Osama bin Laden, sein Tod und „Frauen beschützen“

Zum Tod von Osama findet sich der folgende Bericht im Spiegel:

Bei der Kommandoaktion werden neben Bin Laden drei weitere Männer und eine Frau getötet. Bei den Männern handelt es sich offenbar um einen Sohn Bin Ladens sowie zwei Boten. Die Frau war offenbar eine Ehefrau Bin Ladens. Die Lage ihres Körpers deute darauf hin, dass sie von Bin Laden oder seinem Sohn „als menschlicher Schutzschild benutzt wurde“, sagt Brennan. Zwei weitere Frauen werden in dem Gefecht verletzt. In US-Medien hieß es, Bin Laden habe sich „hinter einer Frau verschanzt“.

Nun war ich natürlich nicht dabei, insofern ist es eigentlich müssig darüber zu spekulieren, was nun daran tatsächlich passiert ist und was nicht, aber dennoch finde ich es interessant, dass die Art des Todes der Frau hier auf diese Weise hervorgehoben wird. Ich vermute, dass damit eine Abwertung Osama bin Ladens beabsichtigt ist, da ein „echter Mann“ sich eben nicht hinter Frauen, schon gar nicht hinter seiner Frau, versteckt oder sie Gefahren aussetzt. Schließlich ist “ Protector of loved ones (Beschützer von ihm Nahestehenden)“ ein Attraction Switch. Das würde dann auch schön das Zuammenspiel von Natur und Kultur zeigen:

Frauen entwickeln im Rahmen der Selektion eine Vorliebe für Männer, die Personen, die sie lieben beschützen. Das Frauen mit einem solchen Attraction Switch evolutionäre Vorteile erlangen und sich damit im Genpool anreichern ist naheliegend. Im Gegenzug entwickelt sich bei Männern im Rahmen der sexuellen Selektion das Bedürfnis, sich als Helfer und Beschützer (bis zu einem gewissen Grad natürlich, helfen um jeden Preis wirkt dann wieder anbiedernd, es gibt ein Konkurrenzverhältnis zu anderen Merkmalen, insbesondere auch Leader of Men) zu präsentieren. Kultur baut dieses Merkmal dann gerade weil es attraktiv ist zu einem männlichen Ideal aus, dessen Missachtung gesellschaftliche Minuspunkte bringt.

Was uns zu Osama bringt, der sich „feige hinter einer Frau versteckt statt sie zu schützen“.