Richard Dawkins zu den Unterschieden zwischen den Geschlechtern

Ein interessanter Text in „Das egoistische Gen“:

Suppose we start with two sexes that have none of the particular attributes of males and females. Call them by the neutral names A and B. All we need specify is that every mating has to be between an A and a B. Now, any animal, whether an A or a B, faces a trade-off. Time and effort devoted to fighting with rivals cannot be spent on rearing existing offspring, and vice versa. Any animal can be expected to balance its effort between these rival claims. The point I am about to come to is that the As may settle at a different balance from the Bs and that, once they do, there is likely to be an escalating disparity between them

To see this, suppose that the two sexes, the As and the Bs, differ from one another, right from the start, in whether they can most influence their success by investing in children or by investing in fighting (I’ll use ‚fighting‘ to stand for all kinds of direct competition within one sex). Initially the difference between the sexes can be very slight, since my point will be that there is an inherent tendency for it to grow. Say the As start out with fighting making a greater contribution to their reproductive success than parental behaviour does; the 5s, on the other hand, start out with parental behaviour contributing slightly more than fighting to variation in their reproductive success. This means, for example, that although an A of course benefits from parental care, the difference between a successful carer and an unsuccessful carer among the As is smaller than the difference between a successful fighter and an unsuccessful fighter among the As. Among the Bs, just the reverse is true. So, for a given amount of effort, an A can do itself good by fighting, whereas a B is more likely to do itself good by shifting its effort away from fighting and towards parental care.

In subsequent generations, therefore, the As will fight a bit more than their parents, the 5s will fight a bit less and care a bit more than their parents. Now the difference between the best A and the worst A with respect to fighting will be even greater, the difference between the best A and the worst A with respect to caring will be even less. Therefore an A has even more to gain by putting its effort into fighting, even less to gain by putting its effort into caring. Exactly the opposite will be true of the Bs as the generations go by. The key idea here is that a small initial difference between the sexes can be self-enhancing: selection can start with an initial, slight difference and make it grow larger and larger, until the As become what we now call males, the 5s what we now call females. The initial difference can be small enough to arise at random. After all, the starting conditions of the two sexes are unlikely to be exactly identical

(…) The separation into sperms and eggs is only one aspect of a more basic separation of sexual roles. Instead of treating the sperm-egg separation as primary, and tracing all the characteristic attributes of males and females back to it, we now have an argument that explains the sperm-egg separation and other aspects all in the same way. We have to assume only that there are two sexes who have to mate with each other; we need know nothing more about those sexes. Starting from this minimal assumption, we positively expect that, however equal the two sexes may be at the start, they will diverge into two sexes specializing in opposite and complementary reproductive techniques. The separation between sperms and eggs is a symptom of this more general separation, not the cause of it.

Das die Geschlechter sich unterscheiden ist also eigentlich recht logisch.

13 Gedanken zu “Richard Dawkins zu den Unterschieden zwischen den Geschlechtern

  1. dawkins grundannahme ist doch das der zufall die welt verändern muss weil nichts andere existiert.

    wahrscheinlichkeiten spielen keine rolle weil das ergebnis beweis für die zufälligkeit ist.

    ok in dem gedankenrahmen ist seine argumentation nachvollziehbar.

    zufällig 🙂 bin ich im blog ( http://kitmantv.blogspot.com/2011/03/christian-persecution-and-intelligent.html ) über michael behe gestolpert.

    in ‚edge of evolution‘ hat behe versucht die grenzen der zufälligen veränderrung auszuloten. (einen kurzen überblick bieten die youtube videos).
    u.a. geht er näher auf den malari virus ein und die evolutionären veränderrungen von mensch und virus auch unter dem aspekt was zufall kann und was nicht.
    also keine theorie sondern paxis.

  2. Wo spricht Dawkins denn vom Zufall? Evolutionstheorie ist in meinem Verständnis exakt das Gegenteil, nämlich der Nachweis, dass alles nach Naturgesetzen abläuft.

    • @ Christian

      Es ist zwangsläufig: Arbeitsteilige Spezialisierung bedeutet Optimierung, woraus verschiedene Lebensumstände resultieren, die wiederum verschieden Selektionsbedingungen schaffen, denen die Geschlechter jeweils entsprechen müssen. Sie müssen in verschiedenen Qualitäten gut sein, um sich jeweils erfolgreich fortzupflanzen. Das treibt wiederum die Auseinanderentwicklung.

      GLEICHARTIGKEIT der Geschlechter wäre evolutionär unerklärlich.

      Gleichheitsfeminismus (die Behauptung, Mann und Frau seien naturgegeben völlig gleichartig, alle Unterschiede rein soziokulturell erzeugt/ansozialisiert) setzt säkularen Kreationismus voraus, ist mit darwinscher evolutionärer Biologie unvereinbar.

    • hi el_mocho

      was meinst du mit ‚Naturgesetzen ‚ ?

      evtl das konzept der selektion ?
      durch selektion, also der besser gewinnt bzw hat mehr nachkommen setzt sich eine veränderrung durch.

      wo liegt die ursache für veränderrungen, die sich durchsetzen kann oder eben nicht?

  3. Die Gesetze der Physik, auf denen letzten Endes auch die Biologie beruht. Sie entscheiden auch, wer sich durchsetzt und wer nicht.

    Wer nicht genug Nahrung abbekommt, um seinen Körper zu erhalten, stirbt.

  4. @el_mocho

    „Wer nicht genug Nahrung abbekommt, um seinen Körper zu erhalten, stirbt.“

    exakt. das meint selektion. die basis dafür liegt in ‚kopierfehlern‘ beim weitergeben der erbinformationen (die unterschiedlich gross sein können). da liegt der zufall, der antrieb für die evolution im sinne darwins und die für dawkins die ursache für differenzierung der geschlechter ist.

    habe ich dich richtig verstanden mit deinem gedanken ?

  5. Die Basis für die Selektion liegt in der Begreztheit der Ressourcen; wo nicht genug Nahrung für alle da ist, ernährt sich der besser angepasste und der schlechter angepasste stirbt.

    Sehe nicht, welche Rolle da der Zufall spielen sollte.

  6. Muss ich hier wirklich einen Grundkurs in Evolutionstheorie geben?

    Besser angepasst ist der, dessen Körper eher geeignet ist, sich die notwendige Nahrung zu beschaffen und sich fortzupflanzen. Die für die Anpassung nötigen Veränderungen beruhen auf Mutationen, und in geringerem Maße auch auf der Genmischung durch sexuelle Fortpflanzung.

    Ich versteh schon, worauf du hinaus willst: Wer steuert die Mutationen, ist das nicht der Zufall?

    Nein, auch die Veränderungen der Gene, die die Mutationen hervorbringen, gehorchen den Gesetzen der Physik.

  7. Die grundlegende Frage ist doch, was Mutation und Selektion auslöst, sprich, warum in 100 vergleichbaren Fällen keine Mutation, in einem speziellen Fall eine Mutation stattfindet und dies meist über sehr lange Zeiträume. Dies über Zufall oder die Gesetze der Physik zu erklären ist in meinen Augen nicht zielführend. Zufall schließt Ursächlichkeit aus, Ursächlichkeit, beinhaltet immer auch Wiederholbarkeit unter gleichen Umständen. Sogesehen:

    „Besser angepasst ist der, dessen Körper eher geeignet ist, sich die notwendige Nahrung zu beschaffen und sich fortzupflanzen.“

    Diese Antwort ist zirkulär, setzt einen Kausalnexus. Bessere Anpassung setzt eine bessere Eignung voraus. Woher kommt diese bessere Eignung, ist sie doch den Umständen vorausgesetzt, entwickelt sich doch keine Hand nur mal so über einen kurzen Zeitraum.

    „Die für die Anpassung nötigen Veränderungen beruhen auf Mutationen, und in geringerem Maße auch auf der Genmischung durch sexuelle Fortpflanzung.“

    Wie gesagt, warum passieren manchmal nötige Veränderungen über Mutationen und in der überwiegenden Anzahl der Fälle nicht? Das widerspricht ebenfalls der These, dass es sich um schnelle Anpassungsmechanismen handeln können muss. Aprupte Ereignisse führen so gesehen gezwungenermaßen zur Extinktion.

  8. „Zufall schließt Ursächlichkeit aus, Ursächlichkeit, beinhaltet immer auch Wiederholbarkeit unter gleichen Umständen.“

    Was verstehst du unter Zufall? Zufall im Sinne eines Ereignisses ohne Ursache kann es nicht geben. Dass Menschen nicht alle Kausalketten bis zum Anfang des Universums zurück verfolgen können, heißt ja nicht, dass sie nicht existieren. In sofern gibt es keinen Zufall.

    „Bessere Anpassung setzt eine bessere Eignung voraus. Woher kommt diese bessere Eignung?“

    Aus der Situation eines lebenden Organismus in einer materiellen Welt, der auf ständigen Austausch mit dieser Welt (über Nahrung, Luft usw.) angewiesen ist. Was ist daran zirkulär?

    Wie gesagt, warum passieren manchmal nötige Veränderungen über Mutationen und in der überwiegenden Anzahl der Fälle nicht?

    Warum regnet es in X und in der überwiegenden Zahl anderer Orte nicht?

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