Warum halten Promifrauen zu betrügenden Männern?

Ein Artikel in der Süddeutschen stellt sich angesichts der Vorfälle um Schwarzenegger, Strauss-Kahn, Clinton und Edwards, warum die Frauen dieses Verhalten so lange mitmachen. Die Frage der Süddeutschen:

Warum halten gerade diese selbstbewussten, erfolgreichen Frauen so lange zu ihren Männern, wenn diese schon lange einen Fußtritt und den Scheidungsanwalt verdient hätten?

Zur Erläuterung was gemeint ist, dient der folgende Absatz:

Wir sprechen schliesslich nicht von einem gelegentlichen Seitensprung – der soll Privatsache bleiben und die Ehefrauen mögen ihn verzeihen oder nicht -, sondern von jahrzehntelangem Doppelleben, dreisten Dauer-Lügen und aggressiven Grenzüberschreitungen, die sich nur dadurch erklären lassen, dass diese Männer sich qua ihres Status für unangreifbar halten.

Eine Erklärung könnte eben gerade dieser Status bieten.

Eine Studie hat untersucht, wie sich der Wert des Partners auf dem Partnermarkt in der Bereitschaft zum Vergeben niederschlägt:

Mate value discrepancy (MVD), the perceived difference in resource value between self and partner in romantic relationships, may impact both forgiveness and jealousy. One hundred seventy-nine participants rated their own and their partner’s mate value, and self-reported forgiveness and jealousy. MVD was associated with forgiveness in romantic relationships in that the higher the value of one’s mate in relation to self, the more likely an individual would forgive that partner’s transgression. Similarly, MVD played a role with jealousy in that the higher the value of the partner, the more likely an individual experienced jealousy. Additionally, individuals were more likely to forgive transgressions when their partners had higher mate values than theirs, even when jealousy is experienced.

Quelle: Mate Value Discrepancy as Predictor of Forgiveness and Jealousy in Romantic Relationships

Und sozialer Status, den alle diese Männer gemeinsam haben, erhöht eben den Marktwert.

13 Gedanken zu “Warum halten Promifrauen zu betrügenden Männern?

  1. Meines Erachtens versuchen Frauen viel mehr als Männer den Partner zu ändern – natürlich im Schnitt. Das Ende einer Ehe ist dann für Frauen oft viel mehr ein Eingeständnis des persönlichen Versagens als für Männer. Mann will ja im Regelfall die Frau, die er geheiratet hat, so lange es geht. Außerdem darfst du ja nicht vergessen, dass es sich hierbei um Alpha Männer handelt. Je nach Status verzeihen Frauen in der Regel viel mehr als bei rangniederen Männchen. Aber das ist ja nichts Neues, dass statushohe Männer sich bis zu einem bestimmten Grade mehr erlauben dürfen als „normale“ Männer. Wir kennen das aus dem Sport, bei Millionären, Künstlern etc.

    • *Meines Erachtens versuchen Frauen viel mehr als Männer den Partner zu ändern – natürlich im Schnitt. Das Ende einer Ehe ist dann für Frauen oft viel mehr ein Eingeständnis des persönlichen Versagens als für Männer. Mann will ja im Regelfall die Frau, die er geheiratet hat, so lange es geht*

      Das macht jetzt für mich erstmal keinen Sinn. Warum ist es für Frauen mehr ein Eingeständnis des Versagens, wenn die Ehe scheitert als für Männer?

      • „Das macht jetzt für mich erstmal keinen Sinn. Warum ist es für Frauen mehr ein Eingeständnis des Versagens, wenn die Ehe scheitert als für Männer?“

        Ganz einfach, für einen Mann ist es zwar scheisse, wenn die Ehe scheitert, aber das liegt dann daran, dass beide auf dauer nicht zusammengepasst haben. Ihm ist es nicht gelungen den Status vom Beginn der Ehe aufrechtzuerhalten.
        Es war aber ein Kampf gegen die Zeit, also einer den Mann nicht gewinnen kann, also ist die Niederlage auch nicht so schlimm.

        Wenn Frau allerdings in die Ehe eintritt mit der Hoffnung den Mann zu ihrem Göttergatten zu formen und das selbstverständlich nicht passiert, dann ist es ihr persönliches Versagen, ihre persönliche Unfähigkeit.

        Einfach ausgedrückt, er hat gegen die Zeit gekämpft, ein Kampf den niemand gewinnen kann. Sie hat aus Unfähigkeit versagt.

      • Ok, ich fass mal zusammen:
        Die Frau sieht eine Ehe als Versuch, den gewählten (!) Partner zu ändern.
        Der Mann liebt seine Frau wie sie ist, und will sie so behalten. Deswegen wendet er sich anderen Frauen zu, sobald der Zahn der Zeit (Veränderung!) an ihr nagt, oder reagiert unwillig, wenn sie ihn bittet schlechte Angewohnheiten wie die o.g. zu ändern. Er bleibt ja auch bei ihr, trotzdem sie ergraut und Fältchen kriegt. Da kann sie sowas doch auch tolerieren.

        Und wenn sie sich dann doch trennt, weil sie die Demütigung nicht mehr erträgt, haben sie nicht zueinander gepasst. Tja, den Wettlauf mit der Zeit kann halt niemand gewinnen.

        Fazit: Männer sind fatalistisch in Beziehungen (wat kütt dat kütt), Frauen versuchen an ihnen zu arbeiten.

  2. Wir kennen aber auch die Weisheit, dass man aus großer Höhe tiefer fällt. Und das macht Angst. Ich könnte mir vorstellen, dass Frau, die nicht selbst genügend verdient, dann auch mal beiseite schaut, bevor der Luxus vorbei ist.

    Das es bald mit dem Thema groß Verdienen und Status erlangen schwieriger werden wird, scheint mir der heiße Tanz, der von Afrika nun auch nach Europa überschwappt und das aufkommende Bewusstsein, dass unser Geldsystem dringend der Überarbeitung bedarf: http://bit.ly/iGMLJI

    • @Martin

      Dazu kommt noch, dass viele Menschen generell vor Veränderungen Angst haben (lieber den Teufel den man kennt…). Das zeigt sich auch oft im Berufsleben. Was man hat, hat man. Wenn dazu dann noch die finanzielle Komponente hinzukommt, wird es natürlich umso schwieriger, man gewöhnt sich schnell an einen gewissen Lebensstandard.

      Aber das sollte man,denke ich nicht verallgemeinern, ich könnte mir gut vorstellen, dass es einfach das Wunschbild dieser Beziehung ist, das man nicht aufgeben mag. (Er könnte sich ja noch ändern)
      Immerhin liebt man diesen Menschen, bzw. hat ihn mal geliebt.

    • @ M. Bartonitz

      Ich halte ihre Überlegung (Angst vor Luxusminderung) nicht für stichhaltig.

      In allen Fällen handelt es sich um Frauen, die keine Einschränkung ihres Lebensstandards fürchten müssen, weil sie erstens selbst genug verdienen oder vermögend sind (Maria Shriver = eine Kennedy, Strauus-Kahns Ehefrau die bestbezahlte Fernsehjournalistin Frankreichs, Hillary Clinton Außenminisiterin, vorher Senatorin)
      Zweitens kommt das femizentrische Scheidungsrecht ihnen zu Hilfe, das Frauen begünstigt, um sie zu schützen, auch dann, wenn die gar keinen Schutz brauchen, selbst dann, wenn sie die Hauptschuldigen am Scheitern der Ehe sind.

      Weibliche Untreue gibt’s ja schließlich auch oft genug.

      Hier wird einfach eine größere Vergebensbereitschaft der Frau unterstellt, obwohl wir gar nichts von der inneren Machtdynamik der Beziehung wissen.

      Es kann durchaus vorteilhaft sein, einem betrügenden Partner zu vergeben, ihm bei Zeit und Gelegenheit immer wieder klar zu machen, wie gut man doch zu ihm war, an sein schlechtes Gewissen zu erinnern und so innerhalb der Beziehung Macht zu gewinnen.

      Da hat nun frau einen sttushohen Mann ergattert, der seinen Status auch bei anderen Frauen zur Schau stellt und die weibliche Begehrlichkeit, die seine „Potenz“ entfacht, ausnutzt (Strauss-Kahns aktueller Fall liegt natürlich anders, wenn es sich tatsächlich um versuchte Vergewaltigung handeln sollte).

      So steckt die Frau in einem Dilemma: Einerseits präsentiert sich der Mann gerade so, wie sie ihn liebt und begehrt (potent, erobernd, erfolgreich, Siegertyp).

      Das macht ihn attraktiv.

      Andererseits ist sie die Betrogene, das schmerzt, das demütigt.

      Da ist das öffentliche Zu-ihm-halten bei möglicherweise privater „Erpressung“ ein ganz guter Kompromiss zwischen Empörung über das Betrogensein und eigenem Begehren.

      Man weitet seine Macht aus, hat immer noch den Mann an seiner Seite, den man doch auch begehrt, steigert sein Ansehen als Frau („die Ärmste, aber was für ein edler Charakter, verzeiht ihrem Charakterschwein“).

      Beziehungen sind oft ambivalent, etwas, was Feministinnen bei ihren Machtanalysen völlig und willentlich entgeht.

      Ich persönlich vermute, dass die immer irrwitzigere Privilegierung von Frauen auf Kosten der (Beta-)Männer durch das Bündnis von Alpha-Männern mit FeministInnen nicht zuletzt befeuert wird von der Unzucht vieler Alphamänner, die ihr schlechtes Gewissen gegenüber Frauen, auch ihren eigenen, beruhigen, indem sie zur „Wiedergutmachung“ ihrer Sünden Frauenforderungen durchwinken.

      Der Mechanismus, der in Beziehungen funktioniert, funktioniert auch in der Politik, im politischen Kollektiv.

      Unzucht erzeugt ein schlechtes Gewissen gegenüber der eigenen Frau, gegenüber Frauen allgemein und Frauen können das ausnützen im permanenten Machtkampf der Geschlechter.

      Der Feminismus musste ja nie wirklich kämpfen, um seine Ziele zu erreichen.

      Er wurde immer durchgewunken von Männermehrheiten in allen Entscheidungsgremien.

      Würde die Dekadenz enden, würde er kämpfen müssen, hätten Männer den Mumm, ihn zu bekämpfen.

      So wird er mit den dekadenten Gesellschaften untergehen, deren Unzucht ihn begünstigt, vermute ich.

      • Frau Shriver und Arnold Schwarzenegger haben gemeinsame Kinder. Auch wenn sich Maria Shriver gedemütigt fühlt, was leicht nachvollziehbar ist, wird sie doch nicht vergessen, dass er trotz aller Verfehlungen der Vater der Kinder bleibt. Das sehe ich als Hauptgrund, warum betrogene Ehefrauen die Loyalität nicht so ohne weiteres aufkündigen, was im umgekehrten Fall, den gibt es ja auch, ebenso der Fall ist.

        Untreue von Ehefrauen allerdings wird als ihr selbstverständliches „Recht auf sexuelle Selbstbestimmung der Frau“ gewertet. Der Ehemann, der Treue einfordert, wird als hegmoniale Männlichkeit charakterisiert, welche die Sexualität der Frau kontrollieren will.

        Diese einäugige feministische Wahrnehmung hängt mir nur noch zum Halse raus.

        Wo bleibt eigentlich die Verantwortung der Geliebten, im Falle Schwarzeneggers die der Hausangestellten? Hat sie keine Verantwortung und Schuld? Hat sie nicht auch Frau Shriver betrogen? Als langjährige Hausangestellte stand sie doch auch in einem persönlichen Verhältnis zu Maria Shriver. Ist ihr Verhalten nicht ebenso verwerflich? Ist sie bloss ein willenloses Stück Fleisch, ein Sexobjekt, oder eine selbstverantwortliche und eigenständige Persönlichkeit mit Urteilsvermögen?

        Aber ich weiss schon, wie die feministische Absolution begründet und erteilt wird: Die arme Hausangestellte stand in einem Abhängigkeitsverhältnis und konnte daher nicht frei entscheiden. Eine andere Möglichkeit aber wäre, dass sie einfach nur geil war, die Schlampe.

      • *Untreue von Ehefrauen allerdings wird als ihr selbstverständliches „Recht auf sexuelle Selbstbestimmung der Frau“ gewertet.*

        Ach? Das ist mir neu.

        *Wo bleibt eigentlich die Verantwortung der Geliebten, im Falle Schwarzeneggers die der Hausangestellten?*

        Die ist nicht mit Fr. Shriver verheiratet (gewesen).

        *Eine andere Möglichkeit aber wäre, dass sie einfach nur geil war, die Schlampe.*

        Und mehr muß auch gar nicht mehr von Ihnen gesagt werden, um ihre Meinung deutlich zu machen.
        Männer die ihnen unbekannte Frauen als Schlampe beschimpfen sind echt das Letzte.

      • „Männer die ihnen unbekannte Frauen als Schlampe beschimpfen sind echt das Letzte.“

        Das trifft mich jetzt im Innersten. Aber wenn es dich beruhigt: Gilt für A.Schwarzenegger ebenso, nur dass solche Männern „Schürzenjäger“ und nicht Schlampen genannt werden.

  3. @ Maren

    *Die ist nicht mit Fr. Shriver verheiratet (gewesen).*

    Nein, aber sie war mit ihrem Mann verheiratet.

    Weiß eigentlich jemand, ob dieser Mann wusste, dass eines seiner 4 Kinder nicht von ihm ist?

    Oder gehört er zu den Männern, die ein Kuckuckskind aufziehen dürfen (1 bis 52 % je nach Schicht: 1 % in der Oberschicht, 52 % in Armenvierteln von Liverpool).

  4. Es kann auch einen viel banaleren Grund geben, an einem betrügenden und als moralisch fragwürdiger Charakter entlarvten Mann festzuhalten: kein Mensch, egal ob Mann oder Frau, gibt gerne zu, getäuscht worden zu sein („Eingeständnis des persönlichen Versagens“, wurde in den ersten Antwortpostings bereits erwähnt).

    Und dann gibt es noch die rationale, kalkulierende Position: Stehe ich im Licht der Öffentlichkeit zu ihm, dann schuldet er mir was, dann habe ich ihn nachher umso fester in der Hand.

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