Erwachsen werden

Ein Kollege hatte vorher immer gemeint, dass ihn ein bestimmter, durchaus lukrativer Arbeitsbereich nicht interessiert, weil er eben auch sehr arbeitsreich und trocken ist. Jetzt interessiert er sich plötzlich für Fortbildungen aus diesem Bereich. „Irgendwie muss man sich ja spezialisieren“ meint er.

3 Wochen später zeigt er stolz die erste Bilder seines Babys (als Fötus) herum.

„Jetzt muss ich wohl langsam erwachsen werden“ meint er.

Das kommt dem wahren Grund wahrscheinlich schon etwas näher.

39 Gedanken zu “Erwachsen werden

    • ..eigentlich: gegenseitige Versklavung zur Brutpflege halt, oder: Jeder tut für den Fortpflanzungserfolg das, was er am besten kann.

      Allerdings wird meistens nur eine Seite der Medaille betrachtet, als ob die gebratenen Tauben vom Himmel fallen würden und „die Männer“ sich das Monopol des Einsammelns ergaunert hätten, um unsere armen WirFrauen in Abhängigkeit zu halten.

  1. Wieso wollen eigentlich alle „erwachsen werden“, sobald Nachwuchs unterwegs ist?
    Nicht berechtigt so sehr dazu, wieder richtig verückt und lustig und kindlich zu sein wie die eigenen Kinder.
    Wieder auf den Spielsplatz, wieder schaukeln, wieder in den Sandkasten, wieder Mittagsschläfchen machen, Grimassen schneiden und lustige Geräusche von sich geben.

    „Erwachsen werden“ stell ich mir irgendwie anders vor.

    • @Christian
      Ah, „erwachsen werden“ ist Geld und Verantwortung.

      Deine Aussage hat nicht viel mit dem zu tun, was ich angesprochen habe. Denn beide Geschlechter meinen „erwachsen werden“ zu müssen, sobald Nachwuchs unterwegs ist. Und steuern dann in der Regel die Aufgaben an, die wenig Spaß machen und vielleicht was mit Verantwortung zu tun haben.

      Klingt lustig, denn evolutionsgerecht ist das nicht wirklich. Kindliche Entwicklung braucht gerade etwas anderes als strenge Eltern, die sich nur abrackern und keinen Spaß am Leben haben. Wenn das „erwachsen“, dann wundert mich gar nicht, dass jemand nicht erwachsen werden will.

      • Der „Spaß am Leben“ beginnt, wenn die materielle Absicherung gegeben ist.

        Ich habe mal eine vier Kinder einer Familie aus einem Slum in Medellín kennen gelernt, sehr eindrucksvolle Begegnung. Die Kinder (der Älteste 13) waren erstaunlich ernst, selbstständig und intelligent für ihr Alter, andererseits alle relativ klein und schmächtig. Meine Frau meinte, diese Kinder, die ohne Vater aufwachsen, müssen frühzeitig für sich selber sorgen und haben keinerlei Unterstützung, nur die Älteren kümmern sich um die Jüngeren. Deshalb wirken sie wesentlich reifer als europäische Kinder gleichen Alters. Und sie haben alle eine realtiv große Chance, früh zu sterben durch Gewalt oder Krankheiten.

        Die Eltern dieser Kinder haben sie in die Welt gesetzt, ohne sich um die materiellen Bedingungen Gedanken zu machen. Dann doch lieber Eltern, die sich abrackern.

      • @El_Mocho
        Der „Spaß am Leben“ beginnt, wenn die materielle Absicherung gegeben ist.
        Ja und nein.
        Du willst eine Stadt in Kolumbien mit Deutschland vergleichen? Dann aber doch bitte die Umstände berücksichtigen.
        – in manchen Ländern der Welt können sich Eltern noch so sehr abrackern und kommen materiell auf keinen grünen Zweig
        – manche in Kolumbien nicht und manche in Deutschland nicht
        – in Deutschland haben wir ein Sozialsystem das zumindest eine materielle Absicherung garantiert, da ist die Frage nach dem kulturellen Kapital, das oft fehlt

        Die Eltern dieser Kinder haben sie in die Welt gesetzt, ohne sich um die materiellen Bedingungen Gedanken zu machen.
        Hatten sie denn die Möglichkeit sich GEGEN Kinder zu entscheiden? Und wer sagt, dass sie sich keine Gedanken um die materielle Sicherung gemacht haben? Vielleicht konnten sie ja nicht anders oder es hat trotzdem nicht gereicht oder sie haben sich abgerackert und darum mussten die älteren auf die jüngeren Kinder aufpassen und so „reifer“ werden.

      • @Khaos.Kind

        „Hatten sie denn die Möglichkeit sich GEGEN Kinder zu entscheiden? “

        Ich bin mir sicher, dass sie die Möglichkeit hatte, sich gegen Sex zu entscheiden.

        Ach ja, findest du es moralisch, andere Leute mit Staatsgewalt dazu zu zwingen, die Propagierung der eigenen Gene zu finanzieren?

      • @ Prometheus

        *Ach ja, findest du es moralisch, andere Leute mit Staatsgewalt dazu zu zwingen, die Propagierung der eigenen Gene zu finanzieren?*

        Der Sozialstaat, der seit Jahrzehnten versucht, den menschlichen Egoismus zu überlisten, scheitert ja daran.

        Er ist bankrott, steht vor seinem Zusammenbruch.

        Was danach kommt, wir werden sehen.

        Verkennung der menschlichen Natur, ihre Verleugnung, ist eine wesentliche Ursache dieses Bankrotts.
        Sie ist evolutionär ineffektiv, führt eher über kurz als über lang zum Platzverweis.

        Wer zu viele Fehler macht durch Nichtberücksichtigung der Natur des Menschen, der spielt bald nicht mehr mit auf dem Feld, auf dem sich Evolution ereignet.

        Das gilt für Arten, die sich in Sackgassen hineinentwickelt haben, für Individuen und für ganze Gesellschaftssysteme.

        Das, was wir im Westen aufgebaut haben, ist fällig, eine faule Frucht., überreif.

      • Verhütungsmittel sind auch in Kolumbien billig und jederzeit verfügbar. Für Präservative dürfte auch in den Barrios das Geld reichen. Aber die Männer meinen, sie wären echte Kerle, wenn überall Kinder von ihnen rumlaufen, und die Frauen glauben, sie durch ein Kind an sich binden zu können. Obwohl sie es längst besser wissen müssten.

      • @Khaos.Kind
        „“Ah, „erwachsen werden“ ist Geld und Verantwortung.“

        Zu einem Teil sicherlich. Was findest du daran merkwürdig?

        „Deine Aussage hat nicht viel mit dem zu tun, was ich angesprochen habe.“

        Ich meine schon. Du hast die Spaßseite des Kinderhabens angesprochen, die darin besteht, dass man mit ihnen zusammen sachen machen kann, die man als Kind gemacht hat und ich habe die ernstere Seite angesprochen, nämlich, dass man eine stabile Versorgung für die Kinder gewährleisten muss, eine Familie aufbauen und finanzieren muss und sich darauf vorbereiten muss, dass ein Einkommen wegfällt oder sich reduziert (wegen der Kinderbetreuung) und gleichzeitig die Ausgaben steigen (Kindersachen, größere Wohnung, langfristige Ausgaben etc.

        Da liegt meiner Meinung nach schon ein höherer Druck auf dem Mann, es ist also verständlich, wenn er meint, dass er sich nicht mehr nur nach Lust und Laune richten kann, sondern auch die Geldseiteetwas mehr ins Auge fassen muss.

        Denn beide Geschlechter meinen „erwachsen werden“ zu müssen, sobald Nachwuchs unterwegs ist. Und steuern dann in der Regel die Aufgaben an, die wenig Spaß machen und vielleicht was mit Verantwortung zu tun haben.

        Klingt lustig, denn evolutionsgerecht ist das nicht wirklich. Kindliche Entwicklung braucht gerade etwas anderes als strenge Eltern, die sich nur abrackern und keinen Spaß am Leben haben. Wenn das „erwachsen“, dann wundert mich gar nicht, dass jemand nicht erwachsen werden will.

      • @Christian
        Zu einem Teil sicherlich. Was findest du daran merkwürdig?
        Klar zu einem Teil. Ich sag ja nicht, dass es unwichtig ist. Aber die anderen Teile hast du ja mit keinem Wort erwähnt, DAS finde ich merkwürdig.
        Viel wichtiger als Geld finde ich eine moralische Grundeinstellung. Wenn du einem Wesen die Welt erklären und zugänglich machen sollst, dann brauchst du eine Meinung zu dieser Welt, eine Idee davon, was du gut und richtig findest und was nicht.
        DAS macht in meinen Augen erst ein „er-wachsen“ sein aus. Nicht Alter, nicht eigener Vermehrungsgrad, nicht Geld oder Grad der Verantwortung. Sondern Meinung haben und Meinung (argumentativ) vertreten können. Das muss nicht mal meine sein, da bin ich relativ tolerant.

        Wie sagte meine Tante vor ein paar Jahren so schön:
        Kinder brauchen kein Geld. Kinder brauchen Aufmerksamkeit und Zuneigung.
        Und das würde ich so noch immer unterschreiben.

        ich habe die ernstere Seite angesprochen, nämlich, dass man eine stabile Versorgung für die Kinder gewährleisten muss, eine Familie aufbauen und finanzieren muss und sich darauf vorbereiten muss, dass ein Einkommen wegfällt oder sich reduziert (wegen der Kinderbetreuung) und gleichzeitig die Ausgaben steigen (Kindersachen, größere Wohnung, langfristige Ausgaben etc.
        Es sind schon Kinder unter den widrigsten Umständen aufgewachsen und groß geworden. Die ganze materielle Versorgung kann jederzeit wegbrechen ob Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, plötzlicher Tod oder Naturkatastrophe (s. Japan). Kinder wachsen in Deutschland auf Wagenplätzen nicht schlechter auf als in Hamburger Nobelvierteln.

        Da liegt meiner Meinung nach schon ein höherer Druck auf dem Mann,
        Finanziell mag der Druck auf einen werdenden Vater größer sein als der auf eine werdende Mutter. Nur ist der finanzielle Druck nicht der einzige und nicht der einzig wichtige. Frauen müssen sich körperlich und seelisch enormen Kontrollen und Einflüssen aussetzen. Ihr Leben ist für min. 9 Monate so gut wie fremdbestimmt, wenn es nach den außenstehenden Meinungen geht.

        Nachwuchs heißt natürlich nicht, immer nach Lust und Laune und Spaß zu entscheiden. Aber es könnte viel mehr Lust und Laune und Spaß sein, wenn diese furchtbare Idee mal über Bord geworfen würde, dass erwachsen sein keinen Spaß machen kann.

        @Prometheus
        Ach ja, findest du es moralisch, andere Leute mit Staatsgewalt dazu zu zwingen, die Propagierung der eigenen Gene zu finanzieren?
        Bitte was?
        Den Satz mussu mir erklären.

      • @ Khaos.Kind

        *Es sind schon Kinder unter den widrigsten Umständen aufgewachsen und groß geworden.*

        Wenn ich Deine Anmerkung als einen Aufruf an potentielle Eltern verstehe, mehr Mut zum Kind zu entwickeln, ist er mir sehr sympathisch (vorausgesetzt, ich übersehe die ungesichert-riskante Position von Vätern im heutigen Familienrecht, die es ermöglicht, dass die kinderbesitzende Mutter diese zu einem Hebel der Erpressung gegenüber dem Vater macht).

        Der vorherrschende Soziokulturalismus hat dazu geführt, dass Eltern unter einem großen Leistungsdruck bei der Erziehungsarbeit stehen.
        Weil sie glauben, davon hänge Wohl und Wehe ihres Kindes entscheidend ab.

        Dem ist aber nicht so.

        Wenn nur ein Mindestmaß an liebevoller Obhut und Grundversorgung gewährleistet ist, sind die lieben Kleinen erstaunlich robust.
        Der Einfluss ihres Erbes und ihrer Altersgenossen ist auf ihren Entwicklungsgang viel größer als die Erziehungsarbeit der Eltern.

        Auch hier wäre Sein-lassen die klügere Alternative, die zudem noch mehr Spaß machte als das heute oft zu beobachtende Bohei um Frühförderung mit Kindern, die einen Terminplan haben, der jedem Spitzenmanager Ehre machte (Mandarinkurs im Kindergarten, Ballett, Reiten, Sport, kreatives Schreiben, Bombenbau im „Religiösen Werkunterricht“ – nur für Jungen, usw.), und Eltern (meist Mütter), die die Brut von einem Termin zum nächsten kutschieren und den Drillsergeant geben („The Battle Hymn of the Tiger Mother“).

        Kinder stecken erstaunlich viel Vernachlässigung weg.

        So fanden sich unter Ceaucescus Waisenkindern, die in unvorstellbarer Vernachlässigung groß werden mussten (Unterernährung, Misshandlung etc.) immerhin noch einige, die trotz all dem mit einem IQ von 120 getestet wurden.

        Wie gering der Einfluss von Eltern (Mindestanforderungen erfüllt vorausgesetzt) eigentlich ist, hat u.a. die Auswertung von Zwillingsstudien durch Bryan Caplan (libertärer Ökonom) aufgezeigt, nachzulesen in seinem kürzlich erschienen Buch „Selfish Reasons to Have More Kids: Why Being a Great Parent is Less Work and More Fun Than You Think“.

        Caplan bezieht sich häufig auf Judith Rich Harris, die bereits Ende der 90’er-Jahre durch Auswertung von Zwillings-und Adoptionsstudien nachwies, wie gering der Einfluss des Elternhauses (nicht der Eltern! – aber vor allem via Erbe, nicht via Umwelt) eigentlich ist (Judith Rich Harris – “ The Nurture Assumption“).

        http://judithrichharris.info/tna/newswk1.htm

        Caplan meint, spätestens beim 2. Kind merkten Eltern, wie wenig Einfluss sie tatsächlich haben, Erziehungsratgeber u.ä. könne man nur an Neulinge verkaufen.

        Das mag ja für die Tiger Moms eine Kränkung darstellen, ist eigentlich aber eine große Entlastung.

        Wichtig ist vor allem die Auswahl desjenigen, mit dem man sich paart.
        Was dabei herauskommt, sorgt zu einem nicht geringen Teil für sich selbst, wenn man es denn nur in Ruhe werden lässt, ab und zu ein bißschen gießt und düngt, hier und da ein wenig zurückschneidet oder stützt, aber das Pflänzchen ansonsten im Wesentlichen in Ruhe wachsen lässt.

      • @Alexander Roslin
        Wenn ich Deine Anmerkung als einen Aufruf an potentielle Eltern verstehe, mehr Mut zum Kind zu entwickeln, ist er mir sehr sympathisch
        Mehr Mut zum Kind und v.a. mehr Mut zum Entspannen/Nichtstun.
        Nicht soweit, dass es schon wieder antiautoritäre Erziehung ist aber oftmals wird ein Kind einfach überpädagogisiert. Aus uns ist doch auch was geworden, obwohl wir als Kinder nicht 3 Sprachen und 3 Musikinstrumente gelernt haben. Aus uns sind Menschen mit Moralvorstellungen geworden, obwohl wir Erbsen in der Nase hatten, ein paar Legosteine und Geldschtücke verschluckt und mit Barbies gespielt haben.

        Dass Elternratgeber nur was für „Neulinge“ sind, da würde ich dir echt zustimmen. Ab dem zweiten Kind sind Eltern einfach entspannter. Weil der Druck nicht mehr so groß ist. Ich befürchte, sollte es bei mir mal soweit sein, werde ich beim ersten Kind trotzdem Ratgeber ohne Ende kaufen und lesen. 😉

        Das mag ja für die Tiger Moms eine Kränkung darstellen, ist eigentlich aber eine große Entlastung.
        Die hat übrigens keinen Erziehungsratgeber geschrieben. Die ganzen Rezensionen beziehen sich auf die Einleitung, in der ein paar provokative Sachen stehen. Gelesen hat das Buch eigentlich so gut wie niemand – wie halt auch Sarrazin. Hauptsache aufregen.

      • @Khaos.Kind

        Welchen Teil des Satzes verstehst du nicht? Ich breche ihn mal in vier Teile:

        1) Propagierung der eigenen Gene

        Menschen haben Kinder, um ihre eigenen Gene weiterzugeben. Das sollte allen Besuchern diesen Blogs einigermaßen klar sein. Kinderkriegen ist also kein altruistischer Vorgang, er dient dem eigen Fortbestand.

        2) Finanzieren

        Kinder sind mit Kosten verbunden. Das betrifft sowohl die investierte Zeit, als auch die investierten materiellen Ressourcen.

        3) Mit Staatsgewalt zwingen

        Die Leute Zahlen ihre Steuern eigentlich nicht freiwillig, sondern, weil sie dazu gezwungen sind. Der Aspekt der Gewalt wird dir bewusst, wenn du versuchst, die Steuern nicht zu bezahlen. Dann kommen die nämlich, und beschlagnahmen deine Güter. Das lässt du sie machen, denn die haben Waffen. Es ist auch möglich, dass sie sich entscheiden, dich erst einmal ins Gefängnis zu stecken; und wenn sie kommen, um dich abzuhohlen, dann gehst du mit, denn die haben Waffen. Steuern werden also nur gezahlt, weil eine implizite Gewaltandrohung immer mitschwingt.

        Nun muss man sich bewusst sein, dass Steuern ein großer Eingriff in die eigene Lebensgestaltung sind. Du bist nicht mehr berechtigt, über die Verwendung der von dir erarbeiteten Ressourcen zu entscheiden, statt dessen findet eine zwangsweise Allokation zu Verwendungszwecken statt, die andere für sinnvoll erachten.

        4) Moralisch

        Zu verstehen in Kontext der objektivistischen Ethik, der zufolge der höchste Wert das Leben selbst ist, und jeder Mensch die Freiheit haben sollte, sein eigenes Leben zu erhalten. Daraus leiten sich gewisse Rechte ab, wie zum Beispiel das Recht auf körperlich Unversehrtheit, das Recht auf Eigentum, das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen… All diese Rechte sind negative Rechte, also das Verbot von Übergriffen durch andere. Positive Rechte, also zum Beispiel Rechte auf materielle Ressourcen, kann es hingegen nicht geben, da sie die Rechte von anderen auf ihr Eigentum und auf ihre Entscheidungsfreiheit verletzen.

        Leute, die Kinder in die Welt setzen, die sie nicht selbst finanzieren können, erpressen damit den Staat, in die fundamentalen Grundrechte anderer einzugreifen. Das ist definitiv unmoralisch.

      • @Prometheus
        Leute, die Kinder in die Welt setzen, die sie nicht selbst finanzieren können, erpressen damit den Staat, in die fundamentalen Grundrechte anderer einzugreifen. Das ist definitiv unmoralisch.
        Was für ein Blödsinn.
        Da könntest auch sagen, dass Menschen, die eine Krankheit bekommen, deren Behandlung sie nicht selbst finanzieren können, den Staat und somit andere Menschen erpressen etc blabla.

        Sozialer Ausgleich und füreinander einstehen (auch indirekt über Steuern) finde ich überaus moralisch. Sozialstaat finde ich super.
        Geh doch in die USA auswandern, wenn dir das nicht passt. 😛

      • @ Khaos.Kind

        * Ich befürchte, sollte es bei mir mal soweit sein, werde ich beim ersten Kind trotzdem Ratgeber ohne Ende kaufen und lesen. *

        Das befürchte ich auch.

        Weil sich heute kaum jemand der Elternsorge entziehen kann, möglicherweise etwas falsch zu machen, das Kind für den Rest seines Lebens zu beschädigen, womöglich nur, weil man die Gebrauchsanweisung nicht gelesen hat, bevor man es in Betrieb nahm.

        Du wirst also vor mindestens fünf Ratgebern sitzen mit 16 verschiedenen Ansichten und das sicher noch während der Schwangerschaft, weil das ja bekanntlich die beste Zeit ist, sich in Ruhe und Gelassenheit verrückt machen zu lassen.

        Und am Ende Dich doch dafür entscheiden, das zu tun, was sich richtig anfühlt, damit wohl auch genau richtig liegen, denn anderes zu tun blieb Eltern über tausende und abertausende Generationen gar nicht übrig.

        Ganz erfolglos können sie mit der Methode nicht gewesen sein, immerhin haben wir sie überlebt, die dunklen Zeitalter, unerleuchtet durch Erziehungsratgeber.

        Viel Glück und Gottes Segen (auch wenn Du nicht an ihn glauben solltest, kannst ihn ja unter Protest zurückschicken, den Segen, sollte er Dich wider Willen treffen) für Dich und Euer Kind, wann immer es so weit sein wird.

      • „Leute, die Kinder in die Welt setzen, die sie nicht selbst finanzieren können, erpressen damit den Staat, in die fundamentalen Grundrechte anderer einzugreifen. Das ist definitiv unmoralisch.“

        Leute, die Besitztümer anhäufen und vom Staat den Schutz desselben verlangen, obwohl sie ihn nicht selbst verteidigen können, erpressen den Staat. Das ist definitiv unmoralisch.

      • @ Peter Bosshard

        *Leute, die Besitztümer anhäufen und vom Staat den Schutz desselben verlangen, obwohl sie ihn nicht selbst verteidigen können, erpressen den Staat. Das ist definitiv unmoralisch.*

        Nicht ganz, denn sie zahlen Steuern, für die der Staat eine Gegenleistung erbringt, die den Steuerzahlenden nützt (Schutz).

        Für anderer Leute Kinder zahlen zu müssen, bedeutet aber, gegenleistungslos leisten zu müssen.

        Der Zahlende profitiert von den Kindern nicht direkt.
        Und ob er indirekt von ihnen profitiert, ist höchst ungewiss, da höchst ungewiss ist, ob Alleinerziehende produktive Mitglieder der Gesellschaft produzieren oder nicht vielmehr solche, die ein Leben lang mehr kosten als sie einbringen.
        Zudem kann das Kind später auswandern, nachdem es hier auch noch „kostenlos“ ausgebildet wurde, d. h. auf Steuerzahlers Kosten.

        Dem bleiben dann nur Kosten, Kosten, Kosten und keinerlei Profit.

        Was nicht sehr motivierend für den Leistungserbringer ist.

        Ich bin übrigens ein Anhänger des Sozialstaates, eines, der nicht mehr ausgibt, als er einnimmt, bin für ein gewisses Maß an gegenleistungsloser Umverteilung.

        Um des lieben Friedens willen innerhalb einer Gesellschaft.

        Aber dem dienen 40 Jahre Anhäufung von Schuldenbergen nicht.

        Sie bringen uns nur dem Systemzusammenbruch näher und immer näher.

        Bis er eines unschönen Tages unausweichlich wird.

        Und der Tag rückt unerbittlich näher.

      • @Alexander Roslin
        Viel Glück und Gottes Segen (auch wenn Du nicht an ihn glauben solltest, kannst ihn ja unter Protest zurückschicken, den Segen, sollte er Dich wider Willen treffen) für Dich und Euer Kind, wann immer es so weit sein wird.
        Ich bin zwar eher Atheistin aber ich nehm jeden Segen, den ich bekommen kann. Schaden wirds ja nicht 😉
        Danke!

      • „Nicht ganz, denn sie zahlen Steuern, für die der Staat eine Gegenleistung erbringt, die den Steuerzahlenden nützt (Schutz).“

        Was ist denn das für eine beknackte Argumentation? Steuern muss ja wohl jeder bezahlen, der ein „steuerbares Einkommen“ erzielt. Vermögen aber wird nur sehr geringfügig besteuert. Damit ist das Heiligtum der kapitalistischen Gesellschaft, der staatlich garantierte Schutz des Eigentums, nie und nimmer finanziert.

        „Für anderer Leute Kinder zahlen zu müssen, bedeutet aber, gegenleistungslos leisten zu müssen.“

        Wieder falsch. Das Umlageverfahren – Stichwort genügt. Kinderlose sind Nettoprofiteuere des Umlageverfahrens der Rentenfinanzierung. Das kann nachgerechnet werden. Ob dieses Umlageverfahren in Zukunft noch aufrecht erhalten werden kann, das ist eher unwahrscheinlich. Die Beschissenen aber wären in erster Linie diejenigen, die Kinder aufgezogen haben, nicht die Kinderlosen.

        Das war jetzt kein besonders gelungener Beitrag, Meister Roslin. Da ist man sich von Ihrer Lordschaft Besseres gewohnt.

      • @ Peter Bosshard

        Was soll denn gerecht daran sein, ein aus versteuertem Einkommen zusammengespartes Vermögen noch einmal zu besteuern?

        Anders sieht es aus mit ererbtem Vermögen.

        Das lässt sich über Erbschaftssteueren regeln.

        Außerdem greift die Betrachtung nur der Rentenversicherung zu kurz.

        Ich muss das Gesamtpaket an Krankenversicherungs-/Steuer-/Abgabenlasten betrachten, dass der Sozialstaat Gutverdienenden aufbrummt.

        Für die rechnet sich die Auswanderung.

        Allein von dem, was ihnen netto mehr vom US-Brutto z.B. bleibt, können sie sich eine wesentlich komfortablere private Altersversorgung zusammensparen als sie an Sozialversicherungsrente hierzulande zu erwarten haben.

        Die, die so rechnen können, muss ich im Lande halten.
        Die müssen bleiben WOLLEN, arbeiten WOLLEN.

        Sonst wird’s sehr schnell sehr finster.

      • @Meister Roslin
        „“Ich muss das Gesamtpaket an Krankenversicherungs-/Steuer-/Abgabenlasten betrachten, dass der Sozialstaat Gutverdienenden aufbrummt.“

        Das klingt bei Plutokraten immer so, als sei „ihr Verdienst“, ihr „materieller Reichtum“ unmittelbar einer göttlichen Ordnung entsprungen. Der Gedanke, dass hoher Verdienst nicht notwendigerweise Leistung geschuldet ist, sondern viel mehr der Macht, Gewinn abschöpfen zu können, das wird dann im heiligen Gerechtigkeitsfuror so eben mal unter den Teppich gekehrt.
        Ach ja, die Calvinisten. Glauben doch tatsächlich, materieller Reichtum sei Ausdruck göttlicher Gnade und Lohn ihres rechtschaffenen, gottesfürchtigen Lebenswandels. AAArrrrggh…

      • @ Genosse Bosshard

        Ist Dir schon aufgefallen, dass die Masse der Steuerzahler eben nicht aus Plutokraten besteht?

        Plutokraten/die Vertreter der große Korporationen/Kapitalgesellschaften sind bestens vertreten in unserer modernen „Demokratie“.

    • @Khaos.Kind

      „Da könntest auch sagen, dass Menschen, die eine Krankheit bekommen, deren Behandlung sie nicht selbst finanzieren können, den Staat und somit andere Menschen erpressen etc blabla.“

      Es gibt zwei relevante Unterschiede:

      1) Ob Menschen Kinder bekommen oder nicht haben sie direkt unter ihrer Kontrolle. Bei Krankheiten ist das sehr viel weniger der Fall. Man kann durch seine Lebensführung die Wahrscheinlichkeiten etwas beeinflussen, aber mehr ist nicht drin.
      Man kann also verlangen, dass Leute keine Kinder kriegen, die sie nicht selbst finanzieren können, aber man kann nicht verlangen, dass sie nicht krank werden.

      2) Durch das krank werden entsteht dem Individuum kein direkter Nutzen; durch die Weitergabe der eigenen Gene aber schon. Dadurch wirkt sich Unterstützung in den beiden Bereichen sehr unterschiedlich auf die Anreiz-Strukturen aus.

      „Geh doch in die USA auswandern, wenn dir das nicht passt“

      Tatsächlich steht die USA auf der Liste der Länder, die ich mir zurzeit näher anschaue. Informatiker werden aberüberall gesucht, es wird also nicht zwangsläufig die USA.

  2. @ Christian

    Ist es denn ein Junge oder ein Mädchen?

    Ich mein‘ den Fetus, nicht das Elter(ntier, darf mann bei Konstruktivisten auch nicht einfach als gegeben voraussetzen, das muss man ja erst performen – so hab’sch das gelernt).

    Ich frage deshalb, weil laut Evolutionspsychologen Väter bei drohender Ankunft eines Sohnes mehr zu arbeiten beginnen als bei Einfall einer Tochter.

    Begründung:

    Die Fortpflanzungsaussichten eines Sohnes werden wesentlich durch seinen Status bestimmt, der, erbt er viel, entsprechend steigt, während die der Tochter vom Vater (und der Mutter) über die Vererbung von Schönheits-und Persönlichkeitsmerkmalen hinaus durch Tun und Machen nicht sonderlich beeinflussbar sind.

    Ergo machen Väter (unbewusst natürlich) mit Söhnen mehr Überstunden als mit Töchtern.

    Weshalb übrigens auch Ehen mit Söhnen stabiler sein sollen als solche mit ausschließlich Töchtern (Scheidung mindert vererbbaren Wohlstand, schadet dem Filius mehr als der Filia).

    Also, was ist es denn nun?

    • Ich hoffe ja, die Empörung und das Mitgefühl der PI-Kundschaft bleiben die gleichen, wenn sie erfahren, dass das Opfer eine Transsexuelle ist, die von den farbigen Frauen zusammengeschlagen wurde, weil sie die Frauentoilette benutzen wollte.

      Die mediale Aufbereitung dieses Falles macht mir in mehrfacher Hinsicht Bauchgrimmen.

      Zum einen werden Gewalttaten Farbiger gegenüber Weißen meist sehr niedrigschwellig abgehandelt.

      So gut wie nie kommt farbiger Rassismus gegenüber Weißen zur Sprache, den es ebenso massiv gibt wie den weißen Rassismus gegen über Farbigen.

      Den zu bemerken, zu attackieren, hinwegzupädagogisieren ist Mainstreampflicht.

      Die Mainstream-Medien hätten diesen Fall (farbig gegen weiß) also mit sehr niedrigem Profil abgehandelt, normalerweise.

      Ganz anders, wenn sich hinter einer von Weißen verübten Gewalttat gegenüber Farbigen Rassismus vermuten lässt.
      Das wird aus politisch-pädagogisch-propagandistischen Gründen der in den Mainstream-Medien tonangebenden politisch Korrekten sehr prominent abgehandelt.

      Für die Medienlinke ein gefundenes Fressen.

      In den USA nicht anders als in Deutschland (Ausländerkriminalität gegen Ethno-Deutsche bzw. vice-versa, im einen Fall wird die deutsche = weiße Herkunft des Täters ebenso betont wie die „ausländische“ Herkunft des Opfers, im anderen Falle wird die Ethnizität des Täters und oft auch des Opfers verschleiert).

      Rechte Medien funktionieren genau spiegelverkehrt.

      Mal sehen, wie das hier läuft, wo 2 anerkannte Opfergruppen der herrschenden politischen Korrektheit miteinander „konkurrieren“ (weiße Transsexuelle gegen farbige Frauen).

      Da man ja mit den Jahren immer zynischer wird bei Beurteilung der menschlichen Natur, die auf der Linken nicht anders ist als auf der Rechten, nehme ich an:

      Die Mainstreammedien hätten den Fall kaum beachtet, wenn es sich einfach um eine junge weiße Frau gehandelt hätte, die farbigen Frauen zum Opfer gefallen wäre.

      Jetzt aber, da das Opfer eine Transsexuelle ist, ist man ein wenig verwirrt.

      Als zur Opferaristokratie der politischen Korrektheit gehörend (Transsexuelle, Homosexuelle, Farbige, Frauen etc.) hat es natürlich besonderes Mitleid und Aufmerksamkeit verdient.

      Im Gegensatz zu der einzigen Gruppe, die nicht zum Minderheitenadel der politisch Korrekten gehört und deshalb so gut wie nie besonders „opfer – und damit mitleidswürdig ist: weiße, heterosexuelle Männer.

      Aber die sind ja hier ausnahmsweise mal nicht beteiligt, nicht mal als Täter.

      Schlimm für politisch Korrekte nur, dass die Täter auch einer anerkannten Opfergruppe angehören, sogar zweifach (farbig UND Frau, wenn’s wenigstens weiße Frauen gewesen wären).

      Es konkurrieren hier also im Mainstream mehrere hierarchisch fast gleichgestellte Opferkategorien um die Ressource Aufmerksamkeit/Mitleid: Frauen – die ja als Täter tendenziell entschuldigt werden, Transsexuelle – in der Opfer-und damit in der Mitleidswürdigkeit fast noch vor Frauen, Farbige – fast so „opferwürdig“ wie Frauen und Transsexuelle und hier also auch noch FARBIGE Frauen.

      Bei den Rechten dürften die Gefühlskonflikte genau andersherum verlaufen:

      Farbige sind hier eher Hassobjekte (was dem politisch Korrekten der weiße Heteromann ist dem Rechten der farbige Mann), Frauen stehen auch hier an der Spitze der Mitleidshierarchie, besonders wenn sie Opfer farbiger Männer werden und weiß sind.

      Weiß ist die junge Frau zwar, Opfer auch, aber leider Gottes in Wahrheit eine „Homoperverse“.

      Mal sehen, wie weit das rechte Mitleid mit einer weißen Transe geht, die von farbigen Frauen in rechtem „gerechtem“ Zorn attackiert wurde.

      Opfer-Täter-Mitleidskuddelmuddel auf allen Seiten.

    • ergänzend zu den posts :

      da prügeln frauen auf ein opfer ein und alle schauen zu…

      wird es nicht, angesichts von solchen bildern, langsam zeit für die frauen-bewegten sich der realität zustellen ( erwachsen zu werden ) was das thema frauen und gewalt angeht ? ( sowas ist ja nur die spitze des eisbergs und nicht unter „einzelfall“ abzuheften )

    • @ El_Mocho

      Ging es hierbei um die Frau oder um den Hund oder beides? Hört sich vielleicht dämlich an die Frage, ist sie aber nicht.

  3. @ El Mocho

    Sie sind deshalb interessant, weil sie die spezifischen Verlogenheiten unseres gegenwärtigen, von links bestimmten, politisch korrekten Zeitgeistes zum Leuchten bringen, die Verlogenheiten des „Gutmenschentums“, das ja die Widersprüche der menschlichen Natur nicht überwunden hat, sondern nur anders verpackt und anrichtet.

    Und es zum Beispiel fertig bringt, von DEN Männern Entschuldigungen zu erwarten.

    Weil das frau doch gut tut.

    Kann ich mir vorstellen.

    Dem Inkasso-Unternehmen BREIT & BRÄSIG tun widerspruchslos Zahlende immer gut, besonders dann, wenn die Forderung schon illegitim ist.

    Aber das nur am Rande.

    Es ärgert mich.

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