Sexparties bei der Hamburg-Mannheimer Versicherung

Die Hamburg Mannheimer hatte 2007 wohl die besten Versicherungsvertreter mit einer Incentive-Reise belohnt, bei der auch Prostituierte anwesend waren.

Aus dem Bericht der Süddeutschen:

„Unsere Recherchen haben ergeben, dass bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser Reise zirka 20 Prostituierte anwesend waren.“ Zu den Details der Reise machte die Sprecherin keine Angaben.

Nach Schilderungen von Teilnehmern hatte die Hamburg Mannheimer jedoch alles bestens organisiert. „Die Damen trugen rote und gelbe Bändchen“, berichtete ein Gast in seiner eidesstattlichen Versicherung. „Die einen waren als Hostessen anwesend, die anderen würden sämtliche Wünsche erfüllen. Es gab auch Damen mit weißen Bändchen. Die waren aber reserviert für die Vorstände und die allerbesten Vertriebler.“

Nicht äußern wollte sich die Versicherung auch zu laut Bericht rechts und links von den Quellen aufgestellten Himmelbetten, die dem Handelsblatt zufolge mit Tüchern verhängt waren. „Jeder konnte mit einer der Damen auf eines der Betten gehen und tun was er wollte“, erklärte ein Teilnehmer demnach.

„Die Damen wurden nach jedem solcher Treffen mit einem Stempel auf ihrem Unterarm abgestempelt. So wurde festgehalten, welche Dame wie oft frequentiert wurde.“

Jetzt ist Prostitution zunächst erst einmal ein legaler Beruf, der Besuch einer Prostituierten ebenfalls und das Abhalten von Sexparties steht jedem frei. So gesehen ist niemand zu schaden gekommen, auch wenn man über die Ausgestaltung reden kann. Der sexpositive Feminismus sollte mit dem Grundsatz einer solchen Party zunächst erst einmal keine Probleme haben.

Helga von der Mädchenmannschaft hat folgende Kritik anzubringen, die ich auszugsweise in Form eines kleinen Rant besprechen möchte:

Die hatte ihre besten Vertreter geladen – ob dort keine erfolgreichen Vertreterinnen arbeiten oder diese schlicht nicht eingeladen wurden, bleibt unklar.

Ein klassischer Satz, der Frauenbenachteiligung im Raum stehen läßt. Dass in der Spitzengruppe der Vertreter eher und vielleicht auch nur ausschließlich Männer zu finden sind überrascht ja angesichts von der höheren Bereitschaft von Männern in Berufen mit Provisionen (und damit Risiko) zu arbeiten und deren höherer Bereitschaft zu Überstunden etc eigentlich nicht. Anzeichen dafür, dass die Frauen hier ausgeschlossen wurden, sind zunächst erst einmal nicht vorhanden. Die genauso erfolgreichen Frauen (es muss sie ja geben) arbeiten eben nach Helga woanders. Kein Wunder bei diesem sexistischen Laden. Dass die Reise nach der Feststellung, dass man nur Männer in der Spitzengruppe hat auf diese Weise geplant wurde, kommt als Möglichkeit nicht vor. Auch nicht, dass man bei Vorhandensein einer Frau einfach noch einen Callboy für sie abgestellt haben könnte (denn Männer und Frauen sind ja gleich, da wäre sie sicherlich begeistert gewesen) wird nicht thematisiert.

Wem sich hier der Eindruck aufdrängt, Frauen wären mehr als Fleisch und Ware behandelt worden, denn als Mensch – es geht noch gruseliger

Prostitution ist eben eine Dienstleistung. Und nur weil die Prostituierten als solche kenntlich gemacht wurden (was angesichts anderer Hostessen sicherlich auch erforderlich war) bedeutet es nicht, dass man sie nicht dennoch als Mensch behandelt hat.

Zu den Stempeln dann:

Ich glaube, ich will nicht einmal wissen, warum sie diese Dokumentation an den Sexarbeiterinnen haben vornehmen lassen.

Ich eigentlich schon. Aber ich bin auch ein neugieriger Mensch. Abbauen von Hemmungen, indem man sieht, dass die Kollegen es auch gemacht haben? Wettbewerb? Da werden die besten Vertreter, die ja durch ihre Umsätze gestempelt werden, mit Frauen konfrontiert, die für Sex gestempelt werden.

Und was ist dort mit der körperlichen Selbstbestimmung passiert? Jeder durfte mit den Frauen tun, was er wollte – auch wenn sie das nicht wollte?

Und gleich sehr schön durch bewusstes Falsch verstehen noch etwas Vergewaltigung reingebracht. Den der Vorwurf ist hier ja wohl eher an den Haaren herbeigezogen. Das hier gemeint war, dass er machen konnte, was er wollte, sofern die Frau dem zustimmte, sollte eigentlich klar sein. Dass man dann Frauen angeheuert hat, die eine breite Angebotspalette haben, wäre wieder etwas anderes.

Dann nimmt sie noch zu dem Beitrag in der Mitarbeiterzeitschrift Stellung, in dem zu der Reise gesagt wird, dass sie ein Mordsspass und niemand dabei war, der nicht noch mal mitwollte.

Dazu heißt es dann:

Dabei tun sich hier noch ganz andere Abgründe auf. Ob sich „Back to the roots“ nun auf die Vergangenheit bezieht oder derartige Parties auch auf niedrigeren Ebenen der Versicherung an der Tagesordnung sind – das möchte ich nun doch gern wissen.

Ein Sündenpfuhl wurde offenbart, überall Sexparties! Gut, dass die Mädchenmannschaft das aufgedeckt hat!

Irgendwie erinnert mich dieser Stil an Alice Schwarzer. Suggestivfragen, die schreckliches Andeuten. Möglichkeiten unter dem Vorwand, sie aufklären zu wollen, in den Raum stellen.

Meiner Meinung nach spricht die Kritik den wesentlichen Punkt gerade nicht an:

  • Dürfen Firmen Belohnungen für gute Abschlüsse bieten, die insbesondere Männer ansprechen?
  • Ändert sich diese Betrachtung, wenn in der Gruppe, die belohnt wird, lediglich Männer vorhanden sind?
Es wirft auch noch einmal ein interessantes Licht auf die Unterschiede im Sexualtrieb von Männern und Frauen. Ein paar heiße Prostituierte haben hier anscheinend eine sehr denkwürdige Party bewirkt. Nicht alle Männer dort werden das Angebot genutzt haben, einige werden vielleicht sogar eher gute Miene zum schlechten Spiel gemacht haben oder mitgeteilt haben, dass es nicht ihr Ding ist, aber im Ganzen kann ich mir schon vorstellen, dass es die meisten Gäste als gute Party gesehen haben. Hinzu kommt der Vorteil, etwas verbotens, verruchtes zusammen gemacht zu haben, einer elitären Gruppe anzugehören, die darüber Stillschweigen zu bewahren hat. Eine solche Party ist in gewisser Weise aufgrund ihrer Umstrittenheit und ihrer moralischen Angreifbarkeit ein Costly Signal. Denn wenn einer der Mitarbeiter danach zur Presse gegangen wäre und geredet hätte, dann hätte es den Skandal eben schon damals gegeben. Es ist insoweit eine Botschaft im Sinne von „Wir vertrauen euch“, die im Gegenzug Verbundenheit bewirkt. Die Kollegen haben insofern ein Geheimnis. Zumal man über die Stempel, die die Frau erhält, ja auch deutlich gemacht hat, dass die (verheirateten und vergebenen) Kollegen Sex hatten. Natürlich ist es auch eine Präsentation von Macht und Extravaganz, da eine Privatperson so etwas wohl kaum auf die Beine stellen wird. Ein „bleibt bei uns und strengt euch an, dann werdet ihr Sachen wie diese erleben“. Und, weil es über so etwas auch immer gewisse Gerüchte gibt, eine Motivation für die anderen Mitarbeiter: Ihr wollt die Erfüllung all eurer Sexträume mit wunderschönen Frauen, die alles machen, was ihr wollt? Nur ein paar Abschlüsse mehr und ihr seid auch dabei“.
Und das ist meiner Meinung nach der Punkt, an dem eine feministische Kritik berechtigt einhaken kann. Denn Frauen werden so sicherlich nicht verleitet, in den Club der besten Vertreter einzusteigen. Angesichts der Anzahl der Frauen, die das wollen und das Potential dazu haben, aber wahrscheinlich bei rein ökonomischer Betrachtung durchaus verschmerzbar (was nicht bedeutet, dass man hier alles nur streng ökonomisch sehen sollte).
Interessant finde ich : Welche andere Aussicht motiviert die Mitarbeiter entsprechend, sich anzustrengen. Welches andere außergewöhnliche Ereignis, dass auch Frauen anspricht, hat die gleiche Faszination für alle Mitarbeiter und verbindet über das verbotene Element genau so stark?
Mir fällt wenig ein. Vielleicht sollte man sich auf die Suche nach solchen Ereignissen machen, um Alternativen aufzuzeigen.

89 Gedanken zu “Sexparties bei der Hamburg-Mannheimer Versicherung

  1. *Welche andere Aussicht motiviert die Mitarbeiter entsprechend, sich anzustrengen.*

    Tja, außer Koks und Nutten gibts ja nich so viel, ne? *Ironieaus*
    Ich hab mir sagen lassen, dass Boni in Form von Geld immer ganz gut ziehen.
    Sowohl bei m als auch w. Mal ganz davon abgesehen, dass es generell ja auch im Eigeninteresse des Vertreters ist, viele Abschlüsse zu machen.
    Aber wer weiß woher sie die Prostituierten hatten, evtl war das ja die billigste Alternative.

    Die ganze Sache ist so dermaßen dekadent und entwürdigend für alle Beteiligten, da fällt einem kaum noch was zu ein.
    Ich meine, Stempeln???

    • * entwürdigend für alle Beteiligten *

      Genau das ist der Punkt: es ist entwürdigend für alle Beteiligten. Für die Männer, weil sie glauben, Rumficken wäre etwas, was irgend etwas anderes bringt als Kopfschmerzen am kommenden Tag – denn die Kopfschmerzen kriegt man auf Grund des Alkohols, den man braucht, um so einen Unsinn mitmachen zu können. Für die Frauen, weil sie rumficken und meinen, man könne dafür Geld verlangen und sich anschließend die Selbstachtung per Gesetz einklagen.

      Alle anderen Gründe dagegen sind meiner Meinung nach an den Haaren herbeigezogene Moralapostoleien, meist hervorgebracht von nörgelnd daneben Stehenden, die das nicht dürfen, was sich andere herausnehmen. Wenn ein Erwachsener meint, er dürfe sich das Hirn aus dem Kopf vögeln, dann darf er das, solange sein/e Partner damit einverstanden sind.

      Für mich ist das jedenfalls ein Grund, um die Hamburg/Mannheimer auf jeden Fall einen großen Bogen zu machen: ich geb denen doch nicht mein Geld, damit die damit ihre Vertreter zum Ficken schicken. Bin ich blöd?

      • *Für die Frauen, weil sie rumficken und meinen, man könne dafür Geld verlangen und sich anschließend die Selbstachtung per Gesetz einklagen.*

        Tun sie das? Die Schlampen! *ironieaus*
        Und offensichtlich meinen sie nicht nur das man dafür Geld verlangen könnte,es ist auch so.

        *meist hervorgebracht von nörgelnd daneben Stehenden, die das nicht dürfen, was sich andere herausnehmen.*

        Klar, sowas wie moralische Grundsätze gibbet ja nicht.

    • @Maren

      „Tja, außer Koks und Nutten gibts ja nich so viel, ne? *Ironieaus*“

      Koks und Nutten sind ja nicht umsonst beliebt.

      „Ich hab mir sagen lassen, dass Boni in Form von Geld immer ganz gut ziehen.“

      Aber was hätte man den erfolgreichsten geben müssen, damit sie den gleichen Erinnerungswert haben? Ich vermute mal die Reise hat vielleicht 4.000 € pro Person gekostet. Das als Barauszahlung, da bleibt nach Steuern auch nicht so viel übrig. Und man hat weniger worüber man reden kann und weniger Gemeinschaftserlebnis.

      „Sowohl bei m als auch w. Mal ganz davon abgesehen, dass es generell ja auch im Eigeninteresse des Vertreters ist, viele Abschlüsse zu machen.“

      Eben, da ist etwas mehr Geld auch keine so große Sache. Aber die Auszeichnung als bester auf diese Reise zu dürfen, ist da schon was anderes. Es macht es persönlicher.

      „Aber wer weiß woher sie die Prostituierten hatten, evtl war das ja die billigste Alternative.“

      Sex ist ja recht billig. Zumal in Osteuropa. Ich denke mal wenn jede von denen ca. 1.000 € bekommen hat, dann ist das umgerechnet auf die Teilnehmer auch kein so großer Betrag.

      „Ich meine, Stempeln???“

      Dass das Stempeln einen Beigeschmack hat würde ich ja durchaus auch sagen.

      • @ Christian

        Ich verstehe gar nicht, warum das Stempeln so hervorgehoben wird.

        Die ganze Sache ist derart unappetitlich, dass es auf’s Stempeln doch nun wirklich nicht mehr ankommt.

        Die Dienstleisterinnen wurden wahrscheinlich pro abgefertigtem Stück bezahlt, Leistungslohn also.

        Was liegt da näher, als auf die Haut zu stempeln?

        Karten hätte man irgendwo am Körper tragen müssen, damit sie persönlich zuordenbar bleiben im Verlauf der Orgie.

        Also mit Kettchen um den Hals, denn ich nehme an, dass die Befriedigerinnen nicht allzu vollständig bekleidet waren während ihrres Arbeitseinsatzes.

        Karte mit Kettchen um den Hals wär doch auch lästig, zumal wenn man zwischendurch mal in den Pool springt.

        Also abstempeln mit wasserfester Farbe und fertig.

        Bei Diskotheken und Rockkonzerten wird doch auch gestempelt.

        Ich glaube nicht, dass sich die da sonderlich viel gedacht haben.

        Und ja, ich denke es ging vor allem um den „Erlebnischarakter“, um Mannschaftsbindung durch gemeinsame Aktivität, so wie manche Fussballelf gemeinsam in’s Bordell geht.

        Wer sich davon ausschließt, ist raus.

        Oder die Ekelrituale bei bestimmten Elitetruppen, denen Neuankömmlinge unterworfen werden: Wer’s nicht aushält, ist „unzuverlässig“, gehört nicht dazu, ist nicht bereit, die Gemeinschaft höher zu achten als seine Selbstachtung, ist nicht bereit, das Äußerste zu geben, um dazuzugehören.

        In dieser Linie sehe ich die Pool-Orgie. Man hat voreinander die Hemmschwellen überwunden, jeder weiß vom anderen, was er getan hat, dass er dabei war, dass er mitgemacht hat.

        Das verbindet, wie ein gemeinsam begangenes Verbrechen, eine Art von Blutsbrüderschaft, nur durch den Austausch anderer Körpersäfte beglaubigt.

  2. Das mit den Stempeln scheint mir eine einfache Abrechnungsfrage zu sein. So kann man nachvollziehen, welche Dame wie viele Sexualkontakte hatte, und weiß, was man ihr zahlen muss.

    Dass die Männer ihre „Abschüsse“ als Trophäe mit ihrem persönlichen Stempel markiert haben, halte ich für eher unwahrscheinlich. In diesem Fall hätte der Sex doch auch direkt in der Mitte des Raumes stattfinden können, und nicht hinter Vorhängen. Mir scheint es eher so, dass eine gewisse Diskretion gesucht wurde. Die Stempel mehren sich, aber keiner will es gewesen sein 😉

  3. Legaler Beruf, Dienstleistung…
    Ich denke mal man sollte Prostitution schon etwas differenzierter betrachten, denn es gibt wohl keinen Beruf, der die Selbstachtung stärker beschädigt. Charmant finde ich immer wenn Feministinnen die Prostitution legitimieren wollen. Solche Reden fangen dann immer so an: Die Prostitution erfüllt eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft, bla, bla. Es läuft dann darauf hinaus, dass behauptet wird Prostituierte würden andere Frauen vor der Vergewaltigung bewahren. Und da haben wir es dann wieder: Männer sind Schweine. Oder wie einen Autorin in der Welt neulich zu Strauss-Kahn geschrieben hat: Wildschweine in Nadelstreifen.

    Wo die erfolgreichen Frauen arbeiten und wie sich ein neuer Feminismus bildet sowie eine Kritik am bestehenden habe ich hier geschrieben:
    http://apolitisch.wordpress.com/2011/05/19/mama-grizzlies-feminismus-und-deutsche-bitterfotzen/

    • „denn es gibt wohl keinen Beruf, der die Selbstachtung stärker beschädigt.“

      Gibt es dafür Belege? Ich höre das immer von Frauenorganisationen, die als „Beweise“ dafür zumeist Zwangsprostitution anführen.

      Oder in Reportagen, wo bildhübsche Frauen mit traurigen Augen in die Kamera gucken, und der Sprecher aus dem Off erzählt: „Das ist Marlene. Tagsüber studiert Sie Betriebswirtschaft. Doch was keiner ahnt: Um ihr Studium zu finnazieren, verkauft sie ihren Körper.“

      Da möchte ich immer rufen, Mensch, Marlene, sei doch froh, Männer haben auch Studienkosten und die können dieses Geld nicht so einfach verdienen.

      • @Adrian
        Nun ja, wenn man seinen Körper als Ware anbietet, sieht man ihn nach einer Weile auch (nur noch) als Ware.

        Ich denk mal, wenn du deine zynische „Was stellen die sich denn so an“ Einstellung weglässt, würdest du das auch nochvollziehen können.
        Nix für ungut.

      • @Adrian

        Gerade bei sehr schönen Frauen würde ich das auch eher skeptisch sehen. Ich denke da finanziert es weniger das Studium, dazu wäre auch ein Kellnerjob ausreichend gewesen (ich kenne mehrere Studentinnen, die so finanziert haben) und schöne Frauen haben kein Problem einen Gastronomiejob zu bekommen. Gibt dann allerdings wesentlich weniger Geld die Stunde.

  4. Die Abneigung gegen Prostitution ist für mich seit jeher unverständlich. Wir alle verkaufen uns ja eh auf dem Arbeitsmarkt.

    Was also spricht dagegen, als seinen ureigensten Besitz, den eigene Körper, gewinnbringend enzusetzen?

    Über die Gründe der Abneigung von Frauen gegenüber Prostitution: Ich könnte jetzt den bösen Spruch von Esther Vilar dazu zitieren, aber das lasse ich mal lieber 😉

    • @Adrian

      Das ist so ein billiges Argument, dass sich Frauen von Prostituierten oder generell von Frauen, die mit ihrem Körper Geld verdienen (Models, Stripperinnen etc.) bedroht fühlen.
      Ist es so unverständlich, dass eine Frau darauf Wert legen könnte, nicht nur als geiles Stück Fleisch wahrgenommen zu werden?

      Und zwischen dem Anbieten seiner Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt, unter klar ausgehandelten Bedingungen eines Vertrags, im besten Fall in einem Beruf, der einen persönlich interessiert, und Prostitution (die ihren Ursprung meist in akuter Geldnot, sofern freiwillig ausgesucht, findet) ist meiner Meinung nach doch ein Unterschied.

      • @ Maren
        „Ist es so unverständlich, dass eine Frau darauf Wert legen könnte, nicht nur als geiles Stück Fleisch wahrgenommen zu werden?“

        Nein, das nicht, aber wieso werden Frauen, die nicht als Prostituierte arbeiten, wegen Prostituierter auf ein geiles Stück Fleisch reduziert? Im Übrigen reduziere ich nicht mal Prostituierte auf ein geiles Stück Fleisch.

    • *Nein, das nicht, aber wieso werden Frauen, die nicht als Prostituierte arbeiten, wegen Prostituierter auf ein geiles Stück Fleisch reduziert?*

      Werden sie ja gar nicht. Vielleicht solltest du deinen Begriff der Abneigung genauer erklären.

      *Im Übrigen reduziere ich nicht mal Prostituierte auf ein geiles Stück Fleisch.*

      Würd mich auch sehr wundern, von wegen Sexualtrieb und so. 🙂

  5. @ Maren
    „Nun ja, wenn man seinen Körper als Ware anbietet, sieht man ihn nach einer Weile auch (nur noch) als Ware.“

    Mag sein, aber wer damit ein Problem hat, soll sich halt nicht prostituieren.

    • 1. Sind diese Auswirkungen manchen nicht klar (Prostitution ist ja in Berufsinformationscentern nicht unbedingt gut vertreten)
      2. Ist es oftmals keine Sache der Freiwilligkeit.

      • „Prostitution ist ja in Berufsinformationscentern nicht unbedingt gut vertreten“

        Da liegt vielleicht schon das Problem.

        „Ist es oftmals keine Sache der Freiwilligkeit.“

        Über Zwangsprostitution reden wir aber nicht. Wenn andere über Sex reden, komme ich auch nicht mit dem Argument Vergewaltigung.

      • @Adrian

        *Da liegt vielleicht schon das Problem*

        Ohne Scheiß, da stimme ich dir zu. Jede Altenpflegerin wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie ihren Rücken auf Dauer kaputt macht.
        Da fände ich das nach Sozialversicherungspflicht nur konsequent.

      • @ Marlen

        Glaubst Du Kanalarbeiter, Kesselreiniger, Gerüstbauer arbeiten freiwillig in diesen Berufen?

        Warum arbeiten Menschen überhaupt?

        Ansonsten stimme ich Thomas zu.

        Solche Parties sind Kennzeichen der Dekadenz des Westens, der umfassenden Entheiligung, auch der Sexualität, eine Entwürdigng von Männern und Frauen als Geschlechtswesen.

        Aber hier Feministinnen Moral predigen zu hören, für die das Recht auf unbeschränkte Abtreibung zur weiblichen Selbstverwirklichung gehört, das ist ein böser Witz.

      • *Glaubst Du Kanalarbeiter, Kesselreiniger, Gerüstbauer arbeiten freiwillig in diesen Berufen?*

        Vielleicht nicht, aber ich geh jetzt einfach mal davon aus, da es Ausbildungsberufe sind, dass da schon ne gewisse Planung hintersteht.

        Mal abgesehen von Gewerkschaften und Tarifverträgen, Arbeitsschutzgesetzen etc.

  6. „Die Frau kontrolliert ihren Sex, weil sie für Sex all das bekommt, was ihr noch wichtiger ist als Sex.“ meinen Sie diesen Vilar?
    Es ist schon eine Sache der Freiwilligkeit, jedenfalls im deutschen Wohlfahrtsstaat. Ich würde lieber den Rest meines Lebens mit Hartz4 fristen, als mich von häßlichen Männern besteigen lassen. Falls es das mit der Wohlfahrt in unserem Schuldenland noch lange gibt…

    • „‚Die Frau kontrolliert ihren Sex, weil sie für Sex all das bekommt, was ihr noch wichtiger ist als Sex.‘ meinen Sie diesen Vilar?“

      Nein, es gibt noch einen viel Bösartigeren, der sich direkt auf Prostituierte bezieht.

      • Von wegen armes Frauchen, ich weiß von einem bekannten Psychologen von einem Fall, in dem sadistisches Exfrauchen von Exmännchen verlangt hat, dass er sich gefälligst gleichgeschlechtlich zu prostituieren habe oder er sehe seine Kinder nicht mehr. Auch das gibt es! Im übrigen sind die armen Frauchen viel anpassungsfähiger, was Sadismen angeht als Männer. Der gute alte Freud sagte doch einmal, dass sich Frauchen das polymorph Perverse zu gutem Teil erhalte. Also wo soll das Problem bei konsensualer Prostitution sein?

      • Der arme Freud, wird auch nur vorgeholt, wenns grad passt…. 🙂

        Da bin ich ja mal gespannt,wie er das begründet, dass es grad bei Frauen so ist.

        Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass das neben SM auch Objektophilie, Fetische allgemein und Voyerismus sowie Exhibitionismus beinhaltet.
        Alles relativ geschlechterübergreifend und auch nicht unbedingt unbekannt oder tabuisiert.

        Es sei denn man benutzt dafür bewusst den o.g. Begriff 🙂

      • Dass Frauen, was Paraphilien betrifft, anpassungsfähiger sind als Männer – in dem Sinne, dass zumeist Männer paraphil sind und Frauen paraphile Erweiterungen der gemeinsamen Sexualität tolerieren, annehmen, obwohl die meisten Frauen im medizinischen Sinne nicht paraphil (fixiert) sind – ist nun allgemeiner Konsensus, der durch alle Denkschulen geht. Die Herleitung ist eine andere Frage. Natürlich kannst du die tiefenpsychologischen (Nachfolger-)Schulen für deren Herleitung kritisieren, an der Grundaussage ändert das nichts. Daraus lässt sich die Behauptung ableiten, dass wahrlich nicht jede Frau, bei einvernehmlichem Geld-gegen-Sex Verkehr ein Opfer ist.

        Wer sagt mir denn, dass nicht auch Nymphomaninnen, Masochistinnen unter den Sexarbeiterinnen sind? Wäre es für die dann ok und für die anderen nicht? Wie stelle ich, als Außenstehender fest, dass die eine so die andere so ist, wenn mir alle gestehen, dass sie es freiwillig machen und spaß dabei haben?

      • @terminator
        Erstmal Respekt- 4mal „Paraphilie“ in einem Satz untergebracht 😀

        Aber wie du ja schon sagst, es geht um die gemeinsame Sexualität.
        Das impliziert ja schon mal eine Beziehung, die wahrscheinlich bei Dienstleistungssex so nicht gegeben ist.

        „Wer sagt mir denn, dass nicht auch Nymphomaninnen, Masochistinnen unter den Sexarbeiterinnen sind?“

        Kann ja sein. Ich halte es aber trotzdem eher für einen feuchten Traum unter Männern.

        „Wie stelle ich, als Außenstehender fest, dass die eine so die andere so ist, wenn mir alle gestehen, dass sie es freiwillig machen und spaß dabei haben?“

        Kommt drauf an, was „Außenstehender“ meint.

      • @ Maren
        „Erstmal Respekt- 4mal „Paraphilie“ in einem Satz untergebracht :D“
        – danke, war auch schwer, bin ich 6 Stunden dran gesessen.

        „Aber wie du ja schon sagst, es geht um die gemeinsame Sexualität. Das impliziert ja schon mal eine Beziehung, die wahrscheinlich bei Dienstleistungssex so nicht gegeben ist.“

        Wie definierst du Beziehung und gemeinsam? Habe ich bei einem ONS eine Beziehung? Nicht jeder Mensch belegt Sexualität mit einer solchen Wertung, viele sehen es entspannter. Also, wo ist das Problem? Meinst du Edelcallgirls können sich ihre gehobene Clientel nicht aussuchen? Ist es dann ok, weil sie erstens selbstbestimmt sind und zweitens die Wahl haben, mit wem sie ins Bett gehen und mit wem nicht? Was ist der Unterschied, wenn ich meinem Partner einen Orgasmus vorspiele – soll ja bei über 50% der Frauen vorkommen – oder einem zahlenden Kunden?

        „Kommt drauf an, was „Außenstehender“ meint.“

        Na was wird wohl ein Außenstehender sein, in Bezug auf Prostitution. Natürlich jene Person, die nicht in „den Kreis des Vertrauens“ miteinbezogen ist. Der bezahlende Kunde usw.

    • *Wie definierst du Beziehung und gemeinsam? Habe ich bei einem ONS eine Beziehung?*

      Nun mehr als bei einer bezahlten Dienstleistung, möchte ich behaupten.
      Bei einem ONS hast du Sex, weil du Sex haben willst. Mit diesem Menschen.
      Hier hast du Sex, weil du so dein Geld verdienst.

      Du kommst grad vom hundertsten ins tausendste, worauf möchtest du eigentlich hinaus?
      Dass Prostitution generell nie schlimm für Frauen ist, weil es ein paar geben mag, die es toll finden?

  7. @ Alexander Roslin
    „Solche Parties sind Kennzeichen der Dekadenz des Westens, der umfassenden Entheiligung, auch der Sexualität, eine Entwürdigng von Männern und Frauen als Geschlechtswesen.“

    Finde es immer lustig, wenn Menschen anderen Menschen diktieren, was diese gefälligst für entwürdigend zu halten haben. Und wieso ist es überhaupt eine Entwürdigung als Geschlechtswesen, Geschlechtsverkehr zu haben?

    Übrigens: Solche Parties gibt es überall, nicht nur im Westen. Wir im Westen fangen bloß langsam an, das Ganze ein bisschen weniger scheinheilig zu betrachten. Lieber „Dekadenz“ als beständiges Moralisieren.

    • Es steht jedem frei zu moralisieren oder sich der Dekadenz hinzugeben. Trotzdem ist die zunehmende Dekadenz kritisch zu betrachten. Wenn die Brigitte schreibt die Prostitution sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen (siehe hier: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_nicht_mehr_ganz_so_neue_huren_hype/) kann ich das als Vater nicht gutheißen. Ich möchte nicht, dass meine Tochter (die übrigens tatsächlich Marlene heißt 🙂 es einmal als natürliche Option betrachtet ihr Studium mit Prostitution zu finanzieren.

    • @ Adrian

      Ich missioniere nicht, Adrian.

      Wer’s fassen kann, der fasse es.

      Ich begründe nur, warum meine Urteile/Werturteile so ausfallen, wie sie ausfallen.

      Für mich ist der Sexus ein Mittel, die Ich-Verfallenheit des Menschen auf ein Du hin aufzubrechen.

      Prostitution biegt ihre „Öffnungsmacht“ auf das Ich hin zurück, sei es durch ihre Ausbeutung zum Verdienst – Prostituierte beuten die Sexualität ihrer Kunden aus, um sich zu bereichern), Kunden beuten Prostituierte aus, weil sie zur schnellen Selbstbefriedigung kaufen, was ERWORBEN werden sollte, indem man sich um den Menschen bemüht, mit dem man Sex haben will, mit dem man sich vereinigen will, in dem man bis zu einem gewissen Grade aufgehen will, befreit von der Ich-Verfallenheit in einem geliebten Du.

      Das ist in meinen Augen der Zweck von Sex in einer Schöpfungsordnung, die für Dich nicht besteht, weil Du nicht an sie glaubst.

      Das ist Deine Entscheidung.

      Meine ist eine andere.

      • @ Alexander
        Es ist doch lächerlich. Heute oder morgen kommt eine schöne Schnulze im ORF, in welcher die Männer Gift- oder Sondermüll gegen Cash ablagern lassen, und die Frauen sich mit Sexverbot dagegen wehren. Nach dem Motto: Böse Männer, alles notgeile Kapitalistenschweine, Frauchen schaut auf Kinder und Natur. Das heißt, als Waffe einsetzen ist OK, konsensual, gegen Geld nicht 😉

      • @ Termianator

        Dass Frauen Sexualität als Machtmittel nutzen, als Mittel, ihre Interessen durchzusetzen, als Steuerungs-/Disziplinierungsmittel für Männer einsetzen, als Handelsgut in vielen Zusammenhängen eintauschen, macht die Sache ja nicht besser.

        Der Mensch ist eben selten edel, hilfreich und gut.

        Sondern ein erlosungsbedürftiger Sünder.

        Ich habe ja auch den Verdacht, dass ein wesentlicher Teil der feministischen Wut, mit der gegen Porno und Prostitution angegangen wird, weniger der Besorgnis um Menschenwürde geschuldet ist als dem Wunsch, Billiganbieter eines weiblichen Machtmittels zu verdrängen, die die Preise verderben für die „honorigen“ Anbieter der Dienstleistung.

        Platt gesagt: Wenn Männer sich vermehrt Wixvorlagan bedienen können oder zu Nutten gehen, schränkt das die Macht „normaler“ Frauen über IHRE Männer ein, die sie als Monopolanbieterinnen von Sex hätten.

      • „Platt gesagt: Wenn Männer sich vermehrt Wixvorlagan bedienen können oder zu Nutten gehen, schränkt das die Macht „normaler“ Frauen über IHRE Männer ein, die sie als Monopolanbieterinnen von Sex hätten.“

        OK, das mag vielleicht für Frauen gelten, die sich über nichts anderes zu definieren gelernt haben.
        Und evtl für Frauen, die finanziell abhängig von ihren Männern sind.
        Ansonsten gibts ja noch andere Sachen, die eine Ehe/Beziehung ausmachen.

  8. „Solche Parties sind Kennzeichen der Dekadenz des Westens, der umfassenden Entheiligung, auch der Sexualität, eine Entwürdigng von Männern und Frauen als Geschlechtswesen.“

    Entheiligung der Sexualität?

    Die christliche Moralauffassung verlangt Mässigung, insbesondere auch im Bereich der Sexualität. Grundsätzlicher wäre doch die Frage, ob Mässigung im sexuellen Bereich eine Notwendigkeit ist, um Gesellschaften zu stabilisieren. Nicht alles ist Evolution, der Sexualtrieb aber ist bestimmt durch evolutionäre Prozesse erklärbar. Wie Sexualität ausgelebt wird, was gesellschaftlich akzeptiert gilt und was nicht, das allerdings lässt sich nicht so ohne weiteres aus evolutionären Prozessen ableiten.

    Eine weitverbreitete feministische Deutung der Heteronormativität lautet bekanntlich, dass sich der Mann in seiner Idealvorstellung „Männlichkeit“ durch die männliche Homosexualität bedroht fühlt und deswegen die Heterosexualität als Norm erzwingt. Ebenso plausibel aber ist, dass der heteronormative Impuls vorwiegend von (heterosexuellen) Frauen ausgeht, da sie ihr sexuelles Angebot bei weitverbreiteter männlicher Homosexualität an Marktwert verlieren würde. Wir werden allerdings bis zum Sankt Nimmerleinstag warten müssen, bis diese Fragestellung in den Gender Studies aufgegriffen wird. Die feministische moralische Empörung hat „immer so ein Gschmäckle“.

    • @ Peter Bosshard

      Ja, Entheiligung der Sexualität.

      Sie ist billig geworden, entwürdigt, zum Konsumartikel verkommen, dient nicht mehr einer personalen Liebe, die über das Ego hinausweist, sondern wird zum Ich hin zurückgebogen, dient der Selbstliebe, ist eigentlich nur noch der Selbstbefriedigung.

      Aber das ist Theologie, Liebesmystik, gehört nicht hierher, nur dem zugänglich, der einen Zugang sucht, ist nicht wissenschaftlich.

    • @ P. Bosshard

      *Wir werden allerdings bis zum Sankt Nimmerleinstag warten müssen, bis diese Fragestellung in den Gender Studies aufgegriffen wird. Die feministische moralische Empörung hat „immer so ein Gschmäckle“.*

      Der „Zwang“ zur Heterosexualität ist bei den meisten Männern und Frauen von Natur aus voreingestellt.

      Er begründet sich durch die Notwendigkeit der Vereinigung von Angehörigen zweier verschiedener Geschlechter, wenn Fortpflanzung stattfinden soll.

      Das ist evolutionär kein Problem.

      Evolutionär problematisch ist die Erklärung des Vorhandenseins, des natürlichen Vorhandenseins homosexuell veranlagter Menschen oder von Menschen, bei denen tief empfundes Fühlen und Phänotyp nicht übereinstimmen.

      Wie die Sexualität nun ausgelebt wird, das ist in der Tat sehr viel kulturbestimmter als die grundsätzliche sexuelle Orientierung eines Menschen.

      Aber auch sie folgt nicht willkürlich einfach irgendwelchen Regeln, die beliebig geändert werden könnten.

      Änderungen sind nur in gewissen Grenzen möglich, weil sonst Gesellschaften entstehen, die unser instinktives Verhaltensrepertoire überfordern.

      Hemmungsloses Ausleben der Sexualität führt zu Gesellschaften, die langfristig dysfunktional sind, die zugrundegehen in altrömischer Dekadenz.

      Zu viele instabile Partnerschaften führen zu zu wenig Nachwuchs.

      Zu viele Alleinerziehende führen zu zu vielen dysfunktionalen Kindern, aus denen dysfunktionale Erwachsene werden.

      Das meine ich mit Dekadenz.

      Der Westen ist dekadent.

      Er geht nieder, am sichtbarsten wird das in seiner demographischen Entwicklung.

      Der westliche, europäische Mensch stellte um 1900 25% der Menschheit, heute noch 10%, in wenigen Jahrzehnten noch 5 %.

      Im gleichen Ausmaß, wenn nicht gar überproportional, wird der Einfluss westlicher Vorstellungen auf die Weltkultur schwinden, wenn immer weniger Menschen innerhalb einer westlichen Kultur aufwachsen, von dieser geprägt werden.

      Wir sind daran gewohnt, dass unsere Kultur die Weltkultur prägt.
      Das ist für uns selbstverständlich.

      Das tat sie aber nur, weil europäische Kultur über 300 Jahre hinweg die ökonomisch erfolgreichste, die mächtigste war.

      Das ändert sich gerade.

      Mal sehen, wie weit China tatsächlich verwestlicht.

      Inwieweit China seinerseits den Westen sinisiert als neue wirtschaftliche, militärische und das heißt immer auch kulturelle Führungsmacht des 21. Jhdts.

      • @ P. Bosshard

        *Wir werden allerdings bis zum Sankt Nimmerleinstag warten müssen, bis diese Fragestellung in den Gender Studies aufgegriffen wird. Die feministische moralische Empörung hat „immer so ein Gschmäckle“.*

        Manchmal mäandere ich zu sehr und vergesse mein eigentliches Ziel.

        Was ich eigentlich dazu schreiben wollte :):

        Natürlich dient die Zwangsheteronormativität, die Unduldsamkeit gegenüber Homosexuellen genauso den Interessen heterosexueller Frauen wie heterosexueller Männer.

        Frauen sind ja nicht weniger homophob als Männer.

        Sie agieren nur hintergründiger, indirekter, „feiger“, verstohlener, eher über Männer als persönlich einstehend, wie in so Vielem.

        Das Patriarchat ist eine männlich/weibliche Koproduktion, die Männer wie Frauen in den Schwerpunkten des Interesses des jeweiligen Geschlechtes privilegierte und im anderen Feld diskriminierte, wenn auch nicht völlig gerecht, ausgewogen.

        Das Patriarchat ist jedoch bei weitem nicht die Frauen versklavende Unrechtsordnung gewesen, als die es feministische Propaganda hinstellt, hinstellen muss, denn dem Feminismus geht es weniger um Gerechtigkeit als um die erfolgreiche Bewältigung des weiblichen, besonder feministischen Minderwertigkeitskomplexes angesichts des geringeren OFFENSICHTLICHEN Anteiles der Frauen an der Prägung von Kultur, an kulturellen Höchstleistungen.

        Feministinnen können andererseits aus der nur Frauen eignenden, typisch weiblichen Fähigkeit, Leben zu gebären, kein Selbstbewusstsein generieren, empfinden sogar das noch eher als Demütigung/Einschränkung, die sie daran hindert, so wie Männer zu sein, die sie einschränkt.

        Feministinnen sind oft wahrhaft unglückliche Frauen, unglücklich mit ihrem Frausein, den Männern in bewundernder Verachtung, in Hassliebe verbunden.

        Die Conditio humana in weiblicher Form MUSS mit Unterdrückung erklärt werden, denn sonst wäre das ja nicht veränderbar.

        Dass sie sich in der Tat nicht ändert, wird dann zum Indiz für das Weiterbestehen der Unterdrückung und generiert immer hektischere Anderungsforderungen.

        “ ICH BIN EMANZIPIERT. HELFT MIR ALSO!!“

        Deshalb wird die von Dir aufgeworfene Frage in Gender Studies nie gestellt werden.

        Frauen MÜSSEN Opfer sein.

        Denn sonst wären sie ja schon immer mitverantwortlich.

        Das Unterdrückungsmantra wäre hinfällig, die Erlösungshoffnung durch Frauenermächtigung und Männerentmächtigung fiele in sich zusammen, die Herrschaftsübernahme durch das weibliche „Geschlechterproletariat“ und die Enteignung der männlichen „Geschlechterbourgeoisie“ wäre nicht aufrechtzuerhalten.

        Die innere Psychodynamik der IdeologInnen wird sie davor schützen, eine Antwort auf Fragen zu suchen, die ihre Axiome infragestellen, die weh tun, die unangehm sind.

        „Die (heterosexuellen, weißen) Männer sind schuld“, das ist so viel angenehmer, so viel einfacher, so viel förderlicher für’s prekäre weibliche Selbstbewusstsein.

  9. Christian, du fragst, welche Belohnungen man anbieten könnte, um auch Frauen zu locken/zu motivieren. Da fallen mir zuerst gesponserter Urlaub, schickes Firmenauto, Vergünstigungen in diversen Restaurants/Locations ein. Wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt, fallen einem sicherlich noch mehr Dinge ein, die völlig geschlechtsneutral zu besseren Abschlüssen anregen und motivieren. Und hätte das die Ergo gemacht, wäre ihnen der ganze Ärger einfach erspart geblieben (um es mal nüchtern zu sagen).

    Zum Versicherungsgeschäft und den Frauen: Es gibt weitere Gründe, warum Frauen nicht gerne als Handelsvertreter arbeiten. Zum einen kann man hier ganz schlecht halbtags arbeiten (bei Kindern durchaus sinnvoll) und zum anderen herrscht bei manchen Vorgesetzten die Angst, dass Frauen schwanger werden und jemand deren Kunden übernehmen muss. (Das habe ich nicht erfunden. Mein Vater arbeitete selbst bei einer großen Versicherung und konnte das durchaus bestätigen. Ich möchte das jedoch nicht verallgemeinern, sondern nur als Denkanstoß und nicht als alleinigen Grund hinzufügen.)

    Tja und die Prostituierten. Vielleicht sollte man sich öfter mal fragen: Wie würde ich es finden, wenn meine Tochter auf dieser Party als Prostituierte gearbeitet hätte? Wenn sie beim wochenendlichen Besuch von den sexuellen Erlebnissen (anal, oral, vaginal, Dreier) mit den Vertretern erzählt hätte? Diese Fragen polarisieren zurecht. Nur wenige werden jetzt noch sagen können: „Ja, Prostitution ist schließlich ein Beruf wie jeder andere und völlig legal. Cool, dass meine Tochter davon erzählt, sie hat schließlich selbstbestimmt gehandelt und mit den Männern bestimmt Spaß gehabt.“

    • Prostitution ist sicherlich ein spezieller Beruf. Ich jedenfalls kann daran aber nichts unmoralisches erkennen. Ob man sich das für seine Tochter wünscht – sicher nicht.

      Abgesehen davon, erzählen Töchter ihren Eltern auch sonst selten von ihren sexuellen Intimitäten.

      • Wenn es nicht unmoralisch ist, warum wünscht du es dann deiner Tochter nicht? Der Beruf ist legal, sauber, unmoralisch, unglaublich gut bezahlt, Frauen dürfen selbstbestimmt arbeiten und sich ihre Zeit frei einteilen.
        Und die Tochter wird doch wohl von ihren beruflichen Erfahrungen berichten dürfen … der Sohn erzählt von seinen beruflichen Erfahrungen auf Vorstands-Sex-Parties und die Tochter, wie viele Vorstände an sie ran durften.

      • @Julia: Vermutlich wünscht man sich seiner Tochter so etwas nicht aufgrund der gesellschaftlichen Ächtung dieser Arbeit. Unter anderem vorangetrieben durch Poster wie dich 😉

      • @Galloway: Schön auf den Punkt gebracht.

        Auf solcherart „Empathie“ könnte ich sehr gut verzichten, wäre meine Tochter Sexarbeiterin.

      • @Galloway: Ich ächte diesen Beruf nicht, im Gegenteil. Ich ächte die Tatsache, dass es Menschen gibt, die diese Dientsleistung in Anspruch nehmen und dadurch das Berufsbild „Prostituierte“ erst möglich machen. Ich ächte keine Frau für diese Tätigkeit. Aber ich würde mir für diese Mädels einen anderen Beruf wünschen. Und deshalb warf ich auch die Frage in den Raum: Würdet ihr das euren Töchtern wünschen? Um einen Perspektivwechsel zu ermöglichen.

      • @Galloway

        *Vermutlich wünscht man sich seiner Tochter so etwas nicht aufgrund der gesellschaftlichen Ächtung dieser Arbeit. Unter anderem vorangetrieben durch Poster wie dich *

        Nun, das ist ja nu kein Beruf in dem man bis 69 arbeiten kann.
        Würdest du eine Frau einstellen, die (ganz offen) im Vorberuf Prostituierte war? Oder eine solche Frau heiraten und mit ihr eine Familie gründen?

      • @Julia:

        Kann schon sein das deine persönliche Einstellung eine andere ist aber dein Schreiben hier ist einer positiven Betrachtung dieses Berufszweigs eher hinderlich.

        @ Maren:

        Heiraten und Familie gründen sind für mich momentan keine Priorität. Dafür genieß ich mein Leben momentan zu sehr 😀 Obs ne Prostituierte wär hmmm… schwer zu sagen. Eher nicht… mein Ideal ist die ältere Top-Managerin die mir meine Eskapaden finanziert XD Tja Golddigger ftw ^^

      • @ Galloway
        „aber dein Schreiben hier ist einer positiven Betrachtung dieses Berufszweigs eher hinderlich.“

        Deins auch, wenn du Heirat und Familie mit einer solchen Dame von vornherein ausschließt.

      • „Würdest du eine Frau einstellen, die (ganz offen) im Vorberuf Prostituierte war?“

        Ich wüßte nicht, was dagegen spräche, im Gegenteil. Sie wird wahrscheinlich sehr gut mit Menschen umgehen können.

        „Oder eine solche Frau heiraten und mit ihr eine Familie gründen?“

        Wenn ich sie liebe und ihr vertraue, warum nicht? Die Zeiten wo man Jungfrauen heiratet sind vorbei, habe ich irgendwie so gehört.

        Die Fragen finde ich eine reichlich merkwürdige Art, seine Moralvorstellungen zu begründen.

        Nochmal: Mit den gleichen Fragen kann man ebensogut Homophobie „moralisch Begründen“. Das ist kein Argument.

      • *Die Fragen finde ich eine reichlich merkwürdige Art, seine Moralvorstellungen zu begründen.*

        Glaub es oder nicht, aber es gibt tatsächlich Männer, die sich von Frauen, die mehrere Sexualpartner hatten, abgestoßen fühlen. (Hat Christian bestimmt auch schomma evolutionshistorisch und -biologisch „belegt“)
        Warum sollte es einen Unterschied machen, ob sie dafür Geld verlangt hat oder nicht?

        Und der These der „Happy Hooker“ folgend, der Frau die darin ihre berufliche, weil stimulierende Erfüllung findet, macht es GAR keinen Unterschied.

      • @Onyx:

        Hab ich ja nicht und heiraten will ich generell nicht ^^ Der Rest ist scherzhaft gemeint. Darum die vielen smileys 😉

      • @ Maren

        *„Würdest du eine Frau einstellen, die (ganz offen) im Vorberuf Prostituierte war?“*

        Ohne Bedenken, vorausgesetzt, sie verspräche mir, dass sie den Beruf nicht mehr ausübt.

        *„Oder eine solche Frau heiraten und mit ihr eine Familie gründen?“*

        Auch hier ja, wenn das Teil der VERGANGENHEIT einer Frau wäre, die ich liebe.

        Wäre es Teil ihrer Gegenwart, ich ertrüge es nicht und das Verhältnis wäre ohne weitere Diskussion beendet.

        Ich weiß übrigens, dass es sehr liebenswerte Prostituerte gibt, war in eine Kommilitonin verliebt, die allein in einer 160 m²-Eigentumswohnung in einem Heidelberger Vorort lebte, einen roten Fiat Barchetta fuhr und behauptete, die Wohnung sei von ihrem Vater gekauft worden als Altersruhesitz für ihn und ihre Mutter.
        Der Wagen sei ein Geschenk zu ihrem Geburtstag usw.

        Allein die Küche muss mehr gekostet haben als ich in 2 Jahren als Student verbrauchte.

        Ich glaubte ihr, aber es dauerte nur einige Wochen, bis ich erfuhr, dass alles selbst erarbeitet war.

        Sie arbeitete für einen Frankfurter Escortservice, Wollte darauf nicht verzichten, nicht auf den Luxus, den ihr das garantierte.

        Ich ertrug das nicht, machte Schluss.

        Daran, wie weh das tat, merkte ich, wie sehr man Prostituierte lieben kann.

        Ich hatte ihr nicht das Geringste angemerkt.

        Sie trank etwas zuviel für meinen Geschmack, das war alles, was ich ihr hätte vorhalten können.

        Erst als ich sie vor einem Heidelberg Luxushotel sah, wo sie einen Mann aussteigen ließ und mit Kuss verabschiedete, stellte ich sie zur Rede, zunächst denkend, ich sei wohl nur ihr Pausenclown, die Zweitaffäre.

        Sie war anständig genug, mir die Wahrheit zu sagen, mich nicht weiter zu belügen.

        Wäre sie bereit gewesen, ihren „Nebenjob“ aufzugeben, es hätte mich glücklich gemacht, hätte ihr nichts nachgetragen, habe sogar gehofft, sie könne sich dazu entschließen.

        Vielleicht wäre ich misstrauischer, eifersüchtiger gewesen, aber nicht weniger verliebt.

      • @Maren:
        Glaub es oder nicht, aber es gibt tatsächlich Männer, die sich von Frauen, die mehrere Sexualpartner hatten, abgestoßen fühlen. (Hat Christian bestimmt auch schomma evolutionshistorisch und -biologisch „belegt“)

        Den Impuls gibt es zweifelsohne. Wenn Sex fast zwangsläufig mit Nachwuchs verbunden ist, und Nachwuchs schwere Verpflichtungen mit sich bringt, dann ist er ja auch verständlich. Da muss ich gar nicht mal die Evolution bemühen.

        Man vergisst bei dieser „Männerkritik“ immer, dass zig Generationen sich buchstäblich zutode schuften mussten um ihren Nachwuchs durchzubringen. (Ich behaupte damit nicht, dass das Frauenlos ein leichteres war)

        Aber wir Menschen sind Instinktarme Wesen, solche Impulse kann man auch überwinden in einer Welt, in der sie nicht mehr so bedeutsam sind. Vor dem „Zahlvaterschicksal“ schützt der Impuls ja auch nicht.

        Es bringt keinen Vorteil, wenn man attraktive und weltoffene Frauen von der Bettkante schubst und sich stattdessen auf Jungfrauen beschränkt, die evtl. verbohrte Zicken sind.

        Auch da ließe sich diese Art moralinsaurer Fragen trefflich stellen: „Willst Du etwa, dass dein Sohn eine Frau heiratet, die schon mit der halben Stadt im Bett war?“

        Warum sollte es einen Unterschied machen, ob sie dafür Geld verlangt hat oder nicht?

        Eben. Da sieht man ja genau, was eigentlich dahintersteckt: Slut bashing im lila Gewand, getarnt als „Empathie“.

      • Und der These der „Happy Hooker“ folgend, der Frau die darin ihre berufliche, weil stimulierende Erfüllung findet, macht es GAR keinen Unterschied.

        Ich glaube, du verdrehst da etwas. Strohmann?

        Die Frauen, die sagen der Beruf mache ihr spaß, behaupten wohl eher nicht dass sie darin sexuelle Erfüllung finden.

      • *Die Frauen, die sagen der Beruf mache ihr spaß, behaupten wohl eher nicht dass sie darin sexuelle Erfüllung finden.*

        Das bezog sich auf die Diskussion mit Terminator weiter oben, der auf potentielle Nymphomaninnen und Masochistinnen im Gewerbe aufmerksam gemacht hat. Und die Anpassungsfähigkeit von Frauen an Paraphilien jeglicher Art im allgemeinen. Also ja, Strohmann 🙂

        *Aber wir Menschen sind Instinktarme Wesen, solche Impulse kann man auch überwinden in einer Welt, in der sie nicht mehr so bedeutsam sind.*

        Now we´re talking. Nichts anderes behaupte ich.

        *Slut bashing im lila Gewand*

        Och, ist öfter pink. Oder königsblau.

      • @Roslin

        Das ehrt Sie natürlich. Aber viele sind halt nicht so tolerant, das ist einfach so. Sei es Arbeitsplatz oder Beziehung. Man denke nur an Linda Lovelace, die in ihren 50ern wieder ins Business musste, nachdem sie aus jedem Job geflogen ist, wenn rauskam wer sie mal war.
        Auch wenn ich gute Männer kenne, die auch so ticken, viele tun es nicht.

    • „Vielleicht sollte man sich öfter mal fragen: Wie würde ich es finden, wenn meine Tochter auf dieser Party als Prostituierte gearbeitet hätte? “

      Wer wünscht sich schon für seine Kinder, dass sie stigmatisiert werden?

      „Wie würdest du es denn finden, wenn dein Sohn dir offenbart, dass er schwul ist?“

      ..würdest du vermutlich auch nicht als Argument gelten lassen.

      • „Wie würdest du es denn finden, wenn dein Sohn dir offenbart, dass er schwul ist?“

        ..würdest du vermutlich auch nicht als Argument gelten lassen.“

        Thanks a lot, you made my day!

      • Naja, wenn mein Sohn/meine Tochter mir offenbaren würde, dass er/sie homo-/transsexuell ist … Oooooh Goooott! Keine Ahnung, was ich machen würde. Wahrscheinlich würde ich einfach fragen: „Alles klar, Liebes, magst noch nen Dessert?“ Ergo: Ob er/sie hetero-/homo-/transsexuell ist, würde mich sowas von gar nicht jucken. Mir liegt das Glück meiner Kinder am Herzen. Und ob er/sie mit einem Mann oder einer Frau glücklich ist … was soll’s?!

      • ..ja. Und die Tatsache, dass nicht jeder diese Frage so leichtfüßig beantworten würde wie du würdest du auch nicht als Argument für Homophobie gelten lassen.

        Das ist kein Argument, weil die Frage „Was würdest du sagen, wenn DEIN Kind..“ eben Moralvorstellungen wiederspiegelt, also eine bestimmte Moralvorstellung nur damit begründet dass es eben diese Moralvorstellung gibt.

    • Jup, also falls deine Tochter (vorausgesetzt du hast eine) auf Arbeitssuche ist, ab geht’s auf den Straßenstrich. Und das Beste: Man braucht nicht einmal eine Ausbildung.

      • Na ja, wenn sie das will. Ist schließlich ihr Leben. Ich würde ihr in diesem Fall aber eher ein etwas luxuriöseres Umfeld empfehlen. Kurtisane statt Straßenstrich.

    • Ich würde meinem Kind keinen Job als Reinigungskraft „wünschen“. In der Tat. Das hat einen einfachen Grund: Ich hätte Angst, dass sie mit diesem Job nicht ausreichend verdient und sich ihre nicht Träume erfüllen kann.

  10. Interessant wozu die Versicherungsbeiträge verwendet werden. Zum Glück habe ich keine Verträge dort.

    Naja nix aussergewöhnliches, man denke an VW. Da gings an die Copa Cabana 😉

    Zuckerhut voll Koks und so 😉

  11. Haha Also ich finds eher zum Lachen. Erinnert ein bisschen an das alte Rom. Ist der eigentliche Punkt, der hier so viele stört, das es Prostituierte waren? Oder das es Leute die sich kennen voreinender treiben? Ist das das Schlimme? Koks so schlimm?
    Die Dekandenz?

    • Gar nix ist schlimm ausser für ein paar Femanzen 😉 solange alle freiwillig mitgemacht haben. Wäre ich bei der Versicherung und müsste Beiträge zahlen wäre es vielleicht was anderes aber so schau ich mir das Gekaife von den Femanzen an was lustig genug ist.

    • @Galloway

      1. die Armbändchen und die Stempel. Ganz fies. Auch Nutten haben ein Mindestmaß an Respekt verdient.
      2. Es wird von den Beiträgen der Versicherten bezahlt (wahrscheinlich noch als Spesen abgerechnet). Die wissen davon wahrscheinlich nix.
      3. dass damit nur die männlichen Vertreter angesprochen sind. (btw, genau DAS wird im allgemeinen gemeint, wenn von Old-Boys-Club die Rede ist.)
      Wie werden denn wohl die weiblichen MA motiviert?

    • @ Galloway

      Die Dekadenz ist schlimm.

      Ich nehme an, dass etliche der spitzen Vertreter fest lliert/verheiratet waren.

      Sie haben wahrscheinlich also formell oder informell Treue gelobt.

      Sie pfiffen um eins kurzfristigen Vorteiles willen darauf.

      Der Vorfall ist angesichts all der anderen Dekadenzsymptome in westlichen Gesellschaften in der Tat an sich nicht sonderlich schlimm.

      Nur ein weiterer Schimmelfleck an der Wand, der anzeigt, wie brüchig die Bude ist, in der wir hausen, wie korrupt die Eliten, in diesem Falle die einer Versicherungsgesellschaft.

      Ästhetisch gesehen finde ich dekadente Epochen, wie main Avatar anzeigt, hochinteressant.

      Aber selbst da versagt die unsrige.

      Mein Avatar repräsentiert eine Epoche aristokratischer Dekadenz, voller Pracht, Glanz, Sinnlichkeit, Raffinement.

      Unsere Epoche wird von theoretischen Egalitaristen beherrscht, Heuchler in doppeltem Sinne, nicht nur nach außen, sondern auch nach innen.

      Demzufolge ist diese Dekadenz schäbig, vulgär, ohne Pracht, Tünnef ohne Geist und Raffinement.

      Mein Gott, eine Riesenpoolparty mit 100 Nutten, der Traum eines Ausschnittes unserer Elite, ich geh‘ jetzt weinen und Tippse wiegen.

    • @ Maren:

      1. Also ich war Student und dabei nur ne (Matrikel-) Nummer. Ich hab im Verkauf gearbeitet und mich emotional prositutiert. Bei jedem Studentenfestl gibts Armbänder und Stempel. So etwas fällt einem nur dann negativ auf wenn man entsprechend sensibilisiert ist. Eine Nummer sind wir alle.

      Ich könnte auch nie ein Callboy sein. Dafür fehlt mir einfach die entsprechende Libido. Dank Urologe weiß ich auch wie es ist etwas im A**** zu haben. Gefällt mir eher nicht so, d.h. schwul sein wirds mal nicht. Im Allgemeinen hast schon recht. Prostituierte genießen eher einen schlechten Ruf. Das haben sie meiner Meinung nach einen bestimmten Anteil der Männer (Elite-, Alpha-, Macho- Was auch immer) zu verdanken und zu einen grooooßen Anteil der bürgerlich eingestellten Damenschaft.

      Respekt für den Berufszweig der Prostitution habe ich persönlich schon. Genauso wie ich Respekt für Bauarbeitern und Kanalreinigern habe. Es ist kein Statusjob und der Respekt erwächst der Schwierigkeit des Berufs. Davon ist der Respekt für die entsprechenden Personen, die den jeweiligen Beruf ausüben, zu trennen.

      2. Genauso wie das Gehalt der Vertreter. Also an und für sich ists mir wurscht was die treiben. Jedoch wird der gesellschaftliche Druck sich wohl negativ auf das Unternehmen auswirken und darum würd ich wohl keine Versicherungen dort abschließen. Solange die Prosituierten nicht gezwungen oder genötigt wurden ist mir das herzlich egal.

      3. Also würdest es akzeptabler finden wenn die weiblichen Angestellten auch eingeladen und mit sexy Call-Boys versorgt würden?

      @Roslin:

      Nach einem Praktikum in der Psychiatrie und meiner Einstellung die rosarote Brille möglichst weit wegzuwerfen schreckt mich nur sehr wenig. Ich habe eine Zeit im Ausland studiert und mich generell den verschieden Bevölkerungsgruppen geöffnet. Das bedingt auch zum Teil mein Forschungsgegenstand. Ein wenig nachforschen im lieben Internet bringt schon gar erschreckendes zu Tage. Ich frage mich dann oft wie man bei solchen „Lappalien“ wie oben dann überhaupt noch betroffen sein kann aber wahrscheinlich bin ich schon zu sehr abgestumpft. Ein nötiger Selbstschutz in Anbetracht meiner Lebenserfahrung und beruflichen Ausrichtung. Aber unter uns: Vulgär mag ich auch nicht so 😉

      • @Galloway
        *Bei jedem Studentenfestl gibts Armbänder und Stempel.*

        1)Ist schon was anderes. Die Armbänder waren ja dazu da, zu signalisieren, wer an die Frauen randurfte (z.B. rot=nur Vorstand). Und öffentliches gestempeltwerden nach jedem Fick, hm, find ich persönlich getz schon sehr entwürdigend. Hätt man auch anders machen können.

        2)Ja, aber die tun dafür auch was. Ich lehn mich getz auch mal ganz weit aus dem Fenster, und sage dass die Veranstaltung in erster Linie stattgefunden hat, weil die Führungskräfte Bock auf Budapester Nutten hatten. HMI ist ja nicht gerade dafür bekannt, sich um das Wohl ihrer Makler zu sorgen.

        3) Nö. Ich denke aber dass die Mitarbeiter auch mit nem anderem Event glücklich geworden wären. Jacht & anständiger Liveact. Oder gesponsorter Urlaub. Oder nem Geldbonus. Oder irgendwas.
        Aber das wäre ja keine Zelebrierung der männlichen Säfte. 😉
        Ich glaube Roslin war mit seinem Blutsbrüderschaftsvergleich schon recht nah dran.

      • @ Maren:

        1. Das passiert inoffiziell auch in unserer normalen Gesellschaft. In einem jeden Heim, Dorf, überschaubarem sozialem Umkreis. Die Sachen die ich da weiß von manchen Leuten. Da brauchts keine Stempel mehr. 🙂 Allen voran Facebook haha Die Frage die ich mir jetzt stelle ist:

        Warum ist es (nur) für Frauen herabwürdigen?

        a.) Weil das deine Meinung ist, d.h. Frauen mit viel Sex = weniger wert.

        b.) Weil du es so beobachtest und feststellst das andere Leute, Frauen weniger wertvoll erachten wenn diese viel Sex haben.

        c.) Die Prostitution selber das Problem ist, d.h. Geld mit sex verdienen schlecht ist.

        d.) anderer Grund…

        2. Hatten sie womöglich auch. 🙂 (siehe Occam’s Razor)

        3.) Keine Ahnung womit diese Mitarbeiter glücklich gemacht würden. Ich würds in meiner Firma vermutlich nicht so machen habe aber auch kein moralisches Problem damit. 🙂

        Erinnert mich etwas an die Veganer/Vegetarier-Debatte. Ja kann man denn nicht auch ohne Fleisch/Alkohol etc. (beliebiges Laster einfügen) glücklich sein bzw. motivieren? Ja sicher kann man…

      • @Galloway

        Ok, offensichtlich verstehst du´s nicht. Es geht nicht darum, ob die Frauen viel Sex haben, oder mit wem.
        Ich bin die Letzte, die Frauen daraus nen Strick drehen würde.

        Es geht darum, dass die Frauen gekauft werden, und dann mit Bändern versehen werden ala „Eigentum des Vorstands“ und dann noch abgestempelt werden, aha da waren 5 drauf, da nur 4. Sie bekommen nicht das mindeste bisschen Respekt entgegengebracht, es wird mit ihnen umgegangen wie mit Gegenständen. Es hat auch was von Sklavenmarkt. Die wurden ja auch gebrandmarkt. Und diese Details sind es, die allen mit denen ich bisher darüber gesprochen hab, den Magen umgedreht haben.
        Nicht die Prostitution, sondern der menschenverachtende Umgang mit den Mädels. Hätt ich bei Männern übrigens genauso empfunden.

      • @ Maren:

        Ja aber es sind ja keine Sklaven. Wenn sie gezwungen oder genötigt wurden dann wäre es wie du sagst. Wenn sie es freiwillig tun, darf man dann Eingreifen und sagen du darfst das nicht? Es ist ein ähnliches Problem wie beim Selbstmord. Darf der Mensch sich selber das Leben nehmen oder darf einer Person diese Entscheidung vorenthalten werden?

        Das stellt sich dann natürlich die Frage ob diese Person manipuliert wurde oder überhaupt geistig fähig ist das zu entscheiden? Wie ist das dann beispielsweise bei SM-Spielen wo es um Dominanz/Unterwerfung geht. Ist das bei mündigen Erwachsenen zu verurteilen? Ist es bei der Prostitution anders?

      • @Galloway
        Man kann aber auch nicht so argumentieren, als wären nur die Mädels dafür verantwortlich, weil sie hätten ja nein sagen können (und dann evtl. die Miete nicht zahlen können oder so, aber das nur nebenbei).

        Auch die Käufer (also HMI, nicht unbedingt die Vertreter) sind mündige Menschen, denen man wahrscheinlich gewisse soziale Kompetenzen nicht absprechen kann. Ihnen sollte klar sein, dass es eben keine Gegenstände sind, oder Vieh das man brandmarken kann.
        Was da abgezogen wurde ist als nur bloßer gekaufter Sex. Das ist eine billige Zurschaustellung von Macht auf Kosten der Würde der Frauen, die ihnen aufgrund ihrer Stellung unterlegen sind. Und die Geisteshaltung die dahinter steht kotzt mich an. Sind ja bloß ungarische Nutten, also was solls. Machen wirs doch noch einen Tacken geschmackloser.

      • @ Maren:

        Also die Jobs die man auch mit geringer Ausbildung machen kann sind ja nicht nur auf Prostitution beschränkt. Meist verdient man dabei jedoch besser und die Mädels nehmen das bewusst in Kauf anstatt sich mit weniger zufrieden zu geben. Haben die Mädels tatsächlich keinen anderen Ausweg als die Prostitution um ihr Überleben und angemessene kulturelle Teilhabe zu sichern dann ist das allerdings bedenklich.

        Haben Sie jedoch die Wahl und nehmen diesen Job bewusst in Kauf um einen luxoriöseren Lebenwandel zu erhalten dann sind sie auch dafür verantwortlich. Genau wie jeder andere Mensch auch auf diesem Planeten.

        Das ist wie bei jedem anderen Dienstleistungsjob. Es gibt immer Kunden die unmöglich sind. Soweit ich weiß haben viele Prostituierte auch die Möglichkeit besonders unmögliche Freier abzulehnen. Zumindest ist das in Österreich so.

      • „Wie ist das dann beispielsweise bei SM-Spielen wo es um Dominanz/Unterwerfung geht. Ist das bei mündigen Erwachsenen zu verurteilen? Ist es bei der Prostitution anders?“

        Ach, das ist doch immer eine Frage des Verhältnisses finde ich. Wenn jemand bleibende Verletzungen davon trägt, kann man wohl erstens nicht mehr von „Spielchen“ sprechen und zweitens muss immer die Frage der Herstellung des Konsenses im Hintergrund mitschwingen. Außerdem wird Folter und werden die bekannt gewordenen Bilder weltweit ja nicht aufgrund eines fehlenden Konsenses sondern aufgrund von menschenunwürdigen Verhaltensweisen zu recht kritisiert. Es ist ganz einfach, wenn wir SM in generi akzeptieren, müssen wir folgerichtig, bei einem rechtmäßig zustande gekommenen Konsens zweier oder mehrerer Erwachsener – was heißt schon rechtmäßig, auch das ist nicht mehr haltbar – auch akzeptieren, dass Menschen dabei zu Tode kommen. Damit ist aber das Konzept der Menschenwürde, insofern Menschenwürde nicht gleich Menschenrechte ist, so nicht mehr haltbar. So einfach ist das alles nicht.

      • @ Terminator:

        Ne einfach ist diese Frage sicher. Im Endeffekt wirds wohl auf eine gesellschaftliche Konsensentscheidung hinauslaufen. Da sind wir schon bei einem schwierigen ethischen Problem. Freiheit vs. Schutz? Wo die Grenze ziehen?

        Darf sich ein Mensch selber verletzen? Darf ein Mensch einem anderen Anweisen ihm zu schaden? Da fällt dann auch das Thema der Euthanasie und dem Mißbrauch derselben hinein. Schwierig…

      • @ Galloway
        Sehe ich ähnlich. Generell verdammen oder generell zustimmen kann man hier einfach nicht. Ich sehe einerseits keinen Grund, konsensualen – die Frage des Konsens einmal beiseite gelassen – im privaten Bereich im Allgemeinen vorschreiben zu wollen, was sie nun zu tun und lassen haben oder nicht. Andererseits glaube ich nicht, dass eine Gesellschaft auf Dauer haltbar ist, wenn nicht irgendwelche metaphysisch, letztbegründeten, leitenden Handlungsmuster als Maximen vorgegeben sind. Alle Menschen, die so frei behaupten, die Menschen würden sich das in einer Demokratie schon richten, verkennen basal die Natur, die natürliche Komponente.

        Es verhält sich ähnlich, wie bei den 68’er laissez-faire Erziehungsexperimenten. Wenn in generi keine handlungsleitenden Maximen vorgegeben werden, läuft alles aus dem Ruder. Schwierig hier eine Grenze zu ziehen, in der Tat.

  12. @ Galloway
    „Hab ich ja nicht und heiraten will ich generell nicht ^^ Der Rest ist scherzhaft gemeint. Darum die vielen smileys 😉 “

    Doch hast du. Du hast gesagt du würdest keine Prostituierte heiraten. Warum nicht? Wenn sie gut ist und richtig viel Kohle nach Hause bringt? Was ist denn der Hindernisfaktor?

    • Wenn er´s nicht möchte, ist es ja ok, ist seine Entscheidung.
      Muß er auch nicht erklären.

      Aber bitte nicht so tun, als wären es alleine Frauen, die Prostituierte stigmatisieren.
      So isses nämlich nicht.

      • @ Maren
        Mein ich ja. Man kann nicht auf der einen Seite so tun, als hätte man vor Achtung und Respekt fast einen Heiligenschein auf, und auf der anderen Seite Prostituierte abseits ihrer Dienstleistung als Mensch aufgrund ihres Berufes ablehnen. Zum ficken ok, aber sonst nicht zu gebrauchen? Was ist das wieder für eine Doppelmoral?

    • @Maren & Onyx:

      Ich hab geschrieben „eher nicht“ und das bezog sich auf das Heiraten generell 😉 D.h. im Grunde würde ich ein Prositiuierte nicht mehr oder weniger wahrscheinlich heiraten als eine andere Frau, wobei die Wahrscheinlichkeit nachwievor relativ gering bleibt da ich nicht heiraten möchte.

      Nach meinem Sprachverständnis ist ein „eher nicht“ auch kein „absolut nicht“.

      Zudem habe ich auch nicht geschrieben das es alleine Frauen wären die Prostituierte stigmatisieren sondern auch ein bestimmter Anteil der Männer.

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