„Liebe Frauen, alles unser Fehler, wir werden uns bessern“

Roslin verlinkte auf dieses Video:

 

Der Text des „Dear Women Manifesto“:

Dear Woman:

• As a man, I feel sorrow that women and feminine energy have been suppressed for so many thousands of years on our planet.  Everywhere we look, women have been disenfranchised. Throughout history, we have raped and abused you, burned you at the stake, bought and sold your bodies for sexual pleasure,  barred you from religious and political office, relegated you to subservient chores, forced you to hide your faces and even cut off your organs of sexual pleasure.

Although I may not have done these things personally, I am aware of the forces in the masculine psyche that are responsible for dishonoring the feminine. I take responsibility for those forces and choose no longer to be run by them.  I do this on behalf of all men, in order to usher in a new era of co-creation.

I commit to treat your heart as the sacred temple it is, and I commit to celebrating the feminine in my intimate relationships as well as in myrelationship to all life.

• As a man, I acknowledge that the religions of the past several thousand years have been mainly founded by and propagated by men. As men, we have often acted as if we have the last word on God and the spiritual life, when all we have really known is the masculine expression of those things.  I honor your pathways of spiritual awakening.  I commit to the celebration of feminine spirituality.

• As a man, I honor your deep connection to the earth.  As men, our relationship to our planet, its resources, its weather, its oceans and its forests has for too long been motivated by acquisition and dominion.  I commit to listening to the intuitive sense you have of how to heal our planet and make it thrive.

• As a man, I honor your intuition and your ability to feel.  As men, we have often devalued feeling and intuition in favor of a view dominated by data and logic.  I commit to respecting the arts of feeling, intuition and wisdom of the feminine heart, so that together we can integrate them into a balanced view of life.

•As a man, I love the beauty of your body.  I feel sorrow that we men have used your beauty as a form of commerce: in prostitution, pornography and the sale of products through advertising.  I take a stand against any form of commercialization of woman’s beauty, and I respect that your body belongs to you.

•I honor your capacity for peaceful resolution of conflicts.  We men have waged endless wars over our disagreements; by contrast, it is rare to find an invasion or war instigated by a woman.  We welcome your wisdom in creatinga world that can get along.

•I honor your capacity to listen to your body and its needs for food, rest and playtime.  As men, our preoccupation with goals and results has often driven us into a burn-out mentality.  I know we have often drawn you into that as well.  I welcome your reminders to maintain balance in our bodies.

•I honor your sense of compassionate justice. In our justice system,, men have dominated as judges and police, built prisons, and set punishment as a higher value than restitution.  I welcome you to bring the return of the heartto our system of justice.

•I honor your capacity to enjoy and pay attention to what is here, right now.  As men, we often get overly-focused on reaching the next milestone. We place so much emphasis on progress — what is new and better and faster — that we often forget to enjoy what we already have. I know that together we can co-create in bringing forth the wisdom of sufficiency.

I know that in joining hands, and leaving the past behind we can create asynergy of our strengths.  I know, and I know that you know, that then there is nothing then we cannot do together.

Mir selbst ist es etwas zu einseitig. Einmal waren Frauen zwar vielleicht weniger aktiv an einigen Greueln der Menschheit beteiligt, aber sie waren durchaus nicht unschuldig an diesen und haben dadurch erworbene Reichtümer gerne genutzt und Männer, die ausbeuteten geliebt und verehrt.

Ein „Mutter Mythos Feminismus“ mit der tiefen Verbundenheit der Frau zu dieser Erde und der Frau als heilend, immer um Ausgleich bemühte, altuistische Kraft, die nur immer das Gute will und Leben schafft, aber durch die Männer daran gehindert wird – es ist aus meiner Sicht eine simple Verklärung der Frauen und eine Überbewertung der „weiblichen Energie“.

Ein solcher Ansatz wird auch selten in Frauenquoten-Diskussionen von feministischer Seite angebracht, wenn es darum geht, dass Frauen genauso gut in ihrem Job sind wie Männer. Es ist eher eine differenzfeministische Betrachtung.

Das man beide Seiten in sich in Einklang bringen muss, das ist die eine Seite, dem würde ich durchaus zustimmen, aber die Art scheint mir hier zu abwertend für die männliche Seite zu sein, deren Vorteile eher untergehen.

Warum nicht mal darauf verweisen, dass männlicher Forschungsdrang und Wenn man schon Verallgemeinerungen bezüglich der Geschlechter aufstellt, dann könnte man auch anführen, dass wir uns vielleicht häufig in der Arbeit verlieren, aber dadurch auch nahezu alle größeren technischen Entwicklungen hervorgebracht haben. Das die großen philosophischen Fragen ebenfalls eher von Männern gestellt wurden, und das die Anzahl der Männer, die ihre Frauen und Kinder versorgt und unterstützt haben, weitaus größer ist als die Zahl derjenigen die Kriege angefangen oder Frauen vergewaltigt hat. Wie wäre es damit auch die männliche Form der Sexualität anzuerkennen und sie nicht abzuwerten?

Weibliche intuitive Gerechtigkeit ist ein nettes Konzept, aber es kann genauso umschlagen in Parteilichkeit und Zickigkeit, man könnte auch eine männlichere, personenunabhängigere Form der Gerechtigkeit in den Raum stellen.

Interessant wäre, wie sie sich die Gegenerklärung der Frauen vorstellen. Wahrscheinlich ein großes „Wir vergeben euch und sind bereit mit euch neu anzufangen, wenn ihr auch wirklich lieb sein wollt“.

91 Gedanken zu “„Liebe Frauen, alles unser Fehler, wir werden uns bessern“

  1. es geht in dem Dear Woman Manifesto um eine ganz allgemeine Entschuldigung die so wirklich gesagt werden musste und die mich sehr bewegt – As a man, I feel sorrow that women and feminine energy have been suppressed for so many thousands of years on our planet. Das ist einfach schön zu hören. Nicht immer kämpfen zu müssen und bei der männlichen Seite auf Ablehnung, Unverständnis und die immer gleichen Argumente stoßen zu müssen, wie du sie auch aufführst.

    z.b.: Das die großen philosophischen Fragen ebenfalls eher von Männern gestellt wurden, … liegt daran, dass auf Frauen kein Mensch gehört hat – ihre Ideen abgewertet und unterdrückt wurden, sie garnicht die Möglichkeiten hatten zu veröffentlichen, zu studieren, gehört zu werden.

    Deswegen – danke für die Entschuldigung oben. Es ist schön zu wissen, wenn Männer uns zur Seite stehen. Auf die Entschuldigung folgt dann natürlich auch ganz klar die Vergebung.

    • Auf die Entschuldigung die Vergebung folgen zu lassen ist vor allem arrogant. Eine angemessene Antwort wäre z. B. eine Danksagung für all die guten Dinge, die Männer FÜR Frauen getan haben. Oder fallen Frauen da etwa keine ein?

      • Das ist der größte Unsinn den ich seit langem gelesen habe:

        „Das die großen philosophischen Fragen ebenfalls eher von Männern gestellt wurden, … liegt daran, dass auf Frauen kein Mensch gehört hat “

        Ist ja auch leicht zu behaupten. Wären wir nicht unterdrückt worden, würden wir …

        Nur eine Frage: Wo sind die Fieldspreisträgerinnen, die es ja seit mittlerweile fast einem Jahrhundert geben dürfte? Wo sind die Nobelpreisträgerinnen für Physik? Wo sind die Erfinderinnen – 95% der Patentanmeldungen gehen auf Männerkonto? Wo sind die großen Philosophinnen heute? Diejenigen, die Philosophie studiert haben tummeln sich zu 90% in der Sparte Ethik und Gender, also erzählen Sie hier doch keine Märchen!!

        Aber ich weiß, die gläserne Decke lässt Frauen nicht Mathematik studieren und die Professorinnen, die wenigen die es gibt, werden daran gehindert einen folgerichtigen Beweis zu führen, eine neue Formulierung zu entdecken, weil die Zahlen alles Phallusymbole sind, vor allem die 1 und die 6.

        So argumentieren wirklich nur Frauen. Aber ich kann das auch: Wäre ich nicht als Mittelschichtskind groß geworden, ohne Förderung, wäre ich sicher auch ein großer Philosoph geworden. Der Kapitalismus ist schuld; Jawohl!

    • @ Ingejahn

      Wann entschuldigen sich DIE Frauen denn dafür bei DEN Männern?

      * Neben den evangelischen Pastören hat es im Kriege noch eine Menschengattung gegeben, die gar nicht genug Blut saufen konnte: das war eine bestimmte Schicht, ein bestimmter Typus der deutschen Frau.

      Die hat wirklich himmlische Blutrosen ins irdische Leben geflochten.

      Der Typus, von dem hier gesprochen wird, findet sich besonders im Adel, im gehobenen Mittelstand – bei den Arbeitern ist er seltener, obgleich da häufig der kleinbürgerliche Charakter der Frau vieles zerstört, was der Mann aufzubauen sich müht.

      Wer aber mitangesehen hat, wie zur Zeit, als die Oberste Heeresleitung das deutsche Volk täglich einmal herrlich belog, beim Eintreffen der scheußlichsten, widerwärtigsten Nachrichten diese deutschen Frauen vor Freude hüpften, mit glänzenden Augen Hurra schrien, den hat es geschüttelt, wenn er ein Herz in der Brust hatte und nicht nur einen Brustbeutel davor.

      Jene deutschen Mütter, die ernsthaft und kleingehirnig ausriefen: »Ich bedaure nur, nicht noch einen Sohn zu haben, damit ich ihn dem Vaterlande geben kann« – dieses Geschmeiß von Eltern ist mitschuldig an dem Mord von Hunderttausenden. (Ihr Vermögen geben sie nicht gern her, da wehren sie sich bis zum letzten – aber die Söhne werden dem Vaterland vom Elternhaus gratis und franko in den Rachen geworfen.)

      Und weil Frauen Männerwerk, mit dem sie sich einmal befassen, meist viel ernster nehmen als Männer und weil die Frauen selten skeptisch sind, so glaubten diese da und opferten Kinder und Gatten und konnten gar nicht genug bekommen.

      ….

      Wir dürfen uns aussuchen, wer unangenehmer und gefährlicher ist: die mit der Erotik der Uniform leicht durchsetzte Gutsfrau, deren Rätsel auch der nachmals so patriotische Ludwig Thoma nachgespürt hat, weil ja, so sagte er, die Liebe zur bunten Uniform nicht verständlich sei, maßen jener sie sich immerhin dabei auszöge – oder die fein gebildete Demokratenfrau, die Fichte zitiert und Arndt; die das Schlachtfeld von Verdun besucht und darüber leitartikelt – und die, kommts zum klappen, Söhne und Brüder und Gatten ›aus Disziplin‹ für das Volksganze in den Dreck hetzt, so dass sie nachher mit Armstümpfen und zerschossenen Unterkiefern und leeren Augenhöhlen nach Hause kommen.

      Das macht nichts.

      Wenn nur das Volksganze heilbleibt.*

      Quelle: Der Artikel „Der Krieg und die deutsche Frau“ aus „Das andere Deutschland“, erschienen 27. 7. 1927, von Ignaz Wrobel (Kurt Tucholsky)

      Oder dafür?

      http://www.guardian.co.uk/world/2008/nov/11/first-world-war-white-feather-cowardice

      Wann entschuldigen sich Mütter bei ihren Söhnen für die Erziehung zu echten Männern?

      Oder ist das nicht nötig?

      Warum nicht?

    • Ingejahn meint:
      * Das die großen philosophischen Fragen ebenfalls eher von Männern gestellt wurden, … liegt daran, dass auf Frauen kein Mensch gehört hat – ihre Ideen abgewertet und unterdrückt wurden, sie garnicht die Möglichkeiten hatten zu veröffentlichen, zu studieren, gehört zu werden. *

      Das ist ein gern geübter Vorwurf, der mal angewandt wird, wenn er Nutzen bringt, gern aber auch mal nicht, wenn er ebenfalls Nutzen bringt.

      Heute hätten Frauen diese Möglichkeit, nutzen sie aber nur in geringem Maße – was allerdings zu der erneuten Klage führt, sie seien IMMER NOCH VIEL ZU UNTERDRÜCKT, um irgendwelche Leistungen zu erbringen. Und wenn dann auch diese Restunterdrückung noch ersäuft wird, indem Zwangsquoten eingeführt werden und die damit zu erreichende Frauenleistung immer noch nicht erreicht wird, dann ist es der Körper der Frau, der ihnen wieder einen Strich durch die Rechnung macht: Kinderkriegen ist eben furchtbar und stört die individuelle Lebensplanung. Das Frauenleben in Deutschland scheint mir durchzogen von hätte, wäre, könnte – wenn eben nur diesen verdammten Zwänge nicht wären. Dass andere – auch diese männeradaptierten Alibi-Frauen des internationalen Patriarchats – sich mit diesen Zwängen ganz gut arrangieren können und darin ein durchaus gelungenes Leben führen können, wird einfach ausgeblendet, es wird nicht zur Kenntnis genommen und zum „Ausnahmefall“ gemacht.

      Umgekehrt kannst Du heute in so gut wie jedem Fernsehfilm Frauen sehen, die zuschlagen, beleidigen, desavouieren, morden, treten, verletzen – auf der ganzen Linie, alles. Sie werden dafür – wenigstens im Film – nicht zur Rechenschaft gezogen: sie sind immer leider dazu gezwungen gewesen, so zu handeln, und für ihre Handlungsweise (für die sie ja nichts können) sind die geltenden Regeln einfach nicht gemacht. Der Tatort vom letzten Sonntag war wieder so ein Fall: ein Arzt, der durch ungesetzliche Handlungsweise über Jahre hinweg Kassenpatienten ihre Leiden lindern konnte, mußte sich ob dieser rechtswidrigen Handlungen eine Menge unangenehmer Gedanken machen. Eine Frau, deren Tochter er gerettet hatte, die aber durch irgendwelche Verwicklungen dann später zur Mörderin wurde, mußte sich dahingehend so gut wie gar nichts anhören: sie war – natürlich nur aus Sorge um ihr Kind – zur Mörderin geworden und konnte quasi gar nichts dafür. Sie stand außerhalb des Gesetzes, und das muß der Zuschauer eben einsehen.

  2. „es geht in dem Dear Woman Manifesto um eine ganz allgemeine Entschuldigung die so wirklich gesagt werden musste und die mich sehr bewegt“

    Ich sehe nicht, warum ich mich persönlich entschuldigen muss, schon gar nicht bei heutigen deutschen Frauen und auf diese Art.
    Anerkennen, dass viele Frauen sich nicht entfalten konnten, dass viele weibliche Genies großes hätten leisten können, wenn man sie entsprechend gefördert hätte, dass ist etwas anderes und das sollte man sicherlich machen.
    Aber diese „Erbschuld qua Geschlecht“-Idee gefällt mir gar nicht. Wenn ich heutige studierte Frauen habe, dann muss ich mich bei denen nicht dafür entschuldigen, dass früher bestimmte Männer (ja keineswegs alle Männer) bestimmte Sachen gemacht haben, insbesondere eine Verantwortung für Vergewaltigungen sehe ich nicht bei meiner Person

    Wenn man von einer Erbschuld ausgeht, warum dann nicht weiter zurück gehen:

    Entschuldigung, liebe Männer, dass wir euch im Wege der sexuellen Selektion zu dem gemacht habt, was ihr heute seid, wir wünschten, wir hätten biologische Selektionsvorteile ignoriert und uns liebe und nette Männer, und nicht möglichst gute Versorger erwählt. Wir haben genau das falsche Männerbild gezüchtet und euch damit allerlei Gewalt und Konkurrenzkampf ausgesetzt. Das hätten wir wirklich besser machen können.

    “ Das ist einfach schön zu hören. Nicht immer kämpfen zu müssen und bei der männlichen Seite auf Ablehnung, Unverständnis und die immer gleichen Argumente stoßen zu müssen, wie du sie auch aufführst.“

    Wie wäre es, wenn du dir diese Argumente einfach mal anhörst und sie als Sorgen und berechtigtes Anliegen wahrnimmst oder zumindest mal in eine entsprechende Betrachtung einstellst. Es hat ja seinen Grund, dass diese Argumente immer wieder kommen: Die Geschlechter haben sich nicht unabhängig von einander entwickelt, es gab nicht den Mann, der immer die Frau kleingehalten hat. Wir haben nicht die reine Weiblichkeit, die nur durch die dunkle Männlichkeit zurückgehalten wurde. Sondern eine gegenseitige Entwicklung der Geschlechter. Weil der eine so ist und den anderen so wollte ist der andere so und wollte den einen auf eine bestimmte Weise. Und beide Seiten wurden benötigt.

    „z.b.: Das die großen philosophischen Fragen ebenfalls eher von Männern gestellt wurden, … liegt daran, dass auf Frauen kein Mensch gehört hat – ihre Ideen abgewertet und unterdrückt wurden, sie garnicht die Möglichkeiten hatten zu veröffentlichen, zu studieren, gehört zu werden.“

    Das die Männer die Kriege geführt haben, lag daran, dass die Frauen dazu zu schwach waren, sich mit der Politik nicht beschäftigt haben, die Versorgerseite und die Schutzseite den Männern überlassen haben.
    Es ist eben alles Betrachtungsweise. Wenn man schon einseitig den Krieg (also das schlechte) den Männern zuweist, dann muss man ihnen genau so einseitig die Erfolge zuweisen.

  3. du gehst von einem komplett anderen geschichtsbild aus als ich.

    kann auch ganz anders argumentieren:
    dadurch dass ab einem gewissen zeitpunkt die männliche aggressivität aus dem ruder lief war es für frauen nötig sich einen beschützer zu suchen um nicht komplett jeglicher willkür ausgesetzt zu werden.

    noch anders argumentiert:
    die schutzfunktion durch einen „starken“ mann entwickelte sich erst später, früher lag der schutz bei der gesamten gruppe gemeinschaftlich.

    „sich mit der Politik nicht beschäftigt haben“ ist genau das gleiche argument wie vorher – die großen philosophischen leistungen kamen von den männern.

    aber – du siehst alles mit der brille der patriarchalen evolutionstheorie – ich mit der der feministischen matriarchatsforschung. auf die art kommen wir nie zusammen.

    • „kann auch ganz anders argumentieren: dadurch dass ab einem gewissen zeitpunkt die männliche aggressivität aus dem ruder lief war es für frauen nötig sich einen beschützer zu suchen um nicht komplett jeglicher willkür ausgesetzt zu werden.“

      Erst einmal wäre die Frage, ob sie aus dem ruder gelaufen ist und was du darunter verstehst. Aber selbst dann kann ich argumentieren, dass eben dieses aus dem Ruder laufen dadurch bedingt ist, dass Frauen nicht die netten Männer, sondern die aggressiven bevorzugt haben. Die, die den anderen die Beute abspenstig machen oder einen Teil davon als Tribut verlangen konnten, um sie dann an ihre Frauen und Kinder zu geben. Und das es sich so langsam hochgesteigert hat.

      „die schutzfunktion durch einen „starken“ mann entwickelte sich erst später, früher lag der schutz bei der gesamten gruppe gemeinschaftlich.“

      Und da haben dann die Frauen trotz geringerer Körperkraft gekämpft? und sie haben den Übergang zu persönlichen Schutz und persönlicher Verpflichtung nicht mitgetragen, obwohl er für sie ja durchaus vorteilhaft gewesen sein muss?

      „aber – du siehst alles mit der brille der patriarchalen evolutionstheorie – ich mit der der feministischen matriarchatsforschung. auf die art kommen wir nie zusammen.“

      Wie sind denn die Geschlechter nach der feministischen Matriarchatsforschung entstanden?
      Direkt als Ying und Yang?

      • Hallo Christian,

        eine neue Studie geht davon aus, dass die größte Gesamtanzahl an Neandertalern in Nord-, Mittel- und Südeuropa die 10.000er Marke nicht überschritten hat.

        http://tinyurl.com/44vys5p

        Was meinst du, Christian, werden dann eher die kräftigeren Individuen jagen gehen und sich dem Risiko aussetzen bei jeder Jagd zu sterben oder eher die Individuen, die Kinder kriegen können, auf die Gefahr hin, dass dann ein ganzer Clan ausstirbt?

        Wenn das! Patriarchat sein soll, ja dann, meine lieben Damen fordert das Patriarchat zurück, denn nirgends geht oder ging es euch besser, wie in einem allfälligen „Patriarchat“.

      • @Jürgen

        *Wenn das! Patriarchat sein soll, ja dann, meine lieben Damen fordert das Patriarchat zurück, denn nirgends geht oder ging es euch besser, wie in einem allfälligen „Patriarchat“.*

        Soweit ich das als Laie beurteilen kann, scheint mir das kennzeichnend für Matriarchate: Sie sind für Frauen anstrengender als Patriarchate. Frauen schuften in Matriarchaten mehr, Männer leben dagegen zurückgelehnter, strengen sich nicht so sonderlich an.

        Was dann auch den zivilisatorischen Misserfolg von matrilinearen Gesellschaften erklärt, die ihre Männer nicht so gut motivieren können wie Patriarchate.

        Das kann man ja nicht übersehen: Hochkulturen leben von dem Surplus, das vor allem Männer erwirtschaften (geistig wie materiell).

        Oder eben nicht erwirtschaften, weil sie lieber eine ruhig Kugel schieben.

        Stimmt’s Tippse?

        Tippse kann im Moment nicht antworten, sie muss putzen.
        Sie ist ja jetzt der Boss und trägt die Verantwortung.

        Aber in der Regel sagt Tippse „Ja“.

        Was soll sie auch sonst sagen.

  4. „Auf die Entschuldigung folgt dann natürlich auch ganz klar die Vergebung.“

    Wer wird denn etwas vergeben wollen/können, das anderen zu anderen Zeiten angetan wurde?

    „Sense of compassionate justice“ ist wohl ein ziemlicher Scherz.

  5. anders sehe ich natürlich auch was du beschreibst – ihr männer seid schuld – nein ihr frauen seid schuld – bringt so garnichts.

    mit sicherheit ist es eine gemeinsame entwicklung gewesen. das muss aber aufhören – jetzt ist gemeinsame weiterentwicklung angesagt. und so eine entschuldigung tut da deswegen so gut, weil es mir so weh getan hat, als mädchen aufzuwachsen und frau zu werden in unserer gesellschaft. missbrauch, vergewaltigung, das gefühl weniger wert zu sein usw. sind nicht beschreibungen die frau irgenwo liest, wir haben das alles erlebt und erlitten. wenn dann eine kollektive männliche entschuldigung kommt, ist das ok. die kommt ja gerade von männern die sowas nicht machen aber verstehen was das „männliche“ als abstrakter begriff angerichtet hat.

    • @ingejahn

      „mit sicherheit ist es eine gemeinsame entwicklung gewesen. das muss aber aufhören – jetzt ist gemeinsame weiterentwicklung angesagt.“

      Dann muss man sich auch nicht als Gruppe entschuldigen. Enschuldigungen einzelner für Gruppentaten an denen er nicht direkt beteiligt war, sind meiner Meinung nach sowieso sehr zweifelhaft.

      „missbrauch, vergewaltigung, das gefühl weniger wert zu sein usw. sind nicht beschreibungen die frau irgenwo liest, wir haben das alles erlebt und erlitten.“

      Nein, nicht alle Frauen haben Missbrauch, Vergewaltigung und das Gefühl weniger wert zu sein erlebt. Einige Frauen haben das erlebt, bei der Vergewaltigung sogar der wesentlich geringere Teil. Und auch bei Frage, wer mehr wert ist, bin ich skeptisch. Es gibt genug Bereiche in denen Frauen als „wertvoller“ angesehen werden, einige sind ja oben genannt. Wenn man sich natürlich nur auf die negativen konzentriert, dann ergibt das ein entsprechendes Weltbild.

      „wenn dann eine kollektive männliche entschuldigung kommt, ist das ok. die kommt ja gerade von männern die sowas nicht machen aber verstehen was das „männliche“ als abstrakter begriff angerichtet hat.“

      Das sehe ich anders. Wie gesagt: historische und aktuelle Mißstände anerkennen, dass ist die eine Sache. Aber eine Entschuldigung von jemanden, der nichts gemacht hat, bei jemanden, der diese historischen Mißstände nicht erlebt hat, dass ist Augenwischerei. Da würde ich Nick zustimmen

  6. wenn wir von den abstrakten begriffen „das männliche“ und „das weibliche“ ausgehen kann ich vergeben. weil das was dem weiblichen angetan wurde für jede einzelne frau spürbar ist. wir haben ein genetisch codiertes kollektives gedächtnis.

  7. Wie sind denn die Geschlechter nach der feministischen Matriarchatsforschung entstanden? Direkt als Ying und Yang?

    diese frage zeigt mir, dass du dich nicht ersthaft mit der thematik auseinandersetzen möchtest. hast du schon irgendwas über matriachatsforschung gelesen?

    du baust deine argumentation auf einem patriarchalen geschichtsbild auf. schon mal 1984 gelesen?

    du kannst dir anscheinend gar nicht vorstellen dass es nicht ewig diese 2-er beziehungen gegeben hat bzw. frau ist zuhause in der höhle bei den kinder und mann geht jagen ein patriarchaler mythos ist.

    es gibt und gab auch ganz andere soziale strukturen.

    • @ingejahn

      „diese frage zeigt mir, dass du dich nicht ersthaft mit der thematik auseinandersetzen möchtest. hast du schon irgendwas über matriachatsforschung gelesen?“

      Den Wikipediaeeintrag und ein paar Sachen im Internet. Aber wenn die Evolutionstheorie „patriarchalisch“ ist, dann muss es ja irgendwie anders entstanden sein. Es würde mich interessieren, welcher Weg das sein soll. Eigentlich gibt es da ja nur noch eine Schöpfungsgeschichte?

      „du baust deine argumentation auf einem patriarchalen geschichtsbild auf.“

      Das würde ich nicht so sehen.

      „schon mal 1984 gelesen?“

      Ja.

      „du kannst dir anscheinend gar nicht vorstellen dass es nicht ewig diese 2-er beziehungen gegeben hat bzw. frau ist zuhause in der höhle bei den kinder und mann geht jagen ein patriarchaler mythos ist.“

      Ich kann mir schon vorstellen, dass es etwas anderes als Zweierbeziehungen gegeben hat. Aber ein überwiegender Teil werden zweierbeziehungen gewesen sein, sonst hätten wir eine andere Biologie. Männer sind ja zB eher auf eine mittelmäßige Spermienkonkurrenz eingestellt. Und die ausgeschütteten Bindungshormone und Glückshormone passen auch eher zu einer Zweierbeziehung.
      ich habe dazu mal was geschrieben:
      Lust, Anziehung und Verbundenheit oder auch Liebe
      Was wissen wir über Mann und Frau aus der Steinzeit?

      „es gibt und gab auch ganz andere soziale strukturen.“

      Zum Beispiel?
      Und wie sind nun die Geschlechter entstanden und so geworden, wie sie heute sind?

    • @ingejahn

      ein genetisches kollektives Gedächtnis gibt es so nicht, schon gar nicht nach Geschlecht. Wie sollte es sich auch vererben? Die Kinder können ja allenfalls Erinnerungen übertragen bekommen bis zu ihrer Geburt. Dazu müssten sich aber die Eizellen der Mutter noch über das Leben verändern – was sie nicht tun.

      Allenfalls werden günstige Verhaltens- und Denkweisen übertragen, wenn diese Selektionsvorteile bringen.

      • ..ich vermute mal, es ist Eipigenetik gemeint.

        Ein „Gedächtnis“ in Form eines kollektiven weiblichen Bewußtseins kann die aber auch nicht leisten, schon gar nicht für Allefrauen.

        Natürlich gibt es ein kulturell bedingtes kollektives Gedächtnis (auch Folklore genannt), das allerdings noch anfälliger für Verdrängungsmechanismen und Vereinfachungen ist als das individuelle Gedächtnis.

  8. kann’s nicht lassen 😉
    nur noch ein denkanstoß – es gibt leider keine einzige frau in unserer zivilisation die noch nie irgendeine form von sexueller gewalt erfahren hat.

    bei noch existierenden matriarchalen völkern gibt es das nicht.

    jetzt aber schluss – muss noch war arbeiten…

    • ..wie ist da die Definition von „sexueller Gewalt“?

      Können wir die bei Katherine MacKinnon nachlesen?

      „The Male Gaze“?

      • @ Nick

        *Können wir die bei Katherine MacKinnon nachlesen?

        „The Male Gaze“?*

        Aber doch nicht nur bei Catherine MacKinnon

        Eine kleine Blütenlese:

        *In a patriarchal society all heterosexual intercourse is rape because women, as a group, are not strong enough to give meaningful consent.“ Catherine MacKinnon in Professing Feminism: Cautionary Tales from the Strange World of Women’s Studies, p. 129..*

        *I claim that rape exists any time sexual intercourse occurs when it has not been initiated by the woman, out of her own genuine affection and desire.“ From Robin Morgan, „Theory and Practice: Pornography and Rape“ in „Going too Far,“ 1974. .*

        *MAN: … an obsolete life form… an ordinary creature who needs to be watched … a contradictory baby-man …“
        „TESTOSTERONE POISONING: … ‚Until now it has been though that the level of testosterone in men is normal simply because they have it. But if you consider how abnormal their behavior is, then you are led to the hypothesis that almost all men are suffering from ‚testosterone poisoning.'“ from A Feminist Dictionary“, ed. Kramarae and Treichler, Pandora Press, 1985*

        *Patriarchy requires violence or the subliminal threat of violence in order to maintain itself… The most dangerous situation for a woman is not an unknown man in the street, or even the enemy in wartime, but a husband or lover in the isolation of their home.“ Gloria Steinem in Revolution from Within: A Book of Self-Esteem, pp. 259-61..*

        *Under patriarchy, no woman is safe to live her life, or to love, or to mother children. Under patriarchy, every woman is a victim, past, present, and future. Under patriarchy, every woman’s daughter is a victim, past, present, and future. Under patriarchy, every woman’s son is her potential betrayer and also the inevitable rapist or exploiter of another woman,“ Andrea Dworkin, Liberty, p.58..*

        *The fact is that the process of killing – both rape and battery are steps in that process- is the prime sexual act for men in reality and/or in imagination.“. Andrea Dworkin, Letters from a War Zone, p. 22..*

        *Man’s discovery that his genitalia could serve as a weapon to generate fear must rank as one of the most important discoveries of prehistoric times, along with the use of fire, and the first crude stone axe.“ Susan Brownmiller, Against Our Will: Men, Women, and Rape, p. 5..*

        usw. usw. usw.

        Ich höre auf, denn das ist für einen Mann so vergnüglich wie die Lektüre des Stürmers für einen Juden.

        Aber gewiss doch: Dass FeministInnen MännerhasserInnen seien, ist ein boshaftes Gerücht.

    • „bei noch existierenden matriarchalen völkern gibt es das nicht.“

      Andererseits haben Frauen in untergegangenen matriarchalischen Völker der östlichen Ureinwohner Nordamerikas wochenlang Gefangene zutode gefoltert.

      Die Irokesen ließen ihren Gefangenen „Erholungspausen“, damit die Qual länger anhält.

      Nicht dass ich behaupte, unsere Kultur wäre da per se besser, aber das beweist klar dass Matriarchate dies eben auch nicht sind.

  9. Als würden sich jemals alle Frauen kollektiv für den Feminismus der letzten vierzig Jahre entschuldigen.

    Es ist nicht die Schuld des heutigen Mannes, dass frühere Gesellschaftsformen auf die traditionelle Rollenverteilung angewiesen waren um zu überleben. Und der grösste Teil des Leids auf diesem Planeten und in seiner gesamten Geschichte haben Männer erlitten.

    Frauen werden ja nicht erst heute in Schutz genommen und besser behandelt als Männer – das ist ein historisches Erbe.

    Ein Mann von heute muss sich für gar nichts entschuldigen – erst recht nicht bei den grossen Profiteurinnen der Menschheitsgeschichte.

    Bei diesem Manifestchen ertönt in meinen Ohren ein ganz grosser Pudelalarm …

    • Ja genauso wie sich die heutigen Deutschen/Österreicher für die Judenverfolgung entschuldigen sollten. Ich entschuldig mich für gar nichts das ich nicht selber zu verantworten hatte.

      Genauso blödsinnig wie das Argument:“Aber der Kerl hat das zu mir gesagt und jetzt bin ich auch ein Arsch obwohl du immer nett warst“. Da steht immer noch das Prinzip der Eigenverantwortung darüber.

      Die Männern von heute müssen sich sicher nicht für irgendwelche anderen Generationen entschuldigen. Das seh ich auch so.

      • „Ja genauso wie sich die heutigen Deutschen/Österreicher für die Judenverfolgung entschuldigen sollten. Ich entschuldig mich für gar nichts das ich nicht selber zu verantworten hatte.“

        „I feel sorrow“ ist ja auch eigentlich keine Entschuldigung, sondern ein Ausdruck des Bedauerns. Entschuldigen für etwas, das man gar nicht getan hat kann man sich ja nicht.

        Was mir aufstößt ist: „I take responsibility [for the forces in the masculine psyche that are responsible for dishonoring the feminine.]

        Es ist also in der maskulinen Psyche angelegt, das Weibliche zu „entehren“.

        Natürlich ist Sex in der männlichen Psyche angelegt, und Sex als „Entehrung“ zu begreifen ist ja auch die Grundlage dieser frühbürgerlichen Geisteshaltung.

    • Sehe ich genauso, es ist nicht die Schuld der Männer, das sich Frauen 2000-10000 Jahre lang einen Dreck um Politik und vertretung ihrer Interessen gekümmert haben. Sobald Frauen gemeinschaftlich für ihre Rechte eintraten haben sie sie auch bekommen.
      Wer die Geschichte aber passiv über sich ergehen lässt, hat imho kein Recht sich über ihre Resultate zu beschweren.

      Das meiste Leiden wurde nicht von Männern verursacht, sondern von Eliten die nur im eigenen Interesse gehandelt haben und das konnten, weil Männer UND Frauen sie das haben tun lassen.

      Im Ernst, wenn einem die Welt zu ungerecht ist, dann sollte man die Fehler nicht in den Geschlechtern und Geschlechtsvorstellungen suchen, sondern in der Organisation der Staaten. Die organisieren schließlich die größten Ungerechtigkeiten.

      • „Das meiste Leiden wurde nicht von Männern verursacht, sondern von Eliten die nur im eigenen Interesse gehandelt haben und das konnten, weil Männer UND Frauen sie das haben tun lassen.“

        Was das konkrete Thema betrifft: Seit den Zeiten der frühsten bürgerlichen Freiheiten gab es unterschiedliche Lager, was die „Frauenfrage“ betrifft. Und die Grenze der Lager war nicht Männlich/Weiblich.

        In dieser Geschichte waren es fast durchgängig mehr Männer als Frauen, die in diesem Sinne progressiv – und nicht konservativ – gewählt haben. Es waren dann die männlichen Arbeiter- und Soldatenräte, die auf die Intervention weniger Frauen hin das Wahlrecht für Frauen erkämpft haben.

        Aber die Gehirne der konservativen Frauen hat natürlich das Patriarchat gründlich gewaschen, das ist also wieder gerade ein Beweis für die existenz des Allmächtigen (Patriarchates)

  10. tzas — einfach zu interessant:

    das mit dem leid das männer erlebt haben ist wohl wahr – sehr eindringlich.

    kriege sind aber nicht geführt worden um frauen zu beschützen. da waren schon immer völlig andere interessen im spiel. mal drüber nachdenken!

    und – was ist so schlimm an den letzten 40 jahren feminismus? wo ist da der große schaden für männer? wollt ihr bzw. der willst du manifold eine völlig unselbstständige frau zuhause, die du dein leben lang versorgen musst? nur mal so als ein aspekt.

    es hält männer auch niemand davon ab, eigenen wege zu gehen. was ich aber einfach um die burg nicht verstehe – aus welchen gedankengang oder welcher motivation heraus kann ein mann ein überzeugter gegner davon sein, dass ein anderer mensch, ein weiblicher mensch, sein leben so leben kann, wie es ihr gefällt?

    • „es hält männer auch niemand davon ab, eigenen wege zu gehen.“

      Im Großen und Ganzen hasste da wohl Recht. Es kommt natürlich schon darauf an, welche Wege man gehen möchte. Geht man sie allein, kommt das, was du sagst 100% hin. Sonst allerdings meist nicht.

      „Was ich aber einfach um die burg nicht verstehe – aus welchen gedankengang oder welcher motivation heraus kann ein mann ein überzeugter gegner davon sein, dass ein anderer mensch, ein weiblicher mensch, sein leben so leben kann, wie es ihr gefällt?“

      Versteh ich auch nicht. Wer findet das denn?

    • „was ist so schlimm an den letzten 40 jahren feminismus?“

      Ja was soll schon schlimm an 40 Jahren Misandry gewesen sein? Was ist schon schlimm daran, wenn Männer für alle Übel der Welt verantwortlich gemacht werden? Was soll schon schlimm daran sein, wenn Väter aus den Familien ausgestoßen werden.

      „wollt ihr bzw. der willst du manifold eine völlig unselbstständige frau zuhause, die du dein leben lang versorgen musst?“

      Das Problem ist folgendes: Als Mann bist du so oder so gezwungen, die Frauen zu versorgen, wenn nicht direkt, dann indirekt. Der Staat ist eine riesige Transfairmaschine, die Männer Ressourcen abknöpft, und sie den Frauen zuschiebt. Die Männer bezahlen den größte Teil der Steuern, und die Frauen erhalten den größten Teil der Vorteile.

      Die direkte Finanzierung einer einzigen Frau ist für Männer sehr viel effizienter, da sie so für ihre Versorgerleistung auch eine Gegenleistung erwarten können. Wenn der Staat dir aber dein hart erarbeitetes Geld stiehlt, um damit eine alleinerziehende Mutter und die Brut eines anderen durchzufüttern, dann hast du als Mann gar nichts davon.

      • Ok, also müssen Frauen sich jetzt kollektiv schuldig fühlen, weil manche von ihnen Unterhalt beziehen?
        Wäre der Umkehrschluß…

      • Merkwürdiger „Umkehrschluß“.

        Einen Don-Quijotte-Schluß würde ich das eher nennen, da er weit am Thema „eine völlig unselbstständige frau zuhause wollen“ vorbei Windmühlen in La Mancha angreift.

  11. Naja, und morgen legitimiert mir mein „genetisches kollektives Gedächtnis“ dann wieder, den Franzos‘ zu überfallen. Obwohl der sich seit vielen jahrzehnten friedlich verhält.

    Wenn ich mir anmaße, einem reumütigen Franzosen zu vergeben dann behalte ich mir damit vor, anderen Franzosen nicht zu vergeben – insofern ist es auch nicht weit her mit dem „abstrakten Männlichen“. Einem „abstrakten Männlichen“ kann man ja nichts vergeben, es ist kein Individuum das Fehler machen und diese bereuen kann.

    Das ist kein humanistischer Fortschritt, es ist rückwärtsgewandt. Wie das ganze sakral-romantische Weiblichkeitsbild des vorherrschenden Feminismus ab 1975.

    Vor 1975 hatte Feminismus überwiegend die Aufhebung der Entindividualisierung von Frauen zum Ziel, danach hat er die Entindividualisierung bzw. Kollektivierung in einer Qualität vorangetrieben, die das „Patriarchat“ allenfalls zu Zeiten der Hexenverfolgung kannte: Das Verantwortlichmachen eines Geschlechtes für komplexe, multikausale leidverursachende Phänomene.

    War bei der Hexenverfolgung das „sündhaft-Weibliche“ für die Mißernten verantwortlich, so ist es heute im Subtext die dämonisierte männliche Sexualität, die für Umweltzerstörung, Krieg, Wirtschaftskrise, Armut – für alles was gerade auf der Welt negativ erscheint – verantwortlich. An Irrationalität nimmt sich beides kaum etwas, es ist beides des gleichen Geistes Kind.

    Wie immer, wenn es darum geht Zwietracht unter Menschen zu säen werden Untaten von Individuen auf ganze Gruppen von Menschen projeziert, damit jedes Individuum der einen Gruppe sich als Opfer des anderen „Kollektivs“ fühlt.

    Das ist die Grundlage, auf der Menschen dann irgendwann dazu bereit sind, ihnen völlig unbekannte andere Menschen, die ihnen nicht das Geringste getan haben, zu töten.

    Wir haben gerade in Europa schlimmste Erfahrungen mit diesem Geist gemacht, und sollten ihn nicht akzeptieren nur weil er jetzt im Lila Gewand daherkommt.

  12. „mit sicherheit ist es eine gemeinsame entwicklung gewesen. das muss aber aufhören – jetzt ist gemeinsame weiterentwicklung angesagt. und so eine entschuldigung tut da deswegen so gut, weil es mir so weh getan hat, als mädchen aufzuwachsen und frau zu werden in unserer gesellschaft. missbrauch, vergewaltigung, das gefühl weniger wert zu sein usw. sind nicht beschreibungen die frau irgenwo liest, wir haben das alles erlebt und erlitten. wenn dann eine kollektive männliche entschuldigung kommt, ist das ok. die kommt ja gerade von männern die sowas nicht machen aber verstehen was das „männliche“ als abstrakter begriff angerichtet hat“

    @inge
    das ist schon heftig. wahrscheinlich bin ich dann der einzige mann, bei dem sich die frauen entschuldigen müssen? freue mich also über post von dir! mir fällt gerade ein fall aus dem letzten jahr ein, wo die polizei im zuge andrweitiger ermittlungen ein video auf einem handy fand, wo eine betäubte frau ziemlich übel behandelt wurde von zwei typen. als die frau ausfindig gemacht wurde, sagte sie, alles sei ok gewesen, sind ja schließlich zwei nette bekannte (dreckschw**** hätte sich sie genannt). chapeau! dafür sollte sich die frau entschuldigen und nicht ich…

    • Weil „Victim Blaming“ angeblich oder tatsächlich so verbreitet ist, gibt es nur die zwei Alternativen dass sich entweder nur „die Männer“ bei „den Frauen“ oder „die Frauen“ bei „den Männern“ entschuldigen müssen?

      Ich verstehe nicht ganz.

  13. „Mir selbst ist es etwas zu einseitig.“

    Etwas?

    „I feel sorrow that we men have used your beauty as a form of commerce: in prostitution, pornography and the sale of products through advertising. I take a stand against any form of commercialization of woman’s beauty, and I respect that your body belongs to you.“

    Der Mann der sich dafür entschuldigt, ist nicht mehr ernst zu nehmen.

    • @ Adrian

      *Der Mann der sich dafür entschuldigt, ist nicht mehr ernst zu nehmen.*

      Einverstanden.

      Mich interessierte aber doch, womit man seine Bong stopfen muss, um so vergeistigt zu gucken wie die beiden am Anfang des Videos.

      Das schneide ich Tippse in den Tabak (Sie dreht selber, ich bin Nichtraucher).

      Will ja nur wissen, was dann passiert.

      Entschuldigen kann ich mich hinterher immer noch.

  14. Oh mein Gott…..

    Ich konnte das Video nicht bis zum Schluss anschauen, ich habe mich zu sehr fremdgeschämt für diese erbärmliche Arschkriecherei der Männer.

    Was haben diese Kerle nur für ein Selbstbild oder sehen sie sich selbst als die großen Ausnahmen vom Rest der ach so schlimmen Männerwelt?

    Es ist sicher nicht alles perfekt gelaufen im Verlauf der letzten paar tausend Jahre Menschheitsgeschichte, aber wer heute aus einer bequemen, sicheren und technisierten Welt heraus die Menschen (bzw. Männer) verurteilt, die in der Vergangenheit unter so unglaublich harten Umständen, das wir sie uns heute kaum noch vorstellen können, versucht haben, zu überleben, wer also meint, sich für die Überlebenskämpfe der Vergangenheit heute entschuldigen zu müssen, den sollte man mal für ein Jahr ohne technische Hilfsmittel auf einer Insel mit wilden Tieren aussetzen und ihn danach nochmal fragen, warum denn wohl in der Vergangenheit nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen war.

    Die Welt war und ist ganz sicher nicht perfekt, aber Männer und Frauen sind im Guten wie im Schlechten zusammen DIE MENSCHHEIT und damit gemeinsam verantwortlich für alles Gute und alles Schlechte, was die Menschen um Verlauf ihrer Geschichte verursacht haben.

    Amen.

  15. Ach Quatsch. Ich entschuldige mich für gar nichts, ich lehne jede Verantwortung für die Jahrtausende vor mir ab. Ich habe meine Kinder allein erzogen und versucht, ihnen ein guter Vater zu sein. Den Mädchen habe ich beigebracht, dass sie qua Geschlecht nichts besseres sind als ihr Bruder, und allen dreien, dass sie Verantwortung haben für die Welt, in der sie leben und die Menschen, mit denen sie leben.

    Dieses verquaste Zeug von Verantwortung seitens der Männer ist viel zu offensichtlich dahin gerichtet, anderen ein schlechtes Gewissen zu machen, damit man sich selbst nicht so schämen muss, wenn man Dinge für sich selbst beansprucht, die eigentlich anderen gehören bzw. für die andere haben arbeiten müssen.

    Die ganzen großen Komponisten: alles Männer. Die großen Maler: alles Männer. Die großen Dichter: auch alles Männer. Von den Ingenieuren ganz zu schweigen. Die paar modernen Frauen darunter, die es vor allem wegen intensiver Förderung in diesen Bereichen zu einem gewissen Mittelmaß geschafft haben – geschenkt. Über andere Bereiche urteile ich nicht.

    Wenn Frauen nicht in der Lage sind, ihre eigene Verantwortung wahrzunehmen und statt dessen globale Verschwörungen über die Jahrtausende hin konstruieren zu müssen: langweiliges Zeug. Sollen sie sich zum Stricken treffen und von bösen Männern träumen.

    • *Den Mädchen habe ich beigebracht, dass sie qua Geschlecht nichts besseres sind als ihr Bruder*

      Aha, und ihrem Sohn haben sie gesagt, dass er die Krone der Schöpfung ist?
      Könnte man aus folgendem Zitat ableiten:

      „Die ganzen großen Komponisten: alles Männer. Die großen Maler: alles Männer. Die großen Dichter: auch alles Männer. Von den Ingenieuren ganz zu schweigen. Die paar modernen Frauen darunter, die es vor allem wegen intensiver Förderung in diesen Bereichen zu einem gewissen Mittelmaß geschafft haben – geschenkt. Über andere Bereiche urteile ich nicht.“

      Ich sehe es ganz deutlich vor meinem geistigen Auge:
      „Junge, Frauen sind nette kleine Dinger, aber du bist ein Mann und daher ein Genie! Wiederhole: ICH BIN EIN GENIE!
      Mädchen habt ihr euer Mantra schon aufgesagt?“ „Ja Papa, wir sind nichts besseres als die Männer, im Gegenteil!“

      Gruselig.

      • @ Maren

        *Gruselig.*

        Thomas Reuter gibt die konsequente Antwort auf das hier, Zitat ingejahn

        *weil es mir so weh getan hat, als mädchen aufzuwachsen und frau zu werden in unserer gesellschaft. missbrauch, vergewaltigung, das gefühl weniger wert zu sein usw. sind nicht beschreibungen die frau irgenwo liest, wir haben das alles erlebt und erlitten. wenn dann eine kollektive männliche entschuldigung kommt, ist das ok. die kommt ja gerade von männern die sowas nicht machen aber verstehen was das „männliche“ als abstrakter begriff angerichtet hat.*

        Wenn das Männliche als abstrakter Begriff das anrichtet, wenn also Gewalt, Vergewaltigung, Frauenabwertung männlich genannt werden dürfen, weil eine kleine Minderheit von Männern, gewalttätig ist, vergewaltigt, Frauen abwertet, dann darf Genie und Erfindergeist mit dem gleichen Recht männlich genannt werden, denn die große Mehrheit der Genies, der Erfinder, der großen Künstler sind nun einmal ebenso unbestreitbar Männer wie die Mehrheit der Vergewaltiger und Gewalttäter, auch wenn die große Mehrheit der Männer insgesamt weder Genies noch sonderlich erfinderisch ist.

        Aber diese große Mehrheit ist ja auch weder gewalttätig noch vergewaltigt sie.

      • Na Maren, heute sind wir wohl gar nicht gut drauf.

        Zu behaupten, jemand würde seine eigenen Töchter so behandeln ist ein ganz schäbiger Anwurf.

      • @Roslin:

        „There’s no female Mozart, because there’s no female Jack the Ripper“ – Richtig.

        Allerdings sprengt es offenbar die Vorstellungskraft so vieler Feministinnen, dass es kaum Männer gibt die die Mozarts für sich persönklich reklamieren.

        So sagt der Satz: „Die ganzen großen Komponisten: alles Männer. Die großen Maler: alles Männer…“ in dem Kontext ja nicht, dass alle Männer Mozarts – und damit die Krone der Schöpfung sind.

        Er sagt, dass Frauen mal so etwas leisten sollen wie Mozart, bevor sie reklamieren dass sie nicht wie Mozarts behandelt werden.

        Die Milliarden Männer, die es nicht zu Weltruhm bringen jammern ja auch nicht ständig über Weltverschwörungen.

      • * „Ja Papa, wir sind nichts besseres als die Männer, im Gegenteil!“ *

        Genau das habe ich ihnen immer erzählt (aber sie haben das Sprüchlein mir gegenüber natürlich nicht aufsagen müssen: wir haben auch anderweitig eine wertschätzende Beziehung zueinander hinbekommen. Jetzt, wo sie erwachsen sind, merkt man das).

        Nur das „im Gegenteil“ habe ich weggelassen, weil sie mir genauso lieb waren wie mein Sohn.

        Hast Du auch Kinder, liebe Maren, oder schöpfst Du hier mit vollen Händen aus der Theorie? Hast Du ggf. deinen Sohn auch so lieb wie deine Tochter, oder hat er Deine Liebe erst dann verdient, wenn Du ihn so glatt gehobelt hast, dass Frauen endlich was mit ihm anfangen können?

    • *Zu behaupten, jemand würde seine eigenen Töchter so behandeln ist ein ganz schäbiger Anwurf.*

      Ach was. Und zu behaupten dass Frauen ™ generell nich in der Lage sind Verantwortung zu übernehmen, alle Männer hassen, Unterhalt erschnorren wo es nur geht, und generell auf nichts anderes als Geld aus sind ist keiner? Ganz davon abgesehen, dass sie ohne Förderung im Leben sowieso nix zustande bringen?
      Das ist dann gerechtfertigte Kritik oder wie?

      Und wenn dann ein alleinerziehender Vater davon spricht, seinen Töchtern beigebracht zu haben, dass sie nichts Besseres als Männer sind und im weiteren Text dann davon spricht, dass Frauen ohne (natürlich überzogene) Förderungen immer schlechter seien als Männer, ob Kunst/Kultur oder Technik, ja dann kann das ganz miese Gedanken in einem hervorrufen.

      Mal ganz davon abgesehen, dass es schlicht falsch ist:
      Austen, Bronte, Woolf, Dickinson, Shelley,Parker, Gonzales,Capet, Kahlo, O´Keefe

      Alles Frauen die sich in Kunst und Literatur hervorgetan haben.

      • Naja du übersiehst aber das Frauen eben genausoviel Wert sind wie Männern. Nicht mehr und nicht weniger. Das ein „nicht-besser“ auch kein „schlechter“ impliziert. Jetzt mal den persönlichen, menschlichen Wert betreffend. Ober bist du etwa der Meinung das Frauen wertvoller seien als Männer?

      • „Aber schau dir ganz unbefangen mal den Kontext an.“

        Wenn Thomas schreibt:

        *Den Mädchen habe ich beigebracht, dass sie qua Geschlecht nichts besseres sind als ihr Bruder*

        Dann kann ich da keine Benachteiligung herauslesen. Das andere mit den Erfindern usw. -> Correlation does not imply causation.

      • „Und zu behaupten dass Frauen ™ generell nich in der Lage sind Verantwortung zu übernehmen, alle Männer hassen, Unterhalt erschnorren wo es nur geht, und generell auf nichts anderes als Geld aus sind ist keiner?“

        Er hat nicht behauptet, sie seien nicht dazuz in der Lage. Der Rest ist hineininterpretiert.

        Er hat behauptet, sie täten es nicht, aber er habe seinen Töchtern beigebracht Verantwortung zu übernehmen.

      • *Der Rest ist hineininterpretiert.*

        Es war nicht nur auf Thomas gemünzt. Das ist nun mal die grundsätzliche Haltung zum Thema Frauen, die manche Kameraden hier haben. Damit möchte ich dich natürlich nicht ausschließen.

        *Er hat behauptet, sie täten es nicht, aber er habe seinen Töchtern beigebracht Verantwortung zu übernehmen.*

        Und ich frage dich, kennst du tatsächlich Frauen also erwachsene Menschen, die keinerlei Verantwortung zu tragen haben?
        Und wenn ja, frage ich dich, wie du Verantwortung definierst.

      • „Und ich frage dich, kennst du tatsächlich Frauen also erwachsene Menschen, die keinerlei Verantwortung zu tragen haben?“

        Hier liegt wohl ein Mißverständnis vor: Ich rede nicht von Frauen, sondern von vielen Feministinnen.

        Frauen und Feminismus gleichzusetzen mag euer Traum sein, allerdings macht die Empirie da leider nicht mit.

        Die meisten Frauen sehen ihren primären Verantwortungsbereich bei ihren Kindern und in ihrem persönlichen Umfeld.

        Je mehr Optionen sie haben, umso eher kristallisiert sich heraus dass nur etwa grob 20% diese Optionen auch nutzen.

      • „Damit möchte ich dich natürlich nicht ausschließen. “

        Das Urteil einer Feministin über einen Mann hat in etwa den Wert einer Mark am 14.11.1923.

      • „„Junge, Frauen sind nette kleine Dinger, aber du bist ein Mann und daher ein Genie! Wiederhole: ICH BIN EIN GENIE!“

        Interessanterweise hat dieser Aussage niemand widersprochen.
        Und das zusammen mit der Aussage, dass „Frauen ja nichts besseres sind“ kann man schon so interpretieren, dass das Anhängsel „im Gegenteil“ zwar vielleicht nicht gesagt, aber scheinbar doch gedacht wurde.

        @ Nick
        „Das Urteil einer Feministin über einen Mann hat in etwa den Wert einer Mark am 14.11.1923.“

        Du mußt dir nicht einbilden, dass deine Meinung über Feministinnen und deren Meinungen mehr wert wäre…

      • „Du mußt dir nicht einbilden, dass deine Meinung über Feministinnen und deren Meinungen mehr wert wäre…“

        Es ist ja erstmal die Frage, ob sich der Wert nur in „Fiat-Money“ darstellen lässt 😉

        „Interessanterweise hat dieser Aussage niemand widersprochen.“ ist z.B. eine ungedeckte Aussage. Fiat-Money sozusagen. (Genauer betrachtet ist diese Aussage Falschgeld, aber das soll uns jetzt nicht weiter stören)

        Die Summe solcher Aussagen unter dem Label Feminismus bewirkt eine astronomische Hyperinflation..

      • @ Onyx

        Das ist nicht richtig, Onyx, ich habe dem widersprochen.

        Zitat Meister Roslin (mit Korrektur wenig meisterlicher Fehler, bin halt kein Genie):

        *Wenn das Männliche als abstrakter Begriff das anrichtet, wenn also Gewalt, Vergewaltigung, Frauenabwertung männlich genannt werden dürfen, weil eine kleine Minderheit von Männern, gewalttätig ist, vergewaltigt, Frauen abwertet, dann darf Genie und Erfindergeist mit dem gleichen Recht männlich genannt werden, denn die große Mehrheit der Genies, der Erfinder, der großen Künstler stellen nun einmal ebenso unbestreitbar Männer wie die Mehrheit der Vergewaltiger und Gewalttäter, auch wenn die große Mehrheit der Männer insgesamt weder aus Genies besteht noch sonderlich erfinderisch ist.

        Aber diese große Mehrheit ist ja auch weder gewalttätig noch vergewaltigt sie.*

        Viele Feministinnen, hier im Strang Ingejahn, weitere kann ich Dir gerne aufzählen, nennen Gewalt männlich.

        Sie ist so männlich wie Betrug jüdisch, Vergewaltigung farbig oder Säuglingsmord weiblich.

        Ich kann mich übrigens nicht daran erinnern, dass irgendeine Frau in diesem Aussage von Ingejahn widersprochen hätte, Zitat:

        *missbrauch, vergewaltigung, das gefühl weniger wert zu sein usw. sind nicht beschreibungen die frau irgenwo liest, wir haben das alles erlebt und erlitten. wenn dann eine kollektive männliche entschuldigung kommt, ist das ok. die kommt ja gerade von männern die sowas nicht machen aber verstehen was das „männliche“ als abstrakter begriff angerichtet hat.*

        Wenn „das Männliche“ unwidersprochen verhetzt, diffamiert, verleumdet werden kann, warum sollte es dann nicht mit gleichem Recht glorifiziert werden?

  16. @ingejahn
    „Es ist schön zu wissen, wenn Männer uns zur Seite stehen. “

    Auch wenn ich dieses „Dear Women Manifesto“ für peinlichen Quark halte, stehe ich natürlich „euch“ zur Seite.

    Muß man sich denn wie ein reumütiger Sünder verhalten oder ein bekennender Feminist sein, um Frauen wertschätzen und ihnen zur Seite stehen zu dürfen?

    • @ Stepe

      *Auch wenn ich dieses „Dear Women Manifesto“ für peinlichen Quark halte, stehe ich natürlich „euch“ zur Seite.*

      Mir fällt das zunehmend schwer: Frauen zur Seite zu stehen, die von Männern nach wie vor erwarten, dass sie die Kastanien für sie aus dem Feuer holen und dann meinen, das Recht zu haben, sich über die rußigen Hände der Männer echauffieren zu dürfen.

      Meine Verachtung wächst.

      Kein Grund, darauf stolz zu sein.

      Aber so ist es.

      • @Alexander Roslin

        Mir fällt das nicht schwer, da ich in meinem Umfeld von vielen Frauen umgeben bin, die sich nicht über meine rußigen Hände beschweren bzw. selbst welche haben.

        Was da auf politischer Ebene abläuft, steht auf einem anderen Blatt.

      • @ Stepe

        *Mir fällt das nicht schwer, da ich in meinem Umfeld von vielen Frauen umgeben bin, die sich nicht über meine rußigen Hände beschweren bzw. selbst welche haben.*

        Das persönliche Umfeld, Stepe, ist ein anderes Bier.

        Da weiß ich, was diese Frauen für mich tun, weshalb ich gerne bereit bin, etwas für sie zu tun.

        Hier geht es aber nicht um die Frauen meines persönlichen Umfeldes, sondern um DIE Frauen, bei denen diese Männer sich meinen entschuldigen zu müssen, nicht für sich selbst – das könnten sie gerne tun, ist ihre Sache – sondern für DIE Männer.

        Das ist unverfrorenen dumm.

        Und dann auch noch zu glauben, man sei in der Position, gönnerhaft diese Entschuldigung mit „Vergebung“ zu beantworten, wie ingejahn das getan hat, übertrifft sogar das noch.

      • @Alexander Roslin
        „Hier geht es aber nicht um die Frauen meines persönlichen Umfeldes, sondern um DIE Frauen, bei denen diese Männer sich meinen entschuldigen zu müssen, nicht für sich selbst – das könnten sie gerne tun, ist ihre Sache – sondern für DIE Männer.“

        Wie gesagt, diese „Manifesto“ ist unterirdisch anbiedernd.

        Aber die Frauen in meinem persönlichen Umfeld beeinflußen eben auch meine Einstellung zu Frauen im allgemeinen.

        Und da ich hier überwiegend gute Erfahrungen gemacht habe, kann ich mit Sätzen wie „meine Verachtung wächst“ nichts anfangen.

        Es sei denn, diese Aussage bezieht sich direkt auf den politisch wirksamen Feminismus (davon gehe ich bei Dir auch aus), dann stimme ich damit überein.

      • @ Stepe

        *Es sei denn, diese Aussage bezieht sich direkt auf den politisch wirksamen Feminismus (davon gehe ich bei Dir auch aus), dann stimme ich damit überein.*

        Ja natürlich.

        Wie könnte ich denn DIE Frauen verachten, zu denen meine Mutter, meine Schwester, Tippse, Tanten, eine entfernte Nachbarin, für die ich nie etwas getan habe, die ich kaum je gesprochen habe und die mir trotzdem am letzten Nikolaustag eine Dose Selbstgebackenes vor die Haustür gestellt hat, am Neujahrstag einen blühenden Barbarzweig an meine Tür hängte mit schönem Schleifchen dran (Do ut des, der werde ich zur Seite stehen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, gerne) usw., gehören.

        Das ist persönliches Umfeld.

  17. @ Thomas Reuter

    *Wenn Frauen nicht in der Lage sind, ihre eigene Verantwortung wahrzunehmen und statt dessen globale Verschwörungen über die Jahrtausende hin konstruieren zu müssen: langweiliges Zeug. Sollen sie sich zum Stricken treffen und von bösen Männern träumen.*

    Das ist ja das Schöne am Feminismus: Er erlaubt es Frauen, auch weiterhin Männer für das Wohlergehen von Frauen verantwortlich zu machen, ohne Frauen im gliechen Maße für das Wohlergehen von Männern verantwortlich zu machen.

    Das gelingt mit dem geschickten Doppelspiel: Mal sind Frauen stärker, besser, moralischer als Männer, dann aber auch wieder schwächer, hilfloser, aber doch gleich.

    „Hilfe, ich bin Euch gleich, Männer. Also helft mir schon, ihr Schweine!“

    Frauen sind besser, weil sie schwächer sind,
    Sie sind schwächer, weil sie besser sind.

    Aber in Wahrheit sind Männer und Frauen absolut gleich.

    Männer konnten Frauen nur deshalb jahrtausendelang unterdrücken, weil Frauen nicht so böse sind wie Männer.

    Also sind Männer doch anders als Frauen?

    Wer in diesem ganzen Verhau aus Gleichheits-und Differenzfeminismus keine Inkosistenzen entdeckt, der muss FeministIn sein.

    Es widert mich nur noch an, wie sich hier Selbstgerechtigkeit, Selbstgefälligkeit und Dummheit harmonisch verschränken.

    Das einzig Konsistente am Feminismus: Frauenprivilegierung und Männerausbeutung ohne weibliche Gegenleistung sind die Ziele.

    Die weibliche Selbstverwirklichung mit männlichen Funktionsdrohnen, die ihr dienen sollen, als Ideal.

  18. Hier muss ich ingejahn REcht geben, da Männer in der uns bekannten Welt über tausende Jahre bestimmten waren, haben sie sich sowohl negativ als auch positiv in Szene setzen können, während man Frauen so gut wie kaum hat machen lassen.
    Wenn wir wirklich statistisch erkennen wollen ob das männliche oder weibliche Gerhirn zu Großartigerem fähig ist, dann müssen wir in noch aktuellen Welten schauen, wo Gleichbereichtigung herrscht. Das währe dann ausgewogen. Nur leider wissen wir von diesen Völkern viel zu wenig. Nur eines, dass sie ohne Gewalt, Diebstahl, Vergewaltigung und damit ohne Polizei, Richtern und Rechtsanwälten auskommen. Ist ein solches Zusammenleben nicht viel zivilisierter als das unsrigen, wo uns viel Technik zur Verfügung steht, auch solche, die uns 2.000 mal zerstören und Jahrtausende verstrahlen können?

    • „Nur leider wissen wir von diesen Völkern viel zu wenig. Nur eines, dass sie ohne Gewalt, Diebstahl, Vergewaltigung und damit ohne Polizei, Richtern und Rechtsanwälten auskommen.“

      Soviel wissen wir: Dass sie ohne Polizei, Richter und Rechtsanwälte auskommen. Was wir ebenfalls wissen: Die matriarchalen Ureinwohner im östlichen Nordamerika (z.b. Kiowa, Irokesen) waren unter den Stämmen der Prärieindianer gefüchtet für ihre grausamen, wochenlangen Folterrituale. Hört sich nicht gerade nach dem gewaltfreien Paradies an..

      Und die Irokesen waren die imperialistischen Räuber unter den Stämmen.

      Es ist nicht sehr weit her mit der frühbürgerlichen Indianerromantik, die nun im Lila Kostüm aufgetischt wird.

      Aber jetzt werden Sie wohl einwenden, dass das keine „richtigen“ Matriarchate gewesen seien..

    • @ Martin Bartonitz

      Wir können ja den Erfolg matrilinearer Gesellschaften aktuell beobachten.

      Warum schrumpfen diese Gesellschaften, Herr Bartonitz, warum leiden sie unter Abwanderung?

      Warum wandert niemand zu, steht niemand Schlange vor ihren Toren und bittet um Einlass?

      Könnte das nicht ein Indiz dafür sein, dass die Verhältnisse in diesen matrilinearen Gesellschaften so ideal nicht sind wie Sie es glauben (wollen?)?

      Menschen sind so blöd ja nun auch nicht, als dass sie nicht das Bessere dem Guten vorzögen.

      Warum also der Misserfolg?

  19. @ Nick

    *Hört sich nicht gerade nach dem gewaltfreien Paradies an..*

    Wir wissen so wenig von den angeblich in der Frühe existierenden Matriarchaten.

    Die akademische Archäologie verbannt sie in den Bereich der Mythen.

    Was als außerakademische Matriarchatsforschung daherkommt, ist ein Sammelsurium von Annahmen, die sich nicht auf empirische Evidenz stützt, sondern auf Interpretationen von Artefakten, die willkürlich sind, von Wunschdenken geleitet.

    Die Annahme, die Matriarchate der Frühe seien Paradiese gewesen, ist eine reine Wunschvorstellung, sie können genauso gut Schreckensherrschaften gewesen sein.

    Falls es sie denn überhaupt je gab, wovon ich nicht ausgehe (weil die Enzyclopedia Britannica auch nicht davon ausgeht und deren Board ist ein wenig besser bestückt als das von Wikipedia).

    Aber natürlich, all das ist Frauenwissen, Frauengefühl, Frauenerfahrung ausblendende, penetrant um Evidenz und Logik bemühte, „männliche“ Wissenschaft, die Frauen/Weiblichkeit unterdrückt.

    Es hilft nichts.

    Avanti dilettanti.

    Endlich ein Matriarchat begründen und zum Erfolg führen, so müsste die Devise lauten.

    Wenn ich das sehe, beginne ich vielleicht, die Goddess zu worshippen.

    Vorher nicht.

    Da beeindrucken mich die Kathedralen und Moscheen, die man einem patriarchalen Gott gebaut hat, einfach mehr.

    • @Roslin:
      „Endlich ein Matriarchat begründen und zum Erfolg führen, so müsste die Devise lauten.“

      Das kann man doch gar nicht: Erstens sind wir alle vom Patriarchat abgrundtief verdorben, und zweitens klammert sich das Patriarchat an alle vorhandenen Ressourcen.

      Es weigert sich einfach, matriarchale Kühlschränke kontinuierlich nachzufüllen.

      • ..um nicht von noch fataleren Dingen zu sprechen, wie z.B. die Regale der Schuhgeschäfte.

        Es ist so grausam dass Frauen so zu grauen Mäusen degradiert werden, nur weil sie sich gegen das Patriarchat wehren wollen, und deshalb ein Matriarchat ausprobieren!

        *schluchz*

      • Du meinst wohl: Polemisch.

        Fakt ist aber leider, dass die meisten Frauen einen gewissen Lebensstandard bevorzugen, und dazu gehören nun mal diverse Paar Schuhe im Schrank.

        Dieser Lebensstandard ist für Massen nur möglich in einer extrem arbeitsteiligen, ausdifferenzierten und größtenteils selbstorganisierenden Ökonomie.

        Das dürfte in einer sakralisierten Muttergöttinwelt schwierig werden, der Vatergott macht dabei schon genug Schwierigkeiten..

        Am Ende beruht gerade die Emanzipation der westlichen Frau auf den Kapitalismus. Und darauf, dass Asiatinnen ihnen die Schuhe zusammennähen.

        Die proklamierte Frauensolidarität ist der pure Euphemismus, wenn es keine Schuhe mehr gibt wählen die meisten Frauen sofort wieder das alte Patriarchat.

      • *Dieser Lebensstandard ist für Massen nur möglich in einer extrem arbeitsteiligen, ausdifferenzierten und größtenteils selbstorganisierenden Ökonomie.*

        Du meinst, mehr als ein Paar Schuhe zu besitzen? Ich denke, das war auch im real existierenden Sozialismus nicht das Problem. 😉

        *Das dürfte in einer sakralisierten Muttergöttinwelt schwierig werden, der Vatergott macht dabei schon genug Schwierigkeiten*

        Wer redet denn hier von einer Muttergöttinwelt? Trennung von Kirche und Staat hat sich als ganz tolles Konzept erwiesen, das werden wir Feministinnen auf jeden Fall beibehalten. Ohnehin ist Religion ja bekanntermaßen nur Opium fürs Volk, evtl. werden wir Kirche auch komplett verbieten. Mal schauen.

        *Am Ende beruht gerade die Emanzipation der westlichen Frau auf den Kapitalismus. Und darauf, dass Asiatinnen ihnen die Schuhe zusammennähen.*

        Tja die Schuhe aus dem Eine-Welt-Laden sind halt nich so schick, Carrie hätte die auch nicht getragen.

        *Die proklamierte Frauensolidarität ist der pure Euphemismus, wenn es keine Schuhe mehr gibt wählen die meisten Frauen sofort wieder das alte Patriarchat.*

        Ich werde bei der nächsten Wahl auch ganz sicher die PPD wählen, die Patriarchalische Partei Deutschlands. Damit sollten die übrigens werben: „Gucci-Schleicher als Menschenrecht!“

  20. „Du meinst, mehr als ein Paar Schuhe zu besitzen? Ich denke, das war auch im real existierenden Sozialismus nicht das Problem. ;)“

    Tja, das sahen gerade zahlreiche Frauen im Osten nach der Wende eben anders: Trotz im gestiegenem Lebensstandard kehrten sie massenweise ihrer Heimat den Rücken, um im Westen ihr Glück – und den dazu passenden Partner – zu finden.

    Man trifft mittlerweile wohl eher in der Thundra eine Frau zwischen 20 und 60, als in so manch einem Dorf in McPomm.

    Wie würde es da wohl einem experimentellen Matriarchat ergehen? Es gab ja im letzten Jahrhundert zahlreiche ähnliche Experimente, und stets waren die Frauen die ersten, die das Weite suchten.

    „das werden wir Feministinnen auf jeden Fall beibehalten.“

    ..dürfte auch nicht schwerfallen, da die Kirche wohl mangels Nutzung verfallen würde. Ebenso wie das Parlamentsgbäude 😉

    „Ich werde bei der nächsten Wahl auch ganz sicher die PPD wählen, die Patriarchalische Partei Deutschlands. Damit sollten die übrigens werben: „Gucci-Schleicher als Menschenrecht!““

    Na, was denkste: Wer hat nach der Wende, im Osten, CDU gewählt – obwohl die ja aus feministischer Sicht damals die patriarchalischste Partei Deutschlands war?

    Gut ausgebildete und im selbstbewußte Frauen, die wohl um Längen „emanzipierter“ waren als Lieschen Müller ausm Westen. Gewiß nicht von der patriarchalen Propaganda, derzufolge das Heim die Welt der Frau sei, indoktriniert

  21. @ Nick

    *Gut ausgebildete und im selbstbewußte Frauen, die wohl um Längen „emanzipierter“ waren als Lieschen Müller ausm Westen. Gewiß nicht von der patriarchalen Propaganda, derzufolge das Heim die Welt der Frau sei, indoktriniert*

    Das ist ja auch so ein Kapitel feministischer Geschichtsklitterung, die dazu dient, den „Geschlechterklassenkampf Frau gegen Mann“ zu belegen mit dem Generalbass-Gesummse, „Männer wollen Frauen unterdrücken, ausbeuten, instrumentalisieren“, was es dann wieder Femnistinnen erlaubt, es ganz charmant zu finden, nun ihrerseits immer unverschämter Männer zu instrumentalisieren, auszubeuten, zu unterdrücken, zu Funktionsdrohnen der weiblichen Selbstverwirklichung herabzuwürdigen.

    Dem Geschlechterklassenkampfkonstrukt widerspricht natürlich massiv, dass bis weit in die 90’er Frauen konservativer wählten als Männer.

    (Das ist erst seit ca. 10-15 Jahren anders, wobei ich mich frage, ob das wirklich anders ist, denn mir scheinen heute die „Linken“ die wahrhaft Konservativen zu sein, die reformunfähigen Besitzstandswahrer)

    Nach dem Krieg war die CDU/CSU DIE Frauenpartei.

    Dass gesetzliche Regelungen wie die notwendige Zustimmung des Ehemannes zur Berufstätigkeit der Ehefrau erst von der sozialliberalen Koalition abgeschafft werden konnten, lag einfach daran, dass die Mehrheit der Frauen selbst für genau die Partein stimmte, die diese Regelungen nicht ändern wollten.

    Und die Mehrheit der Männer für genau die Parteien, die das schon viel früher abgeschafft hätten, wenn sie denn die Mehrheit gehabt hätten.

    Aber diese kleine hässliche Tatsache wird natürlich verschwiegen, wenn eine Feministin mit vor Empörung zitternder Stimme darauf hinweist, dass Ehefrauen noch Anfang der 70’er die Zustimmung ihrer Ehemänner brauchten, wollten sie erwerbsarbeiten, um zu betonen, wie sehr doch Männer Frauen bis in die jüngste Vergangenheit hinein unterdrückten.

    VERLOGEN HOCH DREI.

    Dass diese Regelung spätestens anfang der 60’er Jahre abgeschafft worden wäre, wenn Frauen so gewählt hätten wie Männer, nämlich viel weniger konservativ, wird dabei tunlichst verschleiert.

    Es wird so getan, DIE (natürlich) bösen Männer hätten DIE (natürlich guten, wie ein Mann um ihre Befreiung ringenden) Frauen an Küche und Herd gekettet und erst der heroische Kampf DER Frauen (natürlich unter Führung der Avantgarde der FeministInnen) habe ihnen gegen DIE Männer die Freiheit erkämpft.

    Alles, was FeministInnen negativ konnotieren, wird den Männern zugewiesen („DIE Männer sind schuld), alles Wahre, Gute, Schöne DEN Frauen.

    Faschismus/Nationalsozialismus/II.WK sind ganz klar männlich.

    Wer will denn schon wissen, dass 1933 mehr Frauen als Männer die NSDAP wählten.

    Wer will den wissen, das der Graben im Patriarchat nicht zwischen DEN Frauen und DEN Männern verlief, sondern zwischen Konservativen und Reformern, mit Männern UND Frauen auf BEIDEN Seiten der Front.

    Aber Herstory sorgt dafür, dass Männer, die für die Gleichberechtigung der Frau kämpften, in der Versenkung verschwanden, Frauen, die für die Beibehaltung des Patriarchates kämpften, ebenso.

    Man redet z.B. vor allem von den Männern, die gegen das Frauenstimmrecht waren, aber nicht von den Frauen, die genauso prominent, DAGEGEN waren.

    Statt dessen redet man nur von den Frauen, die FÜR das Frauenstimmrecht waren, nicht aber von den Männern, die dafür waren.

    So entsteht dann leicht und mühelos ein Geschichtsbild vom Geschlechterklassenkampf, in dem gute Frauen um ihre Freiheit ringen gegen böse, sie unterdrücken wollende Männer, ein Geschichtsbild, das bei Differenzfeministinnen wie ingejahn und Gleichheitsfeministinnen identisch ist: FRAU = gut, freiheitsliebend, unterdrückt und demzufolge UNSCHULDIG, weil OPFER, Mann = böse, frauenunterdrückend und demzufolge SCHULDIG, weil TÄTER.

    Aus diesem zusammenklambüsterten Geschichtsbild (auch hier wieder auffallend die Parallele zu marxistisch-leninistischer Geschichtskonstruktion) kommt dann die Erwartungshaltung, Männer solten sich doch mal gefälligst entschuldigen bei den OPFERN und die OPFA gewinnen die Vermessenheit, dann, wenn die bösen Männer sich endlich für ihre Männlichkeit entschuldigt haben, gnädigerweise, großzügigerweise, die Absolution zu erteilen.

    Was für eine erbärmliche Charade, genährt von gesunder Halbbildung, Selbstgefälligkeit, Selbstgerechtigkeit, die dann auch auch noch den traurigen Mut verleihen, in der Pose der moralisch Überlegenen gönnerhaft Vergebung zuzusagen.

    • @Roslin: Ja, es ist in der Tat erstaunlich wie die letzten 100 Jahre Geschichte in den Orkus geschickt werden und durch Heroinenfolklore ersetzt wird.

      Gleiches passiert dann auch mit der jüngeren Geschichte. So gilt es allegmein als ausgemacht, dass Alice Schwarzer „enormes“ geleistet hätte, „früher“ musste angeblich eine Ehefrau erst um die Erlaubnis ihres Ehemannes bitten, um Arbeiten gehen zu dürfen.

      Das ist natürlich so Quatsch.

      Vor dem Gleichberechtigungsgesetz 1958 konnte ein Ehemann theoretisch das Vormundschaftsgericht anrufen, um die Kündigung des Arbeitsvertrages seiner Frau zu bewirken. Das war ein Erbe des NS-Familienrechtes.

      Danach verblieb nur im Familienrecht das Leitbild der Hausfrauenehe. Ein Mann hätte ab dann also theoretisch die Scheidung beantragen können, wenn er nachweisen konnte dass die Frau ihren häuslichen Plichten nicht nachkommt.

      Die sozialliberale Koalition hat dies sogleich 1969 in Angriff genommen, was sich aber aufgrund zahlreicher Interventionen – insbesondere von Feministinnen – bis 1976 hinzog.

      Herstory macht daraus: Alice Schwarzer und andere haben das alte Familienrecht gekippt, seitdem müssen Frauen ihre Männer nicht mehr um Erlaubnis bitten wenn sie Arbeiten gehen wollen.

    • Haha, schönes Beispiel:

      http://www.aviva-berlin.de/aviva/content_Women%20+%20Work_Infos.php?id=10725

      da heißt es erst, halbwegs zutreffend:

      1958: Das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes in allen Eheangelegenheiten wird gestrichen. Das Recht des Ehemannes, ein Dienstverhältnis seiner Ehefrau fristlos kündigen zu können, wird aufgehoben. Zuvor musste der Ehemann schriftlich bestätigen, dass er mit der Erwerbstätigkeit seiner Ehefrau einverstanden ist und konnte allein über das Geld verfügen, das sie verdiente.

      ..und dann:

      1977: [..]
      1. Juli: Das neue Eherecht tritt in Kraft. Mit dem ‚Ersten Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts‘ ist die ‚Hausfrauenehe‘ abgeschafft. Bis dato war die Ehefrau „zur Haushaltsführung verpflichtet“. Berufstätig durfte sie nur sein, wenn sie dadurch ihre „familiären Verpflichtungen nicht vernachlässigt“, ihr Ehemann durfte Arbeitsverträge seiner Frau ohne ihr Einverständnis kündigen.

      Na Huch?

      Die merken gar nichts mehr, sobald die Spur einer Untat „des Mannes“ sichtbar ist, wandert das ganze Blut vom Feministinnenhirn ab in die Tränendrüsen 😉

      • @ Nick

        *Die merken gar nichts mehr, sobald die Spur einer Untat „des Mannes“ sichtbar ist, wandert das ganze Blut vom Feministinnenhirn ab in die Tränendrüsen *

        Es geht ja nur darum, Männer zu dämonisieren, Frauen als Opfer DER Männer zu konstruieren und damit dann die Frauenprivilegierungen und die Reaparationsleistungen der Männer in Gestalt ihrer Diskriminierung („Jetzt sind wir mal dran, habt‘ euch nicht so“) zu legitimieren.

        Dazu braucht’s dann auch eine Kollektivschuld DER Männer und eine Kollektivunschuld DER Frauen, sonst wäre Frauenprivilegierung und Männerdiskriminierung nicht so ohne weiteres organisierbar.

        Zuviel Differenzierung machte das schäbige Spiel zu kompliziert.

        Soweit, so schlecht: das übliche Geschäft einer Sündenbockideologie.

        Trotzdem erstaunlich, wie erfolgreich das trotzdem ist, nach all den Erfahrungen des 20. Jhdts, das Video zeugt davon, Ingejahns Einlassungen und vieles Andere mehr.

        Besonders ärgerlich werde ich, wenn Frau von der Leyen sich für Quoten einsetzt, weil Frauen doch so arg diskriminiert wurden in den letzten 295 Mio. Jahren.

        Meine Vorfahren väterlicherseits waren leibeigene Bauern der Familie von der Leyen, genauer gesagt, Gräfin Marinnes von der Leyen (Ariernachweise haben auch ihr Gutes).

        Die Töchter der Familie von der Leyen werden, weil sie den Pussy-Pass vorzeigen können, quotenbegünstigt.

        Die Söhne meiner Familie quotendiskriminiert, weil ja als Männer bekanntlich privilegiert im Patriarchat.

        Im Patriarchat sah Gräfin Marianne von der Leyen so aus, schönes Bild übrigens.

        Meine Vorfahren samt „privilegierter“ Männer wohl eher so.

        Mich bringt es zur Weißglut, wenn ich darüber nachdenke.

        Und dann das Salbadern von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit.

      • @Roslin:

        Es geht ja nur darum, Männer zu dämonisieren, Frauen als Opfer DER Männer zu konstruieren und damit dann die Frauenprivilegierungen und die Reaparationsleistungen der Männer in Gestalt ihrer Diskriminierung („Jetzt sind wir mal dran, habt’ euch nicht so“) zu legitimieren.

        Bezeichnenderweise waren ja, Ende der 1960er, fast alle Messen (überwiegend durch Männer!) gelesen, bevor ab Mitte der 1970er der große Dämon „Männergewalt“ an die Wand gemalt wurde. Je gleicher die Rechte, umso mehr „Protest“..

        Man hat das Spielchen dann – mit der bewußt gefälschten „Politischen Zahl“, derzufolge angeblich jedes dritte Mädchen von seinem eigenen Vater sexuell mißbraucht wird – in den 1990ern zu einer regelrechten gesamtgesellschaftlichen Hexenjagd aufgeblasen.

        Ähnlich wie bei der Hexenverfolgung zog ein durch suggestive „Aufdeckungsarbeit“ „entdeckter“ Fall bisweilen das gesamte Umfeld in U-Haft – ganz zu schweigen davon, dass so das Verhältnis vieler Kinder zu ihren Eltern lebenslang gestört wurde.

        Das ist die Generation Feministinnen, die immer noch meint besonders „geläuterten“ gönnerhaft Absolution erteilen zu dürfen.

        Die Töchter der Familie von der Leyen werden, weil sie den Pussy-Pass vorzeigen können, quotenbegünstigt.

        Ja, Feminismus ist meistens eine reaktionäres, quasifeudalistisches Bestreben. Gegen die verhasste Moderne, in der man nicht qua Geburt privilegiert ist, sondern sich Status hart erarbeiten muss.

    • @ Roslin
      Ich habe schon lange aufgegeben, zu glauben, dass das nahe noch so liebe Umfeld da anders darauf reagieren würde. Ich kenne viel zu viele Männer, verheiratete Männer, deren Frauen über Jahre die Spielchen spielen, spielten, die Christian als wohl PU für Frauen bezeichnen würde. Die ihre Ehemänner verunglimpfen, sich jeden Nachmittag Oprah oder eine deutsche, vergleichbare Sch… reinziehen, und mit den Köpfen nicken, wenn es darum geht, wie sehr das Patriarchat sie doch misshandelt hat; klatschen, wenn eine Pudelchen im Fernsehen, im Nähkränzchen der analytischen PsychologInnen auf der Bühne, doch seine Minderwertigkeit bekennt und dann, unsere Ehefrauen die eigenen Männer ob ihrer Pudelhaftigkeit zu verachten beginnen. Das alles kenne ich, das kenne ich schon von Teenagern, das kenne ich von Frauen, die dann in die DomRep reisen, und sich den erst besten, meist minderjährigen „Hengst“ anlachen oder auch nach Afrika.

      Dieser blinde Fleck ist meiner Erfahrung nach bei allen Frauen, die ich jemals kennengelernt habe, vorhanden. Herr Roslin, ich hoffe nicht, dass Sie eines Tages vor einer Fernsehshow erkennen müssen, dass ihre Tippse genau so denkt, zustimmend nickt, wenn der Genderwahn die Klinke putzen geht.

      Ich kann vor Frauen erst wieder Respekt haben, wenn die ganzen Feministinnen allesamt nach Japan gehen und ihr eigenes Leben riskieren, nicht, wie bei der Feuerwehr in GB jetzt geringere Eingangsvoraussetzungen verlangen um zum Dienst zugelassen zu werden, was wiederum direkt zu Lasten der Männer geht. 30 kg habe ich gelesen – welcher verwundete Mensch, Kinder ausgenommen, hat denn nur 30 kg? Und wer wird im Notfall wieder herhalten müssen „die Männer“ und wer wird in den Zeitungen erscheinen – die erste Feuerwehrfrau.

      Sehr traurig das alles.

  22. Eine Entschuldigung wäre ein Schuldeingeständnis. Das Schuldeingeständnis würde Reparationsforderungen nach sich ziehen.
    Das von Meister Roslin verlinkte Video ist ein Zeugnis deformierter Männlichkeit, einer Männlichkeit, die eines positiven Selbstbildes und Selbstachtung durch permanente (feministische) Diffamierung beraubt wurde. Glaubt denn irgend eine Feministin im Ernst, daraus entstehe etwas Positives? Wollen Frauen solche Männer? Das wär schlimm.

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