Matt Ridley zur Wichtigkeit der Arbeitsteilung (auch zwischen Mann und Frau)

In einem Vortrag erklärt Matt Ridley, warum seiner Meinung nach der Austausch von Ideen und die Spezialisierung erhebliche Faktoren für den Fortschritt sind:

Der ganze Vortrag ist interessant, ab 9:10 Minuten geht er dabei auch auf die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ein und geht dabei davon aus, dass es eine der ersten wichtigen Unterteilungen war, in der Spezialisierung auf bestimmte Bereiche stattfand und damit die Arbeiten effektiver erledigt werden konnten. Dabei stellt er auch dar, dass bei den Neanderthalern anscheinend ein geringer Austausch von Ideen und auch eine geringere Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern stattgefunden hat und sie gerade deswegen nicht gegen den modernen Menschen bestehen konnten.

Wenn man dann noch hinzunimmt, dass die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern so lange anhielt, dass die Evolution Zeit hatte zu wirken, dann wird aus dieser Arbeitsteilung auch körperlich und geistig eine Spezialisierung, die zu größeren Unterschieden zwischen den Geschlechtern führt.

12 Gedanken zu “Matt Ridley zur Wichtigkeit der Arbeitsteilung (auch zwischen Mann und Frau)

  1. @ Christian

    Habe an dem Vortrag nur in einer Hinsicht Kritik anzumelden: Ridley sagt, der Durchschnitts-IQ von Gruppen sei weniger wichtig als die Güte der Kommunikation innerhalb der Gruppe.

    Er unterschätzt dabei meiner Ansicht nach, in welchem Ausmaß die Güte der Kommunikation innherhalb einer Gruppe ihrerseits abhängig ist vom Duchschnitts-IQ ihrer Mitglieder.

    Kluge Menschen kommunizieren effektiver miteinander als dumme Menschen, wissen früher, weil schneller, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu scheiden, können früher, weil schneller, erkennen, wo beim Gegenüber Verständnisprobleme auftauchen, können diese schneller und effektiver beheben, weil sie auch komplizierte Sachverhalte gründlicher durchdringen, besser verstehen, strukturierter präsentieren können usw.

    Sie sparen also Zeit, sind effizienter als Gruppe.

    Die US-Army macht seit rund 60 Jahren umfangreiche IQ-Tests und es erweist sich wieder und wieder: Gruppen mit höherem Durchschnitts-IQ sind erfolgreicher bei der Erledigung aller möglichen Aufgaben als Gruppen, deren Mitglieder beim IQ-Test schlechter abschneiden, die also „dümmer“ sind im Schnitt.

    So sind Flugzeuge mit „intelligenteren“ Wartungsmannschaften besser gewartet als solche mit „dümmeren“ Wartungsmannschaften, die mehr Fehler produzieren, mehr Defekte übersehen, mehr Unfälle „zulassen“.

    Dasselbe bei Kampfeinheiten, bei jeder „Mannschaftsleistung“.

    Der Durchschnitts-IQ hat entscheidende Bedeutung für den Gruppenerfolg, für den Systemerfolg.

    Klügere haben die Nase vorn im Wettbewerb in vielerlei Hinsichten.

    Vielleicht ist das einem Ridley nicht mehr so präsent.

    Seine Familie hat es ja seit den Tagen Ludwigs XIV. geschafft.

    Wenn sein Papa stirbt,

    wird er Viscount Ridley und zieht in dieses Häuschen:

    Worum ich ihn aufrichtig beneide.

    Der jetzige Viscount Ridley ist übrigens der Enkel von Edwin Lutyens, einem Architekten, von dem ich mir liebend gerne ein Landhäuschen hätte entwerfen lassen, wenn ich damals gelebt und das Geld gazu gehabt hätte.

    Andererseits müsste ich, könnte ich mir eine solch menschenwürdige Behausung leisten (Kaiser Nero bei Bezug seiner Domus Aurea: „Endlich lebe ich wie ein Mensch“ – Recht hat er!), ständig Angst haben, dass Meister Bosshard kommt und meine Hütte abfackelt, angeblich um die Welt zu verbessern.

    Wenigstens dieser Sorge bin ich ledig.

    • @Roslin

      Ja, ich denke auch, dass die Intelligenz der Gruppe etwas ausmacht. Vielleicht meint er aber, dass die Kooperationsbereitschaft an sich wichtiger ist, als die Gruppenintelligenz. 100 durchschnittlich intelligente Leute, die sich bezüglich ihrer Fähigkeiten spezialisieren können dann evt. mehr leisten als eine Ansammlung von 100 intelligenteren Leuten, die alle alleine arbeiten.

  2. die kernaussage ist doch:

    frauen können etwas besser oder bevorzugen bestimmte handlungen gegenüber anderen und männer und genauso und zusammen haben beide mehr.

    frauenbewegte nennen das dann diskriminierung ? und bezeichnen das als schlecht.

    zum thema diskriminierung habe ich heute morgen ein interessantes video von Walter Williams gesehen.

    5:00 min thema diskriminierung von schwarzen

    7:00 min
    er beschreibt was allgemein für ökonomischen erfolg wichtig ist : skills and training

    diskriminierung verhindert nicht ökonomischen erfolg bsp dafür z.b. armenier im osmanischen reich oder auch juden in europa waren wirtschaftlich erfolgreicher.
    anteil von schwarzen im sport….
    aber seht selber…

    http://vladtepesblog.com/?p=33119

  3. “Aus dem offenkundigen Versagen des historischen Liberalismus erwuchs die sozialistische Bewegung mit dem Ziel, die missbrauchten Freiheitsrechte einzuschränken zugunsten der Gesamtheit und besonders zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Diese Zielsetzung beruht jedoch auf einem Denkfehler; denn der historische Liberalismus versagte nicht, weil er zuviel, sondern weil er zuwenig Freiheit verwirklichte.”

    Dr. Ernst Winkler, aus “Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung”, 1952

    Die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand, und die Qualität der makroökonomischen Grundordnung bestimmt den Grad der Zivilisiertheit, die der Kulturmensch erreichen kann. Ist die Makroökonomie noch fehlerhaft, bedarf es einer künstlichen Programmierung des kollektiv Unbewussten (Religion), um das arbeitende Volk “wahnsinnig genug” für das Unternehmen “Arbeitsteilung mit Konstruktionsfehlern” zu machen:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

    Am schlimmsten betroffen von der Religion sind – unabhängig vom so genannten Glauben (Cargo-Kult) – die Politiker, deren sinnfreie Existenz sich darin erschöpft, mit aller zur Verfügung stehenden Unvernunft etwas “regeln” zu wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt.

  4. Pingback: Unterschiede in den geistigen Fähigkeiten der Geschlechter und Ökonomie des Gehirns « Alles Evolution

  5. Es gibt noch ein anderes Video, in dem er einen ähnlichen Vortrag hält, jedoch wesentlich länger mit Anmerkungen zum Bevölkerungswachstum, effizienter Landwirtschaft, Schiefergas, Klimawandel und anderem. Am Schluss Diskussion.

    http://fora.tv/2011/03/22/Matt_Ridley_Deep_Optimism

    Midleys Vortrag ist durchaus politisch. Sein immer wiederkehrendes Leitmotiv: Kein Grund für Pessimismus. Er vertraut auf eine freie Marktwirtschaft. Da könnte man einiges kritisieren. Vom Klimawandel hat er jedenfalls keine Ahnung. Ich nehme an, der Vortrag ist eng an sein Buch „The Rational Optimist: How Prosperity Evolves“ angelehnt.

    • @Stephan

      „Ich nehme an, der Vortrag ist eng an sein Buch “The Rational Optimist: How Prosperity Evolves” angelehnt.“

      Ja, klingt sehr danach. Das Buch wäre übrigens was für Roslin, der meint ja auch, dass die Welt untergeht. Dort werden Unglückspropheten abgekanzelt, weil sie aus seiner Sicht den Fortschritt vergessen, der eben immer wieder für Verlagerungen sorgt.

      • The rational optimist verkennt, dass der Mensch eben nicht rational ist.

        Die Vernunft der allermeisten Menschen reicht gerade, um ihre Triebe/Begierden zu rationalisieren und Technik in den Dienst dieser Triebbefriedigung zu stellen.

        Was die Begierden nur mächtiger macht, nicht die Vernunft.

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