Frauen erkennen Niedlichkeit bei Babies besser als Männer (Kindchenschema)

Eine weitere interessante Studie zu der Frage, welches Geschlecht Niedlichkeit bei einem Baby besser erkennen kann, also das Kindchenschema besser einordnen kann. Aus dem Abstract:

Neonatal features in the newborn are thought to trigger parental care, the most fundamental prosocial behaviour. The underlying mechanisms that release parental care have not yet been resolved. Here we report sex differences in the ability to discriminate cues to cuteness despite equivalence in the capability to discriminate age and facial expression. These differences become apparent in a task where adults were asked to choose the cuter of two babies. While women could reliably choose the cuter infant, men had more difficulty in doing so. When showing the exact same face pairs but asking to choose the younger or the happier baby, there was no sex difference. These results suggest that the sex difference in the ability to discriminate cues to cuteness in infants underlies female-specific emotive responses. We argue that this reactivity expressed by women evolved to ensure that a female allocates her caretaking resources to her youngest offspring while it needs mothering care.

Quelle: Female and male responses to cuteness, age and emotion in infant faces

Da diese Fähigkeit, Niedlichkeit zu erkennen insbesondere mit den Hormonspiegeln von Östrogen und Progesteron zusammenhängt kann man hier auch von einer biologischen Begründung ausgehen und nicht lediglich von einer kulturellen.

Interessant finde ich dabei die These, dass diese Eigenschaft für die Frauen wichtig war, um nach Niedlichkeit und damit dem Grad der Kindlichkeit Ressourcen zu verteilen. Das wiederum legt auch einen Druck auf die Kinder, möglichst lange und möglichst früh möglichst niedlich zu sein, um mehr Ressourcen zugeteilt zu bekommen, was wiederum den Druck auf die Unterscheidungsfähigkeit erhöht. Ein klassisches Arms Race nach der Red Queen Theorie also. Das Frauen hier bessere Fähigkeiten entwickelt haben als die Männer spricht dafür, dass sie eher in die Kinderbetreuung involviert waren und dieses Kriterium daher für sie wichtiger war.