Welche Faktoren sprechen für eine Scheidung?

Eine Studie zu den Ursachen für eine Scheidung:

The determinants of marital instability is an important area of research for demography, sociology and economics. A host of public policy outcomes are significantly affected by family breakdown. Yet we know little about the factors which currently determine marital longevity. This is attributable to inadequate data and statistical methodology. This paper improves our understanding of the issue through the use of rich longitudinal data and the application of advanced research approaches. Using data from waves 1–7 of HILDA, 2,482 married couples—where both partners are respondents in the first wave—are traced over six years to identify factors associated with marital instability. The data are analysed dyadically; that is, the characteristics of both partners in each couple are considered in tandem. This allows assessment of whether marriages between partners with similar characteristics (homogamy) are more likely to last than are marriages between dissimilar partners, or whether particular characteristics of wives or husbands—independent of their partners’—are more strongly associated with marital stability. Cox proportional hazards model with time-varying covariates is used to assess the association of characteristics with marital separation. We find the following factors are associated with higher risk of marital separation: large age difference between husband and wife, wife has a much stronger preference than her husband for a(nother) child, young age at marriage, separation of husband’s parents, resident children born before marriage, dissatisfaction with the relationship, low household income, husband is unemployed, wife drinks more than her husband, and one spouse smokes where the other does not.

Quelle:

Also noch mal im Einzelnen kurz kommentiert:

  • large age difference between husband and wife
    • verständlich, da die Interessen noch anders sein können.
  • wife has a much stronger preference than her husband for a(nother) child,
    • Kann ich mir gut vorstellen. Gerade bei Frauen bei denen „die biologische Uhr“ tickt
  • young age at marriage,
    • der Leichtsinn der Jugend
  • separation of husband’s parents,
    • Interessant, dass hier ausdrücklich die Eltern des Ehemannes aufgeführt sind. Hier sollte man allerdings auch eine genetische Erklärung nicht ausschließen. Wenn er eine geringere Bindungsfähigkeit hat und das an seinen Sohn weiter gibt, dann könnte dies diesen Punkt auch erklären.
  • resident children born before marriage,
    • könnte ich mir auch gerade bei Kindern vorstellen, die mit in die Ehe gebracht werden. Außerdem ist die Gefahr höher, dass man „wegen des Kindes“ geheiratet hat, obwohl man eigentlich nicht recht zueinander passt.
  • dissatisfaction with the relationship
    • Klar.
  • low household income,
    • Man darf vermuten, wer dafür dann verantwortlich gemacht wird.
  • husband is unemployed,
    • Auch hier interessant: Die Arbeitslosigkeit des Ehemannes ist relevant.
  • wife drinks more than her husband
    • Männer vertragen eben mehr. Wenn dann die Frau schon mehr trinkt…
  • one spouse smokes where the other does not.
    • wer küsst schon gerne einen Aschenbecher

5 Gedanken zu “Welche Faktoren sprechen für eine Scheidung?

  1. Du hast eine Betonung vergessen:
    We find the following factors are associated with higher risk of marital separation:
    Da steht Zusammenhang, nicht Ursache.

    Interessant, dass hier ausdrücklich die Eltern des Ehemannes aufgeführt sind. Hier sollte man allerdings auch eine genetische Erklärung nicht ausschließen. Wenn er eine geringere Bindungsfähigkeit hat und das an seinen Sohn weiter gibt, dann könnte dies diesen Punkt auch erklären.
    Ui, jetzt hab ich aber gelacht!
    Genetische Bindungunfähigkeit auf dem y-chromosom?

    • [genetische Bindungsunfähigkeit auf dem Y-Chromosom]

      Genetische Informationen, die beim Mann ausgeführt werden müssen, müssen nicht auf dem Y-Chromosom liegen.
      Die Theorie geht vielmehr davon aus, dass viele Baupläne doppelt angelegt sind und dann eben unter zB dem Einfluss bestimmter Hormone bzw. Hormonstände Bauplan A oder Bauplan B durchgeführt wird.
      Ich bin versucht zu fragen, ob du meine bisherigen Beiträge gelesen hast, weil das hier schon mehrmals Thema war.

      Frau-Mann-Transsexuelle, lesbische Frauen, CAH-Mädchen etc haben ja auch kein Y-Chromosom, dennoch geht die Theorie davon aus, dass bei ihnen Teile des „männlichen Bauplans“ ausgeführt worden sind.

      Eine solche Verschaltung ist zB über Hoaxgene möglich, die den Aufbau des Körpers steuern. Wenn dort gespeichert ist, dass im Zusammenspiel mit viel Testosteron, dass üblicherweise bei männlichen Föten aufgrund derer Hoden vorliegt, das Zentrum für soziale Bindungen oder die Rezeptoren für Bindungshormone schwächer oder die Lust auf Neues stärker (zB über das DRD4 Gen LINK!!!!) dann ist so eine Steuerung durchaus möglich.

      Auch andere Studien haben bereits gezeigt, dass elterlicher Einfluss gerne zugunsten genetischen Einflusses überbewertet wird. LINK!!!!! Teilweise verhalten wir uns eben wie unsere Eltern, weil wir ca. 50% ihrer jeweiligen Gene tragen und nicht weil sie sich auf eine bestimmte Weise verhalten.

      Genauso wie mitunter Verhalten von Eltern als ursächlich für Verhalten von Kindern angesehen wurde, während eigentlich das Verhalten der Kinder ursächlich für das Verhalten der Eltern waren.
      Autismus wurde ja beispielsweise auf liebloses Verhalten der Mutter geschoben. Die Mutter war aber lieblos(er), weil sie keine Verbindung zu dem autistischen Kind bekommen konnte und irgendwann aufgegeben hat.
      Genauso könnten Väter von homosexuellen Jungen strenger mit diesen sein, weil sie merken, dass diese sich nicht männlich verhalten und dies ändern wollen (was nach den biologischen Theorien sinnlos ist) und nicht die homosexuellen Jungen homosexuell werden, weil sie einen strengen Vater haben.
      Auch bei gesellschaftlichen Erklärungen ist die Kausalität zu hinterfragen.

    • @Christian
      Das mit dem y-Chromosom war nicht ernst gemeint. Der Satz davor mit „jetzt hab ich aber gelacht“ sollte darauf hinweisen, dass ich ausschließlich an männliche Nachkommen vererbte Bindungsunfähigkeit für Blödsinn halte.

      Wär ja mal schön, wenn du auf das eingehen würdest, was ich so sachlich schreibe und dich nicht von den ironischen Sachen triggern lässt.
      Ich sag nirgendwo, dass Eltern nichts an ihre Kinder vererben können. Natürlich gibts da ne Menge aber Bindungsverhalten? Also bitte.

      Genauso wie mitunter Verhalten von Eltern als ursächlich für Verhalten von Kindern angesehen wurde, während eigentlich das Verhalten der Kinder ursächlich für das Verhalten der Eltern waren.
      Das ist beides falsch. Verhalten ist keine reine Ursache-Wirkung, sondern immer wechselseitig konstitutiv füreinander. Ob jetzt die Eltern „angefangen“ haben oder die Kinder, ist reine Spekulation, die sich nie auflösen lässt.

      • @Khaos.Kind

        „dass ich ausschließlich an männliche Nachkommen vererbte Bindungsunfähigkeit für Blödsinn halte.“

        Warum?

        „Natürlich gibts da ne Menge aber Bindungsverhalten? Also bitte.“

        https://allesevolution.wordpress.com/2010/12/07/das-fremdgeh-gen-und-dopamin/

        Über eine Regelung für Dopaminproduktion oder ein anderes Abfallen bestimmter Hormone durchaus möglich.

        „Das ist beides falsch. Verhalten ist keine reine Ursache-Wirkung, sondern immer wechselseitig konstitutiv füreinander. “

        Dann wären die Eltern ja doch irgendwie am Autismus des Kindes schuld. Autismus durch falsche Erziehung?

      • Christian, ich stimme Khaos.Kind so gut wie gar nie zu aber hier teilweise schon. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass Eltern nicht am Autismus ihres Kindes schuld sind, hast du damit noch nicht bewiesen, dass es keine konstitutiven Einflussfaktoren sozio-kultureller Art auf die Sexualpräferenzierung des Kindes gibt.

        Da du hierzu immer Studien verlangst, eine neuere sowohl-als-auch-Studie für die Entstehung von gender-variant-identities – wohl gemünzt auf Transsexualität:

        Veale et al: Biological and psychosocial correlates of adult gender-variant identities: A review

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