Gesellschaftliche Konstruktion der Geschlechter unter dem Gesichtspunkt der Schuldzuweisung

In einem Kommentar weist Nick auf einen Aspekt der gesellschaftlichen Konstruktion der Geschlechter hin, der meiner Meinung nach auch einigen feministischen Theorien zugrunde liegt:

Wenn es nur die „falsche Erziehung“ wäre, dann müsste es ja Männer geben die „richtig erzogen sind“, folglich müsste man Männer differenziert betrachten. Es wäre doch wieder für jeden individuellen Mann der Nachweis der Bösartigkeit erforderlich. Daraus lässt sich keine Kollektivschuld stricken, und somit auch keine Reparationsleistung von jedem individuellen Mann einfordern.

Es muss also ein unabwendbarer, schicksalshafter Mechanismus konstruiert werden, der einerseits ausnahmslos auf die Feindgruppe wirkt, und andererseits ausnahmslos die „überlegenere Rasse“ verschont.

In der Tat braucht man für eine Kollektivschuld ein unabwendbares Schicksal und ich denke durchaus, dass dieser Gedanke bei der Anziehung einiger Theorien eine entscheidende Rolle gespielt hat. Will man das „Feindbild Mann“ bzw. Patriarchat, dass einige feministische Theorien nutzen, erfolgreich aufrechterhalten und den Männern die Verantwortung dafür auferlegen, dann sind Theorien attraktiver, die keine Einzelbetrachtung erforderlich machen.

Ich hatte bei den Privilegien und dem „wohlwollenden Sexismus“ schon mal einen ähnlichen Mechanismus vermutet. Auch dort ist über den Begriff des wohlwollenden Sexismus eine Opferrolle der Männer vermieden worden.

Auch die „Rape Culture“ geht meiner Meinung nach in die gleiche Richtung. Weil eine gesamte Kultur geschaffen worden ist, die die Vergewaltigung erst ermöglichst und wir in einer Männerkultur leben, das Patriarchat letztendlich darauf angewiesen ist, die Vergewaltigungskultur zu schaffen um so seine Macht zu stützen, sind auch wieder diverse Schutzmaßnahmen für alle Frauen berechtigt und diese allgemein mehr Opfer.

Über die weitergehende feste gesellschaftliche Geschlechterrollenkostruktion erreicht man klare nach Geschlechtern zu trennende Schuldzuweisungen. Es kann dem Mann eine Kollektivschuld zugewiesen werden, die dann auch kollektive Schutzmaßnahmen für alle Frauen rechtfertigt. Im Rahmen einer Beweislastumkehr können dann einige Männer evtl. nachweisen, dass sie jetzt nicht mehr Schuld sind, weil sie hart daran arbeiten, ihre Geschlechterrolle zu dekonstruieren.

Connell beispielsweise hat die „hegemoniale Männlichkeit“ durch seine Geschlechtsumwandlung abgeschüttelt. Andere männliche Feministen schildern den harten Kampf gegen das männliche Privileg bei sich selbst, dessen sie sich nur durch tägliche harte Arbeit zwar bewußt werden, dass sie aber niemals ganz aufgeben können.

29 Gedanken zu “Gesellschaftliche Konstruktion der Geschlechter unter dem Gesichtspunkt der Schuldzuweisung

  1. „… einiger Theorien“ – können die genauer mit Namen und Autorenschaft benannt werden? Das klingt mir dann doch zu sehr nach Alltagstheorie und wenig nach Wissenschaft.

    • @Christian

      Ja, ich wollte erst einmal den Gedanken in einem eigenen Artikel festhalten. Man sollte es noch ergänzen.
      Aber Nick hatte ja schon Connell und die hegemoniale Männlichkeit angeführt, da passt es meiner Meinung nach sehr gut, und auch auf Pohl verwiesen.
      „Benevolent Sexism“ ist eine Theorie von Peter Glick and Susan Fiske. Es lassen sich sicherlich weitere ergänzen.

      • OT
        Sag‘ ‚mal Christian, hast du’s nötig, dich und deine Poster hier von lucia verarschen, uns alle als zu dumm, eine Statistik zu lesen, eine Studie auszuwerten, darstellen zu lassen? Also auf meinem Blog wär die gute schon längst nicht mehr am posten aber du musst selber wissen, was du machst als Hausherr.

      • Wenn Christian Lucia hier rauswirft, so wie du es gern hättest, müßte er dich gleich hinterherwerfen, denn du bist keinen Zacken sachlicher als sie.
        Das nur als Randhinweis.

    • Es dürfte sehr viel Arbeit machen, die AutorInnen aufzuzählen.

      Benannt werden die Theorien (oft je nach Position unterschiedlich) mal als „Radikalfeminismus“, als „ideological feminism“ oder auch als „cultural feminism“

      Der aufmerksame Profeminist liest fast die gleiche Kritik auch bei Connell.

      (allerdings ist sie imho in der Hinsicht inkonsequent)

      • ..und der_die aufmerksame Feministin_in liest bei der anerkannten feministischen Historikerin Alice Echols, dass diese Art Feminismus ab mitte der 1970 innerhalb des Feminismus hegemonial wurde, sich selbst aber als Radikal- bzw. Gleichheitsfeminismus betrachtete.

        Freilich weiß man jenseits des Atlantik, in Alice‘ Wunderland, sehr wenig davon.

  2. Zu verdeutlichen wäre imho, dass der „materialistische Ansatz“, in Anlehnung an Marx, folgendermaßen funktioniert:

    Wer ein Privileg hat, der hat auch ein Interesse daran, dieses aufrecht zu halten. Weil das Sein das Bewußtsein bestimme habe also jeder Mann zwangsläufig ein inhärentes Bestreben, Frauen zu unterdrücken. Der Theorie zufolge richten Menschen ihre Wahrnehmung ebenso wie ihr Weltbild nach ihren materiellen Interessen aus.

    Ob das wohl, gerade bei Mann/Frau Beziehungen, plausibel ist? Lustigerweise haben die wenigsten Anhänger dieser Richtung plötzlich kein Problem damit, das liberale Konzept des Homo Oeconomicus zu kritisieren.

  3. (Edit: „Lustigerweise haben die wenigsten Anhänger dieser Richtung ein Problem damit, das liberale Konzept des Homo Oeconomicus zu kritisieren.“)

  4. Ach ja: Connell hat sich der „Patriarchalen Dividende“ entledigt. Er bzw. Sie war schon immer so großzügig, Männern zuzugestehen dass sie sich der hegemonialen Männlichkeit entledigen könnten.

  5. „“Es muss also ein unabwendbarer, schicksalshafter Mechanismus konstruiert werden, der einerseits ausnahmslos auf die Feindgruppe wirkt, und andererseits ausnahmslos die „überlegenere Rasse“ verschont.““

    Gemäss dem (sehr umstrittenen) Historiker Nolte war die Rassentheorie der NS, welche die Geschichte als Kampf der Rassen um Lebensraum umfassend deutet, eine Reaktion auf die ebenso universelle Geschichtsdeutung der Bolschewisten, welche die Geschichte als fortwährenden Klassenkampf verstanden.

    Mit der Einführung des Begriffs „Gender“ (soziales/psychologisches Geschlecht) wird das biologische Geschlecht als soziale Klasse umgedeutet, dem scheinbar nichts unabwendbar Schicksalhaftes mehr eigen ist, so wie es dem Intellektuellen prinzipiell möglich ist, zum Handwerker und damit Teil der (revolutionären) Proletarierklasse zu werden, während der Jud für die NS immer ein Jud blieb, egal was er tat oder nicht tat.

    Während der NS tatsächlich die aus ihrer Sicht minderwerigen Rassen ausrotten wollten, soweit sie nicht verwertet werden konnten, begnügte sich der Bolschewismus (in der Theorie) mit der Ausrottung der reaktionären Klassen als solche. Die physische Vernichtung der aus ihrer Sicht „minderwertigen Rassen“ war bei den NS aufgrund ihrer Geschichtsdeutung notwendiger Teil ihrer Politik, während bei den Bolschewisten nur die reaktionären Klassen als solche notwendigerweise eliminiert werden mussten, d.h die physische Vernichtung der „Konterrevolutionäre“ war nicht notwendiger Bestandteil ihrer theoretischen Grundlagen, wenn auch in der Realität die physische Vernichtung üblich war.

    Der Genderismus grenzt sich durch die Einführung des Begriffes Gender vom vulgären Sexismus ab, der die Geschlechter in höherwertige und minderwertige einteilt, was konzeptionell der Rassentheorie der NS entsprechen würde. So wie es dem reaktionären Bourgeois prinzipiell möglich ist, zum revolutionären Teil der Proletarierklasse zu werden, so steht dem Mann die theoretische Möglichkeit offen, zum Teil der Genderklassen „weiblich“, „homosexuell“ oder transsexuell“ (nebst einigen anderen) zu werden, d.h der minderwertigen Klasse „weiss und heteronormativ“ zu entsagen. Dieses abstruse Konzept gibt aber keine Antwort, wie sich in der Praxis der heterosexuelle Mann vom Vorurteil freimachen kann, ein nach Hegemonie und Unterdrückung strebender Kretin zu sein, wenn wir mal die Geschlechtsumwandlung als inakzeptable Option für fast alle Männer ausser acht lassen.

    Die einzige reale Option ist die Selbstverleugnung und Selbstbezichtigung. Rolf Pohl ist ein Mann unter vielen, der eine deformierte Männlichkeit verkörpert, der sich der fortwährenden, biologistisch begründeten Unterstellung, Teil der reaktionären Klasse „weiss, männlich, heterosexuell, hegemonial“ durch Selbstverleugnung, Selbstbezichtigung und Überanpassung zu entledigen versucht.

    Die „deformierte, marginalisierte Männlichkeit“ ist das soziale Ghetto, welches der Genderismus dem heterosexuellen weissen Mann zugesteht. Wo immer der Genderismus Erfolge feiert, ist der Typus des sich selbst bezichtigenden und verleugnenden Mannes nicht weit. Das von den „grünen Männern“ verfasste „Männermanifest“ ist in dieser Hinsicht geradezu ein historisches Dokument, welches die Existenz des Typus „deformierte, marginalisierte Männlichkeit“ eindrücklich belegt.

    http://www.gruene-linke.de/2010/04/09/das-grune-manner-manifest/

    Mitleidbekundungen sind an dieser Stelle ausdrücklich erlaubt.

    • @ P.Bosshard

      * Die physische Vernichtung der aus ihrer Sicht „minderwertigen Rassen“ war bei den NS aufgrund ihrer Geschichtsdeutung notwendiger Teil ihrer Politik, während bei den Bolschewisten nur die reaktionären Klassen als solche notwendigerweise eliminiert werden mussten, d.h die physische Vernichtung der „Konterrevolutionäre“ war nicht notwendiger Bestandteil ihrer theoretischen Grundlagen, wenn auch in der Realität die physische Vernichtung üblich war.*

      Das ist meines Wissens so nicht richtig.

      Nationalsozialisten hätten sich damit begnügt, z.B. Juden durch Ausweisung/Ausreise loszuwerden, siehe die Vertreibungskampagnen gegen Ende der 30’er-Jahre (erzwungene Ausreise mit daran gekoppelter Ausplünderung)

      Erst der Krieg führte zu einer Radikalisierung, brachte er doch einerseits Millionen osteuropäischer Juden unter NS-Gewalt und da man andererseits ohnehin dabei war, zu schlachten, kam’s darauf auch nicht mehr an.

      Warum denn mühsam nach „humaneren“ Lösungen suchen, wenn man die Menschen auch einfach im industriellen Maßstab umbringen kann?

      Eine ähnliche Radikalisierung erlebte der Bolschewismus im Bürgerkrieg: Warum sich denn auf die mühsam-unsichere Umerziehung einlassen, wenn man die unerwünschten Klassen ganz einfach ausjäten kann. Mehr als das zu tun, konnte man ohnehin nicht in den rasch den Besitzer wechselnden Gebieten.

      Heute war die Stadt XY noch bolschewistisch besetzt, nächste Woche vielleicht schon wieder weiß, also noch rasch ein paar Massenerschießungen organisieren.

      Auf dem so bereinigten Feld wüchse dann zwangsläufig unter den neuen Bedingungen der neue Mensch heran, unbeeinflusst von den vergiftenden Einflüssen der in alter Zeit Sozialisierten.

      Der Klassenmord wie der Rassenmord waren nicht zwangsläufig von allem Anfang an in der Theorie grundgelegt.

      Aber er erschien den Skrupellosen als die einfachere, die schnellere, die praktikablere Lösung.

      Der Erscheinungsform „Deformierte Männlichkeit“ (männlicher Selbsthass) korresponidiert übrigen ein jüdischer Selbsthass.

      Kurt Tucholsky schrieb einmal über manche Juden, die am liebsten bei den Rechten mitmarschieren würden, Plakate tragend mit der Aufschrift „Schmeißt uns raus!“

      Oder, wie Groucho Marx einmal sagte: „In Vereinen, die mich als Mitglied akzeptieren, möchte ich gar nicht Mitglied sein.“ (In den USA waren zahlreiche elitäre Clubs nur WASPs zugänglich, Juden, Katholiken etc. verschlossen, Farbigen sowieso).

      Die kulturelle „Anti-Matrix“, das Klima der Verachtung ist so stark, dass sie Mitglieder der verachteten Gruppe prägt und zur Selbstverachtung treibt, zur Identifikation mit dem Aggressor, eine Möglichkeit, dem auszuweichen.

      Männliche Selbstverachtung findet sich oft bei Jungen mit „Versagervätern“ (Alkoholiker, Schläger usw.: „So wie der will ich nicht werden, um keinen Preis!“) oder abwesenden Vätern, die von der Mutter verächltich gemacht werden können, vielleicht, weil sie tatsächlich verachtenswert handelten, vielleicht, weil die Mutter selbst sie als Sündenbock missbraucht für ihr eigenes, verächtenswertes Handeln (Wegbeißen des Ungeliebten, Lästigen etc.).

      Bei Herren Pohl kann man eine dieser Ursachen vermuten.

      • @Meister Roslin
        „“Nationalsozialisten hätten sich damit begnügt, z.B. Juden durch Ausweisung/Ausreise loszuwerden, siehe die Vertreibungskampagnen gegen Ende der 30′er-Jahre (erzwungene Ausreise mit daran gekoppelter Ausplünderung)““

        Das ist richtig. Ich stimme Dir zu, dass die Radikalisierung und deren Umsetzung hin zur sogenannten „Endlösung“ erst währed des Krieges stattfand.

        Allerdings: Die universelle Geschichtsdeutung der NS lässt diese Entwicklung als logisch erscheinen, zielte sie doch auf ein Ende der Geschichte, auf eine heilsgeschichtliche Erwartung, eine Erlösung, als deren Messias Hitler selbst sich inszenierte (nicht ganz von ungefähr nannte A.H dieses Reich das tausendjährige) . Diese ideale Gesellschaft war für den NS bekanntlich die arische Gesellschaft, die rassenhomogene Volksgemeinschaft, die Hitler einmal als „rein und heilig“ (!) bezeichnete. Da wär für den Juden und so manch anderen kein Platz übrig geblieben. Die Deportation wäre in diesem Sinne lediglich ein Zwischenschritt geblieben, bis sich die heilsgeschichtliche Erwartung erfüllt hätte.

        Während der NS die heilsgeschichtliche Verheissung, das irdische Paradies in der arischen Volksgemeinschaft verwirklicht sah, war es für den Bolschewisten die klassenlose Gesellschaft und für den Genderisten…(??)

        Wer die Geschichte als fortwährenden sozialdarwinistischen Kampf der Rassen um Lebensraum versteht, geht eben davon aus, dass sich am Ende der Geschichte, wenn sich die heilsgeschichtliche Erwartung erfüllt hat, die aus ihrer Sicht niederen Rassen aus der Geschichte verabschiedet hätten. Ihre Minderwertigkeit hätte sich gemäss NS und ihrem sozialdarwinistischen Paradigma ja gerade dadurch erwiesen, dass sie im sozialdarwinistischem Kampf der Rassen um Lebensraum untergingen.

      • @ P. Bosshard

        *Die universelle Geschichtsdeutung der NS lässt diese Entwicklung als logisch erscheinen, zielte sie doch auf ein Ende der Geschichte, auf eine heilsgeschichtliche Erwartung, eine Erlösung, als deren Messias Hitler selbst sich inszenierte (nicht ganz von ungefähr nannte A.H dieses Reich das tausendjährige) . *

        Nur als tausendjähriges, nicht als ewiges war dieses Reich gedacht.

        Der Untergang war eingeplant, für den Darwinisten Hitler auch gar nicht vermeidbar.

        Er ließ sich von Speer Zeichnungen vorlegen, wie denn die Prachtbauten des Regimes NACH dem Untergang des Reiches als Ruinen wirken würden, um auch dann noch auf die fernen Nachfahren propagandistisch zu wirken, ob diese Ruinen es aufnehmen könnten mit den Überresten des Imperium Romanum.

        Hitler erträumt für sein Großreich der arischen Rassekrieger keinen dauerhaften Frieden, sondrn, wie er einmal fabulierte, „blutige Grenzen“, an denen seine Edelinge in ständigem Kampf den Lebensraum sichern sollten, permanent der Auslese durch Kampf und Tod ausgesetzt.

        Das sollte deren Degeneration zu friedfertig-schlappen Luxusgeschöpfen verhindern, wie es den Vandalen bei ihrer Reichsgründung im römischen Nordafrika innerhalb weniger Generationen passiert war.

        Rasserein sollte der Staat nur nach innen sein, nach außen brauchte er die „Wildnis“.

        Dort hätten Juden, Slawen und anderes „Grobzeuch“ gerne vegetieren dürfen.

        Vorbild war hier Sparta, dass regelmäßige Helotenjagden veranstaltete, um seine Krieger tüchtig zu erhalten.

        An eine Ende der Geschichte dachte Hitler nicht, das schwebte nur den Kommunisten vor.

        So sah er sich auch weniger als Erlöser denn als arischen Moses, der den Ariern ein Reich stiftet, in dem sie ihren Rassekern rein züchten und erhalten können.

        Der Massenmord an den Juden war nicht zwingend, so wenig wie der Klassenmord bei den Kommunisten.

        Er war nur bequem und da ja ohnehin alles erlaubt in solchen ideologischen Systemen, zumal wenn die Ideologie es rechtfertigt, das probate Mittel zur Erreichung eines Zweckes, den man auch anders hätte erreichen können.

        Ich denke, daher rührt auch das „Sachliche“ dieses Mordens, die gewisse Leidenschaftslosigkeit, mit der es betrieben wurde, die kühle Methodik.

      • @ P. Bosshard

        *für den Bolschewisten die klassenlose Gesellschaft und für den Genderisten…(??)*

        Die „geschlechtslose“ Gesellschaft, in der sich Männer und Frauen nicht mehr unterscheiden, in der es von weiblichen Männern und männlichen Frauen nur so wimmelt, ein Egalitaristenparadies mausgrauer „Geschlechtsloser“, ohne Kontraste, ohne Farben, ohne Spannung.

        Die Männer würden das Interesse an solchen Frauen verlieren und die Frauen das Interesse an solchen Männern.

        Sie würden die Lust aufeinander verlieren und die Fortpflanzung einstellen in diesesm Genderparadies.

      • „“Die „geschlechtslose“ Gesellschaft, in der sich Männer und Frauen nicht mehr unterscheiden…““

        Das ist eine naheliegende Schlussfolgerung. Allerdings bliebe doch selbst im Imperium Genderanum da der Körper, nämlich der männliche und der weibliche. Selbst ein Genderist wird doch nicht bestreiten, dass die körperliche Präsenz eines 1.90 m grossen, 100 kg schweren Mannes eine völlig andere Wirkung erzielt als die einer zierlichen grazilen 50 kg schweren Asiatin.

        Haben die Genderzombies dafür schon eine Lösung parat? Wenn ich mich recht erinnere war es Alice Schwazer herself, welche die „Überwindung der Körperhürde“ als eines der wesentlichen Ziele des Emanzipationsprozesses der Frau erkannte. Sie soll sogar angeregt haben, Fussballfrauschaften in der 1. Bundesliga mitspielen zu lassen, um sich der Konkurrenz zu stellen und den Beweis zu erbringen, dass der weibliche Körper ebenso leistungsfähig sei wie der männliche (ich enthalte mich an dieser Stelle spöttischer Kommentare – Frauen auf ihren Intellekt zu reduzieren ist frauenfeindlich).

        Und was soll bei dieser umfassenden Gleichstellung dann der ständige Ruf nach „Diversity“ bedeuten? Vielfalt im Einheitsbrei? Statistisch-repräsentativ-proportionale Verteilung gemäss genderistisch-konstruktivistischen Kategorisierungen?

      • @ P Bosshard

        *Haben die Genderzombies dafür schon eine Lösung parat? *

        Ich nehme an, ja.

        Auch die körperlichen Unterschiede sind nur Inkarnationen des patriarchalen Wortes (Wie sehr doch bei der Butler auf eine verschrobene Art das Wort Fleisch geworden sein soll).

        Das hat offenbar alles nichts mit Genen, Hormonen, Schwangerschaft /Stillen/Jagen/Ressourcenverteidigung zu tun.

        Alles nur Konsequenz patriarchaler Unterdrückung.

        Ein bißchen Training und die körperlichen Unterschiede verschwinden.

        Wenn man den Männern das Trainieren verbietet/erschwert, kann das sogar klappen.

        Gleichstellung ist nur mittels Abschaffung der Gleichberechtigung erreichbar, auch hier ist die Methode „Prokrustes-Bett“ unausweichlich, wenn man wirklich Gleichstellung des natürlich Ungleichartigen erzwingen will.

        Denn das Ungleichartige in Freiheit gleich zu berechtigen, führt UNAUSWEICHLICH zu Ungleichstellungen, zu ungleichen Ergebnissen, zwischen Individuen, aber auch zwischen Gruppen, deren Durchschnittswerte sich unterscheiden.

    • @ P. Bosshard

      *http://www.gruene-linke.de/2010/04/09/das-grune-manner-manifest/*

      Ein schmieriges Dokument, kein schwieriges, ein schmieriges: „Tritt mich, tritt mich, ich hab’s verdient!“

      Erbärmlich.

      Kein Wunder, dass sich Jungen, denen PädagogInnen ein solches Männerbild nahebringen wollen, sich dem entziehen und sich ihre Vorbilder lieber im machomäßigen Killerspiel suchen, wenn sonst schon kein attraktives männliches Vorbild in ihrem Leben präsent ist.

      Der rot-grüne Kindergärtner/Grundschullehrer, sollte er Repräsentant einer solch schmieirigen Männlichkeit sein, wird daran nichts ändern.

      Er würde abgelehnt und verachtet, von der Mehrheit seiner Schützlinge, instinktmäßig.

    • @Peter:

      So wie es dem reaktionären Bourgeois prinzipiell möglich ist, zum revolutionären Teil der Proletarierklasse zu werden, so steht dem Mann die theoretische Möglichkeit offen, zum Teil der Genderklassen „weiblich“, „homosexuell“ oder transsexuell“ (nebst einigen anderen) zu werden, d.h der minderwertigen Klasse „weiss und heteronormativ“ zu entsagen.

      Der Bourgeois kann sich des konterrevolutionären Stigmas entledigen, indem er verarmt, der Mann hingegen kann nur eine weniger gravierende Täterkategorie einnehmen – jedenfalls bis zum apokalyptischen endgültigen Eintreten der „Geschlechtslosen Gesellschaft“, in der gibt es ja kein Mann mehr.

      Allen Männern gemeinsam ist ja die „patriarchale Dividende“, die Täterschaft variiert nur graduell.

  6. Wenn es nur die „falsche Erziehung“ wäre, dann müsste es ja Männer geben die „richtig erzogen sind“,

    Die gibt es.

    folglich müsste man Männer differenziert betrachten.

    Mütte man, tut man leider nicht immer. Das Problem liegt in der Betrachtung, nicht bei den Männern.

    Es wäre doch wieder für jeden individuellen Mann der Nachweis der Bösartigkeit erforderlich.

    Dieser Nachweis ist definitiv erforderlich.

    Fazit: Strohmanndebatte.

    • Das Problem liegt in der Betrachtung, nicht bei den Männern.

      Absolut.

      Dieser Nachweis ist definitiv erforderlich.

      Nein, wenn man einen biologischen, sozialen oder kulturellen Mechanismus konstruiert, der angeblich unausweichlich „alle Männer“ bösartig macht, dann ist dieser Einzelnachweis nicht mehr erforderlich.

      Wozu dann noch?

      Wenn z.B. Rolf Pohl Männern einen „unlösbaren Widerspruch zwischen den objektgebundenen Zwängen einer quantitativ auf Erlangung von Lust und Befriedigung zielenden genitalen Sexualität und dem Anspruch auf Unabhängigkeit und Autonomie unter der kulturell geprägten Herrschaft des Phallus“ bescheinigt, dann wohnt zwangsläufig und unabwendbar jedem Manne Bösartigkeit inne.

      • „“…unter der kulturell geprägten Herrschaft des Phallus…““

        Vorsicht: Hier hat Herr Pohl, um den vulgären Sexismus notdürftig zu verschleiern, eine kulturelle Komponente angehängt. Das soll andeuten, dass der unlösbare Widerspruch nur in einer phallischen Kultur ein unlösbarer bleibt. Unter der kulturell geprägten Frauschaft der Vagina würde sich der Widerspruch auflösen.

        Der Verweis auf die kulturelle Komponente ist das Feigenblatt, welches den vulgär-sexistischen Charakter seiner „Gesellschaftskritik“ mehr schlecht als recht verschleiern soll.

        Warum bloss muss ich bei den Typen immer an die Zeugen Jehovas denken?

      • Ja. Die kulturelle Erklärung ist einer vulgär-sexistischen funktionsgleich.

        Wann ist denn die „phallischen Kultur“ beendet? Wenn das Paradies eintritt, also nach dem jüngsten Gericht. (bzw. nach der „großen Revolution“)

        Solange wir also auf Erden unser Dasein fristen, sind alle Männer unabwendbar Schweine.

    • @Hotzenplotz

      „Die gibt es.“

      Innerhalb einiger feministischer Theorien eben nicht. Du kannst beispielsweise innerhalb der Privilegtheorien als Mann deinem Privileg nicht wirklich entziehen.

      Es ist eben auf diese Theorien bezogen.
      Wie meinst du denn wie der Mann innerhalb dieser sich der Verantwortung entziehen kann?

      • @Christian:
        Du kannst beispielsweise innerhalb der Privilegtheorien als Mann deinem Privileg nicht wirklich entziehen.

        ..das schöne daran ist, dass man auch Feindeskinder mit in die Haftung holt.

        Sicher, Diskriminierung mag es geben. Der Begriff „Diskriminierung“ beinhaltet aber zunächst keine entindividualisierte Schuldzuweisung an alle Nichtdiskriminierten.

  7. Innerhalb einiger feministischer Theorien eben nicht.

    grau ist alle theorie. man muss nicht alles glauben, was sich ein paar versponnene scholastiker_innnnen aus den fingern saugen.

      • wer soll das darlegen und warum?
        ich halte dahingehende theorien für selbstrefenzielle randphänomene und die beschäftigung damit für zeitverschwendung.

      • @Hottehü

        Jeder hat ja das Recht, seine Zeit zu verschwenden, wie er es mag. Das ganze Internet ist so gesehen eine riesige Zeitverschwendung.

        Ich halte aber das Aufzeigen dieser Mechanismen und eine Diskussion darüber für durchaus relevant, weil diese Theorien ja tatsächlich angewendet und vertreten werden. Und dann lohnt es sich immer die Zusammenhänge zu erkennen.

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