine spirituellen Bedürfnisse werden abgedeckt von der Katholischen Kirche, das Diesseits möchte ich unter Ausblendung der Hypothese „Gott“ so weit wie möglich mittels Empirie und Rationalität erfasst sehen.

      Auch wenn für mich Gott immer im Hintergrund präsent ist, auch wenn ich glaube, dass Gott mir wie jedem Menschen innerlicher ist als er sich selbst.

      Man muss ihn nur suchen in seiner Seele, ein mühsamer Vorgang, denn Gott verbirgt sich, will nur von denen gefunden werden, die ihn wahrhaft suchen und lieben.

      Davon bin ich weit entfernt, hoffe daher, dass ich ausgelöst werde von dem Kredit, den er der Katholischen Kirche gegeben hat, den Andere, Stärkere, Klügere, Konsequentere abbezahlen, auch für mich, Menschen wie z.B. Teresa von Avila, auch eine Frau, die ich intellektuell und spirituell sehr ernst nehme, allerdings im Gegensatz zu Paglia keine Feministin, weiß Gott nicht.

      Gott stört im Wissenschaftsbetrieb, weil er dann zum Llückenbüßer haerabgewürdigt wird, man dazu verleitet werden könnte, zu früh Gott als Antwort zu geben, wo weiteres Fragen u.U. zu Antworten führte, die weh tun, die man deshalb nicht geben, nicht hören will.

      Geht man konsequent den Weg der Empirie und Rationalität, bleibt ohnehin genug prinzipiell Unbeantwortbares, auf das Gott die vom Gläubigen erwählbare Antwort sein mag.

      Für mich ist er das, der Gott der Katholischen Kirche, der diese Kirche als seinen spirituellen Leib in die Welt gestellt hat, durch die er im Diesseits präsent ist durch die Jahrtausende, nicht als Kirche der Heiligen, aber als Heilige Kirche, die Una Sancta Catholica. et Apostolica Ecclesia.

  18. *Und wieder hast Du Recht: „Erst muss die sozialevolutionäre Stufe der staatenbildenden Insekten erklommen werden.“ Habe neulich gehört: 75% Energie produzieren Insekten. Und die Zivilisierten zittern, dass die Lichter ausgehen!*

    Danke.
    Ja, die meiste Insekten stehen ja auch weit unten in der Nahrungskette. Auch die Staatenbildenden. Manchmal sind solche Staaten Beute anderer Staaten, sie führen also echte Amazonenkriege. Schön, dass die Drohnen nicht per Zwangsdienst verpflichtet werden, daran teilzunehmen. Sie widmen sich allein der Liebe, aber ich hätte Mühe, mich als Haploider zu outen…

  19. Roslin

    „Was immer Mary Daly an Schlimmem erfahren haben mag, was immer davon wahr ist, was immer Rationalisierung ihres pathologischen Männerhasses sein könnte, es rechtfertigt nicht die verkommene Bösartikgkeit ihres Denkens, so wenig wie eine grausame Mutter den Vergewaltiger/Serienkiller rechtfertigt.“ Ich will auch nicht therapeutisch der Mary entgegenkommen. Es ist Missbrauch, wenn Menschen Andere therapiesieren versuchen, ohne die Betroffen zu konfrontieren. Ich möchte nicht therapisiert werden – obwohl ich es womöglich durch kundige Seiten ausgedrückt gut haben könnte.

    „Gott stört im Wissenschaftsbetrieb, weil er dann zum Llückenbüßer haerabgewürdigt wird, man dazu verleitet werden könnte, zu früh Gott als Antwort zu geben, wo weiteres Fragen u.U. zu Antworten führte, die weh tun, die man deshalb nicht geben, nicht hören will.“ Ha! Die Wissenschaft ohne KatholikInnen (wie ich es früher war) hat noch die „Zufallsvariable“, die mich während meines Studiums so interessiert hat, die mir der Statistiker nicht genügend erklären konnte…

    Messi

    „Haploider“

    Die männliche Variante bei der Befruchtung kann so für Differenzierung sorgen (oder so ähnlich…)

    „goldenen Brett vorm Kopf?“

    Was mich betrifft, habe ich mehrere Bretter im Kopf…

  20. @ Starosczyk

    *Was mich betrifft, habe ich mehrere Bretter im Kopf…*

    War schon länger klar. Es geht nicht um Kopf!

    *Die männliche Variante bei der Befruchtung kann so für Differenzierung sorgen (oder so ähnlich…)*

    Meine Gute
    Beruhige Dir, schau um, entfalte Dich.
    Wenn Du Dich sicher bist, dass Du keine Bretter im Schädel hast, vergewissere Dich … bei denen, die du…u.. uh.uuh

  21. ich hab jetzt zwar nicht alles gelesen …

    allerdings sehe ich 2 grundsätzliche merkmale, die frauen, und zwar alle frauen, gleichermaßen betreffen: dabei handelt es sich 1. um die geschlechtsspezifischen zuschreibungen. das heißt ausnahmslos alle frauen sind von gesellschaftlichen zuschreibungen betroffen wie frauen könnten nicht einparken, würden schuhe sammeln und ähnliches. zum zweiten sind ebenfalls nur frauen von der vermeitlich „gerechten sprache“ betroffen, denn niemand käme auf die idee, schwarze oder behinderte immer extra zu nennen. „liebe bürgerinnen, bürger, farbige und behinderte“ ist unvorstellbar und würde als diskriminierung von farbigen und behinderten gewertet werden.

    ansonsten sind selbstredend alle vergleiche von hartz4 emfängern m/w mit vorständen m/w unsinn. um da einigermaßen zutreffende m/w vergleiche ziehen zu können, muss man – wie beim verdienstvergleich – eben vergleichbare situationen vergleichen. also hartz4 frau und hartz4 mann etc.

    • „ansonsten sind selbstredend alle vergleiche von hartz4 emfängern m/w mit vorständen m/w unsinn. um da einigermaßen zutreffende m/w vergleiche ziehen zu können, muss man – wie beim verdienstvergleich – eben vergleichbare situationen vergleichen. also hartz4 frau und hartz4 mann etc.“

      Hast du außer einem ostentativen „selbstredend“ vielleicht auch noch ein Argument?

      „muss man – wie beim verdienstvergleich – eben vergleichbare situationen vergleichen.“

      Das ist eine Tautologie. Sollte man vermeiden, wenn man anderer Leute Argumente als Unsinn bezeichnet, ohne auf ihren Inhalt einzugehen und wo und weshalb sie einen Fehlschluss darstellen.

    • „dududu, schreib doch keinen unsinn in erwartung, dass ich darauf meine zeit verschwende.“

      Danke, dass du meine Antwort auf deinen Post vorformuliert hast. Dann noch ein herzliches „Hoch das Glas!“ und fall nicht vom Pferd.

  22. Pingback: Epistemisches Privileg « Alles Evolution

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